<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Norbert_Wollheim</id>
	<title>Norbert Wollheim - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Norbert_Wollheim"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Norbert_Wollheim&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T08:33:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Norbert_Wollheim&amp;diff=280058&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Norbert_Wollheim&amp;diff=280058&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-04-19T15:23:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Norbert Wollheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. April]] [[1913]] in [[Berlin]]; † [[1. November]] [[1998]] in [[New York City|New York]]) war Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, ehemaliges Direktoriums-Mitglied des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrats der Juden in Deutschland]] und Funktionär jüdischer Organisationen. Seine 1950 eingereichte Klage gegen die [[I.G. Farben]] auf Entschädigung für die von ihm geleistete [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus]] war das erste Musterverfahren in der deutschen Nachkriegszeit, wenngleich nicht die erste Klage eines ehemaligen Zwangsarbeiters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Norbert Wollheim wuchs in Berlin auf. Er begann ein Studium der [[Rechtswissenschaft]] und [[Nationalökonomie]], das er jedoch 1933 wegen seines jüdischen Glaubens abbrechen musste. Er arbeitete dann in einer Exportfirma der Metallbranche und ließ sich vor Kriegsausbruch 1938 noch zum [[Schweißer]] ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollheim engagierte sich stark im jüdischen Leben und wurde Geschäftsführer des [[Werkleute, Bund deutsch-jüdischer Jugend|Bundes deutsch-jüdischer Jugend]]. Nach den [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogromen 1938]] half er, die [[Kindertransport]]e der Jüdischen Gemeinde nach Großbritannien und Schweden zu organisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dorit B. Whiteman]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwurzelten: jüdische Lebensgeschichten nach der Flucht 1933 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Vorwort William B. Helmreich. Übersetzung Marie-Therese Pitner. Wien : Böhlau, 1995, S. 129f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis 1941 war er verantwortlich für die berufsausbildenden Schulen der [[Reichsvertretung der Juden in Deutschland]] und kümmerte sich als Referent um die handwerkliche Ausbildung der aus ihren Berufen verdrängten jüdischen Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von September 1941 an arbeitete Wollheim bei einer als &amp;#039;&amp;#039;kriegswichtiger Betrieb&amp;#039;&amp;#039; geltenden Transportgerätefabrik in [[Berlin-Lichtenberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. März 1943 wurde Wollheim mit seiner Frau Rosa, geb. Mandelbrod (geb. 1912), seinem Sohn Uriel Peter (geb. 1939) und seiner Schwester Ruth Wollheim (geb. 1910) verhaftet und in das Sammellager für Juden in der Großen Hamburger Straße in [[Berlin]] gebracht, welches unter der Aufsicht der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] stand. Am 12. März 1943 wurde er mit seiner Familie nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] deportiert. Als einziger seiner Familie überlebte er das Vernichtungslager.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erhielt die Häftlingsnummer 107984, wurde in das Lager [[KZ Auschwitz III Monowitz|Auschwitz III Monowitz]] gebracht, wo er im [[Buna-Werke|Buna-Werk IV]] der I.G. Farben als [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeiter]] arbeiten musste und bis zur Evakuierung des Lagers am 18. Januar 1945 blieb. Auf einem [[Todesmarsch]] aus dem von der [[Schutzstaffel|SS]] evakuierten Lager gelang ihm die Flucht, die ihn schließlich nach [[Lübeck]] führte, wo er sich niederließ. Er half, nach dem Krieg das jüdische Leben in Deutschland wieder aufzubauen, und wurde 2. Vorsitzender des &amp;#039;&amp;#039;Zentralkomitees der befreiten Juden&amp;#039;&amp;#039; in der [[Britische Besatzungszone|britischen Zone]] und Mitbegründer der [[Jewish Trust Corporation]] der britischen Zone. Später wählte man ihn zum Vorsitzenden des &amp;#039;&amp;#039;Verbandes der Jüdischen Gemeinden Nordwestdeutschland&amp;#039;&amp;#039; (Britische Zone) und zum Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende September 1951 wanderte Wollheim in die USA nach New York aus, wo er sich zum &amp;#039;&amp;#039;public accountant&amp;#039;&amp;#039;, das heißt [[Wirtschaftsprüfer]] fortbildete. Als solcher arbeitete er bis Mitte der 80er Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war weiterhin ehrenamtlich tätig in Organisationen wie dem US Holocaust Council und der World Federation of [[KZ Bergen-Belsen|Bergen-Belsen]] Survivors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Wochen vor seinem Tod wirkte Wollheim noch bei den Dreharbeiten zum später Oscar-prämierten Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Kindertransport – In eine fremde Welt]]&amp;#039;&amp;#039; mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Wollheim-Prozess ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1950 erhob Wollheim, vertreten durch seinen Anwalt [[Henry Ormond]], die erste Musterklage eines ehemaligen Zwangsarbeiters gegen ein deutsches Industrieunternehmen auf Schadenersatz, Schmerzensgeld und Arbeitslohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klage &amp;#039;&amp;#039;Wollheim gegen IG Farbenindustrie AG i.L.&amp;#039;&amp;#039; wurde von 1950 bis 1953 vor dem [[Landgericht Frankfurt am Main]] verhandelt,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20151221082446/http://www.ifz-muenchen.de/archiv/ed_0422.pdf Fundstelle zu 17 Bänden Prozessmaterialien des Rechtsstreits Norbert Wollheim ./. IG Farben i.L. aus der Hinterlassenschaft des Klagevertreters Henry Ormond im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte in München] (PDF-Datei; 76&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei die Beklagte u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Alfred Seidl]] vertreten wurde. Für den Kläger hielt Rechtsanwalt [[Otto Küster]] ein vielbeachtetes Plädoyer. Das Landgericht verurteilte die IG Farbenindustrie AG i.L. zur Zahlung von 10.000 [[Deutsche Mark|DM]] Schmerzensgeld an Wollheim. Der Prozess wurde in zweiter Instanz vor dem [[Oberlandesgericht Frankfurt am Main]] 1958 durch einen globalen [[Vergleich (Recht)|Vergleich]] beendet, der die Zahlung von insgesamt 30 Millionen DM an mehrere Tausend ehemalige Zwangsarbeiter der IG Farbenindustrie AG vorsah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:FFM Uni-Campus Westend Wollheim-Gedenkstaette 1.jpg|mini|Gedenkstätte auf dem Uni-Campus Westend]]&lt;br /&gt;
