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	<title>Nutzen (Wirtschaft) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nutzen_(Wirtschaft)&amp;diff=16295&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-07T08:13:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nutzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|utility}}) versteht man in der [[Wirtschaftswissenschaft]] das Maß an [[Bedürfnisbefriedigung]], das den [[Wirtschaftssubjekt]]en aus dem [[Konsum]] von [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] und [[Dienstleistung]]en entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Als Wirtschaftssubjekte, die einen Nutzen erzielen können, kommen [[Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]], sonstige [[Personenvereinigung]]en und der [[Staat]] mit seinen Untergliederungen ([[öffentliche Verwaltung]], [[öffentliches Unternehmen|öffentliche Unternehmen]] und [[Kommunalunternehmen]]) in Betracht. Erforderlich ist, dass diese Wirtschaftssubjekte ihren [[Bedarf]] durch Konsum von Gütern und Dienstleistungen decken müssen, um einen Nutzen hieraus erzielen zu können. Das ist bei den Privathaushalten ausschließlich der Fall, während Unternehmen dies nur mit der [[betriebliche Funktion|betrieblichen Funktion]] der [[Beschaffung]] von [[Rohstoff (Produktion)|Roh-]], [[Hilfsstoff (Rechnungswesen)|Hilfs-]] und [[Betriebsstoff]]en verwirklichen können. Die erworbenen [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]] und [[Dienstleistung]]en stiften einen Nutzen, wenn sie der Bedürfnisbefriedigung der Wirtschaftssubjekte dienen. Dabei entsteht der Nutzen durch die Verbindung der [[Eigenschaft]]en eines Konsumguts und den [[Zweck]]vorstellungen des Konsumenten.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Moser: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Vershofens Beitrag zu einer Theorie des Verbraucherverhaltens.&amp;#039;&amp;#039; 1963, S.&amp;amp;nbsp;61&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Unternehmen das Ziel der [[Gewinnmaximierung]] verfolgen, betreiben Privathaushalte [[Nutzenmaximierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Koschnick|Wolfgang J. Koschnick]]: [https://books.google.de/books?id=obMfAAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA452&amp;amp;dq=nutzen+utility&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=nutzen%20utility&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Management: Enzyklopädisches Lexikon&amp;#039;&amp;#039;], 1996, S.&amp;amp;nbsp;453.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gewinnmaximierung lässt sich in Form des [[Gewinn]]s quantifizieren, der Nutzen hingegen ist in hohem Maße subjektiv ({{enS|customer benefit}}) und hängt vor allem davon ab, ob Produkt oder Dienstleistung zur Verwirklichung der individuellen Werthaltungen beiträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Wenben Lai: &amp;#039;&amp;#039;Consumer Values, Product Benefits and Customer Value&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Advance in Consumer Research&amp;#039;&amp;#039; (Vol.&amp;amp;nbsp;22), 1995, S.&amp;amp;nbsp;384.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb beschränkt sich der &amp;#039;&amp;#039;[[Ordinalskala|ordinale]] Nutzen&amp;#039;&amp;#039; auf die Bildung einer [[Rangfolge]] im Hinblick auf die Bedeutung verschiedener Güter und Dienstleistungen für einen Konsumenten:&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Neubäumer/Brigitte Hewel (Hrsg.): [https://books.google.de/books?id=EDOHBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA651&amp;amp;dq=Wirtschaftssubjekte+nutzen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=nutzen&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 2005, S.