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	<title>Neoevolutionismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-22T15:00:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-07-21T17:54:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Hilfe:Wikisyntax/Validierung&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Hilfe:Wikisyntax/Validierung (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Hilfe:Wikisyntax/Validierung#Falsch verschachtelte Tags, die ordnungsgemäß verschachtelt werden sollten.&lt;/a&gt; behoben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neoevolutionismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neo-Evolutionismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) wird eine [[Sozialwissenschaften|sozialwissenschaftliche]] Strömung des 20. Jahrhunderts bezeichnet, die die Entwicklung von Gesellschaften in Anlehnung an die biologische [[Evolutionstheorie]] zu erklären versucht. Sie knüpft insbesondere an die Arbeiten von [[Lewis Henry Morgan|Morgan]] an, setzt sich jedoch von den Grundannahmen des klassischen sozialwissenschaftlichen [[Evolutionismus]] ab. Neoevolutionistische Theorien gehen davon aus, dass der langfristig, gerichtete soziale Wandel auf die Umweltbedingungen zurückgeführt werden kann und demnach zu wiederkehrenden Mustern der Entwicklung führt, die in ganz verschiedenen Kulturen zu beobachten sind, wenn die [[Subsistenz]]grundlage ähnlich ist. Im Gegensatz zu den linearen Vorstellungen einer Kulturstufenabfolge im Evolutionismus sind diese Theorien „multilinear“ und vorsichtiger bei Generalisierungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Justin Stagl]]: &amp;#039;&amp;#039;Neo-Evolutionismus&amp;#039;&amp;#039;. in: Walter Hirschberg (Begr.), Wolfgang Müller (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005, S.&amp;amp;nbsp;270.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründer des Neoevolutionismus, der bis in die 1980er Jahre vertreten wurde, waren [[Leslie White]] und [[Julian Steward]]. Der Hauptvertreter seit den 1970er Jahren war [[Marshall Sahlins]]. In den 1990er Jahren wurde der Neo-Evolutionismus durch neue Erkenntnisse abgelöst, die zeigten, dass neben dem ökologisch-wirtschaftlichen Faktor auch immer andere Faktoren (Technologie, Demografie, Krieg, Ideologie u.&amp;amp;nbsp;a.) eine gleichermaßen wichtige Rolle für die Entwicklung spielen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andre Gingrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Ethnologie.&amp;#039;&amp;#039; In [[Philipp Sarasin]], [[Marianne Sommer (Kulturwissenschaftlerin)|Marianne Sommer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Evolution. Ein interdisziplinäres Handbuch&amp;#039;&amp;#039;. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02274-5, S.&amp;amp;nbsp;228–231&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
=== Ursprünge im klassischen Evolutionismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Evolutionismus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sozialwissenschaftliche Evolutionismus des 19. Jahrhunderts war Teil einer damals weit verbreiteten Denkweise europäischer bzw. westlicher [[Intellektueller]], die seit dem 18. Jahrhundert an der Erforschung langfristiger Wandlungen von Natur und Menschen interessiert waren. Eine [[Wissenssoziologie|wissenssoziologische]] Deutung sieht dieses verbreitete Interesse als Ausdruck des Konkurrenzkampfes zwischen [[Adel]] und [[Bürgertum]], in dem das Bürgertum, weil es seine eigene soziale Position verbessern wollte, die Wandelbarkeit sozialer (und auch natürlicher) Verhältnisse in den Blick nahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Biologie entsprang daraus die biologische [[Evolution]]s&amp;amp;shy;theorie von [[Charles Darwin]], die mit Ergänzungen in Form der [[Synthetische Evolutionstheorie|Synthetischen Evolutionstheorie]] bis heute ein zentraler Baustein im Theoriegebäude der [[Biologie]] ist. In den Sozialwissenschaften versuchten die klassischen Evolutionisten, mit allgemeinen evolutionären Prinzipien die Entwicklung von Gesellschaften zu beschreiben und