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	<title>Neue Reichskanzlei - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2025-12-26T15:51:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ausstattung: &lt;/span&gt; suboptimale Quelle ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-E04492, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|mini|hochkant=1.3|Die Neue Reichskanzlei in der [[Voßstraße]] in [[Berlin-Mitte]], April 1939]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neue Reichskanzlei&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der [[Voßstraße]] im heutigen [[Berlin]]er Ortsteil [[Berlin-Mitte|Mitte]] wurde zwischen 1934 und 1943 unter [[Adolf Hitler]] nach Plänen von [[Albert Speer]] als Ergänzung der alten [[Reichskanzlei]] und des 1928–1930 errichteten Erweiterungsbaus in der [[Wilhelmstraße (Berlin-Mitte)|Wilhelmstraße]] gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundstückserwerb und Arisierung des Wertheim-Konzerns ==&lt;br /&gt;
Im Zuge der Vorbereitungen zum Bau der Neuen Reichskanzlei erwarb das Deutsche Reich im Jahr 1937 mehrere Grundstücke in der Voßstraße, die zuvor dem jüdischen Kaufhauskonzern [[Wertheim (Warenhaus)|Wertheim]] gehörten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otto Köhler |Titel=Die Wertheim-Geschichte – Arisiert, betrogen, verkauft |Sammelwerk=Der Freitag |ISSN=0945-2095 |Online=https://www.freitag.de/autoren/otto-koehler/arisiert-betrogen-verkauft |Abruf=2025-05-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verkäufe erfolgten unter dem Druck wachsender [[Antisemitismus|antisemitischer]] Maßnahmen und waren Teil der systematischen [[Arisierung]] des Unternehmens. Der Bankier [[Emil Georg von Stauß]], der enge Verbindungen zum NS-Regime pflegte, vermittelte den Verkauf der Grundstücke an das Deutsche Reich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freitag&amp;quot;&amp;gt;Otto Köhler: [https://www.freitag.de/autoren/otto-koehler/arisiert-betrogen-verkauft &amp;#039;&amp;#039;Arisiert. Betrogen. Verkauft&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[der Freitag]]&amp;#039;&amp;#039;, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter maßgeblicher Beteiligung führender Nationalsozialisten, insbesondere [[Martin Bormann]] und [[Hermann Göring]], wurde die Arisierung des Wertheim-Konzerns beschleunigt. Die betreffenden Grundstücke wurden anschließend in das Areal der Neuen Reichskanzlei integriert, die ab Januar 1938 nach den Entwürfen von [[Albert Speer]] errichtet und im Januar 1939 eingeweiht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel&amp;quot;&amp;gt;Hans-Dieter Nägelke: [https://www.tagesspiegel.de/kultur/wie-rechnet-sich-entschadigung-915949.html &amp;#039;&amp;#039;Wie rechnet sich Entschädigung?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, 5. August 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Neuen Reichskanzlei steht damit exemplarisch für die enge Verknüpfung von architektonischem Machtsymbolismus und antisemitischer Enteignungspolitik im Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lageplan Reichskanzlei Neue Reichskanzlei.jpg|mini|Schematischer Lageplan der Neuen Reichskanzlei im heutigen Straßenbild]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1991-041-03, Berlin, Bau der Neuen Reichskanzlei.jpg|mini|Bau der Neuen Reichskanzlei in der Voßstraße, 1938]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offiziell beauftragte Hitler am 11.