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	<title>Navanethem Pillay - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Zollernalb: HC: Entferne Kategorie:Bürgerrechtler; Ergänze Kategorie:Bürgerrechtler (Südafrika)</title>
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		<updated>2026-02-17T17:38:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Entferne &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:B%C3%BCrgerrechtler&quot; title=&quot;Kategorie:Bürgerrechtler&quot;&gt;Kategorie:Bürgerrechtler&lt;/a&gt;; Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:B%C3%BCrgerrechtler_(S%C3%BCdafrika)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Bürgerrechtler (Südafrika) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Bürgerrechtler (Südafrika)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Navanethem Pillay.jpg|hochkant=1.5|mini|Navanethem Pillay (2009)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Navanethem Pillay&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. September]] [[1941]] in [[Durban]]) ist eine [[südafrika]]nische Juristin. Von 2003 bis 2008 war sie [[Liste der Richter am Internationalen Strafgerichtshof|Richterin]] am [[Internationaler Strafgerichtshof|Internationalen Strafgerichtshof]] in [[Den Haag]]. 2008 bis 2014 amtierte sie als [[Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte|Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte]]. Sie ist Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof in der Rechtssache [[Völkermord-Fall Rohingya|Gambia gegen Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Commissioners of the COI&amp;quot;&amp;gt;{{Cite web |date=2023-11-01 |title=&amp;quot;Aufgaben als UN-Hochkommissarin&amp;quot; |url=https://www.ohchr.org/en/hr-bodies/hrc/coiopt-israel/commissioners |website=United Nations Human Rights Council|lang=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Navanethem Pillay, genannt „Navi“ Pillay, stammt aus einem [[Tamilen|tamilischen]] Elternhaus, das zur südafrikanischen Minderheitsgruppe der [[Inder in Südafrika|Indischstämmigen]] gehörte. Ihre aus Indien eingewanderten Großeltern kamen als [[Indentur|Kontraktarbeiter]] für eine [[Zuckerrohr]]plantage. Ihr Vater war Busfahrer und ihre Mutter Hausfrau. Die in Südafrika geborenen Eltern wohnten mit den insgesamt vier Töchtern in &amp;#039;&amp;#039;Clairwood&amp;#039;&amp;#039;, einem armen Stadtviertel unweit des [[Hafen Durban|Hafens]] von Durban, das zur damaligen Zeit aufgrund der Rassentrennungspolitik Südafrikas ([[Apartheid]]) den Angehörigen der asiatischstämmigen Minderheiten zugewiesen war. Untypisch für die damalige Zeit förderten die Eltern die Entwicklung ihrer Kinder für den späteren Berufsweg als Juristen und Schulleiter. Pillay ist heute verwitwet und hat zwei Töchter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christof Heyns&amp;quot;&amp;gt;Christof Heyns: [http://www.icla.up.ac.za/images/un/press/Interview%20with%20Navi%20Pillay.pdf &amp;#039;&amp;#039;Interview with Navi Pillay, United Nations High Commissioner for Human Rights&amp;#039;&amp;#039;]. In: South African Yearbook of International Law (2012) Vol. 37, S. 9–21, {{ISSN|0379-8895}} (PDF; 132&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstes Studium in Südafrika ===&lt;br /&gt;