zu erklären. Sie nahmen eine linienförmige („lineare“) Form der langfristigen Entwicklung an, in der alle Gesellschaften die gleichen Entwicklungsstufen durchlaufen würden. Häufig wurde dabei die eigene westliche [[Zivilisation]] als die höchstentwickelte Stufe betrachtet. Teilweise wurden (z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Karl Marx]]) auch fortschrittsgläubige [[Prognose]]n für die weitere Entwicklung gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Theorien wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom [[Kulturrelativismus|historischen Partikularismus]] als un[[wissenschaft]]lich zurückgewiesen, der darauf bestand, dass jede Kultur ihre eigene Geschichte und Entwicklung habe. Evolutionäres Denken, ob von politisch rechter oder linker Seite, geriet in den Sozialwissenschaften für Jahrzehnte generell in Misskredit. Auch aufgrund dieser Kritik formulierten verschiedene Sozialwissenschaftler die Theorien über den langfristigen sozialen Wandel neu, so dass sie zeitgenössischen wissenschaftlichen Ansprüchen genügten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterschiede zum klassischen Evolutionismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Soziokulturelle-Evolutionsmodelle.png|mini|hochkant=3.65|Stark vereinfachte schematische Darstellung der drei wesentlichen soziokulturellen Evolutionsmodelle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge des Neoevolutionismus gehen in die 1930er Jahre zurück, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neoevolutionistische Theorien erheblich weiterentwickelt, bis sie in den 1960er Jahren Eingang in die [[Ethnologie]], [[Anthropologie]] und [[Soziologie]] fanden. Der Neoevolutionismus weist mit seinen Entwicklungsmodellen viele Ideen des klassischen Evolutionismus zurück. Dabei tendieren neoevolutionistische Theorien zu einem Grundstock gemeinsamer Annahmen, die aber nicht von allen im gleichen Maß geteilt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In erster Linie wendet er sich gegen die weithin unreflektierte Vorstellung des sozialen [[Fortschritt]]s, der vorhergehende evolutionäre Konzepte beherrschte. [[Determinismus|Deterministische]] Positionen, die eine völlige Vorherbestimmtheit der Ereignisse durch gegebene Ursachen annehmen, werden mit Verweis auf den Einfluss von [[Zufall]] und [[Freier Wille|freiem Willen]] durch die Kategorie [[Wahrscheinlichkeit]] ersetzt. Der Neoevolutionismus ähnelt der [[kontrafaktische Geschichte|kontrafaktischen Geschichte]], die die Frage nach dem stellt, was hätte geschehen können, wenn bestimme Voraussetzungen nicht oder anders eingetroffen wären. Der Neoevolutionismus sieht hierdurch seinen nichtdeterministischen Ansatz belegt, der Gesellschaften mit vergleichbaren Voraussetzungen die Möglichkeit zur Entwicklung auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlichen Schritten offenhält. Statt einliniger Evolutionsvorstellungen wurden mehrlinige, differenziertere Modelle entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In engem Zusammenhang damit fordern Neoevolutionisten, sich mit Bewertungen des Untersuchungsgegenstandes zurückzuhalten. Auch prophetische Prognosen werden abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stattdessen ist für Neoevolutionisten die empirische Belegbarkeit ihrer Theorien von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zu den klassischen Ansätzen, die maßgeblich auf Werturteilen und [[Hypothese|Vermutungen]] aufbauten, stützt sich der Neoevolutionismus auf mess- und [[Verifikation|nachprüfbare]] Informationen, um den Prozess der kulturellen Evolution zu analysieren. [[Empirie|Empirische]] Basis der Entwicklungsmodelle und Theorien sind Belege z.