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	<title>Osoblaha - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Osoblaha&amp;diff=207110&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Geschichte */ Tippfehler entfernt</title>
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		<updated>2026-04-11T10:28:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die tschechische Stadt. Der gleichnamige Fluss wird unter [[Hotzenplotz (Fluss)]] beschrieben.}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in Tschechien&lt;br /&gt;
| Ort                = Osoblaha&lt;br /&gt;
| Wappen             = [[Datei:CZE Osoblaha COA.svg|111px|Wappen von Osoblaha]]&lt;br /&gt;
| Kraj               = Moravskoslezský kraj&lt;br /&gt;
| Kraj_link          = &lt;br /&gt;
| Okres              = Bruntál&lt;br /&gt;
| Fläche             = 1825&lt;br /&gt;
| Beschriftung       = left&lt;br /&gt;
| Höhe               = 220&lt;br /&gt;
| Gemeindenummer     = 597716&lt;br /&gt;
| Postleitzahl       = 793 99&lt;br /&gt;
| KFZ-Kennzeichen    = T&lt;br /&gt;
| Straßen            = [[Zlaté Hory]] – [[Klisino]]&lt;br /&gt;
| Schienen           = [[Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha|Třemešná ve Slezsku–Osoblaha]]&lt;br /&gt;
| Flughafen          = &lt;br /&gt;
| GemeindeArt        = Stadt&lt;br /&gt;
| Ortsteile          = 1&lt;br /&gt;
| Bürgermeister      = Antonín Rous&lt;br /&gt;
| BürgermeisterDatum = 2024&lt;br /&gt;
| AnschriftStraße    = Na Náměstí 106&lt;br /&gt;
| AnschriftOrt       = 793 99 Osoblaha&lt;br /&gt;
| Website            = https://www.osoblaha.cz/&lt;br /&gt;
| Breitengrad        = 50.2751739&lt;br /&gt;
| Längengrad         = 17.7151592&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Osoblaha&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Hotzenplotz&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Stadt im [[Okres Bruntál]] in [[Tschechien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
Osoblaha liegt am linken Ufer der [[Hotzenplotz (Fluss)|Osoblaha]], etwa 14 Kilometer nordwestlich von [[Głubczyce]] (&amp;#039;&amp;#039;Leobschütz&amp;#039;&amp;#039;) und 19 Kilometer nördlich von [[Krnov]] (&amp;#039;&amp;#039;Jägerndorf&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name der Stadt ==&lt;br /&gt;
Im Tschechischen wie im Deutschen und auch im Polnischen trägt die Stadt den Namen des Flusses, an dem sie liegt: Osoblaha, Hotzenplotz bzw. Osobłoga.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heinrich Adamy]] vermutete 1888 einen vorslawischen Flussnamen ‚Ossa‘, aus dem dann ein [[Slawische Sprachen|slawisches]] ‚Ossoblavia‘ oder ‚Ossoblaka‘ geworden sei, von „der Ossa umflossen“ oder „… durchflossen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Hotzenplotz&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Verballhornung]] der slawischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotzenplotz - Herz. Wappen.jpg|mini|Wappen des Bischofs von Olmütz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Österreichisch-Schlesien 1746 de.svg|mini|Das Gebiet um Hotzenplotz war im 18. Jahrhundert eine Enklave innerhalb Schlesiens, die zu Mähren gehörte. [[Österreichisch-Schlesien]] ist farbig eingezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotzenplotz Ringplatz.jpg|mini|Ringplatz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotzenplotz 01.jpg|mini|Stich von 1658]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Töpfergasse um 1900.jpg|mini|hochkant|Töpfergasse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Gebiet kam es seit dem 10. Jahrhundert zu böhmisch-polnischen kriegerischen Auseinandersetzungen, die erst 1137 mit dem [[Pfingstfrieden von Glatz]] beendet wurden. Durch