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	<title>Opferthese - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Opferthese&amp;diff=971984&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-23021-2 am 11. Januar 2026 um 18:53 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-11T18:53:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Graz Monumyth 01.jpg|mini|Installation &amp;#039;&amp;#039;Monumyth&amp;#039;&amp;#039; (2019) von Eduard Freudmann am [[Befreiungsdenkmal (Graz)|Grazer Befreiungsdenkmal]] mit Schriftzug „Ö du [[Opfer (Schimpfwort)|Opfer]]“]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Opferthese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Opfermythos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet die nationale Externalisierung von Täterschaft und damit die Verdrängung der eigenen Mittäterschaft von Gesellschaft und Individuen, wie in vielen europäischen Staaten hinsichtlich des [[Nationalsozialismus]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;m265&amp;quot;&amp;gt;{{cite web | last= | first=Heidemarie Uhl | title=Opferthesen, revisited | website=bpb.de | date=2018-08-17 | url=https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/274259/opferthesen-revisited/ | language=de | access-date=2025-05-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aber allen voran in [[Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus|Österreich und dessen Mittäterschaft]] im Nationalsozialismus, bzw. dessen Verbrechen, inkl. des „[[Anschluss Österreichs|Anschlusses]]“ und nicht zuletzt am [[Holocaust]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum des Opfermythos steht die Identifizierung Österreichs, des Staats und dessen Volk,&lt;br /&gt;
als erstes Opfer der nationalsozialistischen Aggressionspolitik. Mittäterschaft, aber auch [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus#Widerstand in Österreich|Widerstand]] wird verdrängt, und stattdessen wird eine schicksalshafte Opferrolle beschworen und als aus der Verantwortung ziehendes Argument beansprucht, insbesondere gegenüber den [[Alliierte#Zweiter Weltkrieg|Alliierten]]. Insbesondere die Entwicklung eines &amp;quot;Heldengedenken&amp;quot;, markiert durch Kriegerdenkmäler in vielen österreichischen Orten, führte zur Verdrängung des Gedenkens der Opfer, der Anerkennung der (Mit-)Täterschaft und auch des Widerstands, hin zu einer Umkehr der Täter zum Opfer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;m265&amp;quot;/&amp;gt; Opfer von Fremdherrschaft, inkl. der Alliierten [[Besetztes Nachkriegsösterreich|Besatzung Österreichs]], und des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], wobei die Soldaten aus Österreich als pflichterfüllende Opfer stilisiert wurden und auf diese fokussiert wurde. Damit wurde die Opferthese im kollektiven Gedächtnis zur als sogenannten „[[Lebenslüge]]“ der [[Zweite Republik (Österreich)|Zweiten Republik]] und der Opfermythos wurde eingereiht in andere Erzählungen der Österreichischen Nationalbewusstseins, wie dem &amp;#039;&amp;#039;Habsburgermythos&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kaisermythos&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Gründungsmythos]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausdruck und zur langsamen Aufarbeitung dessen kam es ab den 1980er, in Österreich insbesondere mit der [[Waldheim-Affäre]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;m265&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung ==&lt;br /&gt;
