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	<title>Natur - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Der.Traeumer: Änderungen von ~2026-15593-52 (Diskussion) auf die letzte Version von Serols zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-02T15:38:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-15593-52&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-15593-52&quot;&gt;~2026-15593-52&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-15593-52&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-15593-52 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Serols&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Serols (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Serols&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|natura}} von &amp;#039;&amp;#039;nasci&amp;#039;&amp;#039; „entstehen, entspringen, seinen Anfang nehmen, herrühren“, semantische Entsprechung zu {{grcS|φύσις|[[physis]]}}) bezeichnet in der Regel das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
 | Richtung = vertical&lt;br /&gt;
 | Breite = 300&lt;br /&gt;
 | Bild1 = 20170821 Iguazú-Wasserfälle (Brasilien).jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel1 = [[Iguazú-Wasserfälle]], Argentinien/Brasilien&lt;br /&gt;
 | Bild2 = Bachalpsee reflection.jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel2 = [[Bachalpsee]] in den [[Schweizer Alpen]]&lt;br /&gt;
 | Bild3 = Galunggung.jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel3 = [[Eruptionsgewitter]] beim Ausbruch des [[Galunggung]] im Jahr 1982&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten [[Bedeutung]]en des Naturbegriffs sind&lt;br /&gt;
* das Sein im Ganzen, der Kosmos ([[Universum]]),&lt;br /&gt;
* ein Teil der [[Wirklichkeit]], der mit einem nichtnatürlichen Bereich – z.&amp;amp;nbsp;B. dem Göttlichen, Geistigen, Kulturellen, Künstlichen oder Technischen – kontrastiert ist,&lt;br /&gt;
* eine [[Eigenschaft]] der Wirklichkeit bzw. eines Wirklichkeitsbereiches und&lt;br /&gt;
* das [[Wesen (Philosophie)|Wesen]] eines Gegenstandes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gregor Schiemann]]: [http://www.naturphilosophie.org/natur-glossareintrag/ &amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;#039;&amp;#039;]. In: Thomas Kirchhoff (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Glossar naturphilosophischer Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; 2012; vgl. die Einträge zum Naturbegriff in: Joachim Ritter, Karlfried Gründer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historisches Wörterbuch der Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, S. 421–477, und zwar F. P. Hager: &amp;#039;&amp;#039;Natur I. Antike.&amp;#039;&amp;#039; S. 421–441; T. Gregory: &amp;#039;&amp;#039;Natur II. Frühes Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; S. 441–447; A. Maierù: &amp;#039;&amp;#039;Natur III. Hochmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; S. 447–455; G. Stabile: &amp;#039;&amp;#039;Natur IV: Humanismus und Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; S. 455–468; F. Kaulbach: &amp;#039;&amp;#039;Natur V. Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; S. 468–478.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen „belebter Natur“ („[[biotisch]]“, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Pflanzen]], [[Tiere]]) und „unbelebter Natur“ („[[abiotisch]]“, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Stein]]e, [[Flüssigkeit]]en, [[Gas]]e). Die Begriffe „belebt“ beziehungsweise „unbelebt“ sind dabei eng mit den Begriffsklärungen von „[[Lebewesen]]“ und „[[Leben]]“ verbunden, und in den Kontext philosophischer oder weltanschaulicher Anschauungsweise eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur als Gegenbegriff zur Kultur ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)#„Natur und Kultur“: Leitkategorie(n) mit Konfliktpotential||titel1=„Natur und Kultur“: Leitkategorie(n) mit Konfliktpotential}}&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Natur gehört zu dem, was bleibt und sich nicht selbst vernichtet. Ganz anders steht es um die Kultur. Wahrscheinlich vermögen ihre technischen, namentlich militärischen Potenzen, sich selbst und alles irdische Leben auf einen Schlag zu zerstören.