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	<title>Nubien - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nubien&amp;diff=23590&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-21150-02: Es gibt keine wissenschaftliche Quelle die den Satz in irgendeiner Art unterstützt. Deshalb kann, wer auch immer den Satz verfasst hat, es gerne noch einmal mit Quellenangabe versuchen.</title>
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		<updated>2026-04-05T21:47:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Es gibt keine wissenschaftliche Quelle die den Satz in irgendeiner Art unterstützt. Deshalb kann, wer auch immer den Satz verfasst hat, es gerne noch einmal mit Quellenangabe versuchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Hieroglyphen&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;N17-Aa32-X1:N18&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;ref name=E118 /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Ta-seti&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;T3-stj&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bogenland&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=E118 /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;O34:X1-Aa32-N18:N25-A1:Z2&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;ref name=L697&amp;gt;Christian Leitz u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen]].&amp;#039;&amp;#039; Band 6: &amp;#039;&amp;#039;H̱-s.&amp;#039;&amp;#039; Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1151-4, S.&amp;amp;nbsp;697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Setiu&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Stjw&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bogenland der Nubier&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=L697 /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N35-H-z:t-N25&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME4 = &amp;lt;hiero&amp;gt;G21-H-s-M17-M17-G43-A13&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME5 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N35:G21-H-s-Z4-T14-A2&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Nehset / Nehsyu / Nehsi&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nḥst&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Nḥsyw&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Nḥsj&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nubien&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Nubier&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|BILD1 = Nubia NASA-WW places german.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 250px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Nubien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nubien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch und englisch &amp;#039;&amp;#039;Nubia&amp;#039;&amp;#039;) ist das Gebiet zu beiden Seiten des [[Nil]] südlich des 1.&amp;amp;nbsp;[[Nil#Katarakte und Wasserfälle|Nilkatarakts]] bei [[Assuan]] in [[Ägypten]]. Die Südgrenze im [[Sudan]] wird unterschiedlich auf den großen Nilbogen südlich von [[Alt Dunqula]] und den 5.&amp;amp;nbsp;Katarakt oder auf [[Khartum]] südlich des 6. Katarakts festgelegt. Die geografische Bezeichnung Nubien fällt mit dem historischen [[Reich von Kusch]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Situation ==&lt;br /&gt;
=== Namen ===&lt;br /&gt;
Die traditionelle Herleitung des Namens aus dem [[Ägyptische Sprache|ägyptischen]] Wort &amp;#039;&amp;#039;nebu&amp;#039;&amp;#039; (in [[Transkription (Schreibung)|Transkription]]: &amp;#039;&amp;#039;nb.w&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;nab ̆w&amp;#039;&amp;#039;) beziehungsweise [[Koptische Sprache|koptisch]] &amp;#039;&amp;#039;nub&amp;#039;&amp;#039;, „Gold“) ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Francis Breyer]]: &amp;#039;&amp;#039;‘Nubien’ und äg. nb.w ‘Gold’-Eine Gegendarstellung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Antike Sudan. Mitteilungen der Sudanarchäologischen Gesellschaft zu Berlin e. V.