<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Oberstes_Gericht_der_DDR</id>
	<title>Oberstes Gericht der DDR - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Oberstes_Gericht_der_DDR"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oberstes_Gericht_der_DDR&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-26T22:42:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oberstes_Gericht_der_DDR&amp;diff=929181&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;T. Wirbitzki: lk gdz.sub.uni-goettingen.de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Oberstes_Gericht_der_DDR&amp;diff=929181&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-19T19:18:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lk gdz.sub.uni-goettingen.de&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Berlin, Mitte, Invalidenstrasse, Bundesministerium fuer Wirtschaft und Technologie 01.jpg|mini|Der erste Sitz des Obersten Gerichts war das heute als Hauptsitz des [[Bundeswirtschaftsministerium]]s dienende Gebäude unmittelbar am [[Berliner Grenzübergänge|Grenzübergang]] [[Sandkrugbrücke]] in Berlin-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Oberstes-Gericht-DDR.jpg|mini|Zweiter Sitz des Obersten Gerichts im Justizgebäude in der Littenstraße, Berlin-Mitte.]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oberste Gericht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (OG) war das höchste [[Judikative|Rechtsprechungsorgan]] der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. Es wurde durch Gesetz vom 8.&amp;amp;nbsp;Dezember 1949,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gesetz über die Errichtung des Obersten Gerichtshofes und der Obersten Staatsanwaltschaft der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039; vom 8.&amp;amp;nbsp;Dezember 1949 ([[Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik|GBl.]] Nr.&amp;amp;nbsp;16 [http://www.documentarchiv.de/ddr/1949/oberstes-gericht-ddr_ges.html S.&amp;amp;nbsp;111])&amp;lt;/ref&amp;gt; organisatorisch getrennt vom [[Generalstaatsanwalt der DDR]], mit Wirkung vom 15. Dezember 1949 errichtet und durch die [[deutsche Wiedervereinigung]] am 3. Oktober 1990 aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Beginn der 1970er Jahre befand sich das Oberste Gericht im repräsentativen Gebäudeteil der vormaligen [[Pépinière|Militärärztlichen Akademie]] an der [[Invalidenstraße (Berlin)|Invalidenstraße]] mit der postalischen Anschrift „Scharnhorststraße 6“ in Berlin-Mitte. Danach bezog es in der [[Littenstraße]] Räumlichkeiten im dortigen [[Geschäftsgebäude für die Zivilabteilungen des Landgerichts Berlin I und des Amtsgerichts Berlin I|Justizgebäude]]. In dem Gebäude befanden sich außerdem das [[Gerichtsorganisation in Berlin#Ost-Berlin|Stadtgericht Berlin]], die drei Stadtbezirksgerichte Mitte, Prenzlauer Berg und – bis zu dessen Auszug – Friedrichshain, das Staatliche [[Notariat]] sowie der Generalstaatsanwalt von (Groß-)Berlin, die Staatsanwälte der Stadtbezirke Mitte, Prenzlauer Berg und – bis zu dessen Auszug – Friedrichshain, des [[Militärgericht]]s und der [[Staatsanwalt|Militäroberstaatsanwalt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Heute ist das Gebäude Sitz des [[Amtsgericht Mitte|Amtsgerichtes Mitte]] sowie verschiedener Zivilkammern des [[Landgericht Berlin|Landgerichtes Berlin]] (Berufungs- und Beschwerdekammern, Verkehrskammern, Wettbewerbskammern, Kammern für Handelssachen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zuständigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DDR-Buch - Oberstes Gericht der DDR - 1970.jpg|mini|DDR-Buch anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Obersten Gerichts, 1970]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Aufgabenbereichen des Gerichts zählten&lt;br /&gt;