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Gregor Schiemann]]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Gregor Schiemann: &amp;#039;&amp;#039;1.5 Natur – Kultur und ihr Anderes.&amp;#039;&amp;#039; In: Friedrich Jaeger u. Burkhard Liebsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Kulturwissenschaften, Band 1: Grundlagen und Schlüsselbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; J. B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2004, ISBN 3-476-01881-4, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur bezeichnet als [[Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)|Leitkategorie]] der [[Westliche Welt|westlichen Welt]] im Allgemeinen das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde, im Gegensatz zur (vom Menschen geschaffenen) [[Kultur]]; so bezeichnet man beispielsweise mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Kulturlandschaft]]&amp;#039;&amp;#039; eine vom Menschen dauerhaft geprägte Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob der Mensch selbst zur Natur gehört oder nicht, ist bereits nicht mehr gesellschaftlicher [[Konsens]]. Im ersten Fall spricht man auch von &amp;#039;&amp;#039;außermenschlicher Natur&amp;#039;&amp;#039;, um auszudrücken, dass Menschen ansonsten Teil der Natur sind, wobei sich der Naturbegriff damit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Umwelt]]&amp;#039;&amp;#039; annähert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Naturereignis]]se, Naturerscheinungen sind unter anderem Regen oder [[Gewitter]], das Klima insgesamt. Dass auch diese natürlichen Phänomene längst von der Kultur des Menschen beeinflusst sind, passt nicht zu dieser tradierten Auffassung. Der menschliche Umgang mit der Natur wird immer häufiger zum Gegenstand einer Kritik an der Kultur, an Gesellschaftssystemen oder Regierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserem Sprachgebrauch vorhandene Wendungen wie „natürlich“ (selbstverständlich) oder „in der Natur der Sache“ verweisen auf die elementare Bedeutung des Begriffs Natur. Bereits in der [[Romantik]] war ein großes Interesse an der Natur – in Verbindung mit einer gesteigerten Hinwendung zu [[Innerlichkeit]] und [[Emotion|Gefühlen]] – als Gegenbewegung zur [[Industrialisierung]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute stellen sich in dieser Hinsicht mehr denn je kritische Fragen: ökologische Probleme wie Rohstoffverknappung und [[Umweltverschmutzung]] sind die Folgen der [[Übernutzung]] endlicher und erneuerbarer [[Natürliche Ressource|natürlicher Ressourcen]]. Ereignisse, die der Mensch nicht beherrschen kann, wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche, sind im menschlichen Maßstab [[Naturkatastrophe]]n. Die Forderung nach Eingriffen in das Naturgeschehen zum Schutz vor solchen Naturgefahren steht im Gegensatz zu der genannten Kulturkritik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit in der westlichen [[Kulturgeschichte]] galt Natur auch als „Feind“ des Menschen: Sie war Angst einflößend, voller Gefahren und Bedrohungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Scholkmann: &amp;#039;&amp;#039;Natur als Freund – Natur als Feind.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;AID.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2, 2006, .&amp;#039;&amp;#039;Thema Mensch und Umwelt im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst im Laufe der [[Aufklärung]]sepoche führte die vorgenannte Gegenbewegung zur [[Glorifizierung|Verklärung]] der Natur in der Gesellschaft; sie wurde nun vor allem als Vorbild für [[Ästhetik]] und [[Harmonie]] betrachtet. Die Rolle des Menschen verlagerte sich von &amp;#039;&amp;#039;über&amp;#039;&amp;#039; zu &amp;#039;&amp;#039;neben&amp;#039;&amp;#039; der Natur stehend. Mit dem Aufkeimen der [[Umweltbewegung]] im 20. Jahrhundert bekam der Mensch immer mehr die Rolle einer „Störgröße“ zugeschrieben. Dies wird besonders deutlich im [[Syndromkonzept]] des [[Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen|Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen]] (WBGU), das ein besonders hohes Maß an wissenschaftlicher Definitionsmacht hat: Natur wird hier als Begriff für die Ordnungsmuster „hochkomplexer Gefüge von Wechselwirkungen ökologischer Systeme“ und „Ergebnis konfliktträchtiger Evolutionsprozesse“ betrachtet, das „zurückschlägt, wo ihre Gesetzmäßigkeiten missachtet, ihre Ökosysteme zerstört und ihre Ressourcen geplündert werden“, so dass es für „einfache Versöhnungs- und Harmoniemodelle“ keinen Anlass gäbe.