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	<title>Nivellierte Mittelstandsgesellschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T08:36:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nivellierte_Mittelstandsgesellschaft&amp;diff=260670&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Florian Blaschke: /* These */ Synonym hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-12-15T05:19:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;These: &lt;/span&gt; Synonym hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nivellierte Mittelstandsgesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein soziologisches Konzept zur Charakterisierung der [[Sozialstruktur]] der [[Bundesrepublik Deutschland]], das 1953 von dem Soziologen [[Helmut Schelsky]] vorgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== These ==&lt;br /&gt;
Schelsky publizierte zum ersten Mal seine These von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft 1953 im Rahmen seiner Studie  &amp;#039;&amp;#039;Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Schelsky |Titel=Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart. Darstellung und Deutung einer empirisch-soziologischen Tatbestandsaufnahme. |Auflage=2 |Verlag=Ferdinand Enke |Ort=Stuttgart |Datum=1954}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff diente zur Kennzeichnung der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland in den Nachkriegsjahren, der er konzedierte, es gäbe „fast keine Bevölkerungsgruppe, fast keine Familie mehr, deren Schicksal nicht in einem sozialen Aufstiegs- oder Abstiegsvorgang bestände […]. Beide Richtungen der sozialen Mobilität wirken aber in der Herausbildung des gleichen sozialen Verhaltens und eines gleichen sozialen Status zusammen: einer sozial standortlabilen, nivellierten, klein bürgerlich-mittelständisch sich verhaltenden Gesellschaftsschicht“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Schelsky |Titel=Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart |Auflage=2 |Seiten=222}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Verweis auf den Soziologen [[Peter Drucker]] und dessen Werk &amp;#039;&amp;#039;The Concept of Corporation&amp;#039;&amp;#039;, New York 1946, beschreibt er diese nivellierte Mittelstandsgesellschaft als eine Gesellschaft, die in ihrem Selbstbewusstsein auf eine Mittellage hin nivelliert (eingeebnet) sei, die von der Überwindung der Spannung zwischen Ober- und Unterschicht lebe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Schelsky |Titel=Wandlungen der deutschen Familie |Seiten=224}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nivellierung des realen wirtschaftlichen und politischen [[Sozialer Status|Status]] folge dabei weitgehend eine Vereinheitlichung der sozialen und kulturellen Verhaltensformen und führe zu einem Lebenszuschnitt, den man, gemessen an der alten [[Soziale Schicht|Schichtenstufung]]  in der unteren Mitte lokalisieren und daher als [[kleinbürger]]lich-[[mittelständisch]] bezeichnen könne. Als Ursache für den Nivellierungsprozess sieht er den universalen Konsum der industriellen und publizistischen Massenproduktion, die bei jedem das Gefühl entwickeln könne „nicht mehr ganz unten zu sein, sondern an der Fülle und dem Luxus des Daseins schon teilhaben zu können“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Schelsky |Titel=Wandlungen der deutschen Familie |Auflage=2 |Seiten=224}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Position eines Schichtenmodells war als Antithese&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Schelsky |Titel=Die Bedeutung des Klassenbegriffes für die Analyse unserer Gesellschaft |Hrsg=Helmut Schelsky: Auf der Suche nach der Wirklichkeit. |Verlag=Diederichs |Ort=Düsseldorf-Köln |Datum=1963 |Seiten=354f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; gegen ältere und laufende Vorstellungen einer [[Klassengesellschaft]] gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vornehmlich beruhten Schelskys Beispiele auf den spezifischen sozioökonomischen Gegebenheiten der deutschen Nachkriegszeit, die ab Mitte der 1950er Jahre in das sogenannte [[Wirtschaftswunder]] mündeten. Politische Maxime des die [[Soziale Marktwirtschaft]] prägenden Wirtschaftsministers und späteren Bundeskanzlers [[Ludwig Erhard]] (CDU) war [[Wohlstand für Alle (Buch)|Wohlstand für Alle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herleitung ==&lt;br /&gt;
