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	<title>Organhandel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Organhandel&amp;diff=503361&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Grullab: Linkfix nach Verschieben</title>
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		<updated>2026-04-05T16:06:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Linkfix nach Verschieben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Organhandel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den gewinnorientierten Umgang und [[Handel]] mit menschlichen [[Organ (Biologie)|Organen]] und [[Gewebe (Biologie)|Geweben]]. Der illegale Organhandel ist von der zulässigen [[Explantation|Organentnahme und -übertragung]] mit [[Zustimmung|Einwilligung]] lebender oder verstorbener [[Organspender]] zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der internationale, illegale Organhandel wird dem Bereich der transnationalen [[Organisierte Kriminalität|organisierten Kriminalität]] (TOK) zugerechnet. Wenn dafür Organe gestohlen oder Menschen sogar entführt und ermordet werden, spricht man auch von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Organraub&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Insofern überschneidet er sich auch mit [[Menschenhandel]]. Der sogenannte [[Leichendiebstahl]] und -[[Leichenhandel|handel]] hingegen dient regelmäßig nicht medizinischen Zwecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesetzliche Situation in Deutschland ==&lt;br /&gt;
{{Deutschlandlastig}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Transplantationsgesetz ===&lt;br /&gt;
Bei Verabschiedung des [[Transplantationsgesetz (Deutschland)|Transplantationsgesetzes]] im Jahr 1997 stand den vielfältigen Möglichkeiten der Transplantationsmedizin, durch eine Organtransplantation Leben zu erhalten, ein deutlicher Mangel an geeigneten Spenderorganen gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (Transplantationsgesetz – TPG).&amp;#039;&amp;#039; {{BT-Drs|13|4355}} vom 16. April 1996, S. 15, S. 29 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die gewinnorientierte Ausnutzung existentieller Notlagen von potentiellen Organempfängern wie auch von Spendern unter Strafe zu stellen, sah bereits der Entwurf eines Strafrechtsänderungsgesetzes von 1995 vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|13|587}} vom 16. Februar 1995 (PDF; 431&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; §&amp;amp;nbsp;298 StGB-E stellte insbesondere das Handeltreiben mit Haut, Knochenmark, Leberexplantaten und Nieren unter Strafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die Gegenwart besteht die Versuchung, aus wirtschaftlichen Motiven die gesundheitliche Notlage lebensgefährlich Erkrankter auszunutzen. Denn der Nachfrageüberschuss nach nicht regenerierungsfähigen Organen, Organteilen oder Geweben hält an.&amp;lt;ref&amp;gt;Pamela Dörhöfer: [https://www.fr.de/wissen/organspende-spenderorgan-grosser-mangel-an-spenderorganen-a-655457 &amp;#039;&amp;#039;Großer Mangel an Spenderorganen&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Rundschau|FR]], 29. Oktober 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbot des Organ- und Gewebehandels gem. {{§|17|tpg|juris}} bis {{§|19|tpg|juris}} TPG gehört zur Materie des [[Nebenstrafrecht]]s. {{§|20|tpg|juris}} TPG enthält mit Bußgeld belegte leichtere Verstöße gegen die Verfahrensvorschriften des TPG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§§&amp;amp;nbsp;18, 19 TPG stellen die Organentnahme und den Organhandel sowie besonders schwere Verstöße gegen die im TPG enthaltenen Grundsätze und Verfahrensvorschriften unter Strafe. Organhandel im Sinne des Transplantationsgesetzes bedeutet die illegale Entnahme oder Transplantation von Organen, Geweben oder Zellen. Im Mittelpunkt steht die Körperverletzung oder sogar ein Tötungsdelikt und die Kommerzialisierung dieses Vorgangs über das nach ärztlichem Berufsrecht Erlaubte hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter das TPG fallen die in {{§|1a|tpg|juris}} Nr. 1 TPG genannten Organe mit Ausnahme der [[Haut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Organhandel ist im Gegensatz etwa zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln (vgl. {{§|3|btmg_1981|juris}} [[Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)|BtMG]]) in keinem Fall erlaubnisfähig. Bestraft werden können Spender, Händler und Empfänger eines Organs, insbesondere auch der Arzt, der um den Verkauf des Organs weiß, selbst aber nicht eigennützig agiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Mustafa Temmuz Oğlakcıoğlu: [https://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/12-08/index.php?sz=11#_ftn38 &amp;#039;&amp;#039;Aus aktuellem Anlass: Zum strafbaren Handeltreiben mit Organen gem. §§&amp;amp;nbsp;17, 18 TPG&amp;#039;&amp;#039;] HRRS 2012, S. 381 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; §&amp;amp;nbsp;18 Abs.