Pillay studierte zunächst Recht an der &amp;#039;&amp;#039;Law School&amp;#039;&amp;#039; der [[Universität von Natal]], jedoch in einem nach rassistischen Motiven gesonderten Gebäudekomplex, einem Kartoffellagerhaus, fernab des Durbaner Hauptcampus der Universität im &amp;#039;&amp;#039;Howard College&amp;#039;&amp;#039;. Sie traf dabei auf Studienbedingungen von unterdurchschnittlichem Niveau. Einen für Lehrbücher vorgesehenen Geldbetrag hatte sie von der &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte der Juden in Südafrika|South African Jewish]] Women’s Union&amp;#039;&amp;#039; als Belohnung für einen Schulaufsatz im Alter von 15 Jahren erhalten, in dem sie die seinerzeit außergewöhnliche Meinung vertrat, dass es die Aufgabe der Frauen in Südafrika sei, den Kindern auch eine richtige Einstellung zu Menschenrechten zu vermitteln. Ihre Schülerarbeit fand Aufmerksamkeit in der regionalen Presse. Die als begabt erkannte Schülerin erlangte ihr Startkapital zum Studium durch eine Sammelaktion an ihrer Schule in &amp;#039;&amp;#039;Clairwood&amp;#039;&amp;#039;, das durch weitere Zuwendungen vom &amp;#039;&amp;#039;City Council&amp;#039;&amp;#039; in Durban und mit einem Stipendium der Universität zum Gebührenerlass ergänzt wurde. Ihre Universität zählte zu den drei &amp;#039;&amp;#039;Open Universities&amp;#039;&amp;#039; in Südafrika, an denen Nichteuropäer für ein Studium zugelassen werden konnten; doch die damalige Rechtslage schränkte diese Möglichkeit ein. Durch den &amp;#039;&amp;#039;Separate Universities Act&amp;#039;&amp;#039; von 1959 war sie gezwungen, ihren [[Bachelor of Laws|LL.B.]]-Studiengang am &amp;#039;&amp;#039;[[Universität von Durban-Westville|University College for Indians]]&amp;#039;&amp;#039; auf dem Marinestützpunkt &amp;#039;&amp;#039;[[Hafen Durban#Marinestützpunkt Salisbury Island|Salisbury Island]]&amp;#039;&amp;#039; im Hafengebiet fortzusetzen. Der Verwaltungschef ihrer Universität äußerte gegen ihren erwünschten Juraabschluss Bedenken, weil es im damaligen Südafrika untersagt war, dass eine nichtweiße Anwältin Anweisungen an weiße Angestellte gab, und sie daher später keine Aufnahme in die Anwaltskammer finden würde. Viele angefragte Anwaltskanzleien sagten ihr ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christof Heyns&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Universitätsbibliothek las sie auch Niederschriften der [[Nürnberger Prozesse]] nach dem Ende des „[[Drittes Reich|Dritten Reiches]]“. Das in den dortigen Anklagen angewandte Prinzip, nicht ein Kollektiv, sondern den Einzelnen für [[Kriegsverbrechen]] und [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] verantwortlich zu machen, übernahm sie in ihrer späteren Tätigkeit. Das Studium schloss sie mit dem [[Bachelor of Arts]] und [[Bachelor of Law]] (LL.B.) ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsanwältin während der Apartheid ===&lt;br /&gt;
1967 eröffnete Pillay als erste nichtweiße Frau in der Provinz [[Natal (Provinz)|Natal]] eine eigene Kanzlei als [[Rechtsanwalt|Rechtsanwältin]], weil sie aufgrund ihrer Hautfarbe keine Anstellung in einem Anwaltsbüro bekam. Zu dieser Zeit war die Justiz von Weißen, vor allem Männern, dominiert. Unter anderem durften damals nichtweiße Anwälte kein Richterzimmer betreten; daher blieb auch ihr die Richterlaufbahn 28 Jahre lang verwehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:SafrikaIMG 8414.JPG|mini|Die Strafanstalt von [[Robben Island]]]]&lt;br /&gt;
Pillay war Strafverteidigerin vieler Opfer der Rassentrennung und Aktivisten der Anti-Apartheid-Bewegung – darunter ihres eigenen Mannes, der fünf Monate in [[Isolationshaft]] gehalten wurde – sowie von [[Gewerkschaft]]ern und Frauenrechtlerinnen. Pillay war Verteidigerin in einer Reihe von Präzedenzprozessen zu den Auswirkungen von Isolationshaft (sie argumentierte, dass die angewandte Isolationshaft sich negativ auf die Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen auswirke), dem Recht politischer Häftlinge auf einen fairen Prozess (sie bemängelte rechtswidrige Methoden der Befragung) und zur innerfamiliären Gewalt. 1973 hatte eine [[Rechtsbehelf|Appellation]] von ihr gegen den Leiter der Strafanstalt von [[Robben Island]] Erfolg, die den politischen Gefangenen – darunter [[Nelson Mandela]] – Zugang zu Anwälten ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Erzbischof [[Desmond Tutu]] und andere Menschenrechtsaktivisten kam sie aufgrund ihres Engagements als staatsgefährdend auf eine Liste der Sicherheitsbehörden. Jahrelang wurde Pillay aufgrund ihres Einsatzes der Reisepass entzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Harvard-Studium und Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas ===&lt;br /&gt;
