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	<title>Novemberaufstand - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Novemberaufstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von 1830/1831 (auch &amp;#039;&amp;#039;Polnisch-Russischer Krieg&amp;#039;&amp;#039; 1830/1831&amp;lt;ref&amp;gt;[[Norman Davies]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Herzen Europas. Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2000, ISBN 3-406-46709-1, S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Kadettenaufstand&amp;#039;&amp;#039; genannt) war der erste größere [[Aufstand]] in [[Geschichte Polens#Zeit der Aufstände 1815–1864|Polen]], der die Unabhängigkeit des Landes vom [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreich]] zum Ziel hatte. Nachdem Polen im späten [[18. Jahrhundert]] unter seinen Nachbarn [[Teilungen Polens|aufgeteilt]] worden war, hatten in den [[Koalitionskriege]]n [[Polen (Ethnie)|Polen]] gegen die Teilungsmächte für eine Wiederherstellung ihres Staates gekämpft. Nach dem [[Wiener Kongress]] wurde der [[Autokratie|autokratische]] russische Kaiser [[Alexander I. (Russland)|Alexander I.]] in [[Personalunion]] König von [[Kongresspolen]]. Sein Regime missachtete allerdings die polnische Verfassung. Im Laufe des Aufstands wurde der russische Kaiser für abgesetzt erklärt; es kam zur Bildung einer nationalen Regierung. Die militärischen Auseinandersetzungen verliefen zunächst für die Polen günstig, bis sie schließlich der Übermacht der russischen Armee erlagen. Es war den Initiatoren und späteren Anführern des Aufstands nicht gelungen, den Aufstand zu einer [[Nationalismus|nationalen]] Bewegung zu entwickeln. Da die Bauernschaft keine Aussichten auf soziale Verbesserungen hatte, verfolgte sie das Geschehen weitgehend unbeteiligt. Auch der [[Szlachta|polnische Adel]] und das [[Bürgertum]] standen nicht geschlossen hinter der Bewegung. Nach der Niederlage wurden zahlreiche Anhänger des Aufstandes zu politischen Emigranten. Polen verlor seine Verfassung ganz und die [[Bürgerrechte]] wurden eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Za wolność naszą i waszą 1831.PNG|miniatur|[[Joachim Lelewel]] zugeschriebene Flagge des Novemberaufstands 1830:&amp;lt;br /&amp;gt;„Im Namen Gottes für unsere und eure Freiheit“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Alexanders Nachfolger [[Nikolaus I. (Russland)|Nikolaus&amp;amp;nbsp;I.]] versprach nach seiner Thronbesteigung 1825, die Verfassung von 1815 anzuerkennen. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass er die [[Kresy|polnischen Ostgebiete]] als Teile Russlands betrachtete. Daraufhin begannen dort Maßnahmen zur [[Russifizierung]]. Die litauische Armee wurde fortan von russischen Offizieren kommandiert. Die [[Universität Vilnius]] wurde nach russischen Vorstellungen umgestaltet. Es wurde Druck auf die mit Rom verbundene [[Unierte Kirchen (katholisch)|unierte Kirche]] ausgeübt, mit dem Ziel, sie mit der [[Russisch-Orthodoxe Kirche|russisch-orthodoxen Kirche]] zu vereinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbindungen von Beteiligten des russischen [[Dekabristen]]aufstandes reichten nach Polen und der Zar übte Druck auf den polnischen [[Senat der Republik Polen|Senat]] als das höchste Gericht aus, die Verantwortlichen zu bestrafen. Dieser lehnte es ab, Bestrebungen zur Wiederherstellung des polnischen Territoriums in den Grenzen von 1794 als Hochverrat zu verurteilen, und verhängte 1828 nur geringe Strafen wegen Geheimbündelei. In Polen selbst verstärkte dies die Unabhängigkeitsbewegung und die Bildung von Geheimgesellschaften. In der Folge wurden Verstöße der Russen gegen die Verfassung von 1815 beklagt. Die Lage wurde durch Preissteigerungen und schlechte Ernten noch verschärft. Den Unmut bekam Nikolaus I. zu spüren, als er 1830 zur Krönung nach Warschau kam. Als er den [[Sejm]] eröffnete, wurden auch dort Rufe nach Reformen in der Bauernfrage und bezüglich der Rechte der Juden laut. Es wurde eine liberale Bildungspolitik und die Abschaffung der Zensur gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt waren die [[Europäisches Revolutionsjahr 1830 |Revolutionsbewegungen des Jahres 1830]] in [[Julirevolution von 1830|Frankreich]], [[Belgische Revolution|Belgien]] und im [[Kirchenstaat]]. Nikolaus I. reagierte, indem er die [[Heilige Allianz]] dagegen zu mobilisieren versuchte. Er plante, so lauteten die Gerüchte in Warschau, in Westeuropa auch mit der Armee des Königreichs Polen zu intervenieren. Stattdessen sollten in Polen russische Truppen einrücken. Unter den Polen verbreitete sich die Furcht, dass der russische Herrscher die Gelegenheit nutzen könnte, um die Verfassung von 1815 und die Autonomie des Landes zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Alexander: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 2005, S. 198–200.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn der Bewegung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Marcin Zaleski, Wzięcie Arsenału.jpg|miniatur|Einnahme des Warschauer Arsenals]]&lt;br /&gt;