&amp;amp;nbsp;4 TPG sieht die Möglichkeit einer Strafmilderung oder das Absehen von Strafe zugunsten von Spendern und Empfängern illegal gehandelter Organe vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organ- und Gewebehandel gem. §&amp;amp;nbsp;18 TPG ist auch dann strafbar, wenn die Tat im Ausland begangen wird und der Täter zur Zeit der Tat Deutscher ist ({{§|5|stgb|juris}} Nr. 17 StGB). Es besteht keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung für den Kauf einer Niere eines im Ausland lebenden Spenders.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundessozialgericht, Urteil vom 15. April 1997 – B 1 KR 25/95 R&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Richtlinie 2010/53/EU|EU-Transplantationsrichtlinie]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Richtlinie|2010|53|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. Juli 2010 über Qualitäts- und Sicherheitsstandards für zur Transplantation bestimmte menschliche Organe}}. In: &amp;#039;&amp;#039;ABl.&amp;#039;&amp;#039; L, Nr. 207, 6. August 2010, S. 14–29.&amp;lt;/ref&amp;gt; zielt primär auf die Sicherheit und die Qualität von rechtmäßig transplantierten Organen ab. Sie trägt durch die Einrichtung zuständiger Behörden, die Zulassung von Transplantationszentren, die Einführung von Bedingungen für die Bereitstellung von Spenderorganen und von Systemen für ihre Rückverfolgbarkeit nur indirekt dazu bei, den Organhandel zu bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Organ- und Gewebehandels ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Begriff des Handeltreibens =====&lt;br /&gt;
Das Verbot, mit Organen oder Geweben, die einer Heilbehandlung eines anderen zu dienen bestimmt sind, Handel zu treiben (§&amp;amp;nbsp;17 Abs.&amp;amp;nbsp;1 TPG), ist im Gesetz nicht näher definiert. Zur Auslegung des Begriffs kann auf die umfangreiche Rechtsprechung des [[Reichsgericht]]s&amp;lt;ref&amp;gt;RGSt 53, S. 310 ff., 313, 316; 51, S. 379 ff., 380; 52, S. 169 ff., 170&amp;lt;/ref&amp;gt; und des [[Bundesgerichtshof]]s&amp;lt;ref&amp;gt;BGHSt 6, S. 246 ff., 247; BGHSt 25, S. 290 ff., 291; 28, S. 308 ff., 309; 29, S. 239 ff., 240&amp;lt;/ref&amp;gt; zurückgegriffen werden, die der Gesetzgeber im [[Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)|Betäubungsmittelgesetz]] aufgegriffen hat.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (Transplantationsgesetz – TPG).&amp;#039;&amp;#039; {{BT-Drs|13|4355}} vom 16. April 1996, S. 29 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach ist unter Handeltreiben jede eigennützige, auf Güterumsatz gerichtete Tätigkeit zu verstehen, selbst wenn es sich nur um eine einmalige oder vermittelnde Tätigkeit handelt, die zudem grundsätzlich auch Tausch- und sogar Schenkungsgeschäfte beinhalten kann. Weder ist die Zuwendung eines Geldbetrages noch der Zufluss der Gegenleistung an den Handeltreibenden erforderlich. Kennzeichnend für den im Betäubungsmittelrecht weit auszulegenden Begriff des Handeltreibens ist das eigennützige Verhalten des Täters, wobei der Eigennutz auch in einer rein immateriellen Besserstellung bestehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/2003,3240 BSG, Urteil vom 10. Dezember 2003 – B 9 VS 1/01 R] Rdnr. 21&amp;amp;nbsp;m.w.N.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine uneingeschränkte Übernahme des weiten Begriffs des Handeltreibens aus dem Betäubungsmittelrecht in das TPG verbietet sich jedoch, weil beide Rechtsgebiete wenig Berührungspunkte miteinander haben: dort ein Gift, das Leben zerstört, und hier ein Organ, das Leben retten kann. Der Gesetzgeber wollte den gewinnorientierten Umgang mit menschlichen Organen verbieten und Anreize für einen Lebendspender beseitigen, seine Gesundheit um wirtschaftlicher Vorteile willen zu beeinträchtigen, etwa von sich aus eine Lebendspende anzubieten.