&amp;amp;nbsp;Januar 1938 [[Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt]] Albert Speer mit einem Neubau entlang der gesamten Voßstraße, was einer Gebäudefront von 421&amp;amp;nbsp;Metern Länge entspricht. Die Planungen hatten schon 1934 begonnen, und ab 1935 wurden die 18&amp;amp;nbsp;Gebäude der Straße Stück für Stück aufgekauft. Das ebenfalls seit 1934 in Reichsbesitz befindliche [[Palais Borsig]] ([[Voßstraße#Nr1|Voßstraße&amp;amp;nbsp;1]]) wurde nicht abgerissen, sondern in den Neubau integriert. Die Baupläne wurden von [[Hans Peter Klinke]] realisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgerissen wurden dagegen bis 1937 die Gebäude Voßstraße 2–10. Das beinhaltete auch die Bayrische Gesandtschaft ([[Voßstraße#Nr3|Hausnummer&amp;amp;nbsp;3]]), das Justizministerium ([[Voßstraße#Nr4-5|Hausnummer&amp;amp;nbsp;4/5]]) und die Württembergische Gesandtschaft ([[Voßstraße#Nr10 |Hausnummer&amp;amp;nbsp;10]]). Erst mit der offiziellen Vergabe des Bauauftrages an Albert Speer wurde damit begonnen, die Gebäude westlich davon, Voßstraße 11–19 (darunter die Gauleitung [[Groß-Berlin]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und die Sächsische Gesandtschaft), abzureißen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Anfang 1938 wurde mit Hochdruck an der Fertigstellung der Neuen Reichskanzlei gearbeitet, um sie rechtzeitig zum jährlichen Diplomatenempfang am 7.&amp;amp;nbsp;Januar 1939 fertigzustellen. Dies gelang nicht; einige Ausbauarbeiten dauerten bis Anfang der 1940er Jahre. Die von Speer nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in [[Erinnerungen (Albert Speer)|seiner Autobiografie]] gegebene Schilderung, er sei Ende Januar 1938 zum „[[Führer]]“ gebeten worden und dieser habe ihm völlig überraschend eröffnet, Speer solle ihm eine Neue Reichskanzlei gestalten, ist nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des in den ursprünglichen Plänen nicht vorgesehenen [[Führerbunker]]s begann erst 1943. Er lag auch nicht unter der Neuen Reichskanzlei, sondern zusammen mit anderen von Hitler genutzten [[Luftschutz]]räumen im Garten der Alten Reichskanzlei (Wilhelmstraße&amp;amp;nbsp;77). Die Neue Reichskanzlei hatte 1938 auch Luftschutzkeller erhalten; diese wurden von Menschen aus der Umgebung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt kostete der Bau der Reichskanzlei 90&amp;amp;nbsp;Millionen [[Reichsmark]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Heitmann (Journalist)|Jan Heidtmann]]: [https://www.sueddeutsche.de/reise/verpfuschte-bauwerke-wie-der-ber-riesen-des-ruins-1.1577119-9 &amp;#039;&amp;#039;Verpfuschte Bauwerke wie der BER Berlin: „Germanias“ Ungeist&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche.de]]&amp;#039;&amp;#039;, 20.&amp;amp;nbsp;Januar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; was kaufkraftbereinigt in heutiger Währung rund {{Inflation|DE|90|r=0|1938}}&amp;amp;nbsp;Millionen Euro entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur und Arbeitszimmer Hitlers ==&lt;br /&gt;
Bei der Konzeption der Neuen Reichskanzlei ging es Speer hauptsächlich um die architektonische Repräsentation von Macht und Herrlichkeit von Führer und Reich. Der gesamte Gebäudekomplex wurde, der [[Architektur im Nationalsozialismus|Architektur des Nationalsozialismus]] entsprechend, in einer kühlen [[Neoklassizismus (bildende Kunst)|neoklassizistischen]] Formensprache errichtet. Die sogenannte „Diplomaten-Route“, eine opulente und langgestreckte 300&amp;amp;nbsp;Meter lange Raumflucht, die vom monumentalen Ehrenhof, über eine Vorhalle in den Mosaiksaal, den Runden Saal und die Marmorgalerie führte, endete schließlich im Empfangssaal, beziehungsweise dem Arbeitszimmer Hitlers. Dieses Architekturkonzept griff auf die [[barock]]e [[Enfilade (Architektur)|Enfilade]] zurück, dem repräsentativen, durch kostbar ausgestattete Räume führenden Weg zum absoluten Herrscher. Speer und Hitler wollten allerdings die einstige barocke Prachtentfaltung in ihrer Monumentalität übertreffen. So war die Marmorgalerie der Reichskanzlei doppelt so lang