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	<title>Oral History - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oral_History&amp;diff=556595&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jürgen Engel: /* Literatur */ Verlag eingefügt.</title>
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		<updated>2025-09-04T14:14:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Verlag eingefügt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt eine Methode der Geschichtswissenschaft. Für die erzählende Weitergabe von Informationen siehe [[Mündliche Überlieferung]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (englisch; wörtlich übersetzt „mündliche Geschichte“) ist eine Methode der [[Geschichtswissenschaft]], die auf dem Sprechenlassen von [[Zeitzeuge]]n basiert. Dabei sollen die Zeitzeugen möglichst wenig von dem [[Historiker]] beeinflusst werden. Insbesondere Personen aus diversen Milieus sollen auf diese Weise ihre Lebenswelt und Sichtweisen für die Nachwelt darstellen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendet wird die Methode vor allem für die [[Alltagsgeschichte]] und [[Volkskunde]], auch [[Lokalgeschichte]]. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039; kam in den 1930er-Jahren auf und wird seit den 1960er-Jahren auch im deutschen Sprachraum verwendet. Oft wird er auf alle Formen des Gesprächs mit Zeitzeugen angewandt, obwohl die Methode gerade kein Gespräch, sondern das freie Sprechen beinhaltet. Die meisten &amp;#039;&amp;#039;Oral-History&amp;#039;&amp;#039;-Projekte zeichnen die lebensgeschichtlichen Erinnerungen als Audio- oder Video-Interviews auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangspunkt ==&lt;br /&gt;
Historiker sind auf [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] angewiesen. Da aber nur ein begrenzter Personenkreis (schriftliche) Quellen hinterlässt, besteht die Gefahr, dass Menschen außerhalb dieses Personenkreises von der Nachwelt unzureichend berücksichtigt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Angehörige der Unterschicht; aber auch z.&amp;amp;nbsp;B. Manager haben nicht unbedingt von sich aus die Neigung, ihre Erinnerungen aufzuschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine herkömmliche Interviewtechnik, so die Befürchtung der Anhänger von &amp;#039;&amp;#039;Oral History,&amp;#039;&amp;#039; engt den Befragten zu sehr ein. Besser wäre es, den Zeitzeugen möglichst frei aus seinem Leben erzählen zu lassen, sodass der Zeitzeuge selbst entscheiden kann, was er für wichtig hält. Es geht dabei auch um Emotionen und Standpunkte, wie sie in anderen Quellen (Personenstandsakten, [[Nachruf|Nekrologen]] usw.) wenig vorkommen. Außerdem könne ein heutiger Historiker nicht wissen, welche Fragen einen Historiker in späteren Zeiten interessieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgehensweise ==&lt;br /&gt;
Traditionell lässt man bei der &amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039; seine Zeitzeugen frei erzählen. Das Erzählte wird mit einem [[Tonaufnahme]]gerät oder einer Videokamera festgehalten. Erinnerungsstützen wie Fotoalben, persönliche Objekte, [[Tagebuch|Tagebücher]] usw. unterstützen die Erzählung. Oft werden die Ton-Aufzeichnungen transkribiert, also mehr oder weniger wörtlich in Schrift übertragen. In einer Nachbearbeitung des Gesagten, eventuell mit dem Zeitzeugen, können Widersprüche geklärt oder Unklarheiten beseitigt werden. Umfangreichere Interviewsammlungen werden oft verschlagwortet und in digitalen Interview-Archiven aufbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entwicklung der Oral History ==&lt;br /&gt;
Die audiovisuell aufgezeichneten, narrativ-biografischen Interviews der Oral History sind zu einer wichtigen Quelle in der Geschichts- und in weiteren Sozial- und Geisteswissenschaften geworden. Sie halten mündliche Erzählungen von persönlichen Lebensgeschichten für die Nachwelt fest und stehen damit genau an der Schwelle vom individuellen und kommunikativen Gedächtnis der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum medial geformten kulturellen Gedächtnis der Gesellschaften. Im interdisziplinären Austausch mit der empirischen Kulturwissenschaft, der qualitativen Sozialforschung, den Bildungswissenschaften, der Traumaforschung und den Gender Studies haben sich Standards der