&amp;lt;ref&amp;gt;AG Homberg (Efze), Urteil vom November 2001 – Az N.N. Ein Drogensüchtiger hatte seine Niere zum Preis von mindestens 100 000 DM im Internet zum Kauf angeboten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.n-tv.de/technik/Niere-bei-eBay-angeboten-article134032.html &amp;#039;&amp;#039;19-Jähriger verurteilt. Niere bei eBay angeboten&amp;#039;&amp;#039;] n-tv.de, 22. November 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb ist das Handeltreiben [[Auslegung (Recht)#Teleologische Auslegung|teleologisch]] zu reduzieren und nur dann als tatbestandsmäßig zu erfassen, wenn es die Gefahr der Ausbeutung eines Beteiligten – im weitesten Sinne – in sich trägt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/2003,3240 BSG, Urteil vom 10. Dezember 2003 – B 9 VS 1/01 R] Rdnr. 22/23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Rechtspolitik =====&lt;br /&gt;
Einzelne [[Gesundheitsökonomie|Gesundheitsökonomen]] befürworten die Legalisierung des Organhandels auf einem staatlich kontrollierten Markt, um die Zahl der Transplantationen zu erhöhen und die Behandlungskosten beispielsweise für Dialyse-Patienten zu senken.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederic Spohr: [http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/nachrichten/medizin-organhandel-benoetigt-einen-freien-markt/3416226.html &amp;#039;&amp;#039;Organhandel benötigt einen freien Markt&amp;#039;&amp;#039;] [[Handelsblatt]], 20. April 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strafgesetzbuch ===&lt;br /&gt;
Auf europäischer Ebene wurde die Menschenhandelsdefinition mit der [[Richtlinie 2011/36/EU (Menschenhandelsrichtlinie)|EU-Menschenhandelsrichtlinie]] um den &amp;#039;&amp;#039;Menschenhandel zwecks Organentnahme&amp;#039;&amp;#039; erweitert (vgl. Art. 2 Abs. 3 Menschenhandels-Richtlinie)&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Richtlinie|2011|36|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011 zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/629/JI des Rates}}. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Amtsblatt der Europäischen Union]].&amp;#039;&amp;#039; L 101/1, 15. April 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit an die Definition des UN-Zusatzprotokolls&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.dgvn.de/themenschwerpunkte/kriminalitaets-korruptionsbekaempfung/untoc-und-zusatzprotokolle/zusatzprotokolle-menschenhandel-und-schleusung/ |text=Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels |wayback=20171024043414}}  Website der [[Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen|DGVN]], abgerufen am 15. Juli 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; und des Übereinkommens des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels von 2005&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rm.coe.int/168047c9dd Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels] Warschau, 16. Mai 2005. Council of Europe Treaty Series – No. 197 (deutsch)&amp;lt;/ref&amp;gt; angeglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Gesetzgeber reagierte hierauf mit dem am 15. Oktober 2016 in Kraft getretenen Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Menschenhandels und zur Änderung des Bundeszentralregistergesetzes sowie des Achten Buches Sozialgesetzbuch vom 11. Oktober 2016 (MenHBVG).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.buzer.de/gesetz/12201/index.htm BGBl. I 2016, S. 2226]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Sebastian Bürger: [https://www.zis-online.com/dat/artikel/2017_3_1095.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Neuregelung des Menschenhandels. Umsetzung unionsrechtlicher Vorgaben und Schaffung eines stimmigen Gesamtkonzepts?