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	<title>Nikolaus Hartwig - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-03-18T20:06:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Commons hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gartvig NG.jpg|mini|Nikolaus Hartwig (1912)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Hartwig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus von Hartwig&amp;#039;&amp;#039;, {{ruS|Николай Генрихович Гартвиг}}, &amp;#039;&amp;#039;Nikolai Genrichowitsch Gartwig&amp;#039;&amp;#039;; * [[16. Dezember]] [[1857]] in [[Gori]]; † [[10. Juli]] [[1914]] in [[Belgrad]]) war ein russischer Diplomat und Botschafter in [[Geschichte des Iran#Kadscharen|Persien]] und [[Königreich Serbien|Serbien]]. Als engagierter [[Panslawismus|Panslawist]] hatte er starken Einfluss auf die serbische Regierung und unterstützte die expansionistischen Bestrebungen Serbiens gegen das [[Osmanisches Reich|Osmanische Reich]], [[Zarentum Bulgarien|Bulgarien]], [[Fürstentum Albanien|Albanien]] und [[Österreich-Ungarn]]. Diese Bestrebungen gehörten zu den Auslösern des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nikolaus Hartwig wurde als Sohn einer geadelten Familie deutscher Abstammung am 16. Dezember 1857 in Gori, [[Georgien]], geboren. Seine Karriere als Diplomat begann 1875, als er in die Asien-Abteilung eintrat. In der Zeit veröffentlichte Hartwig Artikel in der pro-serbischen russischen Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Nowoje wremja]]&amp;#039;&amp;#039;, in denen er sich unter anderem für ein panslawisches Reich und einen härteren Kurs Russlands im Nahen Osten einsetzte. Diese Publikationen brachten ihm Anerkennung im russischen Generalstab und bei Zar [[Alexander II. (Russland)|Alexander II.]] und führten im Jahr 1900 zu seiner Beförderung zum Leiter der Asien-Abteilung. Er stand dem Außenminister [[Wladimir Nikolajewitsch Graf Lamsdorf|Graf Lamsdorf]] nahe und war 1906 sogar als dessen Nachfolger im Gespräch. Nachfolger Lamsdorfs wurde jedoch Hartwigs Rivale [[Alexander Petrowitsch Iswolski|Alexander Iswolski]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russischer Botschafter in Persien ===&lt;br /&gt;
Iswolski lehnte Hartwigs Wunsch ab, ihn als Botschafter nach [[Konstantinopel]] (heute Istanbul) zu entsenden, und schickte ihn stattdessen in das für Russland politisch weniger „wichtige“ Persische Reich. Nikolaus Hartwig verstand die Berufung zum russischen Botschafter in [[Teheran]] (1906–1908) als eine Zeit im Exil. Er widersetzte sich seinen Vorgesetzten in [[Sankt Petersburg]] und betrieb seine eigene Politik, etwa indem er die Verhandlungen über die Aufteilung Persiens zwischen den Kolonialmächten Großbritannien und Russland im [[Vertrag von Sankt Petersburg (1907)|Vertrag von Sankt Petersburg]] sabotierte und zur Verhinderung eines Umsturzes des persischen Machthabers [[Mohammed Ali Schah]] beitrug: Er ließ die britische Niederlassung von der russisch geführten [[Persische Kosakenbrigade|Kosaken-Brigade]] umzingeln, damit die Briten den Umstürzlern kein Asyl bieten konnten. Der britische Botschafter sprach fortan nicht mehr mit Hartwig. Beide Länder tauschten ihre Botschafter in Teheran aus, um die Persien-Gespräche wieder in Gang zu setzen. Hartwig kam zurück nach St. Petersburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russischer Botschafter in Serbien ===&lt;br /&gt;
1909 musste Außenminister Iswolski infolge der österreichisch-ungarischen [[Annexion Bosniens]] zurücktreten. Er hatte zuvor die Annexion gebilligt, leugnete dies jedoch nachher. Zar [[Nikolaus II. (Russland)|Nikolaus II.]] setzte sich für einen starken Zusammenschluss slawischer Länder unter russischem Einfluss ein und favorisierte deswegen Hartwig als Nachfolger Iswolskis. Auch hier verlor Hartwig einen Machtkampf, und er wurde wieder als Diplomat ins Feld geschickt, diesmal aus strategischen Gründen nach Belgrad. Während seiner Arbeit als Botschafter dort (1909–1914) überschritt er mehrfach den vorgegebenen Rahmen und bestimmte – über seine Freundschaft mit dem serbischen Premierminister [[Nikola Pašić]] – serbische Politik mit. Hartwig war eine Schlüsselfigur bei der 1912 gebildeten Allianz zwischen Serbien, [[Zarentum Bulgarien|Bulgarien]], [[Königreich Griechenland|Griechenland]] und [[Königreich Montenegro|Montenegro]]. Er begriff diesen „[[Balkanbund]]“ im Einklang mit seinem Vorgesetzten, dem russischen Außenminister [[Sergei Dmitrijewitsch Sasonow|Sasonow]], als Instrument gegen Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Attentat von Sarajevo]] am 