Die ersten Träger des Novemberaufstandes 1830/31 waren nicht Angehörige der politischen Führungsschicht des Königreiches, sondern eine relativ kleine Gruppe jugendlicher Verschwörer, vor allem [[Kadett (Militär)|Kadetten]] der [[Warschau]]er Fähnrichschule, unter ihnen auch der junge [[Ludwik Mierosławski]], der bei späteren Aufständen, nicht nur in Polen, eine wichtige Rolle spielen sollte. Einer der geistigen Führer war der bedeutendste Historiker Polens, [[Joachim Lelewel]], der zunächst in die polnische Nationalregierung eintrat und später Präsident des polnischen Nationalkomitees in der Emigration wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 29. November 1830 griff eine Gruppe von Verschwörern den [[Belvedere (Warschau)|Belvedere-Palast]] in [[Warschau]] an, mit dem Ziel den faktischen Vizekönig [[Konstantin Pawlowitsch Romanow]], den Bruder des Zaren, zu töten. Der Aufstand war nicht spontan ausgebrochen, aber er war schlecht geplant. Daher gelang der Anschlag auf den Statthalter nicht und Konstantin konnte mit den russischen Truppen aus der Stadt entkommen. Eine Volksmenge stürmte das [[Arsenal (Warschau)|Arsenal]], bewaffnete sich und übernahm die Kontrolle über den nördlichen Teil Warschaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun begannen sich auch hohe polnische Offiziere und führende Politiker am Aufstand zu beteiligen. Die Fürsten [[Franciszek Ksawery Drucki-Lubecki]] und [[Adam Jerzy Czartoryski]] versuchten die Unruhen zu beenden und verhandelten mit dem Großfürsten. Im Dezember 1830 bildete sich mit der „Patriotischen Gesellschaft“ eine politische Kraft, die einen strikt antirussischen Kurs verfolgte und Demonstrationen veranstaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Absetzung des Zaren ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dethronisation of tsar Nikolay I 1831 in Poland.PNG|miniatur|Absetzung des Zaren am 25. Januar 1831]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. Dezember bildete sich eine vorläufige Regierung des Königreichs. [[Józef Chłopicki]] wurde Oberbefehlshaber der Armee. Er bekämpfte alle revolutionären Bewegungen und erklärte sich am 5. Dezember zum Diktator. Er wurde in dieser Funktion durch den am 18. Dezember zusammentretenden Sejm bestätigt. Chłopicki glaubte nicht, dass ein polnischer Sieg möglich wäre und versuchte daher in Verhandlungen mit den Russen Konzessionen für Polen zu erreichen. Er versprach die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, verlangte die Abtretung der ehemals polnischen Gebiete von Russland und die Respektierung der Verfassung von 1815. Als Nikolaus I. sich darauf nicht einließ und die Unterwerfung der Aufständischen forderte, trat Chłopicki auch wegen interner Streitigkeiten am 17. Januar 1831 zurück. An dessen Stelle ernannte der Reichstag Fürst [[Michał Gedeon Radziwiłł]] zum Oberbefehlshaber. Die Forderung des Zaren nach der Kapitulation der Aufständischen führte dazu, dass der Sejm am 25. Januar Nikolaus I. und die „Dynastie der [[Romanow]]s für abgesetzt“ erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt zur Unabhängigkeit bedeutete, dass der Konflikt nicht nur ein Problem des Russischen Reiches blieb, sondern dass dadurch das internationale System des [[Wiener Kongress]]es bedroht war. Insbesondere Preußen und Österreich als die beiden anderen an den Teilungen Polens beteiligten Mächte solidarisierten sich mit Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Alexander: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 2005, S.&amp;amp;nbsp;201.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im Inneren ==&lt;br /&gt;
