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	<title>Niederrheinischer Trojamythos - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T10:53:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Niederrheinischer_Trojamythos&amp;diff=1784111&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Acky69: /* Gründung des Frankenreichs */ noch ein Link</title>
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		<updated>2026-03-18T22:01:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gründung des Frankenreichs: &lt;/span&gt; noch ein Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der am [[Niederrhein (Region)|Niederrhein]] verbreitete &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Trojamythos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der an [[Vergil]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Aeneis]]&amp;#039;&amp;#039; anschließende [[Gründungsmythos]] des [[Fränkisches Reich|Frankenreichs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben wurde auch der Ursprung der Stadt [[Xanten]]&amp;amp;nbsp;– aufgrund volks[[etymologisch]]er Spekulation&amp;amp;nbsp;– auf das [[antike]] [[Troja]] zurückgeführt. Xanten selbst wird in [[mittelalter]]lichen Überlieferungen auch als &amp;#039;&amp;#039;Troja am Rhein&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Troia nova&amp;#039;&amp;#039; (Neu-Troja) oder als &amp;#039;&amp;#039;Troia minor&amp;#039;&amp;#039; (Klein-Troja) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythos ==&lt;br /&gt;
=== Gründung des Frankenreichs ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chronique de Frédégaire-deux personnages.jpg|mini|Seite aus einer Abschrift der &amp;#039;&amp;#039;Fredegar-Chronik&amp;#039;&amp;#039;, [[Französische Nationalbibliothek]]]]&lt;br /&gt;
Der niederrheinische Trojamythos schließt an die Schilderung [[Homer]]s vom Ende des [[Trojanischer Krieg|Trojanischen Krieges]] an, der besagt, dass die von den [[Griechen]] besiegten Trojaner fliehen und in mehreren Gruppen über Asien und Europa versprengt werden; hier gründen sie neue Städte und werden zu [[Stammvater|Stammväter]]n neuer, ruhmreicher Völker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis heute bestehende niederrheinische Variante des Trojamythos spiegelt den Gründungsmythos des Frankenreichs, die &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|[[Origo gentis|Origo]] francorum}}&amp;#039;&amp;#039;. Als Vorbild diente der römische Trojamythos, wie er in Vergils &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Aeneis}}&amp;#039;&amp;#039; überliefert ist und wie seine literarischen Nachahmer eine [[Herkunftssage]] bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gallier|gallisch]]en [[Haeduer]] wurden vom [[römischer Senat|römischen Senat]] früh und wiederholt als Brüder und Verwandte bezeichnet, als &amp;#039;&amp;#039;fratres consanguineosque&amp;#039;&amp;#039;, wie [[Caesar]] überlieferte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gaius Iulius Caesar, &amp;#039;&amp;#039;De bello Gallico&amp;#039;&amp;#039; 1,33,2.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kaiser Claudius]] ließ im Jahre&amp;amp;nbsp;48 den Haeduern vor allen Galliern das &amp;#039;&amp;#039;[[Römisches Bürgerrecht#Rechte und Pflichten|ius honorum]]&amp;#039;&amp;#039; zuteilwerden. Aus allem geht hervor, dass kein anderer Gallierstamm das Recht in Anspruch nehmen konnte, sich &amp;#039;&amp;#039;fratres consanguineique populi Romani&amp;#039;&amp;#039; zu nennen. Später versuchten auch die [[Arverner]], sich diese Bezeichnung anzumaßen. [[Tacitus]] bekräftige Ende des&amp;amp;nbsp;1.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts jedoch die diesbezügliche Einzelstellung der Haeduer.&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;[[Annales (Tacitus)|Annales]]&amp;#039;&amp;#039; 11,25,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haeduer mussten aus dem ihnen zukommenden [[Ehrentitel]] bald auf die gemeinsame Abstammung von den Trojanern schließen. Dies entspricht römischer Auffassung vom Wesen derartiger Akte, vergleichbar mit einer [[Adoption]], bei der der Adoptierte zum Sohn des Adoptivvaters wird und damit auch dessen gesamte [[Vorfahr|Ahnen]] und Traditionen bis ins Biologische übernimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hildebrecht Hommel: &amp;#039;&amp;#039;Die trojanische Herkunft der Franken.