<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Organon-Modell</id>
	<title>Organon-Modell - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Organon-Modell"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organon-Modell&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T14:38:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organon-Modell&amp;diff=197705&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-31366-29: /* Die Appellfunktion */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organon-Modell&amp;diff=197705&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-05T09:28:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Appellfunktion&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Organon-Modell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (1934) von [[Karl Bühler]] ist ein Zeichenmodell zur Veranschaulichung seines [[Zeichen]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;begriffs einer [[Natürliche Sprache|natürlichen Sprache]]. Es ist darüber hinaus ein [[Kommunikationsmodell]], da Sprache hinsichtlich ihrer [[Kommunikation|kommunikativen]] Funktion ([[Sprachfunktion]]) dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
=== Rückgriff auf griechische Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Organon.svg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Grundlage für seine Ausführungen diente Karl Bühler der &amp;#039;&amp;#039;[[Kratylos]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Platon]]. In diesem bezeichnet [[Sokrates]] das Wort als Organon und damit sinngemäß die Sprache insgesamt als ein Organon (Werkzeug), mit dessen Hilfe eine Person den anderen etwas über die Dinge mitteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bühler bezeichnete dies als &amp;#039;&amp;#039;Dreifundamentenschema&amp;#039;&amp;#039;: „einer – dem anderen – über die Dinge“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S24&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=24 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er veranschaulichte dieses Verhältnis in einem ersten groben Organon-Modell:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=25 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik am Behaviorismus ===&lt;br /&gt;
Das Organon-Modell Bühlers geht einher mit einer Kritik des „Stoffdenkens“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S24&amp;quot; /&amp;gt; des „physikalistischen [[Behaviorismus]]“, der „den flatus-vocis-Nominalismus des beginnenden Mittelalters in moderner Form erneuert hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=27 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Modell ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Organon-Modell Workaround.svg|mini|Das Organon-Modell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bühler zeichnete das Organon-Modell „ein zweites Mal“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=28 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist die Darstellung hier rechts. Wenn man vom Organon-Modell Bühlers spricht, ist dieses Diagramm gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Darstellung haben die zeichnerischen Elemente folgende Bedeutung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Der Kreis in der Mitte symbolisiert das konkrete Schallphänomen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Dreieck steht für das &amp;#039;&amp;#039;Zeichen&amp;#039;&amp;#039;. „Die Seiten des eingezeichneten Dreiecks symbolisieren […] die semantischen Funktionen des (komplexen) Sprachzeichens“ als „drei variable Momente.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Zeichen steht in einer Beziehung zum &amp;#039;&amp;#039;Sender&amp;#039;&amp;#039;, zum &amp;#039;&amp;#039;Empfänger&amp;#039;&amp;#039; und zu &amp;#039;&amp;#039;Gegenständen und Sachverhalten&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bühlers „These von den drei Sprachfunktionen“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=33 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; beruhen diese Beziehungen auf je unterschiedlichen semantischen Funktionen. Ein Sprachzeichen hat nach Bühler eine &amp;#039;&amp;#039;Ausdrucksfunktion&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;&amp;#039;Appellfunktion&amp;#039;&amp;#039; und eine &amp;#039;&amp;#039;Darstellungsfunktion&amp;#039;&amp;#039;. Im Modell wird dies von Bühler (1934)&amp;lt;ref&amp;gt;Bühler hat in einem Aufsatz über den Satz (1918) noch von „Kundgabe, Auslösung und Darstellung“ gesprochen, vgl. {{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=33 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verkürzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausdruck&lt;br /&gt;