Am 30. Januar bildete sich eine polnische Nationalregierung. Diese bestand aus fünf Mitgliedern unter der Führung von Fürst [[Adam Jerzy Czartoryski]]. Die Regierung sollte die verschiedenen politischen Richtungen im Land repräsentieren. Zwei ihrer Mitglieder standen für eine russlandfreundliche oder neutrale aristokratische Richtung. Zwei weitere, die vor allem [[Rechtssicherheit]] forderten, waren Vertreter des Liberalismus. [[Joachim Lelewel]] repräsentierte schließlich die radikale nationale Bewegung. Diese Uneinigkeit in der politischen Führung hat die Erfolgschancen verschlechtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklare Vorstellungen von Absicht und Verlauf des Aufstandes und scharfe Gegensätze zwischen den einzelnen politischen Richtungen bildeten von Anfang an eine schwere Belastung für das Gelingen, während die militärische Lage anfänglich nicht ungünstig war. Weder Adel noch Bürgertum waren zu einer unkalkulierbaren nationalen Erhebung bereit. Letztlich kam es auf die Haltung der Bauern an und in dieser Hinsicht scheiterte der Aufstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Alexander: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 2005, S.&amp;amp;nbsp;202.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Maiverfassung wurden die Interessen der Bauern keinesfalls berücksichtigt (die Bauern bildeten die größte Bevölkerungsgruppe Polens und wären für das Gelingen des Aufstandes unentbehrlich gewesen). Der Bauer blieb weiterhin in seinem Feudalsystem gefangen. Die Magnaten (der Hochadel) forderten die Erhaltung des Feudalsystems, während andere Adelsgruppen die Bauern für den Aufstand gewinnen wollten. Resultat dieser Konflikte blieb dennoch die Feudalabhängigkeit des Bauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsverlauf ==&lt;br /&gt;
Die an den Operationen beteiligte russische Armee war bei Beginn der militärischen Auseinandersetzungen Anfang Januar 1831 etwa 120.000 Mann stark. Darunter waren 30.000 Kavalleristen und 340 Geschütze. Die polnische Armee umfasste zu dieser Zeit etwa 55.000 Mann. Darunter waren 15.000 Reiter und 140 Geschütze. Beim Beginn der polnischen Offensive Ende März 1831 hatten sich die Stärkeverhältnisse etwas zu Gunsten der Aufständischen verschoben. Die russischen Truppen machten 100.000 Mann und 380 Geschütze, die polnischen Truppen 80.000 Mann und 160 Geschütze aus. Vor den entscheidenden Kämpfen Anfang Juli 1831 war die russische Armee zahlenmäßig eindeutig überlegen. Sie konnten 135.000 Mann aufbieten, während die Polen nur noch auf 65.000 Mann kamen.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Berndt: &amp;#039;&amp;#039;Die Zahl im Kriege. Statistische Daten aus der neueren Kriegsgeschichte in graphischer Darstellung.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1897, Tafel 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Phase des Aufstandes, der vor dem ursprünglich angesetzten Termin am Abend des 29. November 1830 ausbrach, verlief trotz mancher organisatorischen Mängel und Fehlschläge günstig für die Aufständischen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Battle of Grochów 1831.JPG|miniatur|Schlacht bei Grochów, 25. Februar 1831, Gemälde von [[Bogdan Pawlowitsch Willewalde|Bogdan Willewalde]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Battle of Ostroleka 1831.PNG|miniatur|Schlacht bei Ostrołęka, 26. Mai 1831, Gemälde von Karol Malankiewicz]]&lt;br /&gt;
Am 5. Februar 1831 überschritt die russische Armee unter Feldmarschall [[Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski|Diebitsch]] die Grenze. Diebitsch ließ seine 118.000 Mann in verschiedenen Abteilungen nach Warschau marschieren. General [[Józef Chłopicki]] hatte zu wenig getan, um die polnischen Truppen ausreichend aufzustocken. Problematisch war auch, dass sich der Oberbefehlshaber als nicht sehr fähig zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den unbedeutenden Gefechten bei Stoczek, [[Wawer]] und [[Białołęka]] kam es am 25. Februar zur blutigen „unentschiedenen“ [[Schlacht bei Grochów]] in der Nähe von Warschau. In Warschau führte die nahe Schlacht zu einer Massenpanik. Daraufhin legte Radziwiłł das Oberkommando nieder, an seine Stelle trat General [[Jan Zygmunt Skrzynecki]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht bei Grochów führte zu einer mehrmonatigen Atempause für die Aufständischen, da der russische Oberbefehlshaber auf größere Manöver verzichtete. Ein Grund waren auch Unruhen in [[Litauen]] und in der [[Ukraine]]. Die Polen nutzten die Zeit zur Verstärkung