Interviewführung und -auswertung etabliert, die in Zeitschriften wie &amp;#039;&amp;#039;[[BIOS (Fachzeitschrift)|BIOS]]&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, https://www.budrich-journals.de/index.php/bios&amp;lt;/ref&amp;gt;, und Verbänden wie der &amp;#039;&amp;#039;International Oral History Association&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;International Oral History Association, https://www.ioha.org/&amp;lt;/ref&amp;gt; weiterentwickelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der „Geburt des Zeitzeugen“&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Sabrow, Norbert Frei (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden viele Forschungsprojekte nach der Methode der Oral History durchgeführt, besonders mit Überlebenden des Holocaust. Im Sinne einer emanzipatorischen „Geschichte von unten“ wurden aber auch Lebensgeschichten von Frauen, Arbeitern oder Geflüchteten aufgezeichnet, also von Menschen, die eher selten schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Auch die unterschiedlichen Erfahrungen aus DDR- und Wende-Zeit wurden an vielen Stellen gesammelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrea Althaus, Linde Apel: &amp;#039;&amp;#039;Oral History,&amp;#039;&amp;#039; Version: 1.0, in: &amp;#039;&amp;#039;Docupedia-Zeitgeschichte,&amp;#039;&amp;#039; 28.03.2023, https://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-2478.&amp;lt;/ref&amp;gt; In geringerem Umfang entstanden auch Interviews mit Angehörigen der Eliten aus Politik und Wissenschaft; die Freie Universität Berlin und andere deutsche Hochschulen dokumentieren inzwischen ihre eigene Geschichte mit Oral-History-Projekten.&amp;lt;ref&amp;gt;Online-Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Erlebte Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, https://www.erlebte-geschichte.fu-berlin.de, Interviewarchiv &amp;#039;&amp;#039;Erlebte Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, https://archiv.erlebte-geschichte.fu-berlin.de. Weitere Projekte gibt es in Hagen, Bremen, Oldenburg und Leipzig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren entstanden neben groß angelegten Forschungs- und Dokumentationsprojekten mit jeweils Hunderten von Interviews auch kleinere Sammlungen mit regionalem oder thematischem Zuschnitt. Oral History-Interviews werden in Universitäten, Museen, Gedenkstätten, Archiven, Bibliotheken und Mediatheken gesammelt. Oft sind sie aber nicht gut erschlossen und schwer zugänglich. Nur wenige Forscher stellen ihre selbst geführten Interviews nach Projektabschluss für Sekundäranalysen bereit.&amp;lt;ref&amp;gt;Linde Apel: &amp;#039;&amp;#039;Oral History reloaded. Zur Zweitauswertung von mündlichen Quellen,&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Forschungen&amp;#039;&amp;#039; 65 (2015), S. 243–254.&amp;lt;/ref&amp;gt; Längst nicht alle Bestände sind digitalisiert. Viele Interview-Archive sind nur vor Ort zu konsultieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den größten Oral History-Zentren in Deutschland gehören das &amp;#039;&amp;#039;Archiv &amp;quot;Deutsches Gedächtnis&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; am [[Institut für Geschichte und Biographie]] der FernUniversität in Hagen (3.000 Interviews),&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv &amp;quot;Deutsches Gedächtnis&amp;quot;, https://deutsches-gedaechtnis.fernuni-hagen.de&amp;lt;/ref&amp;gt; die [[Werkstatt der Erinnerung]] an der [[Forschungsstelle für Zeitgeschichte]] in Hamburg (2.200 Interviews) und die [[Oral-History-Archive an der Freien Universität Berlin|Digitalen Interview-Sammlungen]] an der Universitätsbibliothek der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]] (800 Interviews). Die einzelnen Gedenkstätten zu den nationalsozialistischen Konzentrationslagern und zur DDR-Geschichte haben zusammen wohl über 10.000 Zeitzeugen-Interviews. Viele Museen, Stadtarchive, Geschichtswerkstätten oder Stiftungen haben weitere Bestände (vgl. die unvollständige [[Liste von Oral-History-Archiven]]). Eine kleine, aber wachsende Zahl dieser Interviewarchive ist über das Interviewportal &amp;#039;&amp;#039;Oral-History.Digital&amp;#039;&amp;#039; recherchierbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Oral-History.Digital. Interviewportal, Erschließungsplattform, Forschungsumgebung, https://portal.oral-history.digital/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen nutzt die früher primär auf Schriftquellen orientierte zeithistorische Forschung vielfach lebensgeschichtliche, narrative Interviews. Vor allem mit dem Cultural Turn und dem Boom der Memory Studies sind audiovisuell aufgezeichnete Erinnerungen zu wesentlichen Quellen für die Alltags-, Kultur- und Erfahrungsgeschichte geworden. Hinzu kommt ihre zentrale Rolle in der Geschichtsvermittlung durch Ausstellungen und Bildungsprojekte. Zunehmend analysieren auch Literaturwissenschaft, Linguistik oder Philosophie Oral History-Interviews. Dabei rücken neben dem subjektiv-biographischen Charakter des Zeugnisses verstärkt die mediale Verfasstheit und die digitale Rezeption in den Fokus. Während lange Zeit vor allem wenige selbst geführte Interviews analysiert wurden, wächst nun das Interesse an der Zweitauswertung bereits gesammelter Interviews. Die seit der Jahrtausendwende entstandenen digitalen Oral History-Archive erleichtern diese Sekundärnutzung und rücken statt der früher zentralen Transkripte nun die Ton- und Videoaufnahmen ins Zentrum der Analyse.&amp;lt;ref&amp;gt;Linde Apel, Almut Leh, Cord Pagenstecher: &amp;#039;&amp;#039;Oral History im digitalen Wandel. Interviews als Forschungsdaten,&amp;#039;&amp;#039; in: Linde Apel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erinnern, erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert,&amp;#039;&amp;#039; Metropol, Berlin 2022, S. 193–222.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projekte ==&lt;br /&gt;
* Oral-History-Projekte in Deutschland führten unter anderem [[Lutz Niethammer]] und [[Alexander von Plato]] durch, so zur Lebens- und Sozialgeschichte im [[Ruhrgebiet]] zwischen 1930 und 1960 (LUSIR) und, noch vor dem [[Mauerfall]], zur „volkseigenen Erfahrung“ in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]].&amp;lt;ref&amp;gt;Laudatio von [[Jürgen Reulecke]] anlässlich der Verleihung des [[Bochumer Historikerpreis]]es 2002 an Lutz Niethammer [https://www.isb.ruhr-uni-bochum.de/sbr/historikerpreis/laudatio_niethammer.html.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die [[Oral-History-Archive an der Freien Universität Berlin]] bieten Zugang zu umfangreichen Interviewbeständen, v.&amp;amp;nbsp;a. mit Lebensgeschichten von Überlebenden des Nationalsozialismus, aber auch zu anderen Themen und Epochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Steven Spielberg]] hat die [[Shoah Foundation]] gegründet, um möglichst viele Zeitzeugen zur [[Holocaust|Shoah]] aufzuzeichnen. Die Interviews mit Überlebenden im [[Visual History Archive]] sollen nach dem Aussterben dieser Generation die Erinnerung festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In den [[Gedenkstätte]]n zum [[Holocaust]] spielen Interviews eine zunehmende Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedhelm Boll, Annette Kaminsky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gedenkstättenarbeit und Oral History.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1999, ISBN 3-8305-0033-5 ([https://library.fes.de/pdf-files/netzquelle/a00-04021/a00-04021-1.pdf PDF-Datei]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Projekt &amp;#039;&amp;#039;Archimob&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Archives de la mobilisation&amp;#039;&amp;#039;) des gleichnamigen Vereins um den Filmemacher [[Frédéric Gonseth]], dem über vierzig Historiker und Filmschaffende angehören, sammelte zwischen 1999 und 2001 Zeugnisse über die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs. Aus 555 Videointerviews entstanden 22 Kurz-Dokumentarfilme sowie die Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;L’Histoire c’est moi&amp;#039;&amp;#039;. Archimob ist das bisher größte in der Schweiz durchgeführte Oral-History-Projekt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.archimob.ch&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Über siebzig Migrantinnen und Migranten haben an dem Projekt &amp;#039;&amp;#039;Da und fort. Leben in zwei Welten. Immigration und Binnenwanderung in der Schweiz (1945-2000)&amp;#039;&amp;#039; mitgewirkt und in Erzählworkshops ihre Lebensgeschichten dokumentiert. Sie kamen aus Italien, Deutschland, Ungarn, der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien in die Schweiz. Mit dabei waren auch Schweizerinnen und Schweizer, die in den vierziger und fünfziger Jahren aus abgelegenen Bergregionen in die urbanen Zentren gezogen sind. In einem weiteren Workshop setzten sich Kinder aus europäischen und überseeischen Ländern mit ihren Migrationserfahrungen auseinander.