<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Operationalismus</id>
	<title>Operationalismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Operationalismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Operationalismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-23T23:15:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Operationalismus&amp;diff=1431922&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Operationalismus&amp;diff=1431922&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-04-25T22:34:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
Den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Operationalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von lat. operatio: Verrichtung), mitunter auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Operationismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Zittel: &amp;#039;&amp;#039;Wissen und soziale Konstruktion.&amp;#039;&amp;#039; Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003725-3, S. 132 ([http://books.google.de/books?id=GU9QcDDWTkMC&amp;amp;pg=PA132 online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  genannt, kennzeichnet die These, dass die Bedeutung eines Begriffs aus nichts weiter bestehe als einer Reihe von Operationen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Koschnick|Wolfgang J. Koschnick]]: &amp;#039;&amp;#039;Standardwörterbuch für die Sozialwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;M-Z.&amp;#039;&amp;#039; K. G. Saur, München / London / New York / Paris 1993, ISBN 3-598-11080-4, S. 1047.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die betreffende [[Wissenschaftstheorie|wissenschaftstheoretische]] Position geht zurück auf den Physiker [[Percy Williams Bridgman]], der sich in seinem 1927 erschienenen &amp;#039;&amp;#039;The Logic of Modern Physics&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Percy Williams Bridgman: [http://www.google.lu/books?id=zGUGAQAAIAAJ&amp;amp;q=%27%27The+Logic+of+Modern+Physics%27%27&amp;amp;dq=%27%27The+Logic+of+Modern+Physics%27%27 The Logic of Modern Physics]. 1927.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit der [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Interpretation der [[Relativitätstheorie]] auseinandersetzt.&lt;br /&gt;
== Der strenge Operationalismus von Bridgman ==&lt;br /&gt;
Nach Bridgmans Auffassung ist wissenschaftliche Objektivität gegründet auf die Verwendung von [[Operationale Definition|operationalen Definitionen]]. Damit ein wissenschaftlicher [[Begriff (Philosophie)|Begriff]] empirisch gültig sei, müsse er in Form von spezifischen Messverfahren definiert werden; so wie etwa „Länge“ dadurch definiert werde, dass man ein Metermaß an das jeweilige zu messende Objekt anlege. Die Bedeutung eines Begriffes erschöpfe sich also in einer Reihe angebbarer Messoperationen; der Begriff sei bedeutungsgleich mit den betreffenden Operationen. Damit hat Bridgman nicht nur die Kriterien der Gültigkeit ([[Validität]]) eines Begriffs außerhalb des menschlichen Bewusstseins angesiedelt, sondern den Begriff selber mit einer Menge bewusstseinsunabhängiger Operationen gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik des Operationalismus ==&lt;br /&gt;
Während der Ausdruck „[[Operationalisierung|operationale Definition]]“  allgemeine, wenn auch nicht immer sonderlich präzise Verwendung gefunden hat,&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Karl-Dieter Opp: &amp;#039;&amp;#039;Methodologie der Sozialwissenschaften. Einführung in Probleme ihrer Theorienbildung.&amp;#039;&amp;#039; Reinbek 1970, S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist die von Bridgman damit verbundene erkenntnistheoretische Radikalposition, die Reduzierung von Bedeutung auf Messoperationen, auf scharfe Kritik gestoßen. Die Position sei [[Methodologie|methodologisch]] unhaltbar, weil die theorieabhängige Bedeutung eines Begriffs grundsätzlich unabhängig von entsprechenden Messverfahren sei; letztere gäben lediglich an, unter welchen empirischen Bedingungen von der entsprechenden Erscheinung bzw. einer empirischen Realisierung des Begriffs gesprochen werden könne. Die Bedeutung eines Begriffs erschöpfe sich keineswegs in einem einzelnen, bestimmten Messverfahren; so sei es durchaus theoretisch möglich und zulässig, dass ein und derselbe Begriff mit unterschiedlichen Verfahren gemessen werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;V. S. Švyrjev: &amp;#039;&amp;#039;Zum Verhältnis von theoretischer und empirischer Wissensebene.