* Appell&lt;br /&gt;
* Darstellung&lt;br /&gt;
genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausdrucksfunktion macht ein Zeichen zum &amp;#039;&amp;#039;Symptom&amp;#039;&amp;#039;, die Appellfunktion macht es zum &amp;#039;&amp;#039;Signal&amp;#039;&amp;#039; und die Darstellungsfunktion macht es zum &amp;#039;&amp;#039;Symbol&amp;#039;&amp;#039;. Bühler sagt wörtlich: „Die Linienscharen symbolisieren die semantischen Funktionen des (komplexen) Sprachzeichens. Es ist &amp;#039;&amp;#039;Symbol&amp;#039;&amp;#039; kraft seiner Zuordnung zu Gegenständen und Sachverhalten, &amp;#039;&amp;#039;Symptom&amp;#039;&amp;#039; (Anzeichen, Indicium) kraft seiner Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt, und &amp;#039;&amp;#039;Signal&amp;#039;&amp;#039; kraft seines Appells an den Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert wie andere Verkehrszeichen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Unterscheidung von Schallphänomen und Sprachzeichen ==&lt;br /&gt;
Bühler betont – in Abgrenzung zum Behaviorismus und unter Berufung auf den Unterschied zwischen Phonologie und Phonetik&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=27f. |JahrEA=1934}}; {{Literatur |Hrsg=[[Helmut Glück]] |Titel=Bühlersches Organonmodell |Sammelwerk=Metzler Lexikon Sprache |Auflage=4 |Verlag=Metzler |Ort=Stuttgart, Weimar |Datum=2010}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – den Unterschied zwischen dem physikalischen Schallphänomen und dem Zeichen. Dies kommt in seinem Modell bildhaft dadurch zum Ausdruck, dass das Dreieck (Zeichen) mit dem Kreis (Schallphänomen) nicht identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bühler ist ein Zeichen sowohl mehr als auch weniger als das bloße physikalische Schallphänomen. Dies ist für Bühler Folge zweier psychischer Faktoren. Diese nennt er&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Prinzip der abstraktiven Relevanz&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;apperzeptive Ergänzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Prinzip der abstraktiven Relevanz&amp;#039;&amp;#039; besagt, dass ein physikalisches Phänomen, „das Sinnending, dies wahrnehmbare Etwas hic et nunc nicht mit der ganzen Fülle seiner konkreten Eigenschaften in die semantische Funktion eingehen muß“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=44 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Dreieck über den Kreis hinausragt, deutet an, „dass das sinnlich Gegebene stets eine apperzeptive Ergänzung erfährt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Sprachfunktionen ==&lt;br /&gt;
Das konkrete Sprechereignis bildet für Karl Bühler den Ausgangspunkt seiner Untersuchung und Bestimmung der menschlichen Sprache. In seinem Organonmodell kommt er zu der Feststellung, dass die Leistung des sprachlichen Zeichens dreifach ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Sprachfunktionen im Einzelnen ===&lt;br /&gt;
==== Die Ausdrucksfunktion ====&lt;br /&gt;
Das Zeichen ist für Bühler in Bezug auf den Sender „Symptom (Anzeichen, Indicium)“. Dies macht das Zeichen zu einem „Ausdruck“ des Senders. Bühler bildet das Beispiel, dass die Art, wie jemand mit der Kreide etwas an die Tafel schreibt, Ausdruck seiner Persönlichkeit ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=32 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies spricht dafür, dass für Bühler die Ausdrucksfunktion (auch) eine unbewusste, nicht intentionale Funktion ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Interpretation des Organon-Modells bzw. in der Rede von der Ausdrucksfunktion der Sprache wird darüber meist hinweggegangen bzw. es bleibt unklar, ob man ein Sich-Ausdrücken-Wollen verlangt. So heißt es, dass „das Ausdrücken psychischer Zustände der sprechenden Person“ eine „Grundfunktion“ sprachlicher Zeichen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ludwig Borkowski |Titel=Formale Logik |Verlag=Akademie Verlag |Ort=Berlin |Datum=1976 |Seiten=4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Funktion eines Zeichens (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. sprachlicher Äußerung), sei es, „persönliche Gedanken und Empfindungen“ des Sprechers zum Ausdruck zu bringen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Ernst |Titel=Germanistische Sprachwissenschaft |Reihe=UTB. 2541 |Verlag=WUV |Ort=Wien |Datum=2008 |Seiten=38}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Zeichen sei „Symptom“, insofern es die „Innerlichkeit des Senders ausdrückt (Ausdrucksfunktion der Sprache)“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bußmann |Titel=Organonmodell der Sprache |Sammelwerk=Lexikon der Sprachwissenschaft |Auflage=3. |Datum=2002}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;#039;&amp;#039;Ausdruck&amp;#039;&amp;#039; als „Sprachfunktion [gehe es um]: Der Sprecher hat das Bedürfnis, sich auszusprechen, sich auszudrücken, sein Inneres zu offenbaren; Selbstaussprache“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kürschner |Titel=Grammatisches Kompendium |Auflage=4 |Datum=2003 |ISBN=3-8252-1526-1 |Seiten=230}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als typisch für die Ausdrucksfunktion werden dann Beispiele wie „Wie schön!“, „Au!“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kürschner |Titel=Grammatisches Kompendium |Auflage=4 |Datum=2003 |ISBN=3-8252-1526-1 |Seiten=230}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder „Oh!“ (als Bewunderung)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich |Titel=Sprache |Sammelwerk=Linguistische Grundbegriffe |Auflage=5 |Datum=2002}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Appellfunktion ====&lt;br /&gt;
Indem das Zeichen sich &amp;#039;&amp;#039;an&amp;#039;&amp;#039; den Empfänger richtet, liegt eine &amp;#039;&amp;#039;Appellfunktion&amp;#039;&amp;#039; vor. Hier wirkt ein Zeichen etwa als &amp;#039;&amp;#039;Signal&amp;#039;&amp;#039; (Auslösung), das den Empfänger zu etwas auffordert. Diese Funktion haben beispielsweise auch Warnrufe im Tierreich. Die ersten kindlichen Laute gehören ebenfalls zu den appellativen Zeichen, mit denen ein Baby etwa signalisiert, dass es gefüttert werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Darstellungsfunktion ====&lt;br /&gt;
Wenn das Zeichen sich auf Gegenstände oder Sachverhalte bezieht, hat es eine &amp;#039;&amp;#039;Darstellungsfunktion&amp;#039;&amp;#039;. In diesem Fall steht eine inhaltliche Information über ein Objekt im Vordergrund, die der Sender mitteilen will (z.&amp;amp;nbsp;B. in Sachtexten, Anleitungen usw.). Bei Bühler wird die Darstellungsfunktion nur referenzsemantisch dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Trabant |Titel=Semiotik |Datum=1996 |Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hat mit der Einbeziehung der Darstellungsfunktion nicht nur den „Aspekt des Miteinander-Kommunizierens“, sondern auch den „des Über-die Dinge-Kommunizierens“ Rechnung getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;So {{Literatur |Autor=Trabant |Titel=Semiotik |Datum=1996 |Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Zusammenhang der drei Funktionen ===&lt;br /&gt;
In den Kommunikationssituationen sind immer alle drei Funktionen vorhanden. Allerdings ist im konkreten Fall immer eine der drei Funktionen gegenüber den anderen dominant.&amp;lt;ref&amp;gt;Bühler spricht von „Dominanzphänomenen“, vgl. {{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=32 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So steht z.&amp;amp;nbsp;B. im Fall von Werbung die Appellfunktion im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einbeziehung einer Ausdrucks- und einer Appellfunktion dient Bühler dazu, „die unbestrittene Dominanz der Darstellungsfunktion der Sprache einzugrenzen“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=30 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und zu betonen, dass Sender und Empfänger „der Sprechhandlung eigene Positionen innehaben. Sie sind nicht einfach ein Teil dessen, worüber die Mitteilung erfolgt, sondern sie sind die Austauschpartner, und darum letzten Endes ist es möglich, daß das mediale Produkt des Lautes je eine eigene Zeichenrelation zum einen und zum anderen aufweist.