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	<title>Oppositionswort - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T18:14:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oppositionswort&amp;diff=2647334&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2024-10-27T15:40:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oppositionswort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff aus der [[Altphilologie|altphilologischen]] Sprachforschung. Er besagt, dass gegensätzliche Wortbedeutungen in einem Begriff enthalten sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Oppositionswort#block_3 Duden online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Oppositionsworte werden [[Synonymie|synonym]] auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urworte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GUW&amp;quot; /&amp;gt; [[Antonym]]e enthalten jeweils nur &amp;#039;&amp;#039;eine&amp;#039;&amp;#039; von zwei gegensätzlichen Bedeutungen wie z.&amp;amp;nbsp;B. das Wortpaar ›heiß‹ und ›kalt‹. Oppositionsworte weisen dagegen zwei gegensätzliche Bedeutungen in einem einzigen Begriff auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
In den ältesten Sprachen gibt es Urworte, die eine in sich gegensätzliche Bedeutung enthalten,&lt;br /&gt;
# so z.&amp;amp;nbsp;B. [[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] λὁγος (&amp;#039;&amp;#039;logos&amp;#039;&amp;#039;) = ›Wertschätzung‹, ›Vernunft‹ – aber auch – ›leeres Gerede‹, ›Geschwätz‹.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Heidegger|Heidegger, Martin]]: &amp;#039;&amp;#039;Sein und Zeit&amp;#039;&amp;#039;. [1926] - Max Niemeyer-Verlag, Tübingen 1979, ISBN 3-484-70122-6, Seite 33, Zeile 12–21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# oder z.&amp;amp;nbsp;B. [[lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;sacer&amp;#039;&amp;#039; = ›heilig‹, ›geweiht‹ – aber auch – ›verrucht‹, ›verabscheuenswert‹.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sigmund Freud|Freud, Sigmund]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann Moses und die monotheistische Religion&amp;#039;&amp;#039;. (1939) Philipp Reclam jun., Stuttgart 2010; ISBN 978-3-15-018721-0; Nach der Seitenzahl ist die Zeilenzahl durch einen Stern (*) getrennt angegeben; Seite 149*18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ad 1)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [[Michel Foucault]] versteht die &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Wahnsinns&amp;#039;&amp;#039; und seiner Ausgrenzung im Zeitalter der Vernunft als Anliegen seiner gesellschaftskritischen Darstellung. Er versucht, diese Aus- und Abgrenzung insofern zu relativieren, als er eine Besinnung auf die gesellschaftlichen Bedingungen der Abgrenzung von Vernunft und Irrsinn und die damit verbundenen Interessenlagen darstellt. Foucault schreibt:&lt;br /&gt;
:„&amp;#039;&amp;#039;Man muß in der Geschichte jenen Punkt Null der Geschichte des Wahnsinns wiederzufinden versuchen, an dem der Wahnsinn noch undifferenzierte Erfahrung, noch nicht durch eine Trennung gespaltene Erfahrung ist.&amp;#039;&amp;#039;“&lt;br /&gt;
Dieses Anliegen wurde bereits in der Antike durch die Abwägung zwischen [[Hybris]] und [[Besonnenheit|Sophrosyne]] aufgenommen und durch die Thesen von [[Thrasymachos]] und [[Kallikles]] vertreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WUG&amp;quot;&amp;gt;[[Michel Foucault|Foucault, Michel]]: &amp;#039;&amp;#039;Wahnsinn und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. (Histoire de la folie. Paris, 1961) Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Suhrkamp, stw 39, 1973, ISBN 978-3-518-27639-6; Seite 7 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ad 2)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Freud deutet die entgegengesetzten Bedeutungen eines Oppositionswortes in seiner Moses-Abhandlung als Ausdruck der [[Ambivalenz]]. Damit zeige sich die Bedeutung der [[Affektivität]], welche die Unmöglichkeit einer rationalen Begründung in sich schließe. Die [[pejorativ]]e Bedeutung des lateinischen Worts ›sacer‹ ist in dem geflügelten Zitat &amp;#039;&amp;#039;›auri sacra fames‹&amp;#039;&amp;#039; von [[Vergil]] enthalten – der verfluchte Hunger nach Gold!&amp;lt;ref&amp;gt;Vergil, &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039; 3, 56 f.: ›quid non mortalia pectora cogis, auri sacra fames‹ „Wozu treibst du nicht die Herzen der Menschen, verfluchter Hunger nach Gold!