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	<title>Nyau - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T03:19:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nyau&amp;diff=2215993&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 17. Dezember 2025 um 16:41 Uhr</title>
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		<updated>2025-12-17T16:41:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nyau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Nyao&amp;#039;&amp;#039; ([[Bantusprachen|bantu]], in der Grundbedeutung „[[Initiation]]“, in anderen Übersetzungen auch &amp;#039;&amp;#039;[[Maske]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;D.D.Phiri: &amp;#039;&amp;#039;History of Malawi - From the earliest times to the year 1915&amp;#039;&amp;#039;. in: CLAIM, S. 31 (2004)&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[Geheimbund]] der [[Chewa]], eines [[Bantu]]-Volks aus Südostafrika. Der Geheimbund besteht ausschließlich aus Männern, die zuvor in einem Ritus in die Geheimnisse des Nyau-Bundes eingeführt, also [[Initiation|initiiert]] werden müssen. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Nyau&amp;#039;&amp;#039; wird von Außenstehenden nicht nur für den Geheimbund an sich, sondern auch für die Tänzer, ihren rituellen Tanz, ihre Masken und Tiergestalten benutzt. &amp;#039;&amp;#039;Nyau&amp;#039;&amp;#039; verschwindet mit zunehmender [[Verwestlichung]] und wird mittlerweile vielerorts als [[Volkstanz]] betrachtet. Dies stimmt sicherlich nicht, sondern es ist vielmehr ein religiöser Tanz, der als Kommunikationsweg zwischen den Menschen und der [[Ahnenkult|Ahnenwelt]] angesehen werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Tätigkeit der Nyau-Mitglieder ist es, an Begräbnissen, Gedenkfeiern und Pubertätsinitiationen (bei Mädchen: [[Chinamwali]]) maskiert zu tanzen. Jeder Tänzer stellt mit seiner Maske einen bestimmten Charakter oder ein bestimmtes Tier dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn einige andere Stämme ähnliche Geheimgesellschaften und Tänze entwickelt haben (einige [[Nguni]], [[Wayao|Yao]] und [[Mang&amp;#039;anja]]&amp;lt;ref&amp;gt;J.M. Schofeleers: &amp;#039;&amp;#039;Symbolic and Social Aspects of Spirits Worship among the Mang&amp;#039;anja&amp;#039;&amp;#039;, Ph.D. Dissertation (1968) Oxford, S. 307–415&amp;lt;/ref&amp;gt;), kann der Nyau-Kult der Chewa als Ursprung angesehen werden, weshalb sich der Artikel nur auf diesen bezieht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;A.G.O. Hodgson 1933&amp;quot;&amp;gt;A. G. O. Hodgson: &amp;#039;&amp;#039;Notes on the Achewa and Angoni of the Dowa District of the Nyasaland Protectorate&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of the Royal Anthropological Institute (1933), S. 146&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung des Nyau-Kultes ==&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
Wann der Nyau-Kult entstand, ist nicht schlüssig zu klären, was unter anderem daran liegt, dass es unter den Chewa verboten ist, darüber zu reden. Verstöße gegen diese Regel wurden zum Teil mit dem Leben bezahlt.&amp;lt;ref&amp;gt;J.W.M. van Breugel: &amp;#039;&amp;#039;Chewa Traditional Religion&amp;#039;&amp;#039; Kachere Series (2001), S. 125–168&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies trifft insbesondere auf die Zeit zu, in der die ersten [[Missionar]]e und [[Anthropologie|Anthropologen]] ins Land kamen und Befragungen anstellten. Aufgrund dessen sind die ersten Beschreibungen vom Nyau-Bund und ihrem Tanz, dem „Gule Wamkulu“ (der große Tanz), sehr unpräzise.&amp;lt;ref&amp;gt;R.S. Rattray: &amp;#039;&amp;#039;Some Folk-Lore Stories and Songs in Chinyanja&amp;#039;&amp;#039;, London: Society for the Promotion of Christian Knowledge (1907), S. 178–179&amp;lt;/ref&amp;gt; Über die Jahre und durch die zunehmende Missionierung der Chewa wurde das Verbot, über Nyau zu reden, weniger rigoros gehandhabt; die Ursprünge lassen sich aber dennoch nicht exakt  bestimmen. Es wird jedoch vermutet, dass die Chewa diesen Kult aus [[Katanga (Provinz)|Katanga]] mitbrachten, von wo sie in ihre heutigen Siedlungsgebiete auswanderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehungsmythen ===&lt;br /&gt;
