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	<title>Ockhams Rasiermesser - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ockhams_Rasiermesser&amp;diff=13514&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dk1909: typografische Anführungszeichen korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-22T12:39:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typografische Anführungszeichen korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:William of Ockham - Logica 1341.jpg|mini|Wilhelm von Ockham. Skizze aus einem &amp;#039;&amp;#039;Summa-logicae&amp;#039;&amp;#039;-Manuskript von 1341 mit der Inschrift &amp;#039;&amp;#039;frater Occham iste&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ockhams Rasiermesser&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Prinzip der Parsimonie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lex parsimoniae&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sparsamkeitsprinzip&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – ist das bekannteste Beispiel eines [[Rasiermesser (Philosophie)|philosophischen Rasiermessers]], also eines [[Heuristik|heuristischen]] Forschungsprinzips, das überflüssige Annahmen systematisch ausscheidet. Es entstammt der [[Scholastik]] und gebietet bei der Bildung von erklärenden [[Hypothese]]n und Theorien höchstmögliche Sparsamkeit. Außer &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Occam&amp;#039;s Razor}}&amp;#039;&amp;#039; ist im Englischen die Wendung &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|law of parsimony}}&amp;#039;&amp;#039; verbreitet. Die lateinische Bezeichnung lautet &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|novacula Occami}}&amp;#039;&amp;#039;, die traditionelle deutsche &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ockhams Skalpell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Im Französischen findet sich 1746 bei [[Étienne Bonnot de Condillac]] die Formulierung &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|rasoir des nominaux}}&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Étienne Bonnot de Condillac |Titel=Essai sur l&amp;#039;origine des connaissances humaines |Verlag=Mortier |Ort=Amsterdam |Datum=1746 |Band=I |Seiten=248 |Kommentar=Fußnote |Online=https://fr.wikisource.org/wiki/Page:Condillac_-_Essai_sur_l%E2%80%99origine_des_connaissances_humaines,_Mortier,_1746,_tome_1.djvu/248}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nach [[Wilhelm von Ockham]] (1288–1347) benannte Prinzip findet seine Anwendung in der [[Wissenschaftstheorie]] und der wissenschaftlichen [[Methodologie]] als [[Heuristik|heuristisches]] Prinzip. Vereinfacht ausgedrückt besagt es:&lt;br /&gt;
# Von mehreren möglichen hinreichenden [[Erklärung]]en für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste [[Theorie]] allen anderen vorzuziehen.&lt;br /&gt;
# Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige [[Variable (Logik)|Variablen]] und [[Hypothese]]n enthält und diese in [[Logik|logischen]] Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der ockhamschen Regel verbunden ist die Forderung, für jeden Untersuchungsgegenstand nur eine einzige [[Notwendige und hinreichende Bedingung#Hinreichende Bedingung|hinreichende]] Erklärung anzuerkennen. Nach der heutigen wissenschaftlichen Praxis muss diese Erklärung nicht [[Kausalität#Monokausalität, Multikausalität und Kausalkette|monokausal]] sein; sie kann aus mehreren zusammenhängenden Sätzen bestehen. Die [[Metapher|metaphorische]] Bezeichnung als Rasiermesser ergibt sich daraus, dass überflüssige Elemente einer Erklärung – wie überstehendes Haar – mit einem Rasiermesser einfach und auf einmal entfernt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befolgung dieses Prinzips bietet den Vorteil, dass eine Theorie mit wenigen und einfachen Annahmen leichter [[Falsifikationismus#Falsifizierbarkeit|falsifizierbar]] ist als eine mit vielen und komplizierten. Ockhams Rasiermesser ist aber nur eines von mehreren Kriterien für die [[Theorie#Kriterien|Qualität von Theorien]]. Mit ihm lässt sich kein Urteil über die Gültigkeit von Erklärungsmodellen fällen, wohl aber lassen sich unnötige Annahmen aussondern. Ein moderner [[Reduktionismus|reduktionistischer]] Ansatz in ähnlichem Geist ist das [[KISS-Prinzip]]. Eine Ausfaltung des Sparsamkeitsprinzips findet sich in der Mathematik im [[Permanenzprinzip]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelm von Ockham selbst hat das Prinzip nie explizit in dieser Form formuliert, es aber implizit in seinen Schriften angewendet. So forderte er: „Nichts darf man ohne eigene Begründung annehmen, es sei denn es sei evident oder aufgrund von Erfahrung gewusst oder durch die Autorität der Heiligen Schrift gesichert.