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	<title>Ostalpen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T07:56:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ostalpen&amp;diff=63863&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thgoiter: /* Navigation zu den Gebirgsgruppen der Ostalpen */ uneinheitliche Boxen entfernt; entsprechende Artikel/Listen zur AVE sind verlinkt</title>
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		<updated>2026-03-29T09:31:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Navigation zu den Gebirgsgruppen der Ostalpen: &lt;/span&gt; uneinheitliche Boxen entfernt; entsprechende Artikel/Listen zur AVE sind verlinkt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Gebirgsgruppe&lt;br /&gt;
|NAME=Ostalpen&lt;br /&gt;
|KARTE=&lt;br /&gt;
|KARTENBESCHREIBUNG=&lt;br /&gt;
|BILD=Ostalpen-Westalpen-Untergliederung.PNG&amp;lt;!--Karte muss bei Bild stehen, weil Poskate sie sonst ausblendet--&amp;gt;&amp;lt;!-- sonst nur Satellitenbild bitte --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG=Alpenunterteilung in West- und Ostalpen&lt;br /&gt;
|LAGE-POLITISCH=[[Italien]], [[Schweiz]], [[Deutschland]], [[Liechtenstein]], [[Österreich]], [[Slowenien]]&amp;lt;!--, [[Ungarn]] noch nicht, das kommt dosiert..--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|EINTEILUNG NACH=&amp;lt;!--entfällt--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|LAGE-GEBIRGE=[[Alpen]]&lt;br /&gt;
|LAGE-GEBIRGE-BEZ=Teil der&lt;br /&gt;
|HÖCHSTER GIPFEL=[[Piz Bernina]]&lt;br /&gt;
|MAX-HÖHE=4048&lt;br /&gt;
|MAX-HÖHE-BEZUG=CH&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=47&amp;lt;!--Hauptgipfel hier ungünstig, liegt ganz am Rand--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD=12&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=IT/&amp;lt;!--CH/LI/ sorry, entfällt wegen gschafteliger kontrolle--&amp;gt;DE/AT/SI&amp;lt;!--/HU noch nicht, das kommt dosiert..--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|MAX-LÄNGE=&lt;br /&gt;
|POSKARTE=Europa&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVKARTE=Europe relief laea location map.jpg&lt;br /&gt;
|TYP=[[Deckengebirge|Decken]]-/[[Faltengebirge]]&lt;br /&gt;
|GESTEIN=&amp;lt;!--entfällt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|ALTER=[[Alpidische Phase]] (100–50 [[Mya (Zeitskala)|mya]])&lt;br /&gt;
|FLÄCHE=&lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ostalpen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Bezeichnung für den östlichen Teil der [[Alpen]]. Sie umfassen die Gebirgszüge östlich einer gedachten Linie vom [[Bodensee]] entlang des [[Rhein]]s über den [[Splügenpass]] zum [[Comer See]]. Im Vergleich zu den [[Westalpen]] sind sie niedriger und sanfter, mit weniger hohen [[Gebirgspass|Pässen]]. Die Ostalpen durchziehen von der [[Schweiz]] und [[Liechtenstein]] aus ganz [[Österreich]] – von [[Vorarlberg]] bis hin zum [[Burgenland]] – und erreichen [[Ungarn|ungarisches]] Gebiet sowie den Nordrand [[Italien]]s bis nach [[Slowenien]]. Sie durchstreifen auch [[Deutschland]], dessen gesamten Alpenanteil sie bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung ==&lt;br /&gt;
Die Ostalpen sind niedriger als die [[Westalpen]], ebenso erreichen die meisten ihrer [[Gebirgspass|Pässe]] nicht so große Höhen wie die der Westalpen. Der Alpenbogen im Osten verläuft weniger gekrümmt als der Westalpenbogen. Die Ostalpen zeigen in ihrem Westbereich eine stark südwest[[Vergenz (Geologie)|vergente]] Querfaltung, die sich bis [[Verona]] ausbaucht. Der Mittelteil ist deutlich ost-west-laufend gegliedert, diese [[Längstalfurche]]n der großen Alpenflüsse [[Inn]], [[Salzach]], [[Enns (Fluss)|Enns]], [[Etsch]]/[[Eisack]], [[Gail]]/[[Drau]] sowie [[Mur (Fluss)|Mur]]/[[Mürz]], die den tektonischen Störungen folgen, zerlegen die Ostalpen in charakteristische [[Gebirgskette|Ketten]]. Gegen Osten fächern sich diese Ketten auf, die mehrere große Randbuchten umschließen ([[Wiener Becken]], [[Grazer Becken]] und andere). Sie wenden sich im Norden, wo sie sich bis auf wenige Kilometer der [[Böhmische Masse|böhmischen Masse]] nähern, nordöstlich gegen die Karpaten (bis zu 6 Kilometer in die Tiefe gesunken). In der Mitte taucht ein Ausläufer ins [[Pannonisches Becken|Pannonische Becken]] ab. Die Südketten wenden sich nach Süden und gehen nahe der oberen [[Adriatisches Meer|Adria]] in das [[Dinarisches Gebirge|Dinarische Gebirge]] über. Insgesamt sind die Ostalpen breiter und vielfältiger gegliedert als die Westalpen, sodass bei der [[Alpenüberquerung]] oft 2 bis 4 Pässe zu überwinden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der Ostalpenflüsse zeigen plötzliche [[Durchbruchstal|Durchbruchstäler]] nach Norden oder Süden, die die Ostalpen auch in Längsrichtung in etliche Gruppen gliedern. Das größte inneralpine Senkungsfeld ist das [[Klagenfurter Becken]]. Die Ostalpen sind reich an [[See]]n ([[Salzkammergut]], [[Kärntner Seen]]) und [[Moor]]en. Der höchste Berg der Ostalpen ist der [[Piz Bernina]], der mit 4048 Metern ihren einzigen [[Viertausender]] darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Staaten haben Anteil an den Ostalpen (gereiht nach Gebirgsfläche):&lt;br /&gt;