* die Durchführung von Strafverfahren in erster und letzter [[Instanz (Recht)|Instanz]], in denen der Oberste Staatsanwalt der DDR wegen der überragenden Bedeutung der Fälle Anklage vor dem Obersten Gericht erhob, sowie&lt;br /&gt;
* die [[Kassation (Rechtsbehelf)|Kassation]] in Zivil-&amp;lt;ref&amp;gt;Torsten Reich: &amp;#039;&amp;#039;Die Kassation in Zivilsachen – Maßnahmeakt oder Rechtsinstitut?&amp;#039;&amp;#039;. In: [https://forhistiur.de/1997-11-reich/?l=de forum historiae iuris, 1997]&amp;lt;/ref&amp;gt; und Strafsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später kamen weitere Aufgaben hinzu, was vor allem dem Prozess der Vereinfachung zuzurechnen ist, den die [[DDR-Justiz]] durchschritt. Nach § 55 des Gerichtsverfassungsgesetzes der DDR,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gesetz über die Verfassung der Gerichte der Deutschen Demokratischen Republik (Gerichtsverfassungsgesetz)&amp;#039;&amp;#039; vom 2. Oktober 1952 im &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik|Gesetzblatt der DDR]]&amp;#039;&amp;#039;, Teil I Nr. 141 vom 9. Oktober 1952, S. 983&amp;amp;nbsp;ff., [https://ddrgbl.mkrst.net/data/DDR-GBl%201952.pdf Digitalisat].&amp;lt;/ref&amp;gt; das am 15. Oktober 1952 in Kraft trat, hatte das Oberste Gericht auch als Gericht zweiter Instanz über die [[Rechtsmittel]]&lt;br /&gt;
* des Protests, der [[Berufung (Recht)|Berufung]] und der [[Beschwerde (deutsches Recht)|Beschwerde]] gegen erstinstanzliche Urteile in Zivil-, Familien- und Arbeitsrechtssachen sowie in Straf- und Militärstrafsachen&lt;br /&gt;
* der Berufung gegen Entscheidungen der Spruchstelle für Nichtigkeitserklärungen des [[Amt für Erfindungs- und Patentwesen|Amtes für Erfindungs- und Patentwesen]]&lt;br /&gt;
zu verhandeln und zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1959 wurde es auch für [[Ost-Berlin]] zuständig, wo die entsprechenden Kompetenzen bisher beim [[Kammergericht (Ost-)Berlin]] gelegen hatten. Für wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten innerhalb der volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaft war das [[Staatliches Vertragsgericht|&amp;#039;&amp;#039;Staatliche Vertragsgericht&amp;#039;&amp;#039;]] zuständig. Eine [[Verfassungsgerichtsbarkeit]] sowie spezielle Verwaltungs-, Sozial- und Finanzgerichtszweige bestanden in der DDR nicht. Für Sozialversicherungssachen gab es die &amp;#039;&amp;#039;Beschwerdekommissionen für Sozialversicherung&amp;#039;&amp;#039; des [[Freier Deutscher Gewerkschaftsbund|FDGB]] (§302 f. [[Arbeitsgesetzbuch (DDR)|AGB]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Arbeitsgesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039; vom 16. Juni 1977, im &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik|Gesetzblatt der DDR]]&amp;#039;&amp;#039;, Teil I Nr. 18 vom 22. Juni 1977, S. 185ff., [https://ddrgbl.mkrst.net/data/DDR-GBl%201977%20I.pdf Digitalisat].&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Richtlinie über die Wahl, Aufgaben und Arbeitsweise der Beschwerdekommissionen für Sozialversicherung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes&amp;#039;&amp;#039; vom 21. Februar 1978 ([https://www1.recht.makrolog.de/irfd/show?normid=dr_gbl_1978S109B114a_H8&amp;amp;region=bund GBl. I Nr. 8 S. 109])&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. bei der [[Staatliche Versicherung der DDR|Staatlichen Versicherung]];&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Verordnung über die Wahl, Aufgaben und Arbeitsweise der Beschwerdekommissionen für die Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung der Deutschen Demokratischen Republik (Beschwerdekommissionsordnung)&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Mai 1979 ([https://www1.recht.makrolog.de/irfd/show?normid=dr_gbl_1979S106B111a_H14&amp;amp;region=bund GBl. I Nr. 14 S. 106])&amp;lt;/ref&amp;gt; im Verwaltungsrecht die Möglichkeit der verwaltungsinternen &amp;#039;&amp;#039;Rechtsmittelbeschwerde&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gesetz und Verordnung vom 24. Juni 1971 ([https://www1.recht.makrolog.de/irfd/show?normid=dr_gbl_1971S49B54a_H3&amp;amp;region=bund GBl. I Nr. 3 S. 49] und [https://www1.recht.makrolog.de/irfd/show?normid=dr_gbl2_1971S465B480a_H54&amp;amp;region=bund GBl. II Nr. 54 S. 465])&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie der allgemeineren [[Petition#Petitionsrecht in der DDR|Eingabe]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Gesetz über die Bearbeitung der Eingaben der Bürger]] -Eingabengesetz -&amp;#039;&amp;#039; vom 19. Juni 1975 im &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik|Gesetzblatt der DDR]]&amp;#039;&amp;#039;, Teil I Nr. 26 vom 27. Juni 1975, S. 461f., [https://ddrgbl.mkrst.net/data/DDR-GBl%201975%20I.pdf Digitalisat].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
Das Oberste Gericht der DDR war [[Ordentliche Gerichtsbarkeit (Deutschland)|ordentliches Gericht]] und entschied sowohl in Straf- als auch Zivilsachen. Dazu waren Senate gebildet, die je von einem Präsidenten oder Vizepräsidenten als Oberrichter geleitet wurden. Neben dem Oberrichter saßen in einem Senat zusätzlich zwei weitere Richter. Gemäß Gerichtsverfassungsgesetz wurden die Richter des Obersten Gerichts auf Vorschlag des Ministerrates durch die [[Volkskammer]] auf fünf Jahre gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höchstes Organ war das Plenum, dem alle Richter des Obersten Gerichts und die Direktoren der [[Bezirksgericht (DDR)|Bezirksgerichte]] und der drei Militärobergerichte angehörten. In jährlichen Sitzungen wurden Richtlinien und Beschlüsse verabschiedet, die in der Regel Eingang in das Gesetzblatt der DDR fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschäfte des Obersten Gerichts wurden vom Präsidium geregelt, das aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und den Oberrichtern bestand. Das Präsidium konnte auch für die [[Rechtsprechung]] unterer Gerichte Beschlüsse fassen. Der Große Senat des Obersten Gerichts hatte über grundsätzliche Entscheidungen zu befinden. Je nachdem ob im [[Großer Senat|Großen Senat]] über Straf- oder Zivilsachen zu entscheiden war, setzte sich das Richterkollegium aus den Oberrichtern der jeweiligen [[Strafsenat|Straf-]] oder [[Zivilsenat]]e sowie dem Präsidenten und Vizepräsidenten des Gerichts zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Präsidenten: [[Kurt Schumann (Jurist)|Kurt Schumann]] (1949–1960, [[National-Demokratische Partei Deutschlands|NDPD]]), [[Heinrich Toeplitz]] (1960–1986, [[Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)|CDU]]), [[Günter Sarge]] (1986–1990, [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]); Gerhard Körner (Februar bis Oktober 1990, [[Partei des Demokratischen Sozialismus|PDS]]).&lt;br /&gt;
* Vizepräsidenten: [[Hilde Benjamin]] (1949–1953, SED); Vizepräsident und Vorsitzender des Kollegiums für Strafrecht: [[Walter Ziegler (Richter)|Walter Ziegler]] (1953–1958, SED), Gustav Jahn (1958–1962), Walter Ziegler (1962–1977, SED), (neu 1. Vizepräsident) Günter Sarge (1977–1986, SED); ab 1977 fünf Strafsenate;&lt;br /&gt;
* Vizepräsident und Vorsitzender des Kollegiums für Zivil-, Familien- und Arbeitsrecht: Hans Reinwarth (1966–1969), Peter-Paul Siegert (1969–1974), Werner Strasberg (1974–1990; ab 1986 1. Vizepräsident); ab 1978 vier Zivilsenate;&lt;br /&gt;
* Militärkollegium: Vorsitzender des Kollegiums: Günter Sarge (1963–1977), [[Lothar Penndorf]] (1977–1989) zuständig für MdI, MfNV und MfS; ab 1971 zwei Militärstrafsenate;&lt;br /&gt;
* nicht dem Obersten Gericht unterstellte Generalstaatsanwälte (siehe [[DDR-Justiz]]): [[Ernst Melsheimer]] (1949–1960, SED), [[Josef Streit]] (1962–1986, SED), [[Günter Wendland]] (1986–1989), [[Harri Harrland]] (1989/1990), [[Hans-Jürgen Joseph]] (1–6/1990);&lt;br /&gt;