&amp;amp;nbsp;43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;U_1 &amp;gt; U_2 &amp;gt; U_3 &amp;gt; U_4&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gut &amp;lt;math&amp;gt;U_1&amp;lt;/math&amp;gt; stiftet demnach mehr Nutzen als Gut &amp;lt;math&amp;gt;U_2&amp;lt;/math&amp;gt; und dieses wiederum mehr als &amp;lt;math&amp;gt;U_3&amp;lt;/math&amp;gt; usw. Diese Rangfolgen können [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|präferenzbedingt]] für jeden Konsumenten unterschiedlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeremy Bentham by Henry William Pickersgill detail.jpg|mini|hochkant|[[Jeremy Bentham]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Vilfredo Pareto 1870s2.jpg|mini|hochkant|[[Vilfredo Pareto]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnvonNeumann-LosAlamos.gif|miniatur|hochkant|[[John von Neumann]] (um 1940)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der [[Philosophie|philosophisch]]-[[Ethik|ethischen]] Richtung des [[Utilitarismus]], hat dessen grundlegende Kategorie „Nutzen“ auf breiter Front Eingang in die moderne Ökonomik wie beispielsweise in der [[Kosten-Nutzen-Analyse]] gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=PiskBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA424&amp;amp;dq=Utilitarismus+nutzen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Utilitarismus%20nutzen&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Wirtschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039;], Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), 2013, S.&amp;amp;nbsp;424.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wort „Utilitarismus“ ist von „Nutzen/Vorteil“ ({{laS|utilitas}}) abgeleitet, auf dem der englische Fachbegriff ({{enS|utility}}) zurückzuführen ist. Einer seiner ersten Vertreter war [[Jeremy Bentham]] mit der [[Kardinalzahl (Mathematik)|kardinalen]] Nutzentheorie (Nutzen als [[Maßeinheit|metrische]] Größe), wie sie in seinem 1789 erschienenen Buch „An introduction to the Principles of Morals and Legislation“ zum Ausdruck kam. Der deutsche [[Ökonom]] [[Hermann Heinrich Gossen]] stellte 1854 in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Entwickelung der Gesetze des menschlichen Verkehrs und der daraus fließenden Regeln für menschliches Handeln&amp;#039;&amp;#039; Regeln auf, die lange unbeachtet blieben und erst später als [[Gossensches Gesetz|Gossensche Gesetze]] oder „Gesetzmäßigkeiten der Bedürfnisbefriedigung“ bezeichnet wurden. Kernpunkt des Werks ist das Gesetz vom abnehmenden [[Grenznutzen]] im Rahmen der kardinalen Nutzentheorie. Danach ist der Nutzen der letzten Verbrauchseinheit umso geringer, je mehr bereits von einem bestimmten Gut konsumiert worden ist („erstes Gossen’sches Gesetz“). Das „zweite Gossen’sche Gesetz“ befasst sich mit der Frage, wie der [[Verbraucher|Konsument]] sein [[Einkommen]] bei gegebenen [[Marktpreis]]en so auf verschiedene Güter aufteilt, dass er [[Nutzenmaximierung]] erreichen kann. Nach Gossen ist Nutzen jedoch nicht nur ein Problem der Intensität des Genusses, sondern auch der Zeit, in der dieser Nutzen genossen wird. Wesentliche Weiterentwicklungen der kardinalen Nutzentheorie sind [[William Stanley Jevons]] (1871), [[Carl Menger]] (1871) und [[Léon Walras]] (1874) gelungen. Sie gehen davon aus, dass jedes [[Individuum]] unterschiedliche Nutzenausprägungen anhand einer Kardinalskala vergleichen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Nikolas Beutin: [https://books.google.de/books?id=92kmBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA44&amp;amp;dq=Pareto+1906+nutzen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Pareto%201906%20nutzen&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Kundennutzen in industriellen Geschäftsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039;], 2000, S.&amp;amp;nbsp;44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kardinale Nutzenlehre geht davon aus, dass der Nutzen genauso messbar sei wie etwa das [[Körpergewicht|Gewicht]]. Im Jahr 1881 schlug [[Francis Ysidro Edgeworth]] das &amp;#039;&amp;#039;Hedonimeter&amp;#039;&amp;#039;, ein Nutzen- bzw. Glücksmessgerät, vor,&amp;lt;ref&amp;gt;Nick Wilkinson, Matthias Klaes: [https://books.google.de/books?id=JivcCwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT91&amp;amp;dq=Edgeworth+hedonimeter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Edgeworth%20hedonimeter&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;An Introduction to Behavioral Economics&amp;#039;&amp;#039;], 2012, o.