* [[Österreich]]: höchster Berg [[Großglockner]], {{Höhe|3798|AT}}, in der [[Glocknergruppe]]&lt;br /&gt;
* [[Italien]]: höchster in den Ostalpen gelegener Punkt &amp;#039;&amp;#039;La Spalla&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Spedla&amp;#039;&amp;#039; (südlichster Punkt des Gipfelgrats des [[Piz Bernina]]), {{Höhe|4018}}, in der [[Berninagruppe]]&lt;br /&gt;
* [[Schweiz]]: höchster Berg der Ostalpen [[Piz Bernina]], {{Höhe|4048}}, höchster Gipfel in der Berninagruppe&lt;br /&gt;
* [[Deutschland]]: höchster Berg [[Zugspitze]], {{Höhe|2962}}, im [[Wettersteingebirge]]&lt;br /&gt;
* [[Slowenien]]: höchster Berg [[Triglav]], {{Höhe|2864}}, in den [[Julische Alpen|Julischen Alpen]]&lt;br /&gt;
* [[Liechtenstein]]: höchster Berg [[Grauspitz]], {{Höhe|2599}}, im [[Rätikon]].&lt;br /&gt;
Mit ca. 50&amp;amp;nbsp;km² Flächenanteil am [[Ödenburger Gebirge]] sowie ca. 60&amp;amp;nbsp;km² am [[Günser Gebirge]] hat auch [[Ungarn]] einen sehr kleinen Anteil an den Ostalpen (höchste Erhebung im Ödenburger Gebirge: [[Magas-bérc]], {{Höhe|553|AT}}, zur Hälfte noch in Österreich liegend; im Günser Gebirge: [[Geschriebenstein]], {{Höhe|884|AT}}, ebenso zur Hälfte noch in Österreich liegend).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Panorama|Rosshuette Pano 04 kl.jpg|700|Nordalpen: Blick nach Westen über [[Sellraintal|Sellrainer Berge]], das [[Oberinntal]], [[Silvretta]], [[Verwall]], [[Lechtaler Alpen]], [[Mieminger Gebirge|Mieminger Kette]] und [[Wettersteingebirge|Wettersteinmassiv]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gliederung der Ostalpen ==&lt;br /&gt;
=== Geomorphologische Gliederung ===&lt;br /&gt;
Die Zuordnung in Nord-, Zentral- und Südalpen stützt sich auf die großen [[Längstal]]züge. Diese folgen zwar oft den Gesteinsgrenzen, durchschneiden aber stellenweise die Zonen. Die Feineinteilung folgt meistens den Tälern. In den Ostalpen werden so die vorwiegend kristallinen Zentralalpen durch große Tälerlinien von den nördlich und südlich liegenden Systemen – insbesondere den Nördlichen und Südlichen [[Kalkalpen]] – getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Nordalpen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Nördliche Ostalpen]]&amp;#039;&amp;#039; (großteils &amp;#039;&amp;#039;[[Nördliche Kalkalpen]]&amp;#039;&amp;#039;) umfassen von Westen nach Osten das [[Bregenzerwaldgebirge]], das [[Rätikon]], das [[Lechquellengebirge]], die [[Allgäuer Alpen|Allgäuer]], [[Lechtaler Alpen|Lechtaler]] und [[Ammergauer Alpen]], das [[Wettersteingebirge]], das [[Karwendel]]- und das [[Brandenberger Alpen|Rofangebirge]], die [[Bayerische Alpen|Bayerischen Voralpen]], das [[Kaisergebirge]], die [[Loferer Steinberge]], die [[Leoganger Steinberge]], die [[Berchtesgadener Alpen]], das [[Salzkammergut]] sowie die [[Niederösterreichische Kalkalpen|Niederösterreichischen Kalkalpen]].&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Zentrale Ostalpen|Zentralalpen]]&amp;#039;&amp;#039; werden von Westen nach Osten unterteilt in [[Rätische Alpen]] ([[Berninagruppe]], [[Silvretta]] u.&amp;amp;nbsp;a.), [[Ortler-Alpen]], [[Verwallgruppe]], [[Ötztaler Alpen]], [[Zillertaler Alpen]], [[Hohe Tauern|Hohe]] und [[Niedere Tauern]] sowie [[Lavanttaler Alpen|Lavanttaler]] oder [[Norische Alpen]], das [[Bachergebirge]] und das [[Randgebirge östlich der Mur]]. In ihnen verläuft der [[Alpenhauptkamm]].&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Südalpen]]&amp;#039;&amp;#039; bestehen von Westen nach Osten aus: [[Bergamasker Alpen]], [[Trienter Alpen]], [[Dolomiten]], [[Venetianer Alpen|Venetianer]], [[Karnische Alpen|Karnische]] und [[Julische Alpen]] sowie den [[Karawanken]].&lt;br /&gt;
: &amp;lt;small&amp;gt;Anmerkung: Zu den hier gegebenen Untergruppen siehe [[Liste der Gebirgsgruppen in den Ostalpen (nach AVE)]] und [[#Zur Problematik der Alpenteilungen in Gebirgsgruppen|unten zur Einteilungsproblematik im Allgemeinen]].&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Karten ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;210&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Westliche Ostalpen.png|Ostalpen zwischen Bergamo und Kufstein&lt;br /&gt;