“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in der deutschen Bedeutung des Wortes [[heilig]] ist die pejorative Bedeutung mit enthalten, so etwa in Wendungen wie ›heilige Unordnung‹, ›heilig&amp;#039;s Blechle‹, ›heilige Kanone‹ usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Sigmund Freud]] hat auf die Bedeutung der Urworte in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Traumdeutung&amp;#039;&amp;#039; hingewiesen. Der Traum stellt sich oft in gegensätzlichen Alternativen dar, die von Freud als Ausdruck des [[Primärprozess]]es angesehen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sigmund Freud|Freud, Sigmund]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumdeutung&amp;#039;&amp;#039;. [1900] Gesammelte Werke, Band II/III, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, Stellenhinweise: Taschenbuchausgabe der Fischer-Bücherei, Aug. 1966, Kap. VI. Die Traumarbeit, Abs. C. Die Darstellungsmittel des Traumes. Seite 265 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Jürgen Habermas]] referiert in seinem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Der Universalitätsanspruch der Hermeneutik&amp;#039;&amp;#039; diese Feststellungen Freuds und reiht sie in die Ergebnisse der Sprachforschung und der Deutung von Paläosymbolen ein. Er vermutet, dass die [[Einstellung (Psychosomatik)#Sprachforschung|Einstellungsambivalenz]] ursächlich für die Entstehung von Urworten ist und daher auch in der [[Sprachpathologie]] eine Rolle spielt. Bei bestimmten Formen mangelhafter Sprachentwicklung sei die Trennung von öffentlicher und privater Welt z.&amp;amp;nbsp;Tl. noch nicht klar genug ausgeprägt ([[Adualismus]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;GIN&amp;quot;&amp;gt;[[Jürgen Habermas|Habermas, Jürgen]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Universalitätsanspruch der Hermeneutik (1970).&amp;#039;&amp;#039; In: Zur Logik der Sozialwissenschaften, Suhrkamp Taschenbuch, Wissenschaft 517, Frankfurt &amp;lt;sup&amp;gt;5&amp;lt;/sup&amp;gt;1982, Seiten 345, 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnold Gehlen|Gehlen, Arnold]]: &amp;#039;&amp;#039;Urmensch und Spätkultur&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 1964&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Diamond, A.S.: &amp;#039;&amp;#039;The History and Origin of Language&amp;#039;&amp;#039;. London 1959.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Entwicklung der durch [[Carl Abel (Philologe)|Carl Abel]] beschriebenen Urworte zu Antonymen entspricht somit der psychologischen Entwicklung vom primärprozesshaften Denken zum Denken nach Gesichtspunkten des [[Sekundärprozess]]es, siehe → [[Psychogenetisches Grundgesetz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GUW&amp;quot;&amp;gt;[[Carl Abel (Philologe)|Abel, Carl]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Gegensinn der Urworte&amp;#039;&amp;#039;. 1884&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wolfgang Loch]] bestätigt, in genetischer Hinsicht sei eines der wesentlichen Merkmale der Sprache, dass die scharf umrissene Bedeutung eines Wortes sich zuletzt ausforme. Diese Bedeutung sei spätes Resultat des Sekundärprozesses. In frühen Stadien der [[Ontogenese]] hafte den Primärprozessen ein eher weiter »[[Extension und Intension#Extension|extensionaler]]« Charakter an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Loch|Loch, Wolfgang]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Theorie, Technik und Therapie der Psychoanalyse&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer Conditio humana (hrsg. von [[Thure von Uexküll]] &amp;amp; [[Ilse Grubrich-Simitis]] 1972), ISBN 3-10-844801-3, Seite 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Erich Fromm]] bezeichnet die Einheit der in ihr enthaltenen Gegensätze als [[paradoxe Logik]]. Die Entwicklung der Oppositionsworte hin zu Antonymen müsste daher als [[Dualismus]] bzw. als Ausdruck des Einflusses der aristotelischen [[Denkgesetze]] anzusehen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDL&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Fromm|Fromm, Erich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunst des Liebens&amp;#039;&amp;#039;. (1956) Ullstein, Frankfurt 1984, Buch-Nr. 35258; Seite 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Coincidentia oppositorum]]&lt;br /&gt;
* [[Antinomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalyse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Semantik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altphilologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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