<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Nikolaus_Brender</id>
	<title>Nikolaus Brender - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Nikolaus_Brender"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nikolaus_Brender&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-27T19:04:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nikolaus_Brender&amp;diff=419345&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BernwardAurelian: /* Verlauf */ Verlinkung vorverlegt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nikolaus_Brender&amp;diff=419345&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-22T15:09:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verlauf: &lt;/span&gt; Verlinkung vorverlegt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nikolaus Brender - 2013 (cropped).jpg|mini|Nikolaus Brender&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;im ZDF-Wahlstudio zur Bundestagswahl 2013&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Johannes Edmund Brender&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanity&amp;quot;&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-08 |url=http://www.vanityfair.de/biografien/nikolaus-brender/-1/1641.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Vanity Faces. Nikolaus Brender.&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2018-08-28 03:34:11 InternetArchiveBot}} [[Vanity Fair (Magazin)|Vanity Fair]], 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[24. Januar]] [[1949]] in [[Freiburg im Breisgau]]) ist ein [[Deutschland|deutscher]] [[Fernsehjournalist]] und [[Medienmanager]]. Brender war von April 2000 bis März 2010 Chefredakteur des [[Zweites Deutsches Fernsehen|ZDF]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nichtverlängerung seines Vertrags führte zu einer öffentlichen Diskussion um parteipolitische Einflussnahmen und die Unabhängigkeit des [[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk|öffentlich-rechtlichen Rundfunks]] sowie zu einer [[Normenkontrolle|Normenkontrollklage]] beim Bundesverfassungsgericht, der eine Revision des [[Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland|ZDF-Staatsvertrages]] folgte. [[ZDF-Fernsehrat]] und [[ZDF-Verwaltungsrat]] müssen demnach in ihrer Zusammensetzung „staatsfern“ gestaltet werden, um die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu gewährleisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Pleitgen: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zum-abschied-nikolaus-brenders-wahrhaftigkeit-ist-sein-charakter-1950513.html &amp;#039;&amp;#039;Zum Abschied Nikolaus Brenders: Wahrhaftigkeit ist sein Charakter.&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]], 30. März 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch des [[Kolleg St. Blasien|Kollegs St. Blasien]] studierte Brender [[Rechtswissenschaft|Rechts-]] und [[Politikwissenschaft]] an den Universitäten [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]], [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Universität Hamburg|Hamburg]] und absolvierte 1978 das erste juristische Staatsexamen. In München wurde er Mitglied der [[KDStV Aenania München]] im [[Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen|CV]]. In seiner Jugend war er Mitglied der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]/[[CSU]]-Jugendorganisation [[Junge Union]],&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Leyendecker: [https://www.sueddeutsche.de/156388/631/2769782/Was-nun.html &amp;#039;&amp;#039;Beim ZDF spielt die Politik Macht mit Chefredakteur Brender.&amp;#039;&amp;#039;] [[Süddeutsche Zeitung]], 23. Februar 2009&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;Michael Hanfeld: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/2.1756/zdf-sucht-chefredakteur-mit-dem-zweiten-schwarz-sehen-1774686.html &amp;#039;&amp;#039;Mit dem Zweiten schwarz sehen.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 17. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; heute gehört er keiner Partei an&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.netzeitung.de/medien/1285457.html | wayback=20121105165448 | text=&amp;#039;&amp;#039;Mit dem Zweiten rangelt es sich besser.&amp;#039;&amp;#039;}} [[Netzeitung]], 25. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist auch aus seiner Studentenverbindung ausgetreten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Auf die Gesellschaft einwirken: durch Medien |Hrsg=Cartellverband |Sammelwerk=Academia |Nummer=2/2025 |Seiten=39}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1978 arbeitet Brender als Journalist, zunächst beim [[Südwestfunk]] (bis 1982) und bei der Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; (bis 1980), danach als Redakteur bei den &amp;#039;&amp;#039;[[Tagesthemen]]&amp;#039;&amp;#039;. Von 1984 bis 1989 war er [[ARD]]-Korrespondent für Südamerika mit Sitz in [[Buenos Aires]], danach bis 1993 Auslandschef des [[Westdeutscher Rundfunk|WDR]] und Moderator des &amp;#039;&amp;#039;[[Weltspiegel]]s&amp;#039;&amp;#039;. 