&amp;#039;&amp;#039; Nummer 20, 2009, S. 173–176 ([https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/mittsag/article/view/85552 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Altes Reich|Alten Reich]] stand die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ta-seti&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sowohl für das &amp;#039;&amp;#039;sandige Bogenland von Nubien&amp;#039;&amp;#039; wie auch für den von Nubien eroberten [[Gau (Ägypten)#Oberägyptische Gaue|ersten oberägyptischen Gau]], der sich vom nördlichen [[Dschabal as-Silsila|Gebel es-Silsila]] bei [[Kom Ombo]] bis zum ersten Nilkatarakt erstreckte. Gut bezeugte Erwähnungen befanden sich in der „[[Sonnenheiligtum des Niuserre#Weltkammer|Weltkammer des Sonnenheiligtums]]“ von [[Niuserre]] (2455–2420 v.&amp;amp;nbsp;Chr.). Das nubische Ta-seti galt als geheimnisvolle Ziel- und Herkunftsregion von [[Vogelzug|Zugvögeln]], [[Fisch im Alten Ägypten|Fisch-]] sowie anderer Tierarten.&amp;lt;ref name=E118&amp;gt;[[Elmar Edel]]: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 5, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1964, S.&amp;amp;nbsp;118–119.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem [[Mittleres Reich|Mittleren Reich]] wurde Nubien neben Ta-seti auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Iuntiu]]-Seti&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nehset&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ta Nehsi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kesch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kasch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Die geografische Abgrenzung richtet sich nach der von Ägypten unabhängigen politischen und kulturellen Einheit, die durch das kuschitische Reich geschaffen wurde und die bis zum Untergang der meroitischen Herrschaft im 5. Jahrhundert n. Chr. bestehen blieb. Im Osten reicht Nubien über die [[Nubische Wüste]] bis zum [[Rotes Meer|Roten Meer]], im Westen endet die Region undefiniert in der [[Libysche Wüste|Libyschen Wüste]]. Als Südgrenze wird 18° [[Geographische Breite|geographischer Breite]] beim 5. Katarakt angenommen, weil hier weiter westlich zwischen der früheren natürlichen Grenze des 4. Katarakts bei [[Karima]] und Alt Dunqula der Nil sich aus seiner südwestlichen Fließrichtung in einem großen Bogen nach Norden wendet. Diese Definition der Südgrenze wurde von der [[UNESCO]] in ihrer Übersicht zur Rettung der nubischen Denkmäler übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Siegfried G. Richter]]: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Christianisierung Nubiens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sprachen und Kulturen des christlichen Orients.&amp;#039;&amp;#039; Band 11, Reichert, Wiesbaden 2002, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ehemalige [[Ptolemäus-See]] trocknete im 3. Jahrtausend v. Chr. aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet zwischen dem 1. und 2. Katarakt gehört heute fast gänzlich (bis auf wenige Kilometer nördlich von [[Wadi Halfa]]) zu Ägypten und wird als &amp;#039;&amp;#039;Unternubien&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Der südlich anschließende Teil im Sudan heißt &amp;#039;&amp;#039;Obernubien&amp;#039;&amp;#039;. Ab der Herrschaft von [[Ptolemaios IV.]] (regierte 180–145 v. Chr.) in Ägypten wurde das Grenzgebiet zu Nubien südlich des 1. Katarakts [[Dodekaschoinos]] („Zwölfmeilenland“) genannt. Es endete 126 Kilometer von Assuan entfernt, nur wenig nördlich von [[Sayala]]. In der um 150 n. Chr. verfassten &amp;#039;&amp;#039;[[Geographike Hyphegesis]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Claudius Ptolemäus]] wird ein &amp;#039;&amp;#039;Triakontaschoinos&amp;#039;&amp;#039; („Dreißigmeilenland“) erwähnt, das weiter als das Zwölfmeilenland vermutlich bis zum 2. Katarakt reichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nubien gilt als Schnittstelle zwischen dem eher dem [[Mittelmeerraum]] zuzurechnenden Ägypten und den südlicher liegenden Teilen von Afrika. Dies galt in der Vergangenheit ebenso wie heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bevölkerung ===&lt;br /&gt;
