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	<title>Netzwerkökonomik - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-03-20T18:37:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:2|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Netzwerkökonomik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Netz(werk)ökonomie; {{enS|network economy}}) wird eine [[interdisziplinäre Wissenschaft]] bezeichnet, die sich mit [[Ökonomie|wirtschaftlichen]] Aspekten von [[Netzwerk]]en befasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Netzwerke beruhen auf der [[Graphentheorie]] als Teilgebiet der [[Diskrete Mathematik|diskreten Mathematik]] und der [[Theoretische Informatik|theoretischen Informatik]]; nicht zuletzt tragen die [[Betriebswirtschaftslehre]], [[Industriebetriebslehre]] und [[Volkswirtschaftslehre]] zur Netzwerkökonomik bei.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ViNguZQ9ZZ4C&amp;amp;pg=PA109&amp;amp;dq=Netz%C3%B6konomie&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiT7pOQ8vL0AhVC7rsIHUw6BII4ChDoAXoECAIQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Netz%C3%B6konomie&amp;amp;f=false Olaf Stiller, &amp;#039;&amp;#039;Innovationsdynamik in der zweiten industriellen Revolution&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 109]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Erkenntnisobjekt]] sind Netze oder Netzwerke, also Verbindungen ([[Kante (Graphentheorie)|Kanten]]) zwischen verschiedenen [[Netzknoten]], wobei die Verbindungen als Übertragungswege dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei wird unterschieden zwischen Verteilnetzen und interaktiven Netzen. Erstere dienen der [[Lieferung|Belieferung]] von [[Verbraucher]]n mit Energie ([[Energienetz]]werke) wie [[Elektrischer Strom|Strom]] ([[Stromnetz]]e), [[Erdgas]] ([[Gasnetz]]e), [[Trinkwasser]] ([[Wassernetz]]e) oder [[Kabelfernsehen]] ([[Kabelnetz]]e), zum Austausch von [[Ware]]n oder [[Information]]en wie [[Straßennetz|Straßen-]], [[Schienennetz|Schienen-]] oder [[Wasserstraßennetz]]e sowie interaktive Netze ([[Telekommunikationsnetz]]e) zum Austausch von [[Nachrichten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=MGCwL1UsErkC&amp;amp;pg=PT2&amp;amp;dq=Netz%C3%B6konomie+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjIufT87fL0AhUF8rsIHb9DBb0Q6AF6BAgCEAE#v=onepage&amp;amp;q=Netz%C3%B6konomie%20lexikon&amp;amp;f=false Günter Knieps, &amp;#039;&amp;#039;Netzökonomie: Grundlagen - Strategien – Wettbewerbspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 1]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Transportnetzwerk]]e oder  [[Kommunikationsnetz]]werke gehören dazu.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anna Nagurney]], &amp;#039;&amp;#039;Network Economics: An Introduction&amp;#039;&amp;#039;, Isenberg School of Management, University of Massachusetts, 2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende [[Digitalisierung]] hat dazu beigetragen, dass die sich daraus abzeichnende Netzwerk-Ökonomie „durch zunehmende globale Vernetzung von Akteuren, Objekten und Infrastrukturen in einem deregulierten, privatisierten und liberalisierten Umfeld gekennzeichnet“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Hofmann, &amp;#039;&amp;#039;Netzwerk-Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Kernthemen gehören der Einfluss von [[Netzwerkeffekt]]en auf die [[Konsumnachfrage]], [[Kompatibilität (Technik)|Kompatibilitätsentscheidungen]] und [[Standardisierung]], [[technischer Fortschritt|technologischer Fortschritt]] in stark vernetzten Industrien, zweiseitige Märkte, Informationsnetzwerke und [[geistiges Eigentum]] sowie die Ökonomik sozialer Netzwerke.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ideas.repec.org/a/kap/revind/v38y2011i2p119-149.html Oz Shy, &amp;#039;&amp;#039;A Short Survey of Network Economics&amp;#039;&amp;#039;, in: Review of Industrial Organization, Vol. 38, Nr. 2, 2011, S. 119]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Netzwerkökonomik hat eine lange Tradition als Teil des volkswirtschaftlichen Wissenschaftskörpers, begann allerdings erst in den 1990er Jahren eine eigenständige akademische Disziplin innerhalb der Volkswirtschaftslehre zu werden. Die Weiterentwicklung der Disziplin ist stark abhängig von der Entwicklung neuer Technologien und Produkte, die auf der Verwendung von Netzwerkstrukturen basieren, sowie neuer