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	<title>Normalarbeitsverhältnis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T04:41:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Normalarbeitsverh%C3%A4ltnis&amp;diff=573581&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-10-21T11:34:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Normalarbeitsverhältnis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein [[Arbeitsverhältnis]] verstanden, das nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als typisch anzusehen ist und dem eine [[Vollzeitäquivalent|Vollzeitbeschäftigung]] aufgrund eines unbefristeten [[Arbeitsvertrag]]s zugrunde liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
In der arbeitspolitischen Fachliteratur bestehen sehr verschiedene, miteinander konkurrierende [[Definition]]en. Der Begriff wurde 1986 von [[Ulrich Mückenberger]] geprägt&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mückenberger: &amp;#039;&amp;#039;Zur Rolle des Normalarbeitsverhältnisses bei der sozialstaatlichen Umverteilung von Risiken.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Prokla.&amp;#039;&amp;#039; 1986, S. 31–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; und von [[Ulrich Walwei]] 1998 erweitert. Walwei hat insgesamt fünf Kriterien genannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Edeltraut Hoffmann, Ulrich Walwei: &amp;#039;&amp;#039;Normalarbeitsverhältnisse: Ein Auslaufmodell?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 410.&amp;lt;/ref&amp;gt; um ein Normalarbeitsverhältnis zu definieren: ein dauerhafter [[Arbeitsvertrag]], eine vollzeitorientierte [[Arbeitszeit]], tarifvertraglich normiertes [[Arbeitsentgelt]], obligatorische [[Soziale Sicherheit|soziale Absicherung]] und [[Direktionsrecht|Weisungsabhängigkeit]] vom [[Arbeitgeber]]. Charakteristisch für das Normalarbeitsverhältnis ist der hohe Standard spezifischer Sicherheitsgarantien und Rechtsansprüche, weshalb ihm eine „Schutzfunktion“ zugesprochen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mückenberger: &amp;#039;&amp;#039;Der Wandel des Normalarbeitsverhältnisses unter Bedingungen einer „Krise der Normalität“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gewerkschaftliche Monatshefte.&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe 4/1989, S. 213.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle anderen Beschäftigungsverhältnisse werden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;atypische Arbeitsverhältnisse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übliche Merkmale eines Normalarbeitsverhältnisses ==&lt;br /&gt;
Ein Normalarbeitsverhältnis ist je nach Definition durch einige der folgenden Merkmale gekennzeichnet:&lt;br /&gt;
# zeitlich unbefristet,&lt;br /&gt;
# ein geregeltes [[Arbeitsentgelt|Entgelt]],&lt;br /&gt;
# nicht selbstständig,&lt;br /&gt;
# Der [[Arbeitnehmer]] arbeitet kontinuierlich für einen [[Arbeitgeber]], unterliegt der [[Direktionsrecht|Weisungsgewalt]] des Arbeitgebers, ist in die betrieblichen Strukturen des [[Unternehmen]]s eingegliedert,&lt;br /&gt;
# [[Pflichtversicherung|sozialversicherungspflichtige]] Beschäftigung,&lt;br /&gt;
# [[Arbeitsplatz]] und [[Wohnung]] des Arbeitnehmers sind räumlich voneinander getrennt,&lt;br /&gt;
# keine [[Leiharbeit]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollzeitbeschäftigung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.iab.de/1406/view.aspx |titel=Zahlen zum Thema „Auslaufmodell Normalarbeitsverhältnis?“ |abruf=2013-03-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
# [[Vollzeitäquivalent|Vollzeitbeschäftigung]] oder zumindest mehr als halbtags,&lt;br /&gt;
# vorhandene [[Interessenvertretung]] für [[Arbeitsbedingungen (Betriebsverfassungsgesetz)|Arbeitsbedingungen]].&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird ein Arbeitsverhältnis, das die ersten drei Kriterien erfüllt, auch als &amp;#039;&amp;#039;Festanstellung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalarbeitsverhältnisse sind von Stabilität und längerer Dauer gekennzeichnet, sie sind für viele Arbeitnehmer die einzige Einkommensquelle und diese daher vom Arbeitgeber besonders abhängig. Bei atypischen Arbeitsverhältnissen fehlt mindestens eines der Merkmale eines Normalarbeitsverhältnisses, die zu [[Arbeitsrecht (Deutschland)|arbeitsrechtlichen]] oder [[sozialversicherung]]srechtlichen Benachteiligungen des Arbeitnehmers führen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Sylvana Schulze-Pfefferkorn: &amp;#039;&amp;#039;Das Arbeitsverhältnis in der Insolvenz.