Ende der 1970er Jahre wurde sie sich der Tatsache bewusst, dass ihre Ausbildung unter der Apartheid ein Karrierehindernis bedeutete, weil sie in Südafrika kein Wissen über wesentliche Teile des Rechtsgebietes [[Völkerrecht]] bekam. Eine Wende in ihrer Berufslaufbahn zeichnete sich ab, als Pillay für ein [[Graduiertenprogramm]] an der [[Harvard-University|Harvard Law School]] in den USA zugelassen wurde, wo sie 1982 einen [[Master]]-Abschluss erreichte und anschließend 1988 – als erste nichtweiße Südafrikanerin – den [[Doktor der Rechte]] (&amp;#039;&amp;#039;Doctor of Juridical Science&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://today.law.harvard.edu/judge-human-rights/ Eine Richterin für Menschenrechte] Abgerufen am 9. Dezember 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Doktorarbeit schrieb sie über die Schwierigkeiten, Gerechtigkeit zu erreichen, wenn in einem Staat Recht als Instrument der Politik missbraucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:00000-Supreme Court-Johannesburg-s.jpg|mini|Der Südafrikanische Supreme Court in [[Johannesburg]].]]&lt;br /&gt;
Dieser Abschluss an der Elite-Universität Harvard ermöglichte ihr eine Rückkehr nach Südafrika mit größerem Prestige in der Justiz. In den 1980er Jahren (ab 1980) hatte Pillay einen [[Lehrauftrag]] an der [[Universität von KwaZulu-Natal]] inne. 1992 gehörte sie gemeinsam mit der US-Amerikanerin [[Jessica Neuwirth]] zu den Mitgründerinnen der internationalen Frauenrechtsorganisation &amp;#039;&amp;#039;[[Equality Now]]&amp;#039;&amp;#039; (etwa „Gleichberechtigung jetzt“), wo sie sich für die Verankerung von Freiheits- und Bürgerrechten in der künftigen Verfassung Südafrikas einsetzte; von 1992 bis 1995 war sie Vorstand der Organisation. 1995, also bereits kurz nach dem Ende der Rassentrennung, wurde Pillay als erste Nichtweiße und erste Frau zur Richterin am [[Obergericht von Südafrika|Obersten Gerichtshof]] (Supreme Court) Südafrikas ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus agierte sie zwischen 1995 und 1998 in weiteren öffentlichen Funktionen: als [[Treuhänder]]in des &amp;#039;&amp;#039;[[Legal Resources Centre]]&amp;#039;&amp;#039; (einer [[Nichtregierungsorganisation]] für Rechtshilfe) und als Vizepräsidentin der &amp;#039;&amp;#039;[[Universität von Durban-Westville|University of Durban-Westville]]&amp;#039;&amp;#039; (Teil der heutigen [[Universität von KwaZulu-Natal]]). Außerdem half sie – im Rahmen der 1995 von Präsident Nelson Mandela initiierten &amp;#039;&amp;#039;National Economic Initiative&amp;#039;&amp;#039;, heute &amp;#039;&amp;#039;National Business Initiative&amp;#039;&amp;#039; – mit, zur wirtschaftlichen Förderung von Frauen 1996 das Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;Nozala Investments&amp;#039;&amp;#039; zu gründen, eine regionale Partnerorganisation des [[World Business Council for Sustainable Development|WBCSD]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ICTR-Logo.svg|mini|Logo des Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda]]&lt;br /&gt;
[[Datei:International Criminal Court logo.svg|mini|Logo des Internationalen Strafgerichtshof]]&lt;br /&gt;
Wenige Monate später (noch 1995) wurde sie – auch hier als erste und damals einzige Frau – als Richterin der [[Anklage]]abteilung an den zur Aufarbeitung des [[Völkermord in Ruanda|Völkermords von 1994]] neu eingerichteten [[Internationaler Strafgerichtshof für Ruanda|Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda]] (ICTR) mit Sitz in [[Arusha]] (Tansania) abgeordnet. Zu den unter ihrer wesentlichen Mitwirkung gefällten Entscheidungen des Ruanda-Tribunals zählen drei für das [[Völkerstrafrecht]] wegweisende Urteile:&lt;br /&gt;