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=31 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Organon-Modell veranschaulicht für Bühler „drei weitgehend unabhängig variable[.] Sinnbezüge“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bühler_S28&amp;quot; /&amp;gt; Es sei der Fall, dass „jede der drei Relationen, jede der drei Sinnfunktionen der Sprachzeichen ein eigenes Gebiet sprachwissenschaftlicher Phänomene und Fakta eröffnet und thematisiert.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |Seiten=32 |JahrEA=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Organonmodell als Kommunikationsmodell ==&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu anderen Zeichenmodellen ist Bühlers Modell vierstellig, es kommt in ihm gegenüber dreistelligen Modellen der Zeichenproduzent hinzu. Somit unterscheidet Bühler zwischen Sender und Empfänger und betrachtet die Sprache deshalb von vornherein als Kommunikationsmodell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bühlersche Organon-Modell gilt als „Vorläufer des informationstheoretischen Kommunikationsmodells“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Trabant |Titel=Semiotik |Datum=1996 |Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und als „eines der berühmtesten Kommunikationsmodelle“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Ernst |Titel=Germanistische Sprachwissenschaft |Reihe=UTB. 2541 |Verlag=WUV |Ort=Wien |Datum=2008 |Seiten=38}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik und Kontextualisierung ==&lt;br /&gt;
=== Die Vorteile des Modells ===&lt;br /&gt;
Das Organonmodell lässt sich nicht nur heranziehen, um die Verwendung sprachlicher Zeichen zu beschreiben; man kann mit ihm auch die Verwendung von Zeichen überhaupt (also auch von nichtsprachlichen Zeichen) erläutern (vgl. den obigen Hinweis auf Warnrufe im Tierreich). Die Nutzbarkeit des Organonmodells als Modell der Verwendung aller Zeichenarten macht es für die Beschreibung von Prozessen sprachlicher Kommunikation besonders geeignet, weil in diesen Prozessen das Vorkommen sprachlicher Zeichen immer mit dem von nichtsprachlichen Zeichen gekoppelt ist. Es spielen ja, um nur ganz elementare Beispiele für diese Kopplung zu geben, in mündlicher (Sprach-)Kommunikation neben den Sprachzeichen auch die Mimik, die Gestik und die Sprechweise eine Rolle, in schriftlicher (Sprach-)Kommunikation neben den Sprachzeichen auch die Art des Schriftträgers und der benutzte Schrifttyp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Nachteile des Modells ===&lt;br /&gt;
Kritisiert wird am Bühlerschen Modell unter anderem eine Vernachlässigung des Einflusses der Redekonstellation auf die sprachliche Äußerung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Ernst |Titel=Germanistische Sprachwissenschaft |Reihe=UTB. 2541 |Verlag=WUV |Ort=Wien |Datum=2008 |Seiten=39}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das auf Bühler aufbauende Kommunikationsmodell von [[Roman Ossipowitsch Jakobson|Jakobson]] kann zugleich als Kritik am Bühlerschen Organon-Modell aufgefasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontextualisierung ===&lt;br /&gt;
In der Literatur wird betont, dass das Organonmodell nicht isoliert, sondern in Zusammenhang mit den „Axiomen“ [[Karl Bühler]]s gesehen werden müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Ernst |Titel=Germanistische Sprachwissenschaft |Reihe=UTB |BandReihe=2541 |Verlag=WUV |Ort=Wien |Datum=2008 |Seiten=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vier-Seiten-Modell]] von [[Friedemann Schulz von Thun]]&lt;br /&gt;
* [[semiotisches Dreieck]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechakttheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Karl Bühler |Titel=Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache |Reihe=UTB für Wissenschaft |BandReihe=1159 |Auflage=3 |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart u. a. |Datum=1999 |ISBN=3-8252-1159-2 |Seiten=24–33 |JahrEA=1934}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Piroska Kocsány |Titel=Grundkurs Linguistik: ein Arbeitsbuch für Anfänger |Verlag=Fink |Ort=Paderborn |Datum=2010 |Seiten=26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunikationsmodell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kritischer Rationalismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-31366-29</name></author>
	</entry>
</feed>