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	<title>Nigerdelta - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-12-11T20:02:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nigerdelta NASA.jpg|mini|Nigerdelta (Space Shuttle-Bild)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nigerdelta&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Niger-Delta&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist das [[Mündungsdelta]] des [[Niger (Fluss)|Nigers]] in [[Nigeria]]. Der westafrikanische Fluss mündet westlich der Stadt [[Port Harcourt]] in den [[Golf von Guinea]]. Die Fläche des Deltas beträgt ungefähr 70.000&amp;amp;nbsp;km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;,&amp;lt;ref&amp;gt;Ogba, C. Okoko, Utang, Pius B. [http://www.fig.net/pub/fig2007/papers/ts_7b/ts07b_06_ogba_utang_1342.pdf Vulnerability And Adaptations Of Nigeria’s Niger Delta Coast Settlements To Sea Level Rise] (PDF-Dokument; 3,1&amp;amp;nbsp;MB) (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Breite über 200&amp;amp;nbsp;km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Niger Delta OSM.png|mini|Karte des Deltas mit den Einzugsgebietsgrenzen (gelb)]]&lt;br /&gt;
Der Fluss Niger fließt lange nach Nordost und Südost und orientiert sich auf seinen grob etwa 500 letzten Kilometern in Generalrichtung Süden. Wenn der Niger das Delta erreicht, teilt er sich fächerförmig auf. Dabei haben sich zwei Hauptarme herausgebildet: ein westlicher Arm, der [[Forcados (Fluss)|Forcados]] und ein östlicher Arm, der [[Nun (Fluss)|Nun]], der allerdings tatsächlich eher in südsüdwestliche Richtung fließt. Im Mündungsdelta reicht die Fließrichtung zuletzt von Richtung 4 bis 9 Uhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der [[Mündung (Gewässer)|Mündung]] des Niger fließen im Jahresdurchschnitt etwa 30.000&amp;amp;nbsp;m³ Wasser pro Sekunde in den [[Südatlantik]]. Die Küste des Deltas ist relativ glatt (keine größeren Küstenzungen) und hat etwa die Form eines Drittelkreises. Das Nigerdelta beherbergt die größten [[Mangrove (Ökosystem)|Mangrovenwälder]] des afrikanischen Kontinents. Sie belegen eine Fläche von ca. 11.130 km² entlang des Küstensaums und dehnen sich bis weit ins Hinterland aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Elijah I. Ohimain: [http://www.mwen.info/docs/imwa_2003/imwa_2003_503-517.pdf Environmental Impacts of oil mining activities in the Niger Delta Mangrove Ecosystem] Publikation zum 8th International Congress on Mine Water &amp;amp; the Environment, Johannesburg, South Africa (PDF-Dokument; 175&amp;amp;nbsp;kB) (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte und bedeutendste Stadt im Nigerdelta ist [[Port Harcourt]] mit über 3,3 Millionen Einwohnern (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.macrotrends.net/cities/22018/port-harcourt/population macrotrends]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie ist die Hauptstadt des Bundesstaats [[Rivers]]. Die [[Niederschläge|Niederschlagsmenge]] in Port Harcourt ist mit über 2400&amp;amp;nbsp;mm sehr hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Apoi Creek Forest Reserve]], der [[Oguta-See]] und das [[Upper Orashi Forest Reserve]] wurden 2008 in die Liste der [[Feuchtgebiet]]e von internationaler Bedeutung gemäß der [[Ramsar-Konvention]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.ramsar.org/cda/en/ramsar-pubs-notes-annotated-ramsar-16114/main/ramsar/1-30-168%5E16114_4000_0__ | wayback=20131012032413 | text=The Annotated Ramsar List: Nigeria}} (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Niger bildet auch in seinem Mittellauf ein Delta, wo er im Staat [[Mali]] – bei nordöstlicher Fließrichtung – ein ausgedehntes [[Moor]]gebiet erreicht. Dieses [[Binnendelta]] bei der Stadt [[Mopti]] und die umliegende Landschaft wird [[Massina]] oder Macina genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ölförderung ==&lt;br /&gt;
Aus 5000 Bohrquellen werden im Nigerdelta pro Tag mehr als zwei Millionen [[Barrel#Erdöl- und Gasindustrie|Barrel]] Öl gefördert und in 7000 Kilometern Rohrleitungen verteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftd&amp;quot;/&amp;gt; Beteiligte Unternehmen sind [[Royal Dutch Shell|Shell]], [[Chevron Corporation|Chevron]], [[ExxonMobil]] und [[TotalEnergies|Total]], die teils in [[Joint Venture]]s mit dem nigerianischen Staat agieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Niger-Fluss.jpg|mini|Flusslauf des Niger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umwelt ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ölkatastrophe im Nigerdelta}}&lt;br /&gt;