Als Legitimation für die Annahme des Opferstatus Österreichs wurde – im Einklang mit der Inhaftierung österreichischer Regierungsangehöriger unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Truppen – auf den unfreiwilligen Untergang Österreichs als Völkerrechtssubjekt verwiesen. Als Unterstützung dieser These diente eine Textpassage in der [[Moskauer Deklaration]] vom 1. November 1943, in der die Außenminister von [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], der [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten von Amerika]] und der [[Sowjetunion]] die Ansicht vertreten, dass „Österreich das erste freie Land [sei], das der typischen Angriffspolitik Hitlers zum Opfer fallen sollte [und] von deutscher Herrschaft befreit werden soll“ und dass der „Anschluss“ von 1938 als „null und nichtig“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. Ehtreiber 2007, Stichwort „Opferthese“.&amp;lt;/ref&amp;gt; gelte. In der Folge galt der Staat Österreich staatsrechtlich als Opfer der NS-Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gesellte sich nach Kriegsende der Opferstatus von Einzelpersonen. Dabei wurde in der gesetzlichen Behandlung dieser zwischen politischen Opfern und Kriegsopfern unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heftig unterstützt wurde die Opferthese durch eine Vielzahl kultureller Aktivitäten: Die [[Salzburger Festspiele]] beriefen sich auf die Abberufung des Festspielpräsidenten [[Heinrich Puthon|Heinrich Freiherr von Puthon]] und des Mozarteum-Direktors [[Bernhard Paumgartner]] durch die [[Nationalsozialisten]] sowie auf deren Absetzung des Festspielstückes [[Jedermann]] am [[Salzburger Dom|Domplatz]]. Die [[Wiener Eisrevue]] präsentierte in ganz Europa [[Operette]]n- und [[Wiener Walzer|Walzer]]-Seligkeit, das [[Wiener Mozart-Ensemble]] gastierte eifrig in [[Florenz]], [[Paris]], [[Amsterdam]], [[Brüssel]], [[London]] und [[Moskau]]. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Sissi (Film)|Sissi]]-&amp;#039;&amp;#039;Filmtrilogie mit [[Romy Schneider]] und [[Karlheinz Böhm]] porträtierte ein unschuldiges Österreich der exzellenten Liebenswürdigkeit und der absoluten Harmlosigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen und Langzeitfolgen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mahnmal-Opfer-02.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers&amp;#039;&amp;#039; am Wiener [[Mexikoplatz]]]]&lt;br /&gt;
Einen frühen Niederschlag fand die Opferthese in den Formulierungen in der [[Österreichische Unabhängigkeitserklärung|Unabhängigkeitserklärung]] vom 27. April 1945. Denn mittels dieser sagte sich Österreich vom [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] los und das Dokument gilt als ein Gründungsdokument der Zweiten Republik. Darin heißt es u.&amp;amp;nbsp;a., „dass der Anschluss des Jahres 1938 […] durch militärische Bedrohung von außen und dem hochverräterischen Terror einer nazifaschistischen Minderheit eingeleitet [… und] durch militärische und kriegsmäßige Besetzung des Landes dem hilflos gewordenen Volke Österreichs aufgezwungen worden ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Akustisches Dokument auf {{Webarchiv|url=http://www.staatsvertrag.at/Kurzfuehrung.htm |wayback=20081220105412 |text=www.staatsvertrag.at |archiv-bot=2022-12-24 02:14:35 InternetArchiveBot }}, Hrsg.: Technisches Museum Wien mit Österreichischer Mediathek, abgerufen am 30.&amp;amp;nbsp;November 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswirkungen zeigte die Opferthese schon in der Nachkriegszeit insofern, als die [[Entnazifizierung]] in den ersten Nachkriegsjahren ([[Verbotsgesetz 1947]]) zwar zunächst schärfer als in [[Deutschland 1945 bis 1949|Deutschland]] erfolgte, im Zuge des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] aber praktisch eingestellt wurde und somit rückblickend betrachtet nicht im genügenden Ausmaß erfolgte. Auch wurde die Restitution geraubter Vermögenswerte zunehmend verzögert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch war die Verdrängung der Mittäterschaft zahlreicher Österreicher an den Gräueltaten während der NS-Zeit dafür verantwortlich, dass die [[Wiedergutmachung]] an den politischen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung ([[Juden]], [[Roma]] u.