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	<title>Neofunktionalismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neofunktionalismus&amp;diff=738311&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mhandschug: doi-url und Abruf sollen bei vorhandenem doi-Parameter nicht angegeben werden</title>
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		<updated>2024-01-04T15:54:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;doi-url und Abruf sollen bei vorhandenem doi-Parameter nicht angegeben werden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Belege|Die Belege müssen als Einzelnachweise eingefügt werden, so ist es völlig undurchsichtig, was was belegt. -- [[Benutzer:Merkið|Merkið]] ([[Benutzer Diskussion:Merkið|Diskussion]]) 12:00, 27. Apr. 2020 (CEST)}}&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neofunktionalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man eine [[Politikwissenschaft|politikwissenschaftliche]] Theorie im Teilgebiet der [[Internationale Beziehungen|internationalen Beziehungen]]. Ihr Gegenstand ist die Erklärung der Überlagerung der [[Nationalstaat]]en durch [[Supranationalität|supranationale]] Kooperation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundannahmen und Weiterentwicklung ==&lt;br /&gt;
Der wichtigste Anwendungsbereich ist die neofunktionalistische Theorie [[Regionale Integration|regionaler Integration]] von [[Ernst B. Haas]], der den Neofunktionalismus in seinem Buch „The Uniting of Europe“ quasi begründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundannahmen des Neofunktionalismus sind:&lt;br /&gt;
* eine begonnene Kooperation zwischen Staaten entfaltet eine gewisse Eigendynamik;&lt;br /&gt;
* Institutionen dominieren;&lt;br /&gt;
* der Beginn der Integration ist Auslöser für weitere Kooperation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von zentraler Bedeutung für den Verlauf eines Integrationsprozesses ist das „Ausstrahlen“ der Integration von einem begrenzten Politikfeld oder einer einzelnen Institution auf weitere Politikfelder und/oder die Entwicklung weiterer Institutionen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Leon N. Lindberg |Titel=The political dynamics of European economic integration. |Verlag=Stanford University Press |Ort=Stanford, Calif |Datum=1963 |Online=https://openlibrary.org/books/OL5882681M/The_political_dynamics_of_European_economic_integration. |Abruf=2023-08-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Entwicklung wird als „spill-over“ bezeichnet, wobei zwischen „functional spill-over“ (Wirtschaft löst Kooperation aus) und „political spill-over“ (bestehende Großinstitutionen sind der Auslöser für weitere Integration) unterschieden wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den weiteren Jahren und gerade in Bezug auf die [[europäische Integration]], entwickelte sich die Theorie des Neofunktionalismus dahin weiter, dass die Bedeutung autonomen Regierungshandelns als erklärende Variable noch weiter eingeschränkt wurde. Begründet wurde dies damit, dass unilaterales Handeln bereits negative Folgewirkungen zeigen könne und dass den nationalstaatlichen Akteuren, durch eine Vernetzung gesellschaftlicher Akteure wie [[Gewerkschaft]]en und anderen [[Nichtstaatliche Organisation|NGO]]s, die Kontrolle über internationale Entscheidungsprozesse allmählich entgleite. Dies wird unter anderem von [[Alec Stone Sweet]] und [[Wayne Sandholz]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Logik dieser Eigendynamik zufolge kann es theoretisch keinen „Rückbau“ regionaler Integration geben; alle einmal beschlossenen Schritte der Integration seien demnach unumkehrbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stellung innerhalb der Internationalen Beziehungen ==&lt;br /&gt;
Neofunktionalistische Ansätze sind innerhalb der Großtheorien der internationalen Beziehungen insofern dem [[Liberalismus]] bzw. dem [[Idealismus (Philosophie)|Idealismus]] zuzuordnen, als die Ausprägungen der Beziehungen zwischen Staaten auf gesellschaftliche Gruppen innerhalb derselben zurückgeführt werden; zugleich bestehen jedoch Anknüpfungspunkte zum [[Institutionalismus]]. Ebenso gibt es ähnliche Ansätze in der feministischen Perspektive auf internationale Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neofunktionalismus baut auf dem [[Funktionalismus (Internationale Beziehungen)|Funktionalismus]] von [[David Mitrany]] und dem [[Interdependenztheoretischer Ansatz|Interdependenzansatz]] auf. Vom Vorläufer unterscheidet er sich insbesondere in seiner starken Hervorhebung supranationaler Agenturen für die bewusste Fortschreibung von zwischenstaatlicher Integration.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Conzelmann |Titel=Neofunktionalismus |Hrsg=Siegfried Schieder, Manuela Spindler |Sammelwerk=Theorien der Internationalen Beziehungen |Auflage=3 |Verlag=utb GmbH |Ort=Stuttgart, Deutschland |Datum=2010-10-27 |ISBN=978-3-8385-2315-6 |DOI=10.36198/9783838523156}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Unterschiede finden sich im Wissenschaftsverständnis: Während der Funktionalismus von normativen Handlungsempfehlungen für mehr Integration und grenzenüberschreitende Kooperation geprägt ist,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; ist die Neo-Variante in erster Linie empirisch-analytisch, auch wenn sich ebenso hier bedingt normative Elemente finden lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Des Weiteren sah der ursprüngliche Funktionalismus regionale Integration als einen von Technokraten durchgeführten rein sachlichen Optimierungsprozess an, welcher jegliches Politische zurückdrängen würde. Im Neofunktionalismus hingegen ist der Integrationsprozess gleichbedeutend mit einem pluralistischen Interessenausgleich staatlicher ebenso wie nicht-staatlicher Akteure.