1994 wurde er Politik-Chefredakteur beim WDR, 1997 Programmchef des Senders. Vom 1. April 2000 bis zum 31. März 2010 war Brender [[Chefredakteur]] des ZDF.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 bewarb sich Brender um die Intendanz beim [[Westdeutscher Rundfunk|Westdeutschen Rundfunk (WDR)]]. Er zog seine Kandidatur jedoch kurz vor der Wahl durch den WDR-[[Rundfunkrat]] zurück wie auch seine Mitbewerber, der [[Saarländischer Rundfunk|SR]]-Intendant, [[Fritz Raff]], sowie [[Nordwestdeutscher Rundfunk|NDR]]-[[Justiziar]] [[Werner Hahn (Journalist)|Werner Hahn]]. Von Anfang 2012  bis Ende 2013 war Brender Gastgeber der  [[n-tv]]-Interview-Sendung  „Bei Brender!“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/medien/nikolaus-brender-talkt-auf-n-tv-kontroverse-ueber-alles-1.1239330 |titel=Kontroverse über alles |werk=sueddeutsche.de |datum=2011-12-19 |abruf=2018-04-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brender ist mit einer Ärztin verheiratet und hat mit ihr eine Tochter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanity&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroverse um Vertragsverlängerung ==&lt;br /&gt;
=== Verlauf ===&lt;br /&gt;
Im Februar 2009 kündigte die Mehrheit der [[Unionsparteien|unionsnahen]] Mitglieder im 14-köpfigen [[ZDF-Verwaltungsrat]], insbesondere dessen stellvertretender Vorsitzender [[Roland Koch]], an, Brenders bis März 2010 laufenden Vertrag nicht zu verlängern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SPON 20.02.09&amp;quot;&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,608829,00.html &amp;#039;&amp;#039;Polit-Eklat beim ZDF – Kleber attackiert Partei-Seilschaften.&amp;#039;&amp;#039;] [[Spiegel Online]], 20. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Koch begründete seine Kritik in einem Interview mit [[Stefan Niggemeier]] mit fallenden Einschaltquoten in der Informationssparte des ZDF, insbesondere im Vergleich mit denen von ähnlichen Sendungen bei [[Das Erste]] und [[RTL Television]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/im-gespraech-roland-koch-was-haben-sie-gegen-nikolaus-brender-1769495.html &amp;#039;&amp;#039;Im Gespräch: Roland Koch. Was haben Sie gegen Nikolaus Brender?&amp;#039;&amp;#039;] Interview mit [[Stefan Niggemeier]] in der F.A.Z. vom 24. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Niggemeier  äußerte Zweifel an Kochs Begründung der Vertragsbeendigung und warnte vor einem Quotendruck zulasten der Qualität im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fall-brender-es-geht-ums-prinzip-1775460.html &amp;#039;&amp;#039;Es geht ums Prinzip&amp;#039;&amp;#039;] FAZ vom 24. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Dissertation von Inga Wagner&amp;lt;ref&amp;gt;Inga Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Informelle politische Kommunikation. Eine Rekonstruktion des Falls Nikolaus Brender.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS Verlag der Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird dargestellt, dass letztlich der Impuls zur Absetzung Brenders von [[Edmund Stoiber]] ausgegangen war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Erst ging Brender, jetzt geht die Politik |Datum= |Online=https://www.tagesspiegel.de/medien/das-ende-der-parteikratie-im-zdf-erst-ging-brender-jetzt-geht-die-politik/13425614.html |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Moderator des ZDF-[[heute-Journal]]s, [[Claus Kleber]], kritisierte die Entscheidung der Verwaltungsratsmehrheit als politisch motiviert: „Es darf nicht sein, dass parteipolitische Seilschaften wieder versuchen, nach parteipolitischen Kriterien Journalistenposten im ZDF zu bestimmen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;SPON 20.02.09&amp;quot; /&amp;gt; Unterstützt wurde er in einem offenen Protestbrief von allen Hauptredaktionsleitern sowie unter anderem von [[Maybrit Illner]], [[Marietta Slomka]], [[Guido Knopp]], [[Claus Richter (Journalist)|Claus Richter]] und [[Peter Frey (Journalist, 1957)|Peter Frey]]. In dem Schreiben wird unter anderem vor einer „gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität“ und einem „schwerwiegende[n] Eingriff in die [[Rundfunkfreiheit]] gewarnt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609108,00.html &amp;#039;&amp;#039;ZDF-Prominenz will Chefredakteur vor Absetzung durch Union retten.&amp;#039;&amp;#039;] Spiegel Online, 20. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Reihe von Beiträgen der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]], die sich gegen die fortwährende Einmischung von CDU-Politikern wandten, warf der FAZ-Mitherausgeber [[Frank Schirrmacher]] Hessens Ministerpräsident Koch „eine ultimative Entmündigung der Öffentlichkeit“ vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Schirrmacher: [https://www.faz.net/aktuell/der-fall-brender-angriff-auf-das-zdf-1919746.html &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Brender. Angriff auf das ZDF.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 9. März 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da sich Intendant [[Markus Schächter]] für Brenders Vertragsverlängerung eingesetzt hatte, wurde auch er von der CDU kritisiert. Am 13. März 2009 gab Schächter bekannt, ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben zu haben, das die Kompetenzen des Verwaltungsrates bei der Direktorenwahl klären soll, mit dessen Ergebnis jedoch erst nach den Bundestagswahlen im September 2009 gerechnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FAZ 13.03.09&amp;quot;&amp;gt;Michael Hanfeld: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/machtkampf-ums-zdf-er-ist-und-bleibt-mein-kandidat-1928911.html &amp;#039;&amp;#039;Machtkampf ums ZDF. Er ist und bleibt mein Kandidat.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 13. März 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgehen wurde vom 77-köpfigen [[ZDF-Fernsehrat]] unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der allgemeinen Kritik am Verhalten Kochs schlossen sich die früheren [[Freie Demokratische Partei|FDP]]-Bundesvorsitzenden [[Wolfgang Gerhardt]] und [[Otto Graf Lambsdorff]] in der FAZ an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FAZ 13.03.09&amp;quot; /&amp;gt; „Die von Unionsseite angestoßene Debatte ist völlig kontraproduktiv“, meinte Gerhardt. Koch habe mit seinen Äußerungen das Vorurteil der parteipolitischen Einflussnahme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestätigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FAZ 13.03.09&amp;quot; /&amp;gt; Bei der Sitzung des Verwaltungsrats am 27. März 2009 verhinderten Edmund Stoiber ([[CSU]]) und der ehemalige [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]-Bundesgeschäftsführer [[Willi Hausmann]] eine Anhörung von Brender.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Hanfeld: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zdf-verwaltungsrat-brender-wurde-nicht-einmal-angehoert-1923924.html &amp;#039;&amp;#039;Brender wurde nicht einmal angehört.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 30. März 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch andere Politiker der FDP, [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] und der [[Bündnis 90/Die Grünen|Grünen]] übten scharfe Kritik, der SPD-Politiker [[Henning Voscherau]] forderte die SPD-geführten Bundesländer zum Handeln auf: „Sollten die ZDF-Verwaltungsräte sich darüber hinwegsetzen, muss die Causa Brender vors [[Bundesverfassungsgericht|Verfassungsgericht]].“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,662565,00.html &amp;#039;&amp;#039;Politiker stellen sich hinter Brender&amp;#039;&amp;#039;] Spiegel Online vom 21. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Renate Künast]] und [[Jürgen Trittin]] strebten ein [[Normenkontrollverfahren]] vor dem Bundesverfassungsgericht an. Ein entsprechender Antrag solle erarbeitet und den Bundestagsabgeordneten zugeleitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/fernsehen/article5338973/Der-Streit-um-ZDF-Chefredakteur-Brender-eskaliert.html &amp;#039;&amp;#039;Der Streit um ZDF-Chefredakteur Brender eskaliert.&amp;#039;&amp;#039;] Welt Online vom 26. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso schrieben 35 Staatsrechtler, unter anderem die Verfassungsjuristen [[Hans Herbert von Arnim]], [[Hans-Peter Schneider (Rechtswissenschaftler)|Hans-Peter Schneider]], [[Joachim Wieland]], [[Dieter Dörr (Jurist)|Dieter Dörr]] und [[Dieter Birk]], eine Woche vor der geplanten Abstimmung am 27. November 2009 in einem [[Offener Brief|offenen Brief]] an die Mitglieder im Verwaltungsrat des ZDF: „Wir appellieren dringend an die Vernunft und die Sachkompetenz aller Vertreter im Verwaltungsrat. Beteiligen Sie sich nicht an der beabsichtigten staatlichen Einflussnahme auf die Wahl des Chefredakteurs. Die [[Rundfunkfreiheit]] ist eine wichtige Säule unseres demokratischen Staatswesens […]. An dieser Säule wird gerade gesägt, und zwar von einigen Mitgliedern des Verwaltungsrats beim ZDF.“ Es gehe schlicht darum, einen „unabhängigen Journalisten zu verdrängen und den Einfluss der [[Parteipolitik]] zu stärken“ und „wer das Sagen, wer die Macht hat beim ZDF“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,662553,00.html &amp;#039;&amp;#039;35 Verfassungsrechtler warnen Koch.