* Jean-Paul Akayesu, Bürgermeister der ruandischen Gemeinde [[Taba (Ruanda)|Taba]], wurde – als erste jemals von einem internationalen Strafgericht verurteilte Person – des [[Völkermord]]s schuldig gesprochen (Details siehe unter: [[Akayesu-Urteil]]). Die Bedeutung des Urteilsspruches liegt darin, dass er die weltweit erste Verurteilung wegen Völkermord – auf der Basis einer 1948 beschlossenen [[Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes|UN-Konvention]] – darstellt und erstmals [[Vergewaltigung]]en während kriegerischer Auseinandersetzungen als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegswaffe anerkennt, die – sofern sie systematisch mit dem Ziel der Auslöschung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angewandt werden – darüber hinaus auch als Völkermordhandlungen einzustufen sind.&lt;br /&gt;
* [[Jean Kambanda]], der ehemalige Premierminister von Ruanda, wurde – als erster Chef einer Regierung überhaupt – des Völkermords für schuldig befunden.&lt;br /&gt;
* Drei Ruander wurden verurteilt, weil sie die [[Massenmedien]] benutzten, um zum Völkermord anzustacheln. In diesem Fall wurde zum ersten Mal die Rolle der Medien bei Hetze und Aufstachelung zu Gewalt abgeurteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Commissioners of the COI&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 wurde sie Präsidentin des Gerichtshofes. Sie übte dieses Amt bis 2003 aus. Ihr Nachfolger wurde der Norweger [[Erik Møse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2003 wurde Pillay auf Vorschlag der afrikanischen Staatengruppe von den Vertragsstaaten des [[Rom-Statut]]s für eine sechsjährige Amtsperiode zur Richterin der Berufungskammer am [[Internationaler Strafgerichtshof|Internationalen Strafgerichtshof]] in [[Den Haag]] gewählt. Ihre Ernennung ist insofern bemerkenswert, als vor diesem Gericht bis dahin nur Fälle aus Afrika behandelt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:United Nations Human Rights Council Logo.svg|mini|Logo des UN-Hochkommissars für Menschenrechte]]&lt;br /&gt;
Im Juli 2008 wurde sie von UN-Generalsekretär [[Ban Ki Moon]] für die Position der [[Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte|Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte]] (UNHCHR) vorgeschlagen und am 28. Juli ihre Ernennung von der [[UN-Generalversammlung]] einstimmig bestätigt. Ihr Amtsantritt erfolgte am 1. September 2008. Sie ist Nachfolgerin der Kanadierin [[Louise Arbour]], die nach Ablauf ihrer Amtszeit Ende Juni 2008 nicht erneut zur Verfügung stand, sodass das Amt einige Monate vakant blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vorfeld der Ernennung von Pillay gab es nach Angaben von UN-Diplomaten Vorbehalte vor allem aus den USA. Kritisiert wurde unter anderem Pillays Einsatz für das Recht auf [[Abtreibung]], zudem gab es Befürchtungen, sie werde aufgrund ihrer Herkunft die von den USA abgelehnte Politik des südafrikanischen Präsidenten [[Thabo Mbeki]] gegenüber [[Simbabwe]] unterstützen. Auch einige Menschenrechtsorganisationen, wie z. B. [[UN Watch]], äußerten in dem letzteren Punkt zunächst Bedenken. Sie waren skeptisch, ob Pillay so offensiv wie ihre Vorgängerin auftreten und intensiv genug gegen schwere Menschenrechtsverletzungen tätig würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Dezember 2010 warf der chinesische Dissident [[Yang Jianli]] ihr vor, dem Druck Chinas nachgegeben zu haben, als sie ihre Teilnahme an der Verleihung des Friedensnobelpreises an [[Liu Xiaobo]] wegen Terminproblemen absagte.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j3zLYFgV3W6Vy3imHB4aj0O78Agg |text=google.com/hostednews |archive-is=20130125022157}} Pillay wegen Absage an Nobel-Zeremonie in der Kritik&amp;#039;&amp;#039;, AFP, 6. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2011 saß Pillay in einer Jury bestehend aus renommierten Persönlichkeiten, die an der Auswahl des [[Ein Logo für Menschenrechte|universellen Logos für Menschenrechte]] beteiligt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.humanrightslogo.net/en/jury |titel=The Jury {{!}} The Universal Logo For Human Rights |sprache=en |abruf=2021-02-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Anker|Operation PE}}&lt;br /&gt;