&amp;#039;&amp;#039; S. 333–337.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der römische [[Historiker]] [[Ammianus Marcellinus]] beschreibt dann auch in seiner um&amp;amp;nbsp;380 n.&amp;amp;nbsp;Chr. niedergeschriebenen [[Chronik]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Res gestae}}&amp;#039;&amp;#039; die mythische Entstehung des gallischen Volkes in Verbindung mit der homerischen Troja[[legende]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ammianus Marcellinus, &amp;#039;&amp;#039;Res gestae&amp;#039;&amp;#039; 15,9,5: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Aiunt quidam paucos post excidium Troiae fugitantes Graecos ubique dispersos loca haec occupasse tunc vacua.}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Versuch, für die nach dem [[Untergang des Römischen Reiches]] aufkommenden Franken eine möglichst heroische Abstammung im Sinne einer &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|[[Origo gentis]]}}&amp;#039;&amp;#039; zu etablieren, griffen fränkische [[Geschichtsschreiber]] im Laufe des&amp;amp;nbsp;3.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, spätestens jedoch im&amp;amp;nbsp;4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert,&amp;lt;ref&amp;gt;Ewig 1998, S. 1; Barlow 1995, S. 89 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; vermutlich auf die gallotrojanischen Erzählungen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals [[Urkunde|urkundlich]] erwähnt wird der fränkische Trojamythos in einer [[Abschrift]] der [[Fredegar #Zur Chronik|Fredegar-Chronik]] aus der ersten Hälfte des&amp;amp;nbsp;7.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. Fredegars [[Weltchronik]] befasst sich am Schluss des zweiten und zu Anfang des dritten Buches mit dem fränkischen Gründungsmythos. Der Chronist bezieht sich dabei auf ältere [[Quelle]]n: Buch&amp;amp;nbsp;II beruht auf der Chronik des [[Kirchenvater]]s [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]], während sich Buch&amp;amp;nbsp;III auf die &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|[[Gregor_von_Tours #Zehn_Bücher_Geschichten_(„Geschichte_der_Franken“)|Decem libri historiarum]]}}&amp;#039;&amp;#039; des [[Gregor von Tours]] bezieht. Auch der Anfang des &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|[[Liber Historiae Francorum]]}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;(LHF) von&amp;amp;nbsp;726/727 befasst sich mit diesem Thema, wobei sich der&amp;amp;nbsp;LHF in großen Teilen ebenfalls auf Gregors Werk bezieht. Alle späteren Bearbeitungen gehen im Wesentlichen auf diese beiden Quellen zurück, die Fredegar-Chronik und den&amp;amp;nbsp;LHF.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fredegar berichtet von einer Gruppe Trojaner, die nach dem Trojanischen Krieg auf der Flucht aus der von den Griechen zerstörten Stadt nach [[Makedonien]] gelangten und so zu den Urvätern [[Alexander der Große|Alexanders des Großen]] wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Fredegar-Chronik II,4: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Postea pariti sunt in duabus partibus. Una pars perrexit in Macedoniam, vocati sunt Macedonis secundum populum, a quem recepti sunt et regionem Macedoniae, qui oppremebatur a gentes vicinas; invitati ab ipsis fuerunt, ut eis praeberent auxilium. Per quos postea subiuncti in plurima procreatione crevissent&amp;amp;nbsp;… fortissimi pugnatores effecti sunt; quod in postremum in diebus Phylyphi regis et Alexandri filii sui fama confirmat.}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Später sollen sie durch ein Bündnis mit den [[Sachsen (Volk)|Sachsen]] der Unterwerfung durch [[Gnaeus Pompeius Magnus|Pompeius]] entgangen und über [[Pannonien]] an den Rhein gezogen sein. Hier gründete der mythische König [[Francio]] das nach ihm benannte [[Geschlecht (Genealogie)|Geschlecht]] der Franken. Fredegar schafft eine Verbindung zu Vergils &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Aeneis}}&amp;#039;&amp;#039;, indem er König Francio aus der [[Abstammungslinie|Linie]] des [[Frigas]], in der Legende der Sohn des [[Priamos]], hervorgehen lässt. Frigas seinerseits wird