Die Umwelt wird enorm durch [[Pipeline]]s bzw. durch die [[Erdöl]]förderung verschmutzt, somit leiden auch die [[Mangrove (Ökosystem)|Mangrovensümpfe]] und deren Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer im August 2011 veröffentlichten Studie der [[UNEP]] würde eine Sanierung der verschmutzten Regionen bis zu 30 Jahre dauern und mindestens eine Mrd. Dollar benötigen; für die Bereitstellung dieses Kapitals schlug die UNEP die Bildung eines [[Hilfsfonds|Fonds]] vor, welcher von der nigerianischen Regierung und den verantwortlichen Mineralölunternehmen finanziert werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.unep.org/dnc/Portals/155/countries/nigeria/press_release_ogoniland_en.pdf UNEP Ogoniland Oil Assessment Reveals Extent of Environmental Contamination and Threats to Human Health]&amp;#039;&amp;#039;, Pressemitteilung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen vom 4. August 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/niger-delta-uno-geisselt-oelkonzerne--48268277.html badische-zeitung.de, &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten, Ausland&amp;#039;&amp;#039;, 6. August 2011, Johannes Dieterich: &amp;#039;&amp;#039;Niger-Delta: UNO geißelt Ölkonzerne&amp;#039;&amp;#039;] (7. August 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2013 führten die genannten Missstände zur Klassifizierung des Deltas unter den &amp;#039;&amp;#039;Top 10 der am stärksten verseuchten Gebiete der Erde&amp;#039;&amp;#039; durch das [[Blacksmith Institute]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.worstpolluted.org/docs/TopTenThreats2013.pdf Top Ten Threats 2013.pdf] des Blacksmith Institutes&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2021 sprach der [[Oberster Gerichtshof des Vereinigten Königreichs|Oberste Gerichtshof Großbritanniens]] den Bewohnern des Nigerdeltas das Recht zu, Royal Dutch Shell vor britischen Gerichten wegen Umweltverschmutzung zu verklagen. Zuvor hatte bereits ein Berufungsgericht im niederländischen [[Den Haag]] ähnlich entschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-02/umweltverschmutzung-shell-nigeria-bauern-klage-oel-leck| titel=Nigerianer können Shell in England verklagen | werk=[[Zeit online]]| datum=2021-02-12| abruf=2021-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Illegale / unfachmännische Raffinerien ===&lt;br /&gt;
Eine weitere und nicht unerhebliche Ursache der Umweltverseuchung im Nigerdelta sind illegale Raffinerien&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Nigeria&amp;#039;s illegal oil refineries: Dirty, dangerous, lucrative |Datum=2022-04-26 |Online=https://www.bbc.com/news/world-africa-61216157 |Abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, die für Ortsansässige oft die letzte verbliebene Möglichkeit zum Broterwerb darstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Moritz Frischkorn, Robin Hinsch |Titel=Eine Reportage aus dem Niger-Delta : Delta Christmas Trees |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2020-02-20 |ISSN=0931-9085 |Online=https://taz.de/!170380/ |Abruf=2024-03-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Pipelines oder von verlassenen Probebohrungen (wie bei der Den Haager Gerichtsentscheidung, siehe voriges Kapitel) illegal und unfachmännisch abgezapftes Erdöl&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tife Owolabi |url=https://www.reuters.com/world/africa/nigeria-oil-pipeline-blast-kills-least-one-niger-delta-2023-03-03/ |titel=Blast at Shell&amp;#039;s Nigeria oil pipeline kills 12 - police |werk=Reuters |datum=2023-03-03 |sprache=en |abruf=2024-03-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird über einem Feuer erhitzt. Die daraus aufsteigenden leichten Bestandteile wie [[Kerosin]] oder [[Dieselkraftstoff|Diesel]] werden mit einer Haube abgefangen, auf Umgebungstemperatur gekühlt und in Fässer geleitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Dabei bleiben unweigerlich und in ähnlich großen Mengen die schwereren Bestandteile übrig, das [[Schweröl]]. (In professionellen Raffinerien wird das Schweröl mit riesigen Anlagen in leichtere Bestandteile „[[Cracken|gecrackt]]“, dazu fehlt bei den „artisan refiners“ jedoch das Kapital und