2014 stellte sie ihren Bericht zur Privatsphäre im digitalen Zeitalter vor und kritisierte, dass staatliche Massenüberwachung die Menschenrechte verletzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=14874&amp;amp;LangID=E |titel=Press Conference on the right to privacy in the digital age UN High Commissioner for Human Rights Navi Pillay |sprache=en |abruf=2021-02-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konflikt Israel Gaza ====&lt;br /&gt;
Angesichts der Kämpfe um die Tunnel der [[Hamas]] während der [[Operation Protective Edge|militärischen Offensive Israels in Gaza]] vom 8. Juli bis zum 26. August 2014 sah Pillay „Anzeichen für [[Kriegsverbrechen]] durch die israelische Armee“. Da u.&amp;amp;nbsp;a. bei einem israelischen Angriff auf den Hafen von Gaza spielende Kinder getötet wurden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.605568 |titel=An eyewitness account of the attack that killed four children on Gaza beach |sprache=en |werk=Haaretz |datum=2014-08-16 |abruf=2022-09-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und zivile Häuser angegriffen worden seien, sei es „sehr wahrscheinlich, dass das [[Völkerrecht]] verletzt werde“. Pillay verurteilte gleichermaßen, dass die Hamas „wahllos Raketen und Mörsergranaten auf israelische Siedlungen abfeuere“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/gaza-konflikt-israel-hamas-kriegsverbrechen &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039;, 07, 2014]: „Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay teilte mit, dass sie Anzeichen für Kriegsverbrechen durch die israelische Armee sehe. Dass Kinder getötet und palästinensische Häuser zerstört würden, mache es sehr wahrscheinlich, dass Völkerrecht verletzt werde, sagte Pillay. Sie verurteilte zudem, dass die Hamas wahllos Raketen und Mörsergranaten auf israelische Siedlungen abfeure.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pillay leitet die 2021 eingerichtete [[Ständige Faktfindungsmission der Vereinten Nationen zum Israel-Palästina-Konflikt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Commissioners of the COI&amp;quot;/&amp;gt; In einem im Juni 2024 veröffentlichten Bericht zum [[Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023]] stellt die Kommission fest, dass sowohl die Hamas als auch Israel Kriegsverbrechen begangen haben und dass Israels Vorgehen darüber hinaus [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sessions-regular/session56/a-hrc-56-crp-3.pdf |title=Detailed findings on attacks carried out on and after 7 October 2023 in Israel |website=ohchr.org |publisher=United Nations Human Rights Council |language=en |format=PDF |date=2024-06-19 |access-date=2024-06-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Law and economic change in Africa: change through trade unions in South Africa&amp;#039;&amp;#039;, Harvard Law School, 1982&lt;br /&gt;
