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	<title>Neurasthenie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neurasthenie&amp;diff=382231&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Equord: /* Historisches */  Adrien Proust</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historisches: &lt;/span&gt;  Adrien Proust&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = F48.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Neurasthenie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neurasthenie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nervenschwäche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; von {{grcS|νεῦρον|neuron}} „Nerv“ und {{lang|grc|ἀσθενής|asthenḗs}} „schwach“) ist eine in der [[ICD-10]] enthaltene [[psychische Störung]]. Sie wird nur noch selten diagnostiziert und spielt in der psychotherapeutischen sowie psychiatrischen Praxis kaum noch eine Rolle, da inzwischen andere Krankheitsbilder (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Depression]] und [[Burn-out]]) beschrieben wurden, welche die Symptome der Neurasthenie umfassen. Die aus den USA als Krankheitskonzept übernommene Befindlichkeitsstörung wird im Deutschen häufig als „reizbare Schwäche“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Dieter Mennel: &amp;#039;&amp;#039;Psychopathologie und Zeitanalyse in Thomas Manns Roman „Zauberberg“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 199–220, hier: S. 209.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neurasthenie gehörte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu den [[Modekrankheit]]en einer gehobenen Gesellschaftsschicht. Eine Abwechslung verheißende und anregende Behandlung im [[Kur]]verfahren erfolgte seinerzeit nach den Prinzipien des [[Brownianismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Dixon Savill: &amp;#039;&amp;#039;Clinical Lectures on Neurasthenia&amp;#039;&amp;#039;. H.J. Glaisher, 1908.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In China (dort {{zh|c=|t=神經衰弱|v=神经衰弱|p=shénjīng shuāiruò}} genannt) und Japan ({{jaS|神経衰弱|shinkei suijaku}}) wird sie häufig diagnostiziert, vor allem da mit ihr nicht das Stigma einer [[Psychische Störung|psychischen Störung]] einhergeht, so dass damit bisweilen Erkrankungen wie [[Schizophrenie]] kaschiert werden. In Japan wird die [[Morita-Therapie]] zur Behandlung eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pamela Yew Schwartz |Titel=Why is neurasthenia important in Asian cultures? |Sammelwerk=Western Journal of Medicine |Band=176 |Nummer=4 |Datum=2002 |ISSN=0093-0415 |Seiten=257–258 |PMC=1071745 |PMID=12208833}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
[[Symptom|Hauptsymptom]] der Neurasthenie ist die Erschöpfung und Ermüdung, die entweder durch eine zu geringe Belastbarkeit durch äußere Reize und Anstrengungen oder auch durch zu geringe oder zu monotone Reize selbst verursacht sein kann ([[Boreout-Syndrom]]). Neben [[Unwohlsein und Ermüdung|Ermüdung]], [[Ängstlichkeit]], [[Kopfschmerzen]], [[Erektile Dysfunktion|Impotenz]] bei Männern und [[Frigidität]] bei Frauen, [[Neuralgie]], [[Konzentrationsstörung]]en, Freudlosigkeit und [[Melancholie]] sind daher auch Unfähigkeit zu entspannen, [[Spannungskopfschmerz]] und erhöhte [[Reizbarkeit]] zu nennen. Die Symptomatik ist als variabel zu bezeichnen. Es besteht eine kulturelle und gesellschaftliche Eigenart von Symptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Dilling u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), Weltgesundheitsorganisation: &amp;#039;&amp;#039;Internationale Klassifikation psychischer Störungen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. ICD-10 Kapitel V (F). Hans Huber Verlag, Göttingen 1993, ISBN 3-456-82424-6, S. 192 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Therapie ==&lt;br /&gt;
