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	<title>Ortasee - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<updated>2026-04-17T11:09:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox See&lt;br /&gt;
|NAME = Ortasee&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAME = Lago d’Orta&lt;br /&gt;
|BILD = Quarnas 26.10.2013 12-37-14.JPG&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG = Lago d’Orta, Blick von Norden&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD = 45/48/46.23/N&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD = 8/23/44.15/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO = IT-21&lt;br /&gt;
|LAGE = [[Piemont]]&lt;br /&gt;
|ZUFLUSS = [[Pescone]], Bergbäche, unterirdische Quellen&lt;br /&gt;
|ABFLUSS = [[Nigoglia]] → [[Strona (Fluss)|Strona]] → [[Toce]] → [[Ticino (Fluss)|Ticino]] → [[Po (Fluss)|Po]]&lt;br /&gt;
|UFERORT = [[Gozzano]], [[Orta San Giulio]], [[Pettenasco]], [[Omegna]]&lt;br /&gt;
|NAHERORT = &lt;br /&gt;
|HÖHE = 290&lt;br /&gt;
|HÖHE-BEZUG=IT&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-HÖHE = &lt;br /&gt;
|FLÄCHE = 18.2&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-FLÄCHE = &lt;br /&gt;
|SEELÄNGE = 13.4&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-SEELÄNGE = &lt;br /&gt;
|SEEBREITE = 2.5&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-SEEBREITE = &lt;br /&gt;
|VOLUMEN = &lt;br /&gt;
|UMFANG = &lt;br /&gt;
|MAX-TIEFE = 143&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-MAX-TIEFE = &lt;br /&gt;
|MED-TIEFE = 70.3&lt;br /&gt;
|NACHWEIS-MED-TIEFE = &lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ortasee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{itS|&amp;#039;&amp;#039;Lago d’Orta&amp;#039;&amp;#039;}}, oder &amp;#039;&amp;#039;{{lang|it|Cusio}}&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Oberitalienische Seen|oberitalienischer See]] in der [[Norditalien|norditalienischen]] Region [[Piemont]]. Er liegt etwa 23 km westlich des [[Lago Maggiore]] und gehört teils zur [[Provinz Verbano-Cusio-Ossola]] und teils zur [[Provinz Novara]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:South Alpine lakes.png|mini|Italienische Gletscherseen mit Höhe des Wasserspiegels und Höhe des tiefsten Punktes (jeweils über/unter dem Meeresspiegel)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:LagoOrtaMadonnaSasso.jpg|mini|Blick über den Ortasee, südlicher Teil, von Madonna Sasso]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Omegna 26.10.2013 17-59-42.JPG|mini|Blick über den Ortasee, nördlicher Teil, von Omegna]]&lt;br /&gt;
Entstanden ist der [[Fjordsee]] durch die [[Erosion (Geologie)|Erosion]], die ein Gletscher im bereits bestehenden Flussbett an dieser Stelle bewirkte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Der See ist der westlichste der italienischen Gletscherseen. Er liegt in Norditalien, etwa 87 km nordwestlich von [[Mailand]]. Der See liegt im westlichen Einzugsgebiet des [[Lago Maggiore]]. Während der See auf drei Seiten von Bergen umgeben ist, geht er im Norden in das [[Ossolatal|Val d’Ossola]] über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt; Die Seehöhe liegt 290 Meter über dem [[Meeresspiegel]] (metri sul livello del mare).&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon54&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestalt ===&lt;br /&gt;
Der See und sein Einzugsbereich verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Der Orta bedeckt bei 13,4&amp;amp;nbsp;km Länge und 2,5&amp;amp;nbsp;km Breite eine Fläche von 18,136&amp;amp;nbsp;km². Gemessen an seinem Volumen von 1286 × 10&amp;lt;sup&amp;gt;6&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;m³ und einer größten Tiefe von 143&amp;amp;nbsp;m ist er in beiden Kategorien der siebtgrößte See Italiens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt; Seine durchschnittliche Tiefe beträgt 70,3&amp;amp;nbsp;m. Im See sind drei Becken, die von Süden nach Norden jeweils tiefer werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon54&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grund und Ufer bestehen vor allem aus [[Gneis]], [[Glimmerschiefer]] und [[Granit]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Insel ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Isola San Giulio}}&lt;br /&gt;