Netzwerkdienstleistungen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mobile-Banking]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beginn der Netzwerkökonomik hängt davon ab, ob unter einem Netzwerk auch [[Verkehrsnetz]]e subsumiert werden oder der Begriff auf Telekommunikationsnetze oder sogar lediglich auf [[Digitale Infrastruktur|digitale Netzwerke]] eingeschränkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fritz Machlup]] führte 1962 den Begriff der Informationsökonomie ein&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Machlup, &amp;#039;&amp;#039;The production and distribution of knowledge in the United States&amp;#039;&amp;#039;, 1962, S. 96&amp;lt;/ref&amp;gt; und legte damit die Grundlage für die ökonomische Betrachtung von Informationen und Wissen. Kevin Kelly ging 1998 davon aus, dass die Vernetzung in der [[Informationstechnik]] zu neuen ökonomischen Fragestellungen führe&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Kelly, &amp;#039;&amp;#039;New Rules for the New Economy&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 65 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;; doch auch wenn sich die [[Technologie]]n änderten, bleiben ökonomische Gesetze bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Shapiro]]/[[Hal R. Varian]], &amp;#039;&amp;#039;Information Rules&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1999 führten Autoren den Begriff der Internet-Ökonomie ein, um die auf einem digitalen Netz beruhende Wirtschaft zu beschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Axel Zerdick u.&amp;amp;nbsp;a., &amp;#039;&amp;#039;Die Internet-Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adelheid von Saldern]] unterscheidet bei ihrer historischen Untersuchung am Beispiel der [[Unternehmerfamilie]] [[Schoeller (Unternehmerfamilie)|Schoeller]] drei Arten von Netzwerken, die sich teilweise überlappten: das &amp;#039;&amp;#039;Familien- und Verwandtennetzwerk&amp;#039;&amp;#039;, das &amp;#039;&amp;#039;lokale und regionale [[Governance]]-Netzwerk&amp;#039;&amp;#039;, das teilweise ebenfalls auf verwandtschaftlichen Bindungen beruhte, und das &amp;#039;&amp;#039;regionale und überregionale [[Wirtschaftszweig|Branchennetzwerk]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Adelheid von Saldern, &amp;#039;&amp;#039;Netzwerkökonomie im frühen 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 14 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere zukunftsträchtige Forschungsrichtung der Netzwerkökonomik ist die Verbesserung der bisherigen sozialen Netzwerkmodelle, um sie stärker in einem ökonomischen Kontext anwenden zu können, etwa um die Ökonomik virtueller Organisationen zu untersuchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Oz Shy, &amp;#039;&amp;#039;A Short Survey of Network Economics&amp;#039;&amp;#039;, in: Review of Industrial Organization 38 2, 2011, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersuchungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Untersuchungsgebiete der Netzwerkökonomie sind insbesondere Netzwerk-Märkte&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Knieps, &amp;#039;&amp;#039;Netzökonomie: Grundlagen - Strategien – Wettbewerbspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 6 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Personenverkehr|Personen-]], [[Güterverkehr]] und [[Nachrichtenverkehr]], [[Preisstrategie]]n&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Knieps, &amp;#039;&amp;#039;Netzökonomie: Grundlagen - Strategien – Wettbewerbspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Marktregulierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Knieps, &amp;#039;&amp;#039;Netzökonomie: Grundlagen - Strategien – Wettbewerbspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 9 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Netzwerk-Märkte sind [[Markt|Märkte]], auf denen mit Hilfe eines Netzwerks [[Wirtschaftsobjekt]]e getauscht oder transportiert werden (etwa der [[Energiemarkt]] für Gas- oder Stromnetze). Im Personen- und Güterverkehr untersucht die Netzwerkökonomik etwa die [[Verfügbarkeit]] von [[Absatzkette]]n, [[Lieferkette]]n oder [[Transportkette]]n. Schließlich sind auch Netzwerkeffekte oder [[Feedback-Effekt]]e Gegenstand dieser Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konsumnachfrage unter Netzwerkeffekten ===&lt;br /&gt;