wie der [[Spiegelsaal von Versailles]]. Die Neue Reichskanzlei sollte den Anspruch auf eine deutsche Dominanz in Europa untermauern. Für die Innengestaltung mehrerer Büros, der Kanzlei des Führers und des Großen Sitzungssaals war Architekt [[Cäsar Pinnau]] verantwortlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NDR |url=https://www.ndr.de/geschichte/Caesar-Pinnau-ein-umstrittener-Architekt,pinnau104.html |titel=Umtriebig und umstritten: Architekt Cäsar Pinnau |abruf=2020-02-09 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Arbeitszimmer Hitlers war der größte und prächtigste Saal des Bauwerks. Es hatte eine Grundfläche von knapp 400&amp;amp;nbsp;m² bei einer Höhe von fast zehn Metern. Kostspielige Materialien wurden verbaut: dunkelroter [[Saalburger Marmor]], [[Palisander]] und [[Aniba rosaeodora|Rosenholz]] für die Wände, Palisander für die Kassettendecke und [[Ruhpoldinger Marmor |Ruhpoldinger Steinplatten]] für den Fußboden. Der großzügig dimensionierte Schreibtisch war mit [[Intarsie]]n verziert und die Platte mit rotem Leder bespannt. Der Kartentisch hatte eine aus einem Stück gefertigte fünf Meter lange und 1,60 Meter breite Platte aus [[Adneter Marmor]]. An den Wänden hingen wertvolle Gemälde nach Hitlers Kunstgeschmack. Das Büro wurde hauptsächlich zu Repräsentationszwecken genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Müller-Klug: [https://clioberlin.de/blog-architektur/70-hitlers-bueros-in-berlin-teil-1-reichskanzlei-und-neue-reichskanzlei.html &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Büros in Berlin – Teil 1: Die Reichskanzlei und die Neue Reichskanzlei&amp;#039;&amp;#039;.] In: [https://clioberlin.de/blog-geschichte.html &amp;#039;&amp;#039;Clio Berlin Blog&amp;#039;&amp;#039;], 14. November 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung ==&lt;br /&gt;
Zur Ausgestaltung der neuen Reichskanzlei wurden von Speer im Auftrag Hitlers zahlreiche Künstler und Kunsthandwerker herangezogen. So wurde das Mobiliar der Machtzentrale eigens für diesen Bau von Hand gefertigt. Das galt auch für Silberbestecke und Tafelgeschirr, [[Bildwirkerei|Gobelins]] und Vorhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ArnoBrekerDiePartei.jpg|mini|[[Arno Breker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Partei&amp;#039;&amp;#039; (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den führenden beteiligten Bildhauern gehörten&lt;br /&gt;
* [[Arno Breker]] (Skulpturenschmuck am zentralen Hauptportal &amp;#039;&amp;#039;Die Partei&amp;#039;&amp;#039; [Fackelträger] und &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht&amp;#039;&amp;#039; [Schwertträger]),&lt;br /&gt;
* [[Josef Thorak]] (überlebensgroße Pferdebronzen auf der Terrasse zum Park) und&lt;br /&gt;
* [[Kurt Schmid-Ehmen]] (Hoheitszeichen: [[Reichsadler#Reichsadler in der Zeit des Nationalsozialismus|Reichsadler mit Hakenkreuz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Versorgungstechnik|Gebäudetechnik]] entsprach dem damals modernsten Standard und umfasste unter anderem eine Klimaanlage und [[Rolltreppe]]n im Büroflügel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reste der Ausstattung befinden sich heute unter anderem im [[Deutsches Historisches Museum|Deutschen Historischen Museum]] in Berlin (Schreibtisch und Globus aus Hitlers Arbeitszimmer), im [[Kreml]] in [[Moskau]] (Kronleuchter und Kandelaber), im [[Pentagon]] in [[Washington, D.C.|Washington]] (Gemälde), im [[Museum Europäischer Kunst]] im [[Schloss Nörvenich]] (die Skulptur &amp;#039;&amp;#039;Die Partei&amp;#039;&amp;#039;) und als Beutegut und Souvenir im Besitz ehemaliger [[Alliierte #Zweiter Weltkrieg|alliierter]] Soldaten und deren Erben sowie Privatsammlern (Möbel, Geschirr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Garten hinter dem Hauptgebäude schmückte Speer mit großen Bronzefiguren aus, darunter zwei schreitende Pferde von [[Josef Thorak]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dietmar Arnold]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichskanzlei und „Führerbunker“. Legenden und Wirklichkeit.