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	<title>Naturalobligation - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T21:14:59Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Naturalobligation&amp;diff=184599&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: /* Herkunft */ wirtschaftliche Sicherung von Naturalobligationen</title>
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		<updated>2026-01-16T07:35:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Herkunft: &lt;/span&gt; wirtschaftliche Sicherung von Naturalobligationen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Naturalobligationen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;natürliche Verbindlichkeiten&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;unvollkommene Verbindlichkeiten im weiteren Sinne&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=Vjauernig20&amp;gt;Vgl. [[Heinz-Peter Mansel]], in: [[Othmar Jauernig]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2007, § 241 Rn. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind [[Verbindlichkeit]]en, die [[Prozess (Recht)|prozessual]] nicht durchgesetzt werden können, bei freiwilliger [[Leistung (Recht)|Leistung]] jedoch einen [[Causa (Rechtsgrund)|Erwerbsgrund]] bilden.&amp;lt;ref name=jauernig20&amp;gt;Heinz-Peter Mansel, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2007, § 241 Rn. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Die Naturalobligation wurde im [[römisches Recht|römischen Recht]] ({{laS|obligatio naturalis}}) entwickelt und stand in der [[Klassik (Jurisprudenz)|klassischen Zeit]] für unklagbare Verbindlichkeiten, mithin Obligationen, denen kein Klagerecht folgte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigsten Fälle bezogen sich auf die Wirkung von „Geschäften“ [[Patria potestas|Gewaltunterworfener]], vornehmlich die entstandenen Schulden von [[Sklaverei im Römischen Reich|Sklaven]]. Nach &amp;#039;&amp;#039;[[ius civile]]&amp;#039;&amp;#039; handelte es sich beim Grundgeschäft schon um unwirksame [[Forderung]]en. Da Sklaven – im Gegensatz zu Hauskindern des Familienverbandes, die verklagt werden konnten, wenngleich auch gegen sie nicht vollstreckt werden konnte – weder [[Rechtsfähigkeit|rechts-]] noch [[Prozessfähigkeit (Recht)|prozessfähig]] waren,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Honsell]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Springer, Zürich 2001, ISBN 3-540-42455-5, S.&amp;amp;nbsp;5 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnten sie für ihre nach &amp;#039;&amp;#039;[[Naturrecht|ius naturale]]&amp;#039;&amp;#039; eingegangenen Geschäfte weder klagen noch verklagt werden. Eine Naturalobligation war damit bereits in der Kaiserzeit nicht klag-, gleichwohl erfüllbar. Erbrachte der Schuldner eine [[Leistung (Recht)|Leistung]], konnte er sie als &amp;#039;&amp;#039;indebite solutum&amp;#039;&amp;#039; nicht zurückfordern ([[Condictio|kondizieren]]), denn sie war zu Unrecht erbracht. Auf der anderen Seite konnten Naturalobligationen durchaus geschützt werden: Drittschutz konnte durch [[Bürgschaft#Geschichte|Bürgschaft]] erfolgen, auch waren [[Novation]]en (Rechtsänderungen) und [[Aufrechnung]]en (Gegenrechnungen) denkbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Honsell: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Springer, Zürich 2001, ISBN 3-540-42455-5, S.&amp;amp;nbsp;82 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sprachgebrauch unterlag in der römischen Jurisprudenz freilich recht wandelbaren Bedeutungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Quelle: [[Iulius Paulus|Paulus]], 3 &amp;#039;&amp;#039;Quaestionum libri XXVI&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;[[Pandekten|Digesten]]&amp;#039;&amp;#039; 50, 17, 84, 1. vgl. [[Ulrike Babusiaux]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Rechtsschichten.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrike Babusiaux, [[Christian Baldus]], [[Wolfgang Ernst (Rechtswissenschaftler)|Wolfgang Ernst]], [[Franz-Stefan Meissel]], [[Johannes Platschek]], [[Thomas Rüfner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Römischen Privatrechts]].&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5. Band I, S.&amp;amp;nbsp;114–192, hier S.&amp;amp;nbsp;176–178 (Rn. 219 ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fallgruppen nach deutschem Recht ==&lt;br /&gt;
Nach deutschem Recht können folgenden Fallgruppen unterschieden werden: unklagbare Verbindlichkeiten, Forderungen ohne materiellrechtliche Verbindlichkeit und verjährte Forderungen.&amp;lt;ref name=jauernig20/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unklagbare Verbindlichkeiten ===&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;unklagbar&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man solche [[Forderung]]en, die zwar [[Materielles Recht|materiellrechtlich]] verbindlich sind, [[Formelles Recht|prozessual]] aber nicht durchgesetzt werden können, da ihnen die Prozessvoraussetzung der [[Klagbarkeit]] fehlt.&amp;lt;ref name=jauernig21&amp;gt;Heinz-Peter Mansel, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2007, § 241 Rn. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; So begründet das [[Verlöbnis]] nach [[Herrschende Meinung|herrschender Meinung]] zwar die [[Rechtspflicht]] zur Eheschließung, nach {{§|1297|bgb|juris}} Abs. 1 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] ist diese aber nicht gerichtlich durchsetzbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Berger, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2007, § 1297 Rn. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forderungen ohne materiellrechtliche Verbindlichkeit ===&lt;br /&gt;