Es wurden mehrere Entstehungsgeschichten für den Nyau-Kult gefunden. Im Folgenden werden drei davon vorgestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die verbreitetste Vorstellung vom Ursprung der Nyau&amp;lt;ref name=&amp;quot;A.G.O. Hodgson 1933&amp;quot;/&amp;gt; besagt, dass der [[Chewa#Kultur und Religion|Gott der Chewa]] (&amp;#039;&amp;#039;Chauta&amp;#039;&amp;#039;), als er die Erde und die Menschen erschuf, den Frauen außerdem Nyau gab. Nach einiger Zeit „nahmen“ sich die Chewa-Männer den Nyau-Kult und machten aus dem zuvor friedvollen und unschuldigen Tanz eine Tanzvorstellung mit wilden Tiermasken und obszönen Gesten und Worten, um die Frauen zu verschrecken. Als damals eine Frau meinte, dass sich unter den Masken auch nur Männer befänden, wurde sie getötet, da sie das Geheimnis der Nyau verriet. Seitdem wird von den Tänzern nur noch als &amp;#039;&amp;#039;zirombo&amp;#039;&amp;#039; (wilde Tiere) gesprochen, den [[Reinkarnation]]en der Verstorbenen.&lt;br /&gt;
* Akundaliro und Akumatewa (ein Mann und eine Frau) überlegten sich eines Tages, dass es gut wäre, den Nyau-Tanz zu nutzen, um die Mädchen während ihrer Initiation zu erschrecken. Es gab also schon vorher Nyau, dies würde also lediglich erklären, wie der Nyau-Tanz eingebettet wurde in die Initiation von Mädchen (&amp;#039;&amp;#039;Chinamwali&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Als &amp;#039;&amp;#039;Makewana&amp;#039;&amp;#039;, eine Regenpriesterin der Chewa, feststellte, dass die Leute den Häuptlingen nicht den nötigen Respekt zollten, erfand sie Nyau. Sie erlaubte einigen Häuptlingen, den Tanzplatz für Nyau (&amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039;) zu installieren. Als dann die ersten Tänze stattfanden, stellte Makewana tatsächlich fest, dass die Häuptlinge deutlich mehr Respekt bekamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Tänze ==&lt;br /&gt;
Die normalen Nyau-Tänze werden zu jeder Jahreszeit veranstaltet, aber immer nachts bzw. am späten Nachmittag. Außerdem dauern diese Tänze nicht länger als eine Nacht, im Gegensatz zum &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039;. Meist finden diese Tänze bei [[Bestattung|Begräbnissen]] von Häuptlingen oder Mitgliedern des Nyau-Kultes in dem Dorf des Verstorbenen statt. Gegen Bezahlung von einigen [[Kwacha]] treten die maskierten Tänzer aber auch bei Begräbnissen von „normalen“ Dorfbewohnern auf. Je nach Status des Verstorbenen finden mehr oder weniger viele Masken und Tiergestalten Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wichtige Orte der Nyau ===&lt;br /&gt;
Drei Plätze werden für die Tänze benötigt:&amp;lt;ref&amp;gt;J.W.M. van Breugel: &amp;#039;&amp;#039;Chewa Traditional Religion&amp;#039;&amp;#039;, Kachere Series (2001), S. 139&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;dambwe&amp;#039;&amp;#039;, ein versteckter Ort, meist auf dem dorfeigenen [[Friedhof]]. Dort findet die Initiation für neue Nyau-Mitglieder statt, aber auch die Herstellung der Masken und die Vorbereitung für die Tänze. Das &amp;#039;&amp;#039;dambwe&amp;#039;&amp;#039; darf nur von Nyau-Mitgliedern betreten werden; insbesondere Frauen ist der Aufenthalt in der Nähe des &amp;#039;&amp;#039;dambwe&amp;#039;&amp;#039; strengstens untersagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Platz ist der &amp;#039;&amp;#039;liunde&amp;#039;&amp;#039;. Dort werden die großen und schweren Tierfiguren, die zum Teil von bis zu zwölf Mann bewegt werden, angelegt. Der &amp;#039;&amp;#039;liunde&amp;#039;&amp;#039; befindet sich meist in der Nähe des Dorfes unter einem Baum mit einem Sichtschutz aus Gras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort, an dem die eigentlichen Tänze stattfinden, ist der sogenannte &amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039;. Der &amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039; ist ein offener Dorfplatz, auf dem sich die Dorfgemeinschaft zusammenfinden kann, um den Tänzen beizuwohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablauf eines Nyau-Tanzes ===&lt;br /&gt;
