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	<title>Nicolas Malebranche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nicolas_Malebranche&amp;diff=150673&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Josef J. Jarosch am 20. August 2025 um 10:57 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nicolas Malebranche.jpg|miniatur|Nicolas Malebranche]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nicolas Malebranche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Nicole de&amp;#039;&amp;#039;) (* [[6. August]] [[1638]] in [[Paris]]; † [[13. Oktober]] [[1715]] ebenda) war ein französischer [[Philosoph]] und [[Oratoire de France|Oratorianer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Malebranches Vater war königlicher Rat und Schatzmeister von [[Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu|Richelieu]], seine Mutter, Catherine de Lauson, entstammte dem niederen Adel. Ihr Bruder, Jean de Lauson, war Gouverneur von Kanada. Als jüngster Sohn einer großen Familie – je nach Quelle zwischen zehn und 13 Geschwister – war Malebranche von zarter Konstitution. Aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung konnte er sein Studium am Collège de la Marche der Universität Paris erst mit 16 Jahren beginnen. Dort studierte er beim Aristoteliker M. Rouillet und erlangte 1654 den [[Magister artium]]. Anschließend studierte er drei Jahre Theologie an der Sorbonne. 1660 trat er dem [[Oratoire de France]] bei, einer von [[Pierre de Bérulle]] gegründeten Kongregation, die sich der Priesterausbildung und der theologischen Reflexion widmete. Dort befasste er sich intensiv mit [[Platon]] und [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und kam in dieser Zeit erstmals mit der Lehre von [[René Descartes|Descartes]] in Berührung. Zudem prägten ihn die Schriften de Bérulles.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Hülshoff: &amp;#039;&amp;#039;Denken und Evidenz. Eine philosophische Interpretation zum Problem des Geistes nach Anselm von Canterbury und Nikolaus Malebranche&amp;#039;&amp;#039;. Diss., Universität Würzburg, 1964, S. 35–36.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1660 wurde Malebranche zum Priester geweiht. 1674 erhielt er offiziell eine Professur für Mathematik am Seminar der Oratorianer. Er hatte bereits zuvor Schüler unterrichtet, darunter Jean Prestet (1648–1691), dessen &amp;#039;&amp;#039;Éléments des mathématiques&amp;#039;&amp;#039;, das der kartesianischen Philosophie folgte, er 1675 veröffentlichte. Die Verbindung zwischen beiden war so eng, dass der englische Mathematiker [[John Wallis]] das Werk fälschlicherweise Malebranche zuschrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein eigenes Hauptwerk, &amp;#039;&amp;#039;De la recherche de la vérité&amp;#039;&amp;#039;, mit dessen Abfassung er bereits 1668 begonnen hatte, konnte aufgrund von Zensurschwierigkeiten erst ab 1674 erscheinen. Seine Bemühungen, eine eigene Synthese aus kartesianischer Philosophie und Theologie zu entwickeln, setzte er in den folgenden Auflagen seines Hauptwerks sowie im &amp;#039;&amp;#039;Traité de la nature et de la grâce&amp;#039;&amp;#039; (1680) fort. Es entstand aus Diskussionen mit dem [[Jansenismus|Jansenisten]] und Kartesianer [[Antoine Arnauld]], der das Buch bei seinem Erscheinen scharf kritisierte, woraus sich ein mehrjähriger Disput entwickelte. Auf Betreiben der Anhänger Arnaulds wurde der &amp;#039;&amp;#039;Traité&amp;#039;&amp;#039; 1690 sogar auf den [[Index Librorum Prohibitorum|päpstlichen Index]] gesetzt, wie auch 1709 sein Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Recherche&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Malebranche hatte aber nicht nur Kritiker, er stand in seiner Zeit als Philosoph in hohem Ansehen, beispielsweise nannte ihn [[Pierre Bayle]] in seinem philosophischen Wörterbuch einen der größten Philosophen seiner Zeit. In der Mathematik förderte Malebranche früh [[Guillaume François Antoine, Marquis de L’Hospital|L’Hospital]], der eines der frühesten Lehrbücher über [[Analysis]] schrieb, die er wie Malebranche Anfang der 1690er Jahre durch [[Leibniz]] und [[Johann I Bernoulli]] kennengelernt hatte. In Auseinandersetzung und Diskussion mit Leibniz entwickelte Malebranche auch seine Ideen zur Dynamik (unter anderem elastische Stöße, aber auch Optik, Gravitation) in den 1690er Jahren. Diese Arbeiten führten zu seiner Aufnahme in die [[Académie des sciences]] 1699. 