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-353-7, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine der Pferdebronzen wurde zuletzt auf einem Kasernengelände der [[Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland|russischen Streitkräfte]] in [[Eberswalde]] gesehen. Ihr Verbleib nach dem [[Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland#Abzug|Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland]] in den 1990er Jahren war bis zum Jahr 2015 ungeklärt,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lutz Dammbeck]]: {{Webarchiv |url=http://www.projektklasse.de/html/termine/zeitdergoetter_material/Filmtagebuch.pdf |wayback=20120313073442 |text=&amp;#039;&amp;#039;Filmtagebuch „Zeit der Götter“, 1988–1994&amp;#039;&amp;#039;}} (PDF; 203&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; ehe die beiden &amp;#039;&amp;#039;Schreitenden Pferde&amp;#039;&amp;#039; am 20. Mai 2015 bei einer bundesweiten Razzia in [[Bad Dürkheim]] wiedergefunden wurden. Dabei wurde auch ein monumentales Granit-Relief von Arno Breker in einer Lagerhalle entdeckt,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/verschollene-nazi-kunst-thorak-skultpur-entdeckt-13602786.html &amp;#039;&amp;#039;Schreitende Pferde. Verschollene Nazi-Kunst entdeckt&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[faz.net]]&amp;#039;&amp;#039;, 20.&amp;amp;nbsp;Mai 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; das wohl für den nicht verwirklichten Triumphbogen bestimmt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/monumentale-nazi-kunst-aus-berlin-in-bad-duerkheim-entdeckt/ &amp;#039;&amp;#039;Bad Dürkheim. Monumentale Nazi-Kunst aus Berlin in Bad Dürkheim entdeckt&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Rheinpfalz]]&amp;#039;&amp;#039;, 20.&amp;amp;nbsp;Mai 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zerstörung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-0806-0003, Berlin, Reichskanzlei, Ruine.jpg|mini|Abriss der Reichskanzlei, um 1950]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Luftangriffe der Alliierten auf Berlin|Luftangriffen auf Berlin]] wurde die Neue Reichskanzlei bis zum Kriegsende nur leicht beschädigt. Nach der [[Schlacht um Berlin|Eroberung Berlins]] erbeuteten die [[Rote Armee|sowjetischen Truppen]] einen der [[Reichsadler]] (Bronzearbeit von [[Kurt Schmid-Ehmen]]) aus der Reichskanzlei. Die [[Sowjetunion]] übereignete ihn im Jahr 1946 dem [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]]. Heute ist er im [[Imperial War Museum]] in [[London]] ausgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eines der zentralen Symbole der Macht Hitlers wurde der unterschiedlich stark zerstörte Gebäudekomplex der Neuen und Alten Reichskanzlei und des [[Palais Borsig]] von 1949 bis 1956&amp;lt;ref&amp;gt; Bernd Kleinhans: [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-neue-reichskanzlei/ &amp;#039;&amp;#039;Die „Neue Reichskanzlei“&amp;#039;&amp;#039;. ] In: &amp;#039;&amp;#039;zukunft-braucht-erinnerung.de&amp;#039;&amp;#039;, 5. Oktober 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; auf Befehl der [[Sowjetische Kontrollkommission|Sowjetischen Kontrollkommission]] abgetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach 1945 in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] für repräsentative Bauten [[Saalburger Marmor]] (ein roter Kalkstein und im [[Petrografie|petrografischen]] Sinne kein [[Marmor]]) genutzt wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes H. Schroeder: &amp;#039;&amp;#039;Natursteinwerke in Architektur und Baugeschichte von Berlin / Führer zur Geologie in Berlin und Brandenburg Nr. 6.