In der Mitte des Sees liegt die bewohnte [[Insel]] [[Isola San Giulio]], benannt nach dem griechischen [[Diakon]] [[Julius von Novara|Julius]], der hier am Ende des 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts lebte und eine kleine Kirche errichtete. Die Insel hat eine Länge von 275&amp;amp;nbsp;m und eine Breite von 143&amp;amp;nbsp;m sowie einen Umfang von etwa 700&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra62&amp;quot;&amp;gt;Graffiche Reggiori: &amp;#039;&amp;#039;Der Ortasee&amp;#039;&amp;#039;, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der Insel liegt der historische Ursprung der Besiedlung. Im Mittelalter beherbergte sie vermutlich einen Sitz der Bischöfe von Novara und war als Festung ausgebaut. Später war sie sicher deren Sommerresidenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra62&amp;quot; /&amp;gt; Die kleine Insel ist dicht mit historischen Bauten bebaut. Auf der Insel thronen eine mittelalterliche Basilika, die [[Basilica di San Giulio]], ein Nonnenkloster, die [[Abtei Mater Ecclesiae]] und ein Glockenturm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;per&amp;quot;&amp;gt;Anthony Peregrine: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.telegraph.co.uk/travel/destinations/europe/italy/7652977/Lake-Maggiore-Beauty-and-the-bath-taps.html Lake Maggiore: Beauty and the bath taps.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Daily Telegraph.&amp;#039;&amp;#039; 3. Mai 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ufer ===&lt;br /&gt;
Der See wird nordöstlich durch den 1491&amp;amp;nbsp;m hohen [[Mottarone]] vom Lago Maggiore getrennt. Die Bergkette [[Valsesia]] begrenzt den See nach Westen hin. An den Bergen stehen in tieferen Lagen [[Edelkastanie]]n- und [[Rotbuchenwald|Buchenwälder]], in höheren Lagen [[Tannenwald|Tannen-]] und [[Fichtenwald|Fichtenwälder]]. Das Klima ist mild, insbesondere am windgeschützten Südostufer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra19&amp;quot; /&amp;gt; Die den Orta umgebenden Berge gehören zur Gruppe der [[Alpi Cusiane]]. Diese umfassen im Osten zwischen Ortasee und Lago Maggiore den Mottarone und seine Nebengipfel und reichen im Westen bis zum Valsesia. Zu den Gipfeln direkt am See gehören neben dem Mottarone und seinen Nebengipfeln auf der Ostseite noch auf der Westseite der &amp;#039;&amp;#039;Monte Mazzone&amp;#039;&amp;#039; (1234&amp;amp;nbsp;m), der Monte Trevigno (1117&amp;amp;nbsp;m), der Monte Avigno (1136&amp;amp;nbsp;m). Höchster Punkt des Einzugsgebiets vom Ortasee ist der &amp;#039;&amp;#039;Monte Croce&amp;#039;&amp;#039; (1644&amp;amp;nbsp;m) westlich vom Omegna; überragender Punkt des Panoramas ist der nahe gelegene [[Monte Rosa]] mit 4634&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hydrographie ===&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche [[Wassererneuerungszeit|Verweildauer]] des Wassers in dem See beträgt 10,7 Jahre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt; Die Hauptströmung im See verläuft gegen den Uhrzeigersinn. Am Westufer des Sees läuft eine Strömung von Norden nach Süden, während am Ostufer eine gegenläufige Strömung nach Norden besteht. Diese Strömungen können sich allerdings zeitweise umkehren, so dass die Strömungsrichtung im See dann im Uhrzeigersinn ist. Teilweise verlaufen auch Strömungen in tieferen Wasserschichten anders als an der Oberfläche, wobei generell das Oberflächenwasser eher nach Norden und Wasser in tieferen Schichten eher nach Süden strömt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sch&amp;quot;&amp;gt;C. Bonacipa u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Lake Orta: Recovery after the adoption of restauration plans.&amp;#039;&amp;#039; In: N. W. Schmidtke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Toxic Contamination in Large Lakes.&amp;#039;&amp;#039; CRC Press, 1988, ISBN 0-87371-090-8, S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 15&amp;amp;nbsp;°Celsius, das Minimum im Jahr sind dabei 6&amp;amp;nbsp;°C, das Maximum 25&amp;amp;nbsp;°C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dei&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zu- und Abflüsse ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pescone alla foce.jpg|mini|Der Pescone in Pettenasco nahe der Mündung in den Orta]]&lt;br /&gt;
Im Süden verhindert eine Endmoräne den Abfluss nach Süden. Er ist damit der einzige See in Norditalien, der nach Norden abfließt – allerdings liegt auch der Ausfluss des [[Luganersee]]s nicht im Süden. Das Wasser ergießt sich in den Bach [[Nigoglia]], der nach einem Kilometer in die [[Strona (Fluss)|Strona]] einmündet, die wieder in den [[Toce]] fließt. Dieser wiederum mündet in den Lago Maggiore.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den See fließen sechs größere Bäche: Bagnella, Acqualba, Pellino, Pellesina und Lagna fließen am Westufer in den See, der Fluss [[Pescone]] im Osten. Dazu kommen zahlreiche kleinere Wildbäche von den benachbarten Bergen&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt; und Quellen, die unter dem Seespiegel liegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra19&amp;quot;&amp;gt;Graffiche Reggiori: &amp;#039;&amp;#039;Der Ortasee.&amp;#039;&amp;#039; S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Einzugsgebiet]] des Sees beträgt 116&amp;amp;nbsp;km² und hat eine durchschnittliche Höhe von 650&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon54&amp;quot;&amp;gt;Carla Bonacina: &amp;#039;&amp;#039;Lake Orta: the undermining of an ecosystem.