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	<title>Naturalisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T01:57:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Naturalisierung&amp;diff=898757&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: doppelten Link entfernt, typografische Anführungszeichen</title>
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		<updated>2023-02-16T11:48:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;doppelten Link entfernt, typografische Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt Naturalisierung im kultur- und sozialwissenschaftlichen Sinn. Zu Arten der Naturalisierung siehe [[Naturalismus]]; zur &amp;#039;&amp;#039;Naturalisation&amp;#039;&amp;#039; siehe [[Einbürgerung]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Naturalisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet das Erklären der von Menschen geschaffenen und gesellschaftlichen Ordnungen aus der „[[Natur]]“ der Dinge heraus und bestimmt damit geschichtliche Ergebnisse als eine Form der Natur. Das [[Idee|Konzept]] der Naturalisierung verwendet einen [[Ontologie|ontologisch]] verstandenen Naturbegriff und gründet auf die [[Dichotomie]] des Natur-[[Kultur]]-Gegensatzes. Eine Naturalisierung der Dinge meint die [[Konstruktivismus (Philosophie)|Konstruktion]] von Natur durch die Rasterung und Ordnung der der Natur zugerechneten Dinge in Kategorien wie Form, Zahl, Situation und Verhältnisgröße. Darstellungen und Aussagen, die soziale und geschichtliche Ordnungen mit der Form der Natur erklären, beziehen sich auf diese [[Kategorie (Philosophie)|Kategorien]] anstelle von Geschichte und Soziologie. Wird sich dabei auf die Kategorien der Biologie bezogen, spricht man von [[Biologismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophische Grundlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kants kritische Vernunft ===&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] formulierte vor allem in seinem Werk [[Kritik der reinen Vernunft]] für die [[Zeitalter der Aufklärung|Aufklärung]] in Deutschland erstmals konstruktivistische Überlegungen, die in seinem Konzept des [[Ding an sich]] münden. Danach ist es zuerst der Verstand des Menschen selbst und zwar des [[Subjekt (Philosophie)|Subjekts]], der die Erscheinungen für sich formt und konstruiert. Das Subjekt orientiert sich an seine Handlungs- oder Denkschema und wählt die dazu passenden Reize aus. Bezogen auf den Verstand formuliert Kant: &amp;#039;&amp;#039;alle seine Vorstellungen und Begriffe sind bloss seine Geschöpfe, der Mensch denkt mit seinem Verstand ursprünglich, und er schafft sich also seine Welt.&amp;#039;&amp;#039; (Immanuel Kant: Werke. Bd. VII, S. 71)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe der Natur sind Begriffe des Subjekts über die Natur, die er nicht der Natur entnimmt, sondern durch seinen Verstand geformt in diese Natur hineinlegt. Die Organisation und der Zusammenhang, der Bezug der Dinge zueinander sind nicht vorgegeben, sondern davon abhängig, wie wir sie für uns erleben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt.|Immanuel Kant 1781|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Kritik d.r.V., Werke, A, Bd.IV, S.&amp;amp;nbsp;125.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naturalisierende Praxen und naturalisierendes Denken, die der Einsicht in eine kritische Vernunft (vgl. [[Kritizismus]]) entgegenstehen, können dahingegen kritisiert werden, dass sie [[Ideologie|ideologisch]] verfahren und eigene Konstrukte wie beispielsweise [[Rasse (Anthropologie)|Rasse]] für Natur halten und nicht für ein Produkt &amp;#039;&amp;#039;wissenschaftlicher&amp;#039;&amp;#039; bzw. pseudowissenschaftlicher Wissensproduktion oder einer gelebten Praxis. So gründen die [[Rassifizierung|rassifizierende]] Einteilungen von Menschen aufgrund körperlicher Merkmale – wie [[Hautfarbe]] – zu einer abgrenzenden Einteilung in eine Kategorie auf Konstruktionen und nicht auf die „Natur“, die in diesem „Wissen“ als Begründung für die Begriffe herangezogen wird. Die Vernunft „arbeitet sich an den äußeren Dingen ab ... Spätestens seit [[Karl Marx|Marx]] und [[Karl Mannheim|Mannheim]] hat sie ... ihre soziale Unschuld  verloren und sieht sich der  [[Ideologiekritik]] unterzogen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wulf D. Hund: Die Wirklichkeit der Rasse. In: AG gegen Rassenkunde (Hg.) (1996): Deine Knochen - Deine Wirklichkeit. Texte gegen rassistische und sexistische Kontinuität in der Humanbiologie. [[Unrast Verlag]], S. 20, 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl hat auch Kant seinen Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Race (Rasse)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. in diesem Zusammenhang auch Kants Streit mit Foster. Dazu: Kant: Über den Gebrauch teleologischer Prinzipien