die nachfolgende Grenzziehung verblieb die Umgebung von Osoblaha bei [[Böhmen]]. Die nahe Grenze gab jedoch Anlass, die stadtähnliche Ansiedlung als nordöstliche mährische Grenzfestung auszubauen. Die topographische Lage auf dem Plateau eines Hügels war hierzu eine gute Voraussetzung. Unter dem [[Bistum Olmütz|Olmütz]]er Bischof [[Robert von England]] begann der Ausbau der Stadt. Der Bau der Pfarrkirche St. Maria Magdalena im gotischen Stil wurde begonnen und auch der Bau der Nikolaikapelle außerhalb der Stadt. Es ist anzunehmen, dass die Stadt um 1235 gegründet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die friedliche Entwicklung der Region wurde 1241 durch den [[Goldene Horde|Mongoleneinfall]] unterbrochen. Mordend und plündernd zogen die Tataren durch das Land. Die Stadt wurde zerstört, die Bewohner flüchteten, wurden umgebracht oder verschleppt. Das Gebiet war entvölkert. Die wenigen Überlebenden waren nicht in der Lage, das verbrannte Land wieder aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit wurde [[Bruno von Schauenburg]] von Papst [[Innozenz IV.]] auf den Olmützer Bischofsstuhl berufen. Unter dem Schutz des böhmischen Königs [[Ottokar II. Přemysl]] holte er deutsche Siedler aus Sachsen, Bayern, Franken und Schwaben in das Land. Wälder wurden gerodet, Felder angelegt, Ortschaften und Niederlassungen gegründet. Das erfolgte in der Zeitspanne bis 1267.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1260 war die Stadt wieder aufgebaut, mit Mauern, Toren und Türmen bewehrt, mit [[Waal (Burg)|Waal]]| und [[Wehrgraben (Befestigung)|Wehrgraben]] umgeben. Dadurch war eine Grenzfeste des mährischen Bischofssitzes in Olmütz entstanden. Als Eigentum des [[Erzbistum Olmütz|Olmützer Bistums]] war die [[Enklave]] Hotzenplotz ein Lehen der Kronland (Österreich) und damit Teil des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]. Dies geht aus der [[Goldene Bulle|Goldenen Bulle]] [[Karl IV. (HRR)|Karls IV.]] hervor. Die Stadt war bis 1918/20 eine mährische [[Exklave]] in Schlesien und gehörte als solche zum Kronland Mähren, im Bereich der staatlichen Verwaltung aber zum [[Herzogtum Schlesien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neugründung der Stadt erfolgte nach [[Magdeburger Recht|Magdeburger Stadtrecht]] etwa um 1250. In allen Urkunden und Dokumenten führten die Bischöfe von Olmütz u. a. auch den Titel „Herzog von Hotzenplotz“. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde mehrfach durch Kriege, Überfälle und Plünderungen gestört. Dazu gehörten die langjährigen Auseinandersetzungen mit Polen, Ungarn und den [[Hussiten]], die 1428 brandschatzend durch das Land zogen. Öfters wurde die Stadt niedergebrannt und wieder aufgebaut. Auch in friedlichen Zeiten geschah es, dass unachtsamer Umgang mit Feuer die in ihrer Bauweise leicht entzündlichen Häuser in Brand setzte. Die Anlage der Stadt blieb mehr als 500 Jahre unverändert und behielt die alten Straßennamen Ringplatz, Binder-, Töpfer-, Färbergasse bis zur völligen Zerstörung im März 1945 bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als während der [[Hussitenkriege]] Juden aus Prag vertrieben wurden, erlaubte 1415 der Bischof von Olmütz jüdischen Familien, sich in Hotzenplotz anzusiedeln. Allmählich wuchs die jüdische Bevölkerung, ebenso ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt. Im Jahre 1616 gab es z. B. 135 jüdische Familien in 32 Häusern. (Zum Vergleich: Damals zählte Hotzenplotz 282 Häuser christlicher Familien.) Die [[Kehillah|Jüdische Gemeinde]] errichtete 1808 eine [[Synagoge]]. Der [[Jüdischer Friedhof (Osoblaha)|Jüdische Friedhof]] wurde im Gebiet der [[Kaiserlich und königlich|k. und k. Monarchie]] zum zweitgrößten nach dem in Prag. 1802 