&amp;amp;nbsp;a.) nur äußerst schleppend vor sich ging. Anders hingegen wurden die „Kriegsopfer“ behandelt. Da „die nationalsozialistische Reichsregierung Adolf Hitlers […] das macht- und willenlos gemachte Volk Österreichs in einen sinn- und aussichtslosen Eroberungskrieg geführt hat, den kein Österreicher jemals gewollt hat“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot; /&amp;gt; war es leicht, Angehörige der [[Wehrmacht]] als Kriegsopfer zu titulieren. Zu diesen wurden auch Angehörige der [[Waffen-SS]] gerechnet, die ab 1. Oktober 1943 beigetreten waren, denn ab diesem Datum galt eine Zugehörigkeit als erzwungen. Dabei ging es weitgehend um die innenpolitische Aufteilung des „[[Drittes Lager|Dritten Lagers]]“ durch die beiden Parteien [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|SPÖ]] und [[Österreichische Volkspartei|ÖVP]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Opferthese wurde weiter in den Verhandlungen über den [[Österreichischer Staatsvertrag|Österreichischen Staatsvertrag]] von den österreichischen Regierungsmitgliedern (welche alle als KZ-Häftlinge, Emigranten etc. wirkliche NS-Verfolgte waren) genutzt, um den Passus der staatlichen Mitschuld wegzuverhandeln und um weitreichende Forderungen der UdSSR abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das konsequente Beibehalten der Opferthese über mehrere Jahrzehnte wurde in Österreich die [[Zeit des Nationalsozialismus]] bis in die frühen 1990er Jahre kaum aufgearbeitet und die Tätereigenschaft vieler Österreicher kaum wahrgenommen. Erst ab 1986 im Zuge der [[Waldheim-Affäre]] und des „Bedenkjahres“ (auch: „Gedenkjahres“) 1988 begann eine differenzierte Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit. So war [[Bundeskanzler (Österreich)|Bundeskanzler]] [[Franz Vranitzky]] im Jahre 1991 der erste offizielle Vertreter Österreichs, der die von Österreichern begangenen Verbrechen eingestand und dafür um Entschuldigung bat. Entsprechend kontrovers wurde deshalb auch die [[Wehrmachtsausstellung]] diskutiert, da sie bis dahin tabuisierte Inhalte offen zur Schau brachte. Dieses Umdenken ermöglichte auch die Realisierung des vom Innsbrucker Politikwissenschafter [[Andreas Maislinger]] bereits Ende der 70er Jahre vorgeschlagenen [[Gedenkdienst]]es durch den für den Zivildienst zuständigen Innenminister [[Franz Löschnak]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr spät, nämlich erst im Jahre 1998, setzte Österreich – unter massivem internationalen Druck, insbesondere durch Klagen aus den [[Vereinigte Staaten|USA]] – die [[Österreichische Historikerkommission|Historikerkommission]] der Republik Österreich ein, um den Vermögensentzug zwischen 1938 und 1945 sowie Rückstellungen und Entschädigungen nach 1945 zu erforschen und darüber zu berichten. Als Ergebnis dieser Forschungen und Bemühungen erfolgte ab diesem Zeitpunkt eine Vielzahl von Restitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ist der staatsrechtliche Vorgang 1938 im Hinblick auf die Republik Österreich als janusartiger Akt zu verstehen, dessen Interpretation in der Nachkriegszeit in Verbindung mit den verschiedensten Interessen während des Kalten Krieges zu sehen ist. Während der Staat Republik Österreich aus einem Blickwinkel Opfer der NS-Politik wurde, waren aus einem anderen Blickwinkel Staatsbürger der Republik Österreich willfährige Täter bei der Durchsetzung der NS-Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Manifestation der Opferthese werden (hier mit umgekehrten Vorzeichen) von einigen Journalisten die Reaktionen auf die so genannten „[[EU-Sanktionen gegen Österreich|EU-Sanktionen]]“ angesehen:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Nina Horaczek]]: &amp;#039;&amp;#039;„Echte Patrioten“ gegen „Österreich-Vernaderer“.&amp;#039;&amp;#039; In: Martin Strauß, Karl-Heinz Ströhle (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sanktionen. 10 Jahre danach. Die Maßnahmen der Länder der Europäischen Union gegen die österreichische Regierung im Jahr 2000.