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	<title>Normativ - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T11:27:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Normativ&amp;diff=261831&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;APPERbot: Bot: zu viel Abstand am Absatzende entfernt, Wikilink formatiert, Referenz in Vorlage:Zitat in Parameter verschoben, Groß-/Kleinschreibung der Vorlage(n) wie durch {{SEITENTITEL:}} vorgegeben</title>
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		<updated>2025-10-17T03:10:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: zu viel Abstand am Absatzende entfernt, Wikilink formatiert, Referenz in Vorlage:Zitat in Parameter verschoben, Groß-/Kleinschreibung der Vorlage(n) wie durch {{SEITENTITEL:}} vorgegeben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist mehrdeutig. Es wird nur für einen Teilbereich der Bedeutungen des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Norm&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|&amp;#039;&amp;#039;norma&amp;#039;&amp;#039;}}, ursprünglich ‚Winkelmaß‘, dann aber auch &amp;#039;&amp;#039;Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift&amp;#039;&amp;#039;) verwendet:&lt;br /&gt;
* [[Soziale Norm]], konkrete Handlungsanweisungen für das [[Sozialverhalten]]&lt;br /&gt;
* [[Normethik]], eine bestimmte Art ethischer Theorien&lt;br /&gt;
* [[Rechtsnorm]], eine gesetzliche Regelung oder Vorschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen diesen drei Bereichen gibt es Überschneidungen und [[Korrelation|Wechselbeziehungen]]. Alle drei Teilbereiche des &amp;#039;&amp;#039;Normativen&amp;#039;&amp;#039; beinhalten [[Regel (Richtlinie)|Regeln]], ein [[Sollen]] und/oder Müssen, vgl. [[Moral]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Gesichtspunkt der Wissenschaftskategorie von normativen Sachverhalten behandlet der Artikel [[Normative Wissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Normativität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in vielen Bereichen übliches Konzept, das u.&amp;amp;nbsp;a. in der [[Philosophie]], in der [[Rechtswissenschaft]] und in den Kultur- und [[Sozialwissenschaft]]en verwendet wird. Es gibt zwei große Gruppen von Gedanken (z.&amp;amp;nbsp;B. Theorien), nämlich deskriptive (beschreibende) und präskriptive (vorschreibende) normative. Mit dieser Dualität beschäftigt sich unter anderem die [[Wissenschaftstheorie]]. Bei einigen Forschungsansätzen ist &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; ein Namensbestandteil (zum Beispiel [[normativ-ontologisch]]e Ansätze).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
Philosophische Normativität gibt an, wie etwas sein sollte (englisch: &amp;#039;&amp;#039;ought&amp;#039;&amp;#039;). Normativ ist in der Philosophie in der Regel dem Attribut [[Phänomenologie (Methodik)|deskriptiv]] (beschreibend) als Beschreibung für Theorien und Begriffe entgegengesetzt. Deskriptive Aussagen sind Sätze über die [[Realität]] und können überprüft und gegebenenfalls auch widerlegt werden ([[Falsifikation]]). Normative Sätze geben vor, wie etwas sein &amp;#039;&amp;#039;soll&amp;#039;&amp;#039;, also wie etwas zu bewerten ist. In der Moralphilosophie wird beispielsweise normativ geklärt, ob etwas gut oder böse ist oder welche [[Handeln|Handlungen]] [[moral]]isch geboten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im 18. Jahrhundert wies [[David Hume]] darauf hin, dass es diesen [[Logik|logischen]] Unterschied zwischen wertenden und beschreibenden Sätzen gibt ([[Humes Gesetz]]). Verschiedene philosophische Schulen beschäftigen sich mit der Frage nach der [[Rationalität]] und objektiven Begründbarkeit normativer Sätze. Während Ansätze wie die von [[Platon]], [[Aristoteles]] über [[Kant]] bis [[Jürgen Habermas|Habermas]] von dieser Möglichkeit ausgehen, bestreiten dies neben anderen die [[Politische Theorie und Ideengeschichte#Empirisch-analytischer Ansatz|empirisch-analytisch]] arbeitenden Schulen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[logischer Empirismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschieden werden muss, besonders wenn der Begriff &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; im Zusammenhang mit Theorien gebraucht wird, zwischen normativen Theorien und [[teleologisch]]en Theorien. Im Gegensatz zu teleologischen Theorien versuchen normative Wissenschaften nicht das tatsächliche Vorgegebensein einer Norm oder eines Zieles an sich zu begründen. Normative Theorien setzten also eine Norm hypothetisch als gegeben voraus, ohne selbst zu begründen, &amp;#039;&amp;#039;warum&amp;#039;&amp;#039; man dieser Norm folgen soll. Allerdings beschreiben normative Theorien z.