Die Noba waren ein antikes, nur begrenzt mit den heutigen [[Nubier]]n gleichzusetzendes Nomadenvolk. Damit entspricht Nubien geografisch der &amp;#039;&amp;#039;Mittleren Nil-Region&amp;#039;&amp;#039;. Diese Gleichsetzung wird von [[László Török]] und der Mehrzahl der Archäologen vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[László Török]]: &amp;#039;&amp;#039;The Kingdom of Kush. Handbook of the Napatan-Meroitic Civilization&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der Orientalistik]].&amp;#039;&amp;#039; 1. Abteilung, Band 31). Brill, Leiden 1997, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Festlegung der Nordgrenze Nubiens auf den 24. Breitengrad bei [[Assuan]] und der Südgrenze Nubiens auf den 18. Breitengrad bei [[Khartum]] berücksichtigt die Ausdehnung der [[Nubische Sprachen|Nubisch]] sprechenden Volksgruppe der &amp;#039;&amp;#039;Noba&amp;#039;&amp;#039; bis ins 16. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
{{Anker|B-Gruppe}}&lt;br /&gt;
Die Vorgeschichte Nubiens (besonders Unternubiens) wird in einzelne Kulturgruppen eingeteilt, die mit Buchstaben bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[A-Gruppe]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; korrespondiert mit dem späten prähistorischen Ägypten sowie mit dem ägyptischen [[Altes Reich|Alten Reich]] bis etwa zur 4. Dynastie (ca. 3500–2400 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* Die ehemals angenommene &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;B-Gruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; existiert nach neueren Untersuchungen nicht. In Obernubien gab es die [[Kerma-Kultur]], die in ihren Anfängen (um 3500 v. Chr.) stark mit der A-Gruppe verwandt war.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[C-Gruppe]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; existierte zur Zeit des ägyptischen späten Alten sowie [[Mittleres Reich|Mittleren Reiches]] in Unternubien; in der 12. Dynastie wurde Unternubien bis zum 2. Nilkatarakt schrittweise von Ägypten erobert (ca. 2100–1750 v. Chr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Obernubien nahe dem 3. Nilkatarakt entwickelte sich aus der Kerma-Kultur, das [[Kerma-Kultur|Königreich von Kerma]], das neben Ägypten den frühesten uns bekannten afrikanischen Staat darstellt. Nach dem Ende des ägyptischen Mittleren Reiches (um 1750 v. Chr.) eroberten die Herrscher von [[Kerma (Sudan)|Kerma]] Unternubien bis zur Grenze des ägyptischen Kernlandes und konnten in einzelnen Feldzügen sogar bis nach Ägypten vordringen. Um 1500 v. Chr. zerstörten die [[Pharao]]nen des [[Neues Reich|ägyptischen Neuen Reiches]] das Reich von Kerma und eroberten Nubien bis zum 5. Nilkatarakt. Die nubischen Völker wurden kulturell weitgehend assimiliert. Die ägyptische Besatzung dauerte bis ca. 1000 v. Chr. an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Reich von Kusch ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reich von Kusch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Napata und Meroe ====&lt;br /&gt;
Um 750 v. Chr. (eventuell auch bereits um 1000 v. Chr.) gründeten nubische Fürsten in der Gegend von [[Karima]] einen Staat, der den altägyptischen Namen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kusch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; übernahm und rasch expandierte. Um 700 v. Chr. wurde Ägypten erobert. Die nubischen Könige herrschten als [[Dritte Zwischenzeit (Ägypten)#25. Dynastie|25. Dynastie]] über Ägypten. Um 660 v. Chr. erlangte Ägypten mit [[Assyrisches Reich|assyrischer]] Hilfe die Unabhängigkeit von Nubien, das kuschitische Fürstenhaus herrschte jedoch weiterhin südlich von Ägypten. Der Regierungssitz lag in der Stadt [[Napata]] beim heutigen Karima. Um 300 v. Chr. wurde die Hauptstadt nach [[Meroe]] nördlich von [[Khartum]] verlegt. In dieser Zeit wird die kulturelle Anlehnung an Ägypten mehr und mehr aufgegeben, was sich unter anderem in der Entwicklung einer [[Meroitische Schrift|eigenen Schrift]] und