* Stellvertretende Generalstaatsanwälte: Günter Wendland (bis 1986), Karl-Heinz Borchert, ab 1990 u. a. [[Lothar Reuter]] und [[Peter Przybylski (Jurist)|Peter Przybylski]] (langjähriger Pressesprecher/Staatsanwalt für Öffentlichkeitsarbeit, u. a. in DFF-Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Staatsanwalt hat das Wort]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1989 waren am Obersten Gericht 58 Richter tätig; beim Generalstaatsanwalt 119 Staatsanwälte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik]] 1990 [https://digi.bib.uni-mannheim.de/urn/urn:nbn:de:bsz:180-digsj-1366 S. 448] In: &amp;#039;&amp;#039;Universitäts­bibliothek Mannheim&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der 1. Strafsenat ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-B0709-0004-022, Oberstes Gericht, Globke-Prozess, Gerichtssaal.jpg|mini|1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR bei einem Schauprozess, 1963]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 1. Strafsenat des Obersten Gerichts wurden insbesondere in den Anfangsjahren der DDR maßgebliche Prozesse von hoher politischer Relevanz für die Geschichte der DDR verhandelt, etwa der Prozess gegen die [[Zeugen Jehovas]] (1950), gegen [[Otto Fleischer]] (1953), [[Elli Barczatis]]/[[Karl Laurenz]] (1955), in denen es um [[Spionage]] ging, oder der [[Schauprozess]] gegen [[Hans Globke]], einen engen Berater [[Konrad Adenauer]]s, wegen dessen [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischer]] Vergangenheit (1963). Von 1950 bis 1972 führte der Strafsenat 63 Verfahren gegen 260 Personen durch, wovon die meisten zwischen 1950 und 1957 stattfanden. In den 41 Prozessen mit 202 Angeklagten in diesem Zeitraum wurden nur zwei freigesprochen. Unter den 200 Schuldsprüchen waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 17 [[Todesstrafe|Todesurteile]] (davon 15 [[Liste von in der DDR hingerichteten Personen|vollstreckt]]);&lt;br /&gt;
* 28 Mal [[Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslänglich]];&lt;br /&gt;
* 40 Mal 15 Jahre [[Zuchthaus]];&lt;br /&gt;
* 51 Mal zwischen 10 und 14 Jahren Zuchthaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Mitte der 1960er Jahre nahm die Zahl der hier verhandelten Verfahren ab. Ab 1967 fand höchstens ein Strafprozess vor dem 1. Strafsenat pro Jahr statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Statistik aus: Rudi Beckert (siehe Literaturliste), S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorsitz hatte meist der Vizepräsident, selten der Präsident. Der Strafsenat fällte insbesondere in den 1950er-Jahren Urteile mit Rechtsgrundsätzen, die später in die DDR-Gesetzgebung einflossen. [[Ernst Melsheimer]], der erste Generalstaatsanwalt der DDR, sprach dem Senat eine zentrale politische Funktion zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das höchste Gericht soll in den für die Grundlagen unseres Staates und für den Bestand unserer Republik entscheidenden Fragen Recht sprechen; es soll auf hoher, weithin dem ganzen Volke sichtbarer Plattform urteilen; es soll schnell und richtig urteilen. […] Die Aburteilung […] durch den höchsten Gerichtshof in breitester Öffentlichkeit stärkt und vertieft die demokratische Gesinnung und die demokratische Wachsamkeit der Massen.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-B0709-0004-008, Oberstes Gericht, Globke-Prozess, Hilde Benjamin, Friedel Malter.jpg|mini|[[Hilde Benjamin]] (rechts), erste Vizepräsidentin des Gerichts (1963)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätere DDR-Justizministerin [[Hilde Benjamin]] hielt in diesem Raum als erste Vizepräsidentin des Gerichts mehrere politische Prozesse ab. Sie leitete die Gesetzgebungskommission beim [[Staatsrat der DDR]] und schrieb DDR-Rechtsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Ende ==&lt;br /&gt;