&amp;#039;&amp;#039;] Spiegel Online vom 20. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Abstimmung am 27. November 2009 stimmten nach Angaben des ZDF-Verwaltungsratsvorsitzenden und rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten [[Kurt Beck]] sieben von 14 Mitgliedern für Brender. Die erforderliche Mehrheit von neun Stimmen kam damit nicht zustande, so dass der Ende März 2010 auslaufende Vertrag des ZDF mit Brender nicht verlängert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,663847,00.html &amp;#039;&amp;#039;ZDF-Chefredakteur Brender muss gehen&amp;#039;&amp;#039;], Spiegel Online vom 27. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Nachfolger als ZDF-Chefredakteur wurde [[Peter Frey (Journalist, 1957)|Peter Frey]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reaktionen ===&lt;br /&gt;
Als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und als Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates forderte [[Kurt Beck]] eine Änderung des [[Rundfunkstaatsvertrag]]es.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=dpa | url=https://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-12/peter-voss-austritt-cdu-brender | titel=Parteiaustritt: Peter Voß verlässt CDU wegen Brender-Ablösung | werk=[[zeit.de]] | datum=2009-12-15 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach sollte der Rundfunkstaatsvertrag&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.artikel5.de/gesetze/rstv.html Rundfunkstaatsvertrag (Konsolidierte Fassung)]&amp;lt;/ref&amp;gt; so geändert werden, dass der Verwaltungsrat, dem Beck damals vorstand, den vorgeschlagenen ZDF-Chefredakteur künftig nur noch mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit ablehnen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Intendant des SWR, [[Peter Voß (Journalist)|Peter Voß]], trat nach 35 Jahren aus der CDU aus und warf ihr Verfassungsbruch und einen „Angriff auf die Unabhängigkeit des Senders“ vor. Auch er forderte, den ZDF-Staatsvertrag zu korrigieren: „Da gibt es einige verfassungswidrige Bestimmungen, die man ändern könnte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2318415 | archive-is=20130212061842 | text=&amp;#039;&amp;#039;Aus Empörung: Ex-SWR-Intendant Voß tritt aus CDU aus.&amp;#039;&amp;#039;}} In: &amp;#039;&amp;#039;[[Stuttgarter Nachrichten]]&amp;#039;&amp;#039; vom 15. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Schuldige sah Voß nicht nur den hessischen Ministerpräsident Koch, sondern auch Bundeskanzlerin Merkel: „Merkels Beteiligung ist offensichtlich. Ich bin mir sicher, dass Koch sich ohne den Segen der Bundesregierung nicht durchgesetzt hätte – er war nur das Sprachrohr.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,667209,00.html &amp;#039;&amp;#039;Wegen Brender-Abwahl: Ex-SWR-Intendant Voß tritt aus der CDU aus.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Spiegel Online&amp;#039;&amp;#039; vom 15. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgänger Brenders im Amt, [[Klaus Bresser]], nannte die Entlassung „organisierte Verfassungskriminalität“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wir-wollen-das-fernsehen-zurueck &amp;#039;&amp;#039;Der Griff der Parteien nach ARD &amp;amp; ZDF: Wir wollen das Fernsehen zurück!&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[die tageszeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 9. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der frühere sächsische Ministerpräsident [[Kurt Biedenkopf]] (CDU) forderte eine verfassungsrechtliche Prüfung des ZDF-Staatsvertrages.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/vermischtes/article5535207/Frueherer-SWR-Intendant-Voss-tritt-aus-der-CDU-aus.html &amp;#039;&amp;#039;Protest gegen Brender-Ablösung: Früherer SWR-Intendant Voß tritt aus der CDU aus.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 15. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZDF-Intendant [[Markus Schächter]] bekundete „kein Verständnis“ für die Nichtverlängerung von Brenders Vertrags und erklärte:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die öffentliche Diskussion hat die grundsätzliche Frage des Umgangs zwischen Verwaltungsrat und Intendant aufgerufen. Die Länder als Träger des ZDF haben jetzt die Pflicht, im Rahmen der anstehenden Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/fernsehen/article5351893/Die-Reaktion-des-ZDF-Intendaten-Markus-Schaechter.html &amp;#039;&amp;#039;Im Wortlaut: Die Reaktion des ZDF-Intendaten&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; Markus Schächter.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 27. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er bereits im Oktober „für seine vorbildhafte journalistische Haltung“ den [[Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis]] empfangen hatte, wurde Brender noch vor der geplanten Bekanntgabe seines Nachfolgers vom &amp;#039;&amp;#039;[[Medium Magazin]]&amp;#039;&amp;#039; zum „[[Medium Magazin#Journalist des Jahres|Journalisten des Jahres 2009]]“ gewählt. &amp;#039;&amp;#039;Medium Magazin&amp;#039;&amp;#039;-Chefredakteurin [[Annette Milz]] sprach von einem „überwältigenden Votum“ und „der überzeugendsten Wahl in der Geschichte des Preises“. Die Jury kritisierte, dass Brender „2009 zum Spielball parteipolitischer Interessen wurde“, und verlangte ebenfalls eine Änderung des ZDF-Staatsvertrages.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/fernsehen/article5476010/Geschasster-Brender-wird-Journalist-des-Jahres.html &amp;#039;&amp;#039;ZDF-Chefredakteur: Geschasster Brender wird „Journalist des Jahres“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 9. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brender selbst kritisierte in einem Interview des &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; die parteipolitische Dominanz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und das „Proporzdenken“ der Parteien. Er sprach weiterhin von einem „Spitzelsystem, das davon lebt, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen“, und sagte, einige der Journalisten seien „[[Inoffizieller Mitarbeiter|Inoffizielle Mitarbeiter]]“ der großen Parteien, „wirklich vergleichbar mit den [[Ministerium für Staatssicherheit|IM der DDR]]“. Es seien wenige, aber die wenigen seien immer noch zu viele. Da sei ein „feingesponnenes Netz von Abhängigkeiten“. Er selbst habe versucht, „solche Spione wenigstens von Posten mit echter Verantwortung fernzuhalten“. Bevor er beim ZDF angefangen habe, seien die Telefonproteste von Politikern direkt in der Aktuell-Redaktion gelandet. Das habe er abgestellt. Insbesondere gebe es in der Union ein „dunkles Schattenreich, das sich im Verwaltungsrat eingenistet hat und ihn mittlerweile zu dominieren versucht“. Das [[Bundesverfassungsgericht]] sei „die einzige Institution, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Staatsferne, Form und damit Zukunft sichern“ könne.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679247,00.html &amp;#039;&amp;#039;Brender prangert „Spitzelsystem“ bei Öffentlich-Rechtlichen an.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;Spiegel Online&amp;#039;&amp;#039; vom 20. Februar 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz.de&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Steffen Grimberg |Titel=Stasi-Vergleich von ZDF-Chefredakteur: Spionagejäger Nikolaus Brender |Sammelwerk=die tageszeitung |Datum= |Online=https://taz.de/Stasi-Vergleich-von-ZDF-Chefredakteur/!5147167/ |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Äußerungen Brenders zu internen Spitzelsystemen des Senders reagierte Intendant [[Markus Schächter|Schächter]] mit einer öffentlichen Kritik an Brender. Seine Darstellung sei „in der Sache falsch und in der Form maßlos und inakzeptabel“. Brender diffamiere seine ehemaligen Mitarbeiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel.de&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=http://www.spiegel.de/kultur/tv/spitzel-vorwuerfe-zdf-intendant-ruegt-brender-wegen-spiegel-interview-a-679521.html |titel=„Spitzel“-Vorwürfe: ZDF-Intendant rügt Brender wegen SPIEGEL-Interview |werk=Spiegel Online |datum=2010-02-22 |abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das Mitglied des Fernsehrats Hugo Diederich kritisierte Brenders DDR-Vergleich als unverantwortlich, Kurt Beck als überzogen und unzutreffend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel.de&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustimmung kam dagegen von [[Fritz Pleitgen]], der Brenders Darstellung für zutreffend hielt. Brender distanzierte sich später lediglich von dem Stasi-Vergleich, blieb in der Sache aber bei seiner Darstellung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=ZDF-Chef Nikolaus Brender bedauert Stasi-Vergleich |Sammelwerk=BILD.de |Datum= |Online=https://www.bild.de/politik/2010/bedauert-stasi-vergleich-11586290.bild.html |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Michael Hanfeld]] &amp;#039;&amp;#039;(FAZ)&amp;#039;&amp;#039; verteidigte Brenders Darstellung: Er spreche damit abermals eine bittere Wahrheit über den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus. „Die Parteien formen die Anstalten nach ihrem Willen, machen Personal- und damit Programmpolitik, dafür genehmigen sie den Sendern Gebührenerhöhungen satt und das Ausgreifen ins Internet.