In der [[Gründerzeit]] wurde die Neurasthenie mittels [[Kur]]verfahren nach den Prinzipien des [[Brownianismus]] behandelt. Sie wurde von den Betroffenen vielfach als Angelegenheit [[Vitalismus|vitalisierender]], rein äußerlicher Anwendungen und Therapieverfahren und nicht als einer persönlichen, inneren Veränderung angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Adrien Proust: &amp;#039;&amp;#039;The Treatment of neurasthenia&amp;#039;&amp;#039;. E.R. Pelton, 1903.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit war die Beliebtheit der sich rasch verbreitenden Bezeichnung vorgegeben. In dieser Hinsicht ist es bedeutsam, dass die anfänglichen Vorstellungen der Behandlung gerade von Beard, einem New Yorker Neurologen und Elektrotherapeuten, ausgingen, auch wenn es sich hier ursprünglich nur um einfache [[Reizstrom]]anwendungen einer [[somatisch]]en Behandlungsform handelte ([[Somatotherapie]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;HDP&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Psychodynamik|Psychodynamisch]] betrachtet, unterschied sich die Neurasthenie von irreversiblen durch körperliche [[Entartung (Medizingeschichte)|Entartung]] und [[Endogen]]ität bedingten seelischen Störungen (siehe auch den medizingeschichtlichen Begriff der [[Endogene Psychose|endogenen Psychose]]). Eigene psychische Beteiligung wurde somit durch die Betonung des organischen Aspekts der Nervenschwäche als Folge von Erschöpfung ausgeschlossen. Allerdings wurden gesellschaftliche Probleme zunehmend mit in die therapeutischen Betrachtungen einbezogen. Die sich hieraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen waren auf Erholung des Nervensystems und Veränderung der Arbeitsbedingungen gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der durch [[George Cheyne]] (1671–1743) beschriebenen „English Malady“ hin zu der von [[George Miller Beard]] (1839–1883), der 1869 das moderne Krankheitsbild der Neurasthenie beschrieben hat,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; beschriebenen „American Nervousness“ war kein weiter Schritt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ENM&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;AMN&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;KGP&amp;quot; /&amp;gt; Diese Entwicklungstendenz kann auch weiter beobachtet werden bis hin zum Erscheinen arbeitsmedizinischer Schriften, in denen die Neurasthenie –&amp;amp;nbsp;besonders bei Frauen&amp;amp;nbsp;– als Folge einer Wirtschaftspolitik erscheint, die den Konkurrenzdruck zwischen den Unternehmen verschärft und zu fortschreitender Mechanisierung führt. Folgt man diesen Schriften, so sind diese Änderungen nicht ohne Auswirkung auf die Arbeitsbedingungen und damit auch auf die psychische Gesundheit einschließlich der Ausbildung von [[Organneurose]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Koelsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Arbeitsmedizin.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 4. Auflage. Enke, Stuttgart 1963, S. 161. (&amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Arbeitshygiene.&amp;#039;&amp;#039; Enke, Stuttgart 1937)&amp;lt;/ref&amp;gt; 1913 erschien das Sammelwerk „Krankheit und soziale Lage“ zur ›Hochzeit‹ der [[Sozialhygiene]] im [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]].&amp;lt;ref&amp;gt;M. Mosse, G. Tugendreich (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krankheit und soziale Lage&amp;#039;&amp;#039;. J. F. Lehmanns Verlag, München 1913.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PSM&amp;quot;&amp;gt;[[Thure von Uexküll]] (Hrsg. u.&amp;amp;nbsp;a.): &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1986, ISBN 3-541-08843-5, S. 1108.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud war ursprünglich auch Anwender der Reizstrombehandlung (siehe auch den unten genannten Fall der Elisabeth von R).&amp;lt;ref name=&amp;quot;KGP&amp;quot; /&amp;gt; Er grenzte jedoch entsprechend der allgemeinen Auffassung seiner Zeit die Neurasthenie aus seinem späteren Konzept der [[Neurose]]n und der bei der [[Angstneurose]] wirksamen Signalangst von der Neurasthenie ab. Die Neurasthenie rechnete er zu den [[Aktualneurosen]]. Die therapeutischen Konsequenzen folgten einer bei dieser Krankheitsgruppe besonders verbreiteten Einstellung des sozial orientierten [[Krankheitsgewinn]]s und waren auf die Veränderung äußerer Bedingungen abgestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