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 17. [https://books.google.de/books?id=vkJkAQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA6&amp;amp;dq=Arbeitsverh%C3%A4ltnis&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Arbeitsverh%C3%A4ltnis&amp;amp;f=false (books.google.de)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu gehören insbesondere [[Altersteilzeit]], [[Befristetes Arbeitsverhältnis]], [[Freier Mitarbeiter|freie Mitarbeiter]], [[geringfügige Beschäftigung]], [[Heimarbeit]], [[Kettenarbeitsverhältnis]], [[Leiharbeit]], [[Minijob]], [[Midijob]], [[Praktikum]], [[Saisonarbeit]] (sofern sie nicht branchenüblich ist), [[Scheinselbständigkeit]], [[Taglöhnerei]], [[Telearbeit]] oder [[Zeitarbeit]]. Atypische Arbeitsverhältnisse ([[prekäre Arbeit]]) entstanden im Rahmen der [[Flexibilisierung]] des [[Arbeitsmarkt]]es, um die [[Arbeitslosigkeit]] zu verringern. Außerdem gibt es Erwerbsformen, die nicht dem Arbeitsrecht unterliegen, z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Dienstverhältnis]] von [[Beamter (Deutschland)|Beamten]], [[Soldat (Deutschland)|Soldaten]] und [[Richter (Deutschland)|Richtern]] sowie die Beschäftigung auf der Grundlage von unbefristeten Dienstverträgen oder sachbezogen definierten [[Honorarvertrag|Honorarverträgen]]. Im allgemeinen Sprachgebrauch gibt es zudem Sonderformen des Arbeitsverhältnisses, zum Beispiel [[Studentenjob]], [[Aushilfstätigkeit]], oder [[Hauspersonal]], auf die die Regeln des Arbeitsrechts aber Anwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Verhältnis der Normalarbeit zum atypischen Beschäftigungsverhältnis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Anteil von atypisch Beschäftigten + Normalbeschäftigten an allen Kernerwerbstätigen.png|alt=|mini|418x418px|Der Anteil von atypisch Beschäftigten und von Normalbeschäftigten an allen Kernerwerbstätigen in Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bundesregierung |Hrsg=Deutscher Bundestag |Titel=Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage - Drucksache 19/13748 |Ort=Berlin |Datum=2017-05-24 |Online=https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/124/1812488.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Anteile verlaufen zueinander entgegengesetzt. &amp;lt;small&amp;gt;(Kernerwerbstätige sind nur Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren, nicht in Bildung/Ausbildung oder einem Wehr-, Zivil- sowie Freiwilligendienst.)&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grundlegende Definition von atypischer Beschäftigung ===&lt;br /&gt;
„Atypische Beschäftigung“ bemisst sich in Deutschland an der Abweichung von einzelnen oder mehreren Kriterien, die das so genannte „Normalarbeitsverhältnis“ auszeichnen. Je nach dessen engerer oder weiterer Definition variiert deshalb auch der Umfang atypischer Beschäftigung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Hartmut Hirsch-Kreinsen, Heiner Minssen |Titel=Lexikon der Arbeits- und Industriesoziologie |Datum=2017 |Seiten=422}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer weltweiten Definition der [[OECD]] umfassen die atypische Arbeitsverhältnisse ({{enS|Non-standard work arrangements}}) auch alle befristeten Anstellungen (Teilzeit wie Vollzeit), Teilzeit mit Arbeitsvertrag, wie auch Selbstbeschäftigte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OECD 2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Statistisches Bundesamt|Statistische Bundesamt]] definiert für Deutschland ein Beschäftigungsverhältnis als Normalarbeitsverhältnis, wenn es mehr als 20&amp;amp;nbsp;Stunden pro Woche voll sozialversicherungspflichtig und unbefristet ausgeübt wird und der Arbeitnehmer direkt in dem Unternehmen arbeitet, mit dem ein Arbeitsvertrag besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;destatis-2017-10-04&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/08/PD15_301_132.html |titel=Normalarbeitsverhältnisse nehmen an Bedeutung zu |hrsg=Statistisches Bundesamt |datum=2015-08-21 |abruf=2017-10-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den atypisch Beschäftigten zählt das Statistische Bundesamt befristet Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden, geringfügig Beschäftigte und Beschäftigte in Zeitarbeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;destatis-2017-10-04&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichtliche Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Eigentlich ist die Bezeichnung „atypisch“ irreführend, die lose Bindung an einen Dienstgeber ist so alt wie die Vorformen der Festanstellung. Und schon in [[Feudalismus|feudalen]] Systemen standen beispielsweise [[Wanderarbeit]]er (wie Taglöhner oder freie Unterhaltungsdienstleister) und [[Handelsreisender|Handelsreisende]] sozial noch unterhalb der [[Leibeigene]]n, die in dieser Abhängigkeit zumindest ein gewisses Maß an sozialer Absicherung erfuhren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Konzept der Normalarbeitsverhältnisse hat sich ab der [[Industrielle Revolution|Industriellen Revolution]] aus dem [[Fordismus|fordistischen]] Wirtschaftsmodell, dem viele Industriestaaten bis in die 1970er Jahre folgten, entwickelt. Sie sind in vielen Ländern heute noch nicht die Regel und haben sich auch in Europa erst durch das Engagement von Gewerkschaften etablieren können. Nach der Definition der OECD sind noch heute ein Drittel aller Arbeitsverhältnisse weltweit der Klasse atypisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OECD 2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Entwicklung atypischer Beschäftigung anhand bei der Bundesagentur für Arbeit als offen gemeldeten Stellen.png|mini|359x359px|Entwicklung atypischer Beschäftigungsformen im Vergleich zu Normalbeschäftigung anhand bei der [[Bundesagentur für Arbeit]] als offen gemeldeten Stellen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bundesregierung |Hrsg=Deutscher Bundestag |Titel=Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage - Drucksache 19/4046 |Ort=Berlin |Datum=2018-08-27 |Seiten=26 |Kommentar=Tabelle zur Frage 7: Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen nach ausgewählten Merkmalen |Online=https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/040/1904046.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;Normalarbeitsverhältnis ist hier definiert als reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in einem unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnis (nicht als Leiharbeitnehmer).&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Normalarbeitsverhältnis war im ausgehenden 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bezüglich Arbeitslohn und Normalarbeitszeiten auf das [[Ernährermodell|männliche Ernährermodell]] zugeschnitten, in dem der Arbeitslohn des Mannes als Familienernährerlohn den Lebensunterhalt der Familie sichern sollte und die Normalarbeitszeiten dem Arbeitnehmer eine weitgehend autonome Gestaltung der [[Freizeit|arbeitsfreien Zeit]] sichern sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wsi-frauenbericht-s131&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.boeckler.de/pdf/wsi_frauenbericht_lang.pdf |titel=Bericht zur Berufs- und Einkommenssituation von Frauen und Männern, im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend |datum=2001-07 |format=PDF; 1,5&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2008-03-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit einigen Jahren sind Normalarbeitsverhältnisse einer Erosion unterworfen, welche sich an der zunehmenden Zahl von Beschäftigten im [[Niedriglohnsektor]], einem gelockerten [[Kündigungsschutz]] und sich vergrößernden [[kollektivvertrag]]slosen Bereichen sowie allgemein in einer Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse niederschlägt. Einstmals [[sozialstaat]]liche Wirtschaftsmodelle werden im Zeitalter der [[Globalisierung]] mehr und mehr von [[Prekariat|Prekarisierung]] bedroht. Gerne wird in diesem Zusammenhang euphemistisch von einer &amp;#039;&amp;#039;[[Angebotspolitik#Instrumente der Angebotspolitik|Deregulierung des Arbeitsmarktes]]&amp;#039;&amp;#039; gesprochen. Nach einer Studie der OECD sind weltweit drei Viertel des OECD-Raumes von einer Zunahme zwischen 1995 und 2010 betroffen, herausragend etwa die [[Slowakei]] mit 50 %, aber auch Deutschland, Österreich und die Niederlande.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OECD 2014&amp;quot; /&amp;gt; Als weiteres Phänomen tritt die [[Scheinselbständigkeit]] hinzu, also arbeitnehmerähnliche Dienstverhältnisse, bei denen aber alle Soziallasten auf den Werktätigen abgewälzt werden. Dieser Missbrauch rechtlicher Vertragsformen trifft insbesondere auch akademische Berufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftliche Hintergründe ===&lt;br /&gt;