Am 2. November 2008 wurde auf dem [[Campus Westend]] der [[Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main|Johann Wolfgang Goethe-Universität]] in [[Frankfurt am Main]] ein von dem Künstler [[Heiner Blum]] gestaltetes Denkmal, das so genannte [[Wollheim-Memorial]], errichtet. Das von [[Hans Poelzig]] entworfene heutige Hauptgebäude der Universität war vor 1945 die [[I.G.-Farben-Haus|Zentralverwaltung der I.G. Farben]]. Der ehemalige Grüneburgplatz vor dem Hauptgebäude der Universität ist in Norbert-Wollheim-Platz umbenannt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Campus-5/Grueneburgplatz-soll-umbenannt-werden-Campus-Westend-bekommt-Norbert-Wollheim-Platz-22235.html?newsletter_id=2069 Journal Frankfurt]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 4. Februar 2015 wurden die neuen Straßenschilder angebracht. Die Universitätsleitung wollte ihre bisherige Postadresse Grüneburgplatz 1 jedoch nicht als Norbert-Wollheim-Platz 1 übernehmen, sondern hat dafür den (eigens verlegten) Theodor-W.-Adorno-Platz 1 gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.fr-online.de/frankfurt/wollheim-platz-norbert-wollheim-platz-enthuellt,1472798,29750754.html |wayback=20160304102411 |text=Frankfurter Rundschau   }} Onlineausgabe vom 4. Februar 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;FAZ, Druckausgabe vom 5. Februar 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Norbert Wollheim: &amp;#039;&amp;#039;Belsen’s Place in the Process of „Death-and-Rebirth“ of the Jewish People.&amp;#039;&amp;#039; In: Irgun Sheerit Hapleita Me’haezor Habriti (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Belsen.&amp;#039;&amp;#039; The Narod Press, London 1957, S. 52–66&lt;br /&gt;
* ders: &amp;#039;&amp;#039;Wir haben Stellung bezogen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Richard C. Schneider|Richard Chaim Schneider]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wir sind da! Die Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Berlin 2000, S. 108–120&lt;br /&gt;
* ders: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Selbstverwaltung in der britischen Zone.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Brenner (Historiker)|Michael Brenner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nach dem Holocaust. Juden in Deutschland 1945–1950.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1995, S. 141–147&lt;br /&gt;
* Festakt zur Einweihung des Wollheim-Denkmals an der Universität Frankfurt: [https://idw-online.de/pages/de/news285220], [https://web.archive.org/web/20061201153737/http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/124919/]&lt;br /&gt;
* Initiative zur Umbenennung des Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz (Frankfurt): [https://www.facebook.com/wollheimplatz/]&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Wiedergutmachung in der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe der [[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]] Sondernummer). R. Oldenbourg, München 1989, S. 303–326&lt;br /&gt;
* Joachim Robert Rumpf: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Wollheim gegen die I.G. Farbenindustrie AG in Liquidation: Die erste Musterklage eines ehemaligen Zwangsarbeiters in der Bundesrepublik Deutschland, Prozess, Politik und Presse.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-631-60131-0 ([http://joachimrumpf.de/zwangsarbeiter.htm Online-Zusammenfassung])&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Juden im 20. Jahrhundert. Eine Geschichte in Porträts&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62292-2, S. 145–183&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.wollheim-memorial.de Internetpräsenz des Norbert Wollheim-Memorials]&lt;br /&gt;
* [https://www.ushmm.org/wlc/en/gallery.php?ModuleId=10005260&amp;amp;MediaType=oi Zwei Websites] mit 2 [[Zeitzeuge]]nberichten Wollheims über [[Kindertransport]] nach England, bei [[USHMM]]&lt;br /&gt;
* faz.net / Hans Riebsamen: [https://www.faz.net/aktuell/politik/geschichte/ns-zwangsarbeit-der-hoelle-von-monowitz-entkommen-18953527.html &amp;#039;&amp;#039;Vor 70 Jahren erstritt der frühere Zwangsarbeiter Norbert Wollheim eine Entschädigung für die Qualen, die ihm in den IG-Farben-Werken zugefügt worden waren. Das Frankfurter Urteil war wegweisend&amp;#039;&amp;#039;] (11. Juni 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117433608|LCCN=n/2011/3487|VIAF=20457484}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wollheim, Norbert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuerberater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsprüfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Judentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlebender des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1998]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wollheim, Norbert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Steuerberater, Mitglied des Zentralrats der Juden&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. April 1913&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. November 1998&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[New York City]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>