&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 218&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik|ZIS]]&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 169–181&amp;lt;/ref&amp;gt; {{§|232|stgb|juris}} StGB wurde neu gefasst und um die rechtswidrige Organentnahme erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tatbestand des [[Menschenhandel]]s als [[Straftaten gegen die persönliche Freiheit|Straftat gegen die persönliche Freiheit]] umfasst eine bestimmte Tathandlung, ein bestimmtes Tatmittel und den Zweck, einen Menschen zur Organentnahme auszubeuten. Es steht der zum Objekt degradierte Organspender im Fokus, der ohne Einwilligung oder persönliche Verbundenheit mit dem Empfänger (vgl. {{§|8|tpg|juris}} Abs. 1 Satz 2 TPG) als menschliches „Ersatzteillager“ benutzt wird. Bestraft werden gem. §&amp;amp;nbsp;232 StGB nur die Täter, nicht die Opfer des Menschenhandels, auch nicht der Arzt, der rechtswidrig ein Organ entnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme umfasst nicht – wie bereits aus der Formulierung ersichtlich – die Entnahme von Gewebe oder Zellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Carolin Rama: [https://www.fu-berlin.de/sites/gpo/int_bez/frauenmenschenrechte/rama_menschenhandel/Rama-Recht-gegen-Menschenhandel.pdf &amp;#039;&amp;#039;Neue Entwicklungen zur Bekämpfung des Menschenhandels auf Ebene der Europäischen Union – Richtlinie 2011/36/EU vom 5. April 2011&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 399&amp;amp;nbsp;kB) Dezember 2013, S. 6/7)&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der Organhandel gem. §§&amp;amp;nbsp;18, 19 TPG mit einer Höchststrafe von bis zu 5 Jahren [[Freiheitsstrafe]] bestraft werden kann, beträgt die Höchststrafe bei gewerbs- oder bandenmäßigem Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme wegen des höheren [[Unwert|Unrechtsgehalts]] bis zu 10 Jahre Haft (§&amp;amp;nbsp;232 Abs.&amp;amp;nbsp;2 Nr. 3 StGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transnationale organisierte Kriminalität ==&lt;br /&gt;
Angesichts seiner globalen Verbreitung wird der Organhandel auch international pönalisiert. Die [[Weltgesundheitsorganisation|WHO]] verabschiedete am 13. Mai 1991 eine Entschließung mit 25 Leitsätzen für die Organtransplantation beim Menschen. Das [[Europäisches Parlament|Europäische Parlament]] sprach sich in einer Entschließung vom 14. September 1993 für ein Verbot des gewinnorientierten Handels mit Transplantaten in der gesamten Europäischen Gemeinschaft aus. 1997 wurde die [[Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin|Bioethik-Konvention]] des [[Europarat]]s verabschiedet&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.coe.int/t/dg3/healthbioethic/texts_and_documents/DIRJUR(97)5_German.pdf &amp;#039;&amp;#039;Erläuternder Bericht zum Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 354&amp;amp;nbsp;kB) Generalsekretariat des Europarats; Übersetzung aus dem Französischen ins Deutsche, DIR/JUR (97) 5&amp;lt;/ref&amp;gt; und 2002 um ein Zusatzprotokoll bezüglich der Transplantation von menschlichen Organen und Gewebe ergänzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/090000168008157b Zusatzprotokoll zum Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin bezüglich der Transplantation von menschlichen Organen und Gewebe] Straßburg 24. Januar 2002. Arbeitsübersetzung ins Deutsche, Sammlung Europäischer Verträge – Nr. 186&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europa ===&lt;br /&gt;
2003 stellte die [[Schweiz]]er Nationalrätin [[Ruth-Gaby Vermot-Mangold]] dem [[Europarat]] ihren Bericht vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ruth-Gaby Vermot-Mangold: [https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=1150 &amp;#039;&amp;#039;Trafficking in organs in Europe.&amp;#039;&amp;#039;] Europarat, Doc. 9822, 3. Juni 2003 (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie beschreibt darin die Machenschaften von international organisierten Verbrecherbanden, die den Bewohnern armer Regionen ihre Organe abkaufen, um sie im wohlhabenden Westen zu verkaufen. Konkret sprach Vermot mit 14 [[Moldawien|Moldawiern]], die eine Niere für 2500 bis 3000&amp;amp;nbsp;€ „gespendet“ hatten (das durchschnittliche Monatseinkommen in Moldawien liegt bei 120 bis 232&amp;amp;nbsp;€ je nach Quelle&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.moldawien.de/business/aktuelle-wirtschaftliche-lage.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Aktuelle wirtschaftliche Lage&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20150621170603}} moldawien.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php &amp;#039;&amp;#039;Durchschnittliches Einkommen weltweit&amp;#039;&amp;#039;.]