Nach den pompösen Feiern zum [[40. Jahrestag der DDR]] war für den 8. Dezember 1989 eine Festveranstaltung zum Jubiläum des OG angesetzt, verbunden mit Ordensverleihungen und der Vorstellung des Buches „Das Oberste Gericht der DDR. Rechtsprechung im Dienste des Volkes“. Angesichts des beginnenden Staatsverfalls der DDR fand die Veranstaltung nicht statt, wie auch das Buch nicht in den Handel kam.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudi Beckert: &amp;#039;&amp;#039;Die erste und letzte Instanz. Schau- und Geheimprozesse vor dem Obersten Gericht der DDR&amp;#039;&amp;#039;. Keip Verlag, Goldbach, 1995, ISBN 3-8051-0243-7, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 1990 trat der Präsident [[Günter Sarge]] während einer turbulenten [[Volkskammer]]sitzung zurück. Ein Nachfolger ist nicht mehr gewählt worden. Die Vizepräsidenten traten nacheinander aus Altersgründen bis auf einen zurück, der jedoch krankheitsbedingt nicht amtieren konnte. Im OG herrschte „Konfusion“, die nun freie DDR-Presse schrieb, es „dümple vor sich hin“. Rechtsprechung übte es kaum noch aus und hatte seine Autorität verloren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitate bei Rudi Beckert: &amp;#039;&amp;#039;Die erste und letzte Instanz. Schau- und Geheimprozesse vor dem Obersten Gericht der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Keip Verlag, Goldbach 1995, ISBN 3-8051-0243-7, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entscheidungssammlungen ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Entscheidungen des Obersten Gerichts der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;in Zivilsachen&amp;#039;&amp;#039; (OGZ) 1.1951–16.1983 (Entscheidungen der Jahre 1950–1981; {{ZDB|1871-5}} und {{ZDB|224988-1}})&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;in Strafsachen&amp;#039;&amp;#039; (OGSt) 1.1951–16.1977 (Entscheidungen der Jahre 1950–1975; {{ZDB|1870-3}} und {{ZDB|224987-x}})&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;in Arbeitsrechtssachen&amp;#039;&amp;#039; (OGA) 1.1959–9.1983 (Entscheidungen der Jahre 1952–1981; {{ZDB|507535-x}} und {{ZDB|224986-8}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zeit ab 1975 bzw. 1981 wurde keine amtliche Entscheidungssammlung mehr veröffentlicht. Stattdessen gab es die der [[Geheimschutz|Geheimhaltung]] unterliegenden &amp;#039;&amp;#039;Informationen des Obersten Gerichts der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039; (1977–1989; {{ZDB|1085540-3}}; 78 Hefte).&amp;lt;ref&amp;gt;Dazu [[Friedrich-Christian Schroeder]], Dieter Gräf: &amp;#039;&amp;#039;Geheime Rechtsprechungsanweisungen in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Recht in Ost und West (ROW).&amp;#039;&amp;#039; Band 31, 1987, [https://books.google.de/books?id=jmQyAQAAIAAJ&amp;amp;q=%22Geheime+Rechtsprechungsanweisungen+in+der+DDR+von+Professor+Dr.+Friedrich-Christian+Schroeder,+Regensburg/M%C3%BCnchen,+und+Dieter+Graf,+Bremerhaven%22 S. 291]–294.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Entscheidungen wurden noch in der Zeitschrift [[Neue Justiz]] abgedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Registerzeichen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:left; margin-right:5em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
bis 1975:&lt;br /&gt;
:1. Stelle: Verfahrensart&lt;br /&gt;
::Z = Kassation&lt;br /&gt;
::Z … (I) = erstinstanzliches Verfahren&lt;br /&gt;
::U = Berufung&lt;br /&gt;
::W = Beschwerde&lt;br /&gt;
:2. Stelle: Rechtsgebiet&lt;br /&gt;
::st = Strafsachen (II/III: Sachgebiet)&lt;br /&gt;
::MSt = Militärstrafsachen&lt;br /&gt;
::z = Zivilsachen&lt;br /&gt;
::a = Arbeitsrechtssachen&lt;br /&gt;
::z … (Pa) = Patentsachen (1954–63)&lt;br /&gt;
::zV/stV = Verkehrssachen (1954–60/67)&lt;br /&gt;
::zF = Familiensachen (ab 1958)&lt;br /&gt;
::zP = Patentsachen (ab 1963)&lt;br /&gt;
:Pr = Präsidium; Pl = Plenum&lt;br /&gt;