“ (Kommentar zu den Sentenzen, I, d.&amp;amp;nbsp;30, q.&amp;amp;nbsp;1&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: {{Literatur |Autor=Richard Heinzmann |Titel=Philosophie des Mittelalters |Auflage=2 |Verlag=Kohlhammer |Ort=Stuttgart |Jahr=1998 |Seiten=249 |ISBN=978-3-17-015529-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Antike und Scholastik ===&lt;br /&gt;
Die Bevorzugung der einfachsten Erklärung reicht bis zu [[Aristoteles]] zurück. Die aristotelische Fassung des Gedankens – &amp;#039;&amp;#039;natura nihil facit frustra&amp;#039;&amp;#039; („Die Natur tut nichts umsonst“) – ist ein [[Kosmologie|kosmologisches Gesetz]] aus Aristoteles&amp;#039; [[Teleologie|teleologischer]] Naturphilosophie.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;De incessu animalium&amp;#039;&amp;#039;, 704b15; vgl. &amp;#039;&amp;#039;De Caelo&amp;#039;&amp;#039; 271a33.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Robert Grosseteste]] argumentiert in dieser Weise, wenn er in einer Abhandlung zum allerdings falschen Schluss kommt, dass für alle Lichtstrahlen, welche in ein optisch dichteres Medium eindringen, der Brechungswinkel gleich dem halben Einfallswinkel entspreche.&amp;lt;ref&amp;gt;(vgl. auch das [[Prinzip der kleinsten Wirkung]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ockhams entwickelte sein Prinzip als Argument im [[Universalienstreit]], der sich darum drehte, ob Universalien wie „Menschheit“ oder „Lebewesen“ für sich existieren (als reale [[Entität]]en), in Einzeldingen, oder nur als Vorstellungen im Bewusstsein ohne eigenständige Existenz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Universalienstreit |Hrsg=Peter Prechtl, Franz-Peter Burkard |Sammelwerk=Metzler Lexikon Philosophie |Auflage=3 |Verlag=Metzler |Ort=Stuttgart |Datum=2008 |Online=https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/universalienstreit/2099}}; {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/universals-medieval/|The Medieval Problem of Universals|Gyula Klima|2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Thomas von Aquin]], gemäßigter Realist im Universalienstreit,  formuliert in der &amp;#039;&amp;#039;[[Summa theologiae]]&amp;#039;&amp;#039; mit {{&amp;quot;|Sprache=la|Quod potest compleri per pauciora principia, non fit per plura.|Übersetzung=Was durch weniger Prinzipien erklärt werden kann, soll nicht durch mehr erklärt werden.}}&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas von Aquin |Titel=Summa theologiae |Band=I |Nummer=q. 2, art. 3, obj. 2 |Online=https://www.corpusthomisticum.org/sth1001.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen Vorläufer des Prinzips. Nach Thomas sei dies ein üblicher Einwand gegen die Existenz Gottes, den er selbst widerlegt. Aus &amp;#039;&amp;#039;natura nihil facit frustra&amp;#039;&amp;#039; macht Thomas ein Stück [[Theologie|theologische]] [[Dialektik]]: Wenn Natur und Vernunft alles erklären, sei Gott überflüssig – Thomas argumentiert dagegen: Die Kette natürlicher Ursachen verweisen gerade auf eine erste Ursache; das Prinzip spricht also für Gott, nicht gegen ihn. Ockham widerspricht dem aristotelischen Prinzip – anders als Thomas – grundlegend, in seiner kosmologischen Reichweite: Gott ist für ihn nicht durch die kausale Ordnung der Natur beschränkt und könnte genauso gut den kompliziertesten Weg wählen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John Losee |Titel=A Historical Introduction to the Philosophy of Science |Auflage=1 |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford |Jahr=1972}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[Ontologie|ontologische Regel]] führt er es jedoch wieder ein: Überflüssige Entitäten – allen voran die Universalien – sollen eliminiert werden; die einfachere von zwei gleich leistungsfähigen Theorien ist zu bevorzugen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Ockham: &amp;#039;&amp;#039;Summa Logicae&amp;#039;&amp;#039;, I, 12: „Frustra fit per plura quod potest fieri per pauciora.