&amp;amp;nbsp;S.&amp;lt;/ref&amp;gt; das auf Basis [[Physiologie|physiologischer]] [[Parameter (Statistik)|Parameter]] arbeiten sollte, aber wissenschaftlich ohne Belang blieb. Edgeworth argumentierte, dass Nutzen wegen der Atome des Genusses ({{enS|atoms of pleasure}}) oder anhand der eben merklichen Zunahme ({{enS|just perceivable increment}}) messbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Francis Ysidro Edgeworth: &amp;#039;&amp;#039;Mathematical Psychics.&amp;#039;&amp;#039; 1881, S.&amp;amp;nbsp;7.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Alfred Marshall]] sah 1890 den Nutzen in Abhängigkeit zum Preis eines Gutes, gleichgültig, ob sich Nutzen objektiv oder nur subjektiv aus einem Gut ablesen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Marshall: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Economics.&amp;#039;&amp;#039; 1890, VI.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Schwäche der bisherigen Nutzenbetrachtungen ist darin zu erblicken, dass sich eine subjektive Größe wie der Nutzen nicht in Zahlen ausdrücken lässt wie es die Auffassung der kardinalen Nutzenlehre war. In der modernen [[Ordinalzahl|ordinalen]] Nutzenlehre beschränkte sich die Untersuchung auf die Festlegung von [[Rangfolge]]n. Diese ordinale Nutzentheorie entwickelte im Jahre 1906 der italienische Ökonom [[Vilfredo Pareto]], nach dessen [[Pareto-Optimum]] die [[wohlfahrtsstaat]]lichen Ressourcen so verteilt sind, dass für mindestens einen [[Akteur]] die aktuelle Situation nicht mehr zu verbessern ist und sich für die Übrigen die Bedürfnisbefriedigung nicht verschlechtert hat. Er entwickelte mit seiner [[Grenznutzenschule|„Theorie der Wahlakte“]] eine ordinale Messbarkeit des Nutzens anhand von [[Indifferenzkurve]]n. Die ordinale Nutzentheorie fordert im Gegensatz zur kardinalen lediglich eine individuelle Rangordnung der Nutzenausprägungen durch verschiedene Güter. So kann nach der ordinalen Nutzentheorie jedes Individuum eine Rangordnung der einzelnen Nutzenausprägungen für sich angeben, ohne jedoch die Differenz der Nutzenwerte exakt beziffern zu können. [[Paul Anthony Samuelson]] fand 1937 heraus, wenn ein bestimmtes Güterbündel einem anderen vorgezogen wird, dass das präferierte Güterbündel einen höheren Nutzen stiftet. Dieser Nutzen wird auch als Entscheidungsnutzen bezeichnet. Nach dem [[Hedonismus|hedonistischen]] Konzept spricht man vom &amp;#039;&amp;#039;erfahrenen Nutzen&amp;#039;&amp;#039;. [[Wilhelm Vershofen]] entwickelte 1940 ein [[Nutzenschema der Nürnberger Schule|Nutzenschema]] zur Beschreibung der Bedeutung von [[Konsumgut|Konsumgütern]] für den Konsumenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Grundlage des im Jahre 1738 von [[Daniel Bernoulli]] entwickelten [[Entscheidung unter Risiko#Bernoulli-Prinzip|Bernouilli-Prinzips]] entstand durch [[John von Neumann]] und [[Oskar Morgenstern]] zwischen 1944 und 1947 die [[Erwartungsnutzentheorie]], die die Grundlage rationalen Handelns bei [[Entscheidung unter Risiko|Entscheidungen unter Risiko]] bildet. Ihr zufolge ist der Erwartungsnutzen bei Entscheidungen zu maximieren. Sie erweiterten den Nutzenbegriff um die Unsicherheit des Eintritts der nutzenauslösenden Bedingung in der Zukunft.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolf Prieß: [https://books.google.de/books?id=O_UEH388SscC&amp;amp;pg=PA65&amp;amp;dq=noch+von+der+kardinalen+Messbarkeit+aus&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=noch%20von%20der%20kardinalen%20Messbarkeit%20aus&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Vom Zweck des Nutzens&amp;#039;&amp;#039;], 2010, S.&amp;amp;nbsp;72.