zum Bruder des [[Aeneas]] erklärt, der nach Vergil der Stammvater des römischen Volkes war. Somit erklärt der fränkische Trojamythos die Franken zum Brudervolk der Römer. Xanten wird in dieser Epoche als &amp;#039;&amp;#039;Troja francorum&amp;#039;&amp;#039;, Troja der Franken, bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Xanten als Troja am Niederrhein ===&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Troja&amp;#039;&amp;#039; für das heutige Xanten wurzelt in der römischen Epoche. Als der [[Römische Kaiserzeit|römische Kaiser]] [[Trajan|Marcus Ulpius Traianus]] um&amp;amp;nbsp;110&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. das heutige Xanten zur [[Colonia (Rom)|Colonia]] im [[römisches Recht|römischen Rechts]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;sinne erhob, benannte er den Ort, wie im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] üblich, nach sich selbst [[Colonia Ulpia Traiana]]&amp;amp;nbsp;(CUT). Nachdem der Ort im Jahr&amp;amp;nbsp;275&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. von den [[Franken (Volk)|Franken]] völlig zerstört worden war, ging dieses [[Toponomastik|Toponym]] im ausgehenden&amp;amp;nbsp;3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im offiziellen Sprachgebrauch verloren; es findet sich aber noch in Abwandlungen in späteren Nennungen. Im [[Frühmittelalter]] wurde aus &amp;#039;&amp;#039;Traiana&amp;#039;&amp;#039; die [[Eigenbezeichnung]] &amp;#039;&amp;#039;Troianer&amp;#039;&amp;#039; der Xantener Bürger.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerritz 1966, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mittelalterliche Xanten wurde nur wenige hundert Meter südlich der Ruinen der ehemaligen römischen Colonia Ulpia Traiana gegründet. Gemäß allgemeiner [[Lehrmeinung]] entwickelte sich der Name Xanten aus der [[latein]]ischen Bezeichnung „ad sanctos“ („bei den Heiligen“) als Hinweis auf die [[Märtyrer]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;gräber, bei denen im 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das [[Stift (Kirche)|Stift]] [[Xanten #Entstehung des Viktorstifts und der Stadt Xanten|St. Viktor]] errichtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche [[Legendenbildung]] führt jedoch den Namen Xanten auf den Fluss Xanthos ([[Skamandros]]) in [[Kleinasien]] zurück, an dessen Ufern das antike Troja gelegen haben soll. Greifbar wird dieser Bezug in der [[Strophe]]&amp;amp;nbsp;XXIII des [[frühmittelhochdeutsch]]en &amp;#039;&amp;#039;[[Annolied]]es&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Annolied,&amp;#039;&amp;#039; XXIII. Strophe (Auszug): „Franko gesaz mit den sînin/ vili verre nidir bî Rîni./ dâ worhtin si duo mit vroudin/ eini luzzele Troii./ den bach hîzin si Sante/ nâ demi wazzere in iri lante;/ den Rîn havitin si vure diz meri.“&amp;lt;/ref&amp;gt; aus der zweiten Hälfte des&amp;amp;nbsp;11.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. Bereits ab dem&amp;amp;nbsp;10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert kommt es nachweisbar zu Doppelnennungen beider Namen, wobei meist Troja der Bezeichnung Xanten vorangestellt wird. So nennt beispielsweise die Kölner &amp;#039;&amp;#039;Passio&amp;#039;&amp;#039; des heiligen [[Gereon von Köln|Gereon]] Xanten als Stadt der [[Franken (Volk)|Franken]], die von den Nachfahren der Trojaner gegründet worden war und deshalb Troja oder Xanten genannt wird (&amp;#039;&amp;#039;Troia sive Xantum&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Passio Gereonis 15. In: J. P. Migne: &amp;#039;&amp;#039;Patrologia Latina 212.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1855, Sp. 766.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Im Mittelalter ===&lt;br /&gt;