ihrer Armee und sie gingen in die Offensive. Die polnischen Truppen besiegten die Russen unter [[Caspar von Geismar|Geismar]] nacheinander in den Schlachten bei Debe Wielkie und Iganie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. Mai erlitten die Polen dann eine schwere Niederlage in der [[Schlacht bei Ostrołęka (1831)|Schlacht von Ostrołęka]]. Das russische II. Korps (21.000 Soldaten, 90 Kanonen) unter [[General der Kavallerie]] [[Cyprian Kreutz]] wurde in Richtung des Dorfes Osiek ([[Gmina]] [[Bulkowo]]) abkommandiert, während das Korps [[Friedrich Alexander von Rüdiger|Rüdiger]] um [[Radom]] konzentriert wurde, wo es in Kämpfe mit dem polnischen Korps unter General [[Samuel Różycki]] geriet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan Paskevich.PNG|mini|Der russische Oberbefehlshaber Graf Iwan Paskewitsch-Eriwanski, nach dem Kriegsende Fürst von Warschau und Vizekönig Kongresspolens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die russische Armee wurde wegen einer ausbrechenden Epidemie zeitweilig unfähig zu wichtigen Operationen, sogar der russische Oberbefehlshaber Diebitsch-Sabalkanski fiel der [[Cholera]] zum Opfer. An seiner Stelle übernahm Anfang Juni Feldmarschall [[Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch]] den Oberbefehl. Dieser ging nun zur Offensive über, überschritt die Weichsel und bedrohte Warschau auch vom Westen. Auf polnischer Seite hatte [[Jan Krukowiecki]] den Oberbefehl, [[Kazimierz Małachowski]] wurde Mitte August zum Kommandeur der Verteidigung von [[Warschau]] erwählt, trat aber wenige Tage darauf zurück, worauf [[Henryk Dembiński]] die Führung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Warschau kam es zu Unruhen und die Nationalregierung trat am 16. August zurück. Nach der [[Schlacht um Warschau (1831)|Schlacht um Wola]] am 6. und 7. September 1831 musste die Stadt am 8. September gegenüber Feldmarschall Paskiewitsch kapitulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die polnischen Truppen zogen sich in die [[Festung Modlin]] zurück. Neuer Oberkommandierender wurde [[Maciej Rybiński (General)|Maciej Rybiński]]. Regierungschef wurde [[Bonawentura Niemojowski]]. Die Armee war aber inzwischen zu schwach für neue Vorstöße. Regierung und Reichstag führten nur noch ein Schattendasein. Am 5. Oktober überschritt der größte Teil der polnischen Truppen die preußische Grenze und wurde dort interniert. Ein anderer Teil ging nach Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Finis Poloniae, 1831.PNG|miniatur|[[Dietrich Montens]]: Finis Poloniae 1831 (Ölgemälde 1832)]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche politische Emigranten aus Polen zogen durch Deutschland nach Westeuropa &amp;#039;&amp;#039;(Große Emigration)&amp;#039;&amp;#039;. Insgesamt verließen etwa 50.000 Soldaten und Politiker das Land. Die meisten kehrten später nach Polen zurück. Von schätzungsweise 8500 dauerhaften Emigranten ließen sich rund 5700 in Frankreich nieder. Dort konnte ein Lehrstuhl für Slawische Sprache und Literatur am [[Collège de France]] eingerichtet werden, auf den 1840 [[Adam Mickiewicz]] berufen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg nach Westen wurden die Aufständischen vor allem in [[Sachsen]], [[Großherzogtum Baden|Baden]] und [[Bayern]] herzlich empfangen. Im Zuge der aufkommenden „Polenbegeisterung“ – Zeitgenossen sprachen sogar von einer „Polen-Manie“&amp;lt;ref&amp;gt;Tadeusz Korzon: &amp;#039;&amp;#039;Wewnętrzne dzieje Polski za Stanisłẁa August, 1764–1794: badania historyczne ze stanowiska ekonomicznego i administracyjnego&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 6, Krakau und Warschau 1898, S. 45&amp;lt;/ref&amp;gt;  – bildeten sich vielerorts [[Polenverein]]e und „Polenlieder“ wurden verfasst (wie von [[August Graf von Platen]], welcher in seinen &amp;#039;&amp;#039;Polenliedern&amp;#039;&amp;#039; den Begriff Völkermord einführt). Der Novemberaufstand wurde als Teil einer nationalen gesamteuropäischen Bewegung gesehen. Auf dem [[Hambacher Fest]] wurde 1832 neben der schwarz-rot-goldenen „deutschen“ Fahne auch die weiß-rote polnische Fahne gehisst. Von den [[Studentenverbindung]]en wurde in der Folge die [[Pekesche]] als Teil der studentischen Tracht übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feldmarschall Paskewitsch, für seinen Sieg vom Zaren zum Fürsten von Warschau erhoben und zum Statthalter und Vizekönig von Polen ernannt, begann die Russifizierung des Landes. Er vollzog am 26. Februar 1832 das Organische Statut, das Polen mit Russland vereinigte. Die Verfassung von 1815 wurde zu Gunsten der repressiven Organischen Statuten aufgehoben. Die polnische Armee wurde aufgelöst, individuelle Freiheitsrechte und die Pressefreiheit wurden beschnitten. Rund 80.000 Polen gingen in Handschellen nach [[Sibirien]].