* B. Muna, N. Pillay, T. Rudasingwa: &amp;#039;&amp;#039;The Rwanda Tribunal and its Relationship to National Trials in Rwanda&amp;#039;&amp;#039;. American University International Law Review, 13, S. 1469ff., 1997&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The accountability of those in leadership for human rights violations – the experience of the ICTR&amp;#039;&amp;#039;. Dublin: Trinity College School of Law, 2000&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;International criminal tribunals as a deterrent to displacement&amp;#039;&amp;#039;, In: A.F. Bayefski, J. Fitzpatrick (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Human Rights and Forced Displacement&amp;#039;&amp;#039;, Kluwer Law International, Martinus Nijhoff Publishers, 2000, S. 262–266, ISBN 90-411-1518-8&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sexual Violence in Times of Conflict: The Jurisprudence of the International Criminal Tribunal for Rwanda&amp;#039;&amp;#039;. In: Simon Chesterman, International Peace Academy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Civilians in war&amp;#039;&amp;#039;. S. 165ff., Lynne Rienner Publishers, Boulder, Colorado (USA) 2001, ISBN 1-55587-965-9&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The rule of international humanitarian jurisprudence in redressing crimes of sexual violence&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Man&amp;#039;s inhumanity to man&amp;#039;&amp;#039;. The Hague [u.&amp;amp;nbsp;a.]: Kluwer Law International, 2003, S. 685–692, ISBN 90-411-1986-8&lt;br /&gt;
* [http://www.ohchr.org/Documents/Publications/BornFreeAndEqualLowRes.pdf BORN FREE AND EQUAL – Sexual orientation and gender identity in international human rights law] (PDF; 1,7&amp;amp;nbsp;MB), OHCHR, 2012&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Titel=The right to privacy in the digital age&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Report of the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights&lt;br /&gt;
   |Datum=2014&lt;br /&gt;
   |Sprache=en&lt;br /&gt;
   |Online=http://www.ohchr.org/EN/HRBodies/HRC/RegularSessions/Session27/Documents/A.HRC.27.37_en.pdf&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliedschaften ==&lt;br /&gt;
Pillay wurde Mitglied und war in leitenden Funktionen bei zahlreichen Organisationen, darunter der &amp;#039;&amp;#039;Vereinigung Schwarzer Rechtsanwälte&amp;#039;&amp;#039; (Black Lawyers Association), der &amp;#039;&amp;#039;Women’s National Coalition&amp;#039;&amp;#039; (südafrikanische Frauenorganisation), der &amp;#039;&amp;#039;Women Lawyers Association&amp;#039;&amp;#039; (Rechtsanwältinnenvereinigung), des &amp;#039;&amp;#039;Advice desk for Abused Women&amp;#039;&amp;#039; (Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen) und der &amp;#039;&amp;#039;Lawyers for Human Rights&amp;#039;&amp;#039; (Rechtsanwälte für Menschenrechte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 2003 erhielt sie aufgrund ihres Einsatzes für die Menschen- und besonders Frauenrechte als erste Preisträgerin den [[Gruber-Preis für Frauenrechte|Women’s Rights Prize]] der US-amerikanischen &amp;#039;&amp;#039;Peter and Patricia Gruber Foundation&amp;#039;&amp;#039;, dessen Beirat sie heute selbst angehört.&lt;br /&gt;
* Im gleichen Jahr wurde sie zum Ehrenmitglied der [[Amerikanische Gesellschaft für internationales Recht|Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht]] ernannt.&lt;br /&gt;
* 2005 bekam sie einen Ehrendoktor (LLD) der südafrikanischen [[Rhodes University]]&lt;br /&gt;
* Im Juni 2007 verlieh ihr die britische [[University of Durham]] einen Ehrendoktor des [[Privatrecht|Zivilrechts]].&lt;br /&gt;
* Weitere Ehrungen erhielt sie von der [[International Bar Association]] (Internationale Rechtsanwaltsvereinigung) und der National Bar Association.&lt;br /&gt;