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Logik der wissenschaftlichen Erkenntnis.&amp;#039;&amp;#039; Akademie Verlag, Berlin 1967. (Moskau 1964), S. 97f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso wie bei dem analogen Reduktionsversuch von [[Rudolf Carnap]]&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Carnap: &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Zeitschrift für philosophische Forschung, XIV. (1960), S. 209 ff., S. 571 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auf ungelöste Schwierigkeiten beim Definieren von [[Dispositionsbegriff]]en verwiesen, nämlich grundsätzlich dadurch, dass Begriffe &amp;quot;theorieimprägniert&amp;quot; seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Lenk: &amp;#039;&amp;#039;Philosophie im technischen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; W. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1971, S. 86f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Hilary Putnam]] ist es &amp;quot;wohlbekannt&amp;quot;, dass der &amp;quot;strenge Operationalismus&amp;quot; von Bridgman &amp;quot;dem tatsächlichen Gebrauch wissenschaftlicher wie alltäglicher Ausdrücke nicht gerecht zu werden vermag.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Hilary Putnam: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung von &amp;quot;Bedeutung&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039; Klostermann, Frankfurt am Main 1979, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liberalisierte Versionen des Operationalismus wie die von Carnap oder Ramsey würden zwar dem tatsächlichen Gebrauch zwar gerecht, jedoch &amp;quot;nur, indem sie aus der Mitteilbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse ein &amp;#039;&amp;#039;Wunder&amp;#039;&amp;#039; machen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Hilary Putnam: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung von &amp;quot;Bedeutung&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039; Klostermann, Frankfurt am Main 1979, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Keine operationale Definition [liefere] eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Anwendung irgendeines solchen Wortes&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Hilary Putnam: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung von &amp;quot;Bedeutung&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039; Klostermann, Frankfurt am Main 1979, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Karl Popper]] überschreiten [[Universalien]] oder dispositionale Ausdrücke das, was durch die jeweilige Erfahrung gegeben ist. Die Hoffnung, dass durch Lösung des Problems der subjunktiven Konditionalsätze&amp;lt;ref&amp;gt;Axel Bühler: &amp;#039;&amp;#039;Universalien, Dispositionen und Naturnotwendigkeit (Anhang *X).&amp;#039;&amp;#039; In: Herbert Keuth (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Karl Popper, Logik der Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Akademie Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-05-003021-6, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine operationale Definition der Universalien vollständig gelingen könne, ist daher unbegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Popper: &amp;#039;&amp;#039;Universalien, Disposition und Naturnotwendigkeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Logik der Forschung. Neuer Anhang.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1984, ISBN 3-16-944778-5, S. 396.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Methodologische und philosophische Rezeption sowie Parallelen ==&lt;br /&gt;
Der psychologische [[Behaviorismus]] wurde u. a. von seinem Begründer [[Burrhus Frederic Skinner]] mit dem Operationalismus verknüpft. [[Herbert Dingle]]s Ansatz hatte viele Parallelen mit Bridgman, aber auch rationalistische Akzente.&amp;lt;ref&amp;gt;G. J. Whitrow: [http://articles.adsabs.harvard.edu//full/1980QJRAS..21..333W/0000335.000.html &amp;#039;&amp;#039;Obituary - Dingle, Herbert.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Royal Astronomical Society Quarterly Journal.&amp;#039;&amp;#039; 21 (1980), S. 333–336.