Datei:Mittlere Ostalpen.png|Ostalpen zwischen Reschenpass und Dachstein&lt;br /&gt;
Datei:Südliche Ostalpen.png|Südalpen (Südliche Ostalpen) zwischen Bormio und Maribor&lt;br /&gt;
Datei:Alpen zwischen Salzkammergut und Neusiedler See.png|Ostalpen zwischen Salzkammergut und Neusiedler See&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tektonische Gliederung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Alpengeologie01.png|mini|350px|Vereinfachte geologische Karte der Alpen: Im Osten des Alpenbogens [[Ausbiss (Geologie)|beißen]] überwiegend austroalpine ({{Farbindex|185584}}&amp;amp;nbsp;{{Farbindex|5A7D9C}}) und südalpine ({{Farbindex|7B3418}}&amp;amp;nbsp;{{Farbindex|633029}}) Einheiten aus.]]&lt;br /&gt;
[[Geologie|Geologisch]] lassen sich die Alpen grob in drei Regionen untergliedern: &amp;#039;&amp;#039;Westalpen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ostalpen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Südalpen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingo Lacheiner, Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz, Exkursionsführer Alpen-Exkursion 1999: {{Webarchiv | url=http://www.kfunigraz.ac.at/geowww/exkursion/alpenex/geologie.htm | wayback=20111217010917 | text=Geologie der Ostalpen und Exkursionsschwerpunkte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
West und Ostalpen sind hierbei aus ausgedehnten [[Deckensystem]]en aufgebaut, die mehr oder weniger weit über den europäischen Kontinentalrand nach Norden geschoben wurden:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Helvetisches System]] (Helvetikum):&amp;#039;&amp;#039; Die helvetischen Decken treten nur am äußersten Nordrand der Ostalpen zu Tage (in den Westalpen wesentlich weiträumiger) und repräsentieren den europäischen [[Schelf]]. Sie wurden über relativ geringe Distanzen transportiert.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Penninikum|Penninisches System]] (Penninikum):&amp;#039;&amp;#039; Die penninischen Decken repräsentieren ein ehemaliges, relativ schmales Ozeanbecken südlich des europäischen Schelfs, mitsamt einigen Kontinentalschnipseln. Sie sind auf das Helvetikum überschoben. In den Ostalpen treten sie fast nur in [[Tektonisches Fenster|tektonischen Fenstern]] zutage, zum Beispiel im [[Unterengadiner Fenster]] im Westen Tirols und in Graubünden, im [[Tauernfenster]] im Osten Tirols und in Salzburg sowie im [[Fenster von Rechnitz]] ([[Günser Gebirge]]). Die penninischen Decken beinhalten unter anderem die [[Flyschzone]] (Sandsteinzone) und verschiedene [[Kristallinkomplex|kristalline Gesteine]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Ostalpin]]:&amp;#039;&amp;#039; Das Ostalpin repräsentiert den nördlichen Schelf der mit Europa kollidierten Kontinentalscholle(n). Es wurde vermutlich über weite Distanzen transportiert, überdeckt in nahezu den gesamten Ostalpen das Penninikum und dominiert somit die dortige Geologie. So baut es die &amp;#039;&amp;#039;Nördliche Kalkzone&amp;#039;&amp;#039; (Nördliche Kalkalpen), die &amp;#039;&amp;#039;Schiefer- und Grauwackenzone&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;kristalline Zone&amp;#039;&amp;#039; (Zentralzone, Zentrale Ostalpen), inmitten derer die penninischen Einheiten in den tektonischen Fenstern zutage treten, sowie die [[Gailtaler Alpen]] und den nördlichen Zug der Karawanken auf. In den Westalpen kommen ostalpine Einheiten nur als vereinzelte Deckschollen vor. Dies und die flächenmäßige Dominanz des Ostalpins im östlichen Teil des Alpenbogens sind die Hauptgründe für die geologische Unterscheidung in Ost- und Westalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich der Störungslinie [[Gailtal]]–[[Eisenkappel-Vellach|Eisenkappel]] &amp;#039;&amp;#039;([[Periadriatische Naht]])&amp;#039;&amp;#039; treten die [[Südalpen|südalpinen]] und [[Dinarisches Gebirge|dinarischen Decken]] zutage, die, im Gegensatz zu Helvetikum, Penninikum und Ostalpin, nach Süden überschoben wurden. Die Transportdistanzen waren hierbei relativ gering. Tektonisch zählen alle Einheiten südlich dieser Naht, also fast die gesamten Südalpen, gemeinsam mit den [[Dinariden]] des Balkans zu einem eigenen System. Dies bedeutet, zusammengenommen mit den oben angeführten Punkten zum Deckenbau, dass weder der geographische Begriff ‚Alpen‘ noch der geographische Begriff ‚Ostalpen‘ einen in sich geschlossenen geologischen Komplex bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Petrologische Gliederung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriterien der [[Petrologie]] teilen sich die Ostalpen in sieben [[Gesteinszone]]n. Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine [[Autochthon (Geologie)|parautochthonen]] Massen ein; sie sind ein [[Faltengebirge|Decken- und Faltengebirge]], in dem westalpine Decken nur randlich und in geologischen Fenstern hervortreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sandsteinzone (Flyschzone) mit Molassezone – schmal im mittleren Bereich, sich gegen Westen und Osten verbreiternd&lt;br /&gt;
