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	<title>Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T13:33:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nukleosidische_Reverse-Transkriptase-Inhibitoren&amp;diff=1283078&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Julius Senegal: /* Nicht weiter entwickelte Wirkstoffe */ entlinkt, da wird ja nichts mehr kommen</title>
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		<updated>2023-08-14T13:10:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Nicht weiter entwickelte Wirkstoffe: &lt;/span&gt; entlinkt, da wird ja nichts mehr kommen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (engl. &amp;#039;&amp;#039;Nucleoside Reverse Transcriptase Inhibitors&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;NRTIs&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind [[Arzneistoff]]e aus der Gruppe der [[Virostatikum|Virostatika]]. Ihr Ansatzpunkt ist die [[Reverse Transkriptase]] von [[Retrovirus|Retroviren]], die die virale [[RNA]] in [[DNA]] umschreibt. Es handelt sich um [[Nukleosidanalogon|Nukleosidanaloga]], die den natürlichen [[Nukleosid]]en ähneln. Sie konkurrieren damit mit ihnen, unterscheiden sich allerdings durch geringe Modifikationen an der [[Ribose]]. Dies führt zu einem sogenannten Kettenabbruch, virale DNA kann nicht mehr synthetisiert werden und der virale [[Replikationszyklus]] in der Zelle wird unterbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
NRTIs werden von der Zelle unverändert aufgenommen, und zu Triphosphatderivate intrazellulär in ihre aktive Form umgewandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Hoffmann |Titel=Substanzklassen, Medikamentenübersicht |Hrsg=Jürgen Rockstroh, Christian Hoffmann |Sammelwerk=HIV 2022/2023 |Verlag=Medizin Fokus Verlag |Ort=Hamburg |Datum=2022 |Sprache=de |ISBN=978-3-941727-28-1 |Seiten=52-64 |Online=https://www.hivbuch.de/wp-content/uploads/2020/11/HIV2022-23_online.pdf#page=69 |Format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei werden schrittweise drei [[Phosphate|Phosphatreste]] übertragen. Allein gemeinsam ist das Fehlen der 3&amp;#039;-Hydroxygruppe, an der normalerweise die Kettenverlängerung stattfindet. So ähneln [[Zidovudin]] und [[Stavudin]] dem DNA-Baustein [[Thymidin]], [[Lamivudin]] dem [[Cytidin]], während [[Didanosin]] analog zu [[Inosin]] und [[Abacavir]] ein [[Guanosin]]-Analogon ist. Der Einbau der Nukleosidanaloga als „falschen DNA-Baustein“ während der [[Reverse Transkription|reversen Transkription]] bewirkt daher eine Unterbrechung in der neu gebildeten DNA-Kette und führt zum Abbruch der Polymerisation und damit der reversen Transkription.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nebenwirkungen ==&lt;br /&gt;
Langzeitnebenwirkungen sind häufig [[Myelotoxizität]], [[Laktatazidose]]n, [[Polyneuropathie]], [[Lipoatrophie]] oder [[Pankreatitis|Pankreatitiden]].&amp;lt;ref&amp;gt;M. Galli, A. L. Ridolfo, F. Adorni u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Body habitus changes and metabolic alterations in protease inhibitor-naive HIV-1-infected patients treated with two nucleoside reverse transcriptase inhibitors.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;JAIDS.&amp;#039;&amp;#039; 29, 2002, S. 21–31. PMID 11782586.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind wahrscheinlich über eine [[Toxizität]] der für den Zellstoffwechsel wichtigen [[Mitochondrien]] zu begründen.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Brinkman, J. A. Smeitink, J. A. Romijn, P. Reiss: &amp;#039;&amp;#039;Mitochondrial toxicity induced by nucleoside-analogue reverse-transcriptase inhibitors is a key factor in the pathogenesis of ART-related lipodystrophy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Lancet]].