wurde als höchste Zahl jüdischer Einwohner 845 erreicht. In der Mitte des 19. Jahrhunderts verließen die meisten Juden aus wirtschaftlichen Gründen die Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionskriege und [[Reformation]] im 16. Jahrhundert ließen das Hotzenplotzer Ländchen nicht unberührt. Die Lehren [[Martin Luther|Luthers]] fanden auch hier Eingang und spalteten die Bevölkerung in zwei Parteien. Der erreichte Wohlstand wurde erheblich beeinträchtigt, da sich die Parteien heftig befehdeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] brachte erneute Unruhe. Söldnerheere der Kriegsparteien zogen durch das Land, plünderten und mussten verpflegt, [[Kontribution]]en und Befreiungstaxen bezahlt werden. Hotzenplotz wurde mehrfach von Truppen besetzt. Hungersnöte, Seuchen und Krankheiten brachen aus. Die Pest forderte erhebliche Opfer. Es kam zu [[Hexenverfolgung]]en. Opfer der Hexenprozesse wurde neben anderen [[Christoph Alois Lautner]], Pfarrer und [[Dechant]] in Hotzenplotz. Viele Einwohner waren geflohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um künftig gegen Feinde wehrhaft zu sein und sich verteidigen zu können, wurde 1656 die Bürgerliche Schützengesellschaft als ältester Verein der Stadt gegründet. In dieser Zeit der Not und des Elends wurde um 1700 die Spitzenklöppelei, aus dem Erzgebirge stammend, eingeführt. Die Stadt erholte sich nur langsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotzen 02.JPG|mini|Stadtplan von 1728]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlesische Kriege|Schlesischen Kriege]] und der kurz darauf folgende [[Bayerischer Erbfolgekrieg|Bayerische Erbfolgekrieg]] überzogen das Land mit neuem Unheil. [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich der Große]] überfiel [[Schlesien]], dessen [[Herzogtümer in Schlesien]] sich zwischen 1289 und 1369 als ein Lehen unter die [[Länder der Böhmischen Krone|Krone Böhmen]] begaben, die ab 1526 die [[Habsburg]]ern innehatten. Auch die Enklave Hotzenplotz wurde von preußischen Truppen wiederholt besetzt. Es kam zur Ausbeutung der Bevölkerung durch enorme Lasten, denn die Heere beider Kriegsparteien und deren Hilfstruppen mussten untergebracht und verpflegt werden. Pferde und Fuhrwerke waren zu stellen. Bei Widerstand kam es zu Plünderung, Brandschatzung und weiteren Kontributionen. Trotz dieser Schwierigkeiten war es dem Franziskanerpater Petrus Regalati durch Spenden möglich, 1767–1768 die Nikolaikapelle zu einer Kirche neu aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzherzogin [[Maria Theresia]] musste in ihrer Eigenschaft als Königin von Böhmen schließlich den größten Teil Schlesiens und die [[Grafschaft Glatz]] an Preußen abtreten. Nur ein kleiner Teil, das spätere [[Österreichisch-Schlesien]], zu dem auch die Enklave Hotzenplotz gehörte, verblieb 1742 bei der Habsburgermonarchie. Diese Grenzziehung blieb bis in die jüngste Zeit erhalten und war von erheblichem wirtschaftlichen Nachteil für die Stadt, verlor sie doch dadurch einen großen Teil ihres natürlichen Wirtschaftsraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Napoleonische Kriege|Napoleonischen Kriege]] des 19. Jahrhunderts zwischen Deutschen, Franzosen und Österreichern bis zum Ersten Weltkrieg berührten die Gegend nicht. Trotz hoher Steuern und Abgaben waren diese Kriege mit denen früherer Zeiten nicht zu vergleichen. Im Rahmen der Verwaltungsreformen unter Maria Theresia und deren Sohn [[Joseph II.]] blühten Handel, Handwerk und Landwirtschaft auf. Die Abschaffung der [[Robotpflicht]] im Jahre 1848 trug dazu erheblich bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden ein Bezirksgericht, Steueramt, Zollamt, Eichamt, Post- und Telegraphenamt, Volks- und