Ein Nyau-Tanz wird eröffnet durch den Tanz von anwesenden Häuptlingen, die so ihren Respekt an die [[Ahn]]en zollen, bzw. an den Ahnen, der durch diesen Nyau-Tanz geehrt werden soll. Die Tänzer kommen nacheinander vom &amp;#039;&amp;#039;liunde&amp;#039;&amp;#039; zum Dorfplatz, dem &amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039;. Falls der Verstorbene vor seinem Tod eine bestimmte Maske oder Tierstruktur erbeten hat, so tritt diese zuerst auf. Auf dem &amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039; tanzen sie entsprechend ihrem Charakter bzw. entsprechend ihrer Tierfigur zu den sechs Trommeln, die den Rhythmus angeben. Während des Auftritts eines Nyau werden von den Frauen des Dorfes Nyau-Lieder gesungen, die meist von [[Soziale Norm|Verhaltensregeln]] im Dorf handeln. Die Frauen tanzen dabei selbst und werden unter Umständen vom tanzenden Nyau umhergescheucht, was seinen jeweiligen Charakter unterstreichen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gule wamkulu ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; (großer Tanz) ist der größte, bekannteste und längste Tanz der Nyau und wird auch &amp;#039;&amp;#039;pemphero lathu lalikulu la mizimu&amp;#039;&amp;#039; (unser großes Gebet an die Verstorbenen) oder &amp;#039;&amp;#039;gulu la anamwaliri&amp;#039;&amp;#039; (Tanz der Verstorbenen) genannt. Dieser Tanz dient der Huldigung der Toten (&amp;#039;&amp;#039;kuchitira ulemu kwa amwaliri&amp;#039;&amp;#039;). Er findet zu [[Erinnerungskultur|Gedenkfeiern]] von Häuptlingen und ähnlich wichtigen Verstorbenen statt, zum Teil aber auch zu Beerdigungen von Nyau-Mitgliedern oder anderen wichtigen Persönlichkeiten (z. B. Häuptlinge). Da es sehr kostenintensiv ist, so viele Tänzer zu versorgen und Masken und Tierfiguren herstellen zu lassen, kommt es häufig vor, dass sich mehrere Dörfer zusammenschließen und den &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; gemeinsam feiern. Meist findet „der große Tanz“ nach der [[Ernte]] und kurz vor der [[Regenzeit]] statt (etwa August – November). Der &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; ist insofern besonders, da diesem Tanz eine [[Religion|religiöse]] Signifikanz beigemessen wird, die zwar zum Teil auch für die „normalen“ Tänze gilt, hier aber besonders zur Geltung kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tänze finden an drei aufeinanderfolgenden Nächten statt, aber auch tagsüber laufen einige Nyau durch das Dorf. Dabei erschrecken sie die dortigen Bewohner, insbesondere Frauen, oder spielen mit den Kindern und singen mit den Frauen, je nachdem, welchen Charakter oder welches Tier sie verkörpern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2005 gehört &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; zu den 90 „Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“, einem Programm der [[UNESCO]] zur Erhaltung immaterieller [[Kulturgut|Kulturgüter]], und wurde 2008 in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit|UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/00142 |titel=Gule Wamkulu |datum=2008 |abruf=2024-01-03 |hrsg=UNESCO Intangible Cultural Heritage |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöser Hintergrund zu den Tänzen ==&lt;br /&gt;
Die besondere Bedeutung des &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; liegt darin, dass die Nyau, während sie tanzen, in einen engen Kontakt zu den Toten (&amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039;) treten, denen dadurch gehuldigt wird. Die Ahnen, so der Glaube der Chewa, versammeln sich während des &amp;#039;&amp;#039;gule wamkulu&amp;#039;&amp;#039; zusammen mit den Lebenden auf dem &amp;#039;&amp;#039;bwalo&amp;#039;&amp;#039;, um ebendiese Huldigung entgegennehmen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;J.W.M. van Breugel: &amp;#039;&amp;#039;Chewa Traditional Religion&amp;#039;&amp;#039;, Kachere Series (2001), S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sind die Ahnen zufrieden mit dem, was ihnen geboten wird, so die Überzeugung der Chewa, dann legen diese ein gutes Wort bei &amp;#039;&amp;#039;Chiuta&amp;#039;&amp;#039;, dem Gott der Chewa, ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist es wichtig, für jeden Chewa zu zeigen, dass er/sie die [[Tradition]]en der Ahnen achtet und selbst befolgt. Denn nur wer die