&amp;lt;ref&amp;gt;Norman Davies: &amp;#039;&amp;#039;Im Herzen Europas: Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; 3. Aufl., 2002, ISBN 3-406-46709-1, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Universität Warschau]] wurde geschlossen. Die führenden Positionen der Verwaltung wurden fortan von Russen besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Manfred Alexander]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; [[Bundeszentrale für Politische Bildung|BpB]], Bonn 2005, ISBN 3-89331-662-0, S. 198–203 (&amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung,&amp;#039;&amp;#039; 537; aktualisierte und erweiterte Ausgabe: Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-017060-1 (Reclams Universal-Bibliothek, 17060)).&lt;br /&gt;
* Gabriela Brudzyńska-Němec: [https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0159-20100921148 &amp;#039;&amp;#039;Polenbegeisterung in Deutschland nach 1830.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Europäische Geschichte Online]], hrsg. vom [[Institut für Europäische Geschichte (Mainz)]], 2011, Zugriff am: 28. November 2011.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Heyde]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Polens&amp;#039;&amp;#039;. [[C. H. Beck Verlag|Beck]], München 2006, ISBN 3-406-50885-5, S. 60–64 (Beck’sche Reihe 2385, C.&amp;amp;nbsp;H. Beck Wissen).&lt;br /&gt;
* [[Jerzy Lerski|George J. Lerski]]: &amp;#039;&amp;#039;Historical Dictionary of Poland, 966–1945.&amp;#039;&amp;#039; Greenwood, Westport CT 1996, ISBN 0-313-26007-9, S. 391–393.&lt;br /&gt;
* Henryk Kocój: &amp;#039;&amp;#039;Preußen und Deutschland gegenüber dem Novemberaufstand 1830–1831.&amp;#039;&amp;#039; Uniw. Śląski, Katowice 1990, ISBN 83-226-0333-9.&lt;br /&gt;
* Alix Landgrebe: &amp;#039;&amp;#039;„Wenn es Polen nicht gäbe, dann müsste es erfunden werden“ – die Entwicklung des polnischen Nationalbewusstseins im europäischen Kontext von 1830 bis in die 1880er Jahre.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 2003, ISBN 3-447-04811-5 (Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Bd. 35; ausführliche Bibliografie ab S.&amp;amp;nbsp;209&amp;amp;nbsp;ff.).&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Michalka]], Erardo C. Rautenberg, [[Konrad Vanja]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Polenbegeisterung. Ein Beitrag im „Deutsch-Polnischen Jahr 2005/2006“ zur Wanderausstellung „Frühling im Herbst. Vom polnischen November zum Deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830–183“.&amp;#039;&amp;#039; Kupfergraben, Berlin 2005, ISBN 3-89181-075-X.&lt;br /&gt;
* Daniela Galas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Solidarność 1830. Niemcy i Polacy po Powstaniu Lispopadowym – Polenbegeisterung. Deutsche und Polen nach dem Novemberaufstand 1830&amp;#039;&amp;#039;. Zamek Królewski, Warschau, und Staatliche Museen, Berlin, 2005/2006, ISBN 83-7022-153-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|November Uprising|Novemberaufstand|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|November Uprising|Novemberaufstand|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.verein-museum-europaeischer-kulturen.de/fih-beschreibung.htm | wayback=20160417150056 | text=Zur Ausstellung „Frühling im Herbst“ des Museums Europäischer Kulturen Berlin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4162722-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novemberaufstand| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unabhängigkeitskrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der polnischen Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der russischen Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1830]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1831]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Litauische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (19. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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