<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Nichtbehinderter</id>
	<title>Nichtbehinderter - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Nichtbehinderter"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nichtbehinderter&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T13:05:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nichtbehinderter&amp;diff=143813&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nichtbehinderter&amp;diff=143813&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2023-09-01T10:28:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Menschen ohne Behindertenstatus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (veraltend: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nichtbehinderte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) gelten alle Menschen, auf die das Attribut „behindert“ im Sinne international gültiger medizinischer oder psychologischer Klassifizierungsschemata (z.&amp;amp;nbsp;B. [[ICD-10]]) nicht anwendbar ist. In Deutschland wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Behinderung]]&amp;#039;&amp;#039; durch {{§|2|SGB_IX|dejure}} Abs. 1 des [[Neuntes Buch Sozialgesetzbuch|Neunten Buchs des Sozialgesetzbuchs]] (SGB IX) definiert. Demnach gelten Menschen dann als „behindert“, wenn sie „körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.“ Diese Definition berücksichtigt sowohl das medizinische, als auch das [[Soziales Modell von Behinderung|soziale Modell von Behinderung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Duden]] verzeichnet den Begriff „Nichtbehinderte[r]“ als [[Substantiv]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/node/103047/revision/103083 &amp;#039;&amp;#039;Nichtbehinderte&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Nichtbehinderter&amp;#039;&amp;#039; Duden online]. Abgerufen am 3. September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schreibweisen des [[Adjektiv]]s &amp;#039;&amp;#039;nicht behindert&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;nichtbehindert&amp;#039;&amp;#039; gelten beide als korrekt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/node/154157/revision/154193 &amp;#039;&amp;#039;nicht behindert, nichtbehindert&amp;#039;&amp;#039; Duden online.] Abgerufen am 3. September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Trennung von Menschen mit und ohne Behinderung im deutschen Sozialrecht ==&lt;br /&gt;
Das Bestehen einer Behinderung im Sinne des Medizinischen Modells von Behinderung kann in Deutschland durch Vorlage eines [[Schwerbehindertenausweis]]es nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Praxis des Sprechens über „Behinderte/Nichtbehinderte“ bzw. „Menschen mit/ohne Behinderung“ ==&lt;br /&gt;
In einer Zeitschrift für Sprachheilpädagogik wurden 1979 systematisch „sprachbehinderte“ mit „nichtbehinderten“ Vorschulkindern verglichen. Mit der letztgenannten Bezeichnung waren alle Kinder gemeint, die nicht der Gruppe der „Sprachbehinderten“ zugerechnet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.praxis-sprache.eu/fileadmin/SHA_Archiv/1979/1979_24-4_komplett.pdf |titel=Untersuchungen zur Lautstruktur und Phonemkapazität bei sprachlich auffälligen Vorschulkindern |autor=Manfred Grohnfeld |werk=Die Sprachheilarbeit 24 (1979) 4 |hrsg=Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik |seiten=125 – 137 |abruf=2021-10-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Substantivierung der Eigenschaft, „behindert“ zu sein („Behinderte“), galt 1979 noch nicht als problematisch. Die offizielle Umbenennung von „Werkstätten für Behinderte“ in „[[Werkstätte für behinderte Menschen|Werkstätten für behinderte Menschen]]“ zum 1. Juli 2001 im SGB IX zeigt allerdings beispielhaft, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für derartige Substantivierungen schwindet. Das betrifft auch die Formulierung „Nichtbehinderter“. &amp;lt;!-- → Ist es also noch sinnvoll, ein Lemma mit diesem Begriff weiterbestehen zu lassen? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Menschen mit und ohne Behinderung wird in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterschieden, etwa im Sport, in der Musik, in der Bildung und bei anderen Aktivitäten, die sich an Menschen mit und ohne Behindertenstatus wenden. So werden Sportgeräte wie das [[Handbike]], welches zunächst für Menschen mit Behinderung entwickelt wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handbike-beratung.ch/geschichte-des-handbikes/#Neuzeit Geschichte des Handbikes bei Handbike-Beratung Schweiz.] Abgerufen am 3. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch für Menschen ohne Behindertenstatus beworben&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handbike-beratung.ch/thema/e-handbike/ Handbikes für Behinderte und Nichtbehinderte bei Handbike-Beratung Schweiz.] Abgerufen am 3. September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und von Behindertenverbänden für den gemeinsamen sportlichen Wettkampf von Menschen mit und ohne Behindertenstatus empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.myhandicap.de/sport-behinderung/sportarten/handbiken/ein-sport-fuer-alle/ Ein Sport für alle] bei Stiftung &amp;#039;&amp;#039;My Handicap - My Chance&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 3. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bildung]]sbereich spielte das Behinderungsparadigma ab den 1990er Jahren eine wichtige Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Ahrbeck et al.: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Integrativen Pädagogik: Weiterentwicklung des Konzepts gemeinsamen Lebens und Lernens Behinderter und Nichtbehinderter (Arbeit - Bildung - Gesellschaft)&amp;#039;&amp;#039;, Hamburger Buchwerkstatt, Hamburg 1990 ISBN 3-925-40817-7&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Eberwein]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Behinderte und Nichtbehinderte lernen gemeinsam: Handbuch der Integrationspädagogik.&amp;#039;&amp;#039; Beltz Grüne Reihe, 1997 ISBN 3-407-25113-0&amp;lt;/ref&amp;gt; Damals wurde die „&amp;#039;&amp;#039;[[Schulische Integration|Integration]]&amp;#039;&amp;#039; behinderter Kinder in Regeleinrichtungen des Bildungswesens“ gefordert.&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Herm: &amp;#039;&amp;#039;Gemeinsam spielen, lernen und wachsen: Psychomotorik in der integrativen Arbeit mit behinderten und nichtbehinderten Kindern&amp;#039;&amp;#039; [[Luchterhand-Verlag]], München 1996, ISBN 3-472-02865-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Integrationspädagogik geht davon aus, dass es „für den Menschen so normal [ist], behindert zu sein, wie es normal ist, nicht behindert zu sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kindergartenpaedagogik.de/1800.pdf |titel=Normalität |autor=Sabine Lingenauber |hrsg=Projektverlag |werk=Handlexikon der Integrationspädagogik. Kindertageseinrichtungen |seiten=165–173 |abruf=2021-10-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Musik und anderen Kulturbereichen spielt das Behinderungsparadigma dann eine Rolle, wenn es um Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behindertenstatus geht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lmr-rp.de/fileadmin/landesmusikrat/downloads/sonstiges/E03_Doku-KonTakt.pdf &amp;#039;&amp;#039;Dokumentation KonTakt: Musik mit behinderten und nichtbehinderten Menschen&amp;#039;&amp;#039;] beim Landesmusikrat NRW. Abgerufen am 3. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=8NbIx5xVnDY &amp;#039;&amp;#039;Inklusive Kunst - Behinderte und nicht behinderte Künstler&amp;#039;&amp;#039;] Projekt der Caritas. Filmische Vorstellung bei [[YouTube]]. Abgerufen am 3. September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorwurf des Verstoßes gegen das Diskriminierungsverbot ==&lt;br /&gt;
Die von Behinderung Betroffenen bewerteten bereits in den 1990er Jahren den Begriff „Nichtbehinderter“ überwiegend als [[Behindertenfeindlichkeit|diskriminierend]].&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Sierck: &amp;#039;&amp;#039;Das Risiko, nichtbehinderte Eltern zu bekommen. Kritik aus der Sicht eines Behinderten.&amp;#039;&amp;#039; AG SBAK, 1992 ISBN 3-923-12663-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Legitimität von Nachteilsausgleichen für Menschen mit Behinderung ===&lt;br /&gt;
Da {{Art.|3|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 GG nur eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung verbietet, nicht aber [[Nachteilsausgleich]]e für diese Gruppe, kann nicht von einer „[[Diskriminierungsverbot|Diskriminierung]] Nichtbehinderter“ gesprochen werden, wenn diesen etwa verboten wird, einen [[Behindertenparkplatz]] zu benutzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diskriminierender und nicht-diskriminierender Sprachgebrauch ===&lt;br /&gt;