Es gibt seit der [[Antike]] Beschreibungen, welche die genannten Symptome unter [[Melancholie]] und [[Hypochondrie]] zusammenfassten. Das Phänomen des „[[Nervosität|Nervösen]]“ war erst im Zeitalter der [[Empfindsamkeit]] durch die [[physiologisch]]e Literatur des 18. Jahrhunderts und die darauf folgenden Auseinandersetzungen zwischen [[Psychiker (Psychiatrie)|Psychikern]] und [[Somatiker]]n in die wissenschaftliche Diskussion zusammen mit der [[Moralische Behandlung|moralischen Behandlung]] eingeführt worden. Auch hier wurde die bereits auf die später von [[George Miller Beard]] favorisierte [[soziologisch]]e Betrachtung von [[Modekrankheit|Krankheiten]] erstmals hingewiesen, so z.&amp;amp;nbsp;B. von [[George Cheyne]] (1671–1743), der die Engländer als besonders „nervös“ ansah und daher von „&amp;#039;&amp;#039;English Malady&amp;#039;&amp;#039;“ sprach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ENM&amp;quot;&amp;gt;[[George Cheyne]]: &amp;#039;&amp;#039;The English Malady; or, A Treatise of Nervous Diseases of All Kinds, as Spleen, Vapours, Lowness of Spirits, Hypochondriacal and Hysterical Distempers.&amp;#039;&amp;#039; Dublin 1733. (Facsimile: Scholars’ Facsimiles &amp;amp; Reprints, 1976, ISBN 0-8201-1281-X)&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere der [[Brownianismus]] hatte die krankheitsauslösende Bedeutung von zu schwachen und zu starken nervösen Reizen betont (Gegensätzlichkeit von Sthenie und Asthenie).&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürger und Irre&amp;#039;&amp;#039;. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-436-02101-6, S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Neurasthenie wurde von Miller Beard 1869 zwar nicht geprägt, aber sie fand durch ihn und seine ab diesem Zeitpunkt erscheinenden Schriften eine äußerst weite inneramerikanische und internationale Verbreitung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[George Miller Beard]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurasthenia, or nervous exhaustion.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Boston Medical and Surgical Journal.&amp;#039;&amp;#039; Band 80, 1869, S. 217–221.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem geschichtlichen Trend seiner Zeit folgend führte Beard die Symptome nervöser Erschöpfung auf Mangel an bestimmten chemischen Elementen zurück wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Phosphor]] und begünstigte damit den in dieser Zeit eifrig aufgegriffenen Gedanken der medizinischen [[Kur]]behandlung einschließlich der Anwendung von [[Diät]].&amp;lt;ref&amp;gt;George Miller Beard: &amp;#039;&amp;#039;A practical treatise on Nervous Exhaustion (Neurasthenia)&amp;#039;&amp;#039;. 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;HDP&amp;quot;&amp;gt;[[Edward Shorter (Historiker)|Edward Shorter]] &amp;#039;&amp;#039;A historical Dictionary of Psychiatry.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Oxford University Press, New York 2005, ISBN 0-19-517668-5, S. 29, 38, 187 f. {{Webarchiv |url=http://issuu.com/dostum/docs/a-20historical-20dictionary-20-1 |text=(Text online) |wayback=20100328192326 |archiv-bot=2019-05-03 18:15:33 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beard leitete aber auch ein weiteres Umdenken insofern ein, indem er die Krankheit mit dem „Amerikanischen Lebensstil“ in Zusammenhang brachte und somit dem Gedanken einer soziologischen Betrachtungsweise von [[Krankheit]] weitere Beachtung verschaffte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AMN&amp;quot;&amp;gt;George Miller Beard: &amp;#039;&amp;#039;American nervousness, with its causes and consequences&amp;#039;&amp;#039;. A Supplement to Nervous Exhaustion (Neurasthenia). 1881. (dt. von Neisser 1881)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der später u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Sigmund Freud]] und [[Richard von Krafft-Ebing]] aufgegriffene Gesichtspunkt der [[Sexualmoral]] wurde von Beard in einer eigenen Schrift abgehandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;George Miller Beard: &amp;#039;&amp;#039;Sexual Neurasthenia&amp;#039;&amp;#039;. 1884.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser Zeit wurden psychische Störungen von Neurologen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Emil Heinrich Du Bois-Reymond|Dubois-Reymond]], [[Ernst Julius Remak|Remak]], [[Augustus Volney Waller|Waller]] und [[François Magendie|Magendie]] überwiegend als körperlich verursacht interpretiert. Freud grenzte 1895 von der Neurasthenie die [[Angstneurose]] ab, siehe den folgenden Abschnitt [[#Freuds Erklärung der Neurasthenie|&amp;#039;&amp;#039;Freuds Erklärung der Neurasthenie&amp;#039;&amp;#039;]]. Zeitgleich mit ihm legte Krafft-Ebing auch soziologischen Aspekten eine wichtige Bedeutung bei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard von Krafft-Ebing]]: &amp;#039;&amp;#039;Nervosität und neurasthenische Zustände&amp;#039;&amp;#039;. 