&amp;amp;nbsp;B. aus der [[Ethnologie]], [[Geschichtswissenschaft]], [[Archäologie]] und [[Paläontologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dennoch setzt auch die Mehrzahl der neoevolutionistischen Modelle eine Entwicklung zu höheren, komplexeren, allerdings &amp;#039;&amp;#039;nicht vorherbestimmten&amp;#039;&amp;#039; Stadien voraus. Häufig wird angenommen, dass sich eine „Urkultur“ rekonstruieren lasse. Die Religionswissenschaftlerin [[Ina Wunn]] beklagt, dass die wertende Gliederung von unterentwickelten zu hochentwickelten Kulturformen trotz gegenteiliger Erkenntnisse von einer großen Zahl der Wissenschaftler immer noch unreflektiert vorausgesetzt werde. Sie plädiert für [[Kulturrelativismus|kulturrelativistische]] Modelle in Anlehnung an die biologischen Theorien, die Querverbindungen und „Rückentwicklungen“ zulassen; und die vor allem keine hierarchische Bewertung der Kulturphänomene mehr zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ina Wunn]] |Titel=Die Evolution der Religionen |Datum=2004 |Kommentar=Habilitationsschrift, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Hannover |Seiten=7, 9–11, 299–304, (308ff), (387ff), 420, (424ff), 438–439| URN=nbn:de:gbv:089-4735352978}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertreter ==&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Tönnies]] (1855–1936) – Tönnies selbst war kein Neoevolutionist. Seine Arbeiten gelten aber als wichtige Voraussetzung des Neoevolutionismus. Er war einer der ersten Soziologen, die darauf hinwiesen, dass soziale Evolution, [[Fortschritt]]s&amp;amp;shy;denken und [[Determination]] nicht notwendig das Gleiche bedeuten. Soziale Entwicklung sei weder zielorientiert noch jemals abgeschlossen. [[Moderne]] Gesellschaften könnten im wertenden Sinne sogar als rückschrittlich bezeichnet werden, wenn sie die Bedürfnisbefriedigung der Individuen nur zu hohen Kosten gewährleisten können.&lt;br /&gt;
* [[Leslie White]] (1900–1975) – Autor von &amp;#039;&amp;#039;The Development of Civilization to the Fall of Rome&amp;#039;&amp;#039; (1959). Mit der Veröffentlichung von Whites Schrift wurde das Interesse der Soziologie und Anthropologie am Evolutionismus wiederbelebt. White versuchte eine Theorie zu entwickeln, die die gesamte Geschichte der Menschheit erklären sollte. Der Hauptgedanke seines Ansatzes ist der Aspekt der [[Technologie]]: Soziale Systeme würden durch technologische Systeme bestimmt, schrieb White unter Bezugnahme auf das Frühwerk von [[Lewis Henry Morgan]]. Ein Maß des sozialen Fortschritts sei der [[Energieverbrauch]] einer gegebenen Gesellschaft. White unterscheidet fünf Schritte der Entwicklung. Im ersten verwendeten Menschen die Energie ihrer Muskeln. Der zweite sei durch den Gebrauch gezähmter Tiere bestimmt. Im dritten Schritt komme die Energie von Pflanzen zum Einsatz. Als viertes lerne der Mensch die Nutzung &amp;#039;&amp;#039;natürlicher&amp;#039;&amp;#039; Energiequellen: [[Kohle]], [[Öle|Öl]], [[Gas]]. In der Zähmung der [[Kernenergie]] sah er den fünften Schritt gekommen. Whites Energieansatz hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der später vom russischen Astrophysiker [[Nikolai Semjonowitsch Kardaschow|Nikolai Kardaschow]] formulierten [[Kardaschow-Skala]].&lt;br /&gt;
* [[Julian Steward]] entwickelte die Theorie des Sozialen Wandels. In &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;The Methodology of Multilinear Evolution&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; (1955, neu aufgelegt 1979) formulierte er die Theorie einer &amp;#039;&amp;#039;multilinearen&amp;#039;&amp;#039; Entwicklung. Er untersuchte hierbei, wie sich Gesellschaften an ihre Umwelt anpassten. Sein Zugang war differenzierter als Whites &amp;#039;&amp;#039;unilineare&amp;#039;&amp;#039; Entwicklung. Er stellte die Möglichkeit einer umfassenden Theorie der Entwicklung der Menschheit in Frage, betonte aber auch, dass die Anthropologie nicht auf die rein deskriptive Darstellung einzelner vorhandener Kulturen beschränkt sei. Er ging davon aus, dass es möglich sei, Theorien zu entwickeln, die die &amp;#039;&amp;#039;typische&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;alltägliche&amp;#039;&amp;#039; Kultur analysieren, die repräsentativ für bestimmte Zeiträume oder Regionen ist. Steward sieht Technologie und Wirtschaft als die bestimmenden Faktoren der Entwicklung einer Gesellschaft an, betont aber den Einfluss der sekundären Faktoren [[Religion]], [[Ideologie]] und [[politisches System]]. Die Multilinearität besteht darin, dass sich eine Gesellschaft im Zusammenspiel dieser Faktoren gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen entwickle.&lt;br /&gt;
