<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Organum</id>
	<title>Organum - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Organum"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organum&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T06:01:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organum&amp;diff=113615&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organum&amp;diff=113615&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-23T06:23:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Musikbegriff. Für die Notendruckreihe siehe [[Kistner &amp;amp; Siegel]]. Für den unter diesem Pseudonym bekannten Musiker siehe [[David Jackman]].}}&lt;br /&gt;
{{Belege}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Organum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (griechisch &amp;#039;&amp;#039;Organon,&amp;#039;&amp;#039; „Instrument“; Mehrzahl: Organa; auch &amp;#039;&amp;#039;Diaphon&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet die ersten abendländischen Arten der [[Mehrstimmigkeit]] im 9. bis 11. Jahrhundert. Die Organa entwickelten sich im [[Frühmittelalter|frühen Mittelalter]] in der Praxis des [[Gregorianischer Gesang|gregorianischen Gesangs]]. Auch das einzelne überlieferte Stück dieser Art wird oft Organum genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer Hauptstimme (&amp;#039;&amp;#039;Vox principalis&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Cantus&amp;#039;&amp;#039;, später der &amp;#039;&amp;#039;[[Cantus firmus]]&amp;#039;&amp;#039;) wird zunächst eine einzelne zweite Stimme (&amp;#039;&amp;#039;[[Vox organalis]]&amp;#039;&amp;#039;, später der &amp;#039;&amp;#039;[[Discantus]]&amp;#039;&amp;#039;) in recht starrer Parallelbewegung ([[Intervall (Musik)|Intervalle]], beispielsweise [[Prime]]n, [[Quarte]]n, [[Quinte]]n, [[Oktave]]n) hinzugefügt. Dieser improvisierte mehrstimmige Gesang, bei dem auch besonders die [[Orgel]] in Parallelen begleitet, ist aus dem Mittelalter in Sängerschulen einiger Klöster und [[Kathedrale]]n überliefert. In der Zeit vom 9. zum 11. Jahrhundert begannen [[Komponist]]en oder Sänger der [[Choralschola]], weitere Stimmen hinzuzufügen und sich von der starren Intervallbindung zu lösen. Spätere, komplexe, bis zu vierstimmige Organa stammen von [[Perotin]] und seinem Lehrmeister [[Leonin]], den führenden Vertretern der [[Notre-Dame-Schule]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung und erste Quellen ==&lt;br /&gt;
Die frühesten Quellen aus dem 9. Jahrhundert beschreiben das Organum als eine aktive Praxis. Diese Praxis mag schon einige Hundert Jahre älter sein – ihre Ursprünge lassen sich nicht rekonstruieren. Es ist nicht klar, ob das frühe Organum sich aus einem primitiven, strengen Parallelismus entwickelt hat oder aber aus einer freien, nur durch die [[Kirchentonart]]en gebundenen [[Heterophonie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Dokument, das die Organumpraxis nachvollziehbar beschreibt, ist die &amp;#039;&amp;#039;[[Musica enchiriadis]]&amp;#039;&amp;#039; (gegen 895), ein [[Traktat]], das traditionell (und vermutlich inkorrekt) dem Mönch [[Hucbald]] (*&amp;amp;nbsp;um 840; †&amp;amp;nbsp;930) zugeschrieben wurde. Das Werk entstand vermutlich im [[Kloster Werden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Torkewitz: &amp;#039;&amp;#039;Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit: Eine Handschrift aus Werden a.d. Ruhr: Das Düsseldorfer Fragment&amp;#039;&amp;#039;. Archiv für Musikwissenschaft. Beihefte, Band 44. Franz Steiner Verlag, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach war die Organumpraxis nicht als Mehrstimmigkeit im modernen Sinn konzipiert, sondern die hinzutretende Stimme sollte lediglich den einstimmigen Gesang verstärken. Die &amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039; macht außerdem deutlich, dass Oktavverdopplungen akzeptiert wurden, denn sie ließen sich bei gemeinsamem Gesang von Männer- und Knabenstimmen nicht vermeiden. Auch das Mitspielen einer [[Singstimme]] durch Instrumente war Praxis. Der Traktat &amp;#039;&amp;#039;[[Scholia enchiriadis]]&amp;#039;&amp;#039; behandelte das Thema eingehender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ursprünglichen Parallelgesang lag die originale Melodie in der oberen Stimme (Vox principalis). Die Vox organalis wurde ein [[perfektes Intervall]] tiefer parallel geführt, meist eine Quarte tiefer. So hörte man die Melodie als Hauptstimme, die Vox organalis als Begleitung oder Verstärkung. Diese Art des Organums wird heute üblicherweise als &amp;#039;&amp;#039;Parallelorganum&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://worlds-of-music.de/WOM.php?idex=22414 worlds-of-music.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; je nach Intervall beispielsweise als [[Quartorganum]] oder [[Quintorganum]], obwohl in frühen Traktaten Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;Sinfonia&amp;#039;&amp;#039; gebräuchlich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die &amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039; vor der (Wieder-)Entwicklung einer standardisierten musikalischen Notation geschrieben wurde, beschreibt sie das Organum rein textlich. Es ist nicht bekannt, wie genau die Angaben befolgt wurden. Beide &amp;#039;&amp;#039;Enchiriadis&amp;#039;&amp;#039;-Abhandlungen versuchen in erster Linie eine pseudo-wissenschaftliche Herleitung des [[Hexachord]]s und der [[Kirchentonleiter]]n. Daher stand bei der Behandlung des Organums möglicherweise der Blickwinkel der aufkommenden Hexachord-Lehre gegenüber einer fachlich genauen Beschreibung der Organumpraxis im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freies Organum ==&lt;br /&gt;