Bürgerschule (1870/72), Städtische Sparkasse, Pfarramt, Spital, Stiftung für Armenpflege, Freiwillige Feuerwehr, Schießstätte, Spitzenklöppelei, landwirtschaftliche Berufsschule (1908), Jahr- und Viehmärkte. Die Zuckerfabrik nahm ihren Betrieb 1858 auf; die [[Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha|Schmalspurbahn Hotzenplotz–Röwersdorf]] wurde 1898 in Dienst gestellt. Eine neue Wasserleitung wurde verlegt und 1911 eine Gasanstalt gebaut. Die geplante Errichtung einer Zündholzfabrik und einer Knopffabrik konnte nicht verwirklicht werden. Auch das kulturelle und das Vereinsleben blühten auf. Es entstanden ein Bezirkslehrerverein, Männergesangverein, Gemischter Chor, Schützenverein, Veteranenverein, Eislaufverein, Turnverein, Christlicher Jugendbund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grußkarte 1898.jpg|mini|Eine Grußkarte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1880 hatte Hotzenplotz 4012 Einwohner. Danach nahm die Bevölkerungszahl ab. Als Folge der Grenzziehung zum benachbarten [[Oberschlesien]] wurde die neue Bahnlinie auf preußischer Seite um Hotzenplotz herumgeführt; die Schmalspurbahn Hotzenplotz–Röwersdorf konnte dies nicht ausgleichen. Die wirtschaftliche Entwicklung war davon betroffen; viele junge Leute mussten Arbeit auswärts suchen oder wanderten für immer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden fast alle Männer von 18 bis über 50 Jahren zu den Waffen gerufen. Viele von ihnen kehrten nicht mehr zurück. 1918 zerfiel die k.u.k. Monarchie. Die Beziehungen nach Wien rissen ab, auch die Grenze zu Schlesien wurde stärker spürbar. Die 1850 gegründete Zuckerfabrik war bis 1920 der größte Arbeitgeber der Stadt, danach wurde der Betrieb nach [[Zülz]] und [[Oberglogau]] ins benachbarte Oberschlesien verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gründung der [[Tschechoslowakei]] 1918 nach Kriegsende war die Prager Regierung bestrebt, die öffentliche Verwaltung durch tschechische Grenzbeamte, Gendarmen, Staatspolizei, Postbeamte zu besetzen. Von den Deutschen wurde erwartet, dass sie die tschechische Sprache erlernten. Eine enorme Belastung war auch die große Arbeitslosigkeit während der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre, die zum größten Teil deutsche Arbeitnehmer betraf. Die Einwohnerzahl ging durch Abwanderung auf etwa 2500 zurück; die Jüdische Gemeinde verschwand fast völlig. Die alte baufällige Synagoge wurde abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Vollzug des [[Münchner Abkommen]]s nahmen 1938 deutsche Truppen die Stadt in Besitz und wurden als Befreier begrüßt. Die Grenze zu Schlesien wurde aufgehoben, und es kam Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft auf. Die Stadt im [[Landkreis Jägerndorf]] musste während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] Umsiedler aus den besetzten Gebieten [[Wolhynien]] und [[Bessarabien]] aufnehmen. Ebenso wurden luftkriegsgeschädigte und -gefährdete Frauen, Kinder und alte Menschen aus Berlin, Hamburg und dem Ruhrgebiet einquartiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1945 gehörte die Stadt Hotzenplotz zum [[Landkreis Jägerndorf]] im [[Reichsgau Sudetenland]], [[Regierungsbezirk Troppau]], des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Osoblaha po valce.jpg|mini|hochkant|Zerstörte Pfarrkirche]]&lt;br /&gt;
Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kamen zu Beginn des Jahres 1945 die vor der näherrückenden Front flüchtenden Menschen aus Oberschlesien mit Pferde- und Ochsengespannen in die Stadt. Am 17. März 1945 stand die [[Rote Armee]] vor Hotzenplotz. Fast alle Einwohner der Stadt flohen über den Galgenberg und [[Sádek (Dívčí Hrad)|Zottig]] in Richtung [[Altvatergebirge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hotzenplotz war hart umkämpft, mehrfach wechselten die Besatzer. Bei einer Panzerschlacht wurden etwa 200 sowjetische Panzer vernichtet. Am 21. März besetzte die Rote Armee Hotzenplotz endgültig. Was nicht durch Artillerie zerstört war, wurde Opfer eines Brandes. Die Fronten hielten sich am Zottiger Berg bis zum 7. Mai 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai und Juni 1945 kehrte die nach Nordmähren und ins Altvatergebiet geflohene Bevölkerung nach und nach in die zerstörte Stadt zurück. Die meisten Häuser waren nicht mehr bewohnbar; vielfach wurden Quartiere in den Trümmern eingerichtet. Nach Kriegsende wurden alle männlichen deutschen Personen von 14 bis 60 Jahren zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie kamen in die Kohlenbergwerke nach Ostrava oder ins tschechische Landesinnere. Im Frühjahr 1946 begann die [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei|Vertreibung]] der deutschen Bevölkerung aus Osoblaha. In [[Viehwaggon]]s mit jeweils 40 Personen gingen bis zum Herbst 1946 Transporte von Jägerndorf ([[Krnov]]) aus nach Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum der Stadt wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört. Am Eingang zum [[Ring (Marktplatz)|Ring]] erinnert ein sowjetisches Abwehrgeschütz an die langen Kämpfe und den Sieg der Roten Armee über die Wehrmacht. Die Ruine der [[Pfarrkirche]] mit dem [[Patrozinium]] der [[Maria Magdalena]] wurde 1962 gesprengt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demographie ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungsentwicklung&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
! Anmerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1834 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| 3558 || deutsche Einwohner, davon 2971 Katholiken und 587 Juden&amp;lt;ref&amp;gt;[[Faustin Ens]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1837, S. 126 ([https://books.google.it/books?id=kVxTAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA126 books.google.it]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1857 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| 3000 || &amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Kořistka|Carl Kořistka]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen&amp;#039;&amp;#039;. Wien und Olmütz 1861, S. 268–269 ([https://books.google.de/books?id=WuZFAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA268 books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| 3199 || deutsche Einwohner&amp;lt;ref&amp;gt;{{Meyers-1905 |Band=9 |Seite=587 |Lemma=Hotzenplotz |zenoID=20006793967}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1930 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| 2237 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;MR&amp;quot;&amp;gt;{{Verwaltungsgeschichte.de|pfad=sud_jaegerndorf.html#ew39jaeghotzenplotz|name=Landkreis Jägerndorf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1939 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| 2138 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;MR&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947 ||style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| {{0}}421 ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung ==&lt;br /&gt;
Für die Stadt Osoblaha sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Osoblaha (&amp;#039;&amp;#039;Hotzenplotz&amp;#039;&amp;#039;) und [[Studnice (Osoblaha)|Studnice]] (&amp;#039;&amp;#039;Stubendorf&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralgemeinden Osoblaha (1648 ha) und Studnice u Osoblahy (177 ha).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotzenplotzer Eisenbahn.JPG|mini|Hotzenplotzer Eisenbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Jüdischer Friedhof (Osoblaha)|Jüdischer Friedhof]] mit Gräbern aus dem 17. Jahrhundert, der an die Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert grenzt. Er steht unter [[Denkmalschutz]].&lt;br /&gt;