Auch auf die Erfüllung einer &amp;#039;&amp;#039;Forderung ohne materiellrechtliche Verbindlichkeit&amp;#039;&amp;#039; kann nicht geklagt werden; wird die Forderung allerdings freiwillig erfüllt, so bildet sie einen Rechtsgrund im Sinne von {{§|812|bgb|juris}} Abs. 1 S. 1 BGB.&amp;lt;ref name=jauernig22&amp;gt;Heinz-Peter Mansel, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2007, § 241 Rn. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man spricht auch von &amp;#039;&amp;#039;unvollkommenen Verbindlichkeiten im engeren Sinne&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=jauernig22/&amp;gt; Erfasst sind unter anderem Spiel- und Wettschulden gemäß {{§|762|bgb|juris}} Abs. 1 BGB und nicht getilgte Verbindlichkeiten nach einer [[Restschuldbefreiung]] gemäß {{§|301|inso|juris}} Abs. 3 [[Insolvenzordnung (Deutschland)|InsO]].&amp;lt;ref name=jauernig22/&amp;gt; Die Einordnung von [[Heiratsvermittlung#Deutschland|Ehemäklerverträgen]] nach {{§|656|bgb|juris}} BGB in diese Fallgruppe ist streitig (nach der Gegenansicht handelt es sich um eine unklagbare Verbindlichkeit).&amp;lt;ref name=jauernig22/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Spiel- und Wettschulden nicht vor Gericht eingeklagt werden können, kommt in der Redewendung „Wettschulden sind Ehrenschulden“ zum Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verjährte Forderungen ===&lt;br /&gt;
Schließlich können auch &amp;#039;&amp;#039;[[Verjährung (Deutschland)|verjährte]] Forderungen&amp;#039;&amp;#039; – nach Erhebung der [[Einwendung|Einrede]]&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Grothe, in: Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 5. Auflage 2006, § 214 Rn. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; – gemäß {{§|214|bgb|juris}} Abs. 1 BGB nicht klageweise durchgesetzt werden; die Rückforderung von gleichwohl zur Befriedigung Geleistetem ist gemäß § 214 Abs. 2 S. 1 BGB jedoch ausgeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Grothe, in: Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 5. Auflage 2006, § 214 Rn. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== International ==&lt;br /&gt;
Im österreichischen [[Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch|Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch]] (ABGB) finden sich vergleichbare Regelungen in {{§|1271|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR12019013}} (Wette) und {{§|1432|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR12019178}} (Verjährung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im französischen [[Code civil]] (CC) ist die Rückforderung von freiwillig erfüllten Naturalobligationen ({{frS|obligations naturelles}}) gemäß Art. 1235, alinéa 2 ausgeschlossen; erfasst sind unter anderem verjährte Forderungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Luc Aubert, Éric Savaux: &amp;#039;&amp;#039;Introduction au droit et thèmes fondamentaux du droit civil&amp;#039;&amp;#039;, 12. Auflage 2008, S. 13 (Nr. 13).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 2034 des italienischen Zivilgesetzbuches [[Codice civile]] führt die Rechtsfigur der Naturalobligation ({{itS|obbligazione naturale}}) ein. Bezeichnet werden Leistungen, die weder aus gesetzlichen noch vertraglichen oder deliktischen Rechtsgründen erfüllt werden, vielmehr stattdessen aus gesellschaftlichen oder ethisch-moralischen Gründen und wozu keine Rechtsverpflichtung bestand ({{itS|dovere sociale o morale}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.academia.edu/52462302/Esecuzione_indiretta_di_obbligazione_naturale F. Salerno, Esecuzione indiretta di obbligazione naturale, in Rosario Nicolò, Neapel, ESI, 2011, 509]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ausdrückliche gesetzliche Regelung der Naturalobligationen ergeht aufgrund ihrer hohen Relevanz im Rechtsverkehr, sind einseitige Handlungen ({{itS|atti unilaterali}}), denen Klagbarkeit fehlt im Gegensatz zu Obligationen, bei denen Rechtsmittel zur Seite stehen. Klassische Beispiele sind [[Glücksspiel]] und [[Wette]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bargeschäft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Götz Schulze]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Naturalobligation : Rechtsfigur und Instrument des Rechtsverkehrs einst und heute – zugleich Grundlegung einer zivilrechtlichen Forderungslehre&amp;#039;&amp;#039;, Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149407-9 (zugleich Universität Heidelberg, Habilitationsschrift 2007).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4520896-7}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schuldrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
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