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hugo Dingler]]s „Operativismus“ ist nicht mit „Operationalismus“ zu verwechseln, stellt er doch in Gegensatz zu Bridgman ein philosophisches Begründungsprogramm ([[Certismus]]) auf, um durch ein System von Operationen die Naturwissenschaften auf sichere und exakte Weise zu begründen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Jensen: &amp;#039;&amp;#039;Erkenntnis - Konstruktivismus - Systemtheorie.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Opladen 1999, ISBN 3-531-13381-0, S. 92 ([http://books.google.de/books?id=tH0y22CDmCYC&amp;amp;pg=PA92 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Dingler rezensiert Bridgmans Hauptwerk und entwickelt selber eine Theorie eines allgemeinen konstruktivistischen Ansatzes, in dessen Wirkungsgeschichte auch der [[Erlanger Konstruktivismus]] steht – [[Paul Lorenzen]] wird Schüler Dinglers.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Zitterbarth: [http://www.univie.ac.at/constructivism/papers/zitterbarth/zitterbarth91-erlangen.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Erlanger Konstruktivismus in seiner Beziehung zum Konstruktiven Realismus.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 94&amp;amp;nbsp;kB). In: M. F. Peschl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Formen des Konstruktivismus in Diskussion.&amp;#039;&amp;#039; WUV–Universitätsverlag, Wien 1991, S. 73–87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen zum frühen Operationalismus Bridgmans sieht man bei [[Rudolf Carnap]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[George N. Schlesinger]], S. 33 mit Verweis auf Philipp Frank: &amp;#039;&amp;#039;Modern Science and Its Philosophy&amp;#039;&amp;#039; Cambridge, MA: Harvard University Press 1949, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Wissenschaftstheoretikern wie [[Stephen Toulmin|S. Toulmin]], W. H. Watson und [[Norwood Russell Hanson|N. R. Hanson]] werden verwandte Ideen zugeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Feigl]]: [http://xtf.lib.virginia.edu/xtf/view?docId=DicHist/uvaBook/tei/DicHist3.xml;chunk.id=dv3-69 &amp;#039;&amp;#039;Positivism in the 20th Century.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;The Dictionary of the History of Ideas.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind ebenfalls von [[Ludwig Wittgenstein]]s Auffassung beeinflusst, dass sich die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke durch ihren Gebrauch ergebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Percy Williams Bridgman: &amp;#039;&amp;#039;The logic of modern physics&amp;#039;&amp;#039;.  Macmillan, 1958.&lt;br /&gt;
* [[George N. Schlesinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Operationalism.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Philosophy.&amp;#039;&amp;#039; Band 7, S. 29–33.&lt;br /&gt;
* [[Carl Gustav Hempel]]: &amp;#039;&amp;#039;A Logical Appraisal of Operationalism.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Scientific Monthly.&amp;#039;&amp;#039; 79 (1954), S. 215–220. (auch in: &amp;#039;&amp;#039;Aspects of Scientific Explanation.&amp;#039;&amp;#039; New York 1965, S. 123–133)&lt;br /&gt;
* [[Herbert Feigl]]: &amp;#039;&amp;#039;Operationism and Scientific Method.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychological Review.&amp;#039;&amp;#039; 52 (1945), S. 250–259. (auch in: Herbert Feigl, [[Wilfrid Sellars]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Readings in Philosophical Analysis.&amp;#039;&amp;#039; New York 1949, S. 510–514)&lt;br /&gt;
* Gustav Bergmann: &amp;#039;&amp;#039;Sinn und Unsinn des Operationalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Topitsch (Hrsg.): L&amp;#039;&amp;#039;ogik der Sozialwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Köln Berlin 1965, S. 104–112. (zuerst: 1954)&lt;br /&gt;
* Kurt Hübner: &amp;#039;&amp;#039;Kritik der wissenschaftlichen Vernunft.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Karl Alber, Freiburg / München 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/operationalism/|Operationalism|Hasok Chang}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[el:Οπερασιοναλισμός]]&lt;br /&gt;
[[en:Operationalization]]&lt;br /&gt;
[[fi:Operationalisointi]]&lt;br /&gt;
[[it:Operazionismo]]&lt;br /&gt;
[[ja:操作主義]]&lt;br /&gt;
[[nn:Operasjonalisering]]&lt;br /&gt;
[[no:Operasjonalisering]]&lt;br /&gt;
[[pl:Operacjonalizacja problemu badawczego]]&lt;br /&gt;
[[sk:Operacionalizmus]]&lt;br /&gt;
[[sv:Operationalism]]&lt;br /&gt;
[[uk:Операціоналізм]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
	</entry>
</feed>