* Nördliche Kalkzone (Nördliche Kalkalpen) – Hauptmasse der Nordalpen&lt;br /&gt;
* Nördliche Schiefer–Grauwackenzone – Grundgebirge des Kalks, gebirgsbildend im Tirolisch-Salzburgischen und Steirisch-Niederösterreichischen&lt;br /&gt;
* Kristalline Zone – entspricht etwa dem Alpenhauptkamm bzw. den Zentralalpen&lt;br /&gt;
* Südliche Schiefer–Grauwackenzone – an der Südgrenze Österreichs&lt;br /&gt;
* Südliche Kalkzone (Südliche Kalkalpen) – großteils in Slowenien und Italien&lt;br /&gt;
* Südliche Sandsteinzone – kaum ausgebildet; in Italien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Osttirol]] und [[Kärnten]] stimmen Deckengliederung und Gesteinszonen nicht überein. Die Gailtaler Alpen liegen nördlich der periadriatischen Naht, bestehen aber aus [[Kalkstein]] und werden daher meist zur südlichen Kalkzone (und damit zu den Südlichen Kalkalpen) gerechnet. Die Südliche Schieferzone wird in den Karnischen Alpen im Norden und Süden von Zügen der südlichen Kalkzone eingefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen befindet sich eine auffällige S-förmige Krümmung der Gesteinszonen. Die kristalline Zone streicht in der [[Silvretta]] von Süden heran und biegt dort gegen Osten. Das Kalkgebirge des [[Rätikon]]s liegt südlich der großen Längstalflucht. Das [[Etsch]]tal südlich von [[Bozen]] ist dem Gesteinsstreichen nach ein Längstal. Die Kalkzone bildet im Bereich [[Gardasee]] einen charakteristischen Sporn, der sich Dutzende Kilometer südlich der sonstigen Südgrenze befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Problematik der Alpenteilungen in Gebirgsgruppen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:AVE Ostalpen.png|mini|Die [[Alpenvereinseinteilung der Ostalpen]]]]&lt;br /&gt;
Eine international anerkannte Einteilung der Alpen in Untergruppen ist nach wie vor nicht vorhanden. In der Literatur des [[Alpinismus]] ist in Österreich, Deutschland und Südtirol die &amp;#039;&amp;#039;[[Alpenvereinseinteilung der Ostalpen]]&amp;#039;&amp;#039; von 1984, die auf einer Vierteilung der Ostalpen beruht, üblich. Der [[Schweizer Alpen-Club]] (SAC) teilt den Schweizer Alpenteil, auch den in den Ostalpen gelegenen Teil, der dort Zentralalpen genannt wird, in einer ersten Ebene entlang der Kantonsgrenzen (einem politischen Begriff), um geographische Einheiten abzugrenzen. In Österreichischen amtlichen und wissenschaftlichen Werken der [[Hydrographie]] ist allgemein die streng orographische &amp;#039;&amp;#039;[[Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel|Gebirgsgruppengliederung nach Hubert Trimmel]]&amp;#039;&amp;#039; in Verwendung. Die in Italien und Frankreich übliche Einteilung ist die &amp;#039;&amp;#039;[[Partizione delle Alpi]]&amp;#039;&amp;#039; 1926 für die ganzen Alpen. Ein neuerer Ansatz ist die &amp;#039;&amp;#039;[[Suddivisione Orografica Internazionale Unificata del Sistema Alpino]]&amp;#039;&amp;#039; (SOIUSA), die die AVE und die Partizione zu vereinen sucht. In anderen Staaten des Alpenraums oder außerhalb, sowie bei diversen Fach- und Interessengruppen, sind teilweise andere Umgrenzungen, Einteilungen, und Umgrenzungen von Untergruppen der Alpen gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zonenabfolge in Nord-Süd-Richtung ==&lt;br /&gt;
=== Nordalpen (Nördliche Ostalpen) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mondsee from above.jpg|mini|Blick vom [[Schafberg (Salzkammergut)]] über den [[Mondsee (See)|Mondsee]] auf die Flyschberge, das [[Nördliches Alpenvorland|nördliche Alpenvorland]] und die Randmoräne des [[Hausruck]], in der Ferne die [[Böhmische Masse]].]