“ („Es ist vergeblich, durch mehr zu tun, was durch weniger getan werden kann.“)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ockham und andere Nominalisten setzten das Prinzip explizit gegen den Universalienrealismus ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://www.britannica.com/topic/Occams-razor Occam&amp;#039;s razor] und [https://www.britannica.com/topic/realism-philosophy/Universals Realism: Universals]. In: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopædia Britannica&amp;#039;&amp;#039; (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[Walter Chatton]], ein Zeitgenosse Wilhelms von Ockham, vertrat eine Gegenposition zu Ockhams Sparsamkeitsprinzip: {{&amp;quot;|Wenn drei Dinge nicht genug sind, um eine klare Aussage über etwas zu treffen, muss ein viertes hinzugefügt werden, und so weiter.}} Obwohl verschiedene andere Philosophen in dieser Zeit ähnliche „Gegenprinzipien“ formuliert haben, blieben Occam und die ihm zugeschriebene Maxime in der Folge wirkmächtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekannteste Formulierung des ockhamschen Prinzips stammt vom Philosophen [[Johannes Clauberg]] (1622–1665). Er schrieb 1658: {{&amp;quot;|Sprache=la|Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem [oder: sine necessitate]|Übersetzung=[[Entität|Wesenheiten]] dürfen nicht über das Notwendige hinaus vermehrt werden.}}&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johannes Clauberg |Titel=Logica vetus et nova |Verlag=Elzevier |Ort=Amsterdam |Jahr=1658 |Seiten=320 |Online=https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10042909-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Form {{&amp;quot;|Sprache=la|non sunt multiplicanda entia sine necessitate}} findet sich der Satz schon 1639 beim [[Scotismus|Scotisten]] [[Johannes Poncius]], der ihn als etablierte scholastische [[Maxime]] zitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
In der frühen Neuzeit wurde das Prinzip vor allem durch [[Isaac Newton]] in seiner modernen Form geprägt. In den &amp;#039;&amp;#039;[[Philosophiae Naturalis Principia Mathematica|Principia Mathematica]]&amp;#039;&amp;#039; formulierte er als erste seiner &amp;#039;&amp;#039;Regulae Philosophandi&amp;#039;&amp;#039;: {{&amp;quot;|Sprache=la|Causas rerum naturalium non plures admitti debere, quam quae et verae sint et earum phaenomenis explicandis sufficiant.|Übersetzung=Man soll nicht mehr Ursachen natürlicher Dinge zulassen, als solche, die wahr sind und zur Erklärung ihrer Erscheinungen hinreichen.}} Das Prinzip ist damit nicht mehr gegen überflüssige Entitäten gerichtet, sondern gegen überflüssige Ursachenhypothesen – eine Verschiebung, die Newton im &amp;#039;&amp;#039;General Scholium&amp;#039;&amp;#039; der zweiten Ausgabe von 1713 mit &amp;#039;&amp;#039;[[Hypotheses non fingo]]&amp;#039;&amp;#039; auf den Punkt brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gottfried Wilhelm Leibniz]] formulierte im Widerspruch zur kosmologischen Lesart ein &amp;#039;&amp;#039;Prinzip [größtmöglichen] der Vielfalt&amp;#039;&amp;#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;So benannt von [[Arthur O. Lovejoy]]; vgl. {{Literatur |Autor=Arthur O. Lovejoy |Titel=The Great Chain of Being. A Study of the History of an Idea |Verlag=Harvard University Press |Ort=Cambridge MA |Jahr=1936}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Leibniz leben wir gerade deshalb in der besten aller möglichen Welten, weil diese die größtmögliche Vielfalt an Leben hervorbringt, und nicht, weil diese möglichst frei von Übel, Sünde und Leid wäre; es handelt sich also um ein Prinzip des Optimums an Vollständigkeit (siehe auch [[Theodizee]]). Für Definitionen und Erklärungen vertrat Leibniz aber dennoch die Ansicht, dass die einfachste Erklärung die beste sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] (1724–1804) formulierte ein Prinzip, nach dem die Vielfalt der natürlichen Arten nicht voreilig durch eine reduktionistische Erklärung vermindert werden solle ({{Kant|3|428|||||441}}), erkannte aber zugleich den Versuch einer solchen Reduktion durch den &amp;#039;&amp;#039;focus imaginarius&amp;#039;&amp;#039; der Vernunftideen als &amp;#039;&amp;#039;Interesse der Vernunft&amp;#039;&amp;#039; an (s. [[Transzendentale Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Occam&amp;#039;s Razor&amp;#039;&amp;#039; selbst erst wurde im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert durch den [[William Hamilton (Philosoph)|William Hamilton]] geprägt. Hamilton verwendete den Begriff in seiner 1852 erschienenen Schrift &amp;#039;&amp;#039;Discussions on Philosophy and Literature&amp;#039;&amp;#039; und deutete das Prinzip ontologisch – als Verbot, der Wirklichkeit mehr Entitäten, Kräfte oder Ursachen zuzuschreiben als notwendig: {{&amp;quot;|Sprache=en|This is the law of parsimony; which prohibits, without a proven necessity, the multiplication of entities, powers, principles or causes; above all, the postulation of an unknown force where a known impotence can account for the phenomenon.|Übersetzung=Dies ist das Gesetz der Parsimonie, das ohne erwiesene Notwendigkeit die Vervielfältigung von Entitäten, Kräften, Prinzipien oder Ursachen untersagt; vor allem die Annahme einer unbekannten Kraft, wo eine bekannte Ohnmacht das Phänomen erklären kann.}}&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=William Hamilton |Titel=Discussions on Philosophy and Literature, Education and University Reform |Verlag=Longman, Brown, Green and Longmans |Ort=London |Jahr=1852 |Seiten=580}} ([https://archive.org/details/discussiononphil00hamiuoft online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Stuart Mill]] widersprach dieser Deutung ausdrücklich. In seiner Auseinandersetzung mit Hamilton (1865) führte er den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Occam&amp;#039;s Razor&amp;#039;&amp;#039; als philosophischen Terminus ein und bestimmte das Prinzip als rein epistemisches Spekulationsverbot – nicht als Aussage über die Struktur der Wirklichkeit: {{&amp;quot;|Sprache=en|The real ground of the prohibition is what our author terms the Law of Parcimony; a principle identical with the famous maxim of the Nominalists, known as Occam&amp;#039;s Razor — &amp;#039;&amp;#039;Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem&amp;#039;&amp;#039; [...] Sir W. Hamilton, instead of resting it on this logical injunction, grounds it on an ontological theory.|Übersetzung=Der eigentliche Grund des Verbots ist das, was unser Autor das Gesetz der Parsimonie nennt; ein Prinzip, identisch mit dem berühmten Grundsatz der Nominalisten, bekannt als Ockhams Rasiermesser [...] Sir W. Hamilton, anstatt es auf diese logische Maxime zu stützen, begründet es mit einer ontologischen Theorie.}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mill&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=John Stuart Mill |Titel=An Examination of Sir William Hamilton&amp;#039;s Philosophy and of the Principal Philosophical Questions Discussed in His Writings |Verlag=Longmans, Green, Reader and Dyer |Ort=London |Jahr=1865 |Seiten=465–466}} ([https://archive.org/details/cu31924029012206 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mills positive Bestimmung: Das Prinzip ruhe auf keiner Annahme über die Wege der Natur, sondern sei eine rein logische Vorschrift – ein Anwendungsfall des Grundsatzes, nichts zu glauben, wofür es keine Evidenz gibt. Hamiltons ontologische Lesart setze dagegen letztlich [[Leibniz]]&amp;#039; These voraus, wir lebten in der besten aller möglichen Welten. Mills Musterbeispiel für das korrekt verstandene Prinzip ist Newton: Als Newton gezeigt hatte, dass dasselbe Theorem sowohl die Planetenbewegungen als auch den Fall von Körpern zur Erde beschreibt, wäre es unlogisch gewesen, zwei verschiedene