1713/1714 hatte er einen philosophischen Briefwechsel mit seinem ehemaligen Schüler [[Jean Jacques d’Ortous de Mairan]], einem Anhänger [[Spinoza]]s. Auch mit Leibniz, den er 1675 in Paris getroffen hatte, stand er in Briefwechsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1660er Jahren verbrachte Malebranche den größten Teil seines Lebens in seinem Oratorium an der [[Rue Saint-Honoré]], abgesehen von zwei Reisen in die [[Normandie]] und das [[Périgord]]. Seine Schriften wurden jedoch in ganz Europa verbreitet und gelangten bis nach China, wo sie von [[Jesuitische Mission|jesuitischen  Missionaren]] kopiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
Malebranche vertrat den Standpunkt, es gebe zwischen [[Leib-Seele-Problem|Leib und Seele]] ebenso wenig eine [[Influxus physicus|kausale Wechselwirkung]] wie zwischen bloß [[leib]]lichen oder bloß [[seelisch]]en Phänomenen. Er versuchte so, den [[Cartesianismus|cartesianischen]] [[Dualismus (Ontologie)|Dualismus]] von Leib und Seele als ein von Gott geleitetes Nebeneinander zu erklären ([[Okkasionalismus]]), das keine kausale Verbindung aufweist. Sämtliche Wechselwirkungen, die nicht auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen seien, würden vielmehr durch besondere Willensakte Gottes (&amp;#039;&amp;#039;volonté particuliere&amp;#039;&amp;#039;) hervorgerufen. Dieser übernatürliche Beistand (&amp;#039;&amp;#039;assistentia supernaturalis&amp;#039;&amp;#039;) bzw. die Mitwirkung Gottes (&amp;#039;&amp;#039;[[Concursus dei|concursus Dei]]&amp;#039;&amp;#039;) bestimme in diesem Fall die tatsächliche Wirksamkeit der allgemeinen Gesetze.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicolas Malebranche: &amp;#039;&amp;#039;Traité de la nature et de la grâce&amp;#039;&amp;#039;.  Verlag François Halma, Amsterdam 1680. Zitiert nach Stefan Ehrenberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Abhandlung von der Natur und der Gnade&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Felix Meiner, Hamburg 1993, S. 179–207.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Platon]] und [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] folgend erklärte Malebranche die Erkenntnis der Wahrheit, Wahrnehmungen und Vorstellungen durch die Teilhabe des menschlichen Geistes an den göttlichen [[Idee]]n, nach denen Gott alles geschaffen habe. Nur über diese Ideen sind demnach Erkenntnis, Sinneswahrnehmung und Denken möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sein Hauptwerk gilt &amp;#039;&amp;#039;[[Von der Erforschung der Wahrheit]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;De la recherche de la vérité&amp;#039;&amp;#039;) (1674/75).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Entretien d’un philosophe chrétien et d’un philosophe chinois sur l’existence et la nature de dieu&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1708.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Oeuvres complètes&amp;#039;&amp;#039;. 20 Bände, Paris 1958–1968 (Herausgeber André Robinet, mit Manuskripten und Briefen).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De la recherche de la vérité&amp;#039;&amp;#039;. 1. Auflage. 2 Bände, Paris 1674/75; 6. Auflage. 4 Bände, Paris 1712; deutsche Ausgaben:&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Erforschung der Wahrheit&amp;#039;&amp;#039;. Herausgeber [[Artur Buchenau]], 3 Bände, Verlag Müller, München 1914.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Von der Erforschung der Wahrheit&amp;#039;&amp;#039;. Herausgeber und Übersetzer Alfred Klemmt, Verlag Felix Meiner, Hamburg 1968.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Traité de la nature et de la grâce&amp;#039;&amp;#039;. Amsterdam 1680; deutsche Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Abhandlung von der Natur und der Gnade&amp;#039;&amp;#039; (Übersetzer und Herausgeber Stefan Ehrenberg), Verlag Felix Meiner, Hamburg 1993.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Éclaircissement, ou la suite du Traité...&amp;#039;&amp;#039;, 1681.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Franz Dameris]]: &amp;#039;&amp;#039;Malebranches Methode der evidenten Ideenperception.&amp;#039;&amp;#039; Nolte, Düsseldorf 1935 (Bonn, Univ., Diss., 1935).&lt;br /&gt;