&amp;#039;&amp;#039; Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.&amp;amp;#x202F20.05.2015;V., Berlin 1999, ISBN 3-928651-07-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde [[Kolportage|kolportiert]], dass Boden- und Wandverkleidungen der Neuen Reichskanzlei, die zu Teilen ebenfalls aus diesem Material bestanden, wieder verwendet wurden. Dies betrifft die Foyers der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Humboldt-Universität]] und des [[Altes Palais (Berlin)|Alten Palais]], den [[U-Bahnhof Anton-Wilhelm-Amo-Straße]] und die Sowjetischen Ehrenmale (im [[Sowjetisches Ehrenmal (Treptower Park)|Treptower Park]], im [[Sowjetisches Ehrenmal (Tiergarten)|Tiergarten]] und in der [[Sowjetisches Ehrenmal (Schönholzer Heide)|Schönholzer Heide]]). Ein direkter Nachweis dafür liegt nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Teil der neuen Reichskanzlei.JPG|Im Jahr 2008 gefundene Fragmente der Neuen Reichskanzlei&lt;br /&gt;
  Pekingente Reichskanzlei.JPG|Heutige Bebauung der früheren Reichskanzlei: Wilhelm- /Ecke Voßstraße&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Roberto Rossellini]]s Film &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschland im Jahre Null]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1947 spielen einige Szenen in der Ruine der Neuen Reichskanzlei. In diesen ist zu sehen, dass bereits abschnittsweise die Bodenbeläge im Bereich der Marmorgalerie entfernt worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Fundamentvorbereitungen für Neubauten an der Ecke Voß- und [[Ebertstraße (Berlin)|Ebertstraße]] wurden im Februar 2008 Fragmente ehemaliger Fenstergewände oder [[Dachgesims]]e geborgen. Die Steine konnten der Neuen Reichskanzlei zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert eine Tafel der Stiftung [[Topographie des Terrors]] an das Gebäude. Der Baugrund wurde in der späten DDR-Zeit um 1988 mit mehrgeschossigen [[Plattenbau]]&amp;amp;shy;wohnungen neu bebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; caption=&amp;quot;Bilder der Reichskanzlei&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Karte-reichskanzlei.jpg|Modell der Reichskanzlei&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1988-045-28, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|Ansicht Voßstraße / Hermann-Göring-Straße, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1988-092-32, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|Eingang zur Reichskanzlei, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1980-101-25, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|Eingang der Reichskanzlei mit SS-Posten, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1980-008-09A, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|Eingang zur Präsidialkanzlei, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-E00418, Berlin, Neue Reichskanzlei.jpg|Ehrenhof, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1987-003-09A, Berlin, Neue Reichskanzlei, Innenhof.jpg|Portal im Ehrenhof, 1940&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1985-064-24A, Berlin, Neue Reichskanzlei, Gartenfront.jpg|Gartenfront, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-1989-0508-502, Berlin, Neue Reichskanzlei, Gartenfront.jpg|Gartenfront, 1941&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-K1216-501, Berlin, Neue Reichskanzlei, Marmorgalerie.jpg|Marmorgalerie, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-1989-0508-508, Berlin, Neue Reichskanzlei, Großer Empfangssaal.jpg|Großer Empfangssaal, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1985-064-28A, Berlin, Neue Reichskanzlei, Arbeitszimmer.jpg|Hitlers Arbeitszimmer, 1939&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 146-1985-064-29A, Berlin, Neue Reichskanzlei, Reichskabinettsaal.jpg|Reichskabinettsaal, 1939&lt;br /&gt;
