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	<title>Oneg Schabbat - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oneg_Schabbat&amp;diff=2778417&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Katsumo: /* Einzelnachweise */ Einzelnachweise zweispaltig gesetzt</title>
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		<updated>2026-02-05T11:44:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; Einzelnachweise zweispaltig gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk can used to store documents.JPG|miniatur|Eine der Milchkannen, in denen das Ringelblum-Archiv versteckt wurde.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oneg Schabbat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|עונג שבת}} – Freude am [[Sabbat]], weitere Schreibweisen: &amp;#039;&amp;#039;Oneg Shabbat&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Oyneg Shab(b)es&amp;#039;&amp;#039;) war ein Tarnname für das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geheime Archiv des Warschauer Gettos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ringelblum-Archiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Das Untergrundarchiv im [[Warschauer Ghetto]] wurde ab 1939 während der [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|deutschen Besetzung Polens]] von einer Gruppe jüdischer Intellektueller unter Leitung von [[Emanuel Ringelblum]] aufgebaut. Es dokumentiert das Leben und Sterben der [[Juden]] während der [[Schoah]] und gehört zum [[Weltdokumentenerbe]] der [[UNESCO]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Wichtiger als unser Leben. Das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos |Hrsg=Ulla-Britta Vollhardt; Mirjam Zadoff |Verlag=Wallstein-Verlag für das NS-Dokumentationszentrum München |Datum=2023 |ISBN=978-3-8353-5492-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele der Sammlung ==&lt;br /&gt;
Hauptziel von Oneg Shabbat war es, das jüdische Leben im Angesicht des drohenden [[Völkermord]]s für die Nachwelt zu dokumentieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.belltower.news/ns-dokumentation-emanuel-ringelblum-und-sein-widerstandsarchiv-153779/ |titel=NS-Dokumentation: Emanuel Ringelblum und sein Widerstandsarchiv |datum=2023-11-10 |sprache=de-DE |abruf=2025-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Archiv wollte die jüdische Kultur der verfolgten und unterdrückten Menschen bewahren und ihnen eine Stimme verleihen, die über die Grenzen des Ghettos hinaus gehört wird. Um den Alltag und die persönlichen Erfahrungen der Menschen mit einzubeziehen, gingen Ringelblum und sein Mitarbeiterkreis [[interdisziplinär]] vor: Sie kombinierten verschiedene historische und soziologische Methoden, was in der damaligen Geschichtsschreibung ein Novum war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Datum=2023 |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Über das Warschauer Ghetto hinaus wurden auch Materialien aus den Ghettos von [[Krakau]], [[Kalisz]], [[Łódź]], [[Lublin]], [[Lviv]], [[Piotrków Trybunalski|Piotrków]], [[Radomsko]] und [[Vilnius]] gesammelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit zunehmender Brutalität der deutschen [[Besatzungsmacht]] veränderte sich die Bestimmung des Archivs. Ab 1940 wurden in zunehmendem Maß Beweise über den [[Terror]] der Besatzer, über sich häufende [[Deportation]]en sowie Dokumente über den systematischen [[Massenmord]] an der jüdischen Bevölkerung gesammelt. Vorrangig ging es nun darum, die Weltöffentlichkeit über die Vernichtung der Juden aufzuklären, auch wenn die Hoffnung der Eingeschlossenen auf eine Rettung von außen von Tag zu Tag geringer wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.convivio-mundi.de/assets/downloads/670073ff/wir-hinterlegen-jetzt-das-beweismaterial-fuer-.pdf |titel=Wir hinterlegen jetzt das Beweismaterial für die Verbrechen (PDF) |werk=Convivio mundi |sprache=de |abruf=07.02.2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Archiv des jüdischen Lebens im Ghetto wurde zu einem wichtigen Zeugnis des [[Holocaust]] und zu einer der bedeutendsten