dem Gebrauch der [[Meroitische Sprache|meroitischen Sprache]] in offiziellen Texten äußert. Um 350 n. Chr. brach das Reich von Kusch zusammen, evtl. aufgrund einer Umweltkatastrophe oder einer militärischen Niederlage gegen das [[Äthiopien|äthiopische]] Reich von [[Aksum|Axum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pyramiden ====&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Pyramiden von Meroe|Liste der Könige von Nubien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sudan Meroe Pyramids 2001.JPG|mini|Luftbild der Pyramiden von Meroe im Jahr 2001]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Zeit der 25. Dynastie sowie des napatanisch-meroitischen Reiches zeugen in Sudan bis heute vor allem zahlreiche [[Pyramide (Bauwerk)|Pyramiden]]; die älteste in Sudan errichtete Pyramide ist vermutlich die des nubischen Pharaos Piye auf dem Friedhof von [[Pyramiden von al-Kurru|al-Kurru]]. Vorbild waren wahrscheinlich nicht die ägyptischen Königspyramiden aus der Zeit des [[Altes Reich|Alten]] und [[Mittleres Reich|Mittleren Reiches]], sondern die wesentlich jüngeren ägyptischen Privatpyramiden vor allem des [[Theben (Ägypten)|thebanischen Raumes]]. Dafür spricht sowohl der steile Neigungswinkel der nubischen Pyramiden als auch die Tatsache, dass sie, wie die ägyptischen Privatpyramiden des [[Neues Reich|Neuen Reiches]], viel enger aneinandergebaut sind als die ägyptischen Königsgräber. Darüber hinaus war die Grabform der Pyramide in Nubien nicht den Königen vorbehalten, sondern auch wohlhabende Privatleute ließen sich in Pyramiden bestatten, was die nubischen Pyramiden ebenfalls in der Tradition der ägyptischen Privatpyramiden stehen lässt. Der steile Neigungswinkel hatte vermutlich auch konstruktive Gründe: Eine Ritzzeichnung aus den Ruinen von [[Meroe]], nahe dem Dorf [[Begrawija]], zeigt einen [[Schaduff|Schaduf]] (eine Art Kran) als Bauwerkzeug. Die Länge des Auslegers dieses Kranes begrenzte die Seitenlänge der Pyramiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nubien sind über 200 Pyramiden gefunden worden; damit stehen in Sudan mehr Pyramiden als in Ägypten. Dies liegt vor allem daran, dass in Ägypten nur wenige der Privatpyramiden des Neuen Reiches bis heute erhalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im vierten nachchristlichen Jahrhundert scheint das meroitische Reich in verschiedene kleinere Fürstentümer oder Königreiche zerfallen zu sein. In kultureller Hinsicht stellen diese kleinen Reiche die Fortsetzung von Meroe dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Pyramiden von Meroe|Ballana|Qustul}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das mittelalterliche Nubien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Christian Nubia.png|mini|Die nubischen christlichen Reiche]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Nubien im Mittelalter}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christliche Königreiche ====&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert wurde Nubien christianisiert. Es bildeten sich die Königreiche von [[Nobatia]], [[Makuria]] und [[Alwa]] (zum Teil auch „Alodia“ genannt) sowie eine größere Anzahl von Bistümern mit Bischöfen, Klerikern, Kathedralen und Klöstern. In dieser Zeit kam das [[Altnubische Sprache|Nubische]] als Schriftsprache in Gebrauch, im Mittelalter in [[Koptische Sprache|koptischen Buchstaben]] mit einigen [[Altnubische Schrift|Abwandlungen]] geschrieben. Die Hauptsprache der christlichen Liturgie in Nubien blieb jedoch das Griechische. Kirchlich-konfessionell gehörten die nubischen Diözesen zum [[Patriarch von Alexandrien|Patriarchat von Alexandrien]] der [[Kopten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Islamisierung ====&lt;br /&gt;
Infolge arabischer Einwanderungen aus Ägypten wurden die christlichen Königreiche Nubiens nach und nach zerrüttet. Eine entscheidende Wende war die Umwidmung der Kathedrale von [[Alt Dunqula|Dongola]] in eine Moschee im Jahre 1317 n. Chr. Im 16. Jahrhundert war Nubien formal vollständig islamisiert. Die nubische Sprache blieb jedoch in Gebrauch, neben dem sich als überregionale Verkehrssprache immer mehr durchsetzenden [[Arabische Sprache|Arabisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überreste von Kirchen ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kirchengebäude im nubischen Mittelalter}}&lt;br /&gt;
