<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Neutralit%C3%A4t_des_Geldes</id>
	<title>Neutralität des Geldes - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Neutralit%C3%A4t_des_Geldes"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neutralit%C3%A4t_des_Geldes&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T01:14:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neutralit%C3%A4t_des_Geldes&amp;diff=1321076&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TucanHolmes: Sprache angepasst, Absätze gestrafft und Links gesetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neutralit%C3%A4t_des_Geldes&amp;diff=1321076&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-12T15:21:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sprache angepasst, Absätze gestrafft und Links gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;In der [[Volkswirtschaftslehre]] bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neutralität des Geldes&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; die Annahme, dass Geldmengenänderungen keinen Einfluss auf reale Größen wie [[Konsum]] oder [[Arbeitslosigkeit]] haben, sondern lediglich die Geldpreise und -löhne beeinflussen. Nach der [[Neoklassische Theorie|neoklassischen Theorie]] besteht [[Wertfreiheit|Neutralität]] des Geldes in der [[Lange Frist|langen]], möglicherweise aber nicht in der [[Kurze Frist|kurzen Frist]]. Im [[Keynesianismus]] wird hingegen betont, dass kurzfristige Einflüsse die langfristige Entwicklung steuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analytisch besteht schon nach [[Klassische Nationalökonomie|klassischen]] und neoklassischen Vorstellungen eine [[Klassische Dichotomie|Dichotomie]] (griech. Zweiteilung) zwischen dem realen und monetären Sektor einer [[Volkswirtschaft]]. Nach dieser Vorstellung liegt Geld wie ein „Schleier“ über den Transaktionen, beeinflusst aber nicht die relativen Preise und den realen Sektor der Wirtschaft, jedenfalls nicht auf Dauer. Kurzfristig ist Geld nach herrschender Meinung jedoch nicht neutral, was sich besonders in einer [[Hyperinflation]] zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Superneutralität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des Geldes bedeutet, dass nicht nur Änderungen der absoluten Geldmenge, sondern auch Änderungen des &amp;#039;&amp;#039;Geldmengenwachstums&amp;#039;&amp;#039; keinen Einfluss auf realwirtschaftliche Größen haben. Superneutralität ist eine stärkere Eigenschaft als Neutralität und nur in bestimmten Modellen erfüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ideas.repec.org/a/lus/reveco/v66y2015i3p289-302.html Stefan Homburg (2015) Superneutrality of Money under Open Market Operations.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theoretische Hintergründe ==&lt;br /&gt;
In der makroökonomischen Theorie sind zur Erklärung, wie sich die Veränderung der Geldmenge auswirkt, zwei wesentliche Grundgedanken entwickelt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Ansatz stammt aus der neoklassischen &amp;#039;&amp;#039;Theorie realer Konjunkturzyklen&amp;#039;&amp;#039;. Die Befürworter dieses Ansatzes sind der Meinung, dass Löhne und Preise sich so anpassen, dass die Märkte [[Marktgleichgewicht|geräumt]] werden: Verändert sich die Geldmenge, passen sich alle Preise in der Volkswirtschaft rasch an die höhere Verfügbarkeit von Geld an. Abweichungen von zuvor bestehenden Gleichgewichten auf den Gütermärkten treten in dieser Formulierung nicht nennenswert auf. Ein solches Modell setzt z. B. voraus, dass sich Löhne und Preise tatsächlich sehr rasch – und in beide Richtungen – ändern können. (Diese Annahme ist in der Praxis häufig nicht gerechtfertigt.) Durch die schnelle und gleichgewichtsneutrale Reaktion der Märkte auf Veränderungen der Geldmenge kann die Volkswirtschaft gedanklich in einen realen und monetären Sektor aufgeteilt werden. Beide Sektoren wirken dann kaum aufeinander ein. Das Geld ist hinsichtlich der [[realwirtschaft]]lichen Größen in diesen Modellen neutral, da es ausschließlich die Tauschmittelfunktion erfüllt. Die Höhe des realen [[Volkseinkommen]]s und die relativen Preise der Güter und Faktoren werden als durch reale Vorgänge festgelegt gedacht. Ein proportionaler Anstieg der nominalen Preise und Löhne erzeugt dann keine realwirtschaftlichen Veränderungen, es gilt entsprechend die Neutralität des Geldes.