“ Der „Machtapparatelogik nach“ sei der „historisch belastete“ IM-Vergleich sehr zutreffend. Schächters Kritik an Brenders Äußerung sei unbegründet, Schächter solle „vielleicht nur einmal sein Organigramm durchgehen und sich an seine erste Wahl erinnern – ein einziges schwarzrotes Postengeschacher, Parteipersonalpolitik in Reinkultur“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Hanfeld |Titel=Brender über das System ZDF: Lauscher auf dem Lerchenberg |Sammelwerk=Frankfurter Allgemeine Zeitung |Datum=2010-02-22 |ISSN=0174-4909 |Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/brender-ueber-das-system-zdf-lauscher-auf-dem-lerchenberg-1653477.html |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Suche eines Nachfolgers für Intendant [[Dieter Stolte]] war die Parteiendominanz deutlich geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20521240.html |titel=ZDF: Der Intendanten-Stadl |hrsg=Der Spiegel |datum=2001-11-05 |abruf=2016-11-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst nach fünf Wahlgängen war im März 2002 [[Markus Schächter]] zum neuen Intendanten gewählt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.tagesspiegel.de/wunder-vom-lerchenberg/296652.html |titel=Wunder vom Lerchenberg |hrsg=[[Tagesspiegel]] |datum=2002-03-11 |abruf=2023-03-07 |autor=  |archiv-url=https://web.archive.org/web/20161115212538/http://www.tagesspiegel.de/wunder-vom-lerchenberg/296652.html |abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch für [[Steffen Grimberg]] &amp;#039;&amp;#039;(taz)&amp;#039;&amp;#039; „beschreibt Brender in der Sache durchaus die Realität“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz.de&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Artikel bei &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt|der WELT]]&amp;#039;&amp;#039; kritisierte [[Bettina Röhl]] Brenders Selbstgerechtigkeit, sein Verhalten sei „parteiisch, egomanisch und paranoid“. Er selbst habe politische Interessen etwa gegen eine kritische Darstellung der Vergangenheit Joschka Fischers durchgesetzt, unangenehme Redakteure gemaßregelt und als „Oligarch“ die Pressefreiheit zum eigenen Nutzen missbraucht. Nun „schleime“ sich Brender dem Bundesverfassungsgericht „widerwärtig an“, um mindestens „moralisch wieder inthronisiert“ zu werden. „Roland Koch entpuppt sich regelrecht als Retter des Grundgesetzes, wenn man den journalistischen Offenbarungseid, den Brender jetzt im Spiegel ablegt, betrachtet. Nach dieser Selbstdekuvrierung Brenders steht fest, dass Brender bisher der falsche Mann auf dem Posten des ZDF-Chefredakteurs war und unter keinen Umständen eine dritte Amtszeit erhalten durfte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bettina Röhl |url=https://www.welt.de/debatte/weblogs/Sex-Macht-und-Politik/article6527366/Brender-parteiisch-egomanisch-und-paranoid.html |titel=Brender – parteiisch, egomanisch und paranoid: ZDF - WELT |werk=Die Welt |datum=2010-02-24 |abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. März 2014 erklärte das Bundesverfassungsgericht den ZDF-Staatsvertrag in Teilen für verfassungswidrig. Zuvor hatten die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hamburg geklagt. In der Urteilsbegründung verwies der stellvertretende Vorsitzende, [[Ferdinand Kirchhof]], auf die im Grundgesetz verankerte freie Berichterstattung der Medien. Diese sei durch die hohe Anzahl von Politikern und staatsnahen Personen im ZDF-Fernsehrat und ZDF-Verwaltungsrat nicht gegeben. In seinem Urteil beschränkte das BVerfG den Anteil staatsnaher Personen und Politiker im ZDF-Fernsehrat auf ein Drittel (zuvor 44 %). Im ZDF-Verwaltungsrat darf die betreffende Interessensgruppe maximal 6 Personen stark sein (insgesamt 14 Verwaltungsratsmitglieder, also 42,8 % von 14 – gerundet: 43 Prozent – gegenüber früher 44 Prozent). Darüber hinaus darf die betreffende Interessensgruppe „keinen bestimmenden Einfluss“ auf die Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrats ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritiker sind jedoch nach der Novellierung des Staatsvertrags der Meinung, dass der Staat nach wie vor einen zu großen Einfluss ausübe, die Position der Regierungsparteien gegenüber der Opposition sei zu stark, wichtige Repräsentanten der Gesellschaft fehlten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Politik regiert weiter mit |Datum= |Online=https://www.tagesspiegel.de/medien/neuer-zdf-staatsvertrag-die-politik-regiert-weiter-mit/11442026.html |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Andreas Paulus]] formulierte in der Urteilsverkündung des Gerichts eine abweichende Meinung: Das Urteil werde seinem eigenen Maßstab nicht gerecht, die Meinungen der Gesellschaft im Rundfunkrat abzubilden. Seiner Meinung nach ist die Beteiligung von Mitgliedern der Exekutive grundsätzlich schädlich, eine Drittelquote zu hoch. „Wenn die Aufsichtsgremien von Rundfunk und Fernsehen von denen beherrscht werden, deren Kontrolle sie unter anderem ermöglichen sollen, ist damit eine Beeinträchtigung ihrer Funktion verbunden. Durch die Möglichkeit der Entsendung von Exekutivvertretern definiert das Urteil die Staatsgewalt von einer Bedrohung der Vielfalt zu einem Element ebendieser Vielfaltsgewährleistung um.