die Fachkenntnis. Das Cracking wird in Nigeria erst seit Dezember 2023 in Testläufen der Raffinerien in [[Dangote-Raffinerie|Lagos]] und [[Port Harcourt]] durchgeführt.) Es gibt keine Entsorgungsmöglichkeit und der Transport dahin durch das Labyrinth seichter Wasserwege wäre auch zu umständlich und kostspielig, darum entsorgt man das Schweröl dort, wo es entsteht: in den Mangrovenwäldern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da zu den leichteren Bestandteilen des Erdöls auch die explosiven Gase [[Propan]] und [[Butan]] gehören, kommt es regelmäßig zu Unfällen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tife Owolabi |url=https://www.reuters.com/world/africa/blast-illegal-nigerian-oil-refinery-kills-37-people-2023-10-03/ |titel=Blast at illegal Nigerian oil refinery kills 37 people |werk=Reuters |datum=2023-10-03 |sprache=en |abruf=2024-03-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.aljazeera.com/news/2023/10/3/several-killed-in-blast-at-illegal-oil-refinery-in-nigeria-report |titel=At least 18 killed in blast at illegal oil refinery in Nigeria: Report |sprache=en |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, von der Gefahr durch explosive Dämpfe flüchtiger Kohlenwasserstoffe (wie Benzin) ganz abgesehen. Viele der „handwerklichen Raffinierer“ tragen darum auch Brandwunden und können von Kollegen berichten, die ihr Handwerk das Leben gekostet hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Da sie auch nicht Schwermetalle und Schwefelverbindungen aus der zähen, schwarzen Brühe extrahieren, ist der Kontakt des Schweröls mit der Haut gesundheitsgefährdend. Viele Bewohner des Nigerdeltas sind krank, auch im entfernten [[Port Harcourt]] klagen Menschen über die Umweltverseuchung. 2017 und 2018 wurde in Port Harcourt eine hohe Belastung der Luft durch Rußteilchen festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Okhumode H. Yakubu |Titel=Particle (Soot) Pollution in Port Harcourt Rivers State, Nigeria—Double Air Pollution Burden? Understanding and Tackling Potential Environmental Public Health Impacts |Sammelwerk=Environments |Band=5 |Nummer=1 |Datum=2018-01 |ISSN=2076-3298 |DOI=10.3390/environments5010002 |Seiten=2 |Online=https://www.mdpi.com/2076-3298/5/1/2 |Abruf=2024-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tom Zeller Jr |url=https://undark.org/2018/10/22/air-pollution-lagos/ |titel=Amid Pollution and Political Indifference, Nigerians Struggle to Catch Their Breath |datum=2018-10-22 |sprache=en-US |abruf=2024-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Guardian Nigeria |url=https://guardian.ng/sunday-magazine/air-pollution-rivers-resident-decry-invasion-by-black-soot/ |titel=Air pollution: Rivers resident decry invasion by black soot |datum=2017-02-19 |sprache=en-US |abruf=2024-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb eines Zeitraums von 450 Tagen war die Luft in Port Harcourt nach der Klassifizierung der [[Environmental Protection Agency|EPA]] an 85 Tagen „sehr ungesund“ und an 13 Tagen „gefährlich“. Bewohner der Stadt klagen über eine schwarze Schicht, die sich überall bildet und über gesundheitliche Probleme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn nigerianische Streitkräfte im Januar 2024 die Zerstörung von beinahe 6.000 illegalen Raffinerien im Nigerdelta meldeten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Smruthi Nadig |url=https://www.offshore-technology.com/news/nigeria-destroyed-almost-6000-illegal-refineries-since-2021-nnpc-says/ |titel=Nigeria destroyed almost 6,000 illegal refineries since 2021 |werk=Offshore Technology |datum=2024-01-23 |sprache=en-US |abruf=2024-03-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, kann man daraus errechnen, dass diese Anlagen im Schnitt nur auf anderthalb Kilometer Abstand voneinander liegen – eine Dunkelziffer nicht mitgerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vorsichtigen Hochrechnung für das Nigerdelta mit 10.000 in Betrieb befindlichen Anlagen dieser Art, die jede Nacht&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; die bescheidene Menge von 10 Barrel (Standardfässern) Diesel/Kerosin etc. herstellen, ergeben sich daraus als Abfallprodukt 4,2 Mio. Kubikmeter Schweröl, die sich im Laufe jeden Jahres in die Mangrovenwälder ergießen, bzw. 19 Mal so viel wie bei der Ölkatastrophe der [[Amoco Cadiz]] 1978 (dort handelte es sich allerdings um &amp;#039;&amp;#039;Erd&amp;#039;&amp;#039;öl, also zur Hälfte eben auch um leichtere Bestandteile, die an der Oberfläche verdunsteten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konflikte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Konflikt im Nigerdelta}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nigerdelta erklärte sich 1967 unter dem Namen [[Biafra]] für unabhängig, wurde jedoch im [[Biafra-Krieg]] bis 1970 gewaltsam wieder eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Ölexploration wurden wichtige Lebensgrundlagen (landwirtschaftliche Flächen, für Fischerei genutzte Gewässer) der Bevölkerung zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/online/2006/27/nigeria-shell-internestudie?page=1 Sebastian Bräuer: &amp;#039;&amp;#039;Shell gefährdet Ölförderung.&amp;#039;&amp;#039; ZEIT online, 28. Juni 2006]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bis 2013 ===&lt;br /&gt;
Die Rebellengruppe [[Movement for the Emancipation of the Niger Delta]] kämpft seit Anfang 2006 um die Kontrolle der einheimischen Minderheiten über das Nigerdelta. Die größte Minderheit im Nigerdelta bildet das Volk der [[Ijaw]], viele Angehörige des Volksstammes versuchen, sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren. Wie viele andere Minderheiten halten sie sich erfolgreich in den Mangrovensümpfen versteckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere das Siedlungsgebiet der [[Ogoni]] im Nigerdelta war umkämpft. In den 1980ern, angeführt vom später exekutierten Schriftsteller [[Ken Saro-Wiwa]] wuchs der Widerstand gegen die Öl-Exploration, die ohne Bevölkerungsbeteiligung und Umweltschutz durchgeführt wurde. Die Ölfelder im Ogoniland lagen bis 2021&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Agency Report |url=https://www.premiumtimesng.com/news/top-news/481041-nigerian-govt-to-resume-oil-production-in-ogoni.html?tztc=1 |titel=Nigerian govt to resume oil production in Ogoni |werk=Premium Times |hrsg=Premium Times |datum=2021-08-24 |sprache=en |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgrund verschiedener Kämpfe zum Teil brach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftd&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:der-fluch-des-oels-ogoniland-ist-abgebrannt/50200996.html | wayback=20101203083917 | text=Financial Times Deutschland: Ogoniland ist abgebrannt}}, 2. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell war das Nigerdelta von [[Sabotage]]n und [[Entführung]]en sowie von [[Vergeltung]]sschlägen von Seiten der Regierung heimgesucht. Aufgrund der Konflikte im westlichen Teil des Nigerdeltas zog sich [[Royal Dutch Shell|Shell]] 2006 aus diesem Gebiet zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Shell Nigeria Report 2006: &amp;#039;&amp;#039;Faced with this situation, we shut down production in the Western Niger Delta, including our offshore EA field.&amp;#039;&amp;#039; ({{Webarchiv|url=http://www.shell.com/static/nigeria/downloads/pdfs/2006_shell_nigeria_report.pdf |wayback=20090219044745 |text=PDF  }})&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 2013 ===&lt;br /&gt;
Präsident Jonathan erreichte 2014 gegen finanzielle Zusicherungen einen „Waffenstillstand“ mit den wichtigsten Rebellengruppen im Nigerdelta.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=EMMA AMAIZE |url=https://www.vanguardngr.com/2014/05/mend-declares-ceasefire-n-delta/ |titel=MEND declares ceasefire in N-Delta |werk=Vanguard |datum=2014-05-31 |sprache=en |abruf=2024-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ben Ezeamalu |url=https://www.premiumtimesng.com/news/161732-mend-declares-ceasefire-demands-release-okah-brothers-condition-dialogue.html?tztc=1 |titel=MEND declares ceasefire, demands release of Okah brothers as condition for dialogue |werk=Premium Times |datum=2014-05-30 |sprache=en |abruf=2024-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde in die Infrastruktur der unterentwickelten Region investiert, z. B. durch die Gründung der [[Maritime University]] in Okerenkoko.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=EfANDmDxybk |titel=Peace Has Returned To Niger Delta Since Founding Of Maritime University - Tinubu |sprache=de-DE |abruf=2024-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritiker sehen darin einen [[Ablass|modernen Ablasshandel]] bzw. die Subventionierung von Kriminellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:42&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=HhnmQnhXCBY |titel=Nigeria, After America {{!