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	<title>Normative Wissenschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T12:56:03Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Normative_Wissenschaft&amp;diff=314626&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;W. Edlmeier am 18. Oktober 2025 um 06:32 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-18T06:32:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Ziel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;normativer Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die allgemeingültige Beantwortung normativer Fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Normativ]]e Fragen sind Fragen nach dem, was sein soll, insbesondere wie gehandelt werden soll und welche [[Wert (Philosophie)|Werte]] und Ziele angestrebt werden sollen. Normative Fragen stellen sich unter anderem in der [[Ethik]], der [[Politik]], der [[Ökonomie]], dem [[Recht]] und der [[Pädagogik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Positive Wissenschaft|positiven Wissenschaften]] ergibt sich in Abgrenzung von den normativen Wissenschaften [[Intersubjektivität|intersubjektive]] Nachprüfbarkeit aus der prinzipiellen Wiederholbarkeit der Feststellungen (z.&amp;amp;nbsp;B. durch ein Experiment) auf der Grundlage dessen, was sinnlich [[Das Gegebene|gegeben]] ist. Deshalb spricht man hier auch von [[empirisch]]en Wissenschaften oder Erfahrungswissenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normative Wissenschaft ist nicht zu verwechseln mit der &amp;#039;&amp;#039;empirischen&amp;#039;&amp;#039; Untersuchung von Normen durch [[Soziologie]], [[Ethnologie]] oder [[Psychologie]]. Während es diesen [[Wissenschaft]]en um die Beschreibung und Erklärung [[Normativ|bestehender Normensysteme]] geht, bemüht sich normative Wissenschaft um die Rechtfertigung und Kritik einzelner Normen und ganzer Normensysteme. Sie stellt eine [[Metatheorie]] dieser Systeme dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft unterscheidet sich von anderen Formen der [[Erkenntnis]]gewinnung dadurch, dass für ihre Ergebnisse nicht nur allgemeine Geltung beansprucht wird, sondern dass dieser Anspruch auch durch intersubjektiv nachvollziehbare [[Argumente]] begründet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beansprucht die Astrologie als Kunst der Sterndeutung für ihre Aussagen zwar auch eine allgemeine, also subjektunabhängige und dauerhafte Geltung, doch fehlt es der Astrologie im Unterschied zur wissenschaftlichen Astronomie an der intersubjektiv nachprüfbaren [[Begründung]] ihrer Aussagen, unabhängig von einem persönlichen [[Evidenz (Philosophie)|Evidenz]]erlebnis des Forschers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Empirismus}} Ist eine normative Wissenschaft möglich? ==&lt;br /&gt;
Normative Fragen lassen sich jedoch allein mit den [[Methode (Erkenntnistheorie)|Methoden]] der Erfahrungswissenschaften (systematische Beobachtung, Experiment etc.) nicht beantworten. Denn man kann zwar sehen, was ist, aber man kann nicht sehen, was sein &amp;#039;&amp;#039;soll&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[David Hume|Hume]] hat darauf hingewiesen, dass man allein aus Aussagen über das, was ist, nicht logisch ableiten kann, was sein soll. Jeder Schluss vom Sein auf ein Sollen ist deshalb ein logischer Fehlschluss, weil das Sollen ein völlig neues [[Bedeutung]]selement ist, das in den faktischen [[Prämisse]]n nicht enthalten ist und folglich auch nicht daraus logisch abgeleitet werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten [[Werturteilsstreit]] Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich weitgehend die [[Positivist]]en durchgesetzt, die eine rein empirische, werturteilsfreie Wissenschaft forderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits blieben die normativen Fragen nach dem richtigen Handeln, nach dem anzustrebenden Guten, nach [[Gemeinwohl]] und [[Gerechtigkeit]] weiter akut. Die extreme Position, dass normative Fragen sinnlos seien, erwies sich da als wenig hilfreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren mehrten sich Stimmen, die darauf hinwiesen, dass normative Sätze der [[Logik]] zugänglich seien und man für oder gegen normative Behauptungen intersubjektiv nachvollziehbar argumentieren könne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Wahrheit]]skriterium der Erfahrungswissenschaften, logische Widerspruchsfreiheit und übereinstimmende Beobachtung, sei zwar auf normative Behauptungen nicht anwendbar, aber schließe wiederum nicht die Existenz &amp;#039;&amp;#039;anderer&amp;#039;&amp;#039; Kriterien der Allgemeingültigkeit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem von [[Jürgen Habermas|Habermas]] wurde in diesem Zusammenhang eine [[Konsenstheorie der Wahrheit]] in die Diskussion eingebracht. Danach ist Kriterium für die Allgemeingültigkeit einer Behauptung, dass sich über diese Behauptung in einer idealen Sprechsituation zwangfrei und nur über Argumente ein allgemeiner [[Konsens]] herstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Habermas bewusst keine [[Methodenlehre]] zur Beantwortung normativer Fragen entwickeln wollte, blieb er jedoch seinen Kritikern die Antwort auf die Frage schuldig, was denn in den normativen Wissenschaften die Rolle der Konsens stiftenden, intersubjektiv übereinstimmenden Beobachtung übernehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit bleibt die Möglichkeit normativer Wissenschaft weiterhin umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stellung innerhalb der Wissenschaft == &lt;br /&gt;
[[Dirk Berg-Schlosser|Berg-Schlosser]] und Stammen unterteilen die Politikwissenschaft in normativ-ontologische Theorieansätze, dialektisch-historische Theorieansätze und empirisch-analytische Theorieansätze.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Dirk Berg-Schlosser, [[Theo Stammen]]| Titel=Einführung in die Politikwissenschaft| Auflage=7| Verlag=[[C.H.Beck]]| Ort=München| Datum=2003| ISBN=3-406-50495-7| Seiten=81| Online=[https://books.google.de/books?id=uT-kfSSVfRQC&amp;amp;pg=PA81 Google Books]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der normativ-ontologische Theorieansatz sowie der dialektisch-historische Theorieansatz haben eine ähnliche methodische Grundhaltung, während sich der empirisch-analytische Theorieansatz deutlich von beiden unterscheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Max Weber]]: &amp;#039;&amp;#039;Methodologische Schriften&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1968&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Habermas]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus]]&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1973&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4790832-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftskategorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;W. Edlmeier</name></author>
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