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bundesverfassungsgericht (BverfG): 1 BvF 1/11 vom 25. März 2014, Absatz-Nr. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Paulus kritisierte im Urteilstext ebendies Urteil als „einen utopischen, kaum überprüfbaren Maßstab für die Ausübung des erteilten Mandats“ für die ZDF-Gremien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablehnung einer Teilnahme an einer Fernseh-Diskussion mit AfD-Vertretern durch Regierungspolitiker der SPD und Grüne im Januar 2016 kritisierten Brender und andere als Versuch einer Einmischung der Politik in die Entscheidungen des Senders. Michael Hanfeld kommentierte in der &amp;#039;&amp;#039;FAZ&amp;#039;&amp;#039;: „Das ZDF-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben Grüne und SPD im Südwesten längst vergessen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Hanfeld |Titel=Elefantenrunde im SWR: Das ist ja wirklich mainzigartig! |Sammelwerk=Frankfurter Allgemeine Zeitung |Datum=2016-01-22 |ISSN=0174-4909 |Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/gruene-und-spd-gestalten-den-streit-um-den-swr-als-farce-14029065.html |Abruf=2016-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Während der sogenannten „[[Elefantenrunde]]“ (Berliner Runde) mit den wichtigsten Parteivorsitzenden bzw. Spitzenkandidaten nach den vorgezogenen [[Bundestagswahl 2005|Bundestagswahlen]] am 18. September 2005 erwarb Brender sich als Co-Moderator durch seine standhafte Haltung gegenüber [[Gerhard Schröder]]s Vorwürfen der Parteilichkeit auch beim [[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk|öffentlich-rechtlichen Rundfunk]] in der Öffentlichkeit zum Teil Respekt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Ditz: [https://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,375282,00.html &amp;#039;&amp;#039;TV-Elefantenrunde. Kanzler im Siegesrausch.&amp;#039;&amp;#039;] [[Spiegel Online]], 18. September 2005&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;[https://www.welt.de/print-welt/article165865/Ich-bin-nicht-bloeder-als-Sie.html &amp;#039;&amp;#039;Gesprächsauszüge aus der Berliner Runde.&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Welt]], 20. September 2005&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;[https://www.welt.de/print-welt/article165864/Wer-stoerend-im-Weg-stand-hat-es-halt-abgekriegt.html &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Brender zur Medienschelte des Kanzlers.&amp;#039;&amp;#039;] Die Welt, 20. September 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als verantwortlicher Redakteur geriet Brender für die Kürzung und Sendung eines Interviews am 28. Dezember 2005 in der Nachrichtensendung &amp;#039;&amp;#039;[[Heute-Journal|heute-journal]]&amp;#039;&amp;#039; mit dem Entführungsopfer [[Susanne Osthoff]] in die Kritik, das im Vorfeld zunächst als „Mediencoup“ und „[[Scoop (Journalismus)|Scoop]]“ angekündigt wurde. In einem Beitrag der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|F.A.Z.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Bahners: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/susanne-osthoff-bearbeitet-1282045.html &amp;#039;&amp;#039;Susanne Osthoff. Bearbeitet.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 30. Dezember 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde Brender zum Vorwurf gemacht, dass er zwar Osthoffs durch die 25-tägige Geiselhaft in Mitleidenschaft gezogene seelische Verfassung erkannt, aber dennoch nicht zu ihrem Schutz berücksichtigt habe. Gegenüber der FAZ&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Hanfeld: [https://www.faz.net/aktuell/politik/entfuehrung-der-fall-osthoff-1308080.html &amp;#039;&amp;#039;Entführung. Der Fall Osthoff.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ, 23. Januar 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; argumentierte Brender mit dem [[Öffentliches Interesse|öffentlichen Interesse]] und mit dem Hinweis darauf, dass mit Osthoff fünf Vorgespräche geführt worden waren. Nach der Sendung des ZDF-Interviews nahm die [[ARD]] vorläufig davon Abstand, Osthoff zu interviewen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/medien/ard-verzichtet-vorerst-auf-osthoff-interview/671778.html &amp;#039;&amp;#039;ARD verzichtet vorerst auf Osthoff-Interview.&amp;#039;&amp;#039;] [[Tagesspiegel]], 2. Januar 2006&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;{{Webarchiv | url=http://www.netzeitung.de/medien/375481.html | wayback=20121105165453 | text=&amp;#039;&amp;#039;ARD will vorerst kein Osthoff-Interview.&amp;#039;&amp;#039;}} [[Netzeitung]], 2. Januar 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1988 [[Grimme-Preis|Adolf-Grimme-Preis]] mit Gold (für &amp;#039;&amp;#039;Lebend verbrannt&amp;#039;&amp;#039;, zusammen mit [[Florian Pfeiffer]])&lt;br /&gt;