* [[Victor Delbos]]: &amp;#039;&amp;#039;Étude de la philosophie de Malebranche.&amp;#039;&amp;#039; Bloud &amp;amp; Gay, Paris 1924.&lt;br /&gt;
* [[Margit Eckholt]]: &amp;#039;&amp;#039;Vernunft in Leiblichkeit bei Nicolas Malebranche. Die christologische Vermittlung seines rationalen Systems&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Innsbrucker theologische Studien.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 41). Tyrolia, Innsbruck u. a. 1994, ISBN 3-7022-1932-3 (zugleich: Tübingen, Univ., Diss., 1992).&lt;br /&gt;
* [https://unifi.academia.edu/PaoloFabiani Paolo Fabiani: &amp;#039;&amp;#039;The Philosophy of the Imagination in Vico and Malebranche&amp;#039;&amp;#039;. F.U.P. (Florence UP), italienisch 2002, englisch 2009.]&lt;br /&gt;
* Henri Gouhier: &amp;#039;&amp;#039;La philosophie de Malebranche et son expérience religieuse.&amp;#039;&amp;#039; Vrin, Paris 1926; 2nde édition 1948.&lt;br /&gt;
* [[Martial Gueroult]]: &amp;#039;&amp;#039;Malebranche.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Aubier, Paris 1955–1959.&lt;br /&gt;
* Theodor Hülshoff: &amp;#039;&amp;#039;Denken und Evidenz. Eine philosophische Interpretation zum Problem des Geistes nach Anselm von Canterbury und Nikolaus Malebranche&amp;#039;&amp;#039;. Diss., Universität Würzburg, 1964.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629175547/http://www.bautz.de/bbkl/m/malebranche.shtml |autor=Christoph Kann|band=5|spalten=619–624}}&lt;br /&gt;
* [[Peter Mennicken]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophie des Nicolas Malebranche.&amp;#039;&amp;#039; Meiner, Leipzig 1927.&lt;br /&gt;
* Rainer Mittmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Wahrheitsbegriff bei Descartes und Malebranche&amp;#039;&amp;#039;. Philosophia, München 2012.&lt;br /&gt;
* André Robinet: &amp;#039;&amp;#039;Malebranche de l’Académie des sciences. L’œuvre scientifique, 1674–1715.&amp;#039;&amp;#039; Vrin, Paris 1970.&lt;br /&gt;
* Geneviève Rodis-Lewis: &amp;#039;&amp;#039;Nicolas Malebranche.&amp;#039;&amp;#039; Presses universitaires de France, Paris 1963.&lt;br /&gt;
* Jean-Pierre Schobinger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophie des 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 1: &amp;#039;&amp;#039;Frankreich und Niederlande.&amp;#039;&amp;#039; Schwabe, Basel 1993, ISBN 3-7965-0934-7.&lt;br /&gt;
* [[Georg Stieler (Philosoph)|Georg Stieler]]: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Malebranche.&amp;#039;&amp;#039; Frommann, Stuttgart 1925.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118576682}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118576682}}&lt;br /&gt;
* {{MacTutor|id=Malebranche}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/malebranche-ideas/|Malebranche’s Theory of Ideas and Vision in God|Lawrence Nolan}}&lt;br /&gt;
* {{IEP|http://www.iep.utm.edu/malebr-r/|Nicolas Malebranche: Religion|Brandon Watson}}&lt;br /&gt;
* [http://www.encyclopedia.com/topic/Nicolas_Malebranche.aspx Costabel, Artikel im Dictionary of Scientific Biography]&lt;br /&gt;
* {{MathGenealogyProject|143011}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118576682|LCCN=n/79/133702|VIAF=66545180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Malebranche, Nicolas}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph der Frühen Neuzeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertreter der Philosophie des Geistes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Okkasionalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oratorianer Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Académie des sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1638]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1715]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Malebranche, Nicolas&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Malebranche, Nicole de&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Philosoph und Mönch ohne Ordensgelübde&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=6. August 1638&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Oktober 1715&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Josef J. Jarosch</name></author>
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