&amp;lt;ref&amp;gt;Ivana Weber: &amp;#039;&amp;#039;Die Natur des Naturschutzes: wie Naturkonzepte und Geschlechtskodierungen das Schützenswerte bestimmen.&amp;#039;&amp;#039; Oekom-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-86581-082-3, S. 166–170.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur als philosophischer Begriff der westlichen Welt ==&lt;br /&gt;
Der umgangssprachliche Gebrauch von natürlich oder unnatürlich und Ausdrücke wie „es liegt in der Natur der Sache“ weisen auf eine erweiterte Bedeutung hin. Möglich sind hier Deutungen wie „von der Natur gegeben“ oder „Bestimmung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Augustinus von Hippo]] unterscheidet zwischen einer materialen und einer formalen Definition der Natur. Für ihn ist Natur [[Wesen (Philosophie)|Wesen]] (essentia) und [[Substanz]] (substantia). Die [[Theologie]] folgt seit jeher der Frage nach dem Verhältnis von Natur und übernatürlicher [[Gnade (Theologie)|Gnade]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ausführliche Debatte innerhalb des philosophischen Zweiges der [[Ästhetik]] befasst sich mit dem „[[Das Naturschöne|Naturschönen]]“ (im Kontrast zum in der Kunst erschaffenen Schönen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
In der antiken griechischen Philosophie war Natur gleichzusetzen mit „Wesen“ und „innerem Prinzip“. Bei den meisten antiken [[Philosophie|Philosophen]], vor allem bei [[Platon]], den [[Stoa|Stoikern]] und [[Neuplatonismus|Neuplatonikern]] bezog sich der Begriff „Natur“ ([[Altgriechisch|altgr.]] φύσις, &amp;#039;&amp;#039;physis&amp;#039;&amp;#039;) auf die Wohlgeordnetheit der Welt als Ganzes ([[Altgriechisch|altgr.]] κόσμος, &amp;#039;&amp;#039;kosmos&amp;#039;&amp;#039; = [[Universum|Kosmos]]). [[Aristoteles]] wandte den Begriff dagegen vornehmlich auf die Einzeldinge an. Natur ist bei ihm das, was die Bestimmung und den Zweck des Seienden ausmacht. Sie betrifft sowohl die den Dingen innewohnende Kraft ([[Dynamis (Philosophie)|Dynamis]], [[Energeia]]) als auch den diesen zugehörigen Ort und die damit verbundene Bewegung. „Leichtes“ steigt nach oben, „Schweres“ sinkt nach unten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anton Hügli]], Poul Lübke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophielexikon.&amp;#039;&amp;#039; Reinbek bei Hamburg 1997, S. 444f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Antike kannte jedoch auch bereits den Gegensatz von Natur und Satzung (Gesetz, [[Altgriechisch|altgr.]] νόμος, nomos), wobei Satzung dasjenige meint, was vom Menschen gesetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Brockhaus: Philosophie: Ideen, Denker und Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig / Mannheim 2004, S. 225.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
In der mittelalterlichen&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Dilg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Natur im Mittelalter. Konzeptionen – Erfahrungen – Wirkungen. Akten des 9. Symposiums des Mediävistenverbandes, Marburg 14.–17. März 2001.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Scholastik]] wurde zwischen dem ewigen Schöpfergott, der „schaffenden Natur“ (&amp;#039;&amp;#039;natura naturans&amp;#039;&amp;#039;) und der endlichen, „erschaffenen Natur“ (&amp;#039;&amp;#039;natura naturata&amp;#039;&amp;#039;) unterschieden. Beides sind „strukturierende Prinzipien“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hügli445&amp;quot;&amp;gt;Anton Hügli, Poul Lübke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophielexikon.&amp;#039;&amp;#039; Reinbek bei Hamburg 1997, S. 445.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Dilg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Natur im Mittelalter. Konzeptionen – Erfahrungen – Wirkungen. Akten des 9. Symposiums des Mediävistenverbandes, Marburg, 14.–17. März 2001.