Naturgesetze anzunehmen. Das Sparsamkeitsprinzip fordert deren Vereinigung zu einem einzigen Gesetz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mill&amp;quot; /&amp;gt; Mit Mill ist das Prinzip zu einer Maxime der [[Erkenntnistheorie]] geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Astronomie bildet ein [[Paradigma|paradigmatisches]] Beispiel für die Bestätigung von von Ockhams Rasiermesser in der Wissenschaftspraxis: Das [[Ptolemäisches Weltbild|ptolemäische Weltbild]] musste, um immer genauere Beobachtungen der Planetenbewegungen zu erklären, ständig weitere [[Epizykeltheorie|Epizykeln]] einführen. Das Weltbild des [[Nikolaus Kopernikus]] stellt einen Versuch dar, die Hauptepizyklen zur Erklärung der retrograden Planetenbewegungen zu eliminieren und die Planetenbewegungen gleichmäßiger zu modellieren. Indem er die Himmelssphären um die Sonne legte, die Planeten neu ordnete und die Erde unter sie reihte, entfiel die Notwendigkeit, für die scheinbaren Rückläufe eigene Ursachen anzugeben. Zunächst stimmte dieses Modell jedoch schlechter mit den Beobachtungsdaten überein als die von [[Tycho Brahe]] verfeinerte Version des geozentrischen Weltbilds. Vergleichbare Übereinstimmung brachte erst die Ersetzung der Kreisbahnen durch Ellipsen in [[Keplersche Gesetze|Keplers Gesetzen]]. Den entscheidenden Schritt vollzog Newton mit der Einführung der [[Gravitation]]: Keplers Gesetze ließen sich nun aus allgemeinen physikalischen Prinzipien herleiten, die [[Galileo Galilei]] aufgestellt und experimentell bestätigt hatte. Erst damit konnte das heliozentrische Weltbild beanspruchen, die einfachere Theorie zu sein.  – nicht weil es ästhetisch gefälliger war, sondern weil es denselben Beobachtungsbereich mit weniger unabhängigen Annahmen erklärte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. M. Linton |Titel=From Eudoxus to Einstein. A History of Mathematical Astronomy |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Jahr=2004 |ISBN=978-0-521-82750-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich kann Ockhams Rasiermesser erst dann angesetzt werden, wenn mehrere Theorien vorhanden sind, die die gewünschte Erklärung in gleicher Tiefe liefern können. Eine komplexe Theorie, die den Gegenstand besser erklärt, kann daher einer einfachen Theorie vorgezogen werden. So ist die [[Relativitätstheorie]] komplizierter als die [[klassische Mechanik]], da sie verschiedene Kräfte in komplexen mathematischen Beziehungen betrachtet. Sie kann aber zusätzlich einen größeren Bereich an Phänomenen erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert und Gegenwart ===&lt;br /&gt;
In der neueren Diskussion wird zwischen zwei Formen der Einfachheit unterschieden: &amp;#039;&amp;#039;syntaktischer Einfachheit&amp;#039;&amp;#039; (Eleganz: Anzahl und Prägnanz der Hypothesen einer Theorie) und &amp;#039;&amp;#039;ontologischer Einfachheit&amp;#039;&amp;#039; (Parsimonie: Anzahl der postulierten Entitätstypen). Beide Aspekte können in unterschiedliche Richtungen ziehen und sind analytisch zu trennen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/simplicity/|Simplicity|Alan Baker|2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sparsamkeitsprinzip hat auch in die empirischen Einzelwissenschaften Eingang gefunden. Ein prominentes Beispiel ist das Verfahren des [[Maximum parsimony]] in der Phylogenetik: Beim Rekonstruieren von Stammbäumen wird derjenige Baum bevorzugt, der die geringste Zahl evolutionärer Veränderungen voraussetzt, um die beobachteten Merkmale zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachphilosophie ===&lt;br /&gt;