&amp;lt;/ref&amp;gt;). Die Organe wurden in der [[Türkei]] illegal explantiert und zu unbekannten Empfängern transportiert. Spender werden dem Bericht zufolge auch in der [[Ukraine]], in [[Russland]], [[Rumänien]] und [[Georgien]] rekrutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Kosovokrieg]]s tötete die [[UÇK]] nach Angaben von [[Carla Del Ponte]], der ehemaligen Chefanklägerin am [[Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien|Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien]] in [[Den Haag]], [[Serbien|serbische]] Zivilisten und Gefangene, um die [[Gelbes Haus (Rribe)|Organe von Albanien aus zu verkaufen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/world/2008/apr/12/warcrimes.kosovo theguardian.com]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein im Dezember 2010 im Auftrag des [[Europarat]]s erstellter Bericht des Schweizers [[Dick Marty]] knüpft an diese Vorwürfe an und stellt einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen dem seit 2008 als Ministerpräsident des Kosovo amtierenden [[Hashim Thaçi]] und illegalem [[Organhandel im Kosovo]] her, der nach dem Abzug der serbisch-jugoslawischen Sicherheitskräfte und dem Einzug von [[United Nations Interim Administration Mission in Kosovo|UNMIK]] und [[NATO]]-geführten [[KFOR]]-Truppen in den Kosovo im Kosovo stattgefunden haben soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.swissinfo.ch/ger/specials/kosovo/Der_starke_Mann_Kosovos_unter_massivem_Beschuss_.html?cid=29033908 Der starke Mann Kosovos unter massivem Beschuss], Jean-Michel Berthoud, swissinfo.ch, 15. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;marty&amp;quot;&amp;gt;[http://assembly.coe.int/ASP/APFeaturesManager/defaultArtSiteView.asp?ID=964 Inhuman treatment of people and illicit trafficking in human organs in Kosovo], Dick Marty, Switzerland, Alliance of Liberals and Democrats for Europe, 12. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz Kenntnis der Vorgänge, so der Bericht, sollen die im [[Kosovo]] tätigen internationalen Organisationen die Täter aus politischem Kalkül nicht zur Rechenschaft gezogen haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel_15-12-2010&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://www.spiegel.de/politik/ausland/vorwuerfe-im-europarat-kosovo-premier-tha-i-soll-an-organmafia-beteiligt-sein-a-734741.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Vorwürfe im Europarat: Kosovo-Premier Thaçi soll an Organmafia beteiligt sein&amp;#039;&amp;#039;. |webciteID=6DzXoxnE2}} [[Spiegel Online]], 15. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blick-ch_14-12-2010&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.blick.ch/news/ausland/schweizer-mafiaboss-in-organhandel-verwickelt-id65317.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Die furchtbaren Details aus dem Bericht zum Kosovo-Krieg - «Schweizer» Mafiaboss in Organhandel verwickelt!&amp;#039;&amp;#039; |webciteID=6GKuF5jwe}} [[Blick (Zeitung)|Blick]], 14. Dezember 2010, von Henry Habegger.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marty_2011-01-07_p2&amp;quot;&amp;gt;Dick Marty: {{Webarchiv |url=http://www.refworld.org/cgi-bin/texis/vtx/rwmain?page=country&amp;amp;category=&amp;amp;publisher=COEPACE&amp;amp;type=&amp;amp;coi=SRB&amp;amp;rid=&amp;amp;docid=4d874ec52&amp;amp;skip=0 |text=&amp;#039;&amp;#039;Inhuman treatment of people and illicit trafficking in human organs in Kosovo&amp;#039;&amp;#039;. |webciteID=6GJvWAIb5}} Council of Europe, Parliamentary Assembly, Committee on Legal Affairs and Human Rights, Doc. 12462, 7. Januar 2011, S. 2 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Vermot-Mangolds Ansicht kann das Problem nur gemeinsam gelöst werden, indem die „Spender“- und die Empfängerländer zusammenarbeiten. Sie kritisiert insbesondere Bestrebungen einiger Staaten ([[Deutschland]], [[Schweiz]]), ihre Organhandelsverbote zu lockern. Sie schlägt vor, künftig ausschließlich Blutsverwandte als Lebendspender zuzulassen. Gleichzeitig soll die Bereitschaft der Bevölkerung zur post-mortem-Organspende gesteigert werden, um den medizinischen Bedarf besser zu decken. Die „Spenderländer“ sollen ihrer Ansicht nach die Ursachen (Armut und Korruption) bekämpfen. Organhandel soll genau wie Menschen- und Drogenhandel durch internationale polizeiliche Zusammenarbeit bekämpft werden ([[Interpol]], [[Europol]]). Jede Art der Beteiligung daran, selbst die Vermittlung einschlägiger Kontaktadressen, soll in ganz Europa bestraft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Volksrepublik China ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Organtransplantation in China|Kilgour-Matas-Gutmann-Untersuchungsbericht}}&lt;br /&gt;