Aus christlicher Zeit wurden in Nubien bis heute zahlreiche Kirchenruinen gefunden. Die nubischen Kirchen hatten oft einen annähernd quadratischen oder kreuzförmigen Grundriss und waren gelegentlich sehr klein. Manche Wissenschaftler vermuten, dass sie nur als ein Haus für die Liturgie der Kleriker sowie eine Art [[Sakristei]] dienten; die eigentlichen Gemeindegottesdienste hätten vor der Kirche auf freiem Feld stattgefunden. Die bekanntesten Kunstwerke aus dem christlichen Nubien sind die Kirchenfresken der [[Kathedrale von Faras]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
==== Nubien im 19. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
Im Jahre 1821 eroberten die Ägypter mit 4000 Soldaten und europäischen Waffen erneut Nubien und Teile des südlich daran angrenzenden Sudan. Da Ägypten zu dieser Zeit zwar faktisch unabhängig war, offiziell jedoch noch immer Provinz des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]], erfolgte auch die Eroberung Nubiens in dessen Namen. Daher wird diese Epoche im heutigen Sudan meist als &amp;#039;&amp;#039;[[Türkisch-Ägyptischer Sudan|Turkiya]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1882 erhoben sich [[Geschichte des Sudan|sudanesische]] Araber unter der Führung [[Muhammad Ahmad]]s gegen die ägyptische Herrschaft und eroberten [[Khartum]] sowie weitere Teile des Sudan. Muhammad Ahmad betrachtete sich selbst als von Gott gesandter [[Mahdi]], eine Art [[Messias]]gestalt, weshalb diese Erhebung auch als [[Mahdi-Aufstand]] bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Eroberung Khartums kam unter anderen der [[Gouverneur]] Sudans, der in de facto ägyptischen (de jure türkischen) Diensten stehende [[Vereinigtes Königreich|britische]] General [[Charles George Gordon|Charles Gordon]], bei den Kämpfen ums Leben. Mehrere von britischen Offizieren geführte ägyptische Armeen wurden vernichtend geschlagen, unter anderem das von General [[William Hicks]] kommandierte Anglo-Ägyptische Expeditionskorps.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Egypt sudan under british control.jpg|mini|Das Anglo-Ägyptische Kondominium (dunkelrot)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 eroberten britische Truppen unter dem Kommando von [[Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener|Horatio Kitchener]] von Ägypten aus Nubien zurück und schlugen die Mahdisten in der [[Schlacht von Omdurman]] bei Khartum. Um die Logistik für diesen Feldzug zu bewältigen, wurde die erste Eisenbahnlinie in Nubien entlang des [[Nil]] gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sudan und damit auch Nubien kamen in der Folgezeit nominell unter gemeinsame [[Anglo-Ägyptischer Sudan|britisch-ägyptische]] Herrschaft ([[Kondominium]]); da die Briten aber auch in Ägypten selbst entscheidenden Einfluss ausübten, war der Sudan de facto britische [[Kolonie]]. [[John Grenfell Maxwell]] wurde 1897 Gouverneur von Nubien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nubien im 20. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
1955 folgte eine Volksabstimmung über den Anschluss an Ägypten, die negativ ausfiel. Daraufhin wurde Sudan 1956 in die Unabhängigkeit entlassen. Die Grenze zu Ägypten wurde bei [[Wadi Halfa]] festgelegt; Nubien war damit zwischen zwei Staaten geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren wurde von Ägypten der [[Assuan-Staudamm|Assuan-Hochdamm]] (&amp;#039;&amp;#039;Sadd al-&amp;#039;Alī&amp;#039;&amp;#039;) geplant und gebaut, der das Fassungsvermögen des älteren, noch von den Briten gebauten Assuan-Staudammes bei weitem übertreffen sollte. 1971 wurde der Hochdamm fertiggestellt. In der Folgezeit wurde nahezu ganz Unternubien vom entstehenden [[Nassersee]], dessen südlicher Teil [[Nubia-See]] genannt wird, überflutet. In einer beispiellosen Rettungsaktion setzte die internationale Staatengemeinschaft unter Federführung der [[UNESCO]] zahlreiche kulturelle Monumente in höher gelegene Regionen um; die unternubische Bevölkerung wurde größtenteils in das südliche Oberägypten umgesiedelt, wodurch im sonst durchgehend arabischsprachigen Ägypten nubische Sprachinseln entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Heutige Situation ====&lt;br /&gt;