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Da und fort. Leben in zwei Welten. Immigration und Binnenwanderung in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Limmat Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-85791-331-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.migrant.ch/ |titel=Da und fort. Leben in zwei Welten. — Da und fort |abruf=2024-08-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Kernteam von Archimob realisiert seit 2006 ein weiteres audiovisuelles Oral-History-Archiv mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[humem]]&amp;#039;&amp;#039; (von engl. &amp;#039;&amp;#039;humanitarian memory&amp;#039;&amp;#039;). In den Jahren 2009 und 2010 wurden mit rund achtzig Persönlichkeiten aus der Entwicklungshilfe seit 1945 ganztägige Interviews geführt. Daraus entstanden ist der erste interaktive Dokumentarfilm der Schweiz, welcher an der Projektausstellung „Die andere Seite der Welt“ von 2011 von 2013 zu sehen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.humem.ch&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Online-Archiv Zwangsarbeit 1939–1945|Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945“]] enthält [[Narratives Interview|lebensgeschichtliche]] Audio- und Video-Interviews von 600 ehemaligen Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen aus 27 Ländern. Die Online-Anwendung „Lernen mit Interviews: Zwangsarbeit 1939–1945“&amp;lt;ref&amp;gt;https://lernen-mit-interviews.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; hilft Schülern, diese &amp;#039;&amp;#039;Oral-History&amp;#039;&amp;#039;-Interviews als historische Quelle zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Seit 2018 steht das deutsch-griechische Projekt &amp;#039;&amp;#039;[[Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland]]&amp;#039;&amp;#039; der Öffentlichkeit zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Seit April 2022 bietet die erste deutschsprachige virtuelle [https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/institut-fuer-geschichte-theorie-und-ethik-der-medizin/forschung/ags-1/oral-history Oral History-Forschungswerkstatt Düsseldorf] Raum zur methodischen Diskussion. Ziel ist es, qualitative Standards zu sichern und wissenschaftliche Kompetenzen in der Oral History weiterzuentwickeln.[https://www.pedocs.de/volltexte/2022/23931/pdf/BF_2021_2_Soehner_Qualitative_Analyse.pdf] Sie findet als ost-west-deutsches Projekt im monatlichen Wechsel statt mit der [https://www.uni-erfurt.de/philosophische-fakultaet/seminare-professuren/historisches-seminar/professuren/neuere-und-zeitgeschichte-und-geschichtsdidaktik/eventdetail/online-interpretationswerkstatt Online-Interpretationswerkstatt Erfurt], in der Forschende gemeinsam qualitative Interpretation üben und sich über die konkrete Forschungsarbeit austauschen.[https://www.uni-erfurt.de/philosophische-fakultaet/seminare-professuren/historisches-seminar/professuren/neuere-und-zeitgeschichte-und-geschichtsdidaktik/oral-history-forschungsstelle/wissenschaftlicher-austausch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Im [[Haus der Bayerischen Geschichte]] entstand das Portal &amp;quot;Zeitzeugen berichten&amp;quot; mit über 800 Zeitzeugeninterviews zur Bayerischen Geschichte&amp;lt;ref&amp;gt;https://hdbg.eu/zeitzeugen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Nur wenige Historiker betreiben die &amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039; in der ursprünglichen aufwändigen Weise, sondern sie benutzen durchaus Fragen und Nachfragen. Dies ist aber nichts anderes mehr als ein gewöhnliches Interview, wie es schon immer geführt wurde. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039; wird mittlerweile oft als ein bloßes Synonym für Interviews in der Geschichtsforschung verwendet oder für eine Geschichtsschreibung, die sich vor allem auf Interviews als Quelle stützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Frühzeit der &amp;#039;&amp;#039;Oral History&amp;#039;&amp;#039; wurden große Erwartungen mit der neuen Methode verknüpft: Eine „demokratische Geschichte“ wurde der „offiziellen Geschichte“ gegenübergestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu die selbstkritischen Äußerungen von Selma Leyesdorff: &amp;#039;&amp;#039;De mensen en de woorden.