Konsumentenpräferenzen zeigen positive (negative) Netzwerkeffekte; wenn der [[Nutzen (Wirtschaft)|Konsumentennutzen]] steigt (sinkt), desto mehr Konsumenten die gleiche oder eine kompatible Marke verwenden. Ähnliches gilt für Netzwerkeffekte in der [[Produktion]]. Netzwerkeffekte spielen insbesondere für die Nachfrage nach [[Telekommunikationsdienstleistung]]en eine wichtige Rolle, wo der Anreiz, einem Netz beizutreten, mit der Anzahl an potentiellen Gesprächspartnern steigt, welche die gleiche Entscheidung treffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeffrey Rohlfs, &amp;#039;&amp;#039;A theory of interdependent demand for a communications service&amp;#039;&amp;#039;, in: Bell Journal of Economics and Management Science, Vol. 5, 1974, S. 16–37.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ökonomisch äußert sich dies zum einen in einer Vielzahl an Konsumentengleichgewichten, zum anderen in Koordinationsproblemen. Die Netzwerkeffekt-Hypothese wurde seither in verschiedenen Umgebungen empirisch geprüft, unter anderem durch Gandal&amp;lt;ref&amp;gt;Neil Gandal, &amp;#039;&amp;#039;Hedonic price indexes for spreadsheets and an empirical test for network externalities&amp;#039;&amp;#039;, in: Rand Journal of Economics Vol. 25, 1994, S. 160–170.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Economides und Himmelberg&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Economides/Charles Himmelberg, &amp;#039;&amp;#039;Critical mass and network size with application to the US fax market&amp;#039;&amp;#039;, in: NYU Stern School of Business Discussion Paper Nr. EC–95–11, 1995, S. 3 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Brynjolfsson und Kemerer.&amp;lt;ref&amp;gt;Erik Brynjolfsson/Chris F. Kemerer, &amp;#039;&amp;#039;Network externalities in microcomputer software: An econometric analysis of the spreadsheet market&amp;#039;&amp;#039;, in: Management Science, Vol. 42, 1996, S. 1627–1647.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kompatibilitätsentscheidungen und Standardisierung ===&lt;br /&gt;
Konkurrierende Marken werden als &amp;#039;&amp;#039;kompatibel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, falls beide über einen gemeinsamen Standard betrieben werden können. Für die Analyse von [[Kompatibilität (Technik)|Kompatibilität]] und deren Auswirkungen auf den Konsumentennutzen existieren drei Ansätze: der &amp;#039;&amp;#039;Netzwerkexternalitäten-Ansatz&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;Komponenten-Ansatz&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Software-Ansatz&amp;#039;&amp;#039;. Der netzwerkökonomische Ansatz untersucht insbesondere die Kompatibilität &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; Inkompatibilität von Produkten unter Einfluss von Netzwerkeffekten. Bemerkenswert ist hierbei, dass im Falle von inkompatiblen Produkten das Unternehmen mit der größeren Nutzerbasis einen höheren Produktpreis verlangt und einen höheren Gewinn als Konkurrenten erwirtschaftet, dass die Unterschiede zwischen den [[Gleichgewichtspreis]]en und [[Gewinn]]en der jeweiligen Produkte mit der [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenz]] der Konsumenten für größere Netzwerke zunehmen sowie dass Preiswettbewerb verstärkt wird, wenn Konsumenten mehr Wert auf die Größe des Netzwerks legen, da dies Unternehmen dazu bringt, ihre Preise zu senken, um ihr Kundennetzwerk zu vergrößern.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael L. Katz/[[Carl Shapiro]], &amp;#039;&amp;#039;Network externalities, competition, and compatibility&amp;#039;&amp;#039;, in: American Economic Review, Vol. 75, 1985, S. 424–440.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technologischer Fortschritt in vernetzten Industrien ===&lt;br /&gt;
In Hinblick auf technologischen Fortschritt ist eine vorrangige Frage, ob die neue Technologie durch die Konsumenten oder die Industrie tatsächlich angenommen werden wird, da bereits viele Nutzer die bestehende Technologie verwenden. Diese Frage entspricht letztlich einer Frage nach der Stärke der jeweiligen technologischen Netzwerkeffekte. In diesem Kontext beschäftigt sich die Netzwerkökonomik mit diversen Themen, darunter die [[Spieltheorie|spieltheoretische]] Modellierung strategischen Technologiewandels,&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Farrell/Garth Saloner, &amp;#039;&amp;#039;Standardization, compatibility, and innovation.&amp;#039;&amp;#039;, in: Rand Journal of Economics, Vol. 16, 1985, S. 70–83.