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J. Limnol.&amp;#039;&amp;#039; 60(1), 2001, S.&amp;amp;nbsp;53–59, hier S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Neben der Bezeichnung „Lago d’Orta“ trägt der See im Italienischen auch den Namen &amp;#039;&amp;#039;Cusio&amp;#039;&amp;#039;. Dieser ist erst im 19. Jahrhundert aufgekommen; ob er in römischer Zeit bereits Cusius hieß, ist unbekannt. Im Mittelalter hieß er Lago di San Giulio, seinen Namen als Lago d’Orta trägt er etwa seit dem 16. Jahrhundert. In [[Mailand]] wird er auch &amp;#039;&amp;#039;Cenerentola&amp;#039;&amp;#039; (Aschenputtel) genannt, da er außerhalb Mailands bei Touristen kaum bekannt ist und diese sich auf die größeren italienischen Seen konzentrieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;doc&amp;quot;&amp;gt;[[Edward Docx]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.theguardian.com/travel/2012/mar/09/italy-lake-orta-unspoilt Orta: the Italian lake tourists haven’t discovered.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Guardian.&amp;#039;&amp;#039; 9. März 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Name Cusio dient nicht nur zur Bezeichnung des Sees, sondern oft wird damit auch die umliegende Gegend gemeint. So heißt die Provinz, in der der Orta liegt, &amp;#039;&amp;#039;Verbano-Cusio-Ossola&amp;#039;&amp;#039;, die Berge um den Orta sind die &amp;#039;&amp;#039;Alpi Cusiane.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
{{Panorama|Croce di Egro.jpeg|1000|Blick von Egro aus|60%|dir=Ost}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Sage ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Aus der [[Bronzezeit]] finden sich Besiedlungsspuren von Siedlungen, die auf Tiefgründungen im Wasser angelegt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rin431431&amp;quot;&amp;gt;Trudy Ring u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Southern Europe: International Dictionary of Historic Places.&amp;#039;&amp;#039; S. 431.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gegend des Ortasees wurde schon zu prähistorischen Zeiten von Stämmen aus Mitteleuropa, [[Gallier]]n und [[Kelten]] bewohnt. Die Kolonisierung durch [[Rom]] war langsam und mühsam und wurde erst in der Zeit des [[Römisches Reich|Römischen Reiches]] vollendet. Die Gegend war in der Zeit des römischen Reiches dünn besiedelt. Seit [[Septimius Severus]] führte eine Straße, die &amp;#039;&amp;#039;Septima&amp;#039;&amp;#039; von [[Genua]] aus, am Ostufer des Sees Richtung Simplon und [[Brig]]. Vermutlich waren auch am See einzelne Militärstationen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra19&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Legende nach wurde Ende des 4. Jahrhunderts das [[Christentum]] eingeführt. Die griechischen Brüder Julius &amp;#039;&amp;#039;(Giulio)&amp;#039;&amp;#039; und Julian aus [[Ägina]] kamen in die Gegend und zerstörten mit Einverständnis des Kaisers [[Theodosius I.|Theodosius]] alle heidnischen Tempel, um an ihrer Stelle Kirchen zu bauen. Als sie 99 Kirchen errichtet hatten, wollten sie die Hundertste bauen, in der sie auch begraben werden wollten. Julius ließ seinen Bruder in [[Gozzano]] zurück, einer Ortschaft am südlichen Ufer des Sees, und machte sich auf den Weg nach Norden. Sein Ziel war eine kleine unbewohnte Insel auf dem See, die von Schlangen und Drachen heimgesucht war. Er breitete seinen Mantel auf dem See aus und erreichte die Insel, vertrieb die Schlangen und Drachen und baute dort seine hundertste Kirche ungefähr an der gleichen Stelle, wo die [[Basilika (Bautyp)|Basilika]] von San Giulio heute ist. 392 wurde er dort begraben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra20&amp;quot;&amp;gt;Graffiche Reggiori: &amp;#039;&amp;#039;Der Ortasee.&amp;#039;&amp;#039; S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seit dem Mittelalter bis zur Neuzeit ===&lt;br /&gt;
575 teilten die [[Langobarden]] das Reich in Herzogtümer. [[Mimulf]] wurde Herzog der Gegend und wurde beauftragt, die Region gegen die [[Franken (Volk)|Franken]] zu verteidigen. Als die Franken trotzdem den [[Simplonpass|Simplon]] überschritten, wurde Mimulf von [[Agilulf (Langobarde)|Agilulf]] enthauptet. Aus der Zeit des 6. Jahrhunderts sind archäologisch Verteidigungsanlagen – oft über spätrömischen Fundamenten – in den meisten Orten am Ortasee gesichert. Besonders die Isola San Giulio war stark gesichert und diente als Festung in den Machtauseinandersetzungen des Spätmittelalters.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra20&amp;quot; /&amp;gt; 957 wurde die Insel zum ersten Mal belagert. Kaiser [[Otto I. (HRR)|Otto&amp;amp;nbsp;I.]] belagerte die Insel, auf der sich [[Willa von Tuszien|Königin Willa]] aufhielt. Nach zwei Monaten ergab sich die Königin. Ihr wurde das Leben gewährt und erlaubt, ihren Mann [[Berengar II.