Nach heftiger internationaler Kritik gegen die Politik in der [[Volksrepublik China]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blutige Ernte&amp;quot;&amp;gt;David Kilgour, David Matas: [https://organharvestinvestigation.net/report0701/report20070131-german.pdf Blutige Ernte – Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen der Organentnahmen an Falun Gong-Praktizierenden in China] (PDF; 547&amp;amp;nbsp;kB) November 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sturm: [https://www.faz.net/aktuell/politik/organspenden-in-china-zu-gesund-um-zu-leben-1437347.html &amp;#039;&amp;#039;Zu gesund, um zu leben?&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ.net]], 2. April 2007; abgerufen am 23. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; brachte der [[Staatsrat der Volksrepublik China|Staatsrat]] des Landes im April 2007 ein neues Gesetz auf den Weg, das jede Form von Organhandel verbietet und unter hohe Strafen stellt. Die gängige Praxis, Organe hingerichteter Häftlinge zu verwenden, wurde aber nicht in Frage gestellt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Huang Jiefu teilte dazu mit: „Wenn einige Kriminelle sich bewusst werden, dass sie der Gesellschaft geschadet haben, und das wieder gutmachen wollen, indem sie nach ihrem Tod ihre Organe spenden, sollte man das ermutigen, nicht ablehnen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nzz.ch/articleF30EG-1.140104 Peking will Organhandel kontrollieren.] In: [[Neue Zürcher Zeitung|NZZ]], 8. April 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass in China nach wie vor ein schwunghafter, schwer [[Menschenrechte|menschenrechts]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;widriger geheimer Organhandel des Staates mit Organen von &amp;#039;&amp;#039;zu diesem Zweck getöteten&amp;#039;&amp;#039; Mitgliedern der verbotenen religiösen [[Falun Gong|Falun-Gong]]-Bewegung stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.3sat.de/page/?source=/wissenschaftsdoku/sendungen/185086/index.html Ausgeschlachtet Organe auf Bestellung], 3sat, 18. Februar 2016, abgerufen am 25. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=Ezn1HVVMh1A&amp;amp;feature=youtu.be Einführung zur Dokumentation (8 Minuten)], Magazin Nano auf 3SAT, 18. Februar 2016, youtube, abgerufen am 25. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;amp;obj=56923 3sat-Interview mit Professor Huige Li], 18. Februar 2016, abgerufen am 25. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&amp;amp;obj=57083 |wayback=20171003025715 |text=&amp;#039;&amp;#039;Organhandel – Der Wert des Menschen&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2022-12-24 05:27:11 InternetArchiveBot }} Scobel, Gesprächsrunde, [[3sat]], 18. Februar 2016; abgerufen am 25. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Juni 2016 veröffentlichte der ehemalige kanadische Staatssekretär und Staatsanwalt [[David Kilgour]] [[Kanadischer Kronrat|PC]] zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt [[David Matas]] und dem China-Analytiker und Enthüllungsjournalisten [[Ethan Gutmann]] den gemeinsam erstellten Untersuchungsbericht [[Kilgour-Matas-Gutmann-Untersuchungsbericht|„Bloody Harvest / The Slaughter — An Update“]]. Der 680 Seiten umfassende Bericht stellt eine forensische Analyse aus über 2300 chinesischen Dokumenten und Webseiteninformationen dar. Laut Untersuchungsbericht fanden seit dem Jahr 2000 bis 2016 an 712 Leber- und Nierentransplantationszentren in ganz China jährlich zwischen 60.000 und 100.000 Organtransplantationen statt, sodass bis heute annähernd 1,5 Millionen Organtransplantationen durchgeführt wurden, ohne dass China über ein funktionsfähiges Organspendesystem verfügt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Independent&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Palin&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;CNN&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ägypten ===&lt;br /&gt;