Die sprachkritische und logische Dimension des Prinzips wurde in der Philosophie des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts mehrfach aufgegriffen. [[Charles Sanders Peirce]] führt Ockhams Rasiermesser als logische Maxime an: Man soll nicht mehr unabhängige Elemente annehmen als notwendig. [[Bertrand Russell]] betonte seine methodische Bedeutung für die wissenschaftliche Philosophie: „Wherever possible, logical constructions are to be substituted for inferred entities.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Widerspruch dazu und zu Occams Rasiermesser bezeichnete [[Karl Menger]], obwohl selbst Mitglied des [[Wiener Kreis]]es die Mathematiker seiner Zeit als „zu geizig“ im Umgang mit Variablen und formulierte sein &amp;#039;&amp;#039;Gesetz gegen die Armseligkeit&amp;#039;&amp;#039; in zwei Varianten: {{&amp;quot;|Text=Thus what is needed is a counterpart to the Law of Parsimony – so to speak, a &amp;#039;&amp;#039;Law against Miserliness&amp;#039;&amp;#039; – stipulating that &amp;#039;&amp;#039;entities must not be reduced to the point of inadequacy&amp;#039;&amp;#039; and, more generally, that &amp;#039;&amp;#039;it is vain to try to do with fewer what requires more&amp;#039;&amp;#039;. |Autor=Karl Menger |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Menger |Titel=A Counterpart of Occam&amp;#039;s Razor in Pure and Applied Mathematics: Ontological Uses |Sammelwerk=Synthese |Band=12 |Nummer=4 |Jahr=1960 |Seiten=415–428 |DOI=10.1007/BF00485426}}&amp;lt;/ref&amp;gt; |Übersetzung=Entitäten dürfen nicht bis zur Unangemessenheit reduziert werden [und] es ist sinnlos mit weniger zu tun, was mehr erfordert. |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Willard Van Orman Quine]] präzisierte das Prinzip durch seinen Begriff der &amp;#039;&amp;#039;ontologischen Verpflichtung&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;ontological commitment&amp;#039;&amp;#039;): Eine Theorie ist genau dann auf Entitäten eines bestimmten Typs verpflichtet, wenn sie deren Existenz impliziert; Parsimonie bedeutet, diese Verpflichtungen minimal zu halten. [[Ludwig Wittgenstein]] wandte das Prinzip sprachkritisch: „Wird ein Zeichen nicht gebraucht, so ist es bedeutungslos. Das ist der Sinn der Devise Ockhams.“ ([[Tractatus logico-philosophicus]], 3.328). [[Karl-Otto Apel]] sieht die empiristische Sprachkritik insgesamt mit Ockhams Rasiermesser beginnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermann J. Cloeren |Titel=Ockham&amp;#039;s razor |Hrsg=[[Joachim Ritter]], [[Karlfried Gründer]] |Sammelwerk=Historisches Wörterbuch der Philosophie |Band=6 |Verlag=Schwabe |Ort=Basel |Jahr=1984 |Seiten=Sp. 1094–1096 |DOI=10.24894/HWPh.2834}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/simplicity/|Simplicity|Alan Baker|2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maxime entspricht der Motivation [[Reduktionismus|reduktionistischer]] Ansätze in der Wissenschaft, wie dem des [[logischer Positivismus|logischen Positivismus]]. Die Vielfalt der Erscheinungen soll aus einer möglichst kleinen Zahl von Grundannahmen abgeleitet werden. Eine Rechtfertigung des ockhamschen Prinzips ist daher eng verknüpft mit einer Rechtfertigung für das Streben nach [[Einheitswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaftstheorie ===&lt;br /&gt;
In der modernen Wissenschaftstheorie gibt es verschiedene Versuche, Ockhams Rasiermesser als rationale Forschungsmaxime zu rechtfertigen. So wurde [[Einfachheit]] mit einem höheren Bestätigungsgrad&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Clark Glymour |Titel=Theory and Evidence |Verlag=Princeton University Press |Ort=Princeton NJ |Jahr=1980 |ISBN=978-0-691-07240-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder mit der [[Schluss auf die beste Erklärung|besten Erklärung]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gilbert H. Harman |Titel=The Inference to the Best Explanation |Sammelwerk=The Philosophical Review |Band=74 |Nummer=1 |Jahr=1965 |Seiten=88–95 |DOI=10.2307/2183532}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Verbindung gebracht. Auch im Rahmen des [[Bayesscher Wahrscheinlichkeitsbegriff|bayesschen Wahrscheinlichkeitsbegriffs]] begründet eine höhere [[A-priori-Wahrscheinlichkeit]] die Bevorzugung einfacherer Theorien: Je mehr unabhängige Annahmen eine Erklärung voraussetzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon falsch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen solche Rechtfertigungen wird eingewandt, dass sie [[Petitio principii|zirkulär]] werden, sobald kein unabhängiges Kriterium für Einfachheit vorliegt. Zudem lasse sich aufgrund des [[Induktionsproblem]]s keine von mehreren