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Bedeutung des Zeitpunkts von technologischem Übergang und Standardisierung, der Sponsorisierung neuer Technologien sowie internationaler Standardisierung. Eine Sonderrolle kommt hierbei dem Fall, dass eine verbesserte Technologie mit einer älteren Technologie inkompatibel ist, und dessen ökonomischen Konsequenzen zu. Ein weiterer Sonderfall der Netzwerkökonomik ist der Versuch einer netzwerkökonomischen Interpretation von [[Joseph Schumpeter|Schumpeters]] Innovationstheorie, in welcher technologischem Fortschritt in Unternehmen eine Schlüsselrolle zukommt.&amp;lt;ref&amp;gt;Luis Cabral, &amp;#039;&amp;#039;On the adoption of innovations with ‘network’ externalities&amp;#039;&amp;#039;, in: Mathematical Social Sciences, Vol. 19, Nr. 3, 1990, S. 299–308.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiseitige Märkte ===&lt;br /&gt;
Die Theorie zweiseitiger Märkte analysiert [[Nachfrageüberschuss|Nachfrage-]] und [[Angebotsüberschuss|Angebotsüberschüsse]] zwischen zwei Märkten für [[Komplementärgut|Komplementärgüter]] und beschreibt selbst verstärkende Netzwerkeffekte. Derartige Netzwerkeffekte im Zusammenhang mit zweiseitigen Märkten wurden für die [[Gelbe Seiten|Gelben Seiten]],&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Rysman, &amp;#039;&amp;#039;Competition between networks: A study of the market for yellow pages&amp;#039;&amp;#039;, in: Review of Economic Studies, Vol. 71, 2004, S. 483–512.&amp;lt;/ref&amp;gt; Werbung in Magazinen&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Kaiser/Julian Wright, &amp;#039;&amp;#039;Price structure in two-sided markets: Evidence from the magazine industry&amp;#039;&amp;#039;, in: International Journal of Industrial Organization, Vol. 24, Nr. 1, 2006, S. 1–28.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie bei [[Kreditkarte]]nverbünden&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Rysman, &amp;#039;&amp;#039;An empirical analysis of payment card usage&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Industrial Economics, Vol. 55, Nr. 1, 2007, S. 1–36.&amp;lt;/ref&amp;gt; empirisch nachgewiesen. Rysman (2009) weist allerdings darauf hin, dass die Literatur zu zweiseitigen Märkten mit ihrem Fokus auf Preisstrukturen von der Literatur zu Netzwerkeffekten thematisch getrennt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Rysman, &amp;#039;&amp;#039;The economics of two-sided markets&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Perspectives, Vol. 23, Nr. 3, 2009, S. 125–143.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Informationsnetzwerke und geistiges Eigentum ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Informationsökonomik}}&lt;br /&gt;
Die Verbreitung von Informationen kann als Netzwerk konzeptualisiert werden, wobei den Eigenschaften der verbreiteten Informationen und der hierzu verwendeten Technologie besondere Bedeutung zukommt. Letztere wird noch wichtiger, wenn es sich um die Vervielfältigung von Informationen handelt: verschiedene Vervielfältigungstechnologien können sich in der Qualität der mit ihnen erstellten Kopien unterscheiden, was sich wiederum auf die Preisstruktur der Informationen auswirken kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch: Hal Varian/Joseph Farrell/Carl Shapiro, &amp;#039;&amp;#039;The economics of information technology: An introduction&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press, 2004, S. 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Anwendungsgebiete der Ökonomik von Informationsnetzwerken sind einerseits der neutrale&amp;lt;ref&amp;gt;Yannis Bakos/Eric Brynjolfsson/Douglas Lichtman, &amp;#039;&amp;#039;Shared information goods&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Law and Economics, Vol. 42, Nr. 1, 1999, S. 117–156.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis positive&amp;lt;ref&amp;gt;Hal Varian, &amp;#039;&amp;#039;Buying, sharing and renting information goods&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Industrial Economics, Vol. 48, Nr. 4, 2000, S. 473–488.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfluss von [[Bibliothek]]en auf die Gewinne von [[Buchhandlung]]en und [[Verlag]]en, andererseits die neutralen&amp;lt;ref&amp;gt;Felix Oberholzer-Gee/Koleman Strumpf, &amp;#039;&amp;#039;The effect of file sharing on record sales: An empirical analysis&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Political Economy, Vol. 115, Nr. 1, 2007, S. 1–42.