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	<title>Oestricher Kran - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T20:47:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oestricher_Kran&amp;diff=623777&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 12. März 2024 um 13:18 Uhr</title>
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		<updated>2024-03-12T13:18:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Oestrich kran.JPG|mini|Oestricher Kran, Rheinseite mit Kaimauer und Ortsschild]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Oestricher Kran im Rheingau.jpg|mini|Oestricher Kran, Landseite mit Eingang]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OestricherKran-2011.JPG|mini|Oestricher Kran von Osten, 2011]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alter Rheinkran&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Weinverladekran&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein [[barock]]er [[Hafenkran]] in [[Oestrich (Rheingau)]] in [[Hessen]]. Der [[Kran|Holzkran]] wurde vorwiegend zur Verladung von [[Weinfass|Weinfässern]], aber auch von anderen Gütern wie Baumstämmen auf [[Rhein]]schiffe eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Bau und Betrieb eines Krans war bis ins 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ein erzbischöfliches [[Privileg]]. Es sorgte dafür, dass nur wenige Städte im [[Rheingau]] und in anderen deutschen Gegenden das Recht hatten, eine solche Verladevorrichtung zu betreiben, so alle Orte mit [[Stapelrecht]] wie [[Köln]], [[Trier]], [[Würzburg]], [[Andernach]], [[Bingen am Rhein]], [[Stade]], [[Hamburg]] usw. Im Rheingau des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts waren lediglich [[Eltville am Rhein|Eltville]], [[Rüdesheim am Rhein|Rüdesheim]] und [[Lorch (Rheingau)|Lorch]] mit diesem Privileg versehen. Der &amp;#039;&amp;#039;Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039; steht unmittelbar am Rhein bei [[Rheinkilometer]] 518,1, nahe der [[Bundesstraße 42]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Erzbischof von Mainz|Mainzer Erzbischof]] und [[Kurfürst]] [[Johann Friedrich Karl von Ostein]], dessen Wappen in den rheinseitigen Sandsteinsockel eingemeißelt ist, genehmigte die Errichtung eines Landkrans in Oestrich als letzter Gemeinde im Rheingau, nachdem am 14.&amp;amp;nbsp;April 1744 der Landschreiber Heyntzmann der erzbischöflichen [[Hofkammer]] zu [[Mainz]] den schlechten Zustand des dortigen alten [[Schwimmkran]]s aus dem 16. Jahrhundert meldete. Er empfahl den Bau eines landgestützten Krans am Rheinufer, da ein Landkran sicherer (keine Schaukelbewegungen), weitgehend unabhängig vom [[Pegel (Wasserstandsmessung)|Wasserstand]] und langlebiger als ein neuer Schwimmkran sei. Alle Kräne des Rheingaus und auch andernorts wie in Trier und Andernach waren zunächst Schwimmkräne aus Holz, die meist sehr reparaturanfällig infolge ständiger Aussetzung im Wasser und Eisgang im Winter waren. Ende April wurde mit dem Kranbau begonnen, dazu parallel mit der Aufführung des notwendigen [[Kai (Uferbauwerk)|Kais]]. Der Bau der Kaimauer und ihre über 1,50&amp;amp;nbsp;m tiefen [[Fundament]]e wurden aus den übrigen Steinen des Mainzer [[Kurfürstliches Schloss Mainz|Schlossneubaus]] ausgeführt, die noch fehlenden [[Quader]] anderweitig beigebracht. Die Maurerarbeiten leitet Maurermeister Schneller. Das Kranhaus (8&amp;amp;nbsp;m Seitenlänge) errichtete der Oestricher Schreinermeister Josef Möhler aus massiven Eichenstämmen ([[Fachwerk]]konstruktion), die mit Holzbrettern verschlagen wurden. Der Dachdeckermeister Weiß belegte den Kranausleger (Eichenholz) mit Bleiplatten und dichtete ihn mit [[Pech (Stoff)|Pech]] ab. Bereits am 4.&amp;amp;nbsp;August 1745 wurde der Kran nach 16 Monaten Bauzeit ab- und in Betrieb genommen, erst nach 181 Jahren stellte er 1926 seine Arbeit ein. Trotz der ungeheuren Summe von 6.000 [[Gulden]] war der Bau durch die gesteigerte wirtschaftliche Bedeutung und das gefahrlosere, angenehmere sowie schnellere Arbeiten gerechtfertigt. Er wurde hauptsächlich zum Verladen von Weinfässern (1780: 420 1.200-Liter-Fässer) und Baumstämmen eingesetzt, aber auch andere Güter wurden damit verladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsweise ==&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039; ist vom Typ her ein hölzerner, landgestützter Turm-Tretkran. Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Landkran(en)&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hauskran(en)&amp;#039;&amp;#039; unterscheidet ihn vom Schwimmkran oder Kranschiff. Das bretterverschalte, sich leicht nach oben verjüngende Kranhaus von 12 Metern Gesamthöhe aus einer Fachwerkkonstruktion steht auf einem Sandsteinquadersockel von 7,90 × 8,00 Meter. Rheinauf- und -abwärts sind je zwei Fenster in die Wände eingelassen, der Eingang befindet sich auf der Landseite. Das schiefergedeckte Dach ist in der Form eines [[Zeltdach]]stumpfes über profiliertem Holzgesims gefügt, über dem sich das Kegeldach mit dem herausragenden Ausleger dreht, bestehend aus dem 9 Meter langen Ober- und 8 Meter langen Unterbalken, durch Bleiplatten geschützt. Das Kegeldach mit [[Turmkugel|Dachkugel]] und Spitze ist mit dem oberen Ende der zentralen, vertikalen Kransäule („Kaiserbaum“) fest verbunden. An ihr ist unterhalb der Tretradachse der horizontale Drehbalken fest montiert, mittels dessen zwei bis vier Kranknechte den Ausleger oder Kranschnabel mit der Last und dem gesamten Antrieb drehten. Die Krankette mit loser Rolle im Haken läuft, vorn am Auslegerende angeschlagen, das ca. 15 Meter über dem Boden liegt, über die feste Rolle in der geschützten Auslegerspitze über eine weitere Rolle am Auslegerende ins Kraninnere zur [[Seilwinde|Kettenwinde]], montiert auf der horizontalen Antriebsachse der beiden [[Tretmühle|Lauf- oder Treträdern]], am Kaiserbaum angeschlagen. Die Winde wurde von Kranenknechten (Radläufern, Windenknechten), meist zwei pro Rad, angetrieben. Nach der Überlieferung wurden hier Gefangene eingesetzt, sonst waren seit dem Mittelalter und auch später auf Baustellen und in Tretkränen gut bezahlte, professionelle Tretknechte im Akkord vor Ort, die in der [[Zunft]] der &amp;#039;&amp;#039;Aufläder&amp;#039;&amp;#039; organisiert waren. Bei besonders schweren Lasten (maximal 2,5 [[Tonne (Einheit)|Tonnen]]) griffen zusätzliche Kranarbeiter in die Speichen der Antriebsräder. Eine Arretiervorrichtung für die Räder bei anhängender Last gab es nicht (erhöhte Unfallgefahr). Ein Kranmeister leitete den Kran und taxierte nach einer genauen Gebührenliste, geführt von einem Kranschreiber, die Verladung. Er befehligte die Arbeiter und zahlte auch den [[Akkordlohn]] der Kranarbeiter – sofern keine Gefangene – für ihre oft gefährliche Tätigkeit. Manche Steinkräne wie der nicht mehr vorhandene Düsseldorfer Rheinkran hatten eigens für den Kranmeister einen Anbau. Der Kran ist prinzipiell noch voll funktionstüchtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Tretkräne ==&lt;br /&gt;
Das [[Wahrzeichen]] der Stadt [[Oestrich-Winkel]] steht unter [[Denkmalschutz]] und ist heute der letzte historische Verladekran für Wein und andere Güter am rechten Rheinufer und neben dem &amp;#039;&amp;#039;[[Rheinkran (Bingen)|Rheinkran]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Bingen am Rhein|Bingen]] und dem &amp;#039;&amp;#039;[[Alter Krahnen (Andernach)|Alten Krahnen]]&amp;#039;&amp;#039; (Steinkran, früher &amp;#039;&amp;#039;Haus-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rheinkran&amp;#039;&amp;#039; genannt) zu [[Andernach]] der letzte seiner Art am Rhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Tretkräne stehen in: Stade ([[Stade#Bauwerke|Alter Salzkran]]), Lüneburg ([[Alter Kran (Lüneburg)|Alter Kran]]), Trier ([[Alter Krahnen (Trier)|Alter Krahnen]] und [[Zollkran]]), Saarbrücken ([[Saarkran]]), Würzburg ([[Alter Kranen (Würzburg)|Alter Kranen]]) und Marktbreit ([[Alter Kranen (Marktbreit)|Alter Kranen]]). Auch in [[Rostock]] steht am [[Warnow (Fluss)|Warnowufer]] seit 1996 die Nachbildung eines runden hölzernen Hafenkrans aus dem 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Hafenkran#Liste historischer Hafenkräne|Liste historischer Hafenkräne aus Mittelalter, Renaissance und Barock]]&lt;br /&gt;
* [[Tretmühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hagen Gebauer: &amp;#039;&amp;#039;250 Jahre Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039;. In: Heimatjahrbuch des Rheingau-Taunus-Kreises 46 (1995), S. 165–167.&lt;br /&gt;
* Rudolf Rosensprung: &amp;#039;&amp;#039;Der Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039;. In: Heimatforschung, Heimatliebe (1983), S. 102–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Oestricher Kran von 1745}}&lt;br /&gt;
* [https://www.rheingau.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/kran Bilder und Text zum &amp;#039;&amp;#039;Oestricher Kran&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/00/10.50/N |EW=8/01/48.50/E |type=landmark |region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehrsbauwerk im Rheingau-Taunus-Kreis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Barockbauwerk in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hafenkran]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Oestrich-Winkel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technisches Denkmal in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nach der Haager Konvention geschütztes Kulturgut in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Oestrich-Winkel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schifffahrt (Hessen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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