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Nordalpen&amp;#039;&amp;#039; umfassen eine &amp;#039;&amp;#039;Molassezone&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;&amp;#039;Sandsteinzone&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;nördliche Kalkzone&amp;#039;&amp;#039; und den Hauptteil der &amp;#039;&amp;#039;nördlichen Schieferzone&amp;#039;&amp;#039;. Aus den beiden Ersteren und dem niedrigeren Teil der Kalkalpen bilden sich die &amp;#039;&amp;#039;Nördlichen Voralpen&amp;#039;&amp;#039;, der Rest der Kalkalpen die &amp;#039;&amp;#039;Kalkhochalpen&amp;#039;&amp;#039;, die teilweise schon vergletschert sind, im Süden schließt sich eine teils wieder [[Mittelgebirgscharakter|mittelgebirgsähnliche Zone]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nördliche Sandsteinzone/Flyschzone und Molassezone ====&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Sandsteinzone&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;[[Flyschzone]]&amp;#039;&amp;#039; genannt, besteht aus Gesteinen der Kreidezeit und des Alttertiärs. Sie erhebt sich deutlich über das [[Alpenvorland]]. Die Flyschzone ist relativ schmal (sie nimmt etwa ein Fünftel der Nordalpen ein), bildet verbreitert im Westen Teile des [[Bregenzerwald]]s, nach Osten zieht sie sich von der [[Salzach]] über die [[Salzkammergutberge]], [[Eisenwurzen]] bis zum [[Wienerwald]], dazwischen fehlt sie in manchen Abschnitten der [[Bayerische Alpen|Bayerischen Alpen]] fast gänzlich. Sie ist in [[Mittelgebirgscharakter]] ungefähr 1000&amp;amp;nbsp;m hoch, erreicht im südlichen Bregenzerwald aber über 2000&amp;amp;nbsp;m, wobei dort auch Anteile des [[Helvetisches System|helvetischen Systems]] aus der Schweiz herüberragen ([[Kalkstein]]e wie am [[Hochifen]] und der [[Kanisfluh]]). Im [[Salzkammergut]] bildet die Grenze von Flysch und Kalk eine prägnante Deckenstirn aus ([[Drachenwand]], [[Schafberg (Salzkammergut-Berge)|Schafberg]], [[Höllengebirge]], [[Traunstein (Berg)|Traunstein]]). Die Gesteine der Zone wie [[Flysch]]e, [[Mergel]] und [[Tonschiefer]] sind wenig widerstandsfähig, sie bilden die für die Flyschzone typischen [[Rücken]] und [[Kuppe]]n; im Westen auch [[Gebirgskamm|Grate]]. Die Berge der Flyschzone tragen vorwiegend [[Laubmischwald|Laubmischwälder]] und [[Wiese (Grünland)|Wiesen]]. Die oft mächtige, [[lehm]]ige Verwitterungsdecke neigt zu Rutschungen und begünstigt durch den raschen Abfluss die Entstehung von [[Hochwasser|Hochwässern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Subalpine Molasse]]&amp;#039;&amp;#039; bildet den Nordrand der Alpen. Sie bildet sich aus den von den Alpen deformierten [[Molasse]]n, also verfestigtem Erosionsschutt ([[Konglomerat (Gestein)|Konglomerate]]) der frühen Alpen. Landschaftlich zeichnet sie sich mit Ausnahme des nördlichen Bregenzerwaldes und des [[Allgäu]]s kaum ab, sondern bildet den Übergangsbereich von Alpen zum [[Nördliches Alpenvorland|nördlichen Alpenvorland]] mit seiner Moränenlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nördliche Kalkalpen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Laliderer Wand von N HQ.jpg|mini|Blick auf die [[Karwendel]]hauptkette]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Nördliche Kalkalpen|nördlichen Kalkalpen]]&amp;#039;&amp;#039; bestehen aus [[Mesozoikum|mesozoischen]] Gesteinen (besonders [[Trias (Geologie)|Trias]]). Die Kalkalpen werden in die &amp;#039;&amp;#039;Kalkvoralpen&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Kalkhochalpen&amp;#039;&amp;#039; unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nördliche Kalkvoralpen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Kalkvoralpen&amp;#039;&amp;#039; bestehen aus Dolomiten und Kalken und sind ein [[Mittelgebirge]] mit Schneiden, Kegeln und Stöcken, welche bis zu 1600&amp;amp;nbsp;m hoch werden können. Die nördlichen Kalkalpen sind vorwiegend von [[Fichtenmischwald|Fichtenmischwäldern]] bedeckt. Im Kalk entstehen [[Karst]]erscheinungen. Der wasserundurchlässige Dolomit hingegen ist stark zertalt, mit brüchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus versehen. In den Kalkvoralpen gibt es einzelne höhere Erhebungen wie den [[Ötscher]] oder das [[Sengsengebirge]]. Ihre Zuordnung zu den Voralpen oder den Kalkhochalpen ist jedoch strittig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nördliche Kalkhochalpen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südlich der Kalkvoralpen erstrecken sich die felsigen &amp;#039;&amp;#039;Kalkhochalpen&amp;#039;&amp;#039;, die vorwiegend aus Kalken (im Westen [[Wettersteinkalk]], im Osten [[Dachsteinkalk]]) sowie Dolomiten bestehen.&lt;br /&gt;
Vom [[Wilder Kaiser|Wilden Kaiser]] gegen Westen bestehen sie vorwiegend aus wasserarmen Ketten, die steil geschichtet und mit Waldfluchten versehen sind. Außerdem sind die Kalkhochalpen mit [[Gebirgskamm|Graten]], Spitzen, Türmen, tief eingefressenen [[Kar (Talform)|Karen]] und mächtigen Schutthalden versehen. Der Kettencharakter, der in den westlicheren Kalkhochalpen überwiegt, ist in den [[Lechtaler Alpen]] (mit dem höchsten Berg der Nordalpen), dem [[Wettersteingebirge]] und dem [[Karwendelgebirge]] besonders ausgeprägt.&lt;br /&gt;