}} Peter Zeihan |sprache=de-DE |abruf=2024-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Immerhin lassen sich in sozialen Netzwerken und den Medien nach 2016 kaum noch Aktivitäten dieser Rebellengruppen finden. Viele der Anführer sind mittlerweile verstorben, ausgewandert, führen Konflikte gegeneinander oder haben eine bürgerliche Existenz aufgebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://alchetron.com/Movement-for-the-Emancipation-of-the-Niger-Delta |titel=Movement for the Emancipation of the Niger Delta - Alchetron, the free social encyclopedia |datum=2017-08-18 |sprache=en-US |abruf=2024-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In westlichen Medien, auch in Wikipedia-Artikeln, wird gelegentlich suggeriert, dass die Rebellengruppen im Nigerdelta an Aktivität und Zulauf zunehmen – Katrin Gänsler von der [[Die Tageszeitung|TAZ]] titelt z. B. 2021: „In Biafra wächst die Unruhe“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katrin Gänsler |Titel=Separatismus in Nigeria: In Biafra wächst die Unruhe |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2021-09-03 |ISSN=0931-9085 |Online=https://taz.de/Separatismus-in-Nigeria/!5793052/ |Abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – eine konkrete Untersuchung deutet jedoch eher auf das Gegenteil (siehe untenstehende Tabelle). Der eher rechtskonservative [[Peter Zeihan]] meint, die Leistung der Rebellengruppen im Nigerdelta läge v. a. im Ersinnen salbungsvoller Organisationsnamen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:42&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vermeintliche „Ruhe“ im Nigerdelta nach 2016 könnte angesichts der bestehenden Umweltverseuchung und der Strukturschwäche der Region auch an der nach 2013 erfolgten Emigration der ursprünglichen Einwohner in die großen Städte wie [[Calabar (Stadt)|Calabar]], [[Port Harcourt]], [[Owerri]] oder [[Bonny (Nigeria)|Bonny]] oder in andere Teile Nigerias oder nach Europa liegen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Rebellengruppen im Nigerdelta, Status (Stand 2024)&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Organisation / Person&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Letzte feststellbare Aktivität (laut englischsprachiger Wikipedia und Medienmeldungen)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Movement for the Emancipation of the Niger Delta (MEND)&lt;br /&gt;
|Keine Anschläge mehr seit 2013, gelegentliche Festnahme der Anführer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://saharareporters.com/2024/03/02/nigerian-police-detain-niger-delta-movement-mend-leader-edmond-ogbonnaya-lagos-three |titel=Nigerian Police Detain Niger Delta Movement, MEND Leader, Edmond Ogbonnaya In Lagos For Three Weeks, Hide Him From Associates {{!}} Sahara Reporters |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Niger Delta People&amp;#039;s Volunteer Force (NDPVF)&lt;br /&gt;
|Anführer Dokubo akzeptiert Amnestieregelung 2007, danach keine weiteren Aktivitäten, Auswanderung Dokubos 2013&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Movement for the Actualization of the Sovereign State of Biafra (MASSOB)&lt;br /&gt;
|Verhaftung von 25 Mitgliedern 2015, danach keine weiteren Aktivitäten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ijaw Youth Council&lt;br /&gt;
|Abspaltung der Niger Delta People´s Volunteer Force (siehe oben) 2004, danach keine weiteren Aktivitäten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ijaw National Congress (INC)&lt;br /&gt;
|Intern umstrittene Wahl eines neuen Präsidenten 2023; Drohung, Ölinstallationen zu sabotieren 2023&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=aMVMZQuj2-Y |titel=Wike vs Fubara: Ijaw National Congress threatens attacks oil installations |sprache=de-DE |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Pan Niger Delta Forum (PANDEF)&lt;br /&gt;
|Angebliche „Dachorganisation der Völker im Nigerdelta“, aber kein Eintrag in Wikipedia, dafür gelegentliche Einträge im Facebook-Profil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP)&lt;br /&gt;
|Außergerichtliche Einigung Shell und Familie von [[Ken Saro-Wiwa|Saro-Wiwa]] 2009, Rede bei Veranstaltung 2014&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Niger Delta Liberation Force&lt;br /&gt;