Die Entwicklung hin zu einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft hat sich, so Schelsky, in Deutschland bereits seit der [[Zeit des Nationalsozialismus]] abgezeichnet. Sie ist aber generell in den „[[industrie]]ll-[[Bürokratie|bürokratischen]] Gesellschaften“ der westlichen Welt und wahrscheinlich auch in den sozialistischen Gesellschaften des [[Ostblock]]s festzustellen. Schelsky stützte sich bei dieser Argumentation z.&amp;amp;nbsp;T. auf die damals viel rezipierten Nivellierungsannahmen des US-amerikanischen politischen Theoretikers [[James Burnham]], die dieser bereits 1941 in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Das Regime der Manager&amp;#039;&amp;#039; dargelegt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse des Wirtschaftswunders wirkten sich auf die Einstellungen großer Teile der Bevölkerung aus, so dass Schelskys Begriff in der [[Soziologie]], in den [[Massenmedien]] und in der sonstigen [[Öffentliche Meinung|Öffentlichkeit]] vielfach diskutiert und häufig übernommen wurde. Schelsky war damals wohl der bekannteste lebende deutsche Soziologe (ähnlich wie [[Ulrich Beck]] in den 1990er Jahren), was allerdings nicht nur mit seinem Blick für aufkommende Themen, sondern auch mit seinem Organisationstalent und seiner Podiumspräsenz erklärbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seiner Aussage widersprachen u.&amp;amp;nbsp;a. Vertreter einer [[Klasse (Soziologie)|Klassentheorie]], insbesondere [[Marxismus|marxistische]] Wissenschaftler. Zum Beispiel kritisierte der [[Sozialphilosophie|Sozialphilosoph]] [[Leo Kofler]] Schelskys Theorie stark. Der liberale Soziologe [[Ralph Dahrendorf]] lehnte bereits 1957 in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; Schelskys Auffassung ab und betonte die empirisch feststellbaren sozialen Ungleichgewichte. Die Vorstellung einer nivellierten (vereinheitlichten) Gesellschaft hielt er für eine Variante des nationalsozialistischen Konzeptes der [[Volksgemeinschaft]], das ebenfalls von einer quasi-harmonischen Einheit der Gesellschaft ausging und deren soziale Spaltung in Klassen oder Subgruppen leugnete. Auch [[René König]] wandte sich entschieden gegen den Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die bundesrepublikanischen Medien Mitte der [[1960er]] Jahre über Schelskys [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] Vergangenheit berichteten, wurden seine Aussagen damit in Verbindung gebracht. Die Einwände hatten jedoch – auch wegen des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] – bis zur [[Deutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre|68er-Studentenbewegung]] relativ wenig Resonanz in der Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald in den 1970er Jahren der normale wirtschaftliche Krisenzyklus auch in der Bundesrepublik Deutschland für größere soziale Unterschiede sorgte, verlor die zeitbezogene Wendung von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft an Überzeugungskraft und Bedeutung. Im Laufe der [[Globalisierung]] und auf Grund der Verteilungskonflikte einer schwach wachsenden Wirtschaft verschwand er ab den 1970er Jahren fast vollends aus der Öffentlichkeit. Zur Charakterisierung der Sozialstruktur in Deutschland entstand nun z.&amp;amp;nbsp;B. der Begriff [[Zwei-Drittel-Gesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Fahrstuhleffekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Braun (Soziologe)|Hans Braun]] (1989): [http://library.fes.de/jportal/receive/jportal_jparticle_00012102 Helmut Schelskys Konzept der ,nivellierten Mittelstandsgesellschaft‘ und die Bundesrepublik der 50er Jahre], in: [[Archiv für Sozialgeschichte]] 29, S. 199–223.&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/kultur/article2292412/Illusionen-und-Hoffnungen-made-in-Germany.html Illusionen und Hoffnungen made in Germany] – Interview mit [[Hans-Ulrich Wehler]] in: Welt online, 10. August 2008&lt;br /&gt;
* [https://www.das-parlament.de/2009/38/themenausgabe/das-wunderland Das Wunderland. Der westdeutsche Traum von Gerechtigkeit: Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft wurde nie Realität]. Ralf Hanselle. In: [[Das Parlament]], Nr. 38, 14. September 2009&lt;br /&gt;
* [http://archiv.sueddeutsche.apa.at/sueddz/index.php?id=A42184987_OGTPOGWPPHPSWOGSWEORGSCECPGRWOHRTHC/ Die ewige Mitte] – [[Gustav Seibt]] in der [[Sueddeutsche Zeitung|Sueddeutschen Zeitung]] vom 20. Mai 2008 (kostenpflichtig)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologische Zeitdiagnose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialstruktur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgertum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Florian Blaschke</name></author>
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