|Berengar]] in der [[Burg S. Leo]] zu besuchen. Während der Belagerung wurde auf der Insel [[Guglielmo da Volpiano]] geboren, der später Abt von [[Dijon]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Zeit der [[Karolinger]] ist gesichert, dass Orta San Giulio zum [[Bistum Novara]] gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra20&amp;quot; /&amp;gt; Durch Schenkungen der deutschen Kaiser bis zu [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich&amp;amp;nbsp;I.]] erlangte der Bischof die Herrschaft über das gesamte Ufer bis auf [[Omegna]], die er – bis auf kurze Unterbrechungen – bis Anfang des 19. Jahrhunderts behielt. Omegna gehörte zur Stadt [[Novara]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra23&amp;quot;&amp;gt;Graffiche Reggiori: &amp;#039;&amp;#039;Der Ortasee.&amp;#039;&amp;#039; S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Riviera d’Orta&amp;#039;&amp;#039; wurde fast ein unabhängiger Staat mit eigenen Gesetzen und einer Regierung, die von einem von den Bischöfen ernannten Schlossherrn geführt wurde. Die einzelnen Gemeinden hatten eine große Autonomie. Die Gegend blieb vergleichsweise dünn besiedelt. Die Menschen lebten vor allem von Landwirtschaft und Fischerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seit dem 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Juicy Salif - 78365.jpg|mini|hochkant|Die Juicy Salif von Alessi]]&lt;br /&gt;
In der Zeit der französischen [[Cisalpinische Republik|Cisalpinischen Republik]] gehörte die Riviera d’Orta dem Departement Agogna mit der Hauptstadt Novara an und war dann Teil des [[Königreich Italien (1805–1814)|Ersten italienischen Königreichs]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;gra26&amp;quot;&amp;gt;Graffiche Reggiori: &amp;#039;&amp;#039;Der Ortasee.&amp;#039;&amp;#039; S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1861 wird die Riviera Teil des italienischen Königreiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung setzte am Ortasee in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Die Straße von Orta nach Gozzano am Südufer wird von 1840 bis 1844 ausgebaut. Im Jahr 1851 beginnt der aus Deutschland zurückgekehrte [[Carlo Calderoni]] mit der Produktion von Haushaltswaren aus [[Messing]] und mit Zinnüberzug und dann Besteck aus Messing und Silber. Baldessare Cane ging 1853 nach Paris und siedelte sich danach in Omegna an, wo er die erste kleine Fabrik eröffnete: er begann mit der Verarbeitung von Zinn, Blei und Messing, bevor seine Fabrik bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ein Aluminiumverarbeiter wurde. Die beiden fanden zahlreiche Nachahmer – teilweise ehemalige Mitarbeiter – die in Omegna ein Zentrum der Metallverarbeitung etablierten. 1919 schlossen sich sechs Metallarbeiter zur Kooperative &amp;#039;&amp;#039;La Subalpina&amp;#039;&amp;#039; zusammen, aus der später [[Girmi]] wurde. [[Alfonso Bialetti|Bialetti]] nahm 1919 die Produktion auf, 1921 etablierte die [[Alessi (Design)|Alessi]]-Familie eine erste kleine Fabrik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;alb95&amp;quot; /&amp;gt; [[Lagostina]] begann 1901 mit der Produktion von Haushaltswaren aus Metall. Ihre Pfannen mit Aluminiumboden brachten es 1933 zu einem Eintrag im Katalog des [[MoMA]], weltweit bekannt wurde das Unternehmen dann durch die Entwicklung von [[Schnellkochtopf|Schnellkochtöpfen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;alb96&amp;quot;&amp;gt;Fernando G. Alberti: &amp;#039;&amp;#039; Entrepreneurial Growth in Industrial Districts: Four Italian Cases.&amp;#039;&amp;#039; Edward Elgar Publishing, 2014, ISBN 978-1-78100-770-9, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1864 entstand die Eisenbahnlinie Novara–Gozzano und von 1884 bis 1888 entstand die Eisenbahnlinie zwischen Orta und [[Domodossola]]; ab 1880 existierte eine Seeschifffahrt für Frachtgüter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit des Zweiten Weltkriegs bildete sich eine Partisanengruppe unter [[Filipe Beltrami]], die vor allem an den Berghängen am Ortasee aktiv war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haushaltswarenindustrie am See erreichte ihren Höhepunkt in den 1970er Jahren. Seitdem sorgte insbesondere die zunehmende Konkurrenz aus Asien, dass einige von Großkonzernen aufgekauft wurden oder ihr Geschäftsmodell änderten und sich beispielsweise auf das Marketing konzentrierten und die Produktion [[Outsourcing|auslagerten]]. Andere verlegten sich vor allem auf hochpreisige Produkte oder wurden Zulieferer für andere Unternehmen. Trotzdem ist am Ortasee weiterhin ein Zentrum der Herstellung von Haushaltswaren, Armaturen und Ventilen. 2006 beschäftigten 180 Unternehmen der Haushaltswarenindustrie 2000 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von 300 Millionen Euro.&amp;lt;ref name=&amp;quot;alb96&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flora und Fauna ==&lt;br /&gt;