&amp;lt;/ref&amp;gt; John von Neumann und Oskar Morgenstern haben hiermit einen Weg vorgeschlagen, aus dem ordinalen Nutzen zweier Güter den kardinalen Nutzen dieser Güter abzuleiten. Hierzu wird dem Individuum eine [[Lotterie (Entscheidungstheorie)|Lotterie]] empfohlen, bei der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Gut&amp;amp;nbsp;A bzw. Gut&amp;amp;nbsp;B gewonnen werden kann. Wenn das Individuum Entscheidungen zwischen jeweils zwei solcher Lotterien mit verschiedenen [[Wahrscheinlichkeit]]en fällt, lässt sich aus der Reihe der gefällten Entscheidungen ein kardinaler [[Erwartungsnutzen]] beider Güter ableiten. Kardinale Nutzenwerte finden sich auch in der Zufallsnutzen-Theorie ({{enS|Random utility theory}}), die beispielsweise [[Daniel McFadden]] 1973 für die [[Analyse]] von Konsumenten-Entscheidungen nutzt. [[Daniel Kahneman]] und [[Amos Tversky]] stellten 1979 mit ihrer [[Prospect Theory]] eine Alternative zur Erwartungsnutzentheorie vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion ist die ökonomische [[Glücksforschung]] ({{enS|Happiness economics}}) mittlerweile fest etabliert. Die Vertreter der Glücksforschung berufen sich auf die Erkenntnisse der [[Verhaltensökonomik]] und behaupten, dass Menschen nicht immer rationale [[Entscheidung]]en treffen, weswegen man ihren wahren Nutzen nicht aus den von ihnen getroffenen Entscheidungen ablesen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen utilitaristischem, hedonistischem und symbolischem Nutzen:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Utilitaristischer&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;funktionaler Nutzen&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[problemlösen]]der Nutzen in der klassischen ökonomischen Theorie, wobei der [[Wert (Wirtschaft)|Wert]] eines [[Produkt (Wirtschaft)|Produktes]] durch seinen utilitaristischen Wert bestimmt wird. Der ökonomische Nutzen ergibt sich aus dem [[Preis-Leistungs-Verhältnis]]. [[Wilhelm Vershofen]] unterteilte den funktionalen Nutzen 1959 in den stofflich-technischen &amp;#039;&amp;#039;Grundnutzen&amp;#039;&amp;#039; und den geistig-seelischen [[Zusatznutzen]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hedonistisch-sinnlicher Nutzen&amp;#039;&amp;#039;: er beschreibt das Potenzial eines Produktes, den Konsumenten bei seiner Verwendung [[Freude]], [[Vergnügen]] und [[Spaß]] erleben zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Marsha L. Richins: &amp;#039;&amp;#039;Valuing Things: The Private and Public Meanings of Possessions&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Consumer Research 21, 1994, S.&amp;amp;nbsp;507.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er fokussiert sich auf individuelle, persönlichkeitsbezogene und damit emotionale Prozesse eines Käufers.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Symbolischer Nutzen&amp;#039;&amp;#039; (Geltungsnutzen): Produkte können auch als Mittel zum Ausdruck oder zur Verstärkung der eigenen Identität verwendet werden ([[Statussymbol]]). Das Produkt vermittelt für den Käufer [[Prestige]], [[Identifikation (Psychologie)|Identifikation]], [[Soziale Gruppe|Gruppenzugehörigkeit]], [[Selbstverwirklichung]] und [[Erlebnis]]wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Nutzen ==&lt;br /&gt;
Wegen der unterschiedlichen [[Erkenntnisobjekt]]e wird der Nutzenbegriff in beiden [[Wissenschaft]]en unterschiedlich verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Volkswirtschaftslehre ===&lt;br /&gt;