Da atypische Beschäftigungsformen in der Regel einen schnelleren Ausgleich [[Arbeitsmarkt|marktbedingter]] Schwankungen von Arbeitsnachfrage und -angebot erlauben als Normalarbeitsverhältnisse, ist in Zeiten erhöhter Arbeitsnachfrage in diesem Bereich mit besonders starken Beschäftigungszuwächsen zu rechnen. Umgekehrt führt ein Sinken der Arbeitsnachfrage hier zu einem schnelleren Beschäftigungsabbau, während Inhaber von Normalarbeitsverhältnissen in der Regel besser vor Arbeitslosigkeit geschützt sind. Befürworter einer Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse führen als Argument (in Analogie zu der Lockerung von [[Kündigungsschutz]]bestimmungen) dauerhaft positive Beschäftigungseffekte an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Reformen des Arbeitsrechts können Nachteile der atypischen Arbeitsverhältnisse gegenüber dem Normalarbeitsverhältnis teilweise ausgeglichen werden. Gelingt dies, können atypische Arbeitsverhältnisse zum einen für Arbeitnehmer attraktiver werden; zum anderen können so die möglicherweise erwartbaren positiven Beschäftigungseffekte einer Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse erlangt werden. Dieser Doppeleffekt ist beispielsweise das Ziel einer Reihe von Richtlinien im Bereich der [[Sozialpolitik der Europäischen Union|EU-Sozialpolitik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachteile atypischer Arbeitsverhältnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atypische Arbeitsverhältnisse sind häufig verbunden mit folgenden Nachteilen:&lt;br /&gt;
* oft kein existenzsicherndes Einkommen&lt;br /&gt;
* oft kein oder erschwerter Zugang zu Weiterbildung&lt;br /&gt;
* oft keine oder geringere berufliche Aufstiegschancen&lt;br /&gt;
* oft [[arbeitsrecht]]liche Benachteiligungen&lt;br /&gt;
* oft geringere [[betriebliche Sozialleistungen]]&lt;br /&gt;
* oft keine oder wenig soziale Absicherung, insbesondere durch diskontinuierliche Erwerbsbiographie&lt;br /&gt;
* häufig wechselnder Arbeitsplatz&lt;br /&gt;
* keine (dauerhaften) sozialen Kontakte am Arbeitsplatz&lt;br /&gt;
* Wettbewerbsnachteile auf dem [[Arbeitsmarkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenmaßnahmen der sozialen Benachteiligung atypisch Beschäftigter ===&lt;br /&gt;
Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen und des Risikos einer starken Erosion der sozialen Absicherung wird hervorgehoben, dass eine gesellschaftliche Diskussion über die Implikationen unterschiedlicher gesellschaftlicher Leitbilder erforderlich sei. Es wird unter anderem für eine alternative Wirtschaftspolitik mit einer Flexibilisierung des Arbeitszeitstandards argumentiert, die Arbeitszeiten zwischen einer langen Teilzeit oder einer Nahezu-Vollzeit sozial absichern. Dabei sollten innerhalb enger Grenzen umgekehrt auch Arbeitszeitverlängerungen möglich sein. Im Fall sozial akzeptierter Umstände wie der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen, der Weiterbildung oder bei bürgerschaftlichem Engagement sei eine gesellschaftliche Unterstützung für die soziale Sicherung angemessen, beispielsweise durch [[Entgeltersatzleistung]]en, wohingegen andere Erwerbsunterbrechungen oder -reduzierungen, etwa für [[Sabbatical]]s, mit geringerer oder ganz ohne Förderung stattfinden könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexandra Wagner |url=http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m0501.pdf |titel=Zur Notwendigkeit der Diskussion über gesellschaftliche Leitbilder. Plädoyer für ein neues Normalarbeitsverhältnis |hrsg=Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Universität Bremen |format=PDF; 97&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2009-11-07}} [http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m0501.pdf#page=21 S. 21 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Erwerbstätigkeit|Arbeit]]&lt;br /&gt;