* [[Barock]]kirche des [[Nikolaus von Myra|hl. Nikolaus]] am Friedhof.&lt;br /&gt;
* Zwischen Osoblaha (&amp;#039;&amp;#039;Hotzenplotz&amp;#039;&amp;#039;) und [[Třemešná]] (&amp;#039;&amp;#039;Röwersdorf&amp;#039;&amp;#039;) verkehrt seit 1898 eine [[Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha|Schmalspurbahn]] mit einer Spurweite von 760&amp;amp;nbsp;mm. Diese ist die einzige vom tschechischen Staatsbahnunternehmen [[České dráhy]] betriebene Schmalspurbahnstrecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;150&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
16.05.13 Osoblaha 705.914.jpg|Bahnhof Osoblaha (2013)&lt;br /&gt;
Osoblaha juedischer Friedhof.jpg|Jüdischer Friedhof&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturreservate ==&lt;br /&gt;
Bei Osoblaha liegt das Naturreservat [[Velký Pavlovický rybník]]. Im Naturreservat „Dschungel“ befindet sich ein Teil des Urwaldes [[Lužní]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Gemeinde ==&lt;br /&gt;
* [[Franz Xaver Johann Richter]] (1783–1856), Historiker und Bibliothekar&lt;br /&gt;
* [[Berthold Englisch]] (1851–1897), Schachmeister&lt;br /&gt;
* [[Oskar Gutwinski]] (1873–1932), Gesenke-Bergbewohner („der Alte vom Berge“) und Ski-Pionier&lt;br /&gt;
* [[Reinfried Keilich]] (1938–2016), Schauspieler, Autor und Dramaturg&lt;br /&gt;
* [[Diether Heisig]] (* 1938), Bildhauer und Architekt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Chronologisch gereiht nach Geburtsjahr --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Edwart Richter]] (1821–1898), Chronist der Mährischen Enklave Hotzenplotz&lt;br /&gt;
* [[Adolf Meese]] (1830–1912), Altbürgermeister und Ehrenbürger von Hotzenplotz, Präsident der Zuckerfabrik AG&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Grünn]] (1853–1930), Präsident der Hotzenplotzer Zuckerfabrik A.G.&lt;br /&gt;
* [[Oswald Hillebrand]] (1879–1926), Politiker&lt;br /&gt;
* [[Josef Walter König]] (1923–2007), Schriftsteller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;#039;&amp;#039;Räuber Hotzenplotz&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
[[Otfried Preußler]] benannte seine Romanfigur [[Räuber Hotzenplotz]] nach dem Ort, da ihm dessen Name schon als Kind begegnete, dabei einen starken Eindruck auf ihn machte und stets in Erinnerung geblieben war. Im Gespräch mit [[Frank Schirrmacher]] erzählte Preußler:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich komme vom Kasperltheater. Dort hat der Räuber keinen Namen und braucht auch keinen. Aber um von einem Räuber eine Geschichte zu erzählen, sollte er schon einen Namen haben. Ich habe eine lange Liste gemacht, von Pistolinski und Pistolatzki bis zum Raubmörder Karasek, der in [[Liberec|Reichenberg]] gehängt worden ist. Plötzlich war der Name da. Ich stamme aus Deutsch-Böhmen, und wir haben in der Heimatkunde natürlich auch von dem Flüßchen und dem Städtchen Hotzenplotz im mährischen Schlesien gehört. Plötzlich waren die elf Buchstaben da, und ich wußte, das ist es.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Otfried Preußler: &amp;#039;&amp;#039;Ich will nicht die Welt verändern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 2003 ([https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/otfried-preussler-ich-will-nicht-die-welt-veraendern-ich-will-geschichten-erzaehlen-16650.html faz.net]), abgerufen am 4. Juli 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{MerianTopo |Titel=Hotzeplotz |Band=11 |Seite=152}}&lt;br /&gt;