Die [[Volkswirtschaftslehre]] griff den Nutzen als erste auf und untersuchte ihn umfassend im Hinblick auf seine Bedeutung für die Wirtschaftssubjekte. Das Streben der Haushalte nach Nutzenmaximierung ist eine der zentralen [[Hypothese|Annahmen]] der Volkswirtschaftslehre. Im [[Privathaushalt]] ist gemäß dem [[Rationalprinzip]] das gegebene Einkommen so auf Güter und Dienstleistungen aufzuteilen, dass der Haushaltsnutzen maximiert werden kann und das [[Haushaltsoptimum]] erreicht wird. Bei einem bestimmten Konsumniveau tritt meist Sättigung ein, der [[Grenznutzen]] ({{enS|marginal utility}}) wird null oder gar negativ; dies ist der Inhalt des ersten Gossen’schen Gesetzes. Aus Präferenzbeziehungen bestimmter Rangfolgen von Gütern kann eine [[Präferenzordnung]] abgeleitet werden. Unter idealisierenden Annahmen über die Beschaffenheit menschlicher Präferenzen (z.&amp;amp;nbsp;B. Sättigung bei zunehmender Ausstattung mit einem Gut) sowie unter Nutzung idealisierter [[Produktionsfunktion]]en zieht die [[Neoklassische Theorie|neoklassische Wirtschaftswissenschaft]] Folgerungen hinsichtlich Preisen, Angebot und Nachfrage, Produktion und Konsum. Die [[Mikroökonomie]] lebt von der Erkenntnis, dass im [[Marktgleichgewicht]] [[Nutzenmaximierung]] herrscht. Dieser Gleichgewichtszustand ist zugleich Pareto-optimal, da er so beschaffen ist, dass man kein Individuum besser stellen kann, ohne dadurch ein anderes Individuum schlechter zu stellen (normativ-wertende Verwendung des Nutzenbegriffs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Betriebswirtschaftslehre ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nutzenschema.jpg|mini|300px|Nutzenschema des Grundnutzens und zusätzlicher Nutzenfaktoren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Betriebswirtschaftslehre]] untersucht den Nutzen insbesondere mit Hilfe der [[Kosten-Nutzen-Analyse]] ({{enS|cost-benefit analysis}}), die ihren Ursprung um 1844 in Frankreich hatte. Hier plante der französische Straßenbau- und Brückenbauingenieur [[Jules Dupuit]] seine Projekte bereits nach Nutzen- und Kostenkriterien.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Witte: [https://books.google.de/books?id=esPnBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA159&amp;amp;dq=betriebswirtschaftslehre+nutzen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=nutzen&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Betriebswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 2007, S.&amp;amp;nbsp;159&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kosten-Nutzen-Analyse kommt heute vorwiegend auch im [[öffentlicher Sektor|öffentlichen Sektor]] bei [[öffentliches Unternehmen|öffentlichen Unternehmen]] und [[Kommunalunternehmen]] zum Einsatz, da nach {{§|7|bho|juris}} [[Bundeshaushaltsordnung|BHO]] und {{§|6|hgrg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Haushaltsgrundsätzegesetz|HGrG]] und den gleichlautenden Bestimmungen der LHO die Grundsätze der [[Wirtschaftlichkeitsprinzip|Wirtschaftlichkeit]] und [[Sparsamkeit]] zu beachten sind. Die [[Nutzwertanalyse]] ist eine Analysemethode der [[Entscheidungstheorie]], die bei [[Investitionsrechnung]]en eine Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebswirtschaftslehre untersucht zudem den [[Kundennutzen]] in seinen Ausprägungen funktionaler (Basisfunktion des Produkts), ökonomischer (Effizienz bei der Produktverwendung), prozessbezogener (Handhabung eines Produkts), emotionaler (ausgelöste Gefühle des Kunden) und sozialer Nutzen (Gefühle im sozialen Kundenumfeld). Das [[Unternehmen]] muss eine [[Positionierung (Marketing)|Positionierung]] anstreben, die sein Produkt aus Kundensicht als einzigartig erscheinen lässt. Der betriebswirtschaftliche Nutzenbegriff wird z.&amp;amp;nbsp;B. für die Erforschung des [[Kaufverhalten]]s oder das [[Produktdesign]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Disnutzen ==&lt;br /&gt;
Der Nutzen kann auch negativ werden, er heißt dann &amp;#039;&amp;#039;Disnutzen&amp;#039;&amp;#039;. Der englische [[Nationalökonom]] [[Adam Smith]] sprach in seinem Grundlagenwerk &amp;#039;&amp;#039;[[Der Wohlstand der Nationen]]&amp;#039;&amp;#039; (März 1776) vom [[Arbeitsleid]] als der Anstrengung und Mühe ({{enS|toil and trouble}}), die aufgewendet werden müssten, um ein Gut zu erwerben.&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Smith: &amp;#039;&amp;#039;Der Wohlstand der Nationen.