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis positiven&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Peitz/Patrick Waelbroeck, &amp;#039;&amp;#039;Why the music industry may gain from free downloading – The role of sampling&amp;#039;&amp;#039;, in: International Journal of Industrial Organization, Vol. 24, Nr. 5, 2006, S. 907–913.&amp;lt;/ref&amp;gt; ökonomischen Konsequenzen von Kopieren und [[Raubkopie|Software-Raubkopien]] sowie die Effektivität diverser [[Kopierschutz|Schutzmethoden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kathleen Reavis Conner/[[Richard P. Rumelt]], &amp;#039;&amp;#039;Software piracy: An analysis of protection strategies&amp;#039;&amp;#039;, in: Management Science, Vol. 37, 1991, S. 125–139.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ökonomik sozialer Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Die Ökonomik sozialer Netzwerke kann um die drei zentralen Begriffe [[Konformität]], [[Eitelkeit]] und [[Snobismus]] gegliedert werden und steht an der Schnittstelle zwischen Ökonomie und [[Soziologie]]. Konformität gegenüber den Konventionen [[Soziales Netzwerk (Internet)|sozialer Netzwerke]] als Annahme ökonomischer Modelle erklärt diverse soziale&amp;lt;ref&amp;gt;Oz Shy, &amp;#039;&amp;#039;Dynamic models of religious conformity and conversion: Theory and calibrations&amp;#039;&amp;#039;, in: European Economic Review, Vol. 51, Nr. 5, 2007, S. 1127–1153.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wirtschaftliche&amp;lt;ref&amp;gt;Rachel M. Hayes/Scott Schaefer, &amp;#039;&amp;#039;CEO pay and the Lake Wobegon effect&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Financial Economics, Vol. 94, 2009, S. 280–290.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verhaltensweisen, die Festsetzung sozialer Standards&amp;lt;ref&amp;gt;H Peyton Young, &amp;#039;&amp;#039;The economics of convention&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Perspectives, Vol. 10, 1996, S. 105–122.&amp;lt;/ref&amp;gt; und soziales Tauschverhalten beim Schenken.&amp;lt;ref&amp;gt;Joel Waldfogel, &amp;#039;&amp;#039;The deadweight loss of Christmas&amp;#039;&amp;#039;, in: American Economic Review, Vol. 83, 1993, S. 1328–1336.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Harvey Leibenstein]] beschreibt in diesem Kontext drei externe Effekte sozialer Netzwerke: den [[Mitläufereffekt]] und [[Herdenverhalten]], [[Nonkonformismus|Nonkonformität]] und [[Snobeffekt]] sowie [[Thorstein Veblen|Veblens]] [[Geltungskonsum]] ([[Veblen-Effekt]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Harvey Leibenstein, &amp;#039;&amp;#039;Veblen effects in the theory of consumers demand&amp;#039;&amp;#039;, in: Quarterly Journal&lt;br /&gt;
of Economics, Vol. 64, Nr. 2, 1950, S. 183–207.&amp;lt;/ref&amp;gt; Speziell Herdenverhalten beschreibt wie Individuen zusammen in einer Gruppe ohne bestimmte Führung agieren und kann ökonomisch als Gleichgewicht interpretiert werden, bei welchem jeder [[Entscheidungsträger]] die Wahl hat entweder seinem eigenen Signal oder vorangehenden Entscheidungsträgern zu folgen;&amp;lt;ref&amp;gt;Abhijit Banerjee, &amp;#039;&amp;#039;A simple model of herd behavior&amp;#039;&amp;#039;, in: Quarterly Journal of Economics, Vol. 107, 1992, S. 797–817.&amp;lt;/ref&amp;gt; dieses Modell ist ebenfalls bei der Erklärung der Produktwahl von [[Early Adopter|frühzeitigen Anwendern]] relevant.&amp;lt;ref&amp;gt;Jay Pil Choi, &amp;#039;&amp;#039;Herd Behavior, the “penguin effect”, and the suppression of informational diffusion: An analysis of informational externalities and payoff Interdependency&amp;#039;&amp;#039;, in: Rand Journal of Economics, Vol. 28, Nr. 3, 1997, S. 407–425.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich dienen ökonomische Modelle sozialer Netzwerke ebenfalls der Erklärung von Snobismus, d.&amp;amp;nbsp;h. jener Zustand, in dem der Nutzen eines Konsumenten abnimmt. desto mehr Konsumenten das gleiche Produkt kaufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Isabel Grilo/Oz Shy/Jacques-Francois Thisse, &amp;#039;&amp;#039;Price competition when consumer behavior is characterized by conformity or vanity&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Public Economics, Vol. 80, Nr. 3, 2001, S. 385–408.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Netzwerkökonomie am Beispiel des Straßennetzes ==&lt;br /&gt;