Flora und Fauna des Sees haben sich im 20. Jahrhundert drastisch gewandelt. Bis 1927 war der See bekannt für seine reichen Vorkommen an Wasserleben. Es gab etwa 150 Algenarten und zahlreiche Rädertiere und vor allem Wasserflöhe. Forellen, Karpfen, Schleien, Aale und Hechte waren häufig und wurden kommerziell befischt. Das 1910 eingeführte [[Bodenseefelchen]] entwickelte sich rasch zur kommerziell wichtigsten Art im See.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon104&amp;quot;&amp;gt;C. Bonacina u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Lake Orta: Recovery after the adoption of restauration plans.&amp;#039;&amp;#039; In: N.&amp;amp;nbsp;W. Schmidtke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Toxic Contamination in Large Lakes.&amp;#039;&amp;#039; CRC Press, 1988, ISBN 0-87371-090-8, S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1927 bis 1986 leitete die am Südufer in [[Gozzano]] ansässige [[Kunstseide]]fabrik von [[J. P. Bemberg]] ihre Abwässer in den See, die große Mengen [[Kupfer]] und [[Ammoniumsulfat]] in den See brachten. Das Kupfer vergiftete das [[Phytoplankton]], was dann zum Sterben des Zooplanktons und schließlich der Fische führte. Die Nahrungskette brach zusammen, was zum Verschwinden von Phytoplankton, [[Zooplankton]] und Fischen führte. Bereits 1929 fanden sich keine Fische mehr im See, er wurde als tot beschrieben. Dieser Prozess verlief nicht ohne Streit zwischen den Fabrikarbeitern, die eine neue Arbeit gefunden hatten, und den Fischern, die ihre Lebensgrundlage verloren, bis die Fabrik alle ehemaligen Fischer als Fabrikarbeiter einstellte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon54&amp;quot; /&amp;gt; Die Ausbreitung von zahlreichen metallverarbeitenden Betrieben der Kleinindustrie an der Südseite des Sees verstärkte das Problem seit den 1950er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon104&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahrzehnten bildete sich eine rudimentäre biologische Gemeinschaft aus dem [[Hüpferlinge|Hüpferling]] &amp;#039;&amp;#039;[[Cyclops abyssorum]]&amp;#039;&amp;#039;, dem [[Hexathra|Rädertierchen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Hexarthra fennica]]&amp;#039;&amp;#039; (rotifer) und [[Coccomyxa]]-Grünalgen &amp;#039;&amp;#039;[[Coccomyxa minor]]&amp;#039;&amp;#039;. Seit 1956 wurde das Kupfer teilweise zurückgehalten, was zu einer Sammlung von [[Ammoniak]] im See führte. Bis in die späten 1980er Jahre hinein war der See sauer. Der [[pH-Wert]] lag zeitweise bei 4,&amp;lt;ref name=&amp;quot;dei&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://data.lter-europe.net/deims/site/LTER_EU_IT_042 Lago di Orta]&amp;#039;&amp;#039;, Deims  Repository for Research Sites and Datasets&amp;lt;/ref&amp;gt; das ist ungefähr der pH-Wert von Wein. Ab 1980 klärte Bemberg seine Abwässer, ab 1986 nahm ein Klärwerk den Betrieb auf, das Abwässer der Ortschaften am See und kleinerer Industriebetriebe klärte. Der See blieb allerdings weiterhin stark übersäuert, so dass es kaum biologisches Leben im See gab. Erst das großflächige Ausbringen von Kalk von Mai 1989 bis Juni 1990 führte zu einer Regeneration der Flora und Fauna.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot;&amp;gt;Carla Bonacina: &amp;#039;&amp;#039;Lake Orta: the undermining of an ecosystem.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J. Limnol.&amp;#039;&amp;#039; 60(1), 2001, S.&amp;amp;nbsp;53–59, hier S.&amp;amp;nbsp;53.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Behörden nutzten dazu feingemahlenen [[Dolomit (Mineral)|Dolomit]] im Äquivalent zu 18.000 Tonnen reinem [[Calciumcarbonat]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon58&amp;quot;&amp;gt;Carla Bonacina: &amp;#039;&amp;#039;Lake Orta: the undermining of an ecosystem.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J. Limnol.&amp;#039;&amp;#039; 60(1), 2001, S.&amp;amp;nbsp;53–59, hier S.&amp;amp;nbsp;58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser selbst ist mittlerweile sehr sauber. In den Sedimenten finden sich allerdings noch ernsthafte Ablagerungen von Schwermetallen. Flora und Fauna sind im See wieder reichlich vorhanden, aber noch in einer instabilen Lage. Die ersten Arten, die sich nach der Restaurierung des Sees wieder ansiedelten, waren die Rädertiere &amp;#039;&amp;#039;[[Brachionus calyciflorus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Brachionus urceolaris]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Hexarthra fennica]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Asplanchna brightwelli]]&amp;#039;&amp;#039;, gefolgt von [[Wasserflöhe]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pis&amp;quot; /&amp;gt; Fische wie Forelle, Saiblinge, Karpfen, Schleien und Aal wurden erfolgreich eingeführt und konnten sich wieder gut genug etablieren, um Sportfischerei am See zu erlauben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dei&amp;quot; /&amp;gt; 2010 wurde der [[Biologische Invasion|hochinvasive]] [[Roter Amerikanischer Sumpfkrebs|Rote Amerikanische Sumpfkrebs]] im See entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pis&amp;quot;&amp;gt;Roberta Piscia, Pietro Volta, Angela Boggero, Marina Manca: [http://aquaticinvasions.net/2011/Supplement/AI_2011_6_S1_Piscia_etal.pdf &amp;#039;&amp;#039;The invasion of Lake Orta (Italy) by the red swamp crayfish Procambarus clarkii (Girard, 1852): a new threat to an unstable environment.