1895. siehe dort das [[Ätiologie (Medizin)|ätiologische]] Kapitel „Sociologische oder allgemein prädisponierende Ursachen“&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Theorien über Ursachen, Verlauf und Behandlungen der Nervenschwäche entwickelte der französische Medizinprofessor [[Adrien Proust]], Chefarzt des [[Hôtel-Dieu de Paris]], 1897 in seinem Standardwerk &amp;#039;&amp;#039;L’hygiène du neurasthénique&amp;#039;&amp;#039; („Die Behandlung des Neurasthenikers“); es wird vielfach angenommen, dass seine Theorien inspiriert worden waren durch seinen von Geburt an kränkelnden Sohn [[Marcel Proust]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Straus: &amp;#039;&amp;#039;Maladies of Marcel Proust. Doctors and Disease in His Life and Work&amp;#039;&amp;#039;, New York 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird die Neurasthenie z.&amp;amp;nbsp;T. als [[neurotisch]], [[Funktionelle Syndrome|funktionell]] oder [[psychosomatisch]] mitverursacht beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KGP&amp;quot;&amp;gt;[[Erwin H. Ackerknecht]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurze Geschichte der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Enke Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-432-80043-6. (a)&amp;amp;nbsp;zu Kap. „Therapie“ - Stw. „Zeitgeist der Sprechstundenpsychiatrie“, S. 30; (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. &amp;quot;Freud als ursprünglicher Elektrotherapeut&amp;quot;, S. 91; (c)&amp;amp;nbsp;zu Kap. „Geschichte“ - Gesamtübersicht, S. 30, 67 (reizbare Schwäche), 81 f., 99; Hinweis auf die heute polyätiologische Einordnung der Neurasthenie, S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Niedergang der Bezeichnung Neurasthenie hängt mit deren zunehmender Psychiatrisierung zusammen, ähnlich der Bezeichnung [[Neurose]], die ursprünglich ein somatischer Kampfbegriff gegen die von Psychikern vertretene moralisierende Betrachtungsweise darstellte. Vielfach kam anstelle der Bezeichnung Neurasthenie die Bezeichnung [[Psychasthenie]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pierre Janet]]: &amp;#039;&amp;#039;Les obsessions et la psychasthénie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Paris 1908.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freuds Erklärung der Neurasthenie ===&lt;br /&gt;
Als typische Symptome der Neurasthenie betrachtete Freud in seinen frühen Schriften den Kopfdruck, die [[Spinalirritation]] und die [[Dyspepsie]] mit [[Flatulenz]] und [[Obstipation]]. Er war jedoch eher wenig davon überzeugt, dass es sich bei dieser weit verbreiteten Bezeichnung der Neurasthenie um eine spezifische [[Krankheitseinheit]] handelt, insbesondere hinsichtlich ihrer [[Ätiologie (Medizin)|Ätiologie]] und des „Mechanismus“ ihrer Auslösung. Er schrieb daher: „Es ist schwierig, etwas Allgemeingültiges von der Neurasthenie auszusagen, solange man diesen Krankheitsnamen all das bedeuten läßt, wofür [[George Miller Beard|Beard]] ihn gebraucht hat.“ Differentialdiagnostisch grenzte schon Freud die von der Symptomatik her recht ähnlichen, jedoch von der Entstehung zu unterscheidenden organisch bedingten [[Pseudoneurasthenie]]n und die depressiven bzw. zyklothymen Störungen vom allgemeinen neurasthenischen Beschwerdebild ab. Sein Augenmerk richtete er in einer eigenen Schrift auf die Abgrenzung von Neurasthenie und [[Angstneurose]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Berechtigung, von der Neurasthenie einen bestimmten Symptomenkomplex als »Angstneurose« abzutrennen.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. [1895 b] In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band I (Studien über Hysterie – Frühe Schriften zur Neurosenlehre), S. Fischer, Frankfurt am Main 1953, ISBN 3-10-022703-4; (a)&amp;amp;nbsp;Titelblatt, S. 313 ff.; (b)&amp;amp;nbsp;Definition „Hypochondrie“, S. 318; (c)&amp;amp;nbsp;Vermutete Bedeutung der Sexualität als auslösender Faktor für alle Neurosen, S. 332; (d)&amp;amp;nbsp;Somatischer und psychischer Pol der Angstzustände, S. 337; (e)&amp;amp;nbsp;Psychische Faktoren bei der Auslösung von Angstneurosen, S. 333; (f)&amp;amp;nbsp;Gegenüberstellung auslösender Bedingungen bei Angstneurose und Neurasthenie, S. 335 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer speziellen Falldarstellung definiert Freud die Neurasthenie auch als mit Angstneurose behaftete Hypochondrie. Es ist von psychiatriegeschichtlichem Interesse, dass in diesem Falle bei Fräulein Elisabeth v.