Quellen für die spätere historische Forschung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; In seinem Testament schrieb der 19-jährige Mitarbeiter David Graber:&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wir spürten die Verantwortung. Wir hatten keine Angst, ein Risiko einzugehen. Uns war bewusst, dass wir Geschichte machten. Und das war wichtiger als unser Leben. [...] Was wir nicht in die Welt hinausrufen und -schreien konnten, haben wir im Boden vergraben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Datum=2023 |Seiten=114}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitarbeiterkreis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jewish Historical Institute What we were unable to shout out to the world permanent exhibition 2017i.jpg|alternativtext=handschriftliche Namenslisten auf vergilbtem Papier|mini|„Was wir nicht in die Welt hinausschreien konnten“: Ausstellung 2017 im Jüdischen Historischen Institut in [[Warschau]]]]Ringelblum und sein Team legten großen Wert darauf, ein möglichst objektives und umfassendes Bild des jüdischen Lebens im Warschauer Ghetto zu dokumentieren. Um verschiedene Sichtweisen und Meinungen zu erfassen, kamen in Oneg Shabbat Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Berufsgruppen zusammen. Unter den 60 bis 80 Mitarbeitenden waren viele Altersgruppen, Berufe und Religionen vertreten. Nicht nur Historiker, Pädagogen, Schriftsteller oder [[Rabbiner]], sondern auch Ingenieure oder Handwerker waren an der Sammlung, Auswertung und [[Katalogisierung]] beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sonja Ernst |url=https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/geheimsache-ghettofilm/153356/das-ringelblum-archiv/ |titel=Warschauer Ghetto: Das Ringelblum-Archiv |werk=Bundeszentrale für Politische Bildung |datum=2013-05-08 |sprache=de |abruf=2025-02-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Arbeit fand unter ständiger Lebensgefahr [[anonym]] statt, daher sind bislang nur 36 Personen namentlich bekannt wie zum Beispiel der Großrabbiner von Polen, &amp;#039;&amp;#039;Rabbi Kalonymus Kalman Shapira&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.oxfordbibliographies.com/display/document/obo-9780199840731/obo-9780199840731-0202.xml |titel=Kalonymus Kalman Shapira |werk=Oxford Bibliographies |sprache=en |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Sekratär und engster Mitarbeiter Ringelblums &amp;#039;&amp;#039;Hersh Wasser&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://1943.pl/en/artykul/hersz-wasser-13-06-1910-1980/ |titel=Hersz Wasser (13.06.1910 – 1980) |werk=Warsaw Ghetto Museum |sprache=en-US |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der zweite Sekretär &amp;#039;&amp;#039;Eliasz Gutkowski&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.holocaust-denkmal-berlin.de/raum-der-namen/biographien/biographie/10884 |titel=Eliasz Gutkowski, Pädagoge, geboren 1900 in unbekannt, ermordet 1943 in Warschau/Warszawa - Raum der Namen |werk=Raum der Namen |hrsg=Holocaust Denkmal Berlin |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Lehrer &amp;#039;&amp;#039;Izrael Lichtensztejn&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.holocaust-denkmal-berlin.de/raum-der-namen/biographien/biographie/6658 |titel=Israel Lichtensztajn, Lehrer, geboren 1904 in unklar - Raum der Namen |werk=Raum der Namen |hrsg=Holocaust Denkmal Berlin |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Oneg-Shabbat-Schatzmeister &amp;#039;&amp;#039;Menachem Mendel Kohn&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jhi.pl/en/articles/menachem-mendel-kohn-oneg-shabbat-treasurer,6185 |titel=Menachem Mendel Kohn, Oneg Shabbat treasurer |werk=Jewish Historical Institute |sprache=en |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Schriftsteller und Journalist &amp;#039;&amp;#039;Perec Opoczyński&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.holocaust-denkmal-berlin.de/raum-der-namen/biographien/biographie/6661 |titel=Perec Opoczyński, Journalist, Briefträger, geboren 1890 in Lutomiersk - Raum der Namen |werk=Raum der Namen |hrsg=Holocaust Denkmal Berlin |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und andere.