|„Bürgerkrieg“ innerhalb der Niger Delta Liberation Force 2013, Interview 2016; Aufruf an Militante, den Frieden nicht zu stören 2022&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jimitota Onoyume |url=https://www.vanguardngr.com/2022/08/group-warns-ex-militants-against-threatening-peace-in-niger-delta/ |titel=Group warns ex militants against threatening peace in Niger Delta |hrsg=Vanguard |datum=2022-08-22 |sprache=en |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Assembly Of Niger-Delta Indigenous People (ANDIP)&lt;br /&gt;
|Interview des Vorsitzenden 2020&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Victor ‘Tunde Oso |url=https://www.vanguardngr.com/2020/09/niger-delta-indigenous-group-canvasses-true-federalism-for-region/ |titel=NIGER DELTA: Indigenous group canvasses true federalism for region |hrsg=Vanguard |datum=2020-09-20 |sprache=en |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, kein Eintrag in Wikipedia&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Niger Delta Avengers&lt;br /&gt;
|Letzter Anschlag 2016, letzter Eintrag auf Webseite 2018, Drohung zur Wiederaufnahme von Anschlägen 2021&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Redaktion Reuters |url=https://www.reuters.com/business/energy/nigerias-delta-avengers-threaten-oil-installation-attacks-2021-06-26/ |titel=Nigeria&amp;#039;s &amp;#039;Delta Avengers&amp;#039; threaten oil installation attacks |hrsg=Reuters |datum=2021-06-26 |sprache=en |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Niger Delta Vigilante&lt;br /&gt;
|Konflikt mit der Niger Delta People&amp;#039;s Volunteer Force (NDPVF, siehe oben) 2003, Kooperation mit Regierung seit 2004&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Niger Delta Greenland Justice Mandate&lt;br /&gt;
|Einige Anschläge in 2016, danach keine Aktivitäten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Henry Okah&lt;br /&gt;
|Vermutlicher Anschlag 2010, Verhaftung in Südafrika, lebenslange Haftstrafe 2018&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ebikabowei „Boyloaf“ Victor-Ben&lt;br /&gt;
|Verhaftung 2013; Heirat 2017; Heirat 2022; Vorwürfe, von Regierung Einnahmen erhalten zu haben 2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Government Oweizide Ekpemupolo („Tompolo“)&lt;br /&gt;
|2014 bis 2020 untergetaucht, Vertrag mit Regierung 2022 zur Bewachung von Pipelines, arbeitet als Priester&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Niger Delta|Nigerdelta}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/meldung138296.html | wayback=20100511081310 | text=&amp;#039;&amp;#039;Kampf um Öl im Nigerdelta eskaliert&amp;#039;&amp;#039;}} – [[tagesschau.de]] (Artikel vom 20. Januar 2006)&lt;br /&gt;
* [http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1974465,00.html &amp;#039;&amp;#039;Neue Pläne für das Nigerdelta&amp;#039;&amp;#039;] – [[Deutsche Welle]] (Artikel vom 20. April 2006)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/ausland/oelpest370.html | wayback=20100615172538 | text=&amp;#039;&amp;#039;Die „vergessene Ölpest“ im Nigerdelta.&amp;#039;&amp;#039; – tagesschau.de (Artikel vom 12. Juni 2010)}} – tagesschau.de (Artikel vom 12. Juni 2010)&lt;br /&gt;
* [http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,8089532,00.html &amp;#039;&amp;#039;Die vergessene Katastrophe&amp;#039;&amp;#039;] (Auslandsjournal, 14. Juli 2010)&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-01/fs-nigeria-oel-2 &amp;#039;&amp;#039;Bilderserie: Überleben im Öl-Sumpf von Nigeria&amp;#039;&amp;#039;] (Die Zeit, 18. Januar 2012)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4117882-8|VIAF=32144647633571270411}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft in Afrika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer in Nigeria]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niger (Fluss)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flussdelta]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Golf von Guinea]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer im Bundesstaat Delta]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayelsa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rivers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=05/19//N |EW=06/25//E |type=waterbody |region=NG}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mighty Wire</name></author>
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