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Aquatic Invasions.&amp;#039;&amp;#039; Volume 6, Supplement 1, 2011, S. S45–S48.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mensch und Natur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Orta Isola San Giulio.jpg|mini|Isola San Giulio]]&lt;br /&gt;
Der See liegt in einer dünn besiedelten Gegend. Die steilen Ufer verhinderten die Bildung größerer Siedlungen. Über Jahrhunderte hinweg war die Gegend weitgehend abgeschnitten von der weiteren Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bon53&amp;quot; /&amp;gt; Drei Orte sind wichtige Zentren am See. [[Orta San Giulio]] mit der [[Isola San Giulio]] in der Mitte des Sees war das historische Zentrum und ist heute der Fokus für den Tourismus. Die Kleinstadt [[Omegna]] am nördlichen Ufer wuchs insbesondere seit dem 19. Jahrhundert und ist heute der bei Weitem größte Ort am Lago d’Orta. In Omegna siedelte sich Industrie an und die Stadt entwickelte sich zum wirtschaftlichen Zentrum des Sees. Ein dritter Ort mit historischem Ortskern direkt am See ist [[Pella (Piemont)|Pella]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund drei Kilometer südlich des Sees liegt im Hinterland die Kleinstadt [[Gozzano]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortschaften direkt am Ufer ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Orta San Giulio.jpg|mini|Orta San Giulio]]&lt;br /&gt;
* [[Orta San Giulio]] mit der Wallfahrtskirche [[Sacro Monte d’Orta]]&lt;br /&gt;
* [[Pettenasco]]&lt;br /&gt;
* [[Omegna]], mittlerweile zusammengewachsen mit den Nachbarorten [[Casale Corte Cerro]] und [[Gravellona Toce]], zusammen auch bekannt als Alto Cusio&amp;lt;ref name=&amp;quot;alb95&amp;quot;&amp;gt;Fernando G. Alberti: &amp;#039;&amp;#039; Entrepreneurial Growth in Industrial Districts: Four Italian Cases.&amp;#039;&amp;#039; Edward Elgar Publishing, 2014, ISBN 978-1-78100-770-9, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Pella (Piemont)|Pella]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortschaften an den Hängen der Berge ===&lt;br /&gt;
* [[Armeno]]&lt;br /&gt;
* [[Ameno]]&lt;br /&gt;
* [[Nonio]]&lt;br /&gt;
* [[Cesara]]&lt;br /&gt;
* [[Arola]]&lt;br /&gt;
* [[Bolzano Novarese]]&lt;br /&gt;
* [[Miasino]] mit Ortsteilen Tortirogno (am See), Carcegna und Pisogno&lt;br /&gt;
* [[Madonna del Sasso (Piemont)|Madonna del Sasso]]&lt;br /&gt;
* [[San Maurizio d’Opaglio]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehr ===&lt;br /&gt;
Die steilen Ufer erschwerten auch den Verkehr am Rande des Sees. Die Straße von Gozzano nach Orta San Giulio wurde erst um 1900 ausgebaut. Der Verkehr im und am Orta bestand lange Zeit vor allem aus privaten Booten, die über den See fuhren. 1878 begann ein öffentlicher Service mit drei Dampfschiffen, der &amp;#039;&amp;#039;Cusio&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;Mergozzolo&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Umberto I&amp;#039;&amp;#039;, der bereits 1887 durch private Anbieter ersetzt werden sollte. Diese waren wirtschaftlich nicht erfolgreich, bis 1910 mit der &amp;#039;&amp;#039;Riviera&amp;#039;&amp;#039; wieder ein öffentlich betriebenes Schiff den See überquerte. Dieser öffentliche Dienst bestand bis 1935, bis Rivieras Nachfolger &amp;#039;&amp;#039;Principe di Piemonte&amp;#039;&amp;#039; abbrannte und bis 1984 wieder nur unregelmäßig private Anbieter fuhren. Seit 1984 gibt es abermals ein öffentliches Angebot. Die &amp;#039;&amp;#039;Navigazione Lago d’Orta&amp;#039;&amp;#039; betreibt mehrere größere Schiffe im Linienverkehr zwischen allen größeren Orten des Sees. Zwischen Ostern und Oktober fahren diese täglich, in den Monaten dazwischen nur einige Tage am Wochenende. Darüber hinaus gibt es noch [[Wassertaxi]]s, die seit 1923 in den &amp;#039;&amp;#039;Motoscafisti Lago d’Orta&amp;#039;&amp;#039; vereinigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile existiert eine 33 Kilometer lange Straße entlang der Ufer, die die Ortschaften dort miteinander verbindet. Die Region hat keine direkte Anbindung an das italienische Autobahnnetz. Bahnhöfe einer Regionalbahn sind in [[Omegna]], [[Pettenasco]] und [[Orta San Giulio]]/[[Miasino]], wobei die letzteren beiden Bahnhöfe in den Hügeln oberhalb der eigentlichen Stadt liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaft ===&lt;br /&gt;