&amp;amp;nbsp;R... eine Reizstrombehandlung nach dem Muster von Beard durchgeführt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SZH&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Hysterie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Kap. D, Fräulein Elisabeth v. R... [1925] In: Gesammelte Werke, Band I (Studien über Hysterie – Frühe Schriften zur Neurosenlehre), S. Fischer, Frankfurt/M., 1953, ISBN 3-10-022703-4; Stichwort „Neurastheniker“ S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hypochondrie ist nach Freud die auf eine Krankheit bezogene ängstliche Erwartung, der gewisse körperliche Missempfindungen vorausgehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot; /&amp;gt; Da Freud von der Bedeutung der Sexualität bei der Diagnose und Behandlung der [[Hysterie]] überzeugt war, sah er auch bei den übrigen Neurosen ähnliche Auslösungsmechanismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot; /&amp;gt; Freud sah das Spezifische der Angstneurose in der Ablenkung der von [[somatisch]]en Quellen herrührenden Sexualerregung von dem normalen Ziel der Befriedigung durch den Sexualpartner. Entscheidend für die fehlende Befriedigung sei die Entfremdung zwischen somatischen und psychischen Abläufen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexuelle Befriedigung sah er aber als psychisches Moment an. Freud betrachtete die abgewehrte Sexualerregung als energetisches [[Affektäquivalent|Äquivalent]] der [[Libido]]. Die Mechanismen, die demnach zur Auslösung der Angstneurose führten, waren für Freud bestimmte u.&amp;amp;nbsp;a. auf Verhütung einer Schwangerschaft gerichtete Praktiken des Koitus wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Coitus reservatus]] oder [[Coitus interruptus]]. Nicht aber die Furcht vor der Schwangerschaft, sondern vielmehr das rein psychologische Moment der sexuellen Befriedigung sei für die Auslösung der Angstneurose verantwortlich, da auch Frauen, die gegenüber der Folge einer Schwangerschaft unbesorgt seien, zur Entwicklung von Angstneurosen neigten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot; /&amp;gt; Zur Angstneurose führen also alle diejenigen Momente, die eine psychische Verarbeitung der somatischen Sexualerregung verhindern. Neurasthenie hingegen war für Freud hauptsächlich durch Erschöpfung der Libido durch gewohnheitsmäßige [[Masturbation]] hervorgerufen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÜDB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud zählte die Neurasthenie neben Angstneurose und [[Hypochondrie]] zu den drei [[Aktualneurosen]]. Diese Gruppe von Neurosen hielt er verursacht durch eine inadäquate Verarbeitung der seelischen Energie (Libido). Erst mit seiner zweiten Angsttheorie (Signalangst) räumte Freud die Entstehung von Angstneurosen in Abhängigkeit von innerseelischen Faktoren ein. Angstneurose war damit nicht nur eine äußerliche Fehlverarbeitung von Erregungsreizen, sondern auch ein Ergebnis der mangelhaften Ich-Organisation. Freud erwies sich mit diesen Auffassungen als Nachfolger in der Tradition der [[Moralische Behandlung|moralischen Behandlung]]. Aus heutiger Sicht ist die psychische Komponente bei der Auslösung der Angstneurose wohl eher in der häufig vorkommenden Verlustangst gegenüber einer Bezugsperson zu sehen, die gleichzeitig auch oft auf Mängel in der Ich-Organisation hinweist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NKV&amp;quot;&amp;gt;[[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung.&amp;#039;&amp;#039; Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-42239-6, S. 171 ff., 180 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgrenzung von Neuropathien ===&lt;br /&gt;
Wenngleich der [[Somatisch|organische]] Charakter bei der Definition der Neurasthenie ursprünglich im Vordergrund stand, so wurden andererseits doch krankhafte organische Veränderungen der Nerven ausgeschlossen, wie sie durch den Oberbegriff der [[Neuropathie]] festgelegt sind. Damit sollte dem Einfluss äußerer Faktoren bei einem ursprünglich gesunden Nervensystem größere Bedeutung zugemessen werden. Insofern entwickelte sich der Begriff zum Sammelbecken organisch nicht recht fassbarer Beschwerden, was er bis zum heutigen Tag blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Neurasthenie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Uwe Henrik Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1984, S. 320.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Sicht ==&lt;br /&gt;
