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	<title>Originalgenie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T23:08:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Originalgenie&amp;diff=325393&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-24T21:35:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Originalgenie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war für die Vertreter der literarischen Strömung des [[Sturm und Drang]] ein Leitbild und ein [[Paradigma]] des schöpferischen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff erschien erstmals als Kennzeichnung [[Homer]]s in [[Robert Wood (Altertumsforscher)|Robert Woods]] „Essay on the Original Genius of Homer“ (1769), dessen deutscher Titel „Versuch über das Originalgenie“ lautete. Daher kann der Urheber der deutschen Übersetzung von 1773 (vermutlich ist das [[Christian Friedrich Michaelis]]) als derjenige gelten, der diesen Epochenbegriff prägte, da der „Sturm und Drang“ ja auch als „Geniezeit“ bezeichnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;So bei [[Ferdinand Josef Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Dichtung der Geniezeit 1750-1800.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 1952&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Robert Woods Versuch über das Originalgenie des Homers. Aus dem Englischen&amp;#039;&amp;#039;. Andreäische Buchhandlung, Frankfurt am Mayn 1773 [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10233694_00001.html (Digitalisat)] &amp;#039;&amp;#039;Zusätze und Veränderungen ... &amp;#039;&amp;#039; 1778 [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10233695_00001.html (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wood bezog sich in seiner Darstellung auf [[Edward Young (Dichter)|Edward Youngs]] &amp;#039;&amp;#039;Conjectures on Original Composition&amp;#039;&amp;#039;, worin die Auffassung vertreten wurde, dass es zwei Formen der Nachahmung im künstlerischen Schaffen gebe, nämlich einerseits die Nachahmung der Natur und andererseits die Nachahmung anderer Künstler: „Erstere nennen wir original.“&amp;lt;ref&amp;gt;„The first we call originals.“ Zitiert in: &amp;#039;&amp;#039;[[Religion in Geschichte und Gegenwart]].&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Bd. 6, S. 440f&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt, als „Originalgenie“ gilt der Künstler, der außerhalb und unabhängig von kultureller Tradition das Eigentliche der Natur gewissermaßen direkt nachformt. Bei [[Johann Caspar Lavater|Lavater]] wird das so verstandene Genie in hymnischer Form beschrieben:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wer bemerkt, wahrnimmt, schaut, empfindet, denkt, spricht, handelt, bildet, dichtet, singt, schafft, vergleicht, sondert, vereinigt, folgert, ahndet, gibt, nimmt – als wenn&amp;#039;s ihm ein Genius, ein Wesen höherer Art diktiert und angegeben hätte, der hat Genie; als wenn er selbst ein Wesen höherer Art wäre – ist Genie. […] Der Charakter des Genies und aller Werke und Wirkungen des Genies – ist meines Erachtens – Apparition ... Wie Engelserscheinung nicht kömmt, sondern da steht; nicht weg geht, sondern weg ist; wie Engelserscheinung ins innerste Mark trifft – unsterblich ins Unsterbliche der Menschheit wirkt – und verschwindet, und fortwirkt nach dem Verschwinden – und süße Schauer und Schreckentränen und Freudenblässe zurückläßt, so Werk und Wirkung des Genies. […]&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Oder nenn&amp;#039; es, beschreib&amp;#039; es wie du willst! Nenn&amp;#039;s Fruchtbarkeit des Geistes! Unerschöpflichkeit! Quellgeist! Nenn&amp;#039;s Kraft ohne ihres Gleichen – Urkraft, kraftvolle Liebe; Elastizität der Seele […] Nenn&amp;#039;s Zentralgeist, Zentralfeuer, dem nichts widersteht. […] Nenn&amp;#039;s und beschreib&amp;#039;s wie du willst und kannst: das Ungelernte, Unentlehnte, Unlernbare, Unentlehnbare, Unnachahmliche, Göttliche – ist Genie – das Inspirationsmäßige ist Genie.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Caspar Lavater: &amp;#039;&amp;#039;Physiognomische Fragmente.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig und Winterthur 1778. Bd. 4, S. 80 {{Digitalisat|1=http://imgbase-scd-ulp.u-strasbg.fr/displayimage.php?album=263&amp;amp;pos=97}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinn war für die Dichter des Sturm und Drangs neben Homer vor allem [[William Shakespeare]] ein Prototyp des Originalgenies. Außerdem wurden auch die Gesänge [[Ossian]]s, vermeintlich Werke der irischen Frühzeit, tatsächlich verfasst von [[James Macpherson]], sowie die Gedichte des Schotten [[Robert Burns]] als Musterbeispiele originaler Schöpfung betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Gegnern der Richtung wurde auch der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kraftgenie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gebraucht, beispielsweise auf [[Johann Gottfried Herder|Herder]] gemünzt von [[Johann Friedrich Bahrdt (Theologe)|Johann Friedrich Bahrdt]] in dessen „Kirchen- und Ketzeralmanach auf das Jahr 1781“ oder die sich auf [[Friedrich Schiller]] beziehende Satire „Das Kraftgenie“ von [[Gotthold Friedrich Stäudlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass eine Schöpfung außerhalb kultureller Tradition und Bindung natürlich letzten Endes nicht möglich ist, wurde von [[Karl Kraus]] in einem Gedicht mit dem einschlägigen Titel „Das Originalgenie“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Worte in Versen III.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl Kraus: &amp;#039;&amp;#039;Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Christian Wagenknecht. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989. Bd. 9, S. 145&amp;lt;/ref&amp;gt; in böse Form gebracht:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Nie nahm er etwas aus zweiter Hand&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;und hielt sich bloß an die Originale,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;und wo er nur etwas Gutes fand,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;dort stahl er es stets zum ersten Male.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Als Knabe, sagt man, war weltvergessen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;versunken er gern im Waldesweben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Da sei er oft an der Quelle gesessen,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;und habe sie niemals angegeben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Robert Wood: &amp;#039;&amp;#039;Versuch über das Originalgenie.&amp;#039;&amp;#039; Andräische Buchhandlung, Frankfurt a. M. 1771 {{Digitalisat|GB=c20TAAAAQAAJ}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sturm und Drang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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