Das Straßennetz als spezifisches [[Verkehrsnetz]] ist für alle Netzbenutzer, hier [[Verkehrsteilnehmer]] genannt, ohne besonderen [[Netzzugang]] nutzbar, von dem niemand ausgeschlossen wird (keine [[Ausschließbarkeit]]) und jeder – auch gleichzeitig mit anderen Verkehrsteilnehmern – das Netz nutzen kann (keine [[Rivalität]]). Wegen dieser Eigenschaften gehören Verkehrsnetze zu den [[Öffentliches Gut|öffentlichen Gütern]]. Im Regelfall ist das Straßennetz kostenlos nutzbar, eine [[Mautpflicht]] ist die Ausnahme und kann nur mit hohem [[Aufwand]] überwacht werden, was ebenfalls für ein öffentliches Gut spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr Verkehrsteilnehmer sich im Netz bewegen, umso größer wird die Gefahr einer [[Netzstörung]]. Diese tritt durch [[Verkehrsstau]]s ein, die unter anderem durch [[Verkehrsunfall|Verkehrsunfälle]] und/oder die [[Hauptverkehrszeit]] ausgelöst werden. Verkehrsstaus sind netzwerkökonomisch negative [[Externer Effekt|externe Effekte]], die zu Nutzungskosten ([[Unfallkosten|Staukosten]]) führen. Nutzungskosten entstehen dadurch, dass sich die Verkehrsteilnehmer als Nutzer der [[Verkehrsinfrastruktur]] jenseits einer [[Kritische Masse (Spieltheorie)|kritischen Masse]] der [[Netzlast]] gegenseitig behindern und die [[Grenzkosten]] der Nutzung von allgemein nahe „Null“ auf deutlich positive Werte steigen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=FdedCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA246&amp;amp;dq=Staukosten+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjo6OCDzI31AhULhP0HHbXPDdAQ6AF6BAgDEAE#v=onepage&amp;amp;q=Staukosten%20lexikon&amp;amp;f=false Werner F. Schulz/Carlo J. Burschel/Martin Weigert (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Nachhaltiges Wirtschaften&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 246]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spürbar werden diese Kosten durch [[Verspätung]]en, denn die [[Verkehrsweg]]e erfüllen ihre ursprüngliche Aufgabe der Gewährleistung einer ungehinderten Mobilität nicht mehr. Echte Nutzungskosten sind beispielsweise die [[Maut]]gebühren. In der deutschen [[Verkehrsökonomie]] wird überwiegend bestritten, dass Staukosten externe Kosten sind, weil die Verursacher des Staus auch gleichzeitig die Betroffenen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=TBvNa4pfYpsC&amp;amp;pg=PA29&amp;amp;dq=Staukosten+verkehrsstau&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjbzp3H0I31AhVPhf0HHYP-CSIQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=Staukosten%20verkehrsstau&amp;amp;f=false Andrea Schrage, &amp;#039;&amp;#039;Straßenmaut und Verkehrsstaus&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 29]&amp;lt;/ref&amp;gt; Jeder betroffene Verkehrsteilnehmer wird von einem Stau gleichermaßen beeinträchtigt. Da jedoch ein Teil der Staukosten eine zusätzliche [[Umweltbelastung]] verursacht, diese auch von der Gesamtbevölkerung zu tragen ist und weil sich Verspätungen auch außerhalb des Straßennetzes auswirken, handelt es sich um [[externe Kosten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Y3m03_5li9cC&amp;amp;pg=PA10&amp;amp;dq=verkehrsstau+Externer+Effekt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiRiNTQ0o31AhXShP0HHWR_D2oQ6AF6BAgEEAE#v=onepage&amp;amp;q=verkehrsstau%20Externer%20Effekt&amp;amp;f=false Heike Krapf, &amp;#039;&amp;#039;Verkehrslenkung durch Abgaben&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 10]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ökonomische Ursache für dieses [[Marktversagen]] besteht darin, dass diese externen Kosten bei [[Entscheidung]]en der Marktteilnehmer nicht berücksichtigt werden. Der Verkehrsteilnehmer beispielsweise geht bei seiner Entscheidung, am Verkehr teilzunehmen, nicht davon aus, dass er in einen Verkehrsunfall verwickelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Zr5dDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA29&amp;amp;dq=Unfallkosten&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjY_fyDhv_1AhVmS98KHegXCg04KBDoAXoECAUQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Unfallkosten&amp;amp;f=false Bodo Sturm/Carla Vogt, &amp;#039;&amp;#039;Umweltökonomik: Eine anwendungsorientierte Einführung&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 31]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Marktineffizienz kann dadurch beseitigt werden, dass die externen Kosten dem physischen Verursacher dieses externen Effekts angelastet werden. So werden die [[Unfallkosten]] bei einem Verkehrsunfall dem Unfallverursacher als [[Kostenträger]] angelastet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Netzökonomisch