in der Philosophie In: Kant: Werke, Band VIII, Darmstadt 1968, S. 141 und 144 sowie Manfred Riedel: Historizismus und Kritizismus. Kants Streit mit Georg Forster und Johann Gottfried Herder. Siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht zu begründen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://people.whitman.edu/~frierspr/Kant_Anthropologie.htm Patrick Frierson: Anthropologie in Pragmatischer Hinsicht]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnold L. Farr|Arnold Farr]]: Wie Weißsein sichtbar wird. Aufklärungsrassismus und die Struktur eines rassifizierten Bewusstseins. In: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hg.) (2005): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland, Münster.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturalisierung in der Sprache ==&lt;br /&gt;
In der Alltagssprache finden sich zahlreiche Beispiele für Naturalisierungen. Die Aussagen „Männer sind von Natur aus so“ und „Deutsche sind von Natur aus so“ beinhalten biologische Naturalisierungen. Aber auch in der Politik und Wissenschaft gängige Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;[[Volk]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Ethnie]]&amp;#039;&amp;#039; gründen auf naturalisierende Aussagen. Wie umfangreich und subtil im Gegensatz zu diesen Beispielen Naturalisierungen in der Presse und der Kunst vorhanden sind, zeigt [[Roland Barthes]] auf. Anlass für seine Untersuchungen war „meistens ein Gefühl der Ungeduld angesichts der &amp;#039;&amp;#039;Natürlichkeit&amp;#039;&amp;#039;, die der Wirklichkeit von der Presse oder der Kunst unaufhörlich verliehen wurde, einer Wirklichkeit, die, wenn sie auch die von uns gelebte ist, doch nicht minder geschichtlich ist. Ich litt also darunter, sehen zu müssen, wie &amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Geschichte&amp;#039;&amp;#039; ständig miteinander verwechselt werden“. Die Wirkungsmächtigkeit der Naturalisierung zeigt sich nach Barthes in ihrer Eingängigkeit, in dem, „was sich von selbst versteht“. Nach Barthes verbirgt sich dahinter „ein ideologischer Missbrauch“&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Mythen des Alltags.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M., Suhrkamp. 1964. Seite 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dem er in seinen „Mythen des Alltags“ nachging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mythos setzt statt der Geschichte die Natur ===&lt;br /&gt;
Nach Roland Barthes ist es eine wesentliche Funktion des [[Mythos]] – wie beispielsweise die &amp;#039;&amp;#039;[[conditio humana]]&amp;#039;&amp;#039; des klassischen [[Humanismus]] –, an die Stelle der Geschichte der Dinge eine sich vorgestellte „Natur“ zu stellen: „Der Mythos von der &amp;#039;&amp;#039;conditio humana&amp;#039;&amp;#039; stützt sich auf eine sehr alte Mystifikation, die seit jeher darin besteht, auf den Grund der Geschichte die Natur zu setzen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Mythen des Alltags.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M., Suhrkamp. 1964. Seite 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch diese Naturalisierung lasse sich soziales Unrecht und Ungleichheit ihrer Geschichte und Kritik entziehen und werde somit festgeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Mythen des Alltags.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M., Suhrkamp. 1964. Seite 19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Naturalisierung verwandelt der Mythos „[[Wirklichkeit]]“ in einen „Stand der Aussage“. Aber bereits die naturalisierende Aussage hat ihre grundlegende Bedingung in ihrer zeitlichen und geschichtlichen Bestimmtheit. Mythen entstehen nicht zwangsläufig, und sie kommen nicht aus dem, was sich die Gesellschaft als „Natur“ vorstellt: „Gibt es zwangsläufig [[suggestiv]]e Objekte …? Sicher nicht: man kann sich sehr alte Mythen denken, aber es gibt keine ewigen; denn nur die menschliche Geschichte lässt das Wirkliche in den Stand der Aussage übergehen, und sie allein bestimmt über Leben und Tod der mythischen Sprache. Ob weit zurückliegende oder nicht, die [[Mythologie]] kann nur eine &amp;#039;&amp;#039;geschichtliche&amp;#039;&amp;#039; Grundlage haben, denn der Mythos ist eine von der [[Geschichte]] gewählte Aussage; aus der ‚Natur‘ der Dinge vermöchte er nicht hervorzugehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Mythen des Alltags.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M., Suhrkamp. 1964. Seite 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Roland Barthes:&amp;#039;&amp;#039; Mythen des Alltags.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturideologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturphilosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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