&amp;lt;ref&amp;gt;Romer, D. (2012): &amp;#039;&amp;#039;Advanced Macroeconomics&amp;#039;&amp;#039;. Vierte Auflage McGraw-Hill Irwin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neutralität des Geldes gilt nicht in den makroökonomischen Modellen des [[Keynesianismus]]. Hier wird nicht angenommen, dass sich Preise und Löhne sehr rasch ändern. Vielmehr bleiben sie oft kurzfristig konstant (haben eine geringe [[Elastizität (Wirtschaft)|Elastizität]]), obwohl sich volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die Geldmenge verändern. Anbieter produzieren insbesondere so viel, wie zum kurzfristig gegebenen Preisniveau nachgefragt wird. Eine Ausweitung der Geldmenge führt zu einer höheren Nachfrage auf Seiten der Käufer; die Anbieter produzieren als Reaktion mehr und die Realwirtschaft wächst. Wenn weniger nachgefragt wird als produziert – etwa weil die Geldmenge sinkt –, so tritt Arbeitslosigkeit ein. Realer Sektor und monetärer Sektor stehen hier in einem engen Zusammenhang.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=t5zl2J2b0kEC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Wirtschafspolitische+Leitbilder+im+stabilit%C3%A4tspolitischen+Kontext,+Alexander+Schwaier&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=3fD7TImHKczCswbZgeWTBA&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCkQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorien nur bedingter Neutralität des Geldes ==&lt;br /&gt;
=== Knut Wicksell ===&lt;br /&gt;
Der neoklassische Ökonom [[Knut Wicksell]] führte die Bezeichnung „Neutralität des Geldes“ in die [[Geldtheorie]] ein. Er schuf die Begriffe „neutrales“ und „wertstabiles“ Geld und definierte den Terminus des neutralen Geldes durch eine Ableitung aus Verhältnis von [[Geldzins]] und „natürlichem Zins“. Ihm zufolge ist der Geldzins dann neutral, wenn sein Wert mit der Höhe des natürlichen Zinses übereinstimmt. Unter dem natürlichen Zins verstand Wicksell den Zins, der dem Realertrag des Kapitals in der Produktion entspricht. Dieser Zins ermöglicht somit die Preisniveaustabilität. Das von Wicksell geschaffene Konzept des neutralen Geldes wurde von einigen Theoretikern wie [[Carl Menger]] („innerer Tauschwert des Geldes“) und [[Karl Helfferich]] („indifferentes Geld“) aufgegriffen. Unter anderen Theoretikern fand seine Theorie jedoch keinen bedeutenden Anklang oder wurde gar abgelehnt. So erhob David Davidson schon frühzeitig den Einwand, dass Wicksell in seinem Buch „Geldzins und Güterpreise“ die Veränderungen auf der güterwirtschaftlichen Seite und insbesondere die der technischen Produktivität nicht berücksichtigt habe. Davidson führt an, dass eine Steigerung der Produktivität die Gewinnaussichten erhöhen kann, solange die Warenpreise unverändert blieben. Deshalb, so Davidson, seien der natürliche (reale) Zins gegenüber dem Geldzins zu hoch geworden.&lt;br /&gt;
Geld und Konjunkturtheoretiker setzen sich jedoch erst am Ende der 1920er Jahre und später in eingehender Weise mit Wicksells Thesen über die Neutralität des Geldes auseinander.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=sHbdkdCX6kUC&amp;amp;pg=PA453&amp;amp;dq=neutralit%C3%A4t+des+Geldes&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=0e77TKqiCMTOswbh1qiUBA&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCwQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=neutralit%C3%A4t%20des%20Geldes&amp;amp;f=false books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedrich von Hayek ===&lt;br /&gt;
[[Friedrich August von Hayek|Friedrich von Hayek]] sieht die Neutralität des Geldes zwar als wünschenswerten Zustand an, dieser Zustand werde jedoch durch Geldmengenveränderungen, z.&amp;amp;nbsp;B. wegen der Geldpolitik der Zentralbank, der Hortung oder Enthortung von Geld durch die Bürger aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Anderegg: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Oldenbourg Verlag, 2007, ISBN 9783486581485, S. 285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Hayek verhalte sich Geld neutral, wenn sämtliche Vorgänge in der Geldwirtschaft dem Idealtypus einer reinen Tauschwirtschaft nach den Gesetzen der [[Allgemeines Gleichgewichtsmodell|Gleichgewichtstheorie]] entsprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Stavenhagen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 1969, S. 456.