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neofunktionalismus wurde als Gegenposition zum [[politischer Neorealismus|(Neo-)Realismus]], der die Beziehungen zwischen Staaten mit klassischer Machtpolitik erklärt und dem [[Idealismus (Internationale Beziehungen)|Idealismus]], laut welchem Frieden und Sicherheit durch internationales Recht gesichert wird, entwickelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ernst B. Haas, Desmond Dinan |Titel=The uniting of Europe: political, social, and economical forces: 1950-1957 |Verlag=University of Notre Dame Press |Ort=Notre Dame, Indiana |Datum=2004 |Reihe=Contemporary European politics and society |ISBN=978-0-268-04346-9 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Intergouvernementalismus]], dem zufolge regionale Integration lediglich auf diskretionären Entscheidungen der Regierungen beruht, war wiederum die Gegenposition zum Neofunktionalismus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Jürgen Bieling |Titel=Intergouvernementalismus |Sammelwerk=Theorien der europäischen Integration |Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften |Ort=Wiesbaden |Datum=2006 |ISBN=978-3-531-90037-7 |DOI=10.1007/978-3-531-90037-7_4 |Seiten=91–116}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Kritiker bemängeln an dieser Theorie, dass sie nur auf die EU anwendbar ist und dass sie einen rein deskriptiven Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar wurde durchaus auch versucht, den Verlauf von Integrationsprozessen sowie das Verhalten von politischen Akteuren hierin mit Hilfe von neofunktionalistischen Annahmen vorherzusagen. Diese Versuche stoßen jedoch auf die Probleme einer jeden Vorhersage politischer und sozialer Entwicklungen, die oft maßgeblich von in der Theorie nicht berücksichtigten Ereignissen beeinflusst werden. Ein frühes Paradebeispiel für einen Fall, in dem sich neofunktionalistische Vorhersagen als unhaltbar herausstellten, ist die [[Politik des leeren Stuhls]], mit der Frankreich den bereits beschlossenen Übergang zu Mehrheitsabstimmungen in der [[Europäische Wirtschaftsgemeinschaft|EWG]] verhinderte. Hierauf stützte sich auch die gegen den Neofunktionalismus gerichtete Kritik [[Stanley Hoffmann]]s aus intergouvernementalistischer Perspektive. Er kritisiert ebenso wie Vertreter des Realismus, dass Neo-Funktionalisten die Souveränität und Autonomie der Nationalstaaten unterschätzen würden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dieter Wolf |Titel=Neo-Funktionalismus |Sammelwerk=Theorien der europäischen Integration |Verlag=Springer Fachmedien |Ort=Wiesbaden |Datum=2012 |ISBN=978-3-531-19715-9 |DOI=10.1007/978-3-531-19715-9_3 |Seiten=55–76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Haas bestritt dies, räumte jedoch ein, dass man einen schnelleren Kompetenzzuwachs der supranationalen Institutionen erwartet hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Conzelmann: &amp;#039;&amp;#039;Neofunktionalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Siegfried Schieder]], Manuela Spindler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Theorien der Internationalen Beziehungen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;UTB&amp;#039;&amp;#039; 2315). 2., überarbeitete Auflage. Budrich, Opladen u. a. 2006, ISBN 3-86649-983-3, S. 145–174.&lt;br /&gt;
* Anne Faber: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Integration und politikwissenschaftliche Theoriebildung. Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus in der Analyse&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur europäischen Integration.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14). VS – Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14479-0.&lt;br /&gt;
* Claus Giering: &amp;#039;&amp;#039;Europa zwischen Zweckverband und Superstaat. Die Entwicklung der politikwissenschaftlichen Integrationstheorie im Prozeß der europäischen Integration&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münchner Beiträge zur Europäischen Einigung.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1). Europa-Union-Verlag, Bonn 1997, ISBN 3-7713-0546-2 (Zugleich: München, Universität, Dissertation, 1997).&lt;br /&gt;
* Andreas Grimmel, [[Cord Jakobeit]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politische Theorien der Europäischen Integration. Ein Text- und Lehrbuch.&amp;#039;&amp;#039; VS – Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15661-3.&lt;br /&gt;
* [[Ernst B. Haas]]: &amp;#039;&amp;#039;The Uniting of Europe. Political, Social, and Economic Forces 1950–1957.&amp;#039;&amp;#039; Reissued. Stanford University Press, Stanford CA 1968. &lt;br /&gt;
* [[Stanley Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Obstinate or Obsolete? The Fate of the Nation-State and the Case of Western Europe.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Dædalus (Zeitschrift)|Daedalus. Journal of the American Academy of Arts and Sciences]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 95, Nr. 3, 1966, S. 862–915, {{JSTOR|20027004}}.&lt;br /&gt;
* Ben Rosamond: &amp;#039;&amp;#039;Theories of European Integration.&amp;#039;&amp;#039; Macmillan u. a., Houndmills u. a. 2000, ISBN 0-333-64717-3.&lt;br /&gt;
* [[Philippe C. Schmitter]]: &amp;#039;&amp;#039;A Revised Theory of Regional Integration.&amp;#039;&amp;#039; In: Leon N. Lindberg, Stuart A. Scheingold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Regional Integration. Theory and Research.&amp;#039;&amp;#039; Harvard University Press, Cambridge MA 1971, ISBN 0-674-75327-5, S. 232–264.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorie der Internationalen Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzept der europäischen Integration]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mhandschug</name></author>
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