<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Neige</id>
	<title>Neige - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Neige"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neige&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-27T09:58:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neige&amp;diff=1970358&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Passjosi am 17. Dezember 2024 um 16:57 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Neige&amp;diff=1970358&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-12-17T16:57:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Pivo u kostku.JPG|mini|Neige in Bierglas]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ein klassischer Reste-Trinker.jpg|mini|Karikatur eines Neigentrinkers von [[Arpad Schmidhammer]] mit Anspielung auf den Vers „Ach neige, du Schmerzensreiche“ aus [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] [[Faust. Eine Tragödie.|&amp;#039;&amp;#039;Faust&amp;#039;&amp;#039;]] (1905)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neige&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man im engeren Sinne entweder einen Zustand kurz vor der Leerung oder einen verbliebenen Rest selbst. Aus der Übertragung der „Neigung“ eines Gefäßes (beispielsweise eines Fasses), um auch die letzte Flüssigkeit entnehmen zu können, wurde die Tätigkeit des Neigens auf die verbliebene Flüssigkeitsmenge im Sinne eines [[Anstandsrest|Getränkerests]] übertragen. Im weiteren Sinne bezeichnet die Redewendung „zur Neige gehen“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Neige |titel=Duden {{!}} Neige {{!}} Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft |sprache=de |abruf=2021-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; alles, was kurz vor der Leerung oder seinem Ende steht, beispielsweise ein Zeitalter oder ein Geldbetrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neige als Getränkerest ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In Sprichwörtern ===&lt;br /&gt;
Da der Rest im Falle von Wein- oder Bierfässern durch sedimentierte Feststoffe ([[Bierhefe|Hefen]], [[Weinstein]] etc.) meist getrübt ist, wird Neige meist mit einer negativen Konnotation versehen (&amp;#039;&amp;#039;Die Gottlosen trinken die Neige aus&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Ernst Steinbach: &amp;#039;&amp;#039;Vollständiges Deutsches Wörter-Buch&amp;#039;&amp;#039;, Breslau 1734 Band 2, 116&amp;lt;/ref&amp;gt;). Daher wird in verschiedenen [[Trinksitte]]n jenem das Recht auf einen frischen Antrunk beispielsweise bei einem [[Rundgesang]] und Trunk aus einem [[Trinkhorn]] zugestanden, der zuvor auch die schlechtere Neige austrank. Umgekehrt wurde sprichwörtlich, dass der Genuss des frischen Antrunks auch die Bürde der Neige begründe (&amp;#039;&amp;#039;Wer vom frischen getrunken, muß auch die Neigen trinken&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Simrock]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Sprichwörter&amp;#039;&amp;#039;, 1846&amp;lt;/ref&amp;gt;). Diese Sitte findet sich auch in [[Makkaronische Dichtung|makkaronischer Dichtung]] in einem Vers des sogenannten [[Zanow|Zanower Rechts]]: &amp;#039;&amp;#039;Qui bibit ex neigas, de frischibus incipit ille.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Simrock: ebd. nach: F. Hasemann: &amp;#039;&amp;#039;Über den pommerschen Trink-Convent vor 400 Jahren in der Oderzeitung&amp;#039;&amp;#039;, Stettin 1867&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Bis zur bitteren Neige&amp;#039;&amp;#039; ist der Titel eines Romans von [[Johannes Mario Simmel]], der 1975 [[Bis zur bitteren Neige (Film)|&amp;#039;&amp;#039;verfilmt&amp;#039;&amp;#039;]] wurde. Er spielt auf eine Variation der Redewendung „[[Bis zum bitteren Ende (Redewendung)|Bis zum bitteren Ende]]“ an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Studentensprache ===&lt;br /&gt;
Die Neige in einem Trinkhorn, einem großen Trinkgefäß oder auch nur einem Trinkglas wird oft auch als „Rest“ bezeichnet. In der [[Studentensprache]] seit dem 18. Jahrhundert wird dem Trinken dieses Restes oder dieser Neige eine besondere rituelle Aufmerksamkeit zuteil, seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist in Ansehung der geringen Menge einer Neige und auch in Anlehnung an die geringe Wertigkeit des (trüben) Restes der feststehende Ausdruck „schäbiger Rest“ gebräuchlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Helfer: &amp;#039;&amp;#039;Kösener Brauch und Sitte&amp;#039;&amp;#039;, Saarbrücken 1991, S. 172&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits im &amp;#039;&amp;#039;Jus potandi&amp;#039;&amp;#039; des [[Richard Brathwaite]] (1616) wird das Austrinken der Neige mit Ritualen, zu singenden Abschiedsliedern oder speziellen Verpflichtungen für den Leertrinkenden verknüpft. Das Leertrinken der Neige wurde auch als Leertrinken „bis auf die [[Nagelprobe]]“ nach dem gleichnamigen Ritual bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Grässli |Titel=Burschicoses Wörterbuch oder: Erklärung aller im Studentenleben vorkommenden Sitten, Ausdrüke, Wörter, Redensarten und des Comments: nebst Angabe der auf allen Universitäten bestehenden Corps, ihrer Farben und der Kneipen : ein untentbehrliches Hand- und Hilfsbuch für Lyceisten, Gymnasiasten, Penäler, Polytechniker ... und Studenten, die forsche Häuser werden wollen, diesen zur Erlernung, und alten, ausgesoffenen Burschen und einphilistrirten Häuptern zur Erinnerung an&amp;#039;s sel. Burschenleben |Verlag=Brodtmann |Datum=1846 |Seiten=335 |Online=https://books.google.de/books?id=QSJMAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA335&amp;amp;dq=%22bis+auf+die+nagelprobe%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwj3u5nq4sz0AhXxSfEDHctfCrMQ6AF6BAhPEAI#v=onepage&amp;amp;q=%22bis%20auf%20die%20nagelprobe%22&amp;amp;f=false |Abruf=2021-12-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Kannenglück“ ===&lt;br /&gt;