Traditionen befolgt, wird später von den Verstorbenen (&amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039;) aufgenommen. Von daher ist es auch wichtig, während eines Begräbnisses durch traditionelle Lieder und Tänze, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Nyau, zu zeigen, dass der Verstorbene ein Befolger der Tradition war. Denn jeder Tote, der nicht in die Welt der &amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen wurde, wird dem Glauben der Chewa nach zumindest für einige Zeit die Lebenden auf meist negative Art und Weise heimsuchen, was meist in Träumen geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Masken und Tiergestalten ==&lt;br /&gt;
Sowohl die Tiergestalten als auch die Masken, die menschliche Charaktere repräsentieren, werden &amp;#039;&amp;#039;zirombo&amp;#039;&amp;#039;, also „wilde Tiere“, genannt. Die Kostüme und Masken, die die Tänzer tragen, sind meist sehr bunt und werden aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Einige Tänzer treten aber auch nackt auf, wobei aber auch hier immer das Gesicht durch eine Maske versteckt wird, da niemand wissen darf, wer sich unter der jeweiligen Maske befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einige Masken und ihre Bedeutung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chewa mask - Malawi.jpg|mini|Nyau-Maske, u.&amp;amp;nbsp;U. &amp;#039;&amp;#039;Simoni&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ndatola&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Malawi face mask (UBC-2007).jpg|mini|Nyau-Maske, unbekannter Charakter]]&lt;br /&gt;
Die Vielfalt der Masken ist riesig, da immer wieder neue Charaktere dazu kommen, im Gegensatz zu den Tierstrukturen. Zum einen dienen die Masken dazu, die Lebenden an den traditionellen Glauben ihrer Ahnen zu erinnern und daran, dass diese mit den Lebenden in Verbindung stehen, zum andern aber auch, um moralische Vorstellungen weiterzugeben. Im Folgenden werden einige Masken in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bwana wokwera pa ndege/pa galimoto&amp;#039;&amp;#039; („ein Herr im Flugzeug/Auto“) repräsentiert einen „Weißen“ und soll veranschaulichen, dass diejenigen, die schon vor ihrem Tod Macht und Geld besaßen, dies auch nach ihrem Tod behalten werden.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Chabwera kumanda&amp;#039;&amp;#039; („der, der vom Grab zurückkam“) ist ein Charakter, der die Leute ärgert, da er für einen Verstorbenen steht, der seinen Verwandten immer wieder im Traum erscheint und Aufmerksamkeit oder Opfergaben (Bier, Fleisch etc.) verlangt. Während seines Tanzes jagt er Leute durch die Gegend, was seine Eigenschaften unterstreicht.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gutende&amp;#039;&amp;#039; ist ein unbarmherziger Geist eines Ahnen, mit einer roten Holzmaske und zwei langen Hörnern. Er steht für einen verstorbenen Mörder.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kachipapa&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;mdzalira&amp;#039;&amp;#039; („der, der weint“) singt und tanzt mit den Frauen und trauert zusammen mit diesen um den Verstorbenen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kamatuwa&amp;#039;&amp;#039; trägt nur eine Maske und bewegt sich ansonsten nackt, wobei er seinen Körper mit Asche eingerieben hat. Er steht für einen Verstorbenen, der dringend Hilfe benötigt (ähnlich &amp;#039;&amp;#039;ndatola&amp;#039;&amp;#039;) und seine Verwandten erinnern will, dass er noch nicht von den anderen &amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen wurde.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kasinja&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Kamchacha&amp;#039;&amp;#039; ist der Bote für wichtige Verstorbene. Dieser Charakter dient zum Teil als Moderator und sagt an, welche Figur als Nächstes auftritt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kamkhwindi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;kambubunde&amp;#039;&amp;#039; ist ein boshafter Ahne, was durch seine schwarze Maske und sein verrücktes Benehmen (Leute attackieren etc.) verdeutlicht wird. Dieser Charakter singt nicht, sondern schreit höchstens und wird von den Frauen beschimpft.