* Am 9. Juni 2016: Ehrendoktorat Erasmus-Universität Rotterdam (Niederlande)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.eur.nl/mandeville/home |wayback=20170812065804 |text=Archivierte Kopie  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2020 wurde Pillay mit dem [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großen Bundesverdienstkreuz]] ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://twitter.com/ambschaefer/status/1336671343945736193 |titel=https://twitter.com/ambschaefer/status/1336671343945736193 |abruf=2020-12-09 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2020 wurde ihr die [[Otto-Hahn-Friedensmedaille]] zuerkannt. Die am 20. September 2022 vorgesehene Verleihung (vorgesehener Laudator [[Albrecht von Lucke]]) wurde vom Berliner Senat abgesagt, nachdem sich heftiger Protest von Politikern und jüdischen Organisationen geregt hatte und ihr israelbezogener Antisemitismus vorgeworfen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Kopietz |url=https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/antisemitismus-wegen-israel-hass-berliner-senat-sagt-preisverleihung-fuer-navi-pillay-ab-li.267060 |titel=Antisemitismus: Berliner Senat sagt Preisverleihung für umstrittene UN-Kommissarin ab |werk=www.berliner-zeitung.de |datum=2022-09-14 |abruf=2022-09-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.juedische-allgemeine.de/politik/giffey-sagt-umstrittene-medaillen-vergabe-ab/ |titel=Giffey sagt umstrittene Medaillen-Vergabe ab |werk=www.juedische-allgemeine.de |datum=2022-09-14 |abruf=2022-09-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Profile: Navanethem Pillay, South Africa. Judge of the International Criminal Court.&amp;#039;&amp;#039; In: Daniel Terris, Cesare P.R. Romano, Leigh Swigart: &amp;#039;&amp;#039;The International Judge: An Introduction to the Men and Women Who Decide the World&amp;#039;s Cases.&amp;#039;&amp;#039; Brandeis University Press, Waltham 2007, ISBN 1-58465-666-2, S.&amp;amp;nbsp;39–48&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://unictr.org/Default.aspx?TabId=155&amp;amp;ID=1088&amp;amp;language=en-US&amp;amp;mid=560&amp;amp;SkinSrc=Skins/UNICTR/PrintSkin&amp;amp;ContainerSrc=Containers/UNICTR/PrintContainer&amp;amp;dnnprintmode=true The Rule of Law and the Role of the Individual in the Pursuit of Human Rights], Rede vor der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] am 20. Mai 2003, anlässlich der Verleihung des [[Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung|Menschenrechtspreises der Stiftung]] an das Ruanda-Tribunal (englisch)&lt;br /&gt;
* Tagesschau.de: {{Webarchiv |url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/pillay106.html |text=UN-Menschenrechtskommission: Südafrikanerin Pillay berufen |wayback=20080904205226}}, 2. September 2008.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste UN-Hochkommissar für Menschenrechte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=142611859|LCCN=n82132512|VIAF=122765965}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pillay, Navanethem}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Internationaler Strafgerichtshof)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Aufarbeitung des Völkermords in Ruanda)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgerrechtler (Südafrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauenrechtler (Südafrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Durban)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der University of Durham]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Rhodes-Universität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenmitglied der Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tamile]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisch-südafrikanische Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südafrikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pillay, Navanethem&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=südafrikanische Richterin, Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. September 1941&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Durban]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Zollernalb</name></author>
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