&amp;#039;&amp;#039; Meulenhoff, Amsterdam 2004, S.&amp;amp;nbsp;26/27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch sind auch die Interviews mit Zeitzeugen nur [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]], die im Zusammenhang mit anderen Quellen interpretiert werden müssen. Quellentechnisch sind sie ebenso kritisch wie [[Autobiografie]]n zu sehen. Unter diesen Voraussetzungen einer quellenkritischen Lesart können &amp;#039;&amp;#039;Oral-History&amp;#039;&amp;#039;-Quellen auch zur Rekonstruktion von Fakten, die häufig präzise erinnert werden, beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander von Plato: &amp;#039;&amp;#039;‚Es war moderne Sklaverei‘. Erste Ergebnisse des lebensgeschichtlichen Dokumentationsprojekts zur Sklaven- und Zwangsarbeit&amp;#039;&amp;#039;. BIOS 20(2), 2007, S. 251–290, 278–280.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Memoiren]]&lt;br /&gt;
* [[Erinnerungskultur]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Oral-History-Archiven]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Andrea Althaus, Linde Apel: &amp;#039;&amp;#039;Oral History,&amp;#039;&amp;#039; Version: 1.0, in: &amp;#039;&amp;#039;Docupedia-Zeitgeschichte,&amp;#039;&amp;#039; 28.03.2023, https://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-2478.&lt;br /&gt;
* Linde Apel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erinnern, erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Metropol-Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-86331-651-8.&lt;br /&gt;
* Nicolas Apostolopoulos, Cord Pagenstecher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt.&amp;#039;&amp;#039; Metropol Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86331-156-8 ([https://www.zwangsarbeit-archiv.de/projekt/tagung/tagungsband Inhalt]).&lt;br /&gt;
* Paul Atkinson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Narrative methods.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Oral history and testimony.&amp;#039;&amp;#039; Reprinted edition. SAGE Publications, London u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, ISBN 978-1-4129-0150-5.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Zeitzeugen, Historiker und ihr Publikum&amp;#039;&amp;#039;. Beitrag (2006) für die [[Bundeszentrale für politische Bildung]] ([https://www.bpb.de/themen/holocaust/ravensbrueck/60718/zeitzeugen-historiker-und-ihr-publikum/ online]).&lt;br /&gt;
* Alina Bothe, Christina Isabel Brüning (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschlecht und Erinnerung im digitalen Zeitalter. Neue Perspektiven auf ZeitzeugInnenarchive.&amp;#039;&amp;#039; LIT Verlag, Berlin/Münster 2015, ISBN 978-3-643-12369-5.&lt;br /&gt;
* Michael Egger: &amp;#039;&amp;#039;Der kleine Oral History Ratgeber.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von [[Gerald Schöpfer]] (= &amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;18.) Eigenverlag, Graz 2013, ISBN 978-3-901674-18-1.&lt;br /&gt;
* [[Alexander C. T. Geppert]]: &amp;#039;&amp;#039;Forschungstechnik oder historische Disziplin? Methodische Probleme der Oral History.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte in Wissenschaft und Unterricht.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;45, Nr.&amp;amp;nbsp;5, Mai 1994, {{ISSN|0016-9056}}, S.&amp;amp;nbsp;303–323.&lt;br /&gt;
* Gerhard Henke-Bockschatz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Oral History. (= Geschichte lernen, Heft 76).&amp;#039;&amp;#039; Friedrich, Seelze 2000.&lt;br /&gt;
* Sarah Jäggi: &amp;#039;&amp;#039;Arbeit im Gespräch. Oral History zum Wandel der Arbeit seit 1970.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2007, ISBN 978-3-906738-74-1.&lt;br /&gt;
* Uwe Kaminsky: &amp;#039;&amp;#039;Oral History.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans-Jürgen Pandel, Gerhard Schneider (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Medien im Geschichtsunterricht.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Wochenschau-Verlag, Schwalbach/Ts. 2002, ISBN 3-87920-430-6, S.&amp;amp;nbsp;451–467.&lt;br /&gt;