* [[Arbeit (Sozialwissenschaften)]]&lt;br /&gt;
* [[Flexibilisierung]]&lt;br /&gt;
* [[Erwerbsarmut]] (Working Poor)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
(chronologisch)&lt;br /&gt;
* Rainer Dombois: &amp;#039;&amp;#039;Der schwierige Abschied vom Normalarbeitsverhältnis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Aus Politik und Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 37/1999, S. 13–20.&lt;br /&gt;
* Ulrich Walwei: &amp;#039;&amp;#039;Normalarbeitsverhältnis in Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitbestimmung.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 11, 1999.&lt;br /&gt;
* [[Richard Sennett]]: &amp;#039;&amp;#039;Der flexible Mensch&amp;#039;&amp;#039;, Btb Bei Goldmann, 2000, ISBN 3-442-75576-X.&lt;br /&gt;
* Evelyn Schröer: &amp;#039;&amp;#039;Der Einfluss der Regulierung auf die Verbreitung der Arbeitnehmerüberlassung und ihre arbeitsmarktpolitische Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Diss. Univ. Köln, 2001.&lt;br /&gt;
* Nicole Mayer-Ahuja: &amp;#039;&amp;#039;Wieder dienen lernen? Vom westdeutschen „Normalarbeitsverhältnis“ zu prekärer Beschäftigung seit 1973.&amp;#039;&amp;#039; Edition Sigma, Berlin 2003.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Diekmann]], Ben Jann: &amp;#039;&amp;#039;Erosion der Normalarbeit und soziale Ungleichheit.&amp;#039;&amp;#039; 2004 ([https://boris.unibe.ch/69509/1/vortrag_print.pdf PDF-Datei], 145 kB; ethz.ch).&lt;br /&gt;
* H. Pfarr: &amp;#039;&amp;#039;REGAM-Studie: Atypische Beschäftigung in den Betrieben – eingesetzt zur Umgehung des Kündigungsschutzes?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Betriebs-Berater|Betriebsberater]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 11/2004, S. 602–604.&lt;br /&gt;
* R. Neubäumer, D. Tretter: &amp;#039;&amp;#039;Mehr atypische Beschäftigung aus theoretischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Industrielle Beziehungen]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 3/2008, S. 256–278.&lt;br /&gt;
* Berndt Keller, Hartmut Seifert: &amp;#039;&amp;#039;Atypische Beschäftigung zwischen Prekarität und Normalität. Entwicklung, Strukturen und Bestimmungsgründe im Überblick&amp;#039;&amp;#039;. Forschung aus der [[Hans-Böckler-Stiftung]], Bd. 158. 2013.&lt;br /&gt;
* Gerhard Bosch: &amp;#039;&amp;#039;Normalarbeitsverhältnis.&amp;#039;&amp;#039; In: Hartmut Hirsch-Kreinsen, Heiner Minssen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Arbeits- und Industriesoziologie.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, edition sigma, Baden-Baden 2017, S. 246–250.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://www.faveve.uni-stuttgart.de/fs-soz/inhalte/scripte/ao/druck/ao1druck.html Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses]&amp;#039;&amp;#039;, auf uni-stuttgart.de.&lt;br /&gt;
* [http://www.iab.de/asp/X_info/prepareThema.asp?pkyInfoThema=48 Infoplattform „Atypische Beschäftigung“] des [[Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung|Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung]] (IAB) –  mit Literaturhinweisen, Projekten und aktuellen Links&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;OECD 2014&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
OECD: &amp;#039;&amp;#039;All On Board. Making Inclusive Growth Happen.&amp;#039;&amp;#039; 2014. Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Non-standard employment is widespread.&amp;#039;&amp;#039; S. 33 ([http://www.oecd.org/inclusive-growth/All-on-Board-Making-Inclusive-Growth-Happen.pdf pdf], oecd.org, abgerufen am 27. Februar 2015; dort S. 37);&amp;lt;br /&amp;gt;Definition: {{&amp;quot; |Text=Non-standard work arrangements, including temporary employment (part-time and full-time), part-time jobs on a permanent contract and self-employment. |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Normalarbeitsverhaltnis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologie der Arbeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arbeitsmarkt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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