* [[Marshall Sahlins]] – Autor von &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Evolution and Culture&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; (1960). Sahlins unterschied eine &amp;#039;&amp;#039;allgemeine&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;spezielle&amp;#039;&amp;#039; Entwicklung der Gesellschaft. Die &amp;#039;&amp;#039;allgemeine Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; sei die Tendenz kultureller und sozialer Systeme die [[Komplexität]], [[Organisation]] und [[Evolutionäre Anpassung|Anpassung an die Umwelt]] zu erhöhen. Da die unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften aber nicht voneinander isoliert sind, gibt es eine gegenseitige Beeinflussung und Durchdringung ihrer Eigenschaften. Dies führe zur &amp;#039;&amp;#039;speziellen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; der Gesellschaft als einer Konkretisierung der allgemeinen Entwicklung in einer jeweils spezifischen und einzigartigen Art und Weise.&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lenski]] – mit &amp;#039;&amp;#039;Power and Prestige&amp;#039;&amp;#039; (1966) und &amp;#039;&amp;#039;Human Societies: An Introduction to Macrosociology&amp;#039;&amp;#039; (1974) erweitert Lenski die Arbeiten von Leslie White und Lewis Henry Morgan. Er sieht wie seine Vordenker in der technologischen Entwicklung den entscheidenden Faktor und Gradmesser der Evolution von Gesellschaft und Kultur. Im Unterschied zu White, der Technologie als die Fähigkeit ansah, Energie zu erzeugen und zu nutzen, konzentriert sich Lenski auf Umfang und Nutzung von Information. Über je mehr Information und Wissen, insbesondere zur Gestaltung der natürlichen Umgebung, eine gegebene Gesellschaft verfüge, desto fortgeschrittener sei sie. Lenski hebt vier Phasen der menschlichen Entwicklung hervor. Zunächst wurde Information lediglich durch [[Gen]]e weitergegeben. In der zweiten Stufe lernten die Menschen, Informationen durch [[Erfahrung]] zu lernen und das Gelernte weiterzugeben. Die nächste Phase war durch die Entwicklung von [[Zeichen]] und [[Logik]] gekennzeichnet. In der vierten Phase schließlich, lerne die Menschheit, Symbole zu nutzen, sie entwickelte Schrift und Sprache. Fortschritte in den Kommunikationstechniken setzen sich in der Weiterentwicklung des wirtschaftlichen und politischen Systems, in der Verteilung der [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Güter]], in der sozialen Ungleichheit und in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens fort. Parallel hierzu klassifiziert Lenski Gesellschaften nach dem Grad ihrer Technologie, Kommunikation und Wirtschaft: 1) Jäger und Sammler, 2) Einfacher Ackerbau, 3) Fortgeschrittener Ackerbau, 4) Industrielle Produktion und 5) Spezielle Formen, wie beispielsweise auf Fischfang basierende Gesellschaften.&lt;br /&gt;
* [[Talcott Parsons]] – Der Verfasser von &amp;#039;&amp;#039;Societies: Evolutionary and Comparative Perspectives&amp;#039;&amp;#039; (1966) und &amp;#039;&amp;#039;The System of Modern Societies&amp;#039;&amp;#039; ([[1971]]) unterschied in der Entwicklung der Gesellschaft vier Teilprozesse: 1) Die &amp;#039;&amp;#039;Teilung&amp;#039;&amp;#039; generiere innerhalb einer Gesellschaft aus dem Gesamtsystem funktionale Subsysteme. 2) In der &amp;#039;&amp;#039;Anpassung&amp;#039;&amp;#039; entwickeln die einzelnen Systeme jeweils eine höhere Effizienz in der Bewältigung ihrer spezifischen Aufgaben. 3) Die &amp;#039;&amp;#039;Inklusion&amp;#039;&amp;#039; reintegriert vormals aus einem konkreten System ausgeschlossene Elemente. 4) Die &amp;#039;&amp;#039;Verallgemeinerung&amp;#039;&amp;#039; der Werte verstärkt die Legitimationsbasis des nunmehr komplexeren Systems. Talcott Parsons veranschaulicht diese Prozesse auf drei Entwicklungsstufen: &amp;#039;&amp;#039;[[Urgeschichte|Archaische]]&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaften unterschieden sich von &amp;#039;&amp;#039;primitiven&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaften durch die Fähigkeit, zu [[schreiben]]. &amp;#039;&amp;#039;Moderne&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaften hätten darüber hinaus Wissen über das [[Recht]]. Parson sieht die [[Westliche Zivilisation]] als den Höhepunkt der modernen Gesellschaften an, die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten von Amerika]] erklärt er zur entwickeltsten unter den westlichen Zivilisationen.&lt;br /&gt;