Mit [[Volksrepublik China|chinesischer]] Hilfe ließ die Regierung Sudans in [[Dar al-Manasir]] am 4. Katarakt den [[Merowe-Staudamm]] errichten. Die Inbetriebnahme erfolgte im Frühjahr 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nubische Bevölkerung ist sowohl in Ägypten als auch im Sudan weitgehend arabisiert. Daneben ist Nubisch als Muttersprache jedoch noch immer lebendig. Es wird in [[Arabische Schrift|arabischer Schrift]] geschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Alten Ägypten]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Sudan]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Könige von Nubien]]&lt;br /&gt;
* [[Troglodyten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* William Yewdale Adams: &amp;#039;&amp;#039;Nubia: Corridor to Africa.&amp;#039;&amp;#039; Lane, London 1977, ISBN 0-7139-0579-4.&lt;br /&gt;
* François-Xavier Fauvelle: &amp;#039;&amp;#039;Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-71379-8.&lt;br /&gt;
* Yusuf Fadl Hassan: &amp;#039;&amp;#039;The Arabs and the Sudan: from the seventh to the early sixteenth century.&amp;#039;&amp;#039; University Press, Khartum 1973, {{OCLC|3153387}}.&lt;br /&gt;
* {{EAAE|Lisa A. Heidorn|Nubian town and temples|579–83|}}&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Hinkel]]: &amp;#039;&amp;#039;Auszug aus Nubien.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1978, {{OCLC|246550673}}.&lt;br /&gt;
* Gabriele Höber-Kamel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nubien – Goldland der Ägypter&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kemet.&amp;#039;&amp;#039; Heft 1, {{ISSN|0943-5972}}. Kemet-Verlag, Berlin 2011.&lt;br /&gt;
* [[Piotr O. Scholz]]: &amp;#039;&amp;#039;Nubien. Geheimnisvolles Goldland der Ägypter.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8062-1885-5.&lt;br /&gt;
* [[Derek A. Welsby]]: &amp;#039;&amp;#039;The Kingdom of Kush. The Napatan and Meroitic Empires.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, London 1996, ISBN 0-7141-0986-X.&lt;br /&gt;
* Derek A. Welsby: &amp;#039;&amp;#039;The Medieval Kingdoms of Nubia. Pagans, Christians and Muslims on the Middle Nile.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, London 2002, ISBN 0-7141-1947-4.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Willeitner]]: &amp;#039;&amp;#039;Nubien. Antike Monumente zwischen Assuan und Khartum.&amp;#039;&amp;#039; Hirmer, München 1997, ISBN 978-3-7774-7500-4.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Silberschmuck aus Nubien ein fast verlorenes Kulturgut. Sammlung Sibylle und Wolfgang Mayer&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Edition Esefeld &amp;amp; Traub.&amp;#039;&amp;#039; Band 14) Esefeld &amp;amp; Traub, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-9818128-5-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Nubien}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Nubia|Nubien}}&lt;br /&gt;
* [http://nubien.de/ Nubien.de]&lt;br /&gt;
* [http://nubianexpedition.com/ Ethnographisch-archäologische Expedition der Humboldt-Universität Berlin zum 4. Katarakt (H.U.N.E.)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=16/56/11/N |EW=33/42/39/E |type=landmark |region=SD}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4042734-1|LCCN=n81103291|VIAF=127854022}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nubien| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Afrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat in Afrika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altägyptischer Gau]]&lt;/div&gt;</summary>
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