* [[Almut Leh]]: &amp;#039;&amp;#039;Oral History als Methode.&amp;#039;&amp;#039; In: S. Haas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Methoden der Geschichtswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2022, ISBN 978-3-658-27798-7.&lt;br /&gt;
* [[Lutz Niethammer]]: &amp;#039;&amp;#039;Lebenserfahrung und kollektives Gedächtnis. Die Praxis der „Oral History“.&amp;#039;&amp;#039; Syndikat, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-8108-0142-9.&lt;br /&gt;
* Cord Pagenstecher: &amp;#039;&amp;#039;Oral-History.Digital: Eine Erschließungs- und Rechercheplattform für audiovisuelle narrative Forschungsdaten.&amp;#039;&amp;#039; In: O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal11 (1), 2024, 1-8, https://doi.org/10.5282/o-bib/6007.&lt;br /&gt;
* [[Felicitas Söhner]]: &amp;#039;&amp;#039;Oral History in der Hochschullehre&amp;#039;&amp;#039;. Kleine Reihe Hochschuldidaktik, Frankfurt 2022, ISBN 978-3-7344-1386-5.&lt;br /&gt;
* [[Gregor Spuhler]] et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vielstimmiges Gedächtnis. Beiträge zur Oral History.&amp;#039;&amp;#039; Chronos-Verlag, Zürich 1994, ISBN 3-905311-45-3.&lt;br /&gt;
* Herwart Vorländer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Oral history. Mündlich erfragte Geschichte. Acht Beiträge&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleine Vandenhoeck-Reihe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1552). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1990, ISBN 3-525-33568-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Oral history|Oral History}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://portal.oral-history.digital Oral-History.Digital. Interviewportal, Erschließungsplattform, Forschungsumgebung]&lt;br /&gt;
* [https://www.zwangsarbeit-archiv.de Interview-Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945: Erinnerungen und Geschichte“]&lt;br /&gt;
* [https://www.zeitzeugenbuero.de/ Zeitzeugenbüro], Internetplattform der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur&lt;br /&gt;
* [https://wirtschaftsgeschichte.uni-graz.at/de/forschen/oral-history-archiv/ Oral History-Archiv der Universität Graz]&lt;br /&gt;
* [http://www.zeitzeugengeschichte.de zeitzeugengeschichte.de], offenes Webportal von Metaversa e.&amp;amp;nbsp;V. für Zeitzeugeninterviews&lt;br /&gt;
* [https://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/Filter/Didaktik/262 (Bildungs-)Materialien für Oral History (Lernen aus der Geschichte)]&lt;br /&gt;
* [http://www.youtube.com/memorodiebankdererinnerungenev Memoro – Die Bank der Erinnerungen e.&amp;amp;nbsp;V.], offenes, gemeinnütziges und internationales Webportal, ein Zeitzeugenarchiv&lt;br /&gt;
* [https://sowi-online.de/praxis/methode/oral_history_spurensuche_vor_ort.html sowi-online: „Oral History“ im Unterricht]&lt;br /&gt;
* [https://zwangsarbeit.lernen-mit-interviews.de Online-Anwendung „Lernen mit Interviews: Zwangsarbeit 1939–1945“]&lt;br /&gt;
* [https://www.mediathek.at/nc/type/8000/searchQuery/240/hash/NlKUlTKO/ Oral History-Interviews] im Onlinearchiv der [[Österreichische Mediathek|Österreichischen Mediathek]]&lt;br /&gt;
* Boaz Cohen: [https://www.researchgate.net/publication/333683245_Dov_Levin_-_from_Partisan_to_Researcher_Yad_Vashem_Studies_45_1_11-20 &amp;#039;&amp;#039;Dov Levin – from Partisan to Researcher&amp;#039;&amp;#039;], Übersetzung Naftali Greenwood, Yad Vashem studies, Januar 2017, 45(1): S. 11–20 PDF&lt;br /&gt;
** [[Dov Levin (Historiker)|Dov Levin]] hat mit 600 Interviews und sozialwissenschaftlichen Methoden einen Teil der Geschichte des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus erschlossen.&lt;br /&gt;
* Andrea Althaus, Linde Apel: &amp;#039;&amp;#039;[https://docupedia.de/zg/Althaus_apel_oral_history_v1_de_2023 „Oral History“]&amp;#039;&amp;#039;, Version: 1.0, in: [[Docupedia-Zeitgeschichte]], 28. März 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4115456-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quellenarbeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mündliche Überlieferung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsdidaktik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jürgen Engel</name></author>
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