&amp;#039;&amp;#039; 354, 1999, S. 1112–1115. PMID 10509516.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Mitochondrien ebenfalls auf Nukleoside angewiesen sind, führt auch hier der Einbau falscher Bausteine in den [[Genetischer Code|genetische Code]] zu [[Stoffwechselstörung]]en und schließlich zu [[Degeneration|degenerativen]] Veränderungen. Zwischen den Substanzen gibt es große Unterschiede in der Ausprägung der mitochondrialen Toxizität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nukleosidanaloga werden hauptsächlich [[renal]] eliminiert. Sie interagieren nicht mit Substanzen, die durch Enzymsysteme der Leber [[Metabolisierung|metabolisiert]] werden. Ein maßgebliches Interaktionspotential besteht daher nicht. Bei gleichzeitiger Gabe von [[Ribavirin]] oder bei Patienten mit [[Niereninsuffizienz]] ist eine Dosisanpassung möglicherweise erforderlich.&amp;lt;ref&amp;gt;S. C. Piscitelli, K. D. Gallicano: &amp;#039;&amp;#039;Interactions among drugs for HIV and opportunistic infections.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[N Engl J Med]].&amp;#039;&amp;#039; 344, 2001, S. 984–996.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsgebiete ==&lt;br /&gt;
NRTIs werden zur Bekämpfung der Replikation von Viren eingesetzt. Bisher existieren Wirkstoffe gegen [[HIV|HIV-1]] und [[Hepatitis-B-Virus|HBV]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== HIV-Therapie ===&lt;br /&gt;
1987 war [[Zidovudin]] der erste Vertreter der NRTIs, die in der HIV-Therapie eingesetzt wurden. NRTIs gelten damit als älteste HIV-Medikamente. Die Anwendung ist einfach und meist reicht eine einfache Tagesdosis. Häufige Beschwerden in den ersten Wochen sind – trotz relativ guter Verträglichkeit – Müdigkeit, Kopfschmerzen und gastrointestinale Probleme wie z.&amp;amp;nbsp;B. Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen oder [[Diarrhoe]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der HIV-Therapie wurde zahlreiche Wirkstoffe eingeführt, teilweise sind sie wieder vom Markt z. B. aufgrund von Toxizitäten verschwunden. Ein weiteres Problem ist das Ausbilden von [[Kreuzresistenz]]en zwischen verschiedenen Nukleosid-Analoga.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NRTIs werden nicht singulär, sondern im Rahmen der [[Antiretrovirale Therapie|Antiretroviralen Therapie]] (ART) zusammen mit anderen Wirkstoffen eingesetzt: In der Regel werden zwei NRTIs mit einem [[Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren|&amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039;nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor]] (NNRTI), einem [[HIV-Proteaseinhibitor|Proteasehemmer]] (PI), oder einem [[Integrase-Inhibitor|Integrase-Strangtransfer-Inhibitor]] (INSTI) kombiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Einzelsubstanzen zählen: [[Abacavir]] (ABC), Zidovoudin (AZT), [[Lamivudin]] (3TC), [[Emtricitabin]] (FTC) und die nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren [[Tenofovir]]-Alafenamid-Fumarat (TAF) bzw. Tenofovir-Disoproxil-Fumarat (TDF).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== HBV-Therapie ===&lt;br /&gt;
[[Interferon|Interferon-α]] war lange der einzige in Deutschland zugelassene Arzneistoff, der nachweislich einen positiven Effekt auf den Verlauf der [[Hepatitis B]] hat.&amp;lt;ref&amp;gt;RKI-Ratgeber für Ärzte: [https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisB.html Hepatitis B]&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter Langzeittherapie konnten bei vielen Patienten bereits gute Ergebnisse erzielt werden. Eine Behandlung mit Interferon geht häufig mit starken Nebenwirkungen unterschiedlicher Art einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen großen Fortschritt in der Therapie der Hepatitis B stellt die Einführung des Nukleosid-Analogons Lamivudin und des Nukleotid-Analogons [[Adefovir]] dar. Beide Substanzen werden oral verabreicht und sind in der Regel nebenwirkungsarm. Neuerdings werden Nukleotid-Analoga (wie z.