ist eine Beseitigung von [[Flaschenhals (Wirtschaft)|Engpässen]] in Verkehrsnetzen sinnvoll, wenn der [[Investitionsplan]] den künftigen Nutzen und die Kosten hinreichend korrekt abbildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner F. Schulz/Carlo J. Burschel/Martin Weigert (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Nachhaltiges Wirtschaften&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 246&amp;lt;/ref&amp;gt; Verspätungen aus Verkehrsstaus können sich als [[Dominoeffekt]] auch auf andere Netzwerke (wie [[Lieferkette]]n, [[Transportkette]]n) auswirken und dort zu Netzstörungen bis hin zur [[Betriebsunterbrechung]] (insbesondere bei [[Just-in-time-Produktion]]) führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Direkte Netzwerkeffekte entstehen, wenn der [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] eines Kunden (Netzwerk-Benutzer) mit der Zahl der Mitglieder eines Netzwerkes ansteigt und die anderen Benutzer unmittelbar oder mittelbar von dieser Erhöhung profitieren können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=v9ImEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA90&amp;amp;dq=Netzwerkeffekte+entstehen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwi8v72SyZP1AhVIhP0HHc9RCIgQ6AF6BAgHEAE#v=onepage&amp;amp;q=Netzwerkeffekte%20entstehen&amp;amp;f=false Markus Thomas Münter, &amp;#039;&amp;#039;Mikroökonomie, Wettbewerb und strategisches Verhalten&amp;#039;&amp;#039;, 2021, S. 90]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies gilt insbesondere für Telekommunikationsnetze ([[Internet]] mit [[E-Mail]]verkehr, [[Mobilfunknetz]], [[Telefonnetz]]). Gäbe es im [[Soziales Netzwerk (Internet)|sozialen Netzwerk]] [[WhatsApp]] lediglich ein [[Mitglied]], würde für dieses kein Nutzen entstehen, weil es keine [[Soziale Beziehung|Kontakte]] zu anderen aufnehmen kann. Indirekte Netzwerkeffekte entstehen, wenn durch die wachsende Zahl der Nutzer die Entstehung von [[Komplementärgut|Komplementärgütern]] gefördert wird oder sich Lerneffekte oder [[selbsterfüllende Prophezeiung]]en einstellen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=60f3BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA41&amp;amp;dq=Netzwerkeffekte+entstehen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwi8v72SyZP1AhVIhP0HHc9RCIgQ6AF6BAgAEAE#v=onepage&amp;amp;q=Netzwerkeffekte%20entstehen&amp;amp;f=false Joachim Haes, &amp;#039;&amp;#039;Netzwerkeffekte im Medien- und Kommunikationsmanagement&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 43]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind oft mit [[Lock-in-Effekt]]en verbunden, so dass der Wechsel zu einem anderen System mit hohen [[Wechselkosten]] einhergeht (wer sich für [[Apple]] entscheidet, muss wegen des [[Betriebssystem]]s auch die Anwendungen hiervon erwerben). Weil der Nutzen nur bei Benutzern entsteht, handelt es sich gleichzeitig auch im nachfrageseitige [[Skaleneffekt]]e. Da sich die Effekte im System selbst verstärken können, liegt auch ein [[Feedback-Effekt]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Externe Effekte stören das reibungslose Funktionieren eines Marktes oder eines Netzwerks und verhindern das Zustandekommen einer [[Pareto-Optimum|Pareto-optimalen]] [[Ressourcenallokation]], auch im Verkehrswesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrea Schrage, &amp;#039;&amp;#039;Straßenmaut und Verkehrsstaus&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Metcalfesches Gesetz|Metcalfesche Gesetz]] geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass der [[Nutzwert]] eines Netzwerks im Quadrat zur Anzahl der möglichen Verbindungen zwischen den Teilnehmern (also etwa dem Quadrat der Teilnehmerzahl) wächst, während die Kosten nur linear zur Teilnehmerzahl selbst wachsen. Es hat zur Folge, dass bei jedem Netz ab einer gewissen Größe ({{enS|[[Tipping-Point]]}}; [[Kritische Masse (Spieltheorie)|kritische Masse]]) der Nutzen die Kosten übersteigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Netzwerkökonomik wird sich wohl nicht in allen Wirtschaftszweigen durchsetzen, denn die anfällige Struktur von Netzwerken kann Ursache für [[Desorganisation]] in Zeiten von [[technischer Fortschritt|technischem Wandel]] sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Amy Glasmeier, &amp;#039;&amp;#039;Technological Discountinuities and Flexible Production Networks&amp;#039;&amp;#039;, in: Research Policy 20, 1991, S. 