&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NS-Dokumentationszentrum München |url=https://www.stories.nsdoku.de/ringelblum-archiv#oneg-schabbat-und-das-archiv |titel=Ringelblum-Archiv |sprache=de |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt; Auch Frauen arbeiteten mit wie zum Beispiel die Historikerin [[Rachel Auerbach]], die Dichterin [[Henryka Łazowertówna]], die Malerin [[Gela Szeksztajn|Gela Seksztajn]], die Journalistin [[Cecylia Słapakowa]] und die Schriftstellerin [[Gustawa Jarecka]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://berlin.instytutpileckiego.pl/de/events/will-of-survival-obligation-to-witness-rachela-auerbach-and |titel=Will of Survival, Obligation to Witness… Rachela Auerbach and the Women of Oneg Shabbath in the Warsaw Ghetto - Instytut Pileckiego |werk=Jewish Historical Institute (JHI) |sprache=de |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Tarnung für die Treffen des Kreises fungierte die Wohlfahrtsorganisation &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Soziale Selbsthilfe&amp;#039;&amp;#039; (ŻSS; jiddisch &amp;#039;&amp;#039;Aleynhilf&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.yadvashem.org/de/docs/welfare.html |titel=Fürsorge und Wohlfahrt im Ghetto Warschau, Dezember 1941 |werk=Yad Vashem |sprache=de |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, für die Ringelblum in leitender Funktion tätig war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Verlag= |Ort= |Datum=2023 |ISBN= |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Angestellte des Warschauer [[Judenrat]]s, der von den [[Nationalsozialisten]] kontrolliert wurde, waren zugleich heimlich für das Untergrundarchiv tätig: [[Marcel Reich-Ranicki]] und [[Gustawa Jarecka]]. Auf diese Weise gelangten Kopien des Briefwechsels zwischen Besatzern und Judenrat, Anordnungen über Deportationen oder Dokumente über [[Schutzstaffel|SS-]]Strafaktionen an das Oneg-Schabbat-Archiv des [[Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus|jüdischen Widerstands]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2012/rede_ranicki-250616 |titel=Deutscher Bundestag - Rede von Marcel Reich-Ranicki zum Tag des Gedenkens an die Opfer... |sprache=de |abruf=2025-02-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien und Versteck ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kronika getta Emanuel Ringelblum.jpg|alternativtext=handschriftlicher Text in polnischer Sprache|mini|Seite aus einem Tagebuch (Ringelblum-Archiv)]]&lt;br /&gt;
Das Archiv sammelte unterschiedlichste Materialien, die das Leben der in den Ghettos Eingeschlossenen für die Nachwelt dokumentieren konnten: Statistiken, Presseartikel, Zeitschriften, Plakate, Flugblätter, wissenschaftliche Werke, Bücher, Gemälde, Musikstücke, Alltagsdinge wie Kinokarten, Theaterplakate oder Familienfotos, aber auch private Texte wie Tagebuchaufzeichnungen, Schulaufsätze oder Gedichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ringelbum und seine Mitarbeitenden wollten nicht nur Zeugnisse der sogenannten [[Hochkultur (Soziologie)|Hochkultur]] abbilden, sondern auch die Lebens- und Sichtweisen von Unterprivilegierten oder von Frauen und Kindern erfassen, Aspekte, die in der traditionellen Geschichtsschreibung häufig zu kurz kamen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.yadvashem.org/de/exhibitions/ringelblum-archive/about-ringelblum-archiv.html |titel=Über Das Oneg Schabbat-Archiv |sprache=de |abruf=2025-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Zweck führte man mit Menschen, die nicht schreiben konnten, Interviews.