  Karte-fuehrerbunker.jpg|Räumliches Modell des „Führerbunkers“&lt;br /&gt;
  Bronze eagle from the german rechs chancellery.jpg|Originaler bronzener [[Reichsadler]] aus der Neuen Reichskanzlei&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Albert Speer. Architektur. Arbeiten 1933–1942.&amp;#039;&amp;#039; Propyläen-Verlag, Berlin 1978 (ungekürzter Nachdruck. ebenda 1995, ISBN 3-549-05446-7).&lt;br /&gt;
* [[Dietmar Arnold]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichskanzlei und „Führerbunker“. Legenden und Wirklichkeit.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-353-7.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Bartetzko]]: &amp;#039;&amp;#039;Illusionen in Stein. Stimmungsarchitektur im deutschen Faschismus. Ihre Vorgeschichte in Theater- und Film-Bauten.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1985, ISBN 3-499-17889-3 (rororo-Sachbuch 7889. &amp;#039;&amp;#039;Kulturen und Ideen)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Dieter Bartetzko: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Zucht und Ekstase. Zur Theatralik von NS-Architektur.&amp;#039;&amp;#039; Mann, Berlin 1985, ISBN 3-7861-1420-X &amp;#039;&amp;#039;(Gebr.-Mann-Studio-Reihe)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [[Olaf Groehler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Neue Reichskanzlei. Das Ende.&amp;#039;&amp;#039; Brandenburgisches Verlags-Haus, Berlin 1995, ISBN 3-89488-087-2 &amp;#039;&amp;#039;(Das Tagebuch Europas. 1945)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Andreas Grüner: &amp;#039;&amp;#039;Von Didyma zur Reichskanzlei. Eine Ikone des Nationalsozialismus und ihr hellenistisches Vorbild.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Pegasus.&amp;#039;&amp;#039; 6, 2004, {{ISSN|1436-3461}}, S.&amp;amp;nbsp;133–148, [https://edoc.bbaw.de/volltexte/2010/1464/pdf/Pegasus_62004_133_148_Gruener.pdf bbaw.de] (PDF; 26,42&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Alexander Kropp: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der NS-Repräsentationsarchitektur. Die Neugestaltungspläne Albert Speers für den Umbau Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ 1936–1942/43.&amp;#039;&amp;#039; ars una Verlagsgesellschaft, München (u.&amp;amp;#8239;a.) 2005, ISBN 3-89391-135-9 (&amp;#039;&amp;#039;Deutsche Hochschuledition&amp;#039;&amp;#039; 135).&lt;br /&gt;
* Christoph Neubauer: &amp;#039;&amp;#039;Stadtführer durch Hitlers Berlin – Damals &amp;amp; Heute.&amp;#039;&amp;#039; Christoph Neubauer Verlag, Frankfurt (Oder) 2019, ISBN 978-3-9813977-2-7.&lt;br /&gt;
* Ronald Pawly: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s Chancellery. (A Palace to Last a Thousand Years.)&amp;#039;&amp;#039; Crowood Press, Ramsbury 2009, ISBN 978-1-84797-091-6.&lt;br /&gt;
* Frank-Bertolt Raith: &amp;#039;&amp;#039;Der Heroische Stil. Studien zur Architektur am Ende der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Bauwesen, Berlin 1997, ISBN 3-345-00606-5.&lt;br /&gt;
* [[Angela Schönberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die neue Reichskanzlei von Albert Speer. Zum Zusammenhang von nationalsozialistischer Ideologie und Architektur.&amp;#039;&amp;#039; Gebr. Mann, Berlin 1981, ISBN 3-7861-1263-0 &amp;#039;&amp;#039;(Gebr.-Mann-Studio-Reihe)&amp;#039;&amp;#039; (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Dissertation 1978).&lt;br /&gt;