Ein strenges Parallelorganum wurde schon in diesen frühen Schriften nicht als abschließend dargestellt. Die Abhandlungen gehen von der Grundlage der Parallelität aus und schlagen dann „bessere“ Arten des Organums vor: unter Einbeziehung von Zwischentönen. So werden im [[Quartorganum]] nicht nur [[Quarten]] verwendet, sondern auch kleinere Intervalle, um dem bei starrer Parallelbewegung zeitweilig zwangsläufig auftretenden [[Tritonus]] zu entgehen. Die überwiegende Mehrzahl der Musikbeispiele dieser Abhandlungen verwendet als Intervalle Sekunden, Terzen, Quarten, Quinten und [[Sexte]]n. Die [[Ästhetik]] zur Begründung dieser anderen Intervalle wurde durch [[Guido von Arezzo]] in seinem [[Micrologus]] untersucht (ab zirka 1020). Diese stärker variierten Formen des Organums werden als &amp;#039;&amp;#039;freies&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;schweifendes&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;melismatisches Organum&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schweifende Organum verwendet außer Parallel- auch [[Seitenbewegung]] (eine der beiden Stimmen bleibt unbewegt), und auch gerade Bewegung (beide Stimmen gehen in dieselbe Richtung, aber um verschiedene Intervalle) und [[Gegenbewegung]] gewinnen an Bedeutung. Das [[Winchester Tropar]] (um 1050), Werke von [[Johannes Cotto]] und die so genannten [[Chartres-Fragmente]] dokumentieren eine kontinuierlich freier werdende Behandlung der [[Stimmführung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten 11. Jahrhundert finden sich Beispiele, in denen mehrere Noten der Organal-Stimme nacheinander gegen eine einzige Note des [[Cantus firmus]] gesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Trouvères im 11. und 12. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
Die [[Trobador|Troubadours]], ausgehend im 11. Jahrhundert von Südfrankreich ([[Okzitanien (historische Region)|Okzitanien]]), und die [[Trouvère]]s des 12. Jahrhunderts in Nordfrankreich sowie die [[Minnesänger]] im deutschsprachigen Raum verwendeten für ihre geistliche und weltliche [[Lyrik]] zum Teil gleiche [[Melodie]]n, bis sich schließlich erste schriftliche Aufzeichnungen der Organa als [[Partitur]]en in [[Neume]]n-Notation im [[Wallfahrt]]sort St. Jacob in [[Santiago de Compostela]] in Nordspanien und in St.&amp;amp;nbsp;Martial in Limoges in einem Kloster finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sankt-Martial-Schule und Notre Dame im 12. bis 13. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
Das Organum erreichte seinen Höhepunkt im 12. Jahrhundert. Gegenüber der &amp;#039;&amp;#039;Improvisation&amp;#039;&amp;#039; des Organums tritt seine &amp;#039;&amp;#039;Komposition&amp;#039;&amp;#039; in den Vordergrund. Der Cantus firmus liegt nicht mehr in der Oberstimme, sondern in der tiefsten Stimme als Basis des musikalischen Satzes. Entsprechend ihrer Lage gewinnen die organalen (Ober-)Stimmen an musikalischer Bedeutung. Zwei unterschiedliche Schulen sind führend in der Organum-Komposition: die [[St.-Martial-Schule]] und die [[Notre-Dame-Schule]], nach der die zweite Hälfte des 12. und die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts auch als &amp;#039;&amp;#039;Notre-Dame-Epoche&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die St.-Martial-Schule war eine Komponistenschule um die [[Abtei]] [[St. Martial]] in [[Limoges]]. Neben reichen Organa stammen (einstimmige) [[Tropus (Gregorianik)|Tropen]] und [[Sequenz (Musik)|Sequenzen]] aus diesem Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Notre-Dame-Epoche schufen [[Léonin]] (Leoninus magnus) und [[Pérotin]] (Perotinus magnus) großangelegte drei- und vierstimmige Organa, die mit Hilfe der neu entwickelten [[Modalnotation]] schriftlich festgehalten wurden. Die Organisation der Stimmen war nur durch die Verwendung eines ordnenden [[Rhythmus (Musik)|Rhythmus]] möglich, der auf den [[Modalrhythmus|sechs Modi des Modalrhythmus]] beruhte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Kunst]] der Notre-Dame-Schule erwuchsen spätere Formen wie die [[Motette]] der [[Ars antiqua]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Klausel (Choral)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alfons Krießmann: &amp;#039;&amp;#039;Gregorianik und mittelalterliche Mehrstimmigkeit&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Benediktinische Monatsschrift|Benediktinische Monatschrift]]&amp;#039;&amp;#039;, XIX. Jg. (1937), S. 204–205.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=GKJbNkkZZOoC&amp;amp;pg=PA86&amp;amp;lpg=PA86&amp;amp;dq=das+fr%C3%BChe+organum&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=ZPmiL6BHzz&amp;amp;sig=O3glCQvuU0sgTmp3ICDs9ks-FWs&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=vAHSSaPZIoGQ_QbklanNBQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result Das frühe Organum, in: Wörner, Gratzer, Meierott: Geschichte der Musik, 1993]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikalische Satzweise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gregorianik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
	</entry>
</feed>