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Maliya&amp;#039;&amp;#039; (evtl. von [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]]) repräsentiert einen weiblichen Verstorbenen (&amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039;), die sich vor allen Dingen durch ihre Güte auszeichnet und mit den Dorfbewohnern tanzt und singt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mfiti&amp;#039;&amp;#039; („Hexe“) hat ein sehr hässliche Maske und insgesamt ein sehr abgerissenes und zottiges Aussehen. Das äußere Auftreten der &amp;#039;&amp;#039;mfiti&amp;#039;&amp;#039; unterstreicht ihren bösen Charakter und soll veranschaulichen, dass eine Hexe auch nach ihrem Tod weiterhin böse und niederträchtig bleibt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ndatola&amp;#039;&amp;#039; repräsentiert den Geist eines Verstorbenen, der seine Verwandten um Hilfe bittet. Außerdem stiehlt er Hühner o.&amp;amp;nbsp;ä., was die Betroffenen erst gegen einen kleinen Obolus zurückerhalten. &amp;#039;&amp;#039;Ndatola&amp;#039;&amp;#039; trägt eine rote Maske und (Bananen-)Blätter um die Hüfte.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Pedegu&amp;#039;&amp;#039; ist ein gutmütiger Ahn und soll verdeutlichen, dass Aussehen nicht auf den Charakter schließen lässt. Dies wird verdeutlicht, indem &amp;#039;&amp;#039;pedegu&amp;#039;&amp;#039; in seinen Lumpen sehr wild und gefährlich aussieht, sich aber zuvorkommend verhält.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Simoni&amp;#039;&amp;#039; (evtl. von [[Simon Petrus]]) hat eine rote Maske, die an einen Engländer mit Sonnenbrand erinnern soll. Aufgrund dessen trägt er einen aus Lumpen geschneiderten Anzug, und es wird gemutmaßt, dass dieser Charakter als Karikatur auf die englischen Kolonialisten zu verstehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einige Tierfiguren und ihre Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Die Tierfiguren repräsentieren wilde Tiere (&amp;#039;&amp;#039;nyama za ku tchire&amp;#039;&amp;#039;), die auch für den Tod von Menschen verantwortlich sind und somit gefürchtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;W.H.J.: &amp;#039;&amp;#039;Nyau in the Kotakota District&amp;#039;&amp;#039;, The Nyasaland Journal No. 2 (1949), S. 19–33&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter den Tierfiguren der Nyau gibt es eine gewisse [[Hierarchie]]. Es gibt einige wichtige (z. B. der Elefant &amp;#039;&amp;#039;njobvu&amp;#039;&amp;#039;) und einige weniger wichtige Figuren. Unter den Chewa besteht der Glaube, dass diese Tiere für wichtige Ahnen stehen und deren Machtposition und eventuell deren Gefährlichkeit verdeutlichen sollen.&lt;br /&gt;
Die Figuren haben meist eine fassähnliche Form, mit einem Einstiegsloch am Boden. Innen sind Stäbe angebracht, damit die Figur während des Tanzes umhergetragen werden kann. Alle Figuren sind so konstruiert, dass der Tänzer komplett darin verschwindet und nur seine Füße zu sehen sind.&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die sieben wichtigsten Tierfiguren und ihre Bedeutung erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Njobvu&amp;#039;&amp;#039; („der [[Elefant]]“) ist die wichtigste Figur überhaupt. Es werden vier Nyau-Tänzer benötigt, um diese Figur bewegen zu können. &amp;#039;&amp;#039;Njobvu&amp;#039;&amp;#039; steht für einen wichtigen Häuptling, da der Elefant als König der Tiere angesehen wird, aufgrund seiner Größe. Aufgrund dessen tritt &amp;#039;&amp;#039;Njobvu&amp;#039;&amp;#039; auch nur bei Beerdigungen von Häuptlingen in Erscheinung.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ndondo&amp;#039;&amp;#039; („die [[Schlangen|Schlange]]“) ist die zweitwichtigste Figur nach &amp;#039;&amp;#039;njobvu&amp;#039;&amp;#039; und wird von bis zu zwölf Männern bewegt. Sie steht für einen sehr mächtigen Verstorbenen und tritt häufig an Begräbnissen von wichtigen Nyau-Mitgliedern auf.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kalulu&amp;#039;&amp;#039; („der Hase“) wird nur von einem Mann getragen. Während &amp;#039;&amp;#039;kalulu&amp;#039;&amp;#039; tanzt, wirbeln andere Nyau-Mitglieder Staub auf, um die Sicht auf &amp;#039;&amp;#039;kalulu&amp;#039;&amp;#039; zu verdecken. Die Figur steht für einen weisen alten Mann.