&amp;#039;&amp;#039; StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2010, ISBN 978-3-7065-4823-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als sich die damals 14 anderen EU-Mitgliedstaaten gegen eine Beteiligung der rechtspopulistischen [[FPÖ]] an der neu zu bildenden Regierung ausgesprochen hatten und – nach trotzdem erfolgter Koalition der ÖVP mit der FPÖ – auch diplomatische Sanktionen gegen diese Regierung eingeleitet worden waren, wurden von politischer Seite und in den Medien des Landes diese als bevormundende „Maßnahmen gegen Österreich“, also gegen das gesamte Land interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2022 erntete eine Aussage des österreichischen Außenministers [[Alexander Schallenberg]] im [[Krieg in der Ukraine seit 2014|Ukrainekonflikt]] Kritik, in der er ausdrückte, Österreich habe 1938 erlebt, wie es wäre, allein gelassen zu werden. Damit die Opferthese bemüht zu haben, wies Schallenberg als Missverständnis zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/6102078/1938-am-eigenen-leib-erlebt-kritik-an-schallenberg-aussage-in-zib-2 |titel=&amp;quot;1938 am eigenen Leib erlebt&amp;quot; - Kritik an... |datum=2022-02-21 |sprache=de |abruf=2022-02-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/2000133522053/aussenminister-alexander-schallenberg-in-der-zib-2die-sprachbilder-des-diplomaten |titel=Außenminister Alexander Schallenberg in der &amp;quot;ZiB 2&amp;quot;: Die Sprachbilder des Diplomaten |abruf=2022-02-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferthese in Südtirol ==&lt;br /&gt;
In [[Südtirol]] entwickelte sich unter anderen ereignisgeschichtlichen Vorzeichen ebenfalls eine Opferthese, die in wesentlichen Grundzügen dem in Österreich verbreiteten Argumentationsmuster gleicht. In der nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] vom [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]] annektierten, mehrheitlich deutschsprachigen Provinz entstand schon in den frühen 1930er Jahren&amp;amp;nbsp;– unter [[Italienischer Faschismus|faschistischer Herrschaft]]&amp;amp;nbsp;– mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Völkischer Kampfring Südtirols|Völkischen Kampfring]]&amp;#039;&amp;#039; eine dezidiert [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] Bewegung, die eine enorme Breitenwirkung erreichte und entscheidend dazu beitrug, dass bei der [[Option in Südtirol|Option]] ca. 85 % der Befragten die Emigration ins [[NS-Staat|Deutsche Reich]] wählten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hannes Obermair]]|Titel=„Großdeutschland ruft!“ Südtiroler NS-Optionspropaganda und völkische Sozialisation – “La Grande Germania chiamaǃ” La propaganda nazionalsocialista sulle Opzioni in Alto Adige e la socializzazione ‚völkisch‘|Verlag= [[Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte]]|Ort=[[Schloss Tirol]]|Auflage=2|Datum=2021|ISBN=978-88-95523-36-1|Seiten=16ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Einmarsch deutscher Truppen im September 1943 wurde vom Großteil der Südtiroler als „Befreiung“ begrüßt, in der anschließend errichteten [[Operationszone Alpenvorland]] unterstützte der &amp;#039;&amp;#039;[[Südtiroler Ordnungsdienst]]&amp;#039;&amp;#039; den Kampf gegen die verhältnismäßig wenigen [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerständler]] und die Organisation des [[Holocaust]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Rolf Steininger]] |Titel=Südtirol. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart |Verlag=StudienVerlag |Ort=Innsbruck-Wien-München-Bozen |Datum=2003 |ISBN=3-7065-1348-X |Seiten=40–62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] breitete sich Schweigen über die nationalsozialistischen Verstrickungen der Südtiroler. Im [[Kollektives Gedächtnis|kollektiven Gedächtnis]] wurde die Option als Willkürakt fremder Mächte gedeutet, der die Südtiroler zu Opfern von gleich zwei totalitären Diktaturen machte; die überwältigende Mehrheit für die Emigration ins Deutsche Reich wurde im Wesentlichen als direkte Folge der aggressiven [[Italianisierung]]skampagne des faschistischen Italien erklärt. Ermöglicht wurde diese Opferthese durch eine völlig fehlende [[Entnazifizierung]] (wie auch Entfaschisierung) in Italien; strategisch diente sie zunächst politischen Forderungen nach einer Rückgliederung nach Österreich, später der Legitimierung der [[Autonomie Südtirols]]. Obwohl [[Claus Gatterer]] das Themenfeld bereits in den späten 1960er Jahren kritisch zu bearbeiten begonnen und insbesondere [[Leopold Steurer (Historiker)|Leopold Steurer]] in den 1980ern das herkömmliche Südtiroler