&amp;amp;nbsp;B. Tenofovir) bevorzugt. Diese führen seltener zu Resistenzen und erscheinen damit besser geeignet für eine Langzeittherapie.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Chronische Hepatitis B - Wo stehen wir heute?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Leberhilfe Lebenszeichen.&amp;#039;&amp;#039; Heft 2/2011, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel werden NRTI mit [[Interferon]] kombiniert um die Wirksamkeit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prophylaktisch werden NRTI in Kombination mit Hepatitis-B-Immunglobulin bei HBV-Trägern mit einem Transplantat verabreicht, um eine Reinfektion zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoffe ==&lt;br /&gt;
=== HIV ===&lt;br /&gt;
==== In Verwendung (Einzelsubstanzen) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den zugelassenen Einzelsubstanzen zählen mit Stand 2023:&lt;br /&gt;
* [[Abacavir]] (ABC)&lt;br /&gt;
* [[Zidovudin]] (AZT)&lt;br /&gt;
* [[Lamivudin]] (3TC)&lt;br /&gt;
* [[Emtricitabin]] (FTC)&lt;br /&gt;
* [[Tenofovir|Tenofovir-Alafenamid-Fumarat]] (TAF) bzw. Tenofovir-Disoproxil-Fumarat (TDF) - nukleo&amp;#039;&amp;#039;t&amp;#039;&amp;#039;idische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nicht weiter entwickelte Wirkstoffe ====&lt;br /&gt;
* [[Elvucitabin]], Weiterentwicklung aktuell ungeklärt&lt;br /&gt;
* [[Fozivudintidoxil|Fozivudin]], Weiterentwicklung aktuell ungeklärt&lt;br /&gt;
* [[Amdoxovir]], Toxizitäten&lt;br /&gt;
* [[Fosalvudintidoxil|Fosalvudin]], Toxizitäten&lt;br /&gt;
* [[Apricitabin]]&lt;br /&gt;
* Dioxolanthymin&lt;br /&gt;
* SPD-756&lt;br /&gt;
* SPD-761&lt;br /&gt;
* KP-1461, wirkungslos&lt;br /&gt;
* [[Adefovir]] dipivoxil, kaum Wirkung gegen HIV, Nephrotoxizität&lt;br /&gt;
* FddA, Leber/Nierenschäden&lt;br /&gt;
* dOTC, Toxizität in Affen&lt;br /&gt;
* Lobucavir, Kanzerogenität&lt;br /&gt;
* GS 7340, unbefriedigende klinische Daten&lt;br /&gt;
* MIV-310 (Alovudin, FLT), schlechte Wirksamkeit&lt;br /&gt;
* Dexelvucitabin, Pankreatitiden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== HBV ===&lt;br /&gt;
* Lamivudin&lt;br /&gt;
* [[Adefovir]]&lt;br /&gt;
* Tenofovir&lt;br /&gt;
* [[Entecavir]]&lt;br /&gt;
* Emtricitabin&lt;br /&gt;
* [[Clevudin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Christian Hoffmann |Titel=Substanzklassen, Medikamentenübersicht |Hrsg=Jürgen Rockstroh, Christian Hoffmann |Sammelwerk=HIV 2022/2023 |Verlag=Medizin Fokus Verlag |Ort=Hamburg |Datum=2022 |Sprache=de |ISBN=978-3-941727-28-1 |Seiten=52-64 |Online=https://www.hivbuch.de/wp-content/uploads/2020/11/HIV2022-23_online.pdf#page=69 |Format=PDF}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Guangdi Li et al. |Titel=Approved HIV reverse transcriptase inhibitors in the past decade |Sammelwerk=Acta Pharmaceutica Sinica. B |Band=12 |Nummer=4 |Datum=2022-04 |Sprache=en |DOI=10.1016/j.apsb.2021.11.009 |PMC=9279714 |PMID=35847492 |Seiten=1567–1590}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.hivandmore.de/medikamente/nrti.shtml NRTI - Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren]&amp;#039;&amp;#039;, HIV&amp;amp;more&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemikaliengruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AIDS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reverse-Transkriptase-Inhibitor| Nuk]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Julius Senegal</name></author>
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