In späteren Jahrhunderten wurde der fränkische Gründungsmythos und die Erzählung vom trojanischen Ursprung der Stadt Xanten vor allem am Niederrhein thematisiert und politisch instrumentalisiert. So tragen [[Denarius|Denare]], die der Kölner [[Erzbischof]] [[Hermann II. (Köln)|Hermann II.]] zwischen&amp;amp;nbsp;1036 und&amp;amp;nbsp;1056 in Xanten [[Münzprägung|prägen]] ließ, umseitig die Prägung SCA&amp;amp;nbsp;TROIA (für SANCTA TROIA, „heiliges Troja“) als Bezeichnung für die [[Prägestätte]]. Und im&amp;amp;nbsp;15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nutzte das [[Herzogtum Kleve|Haus Kleve]] den niederrheinischen Trojamythos zur Aufwertung ihrer [[Genealogie|genealogischen]] Abstammung gegenüber dem [[Habsburg]]er Kaiserhaus. Beispielsweise bezeichnete sich der Herzog von Kleve [[Johann I. (Kleve-Mark)|Johann I.]] während der [[Soester Fehde]] von&amp;amp;nbsp;1444 bis&amp;amp;nbsp;1449 als König von Troja.&amp;lt;ref&amp;gt;Hawicks 2004, S38f.; Münze mit der Prägung &amp;#039;&amp;#039;JOANNES. TROIANORVM. REX.|MONETA.TROIAE.MINORIS.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch  lehnte bereits der [[Humanist]] [[Hermann von Neuenahr der Ältere|Hermann von Neuenahr]] in seiner 1521 veröffentlichten Schrift &amp;#039;&amp;#039;Brevis narratio de origine et sedibus priscorum Francorum&amp;#039;&amp;#039; („Kurzer Abriss vom Ursprung und den Wohnsitzen der alten Franken“),&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Soter: &amp;#039;&amp;#039;Hermanni Comitis Nvenarii brevis narratio. De origine et sedibvs Francorum.&amp;#039;&amp;#039; Nachdruck. In: Willibald Pirkheimer: &amp;#039;&amp;#039;Descriptio Germaniae Vtriusqve Tam superioris quàm inferioris.&amp;#039;&amp;#039; Christoffel Plantijn, Antwerpen 1585, S. 63–68 ([http://books.google.de/books?id=fCQ6AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA63 Online-Ressource], abgerufen am 5. April 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt; in der er sich auch auf bei [[Asciburgium]] gefundene [[Altertümer]] bezieht, die Theorie von der trojanischen Abkunft der niederrheinischen [[Franken (Volk)|Franken]] ab, in kritischer Auseinandersetzung mit [[Johannes Trithemius]] und dessen angeblichem Gewährsmann „Hunibald“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bis in das&amp;amp;nbsp;19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stritten sich Gelehrte über den historischen Wahrheitsgehalt der Erzählung. Auch [[Richard Wagner]]s Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wibelungen]]&amp;#039;&amp;#039; von&amp;amp;nbsp;1848 verwendet den Mythos. Viele sahen einen trojanischen Ursprung der Franken als geschichtliche Tatsache an.&amp;lt;ref&amp;gt;Heeger 1890, S. 4&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch heute noch ist dieser Mythos am Niederrhein lebendig.&amp;lt;!-- Beleg? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Nibelungenlied ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Xanten - Nordwall - Siegfried 01 ies.jpg|mini|Gedenktafel an das Nibelungenlied am Nordwall von Xanten]]&lt;br /&gt;
Untergründig hatte der niederrheinische Trojamythos auch Einfluss auf das im [[Hochmittelalter]] entstandene &amp;#039;&amp;#039;[[Nibelungenlied]]&amp;#039;&amp;#039;. Der [[Antagonist (Literatur)|Antagonist]] [[Hagen von Tronje|Hagen]] stammt aus Tronje, ein Name, der vermutlich auf das heute in [[Belgien]] gelegene [[Drongen]] zurückgeht. In mehreren [[Fassung (Literatur)|Fassung]]en der [[Sage]] wurde jedoch aus dem [[mittelhochdeutsch]]en &amp;#039;&amp;#039;Tronje&amp;#039;&amp;#039; durch Verschleifung &amp;#039;&amp;#039;Troja&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;In den [[Handschrift (Paläographie)|Handschrift]]en&amp;amp;nbsp;B und&amp;amp;nbsp;C des &amp;#039;&amp;#039;Nibelungenliedes&amp;#039;&amp;#039; führt Hagen den [[Beiname]]n &amp;#039;&amp;#039;von Tronege&amp;#039;&amp;#039;. In der &amp;#039;&amp;#039;[[Thidrekssaga]]&amp;#039;&amp;#039; wird daraus &amp;#039;&amp;#039;Högni von Troia&amp;#039;&amp;#039;. Im älteren, aus dem&amp;amp;nbsp;9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stammenden &amp;#039;&amp;#039;[[Waltharius]]-Lied&amp;#039;&amp;#039; heißt es, Hagen sei &amp;#039;&amp;#039;veniens de germine Troia&amp;#039;&amp;#039;, aus dem [[Geschlecht (Genealogie)|Geschlecht]] von Troja.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lied wird Hagen von Tronje als Verwandter der im Frankenreich aufgegangenen [[Burgunden]] beschrieben. Als [[Siegfried der Drachentöter|Siegfried von Xanten]] in der zweiten [[Aventüre]] an den burgundischen Hof nach [[Worms]] kommt, ist Hagen der Einzige, der den [[Held]]en sofort erkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig vom historischen Wahrheitsgehalt war dem Dichter des Nibelungenliedes die mythische Verbindung zwischen Troja und Xanten noch bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otfrid-Reinald Ehrismann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Nibelungenlied.