gleichermaßen datenkonsistenten Theorien als wahrer auszeichnen – unabhängig von ihrer Komplexität. Gegenwärtige Ansätze deuten Ockhams Prinzip daher als Suchstrategie: Durch wiederholte Anwendung soll eine Annäherung an eine wahre allgemeine Theorie erfolgen, wobei die strikte Anwendung des Prinzips unter allen konvergierenden Regeln die effizienteste ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wesley C. Salmon |Titel=The Foundations of Scientific Inference |Verlag=University of Pittsburgh Press |Ort=Pittsburgh |Jahr=1967}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kevin T. Kelly |Titel=A New Solution to the Puzzle of Simplicity |Sammelwerk=Philosophy of Science |Band=74 |Nummer=5 |Jahr=2007 |Seiten=561–573 |DOI=10.1086/525604}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts rückte die Frage ins Zentrum, ob sich das Rasiermesser statistisch begründen lässt. William Jefferys und James Berger zeigten 1992, dass eine einfachere Hypothese &amp;#039;&amp;#039;schärfere&amp;#039;&amp;#039; Vorhersagen macht – sie legt sich auf wenige mögliche Beobachtungen fest und wird daher stärker belohnt, wenn ihre Vorhersage zutrifft. Als Beispiel dient die Periheldrehung des Merkur: Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie sagt den beobachteten Wert ohne jeden freien Parameter vorher, während eine „korrigierte“ newtonsche Theorie einen Zusatzparameter benötigt. Bayesianisch gerechnet überwiegen die Chancen für Einstein im Verhältnis von mindestens 15:1. Stephen Gull bezeichnet diesen Effekt als den &amp;#039;&amp;#039;Ockham-Faktor&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=William H. Jefferys, James O. Berger |Titel=Ockham&amp;#039;s Razor and Bayesian Analysis |Sammelwerk=American Scientist |Band=80 |Jahr=1992 |Seiten=64–72}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine verwandte Schwierigkeit zeigt die [[Duhem-Quine-These]]: Da Hypothesen stets nur zusammen mit Hilfsannahmen testbar sind, lässt sich jede komplexe Theorie durch Anpassung dieser Annahmen vor der Falsifikation schützen – was die Frage aufwirft, ob das Rasiermesser überhaupt zwischen konkurrierenden Theorien entscheiden kann, solange deren Hilfsannahmen frei justierbar bleiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willard Van Orman Quine |Titel=Two Dogmas of Empiricism |Sammelwerk=The Philosophical Review |Band=60 |Jahr=1951 |Seiten=20–43 |DOI=10.2307/2181906}}; grundlegend bereits {{Literatur |Autor=Pierre Duhem |Titel=La Théorie physique, son objet et sa structure |Verlag=Chevalier &amp;amp; Rivière |Ort=Paris |Jahr=1906}} (dt.: &amp;#039;&amp;#039;Ziel und Struktur der physikalischen Theorien.&amp;#039;&amp;#039; Barth, Leipzig 1908); zum Gesamtzusammenhang: {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/scientific-underdetermination/|Underdetermination of Scientific Theory|Kyle Stanford|2023}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[Urbain Le Verrier]] 1846 die Abweichungen in der [[Uranus (Planet)|Uranus]]-Bahn nicht durch Newtons Mechanik erklären konnte, gab er nicht die Theorie auf, sondern die Hilfsannahme, das Sonnensystem enthalte außer den bekannten sieben Planeten keine weiteren massereichen Körper – und sagte Neptuns Position korrekt vorher. Denselben Ansatz verfolgte Le Verrier bei der [[Periheldrehung des Merkur]], indem er einen weiteren inneren Planeten namens [[Vulkan (Planet)|Vulkan]] postulierte; dieser wurde nie gefunden, und das Problem blieb bis zu [[Allgemeine Relativitätstheorie|Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie]] ungelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/scientific-underdetermination/|Underdetermination of Scientific Theory|Kyle Stanford|2023}}, Abschnitt 2.1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Malcolm Forster und Elliott Sober wenden ein, dass der bayesianische Ansatz Vorab-Wahrscheinlichkeiten voraussetzt, für die es kein eindeutiges Verfahren gibt. Statt Theorien nach ihrer Wahrscheinlichkeit zu bewerten, schlagen sie vor, ihre &amp;#039;&amp;#039;voraussichtliche Genauigkeit&amp;#039;&amp;#039; bei künftigen Beobachtungen zu messen. Auf der Grundlage eines