:Beispiel: Zst (Kassation in Strafsachen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:left&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab 1976:&lt;br /&gt;
:1. Stelle: Gericht&lt;br /&gt;
::O = Oberstes Gericht&lt;br /&gt;
:2. Stelle: Rechtsgebiet&lt;br /&gt;
::S = Strafsachen&lt;br /&gt;
::MS = Militärstrafsachen&lt;br /&gt;
::Z = Zivilsachen&lt;br /&gt;
::P = Patentsachen usw.&lt;br /&gt;
::F = Familiensachen&lt;br /&gt;
::A = Arbeitsrechtssachen&lt;br /&gt;
::D = Verwaltungsrechtssachen (1989/90)&lt;br /&gt;
:3. Stelle: Verfahrensart&lt;br /&gt;
::K = Kassation&lt;br /&gt;
::B = Berufung&lt;br /&gt;
::R = Beschwerde&lt;br /&gt;
:OGrS = Großer Senat (1987/90)&lt;br /&gt;
:Beispiel: OSK (Kassation in Strafsachen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rudi Beckert: &amp;#039;&amp;#039;Die erste und letzte Instanz. Schau- und Geheimprozesse vor dem Obersten Gericht der DDR&amp;#039;&amp;#039;. Keip Verlag, Goldbach, 1995, S. 20, ISBN 3-8051-0243-7.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Matthias Esch |Titel=Die Kassation in Strafsachen |Verlag=Berichte des Osteuropa Instituts an der Freien Universität Berlin|Ort=Berlin |Jahr=1992 |ISBN=3-921374-46-4}}&lt;br /&gt;
* Karl Wilhelm Fricke: &amp;#039;&amp;#039;Politik und Justiz in der DDR. Zur Geschichte der politischen Verfolgung 1945–1968.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1979, ISBN 3-8046-8568-4.&lt;br /&gt;
* Günther Sarge: &amp;#039;&amp;#039;Im Dienste des Rechts: Der oberste Richter der DDR erinnert sich.&amp;#039;&amp;#039; Edition Ost, Berlin 2013, ISBN 978-3-360-01844-1.&lt;br /&gt;
* Horst Kellner: &amp;#039;&amp;#039;Die Kassation in Zivilsachen in der Deutschen Demokratischen Republik.&amp;#039;&amp;#039; Diss. 1957, HU Berlin.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Richtlinien und Beschlüsse – bedeutende Leitungsakte des Obersten Gerichts der DDR.&amp;#039;&amp;#039; WissZ der HUB, 1966, Heft 6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über den Anteil der Rechtsprechung am Rechtsbildungsprozess in der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Festschrift für Erich Buchholz&amp;#039;&amp;#039;, Kai Homilius Verlag, Berlin 2007, S. 140 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Supreme Court of the German Democratic Republic|Oberstes Gericht der DDR|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* Bundesarchiv: [https://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/DP2-25170/xml/inhalt/d7a94c98-dfc3-439d-82ad-00fab1a8b928.htm DP 2 – Oberstes Gericht der DDR – Einleitung]&lt;br /&gt;
* [[Hans-Peter Haferkamp]]: [http://www.inp.jura.uni-koeln.de/sites/inp/user_upload/Begru__ndungsverhalten_des_RG_zwischen_1933_und_1945_in_Zivilsachen_verglichen_mit_Entscheidungen_des_OG_DDR_vor_1958__in_Zivilrechtskultur_der_DDR.pdf &amp;#039;&amp;#039;Begründungsverhalten des Reichsgerichts zwischen 1933 und 1945 in Zivilsachen verglichen mit Entscheidungen des Obersten Gerichts der DDR vor 1958&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Rainer Schröder (Jurist)|Rainer Schröder]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zivilrechtskultur der DDR. Band 2.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2000, S. 15–50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=52/31/54.97/N |EW=13/22/22.84/E |type=landmark |region=DE-BE}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=2029239-9|LCCN=n84177840|VIAF=130239416}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberstes Gericht der DDR| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gericht (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberstes Gericht|DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gericht (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsgründung 1949]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1990]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;T. Wirbitzki</name></author>
	</entry>
</feed>