Vom [[Zahmer Kaiser|Zahmen Kaiser]] gegen Osten finden sich Kalkstöcke mit verkarsteten, wasserlosen, öden Hochflächen mit [[Karre (Rinne)|Karrenfeldern]] und [[Doline]]n. Darauf wachsen weite Bestände von [[Bergkiefer|Legföhren]] (Latschen). Zwischen den Kalkplateaus liegt ein weitmaschiges Flussnetz in tiefen Tälern und Schluchten. Die Hochflächen zeigen eine buckelige, kuppige Altlandschaft (im Osten „Raxlandschaft“ genannt) und konservieren des flachere Relief der tertiären Alpen, das infolge der Verkarstung bei und nach Hebung des Gebirges nicht zerschnitten, jedoch eiszeitlich überformt wurde. Die östlichen Kalkhochalpen weisen Plateaucharakter auf. Viele Höhlen sind als Reste ehemaliger unterirdischer Entwässerung übrig geblieben. An der Basis der Kalkberge befinden sich [[Salze|Salz-]] und [[Gips]]lager, sowie Quellhorizonte (Karstquellen) über Schiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nördliche Schiefer–Grauwacken-Zone ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Zell am See.Wiki.jpeg|mini|Blick über den [[Zeller See (Salzburg)|Zeller See]], rechts die [[Schmittenhöhe]] der Schieferalpen, gegenüber die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] ([[Kitzsteinhorn]])]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Schiefer–Grauwackenzone&amp;#039;&amp;#039; ist ein schmaler Streifen [[Paläozoikum|paläozoischer]] Schiefer, Sandsteine und Kalke. Im Westen zeigen die &amp;#039;&amp;#039;[[Schieferalpen]]&amp;#039;&amp;#039; (von der Bevölkerung als „Grasberge“ bezeichnet) [[Alm (Bergweide)|almen]]- und quellenreiche Rücken und Schneiden, darüber stellenweise Grate und Spitzen in härteren Schiefern und Kalken: [[Kitzbüheler Alpen]] (Tiroler-) und [[Salzburger Schieferalpen]]. In der &amp;#039;&amp;#039;[[Grauwackenzone]]&amp;#039;&amp;#039;, etwa den [[Eisenerzer Alpen]] dominieren dagegen landschaftlich Kalkklötze. Die Schieferzone enthält Lager von [[Eisenerz|Eisen-]] und [[Kupfererz]], [[Magnesit]], [[Graphit]] und [[Talk (Mineral)|Talk]]. Die Schieferalpen liegen großteils im Westen nördlich, im Osten (nach dem [[Dachsteinmassiv]], wo sie nahezu unterbrochen ist) südlich der Längstalflucht, und werden daher dort meist zu den Zentralalpen gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nördlicher Längstalzug ===&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;nördliche Längstalzug&amp;#039;&amp;#039; bildet die ungefähre Grenze zwischen Nord- und Zentralalpen. Sie verläuft weithin innerhalb der Schieferzone oder an ihrem Rande: [[Walgau]] (untere [[Ill (Vorarlberg)|Ill]]) – [[Klostertal]] – [[Arlberg]] – [[Stanzertal]] – [[Inntal]] – [[Zillertal]] – [[Gerlospass]] (oder Inntal – [[Talfurche von Ellmau]] – [[Grießenpass|Pass von Grießen]] – [[Saalachtal]] – Talwasserscheide von Zell – [[Salzach]]tal) – [[Wagrainer Höhe]] – (oder [[Fritztal]]) – [[Ennstaler Alpen|Ennstal]] – [[Paltental]] – [[Schoberpass]] – [[Liesingtal]] – [[Oberes Murtal|Murtal]] – [[Mürztal]] – [[Semmering-Pass|Semmering]] – [[Schwarza (Leitha)|Schwarzatal]]. Der Talzug ist von Westen bis zum Schobersattel meist breit, eiszeitlich ausgestaltet und zeigt [[Schwemmkegel]] der Seitenbäche und Terrassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zentralalpen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Alpen fellhorn2.jpg|mini|[[Fellhorn (Allgäuer Alpen)]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Österreichische Zentralalpen|Zentralalpen]]&amp;#039;&amp;#039; sind weitgehend identisch mit der [[Kristallinkomplex|kristallinen]] Zone, bestehend aus [[Präkambrium|präkambrischen]] und [[Paläozoikum|paläozoischen]] Resten des [[Variszische Orogenese|Variszischen Gebirges]] („Altkristallin“) und dem [[Tauernfenster|Tauernkristallin]]. Sie sind hauptsächlich aus harten, wasserundurchlässigen [[Gneis]]en und [[Granit]]gneisen sowie [[Glimmerschiefer]]n aufgebaut, stellenweise mit eingelagerten Kalkschollen (zum Beispiel südlich von [[Innsbruck]]) und Kalkbändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralalpen sind reich an Quellen, Bächen und Karseen; im Westen weisen sie große [[Gletscher]]gebiete auf (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Hohe Tauern]], [[Zillertaler Alpen|Zillertaler]], Stubaier und [[Ötztaler Alpen]], Silvretta, [[Ortler]], [[Berninagruppe|Bernina]]). Dabei bestehen deutliche Unterschiede in Höhe und [[Landformenkunde|Formenbild]] zwischen Westen und Osten der Zentralalpen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen befindet sich die stark zerschnittene [[Silvretta]]- und [[Verwallgruppe]] mit schroffen „Hörnern“; die massigen, asymmetrischen [[Ötztaler Alpen|Ötztaler]] und die [[Stubaier Alpen]] mit langen Seitenkämmen nach Norden sind stark vergletschert; hier liegen [[Wildspitze]] (zweithöchster Berg Österreichs); [[Weißkugel]] und [[Zuckerhütl]] (nach seiner [[Firn]]bedeckung benannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich der Brennerfurche befinden sich fiederförmig angeordnete, langgestreckte Ketten, die wegen der Vergletscherungen auch als „Keesberge“ bezeichnet werden ([[Zillertaler Alpen]] und [[Hohe Tauern]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Eigenschaften der &amp;#039;&amp;#039;westlichen&amp;#039;&amp;#039; Zentralalpen und der Hohen Tauern (bis zum [[Katschberg]]) sind Pyramidengipfel, weite Firnfelder, die von Felsgraten getrennt werden; tiefer unten [[Kar (Talform)|Kare]] mit Seen, zum Teil weite Karplatten; in Talanfänge reichende Gletscherzungen; tiefe, stufen- und wasserreiche [[Trogtal|Trogtäler]]; ausgedehnte Almmatten, [[Lärchen]]- und [[Fichten]]wälder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu sind die &amp;#039;&amp;#039;östlichen&amp;#039;&amp;#039; Zentralalpen niedriger und in mehrere Kämme aufgeteilt, zwischen denen sich Senkungsfelder befinden. Die [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]] sind heute unvergletschert, weisen jedoch [[Glaziologie|glaziale]] Formen wie Kare und Karseen, Grate und Pyramidengipfel (besonders im widerstandsfähigen [[Granitgneis]]) auf. Südlich der [[Mur-Mürz-Furche]] überwiegen trotz Höhen über 2000&amp;amp;nbsp;m die [[Mittelgebirgszone|Mittelgebirgsformen]]: breite Rücken sind vermutliche Reste eines tertiären Flachreliefs und zeigen nur stellenweise Karbildungen. Ebenso sind mehr [[Alm (Bergweide)|Matten]]- als Felsregionen und weite Fichtenwälder zu finden. Die [[Gurktaler Alpen]] werden im Südwestteil ihrer runden Formen wegen „Nockberge“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die östlichen Bergketten trennen sich gegen die [[Vorländer im Osten und Südosten]] hin charakteristisch in zwei Züge, deren einer nach Nordosten die nördlichen Kalkalpen begleitet, und einen südöstlichen Ast. Sie umschließen einige Senkungs- und [[Sedimentbecken]], und große [[randalpine Becken]], in denen Erdöl und Kohle gefördert wird (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Grazer Becken|Grazer]], [[Wiener Becken|Wiener]] und [[Fohnsdorfer Becken]]), und auch rezenter [[Vulkanismus]] zu finden ist ([[Steirisches Vulkanland]], Raum Graz). Die Steirischen Randgebirge ([[Randgebirge östlich der Mur]]) reichen noch an die 2000&amp;amp;nbsp;m heran und umfassen im Halbkreis die [[Grazer Bucht]], die größte der randalpinen Becken, und enden nach der ungarischen Grenze in waldbedeckten Mittelgebirgsspornen. Im Nordosten grenzen sie ebenso wie der [[Wienerwald]] an die breite Senke des [[Wiener Becken]]s, wo die früheren Berge nun unter 2–6&amp;amp;nbsp;km dicken Sedimentschichten liegen. Jenseits dieser Bruchzone bilden einige Inselgebirge ([[Leithagebirge]] und [[Hainburger Berge]]) eine Brücke zu den [[Karpaten]]. Zwischen ihnen drängt sich der [[Donau]]strom durch die &amp;#039;&amp;#039;Hainburger Pforte&amp;#039;&amp;#039; in die Ungarische Tiefebene. Im Süden streifen die Zentralalpen in das [[Bachergebirge]] (Pohorje) Sloweniens aus. Nach Osten hin taucht das Zentralalpin in die [[Pannonische Tiefebene]] ab – und der Tiefe findet es sich noch bis in den ungarischen Donauraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Südalpen bzw. Südliche Kalkalpen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:IT Pforzheimer Huette.jpg|mini|Blick vom Schlinigtal auf die [[Ortler-Alpen]], ostalpine Gesteine, aber Teil der Südalpen]]&lt;br /&gt;
Am Nordrand der &amp;#039;&amp;#039;[[Südalpen]]&amp;#039;&amp;#039; liegt der Längstalzug, der eine durchwegs auch geologisch signifikante Grenze darstellt, noch innerhalb der Kalkzone. Zusätzlich sind die in den Nordalpen ausgeprägten nichtkalkigen Zonen im Süden weit weniger verbreitet, sodass die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Südliche Ostalpen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Südalpen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Südliche Kalkalpen&amp;#039;&amp;#039; einen ähnlichen, aber nicht deckungsgleichen Raum bezeichnen. Am Westende erstreckt sich das Kristallin bis weit nach Süden, sodass hier die [[Bergamasker Alpen]], die großteils nicht zu den Südlichen Kalkalpen gehören, zu den Südalpen zu rechnen sind, aber von der AVE den &amp;#039;&amp;#039;Westlichen Ostalpen&amp;#039;&amp;#039; zugeschlagen werden. Auch im Osten werden ostalpine kristalline Massen wie das Bachergebirge, das südlich der [[Drau]] liegt, aus geographischer Sicht teils den Südalpen zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Dolomiten Drei Zinnen.jpg|mini|[[Drei Zinnen]] (Südtirol)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Triglav.jpg|mini|[[Triglav]] (Slowenien)]]&lt;br /&gt;