28. Juni 1914 radikalisierte die politische Stimmung in Südosteuropa. Bei einem Zusammentreffen Nikolaus Hartwigs mit dem österreichischen Minister für Serbien, [[Wladimir Giesl von Gieslingen|Baron von Giesl]], am 10. Juli 1914 erlitt Hartwig einen Herzinfarkt. Die [[Frankfurter Zeitung]] schrieb:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Belgrad, 11. Juli. (W. B.) Der russische Gesandte v. Hartwig stattete gestern Abend dem österreichisch-ungarischen Gesandten Frhrn. v. Giesl einen Besuch ab. Hartwig erschien um 9 Uhr abends im Palais der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft und wurde von Frhrn. v. Giesl in dessen Arbeitskabinett empfangen. Hartwig hatte auf dem Kanapee Platz genommen, während sich Frhr. v. Giesl ihm gegenüber setzte. Während der Konversation, die in einem sehr [[Konzilianz|konzilianten]] Tone geführt wurde, griff v. Hartwig plötzlich mit der Hand nach der Herzgegend, senkte den Kopf und fiel vom Kanapee auf den Fußboden. Frhr. v. Giesl beugte sich sofort zu ihm und ihn auf das Kanapee. Das Botschaftspersonal unternahm alsbald Wiederbelebungsversuche. Nach fünf Minuten war der erste Arzt zur Stelle. Gleich nach dessen Eintreffen gab Herr v. Hartwig seinen Geist auf. Die politische Lage wurde durch den Tod eines der fähigsten Vorkämpfer des russisch-serbischen Standpunktes nicht erleichtert.|Frankfurter Zeitung|‘‘Der große Krieg‘‘, Heft 1, S. 4, Frankfurt 1914}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die serbische Presse veröffentlichte mehrere Artikel, die Österreich eine Vergiftung Hartwigs unterstellten. Auf Wunsch der serbischen Regierung wurde Nikolaus Hartwig in Belgrad beerdigt. Viel serbische Prominenz, einschließlich des Premierministers erschienen zu der Trauerfeier. Baron von Giesl überbrachte der serbischen Regierung am 23. Juli 1914 ein [[Ultimatum]], das nicht vollständig akzeptiert wurde, was zur [[Julikrise]] und schließlich zum Ersten Weltkrieg führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Helmreich, Ernst: &amp;#039;&amp;#039;The Diplomacy of the Balkan Wars, 1912-1913&amp;#039;&amp;#039;. London: Oxford University Press, 1938.&lt;br /&gt;
* Janner Jr., William: &amp;#039;&amp;#039;The Lions of July: Prelude to War, 1914&amp;#039;&amp;#039;. Novato: Presidio Press, 1996.&lt;br /&gt;
* Kazemzadeh, Firuz: &amp;#039;&amp;#039;Russia and Britain in Persia, 1864-1914: A Study in Imperialism&amp;#039;&amp;#039;. New Haven: Yale University Press, 1968.&lt;br /&gt;
* Rossos, Andrew: &amp;#039;&amp;#039;Russia and the Balkans: Inter-Balkan Rivalries and Russian Foreign Policy, 1908-1914&amp;#039;&amp;#039;. Buffalo: University of Toronto Press, 1981.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://amburger.ios-regensburg.de/index.php?id=21692&amp;amp;mode=1 Eintrag] in der [[Erik Amburger|Erik-Amburger]]-Datenbank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste multi&lt;br /&gt;
|AMT=russischer Gesandter in Teheran&lt;br /&gt;
|ZEIT=1906–1908&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Alexis de Speyer]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=Stanislaw Alfonsowitsch Poklewski-Koziell&lt;br /&gt;
|AMT2=russischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister in Belgrad&lt;br /&gt;
|ZEIT2=1909–1914&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=Wassili Sergejewitsch Sergejew&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=[[Grigori Nikolajewitsch Trubezkoi]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=133454916|VIAF=38107456}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hartwig, Nikolaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomat (Russisches Kaiserreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russlanddeutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1857]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1914]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hartwig, Nikolaus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hartwig, Nikolaus von; Hartwig, Nikolai; Gartwig, Nikolai Genrichowitsch (russisch, transkribiert); Гартвиг, Николай Генрихович (russisch); Hartwig, Nicholas&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=russischer Diplomat und Botschafter in Persien und Serbien&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. Dezember 1857&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Gori]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. Juli 1914&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Belgrad]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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