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, ISBN 3-406-50872-3, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch stellte er über die Burgunden eine Verbindung zu den Franken her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Asciburgium ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Asciburgium}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Parallele zur gallotrojanischen Legendenbildung am Niederrhein bildet der Mythos der bei [[Tacitus]] erwähnten Gründung des Ortes {{lang|la|[[Asciburgium]]}} ([[Moers]]-[[Asberg (Moers)|Asberg]]) durch [[Odysseus]], den es auf seinen [[Odyssee|Irrfahrten]] an den Rhein verschlagen haben soll:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ceterum et Ulixen quidam opinantur longo illo et fabuloso errore in hunc Oceanum delatum adisse Germaniae terras, &amp;#039;&amp;#039;Asciburgiumque&amp;#039;&amp;#039;, quod in ripa Rheni situm hodieque incolitur, ab illo constitutum nominatumque; aram quin etiam Ulixi consecratam, adiecto Laertae patris nomine, eodem loco olim repertam, monumentaque et tumulos quosdam Graecis litteris inscriptos in confinio Germaniae Raetiaeque adhuc extare.&lt;br /&gt;
 |Sprache=la&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Übrigens glauben einige, dass auch [[Odysseus|Ulixes]], auf seiner langen und sagenhaften Irrfahrt in jenen Ozean verschlagen, die Küsten [[Germania magna|Germanien]]s betreten habe und dass das am Ufer des [[Rhein]]s gelegene Asciburgium, das noch heute bewohnt wird, von ihm begründet und benannt sei; ja, es sei sogar ein [[Altar]], der von Ulixes unter Beifügung seines väterlichen Namens [[Laertes (Mythologie)|Laertes]] sei, an eben jener Stelle einst gefunden worden.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;[[Annales (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; 3,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Hans Hubert Anton]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Troja-Herkunft, origio gentis und frühe Verfasstheit der Franken in der gallisch-fränkischen Tradition des 5. bis 8. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung]] MIÖG&lt;br /&gt;
   |Band=108&lt;br /&gt;
   |Nummer=Heft 1–2&lt;br /&gt;
   |Verlag=Oldenbourg&lt;br /&gt;
   |Ort=Wien, München&lt;br /&gt;
   |Datum=2000&lt;br /&gt;
   |ISSN=0073-8484&lt;br /&gt;
   |Seiten=1–30}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Johnathan Barlow&lt;br /&gt;
   |Titel=Gregory of Tours and the Myth of the Trojan Origins of the Franks&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Frühmittelalterliche Studien]]&lt;br /&gt;
   |Band=29&lt;br /&gt;
   |Verlag=de Gruyter&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1995&lt;br /&gt;
   |Seiten=86-95&lt;br /&gt;
   |Sprache=en&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.uni-muenster.de/Fruehmittelalter/Publikationen/fmst/#29 uni-muenster.de]}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Eugen Ewig]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Dieter Geuenich]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Troiamythos und fränkische Frühgeschichte&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Die Franken und die Alemannen bis zur „Schlacht bei Zülpich“ (496/97).&lt;br /&gt;
   |Reihe=[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]], Ergänzungsbände&lt;br /&gt;
   |BandReihe=19&lt;br /&gt;
   |Verlag=de Gruyter&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-11-015826-4&lt;br /&gt;
   |Seiten=1–30}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Eugen Ewig&lt;br /&gt;
   |Titel=Troja und die Franken&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Rheinische Vierteljahrsblätter]]&lt;br /&gt;
   |Band=62&lt;br /&gt;
   |Verlag=Röhrscheid&lt;br /&gt;
   |Ort=Bonn&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |Seiten=1–16&lt;br /&gt;
   |Online=[https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a049393.pdf mgh-bibliothek.de]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Eugen Gerritz]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Troia sive Xantum. Beiträge zur Geschichte einer niederrheinischen Stadt&lt;br /&gt;