Seit dem frühen 19. Jahrhundert siedelten sich Metallarbeiter in der Gegend an, woraus sich bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts&amp;lt;ref name=&amp;quot;uni&amp;quot;&amp;gt;Unioncamere Piemonte: [http://images.pie.camcom.it/EN/f/Varie/Ho/Household2.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Household goods industry in the Verbano Cusio Ossola Province&amp;#039;&amp;#039;] (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt; eine metallverarbeitende Industrie entwickelte. Am Nordufer des Sees entstand das Zentrum der Haushaltswarenindustrie in Italien, zudem entwickelten sich zahlreiche Hersteller von Badarmaturen und Ventilen an den Ufern des Sees. Weltweit tätige Firmen wie [[Alessi (Design)|Alessi]], [[Renato Bialetti|Bialetti]] und [[Lagostina]] haben ihren Ursprung in Omegna. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts erfolgt ein Umbruch. Bialetti und Lagostina sind mittlerweile Teil globalisierter Konzerne und in Omegna nur noch durch [[Fabrikverkauf|Fabrikverkäufe]] präsent. Alessi hat seinen Hauptsitz weiterhin in Omegna. Die übrigen Haushaltswaren- und Armaturenhersteller haben sich entweder auf hochpreisige Produkte – oft für den professionellen Einsatz – verlegt. Insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen spielen hier eine Rolle. Sie bieten etwa 1000 Arbeitsplätze, das sind 60 % der Industriearbeitsplätze der Region. Sie produzieren Haushaltswaren &amp;#039;&amp;#039;(Piazza Effepi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Calderoni&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ruffoni)&amp;#039;&amp;#039; und Armaturen &amp;#039;&amp;#039;(Fantini&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Stella&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Huber&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Deagostini Inox)&amp;#039;&amp;#039; oder sind Zulieferer für die Industrie geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;uni&amp;quot; /&amp;gt; Das [[Doppeldorf]] [[Quarna Sotto]]/[[Quarna Sopra]] hat eine lange Tradition der Musikinstrumentenherstellung, wobei sich die Unternehmen insbesondere auf Blasinstrumente verlegten. Viele der Firmen werden seit ihrer Gründung am Beginn des 20. Jahrhunderts von ein und derselben Familie geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;alb96&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tourismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Torre di buccione.jpeg|mini|Der Turm Buccione im Park Riserva Naturale]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Luigi Riccardi Isola San Giulio im Ortasee.jpg|mini|Luigi Riccardi:Isola San Giulio, 1877]]&lt;br /&gt;
Seit dem späten 17. bis ins 19. Jahrhundert war der See ein beliebtes Reiseziel. Heute ist er vor allem als Wochenendziel für Touristen aus [[Mailand]] bekannt, während internationaler Tourismus nur vergleichsweise wenig vorkommt. Touristisches Zentrum ist vor allem Orta San Giulio am Ostufer des Sees.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tsu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wassersport ===&lt;br /&gt;
Der See ist insbesondere bei [[Rudern|Ruderern]] und [[Kajak]]-Fahrern beliebt. Unter anderem fanden hier 1893 die allerersten Ruder-Europameisterschaft überhaupt und 1910 die italienische Meisterschaft im Rudern statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2006 veranstaltet der Ruderclub von Omegna &amp;#039;&amp;#039;(Canottiere Lago D’Orta ASD)&amp;#039;&amp;#039; jährlich im Frühjahr die &amp;#039;&amp;#039;Italian Sculling Challenge&amp;#039;&amp;#039;. Es handelt sich um einen internationalen Ruderwettbewerb, bei dem die Teilnehmer im Massenstart 6000 Meter über den See rudern. Teilnehmer sind regelmäßig internationale Spitzenruderer wie [[Iztok Čop]], der die Wettbewerbe 2010 und 2011 gewann, [[Henrik Stephansen]], der Gewinner von 2013.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luz&amp;quot;&amp;gt;Seeclub Luzern: &amp;#039;&amp;#039;{{Toter Link |datum=2019-05 |url=http://www.seeclub-luzern.ch/aktuelles/neuigkeiten/news-detail/article/italian-sculling-challenge-erfolgreiche-ruderer-vom-see-club-luzern/ |text=Italian Sculling Challenger – Erfolgreiche Ruderer vom SeeClub Luzern |archivebot=2019-05-05 12:01:23 InternetArchiveBot}}&amp;#039;&amp;#039;, 4. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Femke Dekker]], die Gewinnerin bei den Frauen 2013.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.worldrowing.com/news/stephansn-in-action-at-italian-sculling-challenge Stephansen in action at Italian Sculling Challenge], Worldrowing.com, 8. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Bauten ==&lt;br /&gt;