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lilly Maier |url=https://www.geschichte-lernen.net/warschauer-ghetto-und-oneg-shabbat/ |titel=Geschichte des Warschauer Ghettos: Einrichtung, Aufstand &amp;amp; Auflösung |werk=Geschichte-Lernen.net |datum=2015-02-01 |sprache=de |abruf=2025-02-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kamen alle Arten offizieller Dokumente wie amtliche Verfügungen von Besatzern und Judenrat, Anordnungen über [[Zwangsarbeit]], Berichte über die Aktionen des [[Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus|jüdischen Widerstands]], aber auch selbstkritische Unterlagen über [[Korruption]] oder über die [[Kollaboration]] einzelner Ghettobewohner mit den Besatzern. Über die Sammlung hinaus erstellte man Studien und Berichte über die Situation in den Ghettos.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Außerdem gaben Ringelblum und Eliasz Gutkowski einen regelmäßigen Nachrichtenüberblick in Form eines [[Bulletin|Bulletins]] heraus, das an den [[Polnischer Untergrundstaat|polnischen Untergrund]], die [[polnische Exilregierung]] in London sowie an jüdische Organisationen im Ausland adressiert war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Datum=2023 |Seiten=41, 46}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Ringelblum collection - Ghetto in Grodno in occupied Poland.jpg|alternativtext=Menschen schleppen im Schneetreiben Bettzeug und Habseligkeiten|mini|Zwangsumsiedlung von Juden in das Ghetto von [[Grodno]] 1941 (Ringelblum-Archiv)]]Am 22. Juli 1942 begann die &amp;#039;&amp;#039;[[Große Aktion (Warschau)|Große Aktion]]&amp;#039;&amp;#039; genannte [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] aller in Warschau gefangenen Juden in das NS-[[Vernichtungslager Treblinka]]. Da die Mitarbeitenden des Untergrundarchivs wussten, dass sie bald selbst deportiert werden würden, sicherten sie Anfang August 1942 ihre wertvollen Bestände: Zehn wasserdichte Metallbehälter für Dokumente wurden angefertigt und in der Nacht vom 2. auf den 3. August im Keller einer ehemaligen Schule im Ghetto tief in der Erde vergraben und eingemauert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Datum=2023 |Seiten=50}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schüler David Graber, der zusammen mit seinem Lehrer Izrael Lichtensztejn und seinem Mitschüler Nachum Grzywacz die Kisten unter der Erde einlagerte, schrieb noch hastig ein Vermächtnis dazu, bevor alle kurz darauf ermordet wurden:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Möge dieser Schatz in gute Hände fallen, möge er bis in bessere Zeiten überdauern, möge er die Welt alarmieren und auf das aufmerksam machen, was geschehen ist ... im zwanzigsten Jahrhundert. [...] Wir können jetzt in Frieden sterben. Wir haben unseren Auftrag erfüllt ... Möge die Geschichte für uns zeugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Ort= |Datum=2023 |Seiten=22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiederentdeckung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Boxes and milk cans used by Oneg Shabbat.jpg|alternativtext=verbeulte Metallboxen und Milchkannen|mini|Metallboxen und Milchkannen als Versteck für Oneg Shabbat]]&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] begannen die einzigen Überlebenden des Archivs, [[Rachel Auerbach]] sowie das Ehepaar Bluma und Hersh Wasser, sofort mit der Suche nach dem verborgenen Untergrund-Archiv. Sie erwies sich als schwierig, da das Warschauer Ghetto von den deutschen Truppen nahezu vollständig zerstört war. Im September 1946 fand das Grabungsteam schließlich zehn Blechkisten mit 1.208 Archivalien unter den Trümmern eines Hauses in der Nowolipki-Straße 68.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer erneuten Suchaktion im Dezember 1950 wurden zwei weitere große Milchkannen mit 484 Archivalien geborgen. Vom dritten Teil des Archivs, das an anderer Stelle vergraben war, fand man nur noch eine Anzahl halbzerstörter Blätter. Der vierte und letzte Teil mit Ringelblums letzten Arbeiten aus den Jahren 1943 und 1944 war während des Kriegs bei polnischen Freunden versteckt worden, die es später an das &amp;#039;&amp;#039;Museum der Ghettokämpfer&amp;#039;&amp;#039; im [[Kibbuz]] &amp;#039;&amp;#039;[[Lochamej haGeta’ot]]&amp;#039;&amp;#039; (Israel) abgaben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Mitarbeitenden des Archivs, ausgenommen Rachel Auerbach und das Ehepaar Wasser, wurden von der [[SS]] und ihren Hilfstruppen ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Kassow: &amp;#039;&amp;#039;Ringelblums Vermächtnis: Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos.&amp;#039;&amp;#039; Karl Heinz Siber (Übersetzer). Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-03547-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vermächtnis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Museum of the History of Polish Jews in Warsaw Main exhibition Holocaust 02.jpg|alternativtext=Blick in einen Museumsgang, wo man, abgetrennt durch Metallplatten, große Porträts, Textauszüge und Fundstücke sieht|mini|Ausstellung des Museums für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau (&amp;#039;&amp;#039;Holocaust Galerie&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
Die Dokumente des &amp;#039;&amp;#039;Geheimen Archivs / Oneg Shabbat&amp;#039;&amp;#039; haben im [[Jüdisches Historisches Institut (Warschau)|Jüdischen Historischen Institut]] in [[Warschau]] ihren Platz gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt; Benannt ist das Archiv nach seinem Gründer Emanuel Ringelblum; die polnische Bezeichnung lautet: „Konspiracyjne Archiwum Getta Warszawskiego. Archiwum Emanuela Ringelbluma“. Ausgewählte Teile der Sammlung befinden sich in der israelischen Gedenkstätte [[Yad Vashem]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.yadvashem.org/de/exhibitions/ringelblum-archive/documents-letters.html |titel=Aus dem Archiv |werk=Yad Vashem |sprache=de |abruf=2025-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.yadvashem.org/de/exhibitions/ringelblum-archive.html |titel=Das Oneg Schabbat-Archiv |werk=Yad Vashem |sprache=de |abruf=2025-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1999 wurde das Archiv – unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Warsaw Ghetto Archives (Emanuel Ringelblum Archives)&amp;#039;&amp;#039; – aufgrund seines historischen Werts in das [[Weltdokumentenerbe]] der [[UNESCO]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.memorialmuseums.org/memorialmuseum/judisches-historisches-institut |titel=Jüdisches Historisches Institut (Żydowski Instytut Historyczny im. Emanuela Ringelbuma) |werk=Memorialmuseums |abruf=2025-02-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Sammlung umfasst 1.680 Archivposten mit etwa 30.000 Seiten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://cbj.jhi.pl/documents/1025424/0/ |titel=The Ringelblum Archive Underground Archive of the Warsaw Ghetto. Warszaw Ghetto. Everyday life - Centralna Biblioteka Judaistyczna |abruf=2025-02-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darunter befinden sich Materialien in [[Jiddisch|Jiddish]], [[Hebräische Sprache|Hebräisch]], [[Polnische Sprache|Polnisch]] und [[Deutsche Sprache|Deutsch]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt; Das Archiv ist [[online]] zugänglich und bietet Erschließungshilfen in 36 Sprachversionen an; Interessierte auf der ganzen Welt können die Originaldokumente, Fotos, Briefe und Zeichnungen direkt einsehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://cbj.jhi.pl/collections/1382908 |titel=The Ringelblum Archiv |werk=Central Jewish Library |hrsg=Jüdisches Historisches Institut |sprache= |abruf=09.02.2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die historische Bedeutung des Ringelblum-Archivs äußerte Monika Krawcyk, die Direktorin des Jüdischen Historischen Instituts: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die wie durch ein Wunder wiedergefundenen Dokumente des Ringelblum-Archivs dienten in den [[NS-Prozesse|Nachkriegsprozessen]] als Beweismittel gegen [[Kriegsverbrechen|Kriegsverbrecher]], und sie sind bis heute für die Erforschung des Holocaust eine unschätzbare Quelle. Es ist praktisch unmöglich, sich wissenschaftlich mit dem Holocaust zu beschäftigen, ohne auf Dokumente aus dem Ringelblum-Archiv zurückzugreifen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vollhardt; Zadoff |Titel=Wichtiger als unser Leben |Datum=2023 |Seiten=7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellung in Deutschland und Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;„Wichtiger als unser Leben“. Das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellung des [[NS-Dokumentationszentrum (München)|NS-Dokumentationszentrums]] in München 2023 in Kooperation mit dem [[Jüdisches Historisches Institut|Jüdischen Historischen Institut]] in Warschau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto]].