[[Al-ʿArisch]] gilt als das Zentrum des [[Strafbarkeit|illegalen]] Organhandels auf dem Sinai.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/40203/ Im Reich des Todes.] sz-magazin.sueddeutsche.de; abgerufen am 10. November 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Leichenhalle des Krankenhauses wurden Verstorbene gefunden, deren Körper in der Mitte oder an den Seiten mit großen Stichen wieder zugenäht worden waren. Nieren, Leber, Herz und Augenlinsen waren entfernt worden. Um die tausend Opfer wurden in den letzten Jahren anonym im Al-Sadaka-[[Massengrab]] der Stadt begraben. Bei den Opfern handelt es sich häufig um [[Flüchtling]]e aus Afrika mit dem Ziel Israel. Sie werden von [[Beduinen]] entführt und gequält, um von ihren Familien [[Lösegeld]] zu erpressen. Ist der Erpressungsversuch nicht erfolgreich, werden sie umgebracht und die „verwertbaren“ Organe herausgeschnitten. Besteller und Empfänger sind Mediziner aus [[Kairo]]. Öffentlich bekannt wurde diese Praxis, als ein Kairoer Arzt mit einer [[Kühlbox]] voller menschlicher Organe im Auto auf dem Sinai verunglückte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf eine [[Kleine Anfrage (Deutschland)|Kleine Anfrage]] der [[Linksfraktion]] antwortete die deutsche [[Bundesregierung (Deutschland)|Bundesregierung]], man habe Hinweise, wonach auf dem Sinai ein Beduinenstamm von 2010 bis 2011 afrikanische Flüchtlinge entführt und ihnen Organe zum Weiterverkauf an ägyptische Krankenhäuser entnommen haben soll. Es sollen etwa 200 bis 250 Personen Opfer dieser Praxis geworden sein, nicht wenige seien durch die Eingriffe zu Tode gekommen. Nach Schätzungen der Organisation [[Ärzte für Menschenrechte]] (PHR) in [[Tel Aviv]] waren seit 2007 5000 bis 7000 afrikanische Flüchtlinge in beduinischen [[Folter]]kammern. Laut [[CNN]] operieren Mediziner und Organhändler auf der Halbinsel Sinai sogar mit mobilen Kliniken. Eine umfangreiche Dokumentation der [[Europäische Union|EU]] vom September 2012 zeichnet das Bild einer systematischen Organhandel-Industrie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/organhandel-auf-dem-sinai-tatort-aegypten/7628276.html &amp;#039;&amp;#039;Organhandel auf dem Sinai – Tatort Ägypten&amp;#039;&amp;#039;.] [[Der Tagesspiegel]], 15. Januar 2013; abgerufen am 15. Januar 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Schwellen- und Entwicklungsländer ===&lt;br /&gt;
Vorwiegend aus Schwellenländern sowie Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ wird immer wieder berichtet, dass Organe gegen Geld oder gegen andere Formen der Belohnung gekauft und zahlungskräftigen Kranken transplantiert werden. Dies soll im großen Stil geschehen. Sichere Hinweise für solche Praktiken liegen aus [[Indien]], [[Brasilien]], [[Afrika]] und [[China]] vor. China verwertet die Organe von hingerichteten oder verstorbenen Strafgefangenen offen kommerziell. In Brasilien und in [[Südafrika]] wurden illegale Organschieber bereits gerichtlich verurteilt. Die Gesamtindische Gesellschaft für die freiwillige Organspende glaubt, dass alleine dort in den letzten 25 Jahren mehr als 100.000 illegale Nierenverpflanzungen vorgenommen wurden. Die Spender erhalten umgerechnet 750 € bis 1000&amp;amp;nbsp;€. Die meisten Empfänger sind wohlhabende Inder oder Ausländer, z.&amp;amp;nbsp;B. aus [[Saudi-Arabien]], den [[Vereinigte Staaten|USA]], [[Israel]] und [[Westeuropa]]; sie bezahlen Einzelberichten zufolge 30.000 bis 250.000&amp;amp;nbsp;€ für eine Niere. Der Transplantationsmediziner Michael Friedlaender berichtete über israelische Patienten, die in Indien, in [[Osteuropa]] und im [[Irak]] Nieren erhalten hatten. Zeitweise wurden auch Lebendspender nach [[Tel Aviv]] eingeflogen; erst öffentliche Proteste beendeten diese Praxis.&amp;lt;ref&amp;gt;MM Friedlaender: &amp;#039;&amp;#039;The right to sell or buy a kidney: are we failing our patients?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Lancet]]&amp;#039;&amp;#039;, 2002;359(9310):971-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2022 wurde berichtet, dass afghanische Flüchtlinge, die sich im südlichen Teil [[Iran]]s in Krankenhäuser begaben, für tot erklärt worden sind und die Leichen bei der Übergabe an Verwandte keine Nieren mehr aufwiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christoph Reuter |url=https://www.spiegel.de/ausland/afghanistan-tausende-fliehen-vor-den-taliban-durch-die-wueste-a-b7477b24-09fc-448a-8ae0-a8163347f270 |titel=Afghanistan: Tausende fliehen vor den Taliban – durch die Wüste |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2022-05-13 |abruf=2022-06-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organhandel und Gewaltkriminalität ===&lt;br /&gt;