=== Sacro Monte d’Orta ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sacro Monte di Orta cap.15.JPG|mini|Sacro Monte d’Orta, Stigmatisation des Heiligen Franz]]&lt;br /&gt;
Der [[Sacro Monte d’Orta|Heilige Berg von Orta]] befindet sich auf einer Halbinsel, etwa 400&amp;amp;nbsp;m über dem Meeresspiegel liegenden Gipfel einer Anhöhe mit Blick auf den See. Sie ist seit 2003 als Teil der [[Sacri Monti]] in die Liste des [[Weltkulturerbe]] der [[UNESCO]] eingetragen. An den Berg gebaut ist der Ort [[Orta San Giulio]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Museen ===&lt;br /&gt;
Die meisten Museen am See sind im [[Ecomuseo del Lago d’Orta e Mottarone]] mit Sitz in Pettenasco zusammengeschlossen. In Pettenasco selbst das Museum zur Kunst und [[Drehen (Verfahren)|Drehen]] von Holz, das [[Museo dell’Arte e della Tornitura del Legno]]. Das [[Forum Omegna]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;goo&amp;quot;&amp;gt;Forum Omegna beim Google Art Project&amp;lt;/ref&amp;gt; hat eine Ausstellung der Industriegeschichte des Ortes. Speziell der Herstellung von Armaturen widmet sich das [[Museo del Rubinetto]] in [[San Maurizio d’Opaglio]], während das [[Museo dell’Ombrello]] in [[Gignese]] die Tradition der Regenschirmherstellung in der Gegend aufgreift. In Quarna Sotto ist ein Musikinstrumentenmuseum, das &amp;#039;&amp;#039;[[Museo degli Strumenti Musicali]]&amp;#039;&amp;#039;. Am Südufer des Sees liegt ein Zentrum der Regenschirmherstellung, was zu einem Regenschirmmuseum, dem Museo dell’Ombrello, führte. Museen für Kunst sind das Museum für religiöse Kunst &amp;#039;&amp;#039;(Museo di Arte Sacra)&amp;#039;&amp;#039; in Forno und die &amp;#039;&amp;#039;Fondazione Calderara per l’Arte Contemporanea&amp;#039;&amp;#039; – die Stiftung [[Antonio Calderara]] für zeitgenössische Kunst in Vacciago di Ameno.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Zu den bekannten Besuchern zählen [[Friedrich Nietzsche]], [[Samuel Butler (Dichter)|Samuel Butler]] und [[George Gordon Byron|Lord Byron]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;tsu&amp;quot;&amp;gt;Bonnie Tsui: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.nytimes.com/2012/09/23/travel/the-secret-little-sister-of-the-italian-lakes.html The Secret Little Sister of the Italian Lakes.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;New York Times.&amp;#039;&amp;#039; 20. September 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Honoré de Balzac]] beschrieb ihn in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;Les Employés&amp;#039;&amp;#039; so: &amp;#039;&amp;#039;„großartige Erhabenheit türmt sich über den Seeufern. Der See selbst hat menschliche Ausmaße […] Die Welt selbst ist hier im Miniaturformat, einfach und rein.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bal&amp;quot;&amp;gt;Honoré de Balzac: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.gutenberg.org/files/1343/1343-h/1343-h.htm Bureaucracy]&amp;#039;&amp;#039;, Kap. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Nietzsche war der Aufenthalt am Ortasee so bedeutend, dass als Vorbemerkung vor &amp;#039;&amp;#039;[[Also sprach Zarathustra]]&amp;#039;&amp;#039; folgende Widmung steht: &amp;#039;&amp;#039;„Von Orta an“.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ind&amp;quot;&amp;gt;[http://www.independent.co.uk/travel/europe/uncharted-waters-488521.html &amp;#039;&amp;#039;Uncharted waters.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;The Independent.&amp;#039;&amp;#039; 29. Januar 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Dichter [[Robert Browning]] widmete dem Ortasee sein Gedicht &amp;#039;&amp;#039;By the Fireside&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Oberitalienische Seen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Seen in Italien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lago d&amp;#039;Orta|Ortasee}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.distrettolaghi.it/de/html/orientale_orta.html | wayback=20070512121458 | text=Das Östliche Ufer des Ortasees}}, {{Webarchiv | url=http://www.distrettolaghi.it/de/html/occidentale_orta.html | wayback=20040308200552 | text=Das Westufer des Ortasees}} (Artikel bei distrettolaghi.it)&lt;br /&gt;
* [http://de.lagomaggiore.net/59/lago-d-orta.htm Der Ortasee: Tourist-Information, Geschichte, Bilder, Kuriositäten]&lt;br /&gt;
* [http://wldb.ilec.or.jp/data/databook_html/eur/eur-46.html Karte des Sees mit Tiefenlinien]&lt;br /&gt;
* [https://vimeo.com/107790535 Orta Reloaded: Dokumentation über die Verschmutzung und Regeneration des Sees]&lt;br /&gt;
* [http://www.regione.piemonte.it/ambiente/acqua/dwd/PTA/b_monografie/b2_laghi/L3_orta.pdf Beschreibung des Sees durch die Region Piemont] (PDF; italienisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flusssystem Toce|SOrtasee]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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