&amp;amp;nbsp;B., welche Bedingungen gegeben sein müssen oder welche Handlungen vollbracht werden müssen, um eine bestimmte Norm erfüllen zu können. Insofern sind normative Theorien selbst deskriptiv. Der Philosoph und Soziologe [[Georg Simmel]] drückt diesen Sachverhalt so aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Was man normative Wissenschaft nennt, ist tatsächlich nur Wissenschaft vom Normativen. Sie selbst normiert nichts, sondern sie erklärt nur Normen und ihre Zusammenhänge, denn Wissenschaft fragt stets nur kausal, nicht teleologisch, und Normen und Zwecke können wohl so gut wie alles andere den Gegenstand ihrer Untersuchung, aber nicht ihr eigenes Wesen bilden. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Simmel: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung in die Moralwissenschaft. Eine Kritik der ethischen Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; I, S. 321 [https://socio.ch/sim/moral/moral_4.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtswissenschaft ==&lt;br /&gt;
In der [[Rechtswissenschaft]] sind verschiedene Bedeutungsnuancen zu unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hilgendorf2011&amp;quot;&amp;gt;[[Eric Hilgendorf]]: [https://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02150100/Publikationen_Vita/III_126_Was_heisst_normativ.pdf &amp;#039;&amp;#039;Was heißt „normativ“? Zu einigen Bedeutungsnuancen einer Modevokabel.&amp;#039;&amp;#039;] In: Matthias Mahlmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft und Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039;. Festschrift für [[Hubert Rottleuthner]]. Nomos, 2011, S. 45–61, 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Kernbedeutung bedeutet &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; im rechtswissenschaftlichen Gebrauch so viel wie &amp;#039;&amp;#039;bewertend&amp;#039;&amp;#039; und bezieht sich auf Aussagen oder – allgemeiner – Sätze. Danach sind Aussagen wie &amp;quot;Dieser Mensch ist gut&amp;quot; normativ.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hilgendorf2011&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; beschreibt auch alle wertenden oder bewertenden [[Normativer Rechtsbegriff|Rechtsbegriffe]], die in einer gesetzlichen Regelung ([[Rechtsnorm]]) vorkommen, außerdem die Gesamtheit der gesetzlichen Regelungen als normative Ordnung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan-Reinard Sieckmann|Jan Sieckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Recht als normatives System. Die Prinzipientheorie des Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, 2009, ISBN 978-3-8329-4115-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Normativ ist aber auch die gesetzgebende Tätigkeit der Parlamente. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswissenschaft und die Soziologie können als normative Wissenschaften bezeichnet werden, weil sie sich mit Rechtsnormen bzw. [[Soziale Norm|sozialen Normen]] befassen, interdisziplinär beispielsweise im [[Exzellenzcluster Normative Orders]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normativbestimmungen im [[Gesellschaftsrecht]] sind gesetzliche Vorschriften, die den Inhalt der Satzungen juristischer Personen regeln, im [[Arbeitsrecht]] gesetzliche Vorschriften, die die Inhalte eines [[Tarifvertrag]]s regeln, welche die Arbeitsverhältnisse der Tarifgebundenen betreffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Köbler, Gerhard: &amp;#039;&amp;#039;Juristisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 13. Auflage, Vahlen, München 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;tilch2001&amp;quot;&amp;gt;Tilch, Horst/Arloth, Frank (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Rechts-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Beck, München 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verabschiedung einer Satzung oder die Verhandlungen über einen Tarifvertrag sind normative Tätigkeiten, weil sie ihrerseits Normen setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Normatives Tatbestandsmerkmal|Normative Tatbestandsmerkmale]] sind wertausfüllungsbedürftig (mehrdeutig) und erfordern eine juristische oder soziale Bewertung. Ihre Bedeutung ergibt sich aus einer bewertenden [[Auslegung (Recht)|Auslegung]]. Dazu gehören zum Beispiel der Begriff &amp;#039;&amp;#039;fremd&amp;#039;&amp;#039; in {{§|242|stgb|dejure}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]] oder &amp;#039;&amp;#039;Treu und Glauben&amp;#039;&amp;#039; in {{§|242|bgb|dejure}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]].