* [[Faustin Ens]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten&amp;#039;&amp;#039;. Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise&amp;#039;&amp;#039;, Wien 1837, S. 125–131 ([https://books.google.it/books?id=kVxTAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA125 books.google.it]).&lt;br /&gt;
* Josef Chowanetz, Alois Wurst: &amp;#039;&amp;#039;Der Hotzenplotzer Schulbezirk.&amp;#039;&amp;#039; Damasko, 1890.&lt;br /&gt;
* Adolf Christ: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Hotzenplotz.&amp;#039;&amp;#039; Hotzenplotz 1926.&lt;br /&gt;
* Adolf Christ: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Bezirkes Hotzenplotz (Mährische Enklave).&amp;#039;&amp;#039; Hotzenplotz (um 1930).&lt;br /&gt;
* Franz Blaschke: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungsblätter. Herausgegeben anläßlich des 10. Jahrestages der Zerstörung und der Siebenhundertjahrfeier der Gründung der Stadt und Enklave Hotzenplotz.&amp;#039;&amp;#039; Sparneck 1955.&lt;br /&gt;
* Heimo Biedermann: &amp;#039;&amp;#039;Pfarrbriefe für das Dekanat Hotzenplotz und Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; 1946–1970, ISBN 3-88347-231-X.&lt;br /&gt;
* Jaroslav Klenovský: &amp;#039;&amp;#039;Židovská obec v Osoblaze&amp;#039;&amp;#039; (Jüdische Gemeinde in Hotzenplotz). Židovská obec, Olomouc 1995.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm J. Wagner (Kartograf)|Wilhelm J. Wagner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildatlas der deutschen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Chronik-Verlag, Gütersloh 1999.&lt;br /&gt;
* Vladan Hruška: &amp;#039;&amp;#039;Udržitelný rozvoj venkovské krajiny v rozdílných přírodních a sociálních podmínkách&amp;#039;&amp;#039; (Nachhaltige Entwicklung der ländlichen Regionen unter verschiedenen natürlichen und sozialen Bedingungen), Masarykova univerzita – Přírodovědecká fakulta – Sekce věd o Zemi – Geografický ústav, Brno 2007 ([http://is.muni.cz/th/77799/ is.muni.cz]).&lt;br /&gt;
* Jaromír Balla: &amp;#039;&amp;#039;Osoblažsko oknem úzkokolejky: loupežník Hotzenplotz průvodcem svým krajem&amp;#039;&amp;#039; (Durch das Fenster der Hotzenplotzer Schmalspurbahn: Räuber Hotzenplotz als Führer in seiner Region). Advertis, Krnov 2010, ISBN 978-80-900907-2-9.&lt;br /&gt;
* Radim Lokoč, Ondřej Dovala, Petr Chroust, Miroslav Přasličák: &amp;#039;&amp;#039;Ovoce Opavska, Krnovska a Osoblažska&amp;#039;&amp;#039; ([http://www.ovocne-stezky.cz/4web/soubory/Ovoce%20Opavska%20Krnovska%20a%20Osoblazska_KeStazeni_72dpi.pdf ovocne-stezky.cz] PDF; 10,2&amp;amp;nbsp;MB, Die Obstkultur in den Landkreisen Troppau, Jägerndorf und Hotzenplotz). Místní akční skupina Opavsko und Místní akční skupina Rozvoj Krnovska, Opava 2011, ISBN 978-80-254-5803-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Osoblaha}}&lt;br /&gt;
* [https://www.osoblaha.cz/ Website von Osoblaha] (tschechisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.markusworldwide.ch/Railways/CzechRepublic/CD/TremesnaOsoblaha/TremesnaOsoblahaGallery1.htm Schmalspurbahn Třemešná–Osoblaha]&lt;br /&gt;
* Philipp Eichhoff: [https://inaltenundneuenstaedten.wordpress.com/2020/03/12/osoblaha/ &amp;#039;&amp;#039;Osoblaha&amp;#039;&amp;#039;], erschienen im Blog &amp;#039;&amp;#039;In alten und neuen Städten&amp;#039;&amp;#039;, 12. März 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Okres Bruntál}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4479456-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osoblaha| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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