Da ab dem 16. Jahrhundert auch in der Studentensprache große Trinkgefäße jeglicher Art allgemein auch als „Kanne“ (lat. &amp;#039;&amp;#039;canna&amp;#039;&amp;#039;: Rohr, Gefäß) bezeichnet wurden, verbreitete sich das Synonym „Kannenglück“ für die Neige, welches jedoch schon im niederdeutschen &amp;#039;&amp;#039;kannengluk&amp;#039;&amp;#039; belegt ist&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Christoph Adelung]]: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. 2. Aufl. Leipzig 1793–1801, Band 2, 733&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus dieser Bezeichnung für die Neige eines Trinkgefäßes leitet sich auch &amp;#039;&amp;#039;Kanluk&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kannegeluk&amp;#039;&amp;#039; im Niederländischen, &amp;#039;&amp;#039;pot-luck&amp;#039;&amp;#039; im Englischen und &amp;#039;&amp;#039;sönnelykke&amp;#039;&amp;#039; im Dänischen ab. Im Trinkbrauch des sogenannten [[Hospiz (Brauch)|Hospitiums]] wird 1747 die hefehaltige Neige im Glas abfällig auch als „Philister“ bezeichnet, ebenso wie der verharzte Rest in einer ausgerauchten Tabakspfeife.&amp;lt;ref&amp;gt; vgl. Friedrich Kluge: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Studentensprache&amp;#039;&amp;#039;, Straßburg 1895, S. 114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Rechtsprechung ===&lt;br /&gt;
Mindestens seit dem 18. Jahrhundert sind Fälle dokumentiert, in denen der Verkauf von Bierresten aus Gläsern (Neigebier,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Silesia (Prussia) |Titel=Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Kronland Herzogthum Ober- und Nieder-Schliesen |Verlag=A. Pawlitschet |Datum=1919 |Seiten=23 |Online=https://books.google.de/books?id=KVsyAQAAMAAJ&amp;amp;q=neigebier&amp;amp;dq=neigebier&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiWncX-p87yAhU0SvEDHVmZB3wQ6AEwAXoECCcQAg |Abruf=2021-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neigbier&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. A. Neufeld |Titel=Der Nahrungsmittelchemiker als Sachverständiger: Anleitung zur Begutachtung der Nahrungsmittel, Genußmittel und Gebrauchsgegenstände nach den gesetzlichen Bestimmungen |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2013-03-08 |ISBN=978-3-642-92055-4 |Seiten=391 f. |Online=https://books.google.de/books?id=KSmnBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA392&amp;amp;dq=neigbier&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjH2cyNvM7yAhWDSfEDHbitDzcQ6AEwBXoECFEQAg#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false |Abruf=2021-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Bierneigen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Auszüge aus gerichtlichen Entscheidungen zum Gesetze, betr. den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen |Verlag=Verlag von Julius Springer |Datum=1894 |Seiten=161 |Online=https://books.google.de/books?id=995BAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA61&amp;amp;dq=tropfbier&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjz3Ln_jc7yAhUmSPEDHWi7DssQ6AEwAHoECCAQAg#v=onepage&amp;amp;q=tropfbier&amp;amp;f=false |Abruf=2021-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Ständerlingsbier&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Sammlung der kurpfalz-baierischen allgemeinen und besonderen Landesverordnungen von Justiz-, Finanz-, Landschafts-, Maut-, Accis-, Kommerzien-, Manufaktur- oder Fabriquen-Sachen |Verlag=Vötter |Datum=1784 |Seiten=367 |Online=https://books.google.de/books?id=mYZkAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA367&amp;amp;dq=standerlingsbier&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwish63xkM7yAhUUSvEDHfEsDScQ6AEwAHoECAIQAg#v=onepage&amp;amp;q=standerlingsbier&amp;amp;f=false |Abruf=2021-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) vermischt mit neuem Bier bestraft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezeichnungen in Dialekten ===&lt;br /&gt;
Im Fränkischen wird der schale, nicht mehr getrunkene letzte Schluck Bier im Glas regional auch als &amp;#039;&amp;#039;Naachla&amp;#039;&amp;#039; (der dem Wirt hinterlassene „Nachlass“) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Droschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Franken hat so schöne Wörter. Naachla.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr.&amp;#039;&amp;#039; Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt &amp;#039;&amp;#039;27. November.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Im altbayerischen Dialekt gibt es den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Noagerlzuzler&amp;#039;&amp;#039; als despektierliche Bezeichnung für jemanden, der die abgestandenen Bierreste anderer Leute ausschlürft (= „auszuzelt“), sowie im übertragenen Sinn für Personen, die auf Almosen und milde Gaben angewiesen sind und dadurch der vermeintlich besseren Gesellschaft lästig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Jacob und Wilhelm Grimm: &amp;#039;&amp;#039;Das Deutsche Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, „Neige“, Band 13, Spalte 565ff&lt;br /&gt;
* Blasius Multibibus (d.&amp;amp;nbsp;i. Richard Brathwaite): &amp;#039;&amp;#039;Jus Potandi, oder Zechrecht&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1616&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Essen und Trinken)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentisches Brauchtum und Ritual]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Trinkkultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Passjosi</name></author>
	</entry>
</feed>