Unbestätigten Berichten zufolge sollen auch schon Menschen, etwa [[Straßenkind]]er, ermordet worden sein, um ihnen Organe entnehmen zu können. Dies wird z.&amp;amp;nbsp;B. aus [[Mosambik]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://taz.de/pt/2004/01/29/a0119.1/text &amp;#039;&amp;#039;Organhändler aufgespürt&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[die tageszeitung|taz]]&amp;#039;&amp;#039;, 29. Januar 2004; abgerufen am 2. Juni 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; und Russland&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Russland: Straßenkinder Opfer von Organhandel |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=1999-10-29 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/panorama/russland-strassenkinder-opfer-von-organhandel-a-49795.html |Abruf=2024-04-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; berichtet. In [[Ägypten]] beispielsweise weitet sich die mit dem Organhandel verbundene Kriminalität offenbar aus: So berichtete die [[ARD]] in einer Reportage vom Mai 2009 von vermehrt und wiederholt vorkommenden [[Entführung]]en von Kindern und Erwachsenen, bei denen den Opfern verschiedene Organe entnommen werden und diese in der Folge meist den Tod finden, da sie nicht medizinisch versorgt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Esther Saoub:&lt;br /&gt;
{{Webarchiv |url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/organhandel100.html |text=Organhandel in Ägypten: „Du bist die Erste, die noch lebt“. |wayback=20090527110854}} [[tagesschau.de]]; abgerufen am 2. Juni 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch sollen dort schon ganze Gruppen von Kindern entführt worden sein, die man Tage später regelrecht „ausgeschlachtet“ wieder auffand. Die einheimischen Kriminalbehörden stehen dem Phänomen bisher anscheinend machtlos gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilme ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.arte.tv/guide/de/050303-000/schwarzmarkt-organhandel |text=&amp;#039;&amp;#039;Schwarzmarkt Organhandel&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20140126142540}}. [[Arte]]-Dokumentation (Video, 82 Min., 2013)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikinews|Kategorie:Organhandel|Organhandel}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Independent&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gabriel Samuels: [https://www.independent.co.uk/news/world/asia/china-kills-millions-of-innocent-meditators-for-their-organs-report-finds-a7107091.html China kills millions of innocent meditators for their organs, report finds], The Independent, 29. Juni 2016, abgerufen am 26. August 2016&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Palin&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Megan Palin: [http://www.news.com.au/world/asia/a-bloody-harvest-thousands-of-people-slaughtered-for-their-organs-new-report-reveals/news-story/f447a106a86b2735d6beb4ae1685c160 &amp;#039;&amp;#039;‘A bloody harvest’: Thousands of people slaughtered for their organs, new report reveals&amp;#039;&amp;#039;.] News.com, 28. Juni 2016; abgerufen am 7. September 2016&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;CNN&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[http://myfox8.com/2016/06/26/report-china-still-harvesting-organs-from-prisoners-at-a-massive-scale/ Report: China still harvesting organs from prisoners at a massive scale.] CNN WIRE, FOX8, 26. Juni 2016; abgerufen am 9. September 2016&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4540332-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Besondere Strafrechtslehre (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nebenstrafrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizinethik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organtransplantation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schattenwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handelszweig]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Grullab</name></author>
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