&amp;#039;&amp;#039; 1776/1986, S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der aus dem Genuss der [[Freizeit]] resultierende Freizeitnutzen führe dazu, dass fremdbestimmte Arbeit für den Arbeitnehmer keinen direkten Nutzen stifte, sondern im Gegenteil Arbeitsleid ({{enS|disutility}}, „sozialer Unwert“, „Disnutzen“) verursache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Disnutzen lässt sich auch anhand der [[Risikopräferenz]]en erklären. [[Risikoneutralität|Risikoneutrale]] Wirtschaftssubjekte ordnen dem Risiko weder einen Disnutzen noch einen Nutzen zu. [[Risikoaversion|Risikoaverse]] gehen von einem Disnutzen aus, wobei sie zu dessen Vermeidung bereit sind, eine [[Risikoprämie]] zu zahlen. [[Risikofreude|Risikofreudige]] Akteure sehen in der Risikoübernahme stets eine Nutzensteigerung, wofür sie von ihrem [[Kontrahent]]en die Risikoprämie vereinnahmen können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Organisation_und_Management/gTmg_s1_t98C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=disnutzen&amp;amp;pg=PA70&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1615921905629 Matthias Kräkel: &amp;#039;&amp;#039;Organisation und Management.&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 70.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wirtschaftssubjekte optimieren ihre [[Ziel]]e ([[Unternehmensziel]]e, [[Persönliches Ziel|persönliche Ziele]], [[Staatsziel]]e) durch [[Gewinnmaximierung]] oder [[Nutzenmaximierung]] oder minimieren Disnutzen oder [[Kosten]]. Der negative [[Grenznutzen]] wird „Übel“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Der Nutzen stellt den Kern der [[Wirtschaftstheorie|ökonomischen Theorie]] und somit des wirtschaftlichen Handelns dar und ist deshalb eines der zentralen ökonomischen Konstrukte.&amp;lt;ref&amp;gt;Jesko Perrey: &amp;#039;&amp;#039;Nutzenorientierte Marktsegmentierung.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ging man bis in das späte 19. Jahrhundert noch von der kardinalen Messbarkeit des Nutzens aus, so beschränkt sich die moderne Nutzenlehre auf skalierbare Rangfolgen von nützlichen Gütern und Dienstleistungen, die interpersonell nicht vergleichbar sind, und auf die Bewertung der damit im Zusammenhang stehenden [[Arbeit (Philosophie)#19. und beginnendes 20. Jahrhundert|Arbeit]]. Die Ergebnisse der Nutzenlehre sind im Alltag anwendbar und weit verbreitet, denn bei Konsumentscheidungen liegen beim Konsumenten stets auch – mehr oder weniger – Nutzenüberlegungen zugrunde. Diese berücksichtigen den [[Gebrauchswert]] genauso wie den [[Nutzwert]] eines Gutes. Bei Nutzenfragen spielt die Vergleichbarkeit eine Rolle, dem Merkmal einer kardinalen [[Skalierung (Marketing)|Skalierung]]; genau genommen leben wir in einer kardinal skalierten Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Reich: [https://books.google.de/books?id=XlvTAQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA87&amp;amp;dq=Nutzenmaximierung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Nutzenmaximierung&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Systemsymbiose&amp;#039;&amp;#039;], 2013, S.&amp;amp;nbsp;29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch andere Wirtschaftssubjekte berücksichtigen in starkem Maße Fragen der Nützlichkeit und wenden dabei die Nutzwertanalyse an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Paul A. Samuelson]]: &amp;#039;&amp;#039;A Note on Measurement of Utility.&amp;#039;&amp;#039; Review of Economic Studies 4 (1937) S.&amp;amp;nbsp;155–161.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Vershofen: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Verbrauchsforschung.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Nutzen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4172187-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Haushaltstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Utilitarismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nutzentheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethisches Prinzip]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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