Es gibt die Auffassung, die Neurasthenie entspreche dem, was heute als [[Burn-out]] oder Erschöpfungsdepression bezeichnet wird. Allerdings gibt es hierzu keine abschließenden Untersuchungen, da die Neurasthenie ein in Vergessenheit geratenes Krankheitsbild ist, das quasi nicht mehr erforscht wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Bährer-Kohler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burnout for Experts: Prevention in the Context of Living and Working.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Heidelberg 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Seidel schrieb 2011 im Vorwort zu seinem Burn-out-Buch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Neurasthenie galt schon vor 100 Jahren als typische Lehrererkrankung. Sie hatte keinen sonderlich guten Ruf, sondern war eher ein Tabuthema. Kaum einer wird behauptet haben, dass er gerne darunter leide. Das ist ganz anders beim Burnout, der seit etwa 40 Jahren zunehmend häufig diagnostiziert und diskutiert wird. Beim Burnout wird den &amp;#039;&amp;#039;äußeren Umständen&amp;#039;&amp;#039;, also besonders den Arbeitsbedingungen ein wesentlicher Anteil am Entstehen zugesprochen. Das löst bei den Menschen Mitleid und Hilfsangebote aus&amp;amp;nbsp;…&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Seidel: &amp;#039;&amp;#039;Burnout: Erkennen, verhindern, überwinden. Die eigenen Emotionen steuern lernen. Wie neueste Erkenntnisse helfen&amp;#039;&amp;#039;. Humboldt-Verlag, 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ICD-10-Code hat Neurasthenie die Nummer F48.0, wobei explizit angegeben ist, dass damit nicht das Burn-out-Syndrom (Code Z73.0) gemeint sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alfred Adler]]: &amp;#039;&amp;#039;Über den nervösen Charakter&amp;#039;&amp;#039; (1912). Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen, 2007–2009, Studienausgabe, Band 2. Herausgegeben von Karl Heinz Witte, Almuth Bruder-Bezzel und Rolf Kühn, ISBN 978-3-525-46053-5 und Fischer Taschenbuch 1972.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang U. Eckart|Wolfgang Eckart]]:&amp;#039;&amp;#039; Die wachsende Nervosität unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Medizin und Kultur um 1900 am Beispiel einer Modekrankheit. In: [[Gangolf Hübinger]], [[Rüdiger vom Bruch]], Friedrich Wilhelm Graf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kultur und Kulturwissenschaften um 1900.&amp;#039;&amp;#039; Band II: &amp;#039;&amp;#039;Idealismus und [[Positivismus]].&amp;#039;&amp;#039; Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, S. 207 ff. [http://books.google.de/books?id=djh-8AJQcbcC&amp;amp;lpg=PA213&amp;amp;ots=Pr0wDk8OYN&amp;amp;dq=A.%20Steiner%3A%20Nerv%C3%B6ses%20Zeitalter.%20Z%C3%BCrich%201964&amp;amp;pg=PA207#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=true books.google.de]&lt;br /&gt;
* [[Joachim Radkau]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Zeitalter der Nervosität. Deutschland zwischen Bismarck und Hitler.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München/Wien 1998, ISBN 3-446-19310-3.&lt;br /&gt;
* [[Volker Roelcke]]: &amp;#039;&amp;#039;Krankheit und Kulturkritik. Psychiatrische Gesellschaftsdiagnosen im bürgerlichen Zeitalter 1790-1914&amp;#039;&amp;#039;. Campus, Frankfurt am Main 1999, ISBN 978-3-593-36208-3 (Habilitationsschrift Universität Bonn 1997, 257 Seiten).&lt;br /&gt;
* Michael Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Neurastheniekonzeptes und seiner modernen Varianten Chronique-Fatigue-Syndrom, Fibromyalgie sowie multiplen chemische Sensitivität.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; Band 70, 2002, S. 572–580.&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube |Wikisource=Die Nervenschwäche &amp;amp;#40;Neurasthenie&amp;amp;#41; |Jahr=1887 |Heft=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/einestages/neurasthenie-burnout-des-fruehen-20-jahrhunderts-a-960000.html &amp;#039;&amp;#039;Krankheitsbild Neurasthenie – Der Burnout des frühen 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039;] [[einestages]], 21. März 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Equord</name></author>
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