Resultats des Statistikers Hirotugu Akaike (1973) zeigen sie: Komplexe Modelle neigen zur Überanpassung an vorhandene Daten und schneiden bei neuen Beobachtungen schlechter ab – einfachere Modelle sind ihnen dann überlegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Malcolm Forster, Elliott Sober |Titel=How to Tell When Simpler, More Unified, or Less &amp;#039;&amp;#039;Ad Hoc&amp;#039;&amp;#039; Theories will Provide More Accurate Predictions |Sammelwerk=The British Journal for the Philosophy of Science |Band=45 |Nummer=1 |Jahr=1994 |Seiten=1–35 |DOI=10.1093/bjps/45.1.1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Ansatz erlaubt auch eine Präzisierung von Imre Lakatos’ Begriff des &amp;#039;&amp;#039;degenerativen&amp;#039;&amp;#039; Forschungsprogramms: Z. B. das Hinzufügen von Epizykeln im ptolemäischen Weltbild erzeugt durchaus neue Vorhersagen – ist also im Sinne von Lakatos nicht ohne weiteres degenerativ. Entscheidend ist vielmehr, ob der Gewinn an Vorhersagegenauigkeit den Zuwachs an Komplexität rechtfertigt. Heuristisch ist das Prinzip also durchaus hilfreich, um erklärungsstarke neue Theorien zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Kees Aarts |Titel=Parsimonious Methodology |Sammelwerk=Methodological Innovations Online |Band=2 |Nummer=1 |Jahr=2007 |Seiten=2–10 |DOI=10.4256/mio.2007.0002}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Marina Dubova u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Is Ockham&amp;#039;s Razor losing its edge? New perspectives on the principle of model parsimony |Sammelwerk=Proceedings of the National Academy of Sciences |Band=122 |Nummer=5 |Jahr=2025 |Seiten=e2401230121 |DOI=10.1073/pnas.2401230121}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Wolfgang Hübener (Philosophiehistoriker)|Wolfgang Hübener]] |Titel=Ockham&amp;#039;s Razor not Mysterious |Sammelwerk=Archiv für Begriffsgeschichte |Band=27 |Jahr=1983 |Seiten=73–92}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Hermann J. Cloeren |Titel=Ockham&amp;#039;s razor |Hrsg=[[Joachim Ritter]], [[Karlfried Gründer]] |Sammelwerk=Historisches Wörterbuch der Philosophie |Band=6 |Verlag=Schwabe |Ort=Basel |Jahr=1984 |Seiten=Sp. 1094–1096 |DOI=10.24894/HWPh.2834}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Armand Augustine Maurer|Armand A. Maurer]] |Titel=Ockham&amp;#039;s razor and Chatton&amp;#039;s anti-razor |Sammelwerk=Medieval Studies |Band=46 |Jahr=1984 |Seiten=463–475}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Armand A. Maurer |Titel=Ockham&amp;#039;s razor and dialectical reasoning |Sammelwerk=Medieval Studies |Band=58 |Jahr=1996 |Seiten=49–56}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Phil Mole |Titel=Ockham&amp;#039;s Razor cuts both ways: The Uses and Abuses of Simplicity in Scientific Theories |Sammelwerk=Skeptic |Band=10 |Nummer=1 |Jahr=2003 |Seiten=40–47}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Michael Pacer, Tania Lombrozo |Titel=Ockham&amp;#039;s razor cuts to the root: Simplicity in causal explanation |Sammelwerk=Journal of Experimental Psychology: General |Band=146 |Nummer=12 |Jahr=2017 |Seiten=1761–1780 |DOI=10.1037/xge0000318}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Occam&amp;#039;s razor|Ockhams Rasiermesser}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|1=https://plato.stanford.edu/entries/ockham/#4.1|2=William of Ockham|3=Paul Vincent Spade, Claude Panaccio}}, insbesondere Abschnitt 4.1&lt;br /&gt;
* {{SEP|1=https://plato.stanford.edu/entries/simplicity/|2=Simplicity|3=Alan Baker}}&lt;br /&gt;
* Sugihara Hiroshi, Phil Gibbs: [http://www.physics.adelaide.edu.au/~dkoks/Faq/General/occam.html &amp;#039;&amp;#039;What is Occam&amp;#039;s Razor?&amp;#039;&amp;#039;] In: The Original Usenet Physics FAQ (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesprochene Version|datei=De-Ockhams Rasiermesser-article.ogg}}&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|3. Juni 2005|6228126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4590566-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dk1909</name></author>
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