* [[Shmuel N. Eisenstadt]] – Eisenstadts Ausgangspunkt liegt gedanklich nahe bei Talcott Parsons. Seine Forschungen überwinden jedoch die bei Parsons vorherrschende [[Eurozentrismus|eurozentrische]] Deutung gesellschaftlicher Entwicklung. Das im Westen entwickelte kulturelle Programm wird nicht mehr als natürliches Entwicklungsmodell aller Gesellschaften angesehen, sondern nurmehr als das zeitlich früheste Modell der Entwicklung einer modernen Gesellschaft.&lt;br /&gt;
* [[Norbert Elias]] – mit seinem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[Über den Prozeß der Zivilisation]]&amp;#039;&amp;#039; legte Elias zunächst ein Modell der Entwicklung von Sozial- und Persönlichkeitsstrukturen in Westeuropa vom 9. bis 19. Jahrhundert vor. Dieses in den 1930er Jahren veröffentlichte Werk wurde kriegsbedingt erst in den 1970er Jahren breit rezipiert. Sein Anspruch war, einen neuen Weg der sozialwissenschaftlichen Forschung zu eröffnen, der die Beschränkungen bisheriger [[Paradigma]]ta überwindet. In der Folge arbeitete er schwerpunktmäßig die [[Wissenschaftstheorie|wissenschaftstheoretischen]] und [[Wissenssoziologie|wissenssoziologischen]] Grundlagen seines neuen Ansatzes aus. Elias lehnt statische Theoriekonzeptionen, wie er sie etwa bei Parsons kritisiert, zugunsten dynamischer Modelle ab. Zu seinen Grundannahmen zählt, dass die Realität ständig in Bewegung ist, was alle Ebenen der „großen Evolution“ betrifft: die [[Kosmologie|physikalisch-chemische Evolution]], die [[biologische Evolution]] und die [[soziokulturelle Evolution]]. Diese Ebenen unterscheiden sich im steigenden Maß an Komplexität, jeweils neuen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten, u.&amp;amp;nbsp;a. der jeweils stark steigenden Entwicklungsgeschwindigkeit. Insbesondere die Sozialwissenschaften sind daher aus seiner Sicht auch für die Analyse begrenzter sozialer Phänomene auf ein Modell des langfristigen sozialen Wandels angewiesen. Mit dem Modell der „großen Evolution“ ist auch zu begründen, warum für diese unterschiedlichen Gegenstandsbereiche jeweils verschiedene Wissenschaften mit unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen notwendig sind – genauso wie ihre Zusammenarbeit: Da jede neue Stufe auf der vorhergehenden aufbaut, aber gleichzeitig dabei etwas Neues entsteht, ist beispielsweise die Entwicklung der Menschen nicht ohne Rückgriff auf die biologische Evolution zu erklären, aber auch nicht darauf zu reduzieren. Elias fordert deshalb die Sozialwissenschaften auf, sich methodologisch von den Naturwissenschaften zu emanzipieren, gleichzeitig aber ihre Ergebnisse differenziert zur Kenntnis zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Fabian Deus, [[Anna-Lena Dießelmann]], Luisa-Fischer. Clemens Knobloch (Hg.) Die Kultur des Neoevolutionismus. Zur diskursiven Renaturalisierung von Mensch und Gesellschaft. transcript Verlag Bielefeld.d 2015. ISBN 978-3-8376-2891-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zivilisatorischer Prozess nach Darcy Ribeiro]]&lt;br /&gt;
* [[Technologische Singularität]]&lt;br /&gt;
* [[Weltgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Historische Geologie]], [[Naturgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Partikularismus]]&lt;br /&gt;
* [[Kosmologie]], [[Chemische Evolution]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichtswissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Soziobiologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialer Wandel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnosoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;At40mha</name></author>
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