Wörter, die mit dem Präfix „Nicht-“ beginnen, lösen zumeist negative Konnotationen aus: Der „Nichtraucher“ grenzt sich vom [[Stigmatisierung|stigmatisierten]] Raucher ab, der Schwimmer hingegen vom stigmatisierten „Nichtschwimmer“; „Nichtbehinderter“ ist eine Analogiebildung zur erstgenannten Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „Behinderter“ wurde im Deutschen zuerst durch den Begriff „behinderter Mensch“, dann – vor allem auf Betreiben des Vereins [[Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland]] – durch „Mensch mit Behinderung“ oder durch Begriffe abgelöst, in denen die Verwendung von Begriffen aus dem [[Wortfeld]] gänzlich vermieden wird (Beispiel: „Mensch mit Lernschwierigkeiten“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland#Veränderungen im Sprechen und Denken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „Nichtbehinderter“ lässt sich nicht auf dieselbe Weise „modernisieren“. Der dafür vorgeschlagene englische Begriff &amp;#039;&amp;#039;able-bodied&amp;#039;&amp;#039; hat sich bisher nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behinderung und Krankheit ===&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung der Gruppe von Menschen ohne eine klassifizierbare Behinderung als „Gesunde“ (mit der Konnotation, Menschen mit Behinderung seien wegen ihrer Behinderung „[[Krankheit|krank]]“) ist problematisch. Sie wird von Anhängern der [[Behindertenbewegung]] als diskriminierend angesehen. Denn niemand ist vollständig und permanent „gesund“. [[Gesundheit]] wird als ein unerreichbarer Idealzustand angesehen, und die Festlegung der Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit ist oftmals umstritten. Abgesehen davon trifft es zwar zu, dass viele Menschen mit Behinderung oft erkranken bzw. [[Chronische Krankheit|chronisch krank]] sind; trotzdem können auch Menschen mit Behinderung so gesund sein wie Menschen ohne Behindertenstatus. Das trifft insbesondere auf Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen und eingeschränkter Motorik zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behinderung und „Unnormalität“ ===&lt;br /&gt;
Vertreter der [[Inklusive Pädagogik|&amp;#039;&amp;#039;inklusiven&amp;#039;&amp;#039; Pädagogik]] stehen der Praxis skeptisch gegenüber, im gemeinsamen Schulunterricht von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen für erstere einen [[Sonderpädagogik|sonderpädagogischen Förderbedarf]] geltend zu machen. Denn dieses Verfahren setze die Markierung des betreffenden Kindes als „Sonderfall“ voraus. Anhänger der Inklusion lehnen die „Zwei-Gruppen-Theorie“ ab, wonach Menschen entweder „behindert“ oder „nichtbehindert“ seien und Behinderung eine Abweichung von der „[[Normalität]]“ sei. Stattdessen sprechen sie von der „Normalität von Heterogenität“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bibelwissenschaft.de/wirelex/das-wissenschaftlich-religionspaedagogische-lexikon/wirelex/sachwort/anzeigen/details/inklusion/ch/cb6a72298022a73c590226572e17b83f/#h3 |titel=Von der „Zwei-Gruppen-Theorie“ zur Normalität von Heterogenität |werk=Inklusion |autor=Annabelle Pithan |hrsg=bibelwissenschaft.de |datum=2015-01-02 |abruf=2021-10-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Behinderung sei nur ein Spezialfall von [[Diversität (Soziologie)|Diversität]], die positiv bewertet werden müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ernst Begemann; [[Rudi Krawitz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sonderpädagogik für Nichtbehinderte. Was müssen Nichtbehinderte für ein solidarisches Miteinander lernen?&amp;#039;&amp;#039; 1994, Pfaffenweiler: Centaurus-Verl., ISBN 3-89085-928-3&lt;br /&gt;
* Ernst Begemann; [[Rudi Krawitz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sonderpädagogik für Nichtbehinderte. Was Nichtbehinderte hören sollten&amp;#039;&amp;#039;, 1994, Pfaffenweiler: Centaurus-Verl. ISBN 3-89085-980-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behinderung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Gesellschaft)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Recht)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
	</entry>
</feed>