469–485&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Die Netzwerkökonomik vernachlässigt einige typische Probleme der Netzwerkbildung, insbesondere die Tatsache, dass die Teilnahme an Netzwerken freiwillig oder quasi erzwungen sein kann. Viele [[Entrepreneur]]e geben als Motiv der [[Unternehmensgründung]] den Wunsch nach Unabhängigkeit an, was sich nicht mit dem oft großen Druck oder faktischem Zwang verträgt, einem Netzwerk beizutreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Sue Birley/Paul Westhead, &amp;#039;&amp;#039;A Taxonomy of Business Start-up Reasons and their Impact on Firm Growth and Size&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Business Venturing&amp;#039;&amp;#039; vol. 9 1, 1994, S. 7–31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Akteure, die selbst den Eindruck haben, dass ihre Netzwerkkompetenzen oder ihre Ressourcen, die sie dem Netzwerk zur Verfügung stellen können, nur gering ausgebildet sind, meiden Netzwerke.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Witt, &amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;Entrepreneurs&amp;#039; Networks and the Success of Start-ups&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Entrepreneurship and Regional Development&amp;#039;&amp;#039; vol 16 5, 2004, S. 391–412.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Druck zum Beitritt geht z.&amp;amp;nbsp;B. von Verbänden, Kammern oder Banken aus,&amp;lt;ref&amp;gt;James Curran u.&amp;amp;nbsp;a., &amp;#039;&amp;#039;Networks and Small Firms: Constructs, Methodological Strategies, and Some Findings&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;International Small Business Journal&amp;#039;&amp;#039;, 11 2, 2003, S. 13–25.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch von Auftraggebern oder Wirtschaftsförderern. Auch gibt es keine eindeutige [[empirische Evidenz]] für die Überlegenheit von starken oder schwachen Beziehungen ({{enS|strong ties, weak ties}}) in Netzwerken. Die Bedeutung dieser Unterscheidung wird von der Netzwerkökonomik seit den Arbeiten Mark Granovetters immer wieder in den Mittelpunkt gestellt, obwohl ihre empirische Überprüfung mit erheblichen Messproblemen verbunden ist. Auch werden die Kosten und Risiken der Netzwerkarbeit wohl unterschätzt. Eine Studie über Vernetzung unter türkischstämmigen Unternehmern in London verweist auf Risiken der Netzwerkbildung durch Kopie von Geschäftskonzepten.&amp;lt;ref&amp;gt;David J. Storey/Francis J. Greene, &amp;#039;&amp;#039;Small Business and Entrepreneurship&amp;#039;&amp;#039;, Harlow, 2010, S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spezialisierte Fachzeitschriften ==&lt;br /&gt;
Themen, Probleme und Studien zur Netzwerkökonomik oder Netzwerkwirtschaft werden zunehmend in spezialisierten [[Wissenschaftliche Fachzeitschrift|Fachzeitschriften]] publiziert. Zu diesen gehört unter anderem die &amp;#039;&amp;#039;[[Review of Network Economics]]&amp;#039;&amp;#039; (seit 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Die Netzwerkökonomik ist von den mit ihr verwandten Begriffen der Netzwerkökonomie, nämlich  [[Netzwerkwirtschaft]] und [[Informationsökonomik]] zu unterscheiden: Während die Netzwerkökonomie eine Wirtschaftsstruktur ist, in der Netzwerke das Hauptmerkmal darstellen, ist die Informationsökonomik ein Fachgebiet der VWL, welches sich mit dem Einfluss von Informationen (oder deren Mangel) auf ökonomische Prozesse und Entscheidungen volkswirtschaftlicher Akteure auswirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fachliteratur ==&lt;br /&gt;
* Philipp Hessinger: &amp;#039;&amp;#039;Vernetzte Wirtschaft und ökonomische Entwicklung. Organisatorischer Wandel, institutionelle Einbettung, zivilgesellschaftliche Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag, Opladen 2001, ISBN 3-531-13605-4.&lt;br /&gt;
* Matthew O. Jackson: &amp;#039;&amp;#039;Social and Economic Networks&amp;#039;&amp;#039;, [[Princeton University Press]],  2008, ISBN 978-0-691-13440-6.&lt;br /&gt;
* Oz Shy: &amp;#039;&amp;#039;A Short Survey of Network Economics.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Review of Industrial Organization&amp;#039;&amp;#039; 38,2 (2011), S.&amp;amp;nbsp;119–149.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Netzwerkokonomik}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mikroökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jmac15</name></author>
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