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kasiya maliro&amp;#039;&amp;#039; („die [[Antilope]]“) steht für einen Toten, der andere Verstorbene in das Ahnenreich überführt. Die Figur wird von drei Leuten getragen und trauert mit den Angehörigen des Verstorbenen während eines Begräbnisses und geht außerdem der Beerdigungsprozession voraus.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mkango&amp;#039;&amp;#039; („der Löwe“) steht für den bösen Geist eines Verstorbenen, der Leute attackiert und sogar töten kann. Aufgrund dessen rennen die Frauen weg, sobald sie &amp;#039;&amp;#039;mkango&amp;#039;&amp;#039; erblicken. Diese Tierfigur soll verdeutlichen, dass man die Ahnen, wie einen Löwen, nicht verärgern soll, da sie ansonsten die Lebenden attackieren aufgrund der Respektlosigkeit ihnen gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutung des Nyau-Kultes ==&lt;br /&gt;
Auch wenn &amp;#039;&amp;#039;Nyau&amp;#039;&amp;#039; sich seit dem Beginn der [[Kolonialzeit]] in dieser Region stark verändert hat, so hat es doch seine Bedeutung als Besänftigung für die Geister von Verstorbenen noch nicht gänzlich verloren. Es wurden zwei Theorien von van Breugel aufgestellt, wie Nyau verstanden werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;J.W.M. van Breugel: &amp;#039;&amp;#039;Chewa Traditional Religion&amp;#039;&amp;#039;, Kachere Series (2001), S. 167&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen meint er, dass Nyau als [[Gebet]] zu den Geistern der Ahnen (&amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039;) interpretiert werden kann. Dieses Gebet ist in eine Art mystisches Theaterstück eingebettet, was außerdem dazu dient, den Menschen das Leben der &amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039; zu veranschaulichen und darzulegen, warum diese verehrt werden müssen. Dies geschieht vor allen Dingen aus Angst davor, dass die Geister die Lebenden heimsuchen und solange leiden lassen (durch Unglück, [[Unfruchtbarkeit]] etc.), bis sie das bekommen, was sie verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Erklärung, die van Breugel gibt, deutet Nyau als eine Veranschaulichung von sozialen Verhaltensnormen im normalen Dorfleben. Nyau soll demnach als Verdeutlichung dienen, wie man sich nicht verhalten soll, da das Verhalten der &amp;#039;&amp;#039;mizimu&amp;#039;&amp;#039; nicht normal ist und man als Mensch nicht dasselbe Benehmen haben soll wie der Geist eines Verstorbenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Afrikanische Kosmogonie]]&lt;br /&gt;
* [[Afrikanische Religionen]]&lt;br /&gt;
* [[Afrikanischer Tanz]]&lt;br /&gt;
* [[Animismus (Religion)]]&lt;br /&gt;
* [[Ahnenverehrung in Afrika]]&lt;br /&gt;
* [[Hexenverfolgung]]&lt;br /&gt;
* [[Vimbuza]] (Ritual zur Befreiung von Geistern unter den Tumbuka)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* J. W. M. van Breugel: &amp;#039;&amp;#039;Chewa Traditional Religion&amp;#039;&amp;#039;. Kachere Series 2001&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Kubik (Musikethnologe)|Gerhard Kubik]]: &amp;#039;&amp;#039;Makisi nyau mapiko. Maskentradition im bantu-sprachigen Afrika.&amp;#039;&amp;#039; Trickster Verlag, München 1993&lt;br /&gt;
* A. G. O. Hodgson: &amp;#039;&amp;#039;Notes on the Achewa and Angoni of the Dowa District of the Nyasaland Protectorate&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of the Royal Anthropological Institute 1933&lt;br /&gt;
* W. H. J. Rangeley: &amp;#039;&amp;#039;Nyau in Kotakota District&amp;#039;&amp;#039;. The Nyasaland Journal No. 2, 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=H30wcV6-wbw&amp;amp;feature=player_embedded &amp;#039;&amp;#039;The Gule Wamkulu&amp;#039;&amp;#039;] (YouTube) UNESCO, 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Afrikanische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Malawi]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Mosambik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Sambia)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geheimbund]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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