* Alexander Scobie: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s state architecture. The impact of classical antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Pennsylvania State University Press, University Park PA (u.&amp;amp;#8239;a.) 1990, ISBN 0-271-00691-9 (&amp;#039;&amp;#039;Monographs on the Fine Arts&amp;#039;&amp;#039; 45).&lt;br /&gt;
* {{Berliner Adressbuch|1939|11|Chronik für die Reichshauptstadt Berlin|Teil=vor Teil 1; IV. Bauwesen|Seite=12|Kommentar=Darstellung der Baumaßnahmen an der Neuen Reichskanzlei}}&lt;br /&gt;
* [[Andreas Nachama]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Wilhelmstraße 1933–1945 – Aufstieg und Untergang des NS-Regierungsviertels&amp;#039;&amp;#039;, Stiftung Topographie des Terrors, 2012, ISBN 978-3-941772-10-6, S.&amp;amp;nbsp;54&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Günther Schenck]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Notlazarett unter der Reichskanzlei – Ein Arzt erlebt Hitlers Ende in Berlin&amp;#039;&amp;#039;, VMA-Verlag, Wiesbaden 2000.&lt;br /&gt;
* Christoph Neubauer: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichskanzlei – Eine Werkanalyse – Albert Speer : Die Eingangshalle.&amp;#039;&amp;#039; Christoph Neubauer Verlag, 2024, 80 S., ISBN 978-3911651004.&lt;br /&gt;
* Christoph Neubauer: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichskanzlei – Eine Werkanalyse – Albert Speer : Der Ehrenhof.&amp;#039;&amp;#039; Christoph Neubauer Verlag, 2025, 110 S., ISBN 978-3911651028.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untergang]].&amp;#039;&amp;#039; Spielfilm, Deutschland, 2004, Fernsehfassung: 178&amp;amp;nbsp;min, Kinofassung: 155&amp;amp;nbsp;min, Buch: [[Bernd Eichinger]], Regie: [[Oliver Hirschbiegel]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geheimnisvolle Orte – Hitlers Reichskanzlei.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 43:42&amp;amp;nbsp;min, Buch und Regie: Jürgen Ast und Kerstin Mauersberger, Produktion: astfilm, [[rbb Fernsehen|rbb]], Reihe: &amp;#039;&amp;#039;Geheimnisvolle Orte&amp;#039;&amp;#039;, Erstsendung:, 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2012 bei [[Das Erste]], [https://www.rbb-online.de/geheimnisvolle_orte/archiv/hitlers_reichskanzlei.html Inhaltsangabe] von rbb&amp;lt;!-- bei Seitenlöschung bitte damit ersetzen: [http://programm.ard.de/?sendung=2872510543422282 Inhaltsangabe]}} --&amp;gt;, u.&amp;amp;#8239;a. mit dem Computergrafiker Christoph Neubauer, dem Architekturhistoriker [[Wolfgang Schäche]], der Kunsthistorikerin [[Angela Schönberger]] und dem Stadtplaner [[Dieter Hoffmann-Axthelm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-neue-reichskanzlei/ Die Neue Reichskanzlei] – Geschichtsportal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* [https://www.tracesofevil.com/2009/10/site-of-hitlers-bunker-fuhrerbunker.html &amp;#039;&amp;#039;Site of Hitler’s Bunker and New Reich Chancellery.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Traces of Evil&amp;#039;&amp;#039;, 2009, (englisch) &lt;br /&gt;
* [https://atelier-neubauer.de/die-reichskanzlei-eine-rekonstruktion/ 3D-Rekonstruktion der Neuen Reichskanzlei]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=52/30/40.5/N |EW=13/22/48.5/E |dim=300 |region=DE-BE |type=landmark}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlacht um Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architektur im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört in den 1950er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprengung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albert Speer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regierungszentrale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Voßstraße]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phi</name></author>
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