Die südlichen Ostalpen sind nicht so deutlich [[Geographische Breite|breitenkreisparallel]] gegliedert wie die Nordalpen. Infolge der S-förmigen Krümmung streichen Gesteinszüge in [[Südtirol]] von Süden heran. Das tief zerschnittene [[Bozen]]er Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen [[Sarntaler Alpen]] über. Östlich schließen die südlichen Kalkalpen aus [[Mesozoikum|mesozoischen]] Gesteinen an: In den [[Dolomiten]] und benachbarten Gebirgsgruppen bilden formenreiche [[Riffkalk]]e und die namensgebenden [[Dolomit (Gestein)|Dolomite]] Zinnen, Türme, Stöcke ([[Marmolata]]). Davor befinden sich almenreiche Vorberge aus Schiefer. Östlich der [[Gailitz (Fluss)|Gailitzfurche]] befinden sich die Kalkketten der Karawanken ([[Hochstuhl]]), unter deren Felsmauern sich meist dichter Fichtenwald mit relativ wenig Almen befindet. Der Südzipfel Österreichs erreicht noch die [[Steiner Alpen]], südwestlich davon liegen die [[Julische Alpen|Julischen Alpen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Südlicher Längstalzug ====&lt;br /&gt;
Der südliche Längstalzug bildet die Grenze zwischen Zentral- und Südalpen und wird durch die Störungslinie der [[Periadriatische Naht|periadriatischen Naht]] gebildet. Sie verläuft vom [[Pustertal]] (Rienztal – [[Toblacher Feld]] – oberes Drautal) durch das geradlinige Tal der [[Gail]] und das [[Drautal]] weiter in das Klagenfurter Becken bis ins Tal der Mieß/Meza. Der Längstalzug ist über weite Strecken&amp;lt;!-- z.B. innerhalb der Karawanken nicht --&amp;gt; glazial verbreitert und mit großen [[Schwemmkegel]]n und nassen Talböden durchzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nördlich des Gailtals und damit tektonisch noch im Ostalpin liegen die Gailtaler Alpen aus Kalk und Dolomit, sie gipfeln in den wild zerrissenen [[Lienzer Dolomiten]] und enden im Osten in einem Plateauberg ([[Dobratsch]]); sie gehören damit jedoch petrographisch schon zu den &amp;#039;&amp;#039;[[Südliche Kalkalpen|Südlichen Kalkalpen]]&amp;#039;&amp;#039; und gemäß AVE zu den &amp;#039;&amp;#039;Südlichen Ostalpen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Südliche Schieferzone ====&lt;br /&gt;
Die südliche Schieferzone ist keine Längszone mehr, sondern bildet nur ein eingeschlossenes, mehr oder minder kompaktes Areal. Sie besteht aus den [[Karnische Alpen|Karnischen Alpen]], mit gerundeten Schieferbergen und -sätteln, die von schroffen Klötzen und Zähnen aus paläozoischen Kalken überragt werden ([[Hohe Warte (Karnische Alpen)|Hohe Warte]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Südliche Sandsteinzone ====&lt;br /&gt;
Die südliche Sandsteinzone (Flysch) ist nur in den [[Lombardische Alpen|Lombardischen Alpen]] zwischen [[Comer See]] und [[Iseosee]] (Südabdachung der [[Bergamasker Alpen]]), in den [[Venetianer Alpen]] (Belluneser Voralpen, Südteile der [[Südliche Karnische Alpen|südlichen Karnischen Alpen]]) zwischen [[Brenta (Fluss)|Brenta]] und [[Tagliamento]], und ganz im Osten im [[Friaul|friulanisch]]-slowenischen Grenzgebiet und im Tal des [[Isonzo]] (Soča) zu finden. Im [[Trentino]] und den [[Gardaseeberge]]n taucht der Kalk direkt in die [[Poebene]] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Ingo Lacheiner, Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz, Exkursionsführer Alpen-Exkursion 1999: {{Webarchiv | url=http://www.kfunigraz.ac.at/geowww/exkursion/alpenex/geologie.htm | wayback=20111217010917 | text=Geologie der Ostalpen und Exkursionsschwerpunkte}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4075724-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4075724-9|VIAF=233696910}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Alpen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in den Alpen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in Italien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in Slowenien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirge in Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochgebirge]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thgoiter</name></author>
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