&amp;lt;ref&amp;gt;Creifelds, Carl (Begr.)/Weber, Klaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rechtswörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage, Beck, München 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;tilch2001&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialwissenschaften ==&lt;br /&gt;
In den [[Sozialwissenschaft]]en beschreibt normativ den Teil der [[Gesellschaft (Soziologie)|gesellschaftlichen]] und [[kultur]]ellen Strukturen, der die menschlichen sozialen Aktivitäten reguliert. Trotz vorhandener Regelverstöße (z.&amp;amp;nbsp;B. Verbrechen bei Rechtsnormen) führen diese gesellschaftlichen Normen zu einer [[Homogenität (Soziologie)|homogenen]], relativ stabilen Gesellschaftsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Soziologie bezeichnet man mit normativem Verhalten soziale Handlungen, die beabsichtigen, etwas gesellschaftlich akzeptabel zu machen, es quasi zu normalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Sozialpsychologie]] erforscht den &amp;#039;&amp;#039;[[Konformität#Normativer sozialer Einfluss|normativen sozialen Einfluss]]&amp;#039;&amp;#039;, jenen Einfluss, den Gruppen auf das Verhalten von Individuen ausüben, weil diese nicht durch Verstoß gegen Gruppennormen unangenehm auffallen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Wirtschaftswissenschaft]]en wird zwischen [[positive und normative Ökonomik|positiver und normativer Ökonomik]] unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeiner Sprachgebrauch ==&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; so viel wie &amp;#039;&amp;#039;maßgebend&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;verbindlich&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;als Richtschnur dienend&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/normativ|titel=„normativ“, in: DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |hrsg=[[Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften]]|abruf=2023-05-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Normung ==&lt;br /&gt;
In der [[Normung]] wird &amp;#039;&amp;#039;normativ&amp;#039;&amp;#039; für die Aspekte einer Norm verwendet, die von jedem konformen System eingehalten werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.iso.org/obp/ui#home|titel=Online Browsing Platform (OBP) - Terms and Definitions|hrsg=[[ISO]] |abruf=2023-05-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;#039;iso-iec&amp;#039;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.iso.org/sites/directives/current/part2/index.xhtml&lt;br /&gt;
|titel=ISO/IEC Directives, Part 2, Principles and rules for the structure and drafting of ISO and IEC documents|hrsg=ISO IEC|datum=2021|abruf=2023-05-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://boss.cen.eu/media/BOSS%20CEN/ref/ir3_d.pdf |titel=Geschäftsordnung – Teil 3, Regeln für den Aufbau und die Abfassung von CEN- und CENELEC Publikationen (ISO/IEC Directives — Part 2:2021, modifiziert) |hrsg=[[Europäisches Komitee für Normung|CEN]]-[[CENELEC]] |datum=2022-07 |abruf=2023-05-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Autoritative Erziehung]]&lt;br /&gt;
* [[Hypothese]]&lt;br /&gt;
* [[Politische Theorie und Ideengeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Präskription]]&lt;br /&gt;
* [[Rechtsphilosophie]]&lt;br /&gt;
* [[Wiener Kreis]]&lt;br /&gt;
* [[Wertvorstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Peter Stemmer | Titel=Normativität. Eine ontologische Untersuchung. | Verlag=Gruyter | Jahr=2008 | ISBN=978-3-11-020035-5}}&lt;br /&gt;
* Tatjana Tarkian: &amp;#039;&amp;#039;Moral, Normativität und Wahrheit.&amp;#039;&amp;#039; mentis, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89785-218-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaethik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;APPERbot</name></author>
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