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der Begriff der Neutralität des Geldes ergab sich aus der Indifferenzvorstellung der [[Klassische Nationalökonomie|klassischen Lehre]].“ (Stavenhagen 1969).&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Stavenhagen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 1969, S. 455.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Credit_Mechanics_4_mechanical_interrelationships_governing_the_credit_volume_(Table_1_by_F._Decker_&amp;amp;_C._Goodhart_2021).PNG|mini|Zu Schöpfung, Vernichtung von Giralgeld (sowie zu keiner Veränderung der Giralgeldmenge im Fall von Wirtschaftskrisen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wilhelm Lautenbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Kapitalbildung und Kapitalverwendung&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1932. Vgl. [[Hans Gestrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart und Berlin 1936, S. 40. Vgl. [[Heinrich Rittershausen]]: &amp;#039;&amp;#039;Bankpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1956. S. 32. Vgl. [[Bilanzrezession]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, allgemein bei Zahlungen von [[Debitor]]en an Debitoren).&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Decker, Charles A.E. Goodhart (2021): &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics – a precursor to the current money supply debate&amp;#039;&amp;#039;, Taylor &amp;amp; Francis, p. 8, DOI: [https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09672567.2021.1963796?journalCode=rejh20 10.1080/09672567.2021.1963796].&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geldmenge]] unterliegt der [[Geldpolitik]] der Zentralbanken, die danach trachtet, die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken zu beeinflussen. Tatsächlich tendiert die verfügbare Geldmenge ([[Geldangebot]]) in konjunkturellen Aufwärtsphasen anzusteigen und in rezessiver Marktstimmung zu stagnieren (siehe nebenstehende Tabelle). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Blanchard, Illing: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. München 2009, ISBN 978-3-8273-7363-2.&lt;br /&gt;
* Manfred Borchert: &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Oldenbourg 2003, ISBN 3-486-27420-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gablers Wirtschaftslexikon.&amp;#039;&amp;#039; 16. Auflage. Wiesbaden 2005, ISBN 3-409-10386-4.&lt;br /&gt;
* Jens Müller: &amp;#039;&amp;#039;Unvollkommene Güter- und Arbeitsmärkte in makroökonomischen Modellen&amp;#039;&amp;#039;. Band 33, Hamburg 1997, ISBN 3-86064-609-5.&lt;br /&gt;
* Felderer, Homburg: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik und neue Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;. 8., neu bearb. Auflage. Berlin 2003, ISBN 3-540-43943-9.&lt;br /&gt;
* Michael C. Burda, Charles Wyplosz: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. München 2001, ISBN 3-8006-2856-2.&lt;br /&gt;
* N. Gregory Mankiw: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;. 3., überarb. und erw. Auflage. Stuttgart 1998, ISBN 3-8252-8144-2.&lt;br /&gt;
* Brian Snowdon, Howard R. Vane: &amp;#039;&amp;#039;Modern Macroeconomics&amp;#039;&amp;#039;. Cheltenham, UK / Northampton, MA, USA 2005, ISBN 1-84376-394-X.&lt;br /&gt;
* N. Gregory Mankiw, Mark P. Taylor: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Volkswirtschaftslehre.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7910-3519-2.&lt;br /&gt;
* R. Anderegg: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;. München 2007, ISBN 978-3-486-58148-5.&lt;br /&gt;
* Duwendag, Ketterer, Kösters, Pohl, Simmert: &amp;#039;&amp;#039;Geldtheorie und Geldpolitik in Europa.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Köln 1998, ISBN 3-540-64833-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.diss.fu-berlin.de/1999/26/index.html Digitale Dissertation von Young Bin Hahn], fu-berlin.de&lt;br /&gt;
* [http://www.keynes-gesellschaft.de/Hauptkategorien/NeoklassischeUminterpretation/NeoklassischeSynthese.htm www.keynes-gesellschaft.de]&lt;br /&gt;
* Norbert Olah: [http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/olah &amp;#039;&amp;#039;Die soziale Frage: Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039;], fu-berlin.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldtheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TucanHolmes</name></author>
	</entry>
</feed>