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	<title>Oknophilie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T03:00:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oknophilie&amp;diff=609682&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2025-02-12T07:11:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oknophilie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS| ὀκνέω|okneo|de=zögern‘ ‚sich anklammern‘ ‚sich festklammern}} und {{lang|grc|φιλεῖν|phileīn|de=lieben‘ ‚zugeneigt sein}}) ist ein Begriff aus der [[Psychoanalyse]], den der ungarische Psychoanalytiker [[Michael Balint|Michael Bálint]] (1959) eingeführt hat. Dabei handelt es sich um einen Charakterzug, bei dem die betreffende Person prägungsbedingt körperliche und seelische Nähe und hilfreiche Anlehnung zu anderen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Oknophilie bezeichnet den Impuls, sich schutzsuchend anzuklammern, vgl. [[Anaklise]]. Das [[Dialektik|dialektische]] Gegenteil der &amp;#039;&amp;#039;Oknophilie&amp;#039;&amp;#039; ist der &amp;#039;&amp;#039;[[Philobat]]ismus&amp;#039;&amp;#039;. Damit benannte Bálint den Impuls, sich bindungslos und selbstbestimmt zu bewegen. Beide Begriffe bereichern das psychoanalytische Konzept eines grundlegenden menschlichen Konflikts zwischen den seelischen Bedürfnissen nach Zugehörigkeit einerseits und Autonomie andererseits. Im Begriff Oknophilie findet man das griechische Verb &amp;#039;&amp;#039;okneo&amp;#039;&amp;#039; = zögern, sich anklammern. Philobatismus ist dem Begriff [[Akrobat]] nachgebildet und enthält das Verb {{grcS|βατεῖν|batein|de=gehen weggehen}}. Der Akrobat geht auf die Spitze ({{lang|grc|ἄκρος|ákros|de=höchster, oberster, spitz}}). Der Philobat ist einer, der das (Weg-)Gehen liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bálints Typologie ==&lt;br /&gt;
Im Gefolge der Lehre [[Sigmund Freud]]s von den [[Grundkonflikt]]en in der menschlichen Natur unterscheidet der [[Psychoanalyse|Psychoanalytiker]] Michael Bálint zwischen den [[Charakter]]typen des Oknophilen und des Philobaten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Bálint]]: &amp;#039;&amp;#039;Angstlust und Regression.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta. 5. Auflage. Stuttgart 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wagnisforscher [[Siegbert A. Warwitz]] bezeichnet sie als „&amp;#039;&amp;#039;idealtypisch gedachte Extremvarianten zweier menschlicher [[Mentalität|Geisteshaltungen]]&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &amp;#039;&amp;#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsversuche für grenzüberschreitendes Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. 3., erweiterte Auflage. Schneider. Baltmannsweiler 2021. S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich um zwei kontrastierende Formen der Daseinbewältigung. Ausgangspunkt von Bálints Überlegungen und seiner daraus erwachsenen Typologie ist die Beobachtung, dass in der frühkindlichen Entwicklung zunächst das Erlebnis einer Harmonie von Ich und Umwelt, Innen- und Außenwelt vorherrscht. Die einsetzende Erkenntnis der Unterschiedlichkeit der zwei Welten, die mit divergierenden Ansprüchen konfrontieren, kann nach Bálint zu einer [[Trauma (Psychologie)|traumatisierenden]] Erfahrung werden. „&amp;#039;&amp;#039;Die traumatische Entdeckung der Existenz von getrennten Einzelobjekten&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Bálint: &amp;#039;&amp;#039;Angstlust und Regression.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta. 5. Auflage. Stuttgart 1999. S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt; geht mit Interessenkonflikten zwischen der eigenen Person und der Außenwelt einher. Diese Konflikte etablieren sich nach Darstellung des Fachkollegen [[Stavros Mentzos]] oft bereits im zweiten oder dritten Lebensjahr.&amp;lt;ref&amp;gt;Stravos Mentzos: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung.&amp;#039;&amp;#039; Fischer. Frankfurt/Main 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Oknophile erlebt den gleichen objektiven Sachverhalt, etwa eine Gefahrensituation, im Gegensatz zum Philobaten als eine Bedrohung, die er durch Anklammern an eine Sicherheit versprechende Person oder ein fremdsicherndes Objekt zu überstehen versucht. Angst vor dem Misserfolg einer Aktion bestimmt seine Entscheidungen stärker als die Erwartung ihrer erfolgreichen Beendigung. Der Oknophile widersetzt sich der Trennung von Ich und Objektwelt, deren Einheit er zu erhalten versucht. Hinsichtlich der Beurteilung der beiden Verhaltensextreme äußert Bálint eine klare Vorstellung: „&amp;#039;&amp;#039;Beide Haltungen sind mehr oder weniger pathologisch&amp;#039;&amp;#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Bálint: &amp;#039;&amp;#039;Angstlust und Regression&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta. 5. Auflage. Stuttgart 1999. S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bezeichnet sie als „&amp;#039;&amp;#039;posttraumatische Zustände&amp;#039;&amp;#039;“, die sich als [[Neurose]]n darstellen und einer therapeutischen Behandlung bedürfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Bálint: &amp;#039;&amp;#039;Angstlust und Regression&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta. 5. Auflage. Stuttgart 1999. S. 76/77.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zuordnungen ==&lt;br /&gt;