Geschichtsbild zur NS-Zeit dekonstruiert hatte, blieb die Opferthese bis in die 1990er Jahre hinein eine dominante [[Geschichtspolitik|geschichtspolitische]] Strömung, ehe sie im Zuge einer intensiven [[Vergangenheitsbewältigung|Aufarbeitung]] zunehmend zurückgedrängt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eva Pfanzelter]]: &amp;#039;&amp;#039;Die (un)verdaute Erinnerung an die Option 1939&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte und Region/Storia e regione]]&amp;#039;&amp;#039;, 2/2013, S. 13–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Saubere Wehrmacht|Legende von der sauberen Wehrmacht]]&lt;br /&gt;
* [[Brava-Gente-Mythos]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Botz (Historiker)|Gerhard Botz]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und kollektives Gedächtnis in der Zweiten Republik. „Opferthese“, „Lebenslüge“ und „Geschichtstabu“ in der Zeitgeschichtsschreibung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Kos]], Georg Rigele (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Inventur 45/55. Österreich im ersten Jahrzehnt der Zweiten Republik.&amp;#039;&amp;#039; Sonderzahl, Wien 1996, ISBN 3-85449-092-5, S.&amp;amp;nbsp;51–85.&lt;br /&gt;
* Ewald Ehtreiber: Stichworte: „&amp;#039;&amp;#039;Opferthese&amp;#039;&amp;#039;“, „&amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitsbewältigung&amp;#039;&amp;#039;“, „&amp;#039;&amp;#039;Wehrmachtsausstellung&amp;#039;&amp;#039;“ und „&amp;#039;&amp;#039;Wiedergutmachung&amp;#039;&amp;#039;“. In: [[Oswald Panagl]], [[Peter Gerlich]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der politischen Sprache in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; ÖBV, Wien 2007, ISBN 978-3-209-05952-9.&lt;br /&gt;
* Anton Legerer: &amp;#039;&amp;#039;Gedenkdienste: NS-Bewältigung in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tatort: Versöhnung. Aktion Sühnezeichen in der BRD und in der DDR und Gedenkdienst in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2011, ISBN 978-3-374-02868-9, S.&amp;amp;nbsp;409–458.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Maislinger]]: &amp;#039;&amp;#039;„Vergangenheitsbewältigung“ in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und Österreich. Psychologisch-pädagogische Maßnahmen im Vergleich.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Deutschland Archiv]], September 1990.&lt;br /&gt;
* Günther Sandner: &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitspolitik im Kabinett. Die Debatten um die österreichischen Kriegsopfer am Beginn der Zweiten Republik.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Oswald Panagl]], [[Ruth Wodak]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Text und Kontext. Theoriemodelle und methodische Verfahren im transdisziplinären Vergleich.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2004, ISBN 3-8260-2838-4, S.&amp;amp;nbsp;131–147.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Heidemarie Uhl]]: [https://webapp.uibk.ac.at/ojs/index.php/OEZP/article/view/1054 &amp;#039;&amp;#039;Das „erste Opfer“. Der österreichische Opfermythos und seine Transformationen in der Zweiten Republik&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 83&amp;amp;nbsp;kB). [[Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft]], 1/2001.&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
| autor   = Malte Switkes vel Wittels&lt;br /&gt;
| url     = https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/oesterreich-die-moskauer-erklaerung-und-der-opfermythos/&lt;br /&gt;
| titel   = Österreich, die Moskauer Erklärung und der Opfermythos&lt;br /&gt;
| werk    = www.zukunft-braucht-erinnerung.de&lt;br /&gt;
| zugriff = 2017-10-19&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* Emrawi Kollektiv: [https://emrawi.org/?Austrian-Victimmyth-Identity-565 Austrian &amp;quot;Victimmyth&amp;quot; Identity].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Zweite Republik Österreich)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-23021-2</name></author>
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