* 1990 [[Bayerischer Fernsehpreis]]&lt;br /&gt;
* 2009 [[Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/kultur/brender104.html | wayback=20090329144308 | text=&amp;#039;&amp;#039;ZDF-Chefredakteur für Qualität und Unabhängigkeit geehrt.&amp;#039;&amp;#039;}} [[tagesschau.de]], 27. März 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2009 Ehrung zum „[[Journalist des Jahres (Deutschland)|Journalisten des Jahres]]“ durch das [[Medium Magazin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=10763416.html &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Brender ist „Journalist des Jahres“.&amp;#039;&amp;#039;] [[bild.de]], 9. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Die „Causa Brender“. Vom öffentlichen Streit um die Vertragsverlängerung des ZDF-Chefredakteurs zur Diskussion um den politischen Einfluss auf den Rundfunk.&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaft.Wirtschaft.Politik (GWP), 59.&amp;amp;nbsp;Jg. (2010), Heft&amp;amp;nbsp;1, S.&amp;amp;nbsp;111–119, {{ISSN|0016-5875}}.&lt;br /&gt;
* Inga Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Informelle politische Kommunikation. Eine Rekonstruktion des Falls Nikolaus Brender.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS Verlag der Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=111 | wayback=20100205060752 | text=Informationen über Nikolaus Brender}}, ZDF&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Nikolaus-Brender-ZDF;art693,2751733 | wayback=20090317081249 | text=&amp;#039;&amp;#039;Wer ist Nikolaus Brender?&amp;#039;&amp;#039;}}, [[Tagesspiegel]], 15. März 2009, von [[Bernd Gäbler]]&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000021156|||Internationales Biographisches Archiv 05/2010 vom 2. Februar 2010 (ff), Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 51/2011}}&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0996540}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-geschichten/video-eine-zeitreise-in-interviews--nikolaus-brender--100.html WDR Geschichte(n) – Eine Zeitreise in 14 Interviews: Nikolaus Brender]&amp;#039;&amp;#039;. WDR Fernsehen, 13. Oktober 2018, 60 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Fernseh-Reportage&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Große Solidarität – ZDF wehrt sich gegen politische Intrigen.&amp;#039;&amp;#039; Fernseh-Reportage, Deutschland, 2009, 8:56 Min., Buch und Regie: Grit Fischer, Josy Wübben, Produktion: [[Norddeutscher Rundfunk|NDR]], [[Zapp (Magazin)|Zapp]], Erstsendung: 25. Februar 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Osthoff-Interview&lt;br /&gt;
* [https://www.taz.de/pt/2005/12/30/a0168.nf/text.ges,1 &amp;#039;&amp;#039;Vermummt und wirr.&amp;#039;&amp;#039;] [[Die tageszeitung|taz]], 30. Dezember 2005&lt;br /&gt;
* [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/susanne-osthoff-bearbeitet-1282045.html &amp;#039;&amp;#039;Bearbeitet. Die verwirrte Susanne Osthoff ist ein Produkt des ZDF.&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]], 30. Dezember 2005, von [[Patrick Bahners]]&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Verstehen-Sie-3404318.html &amp;#039;&amp;#039;„Verstehen Sie?“ Der Fall Susanne Osthoff und die Medien.&amp;#039;&amp;#039;] [[Telepolis]], 3. Januar 2006, Interview-Analyse, Medien- und ZDF-Kritik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Chefredakteure des ZDF}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1012411664|LCCN=|VIAF=171327819}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Brender, Nikolaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (ZDF)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im CV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1949]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grimme-Preisträger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Brender, Nikolaus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Brender, Nikolaus Johannes Edmund (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Journalist, Chefredakteur des ZDF&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. Januar 1949&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Freiburg im Breisgau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BernwardAurelian</name></author>
	</entry>
</feed>