   |Verlag=Gesthuysen&lt;br /&gt;
   |Ort=Xanten&lt;br /&gt;
   |Datum=1964}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Eugen Gerritz&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Kreisverwaltung Moers&lt;br /&gt;
   |Titel=Das trojanische Xanten&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Heimatkalender 1966 für den Kreis Moers.&lt;br /&gt;
   |Band=23. Jahrgang&lt;br /&gt;
   |Verlag=Schiffer&lt;br /&gt;
   |Ort=Rheinberg&lt;br /&gt;
   |Datum=1965&lt;br /&gt;
   |Seiten=145–149}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Heike Hawicks&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Uwe Ludwig, Thomas Schilp&lt;br /&gt;
   |Titel=Sanctos – Xantum – Troia. Zum Einfluss ottonisch-byzantinischer Beziehungen auf die Toponymie im Xantener Raum&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Mittelalter an Rhein und Maas. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins&lt;br /&gt;
   |Verlag=Waxmann&lt;br /&gt;
   |Ort=Münster&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-8309-1380-X&lt;br /&gt;
   |Seiten=27–41}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Georg Heeger&lt;br /&gt;
   |Titel=Über die Trojanersagen der Franken und Normannen&lt;br /&gt;
   |Verlag=Waxmann&lt;br /&gt;
   |Ort=Landau in der Pfalz&lt;br /&gt;
   |Datum=1890&lt;br /&gt;
   |Seiten=3–27}}&lt;br /&gt;
* Otto Höfler: &amp;#039;&amp;#039;Siegfried, Arminius und die Symbolik.&amp;#039;&amp;#039; Carl Winter, Heidelberg 1961.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Hildebrecht Hommel]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Bernd Manuwald]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die trojanische Herkunft der Franken&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Rheinisches Museum für Philologie&lt;br /&gt;
   |Band=99&lt;br /&gt;
   |Verlag=J. D. Sauerländer’s Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
   |Datum=1956&lt;br /&gt;
   |Seiten=323–341&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.rhm.uni-koeln.de/099/Hommel.pdf rhm.uni-koeln.de]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=3800&lt;br /&gt;
   |Umfang=19 Seiten}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ingo Runde&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Uwe Ludwig, Thomas Schilp&lt;br /&gt;
   |Titel=Troia sive Xantum. Zu der Entstehung einer (ost-)fränkischen Troiasage und ihrer Bedeutung für die Kontinuitätsproblematik im Xantener Raum&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Mittelalter an Rhein und Maas. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins&lt;br /&gt;
   |Reihe=Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas&lt;br /&gt;
   |BandReihe=8&lt;br /&gt;
   |Verlag=Waxmann&lt;br /&gt;
   |Ort=Münster&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-8309-1380-X&lt;br /&gt;
   |Seiten=7–25}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Fabian Zuk&lt;br /&gt;
   |Hrsg=A. Juanes Cortés, P. Ortega Martínez et al.&lt;br /&gt;
   |Titel=Finding Troy in the Rhineland: Phonology, Fredegar and the Frankish Founding Myth&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Teoría, metodología y casos de estudio&lt;br /&gt;
   |Reihe=Colección Temas y Perspectivas de la Historia&lt;br /&gt;
   |BandReihe=6&lt;br /&gt;
   |Verlag=AJHIS&lt;br /&gt;
   |Ort=Salamanca&lt;br /&gt;
   |Datum=2016&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-84-09-00523-9&lt;br /&gt;
   |Seiten=367–389&lt;br /&gt;
   |Online=[https://hal.science/hal-02024039 hal-02024039]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   |Format=PDF}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Trojamythos, Niederrheinischer}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Xanten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Rheinland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römischer Mythos]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Trojanischer Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fränkisches Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsschreibung (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Acky69</name></author>
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