&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm mit [[Reenactment]]-Szenen, USA 2018, Regie: Roberta Grossman, entstanden nach dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Who Will Write Our History&amp;#039;&amp;#039;, 87 Min. Deutsche Erstausstrahlung 15. Januar 2019 bei [[arte.tv]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Chris Schinke |Titel=Ringelblum-Archiv aus Warschauer Ghetto: Vermächtnis in Milchkannen |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2023-07-05 |ISSN=0931-9085 |Online=https://taz.de/Ringelblum-Archiv-aus-Warschauer-Ghetto/!5944494/ |Abruf=2023-07-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Samuel D. Kassow: &amp;#039;&amp;#039;Ringelblums Vermächtnis: Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos.&amp;#039;&amp;#039; Karl Heinz Siber (Übersetzer). Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-03547-1. Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Oyneg Shabbes.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dan Diner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur&amp;#039;&amp;#039; (EJGK). Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Ly–Po.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02504-3, S. 464–468.&lt;br /&gt;
* Emanuel Ringelblum: &amp;#039;&amp;#039;Ghetto Warschau. Tagebücher aus dem Chaos.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort von Arieh Tartakower. Seewald, [[Degerloch]] 1967.&lt;br /&gt;
* [[Ruta Sakowska]]: &amp;#039;&amp;#039;Die zweite Etappe ist der Tod. NS-Ausrottungspolitik gegen die polnischen Juden, gesehen mit den Augen der Opfer. Ein historischer Essay und ausgewählte Dokumente aus dem Ringelblum-Archiv 1941–1943&amp;#039;&amp;#039;. Hentrich, Berlin 1993, ISBN 3-89468-077-6. Dies.: &amp;#039;&amp;#039;Menschen im Ghetto. Die jüdische Bevölkerung im besetzten Warschau 1939–1943.&amp;#039;&amp;#039; Fibre, Osnabrück 1999, ISBN 3-929759-37-3.&lt;br /&gt;
* Ruta Sakowska und [[Jüdisches Historisches Institut (Warschau)]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Oneg Schabbat. Das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog. Text in Deutsch, abgebildete Dokumente auch in Polnisch und Jiddisch. Mit einem Namensverzeichnis. Verlag [[Arbeit und Leben]] NRW, Düsseldorf 2003, ISBN 83-85888-72-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Warsaw Ghetto Oyneg Shabes-Ringelblum Archive: Catalog and Guide&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von Robert Moses Shapiro und Tadeusz Epsztein. Indiana University Press 2009, ISBN 978-0253353276.&lt;br /&gt;
* [[Yad Vashem]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;A Commemorative Symposium in Honour of Dr. Emanuel Ringelblum and His „Oneg Shabbat“ Underground Archives&amp;#039;&amp;#039;. Jerusalem 1983.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Central Jewish Library: [https://cbj.jhi.pl/collections/1382908 The Ringelblum Archive] (alle Bände mit thematisch geordneten, online einsehbaren Dokumenten, in Englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.yadvashem.org/de/exhibitions/ringelblum-archive.html Das Oneg Schabbat-Archiv] von Yad Vashem&lt;br /&gt;
* [http://www.ushmm.org/museum/publicprograms/programs/milkcan/LearningGuide.pdf &amp;#039;&amp;#039;Time Capsule in a Milk Can: Emanuel Ringelblum and the Milk Can Archives of the Warsaw Ghetto.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF) The United States Holocaust Memorial Museum&lt;br /&gt;
* [https://poetryinhell.org/ Poetry in Hell.] Gedichte aus dem Holocaust, übersetzt vom Yiddischen ins Englische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Katsumo</name></author>
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