In der frühkindlichen Entwicklung oknophiler Menschen findet man gehäuft Bezugspersonen, die das Kind nur ungenügend vor der Weite des Daseins schützten. Resultat ist ein Überwiegen anklammernder Impulse. Beim Philobaten ist es häufig umgekehrt. Er hat Erfahrungen mit Personen gemacht, die ihn durch eigenes Anklammern beengten. In der Folge sucht er das Heil in der sicheren Distanz zu den anderen. Er begibt sich lieber in die Gefahr, wie ein [[Artist (Darsteller)|Artist]] vom Hochseil zu stürzen, als dass er sich von anderen begrenzen lässt. Dementsprechend ist der Oknophilie die [[Agoraphobie]] zuzuordnen und dem Philobatismus die [[Klaustrophobie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Kritik ==&lt;br /&gt;
Die Kritik an Bálints Typologie entzündet sich weniger an seiner Beschreibung der beiden unbestritten existenten menschlichen Verhaltensvarianten als an seiner Deutung dieser Geisteshaltungen, die er als „primitive Haltungen“ (Balint S. 36), „psychopathisch“, „pathologisch“ und „behandlungsbedürftig“ klassifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Balint: &amp;#039;&amp;#039;Therapeutische Aspekte der Regression. Die Theorie der Grundstörung&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wagnisforscher Warwitz bevorzugt bei seiner Charakterisierung der beiden Persönlichkeitsprofile die Bezeichnungen „Reizsucher“ und „Reizmeider“. Er bemängelt an Bálints Einordnung der Charaktertypen des Philobaten und Oknophilen als Psychopathen eine „&amp;#039;&amp;#039;Befangenheit in pathologischen Denkvorstellungen&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &amp;#039;&amp;#039;Wenn Wagnis zum Wahn (erklärt) wird&amp;#039;&amp;#039;. In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsversuche für grenzüberschreitendes Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. 3., erweiterte Auflage. Schneider. Baltmannsweiler 2021. S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Kritik zielt dahin, dass hier ein willkürlich gesetztes Mittelmaß zur „gesunden Norm“ und Abweichungen davon als krankhaft und therapiebedürftig erklärt werden, obgleich dies weder durch Bálint selbst auf statistisch relevanter Basis objektiviert wurde, noch sich nachträglich an größeren [[Population (Anthropologie)|Populationen]] [[Verifikation|verifizieren]] ließ, wie Warwitz nach eigenen umfangreichen Untersuchungen konstatiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Siegbert A. Warwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Wenn Wagnis zum Wahn (erklärt) wird&amp;#039;&amp;#039;. In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsversuche für grenzüberschreitendes Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. 3., erweiterte Auflage. Schneider. Baltmannsweiler 2021. S. 106–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychologe Ulrich Aufmuth präsentiert in seiner Analyse der [[Wagnismentalität|Mentalitäten]] von [[Bergsteiger]]n eine Reihe von [[Biografie|Lebensläufen]] und Charakterstudien, bei denen sich die von Bálint beschriebenen Menschentypen wiederfinden, ohne allerdings begrifflich auf sie zurückzugreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Aufmuth: &amp;#039;&amp;#039;Zur Psychologie des Bergsteigens.&amp;#039;&amp;#039; Fischer-Taschenbuch-Verlag. Frankfurt am Main 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulrich Aufmuth: &amp;#039;&amp;#039;Zur Psychologie des Bergsteigens.&amp;#039;&amp;#039; Fischer-Taschenbuch-Verlag. Frankfurt am Main 1988. ISBN 3-596-42314-7.&lt;br /&gt;
* [[Michael Bálint]]: &amp;#039;&amp;#039;Angstlust und Regression&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta. 5. Auflage. Stuttgart 1999. ISBN 3-608-95635-2.&lt;br /&gt;
* Michael Bálint: &amp;#039;&amp;#039;Therapeutische Aspekte der Regression. Die Theorie der Grundstörung&amp;#039;&amp;#039;. Neuauflage  aus dem Englischen von Käte Hügel. 3. Auflage 2003. ISBN 978-3-608-91912-7.&lt;br /&gt;
* [[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt/Main 1984.&lt;br /&gt;
* [[Siegbert A. Warwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsversuche für grenzüberschreitendes Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. 3., erweiterte Auflage. Schneider. Baltmannsweiler 2021. ISBN 978-3-8340-1620-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Philobat]] – weitere Aspekte zum menschliches Risikoverhalten und zum Gegensatz Philobatie – Oknophilie&lt;br /&gt;
* [[Angstlust]] – zwiespältige Gefühlslage, bei der aus einer bedrückenden Angstphase selbst oder aus ihrem erfolgreichen Bewältigen ein erregendes Erlebnis erwächst&lt;br /&gt;
* [[Sensation Seeking]] – Verhaltenstendenz, neue, intensive, erregende Erlebnisse zu suchen&lt;br /&gt;
* [[Wagnis (Psychologie)]] –  mentale, emotionale und volitive Voraussetzungen der Wagnisbereitschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalyse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Differentielle und Persönlichkeitspsychologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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