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Marianne Stauffer: &amp;#039;&amp;#039;Der Wald. Zur Darstellung und Deutung der Natur im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Bern 1959 (= &amp;#039;&amp;#039;Studiorum Romanicorum Collectio Turicensis.&amp;#039;&amp;#039; Band 10).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Natur (im Sinne von Primärqualität bzw.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Bernhard Schnell]]: &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 2003 (= &amp;#039;&amp;#039;Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 393 (&amp;#039;&amp;#039;natûre&amp;#039;&amp;#039; ‚Beschaffenheit‘).&amp;lt;/ref&amp;gt; Beschaffenheit) wurde in der [[Humoralpathologie]] zudem die jedem Stoff, jeder Art und jedem Individuum eigene Komplexion (&amp;#039;&amp;#039;complexio&amp;#039;&amp;#039;) der [[Vier-Elemente-Lehre|vier Elemente]] bzw. Körpersäfte (&amp;#039;&amp;#039;humores&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Als &amp;#039;&amp;#039;natürlich&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;naturalis&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;naturaliter&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von „der Komplexion entsprechend“) wurde in der Humoralpathologie die normale Funktionsfähigkeit und ursprüngliche Komplexion bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 427–428.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Als sich die neuzeitliche [[Naturwissenschaft]] herauszubilden begann, wurde die Natur zumeist als die Gesamtheit zweckfreier, ausgedehnter Körper angesehen, die den [[Physikalisches Gesetz|Naturgesetzen]] unterworfen sind. Die antike Auffassung, dass die Natur das Wesen und die Entwicklung des Seienden bestimme, hielt sich lediglich hinsichtlich der „Natur des Menschen“, wurde jedoch in jüngerer Zeit immer wieder kontrovers diskutiert. Der Begriff Natur bezog sich zunehmend auf das, was vom menschlichen Bewusstsein erforscht, erkannt und beherrscht werden kann (und soll).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hügli445&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diskurs seit 1990 ===&lt;br /&gt;
Der heutige Diskurs um den Schutz der Natur bezieht sowohl die emotional erfassbare und mit ethischen Werten versehene Natur ein als auch das rational abstrahierte „System Natur“. Der Philosoph [[Ludwig Fischer (Philologe)|Ludwig Fischer]] sagt dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wir bleiben darauf verwiesen, Natur als ein objektiv Vorgegebenes und als ein kulturell Konzeptioniertes zugleich denken zu müssen.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Ludwig Fischer (Philologe)]]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Fischer 2004, zitiert nach: [[Reinhard Piechocki]]: &amp;#039;&amp;#039;Landschaft, Heimat, Wildnis.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Probleme der Definition von Natur ==&lt;br /&gt;
Während heute mit Natur eher ein Reservoir eindeutig feststellbarer, beweisbarer Sachverhalte gemeint ist, war sie, [[Thomas von Aquin]]&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas von Aquin: &amp;#039;&amp;#039;Summa theologica.&amp;#039;&amp;#039; I, 114, 4 ad 4 (&amp;#039;&amp;#039;Omnia quae visibiliter fiunt in hoc mundo, possunt fieri per daemones&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; folgend im 16. und 17. Jahrhundert die in ihrer Vielfalt verwirrende Welt der Erscheinungen als in ihrer Wirklichkeit dunkle, unberechenbare und undurchschaubare Macht, welche in der Renaissance als [[Autorität]] erscheint. ([[William Harvey]] entgegnete seinem Kritiker [[Riolan]] 1649: „Nichts ist älter und von größerer Autorität als die Natur“.)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Toellner]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Begriff der Autorität in der Medizin der Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Rudolf Schmitz (Pharmaziehistoriker)|Rudolf Schmitz]], [[Gundolf Keil]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Humanismus und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Weinheim 1984 (= &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission für Humanismusforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 159–179, hier: S. 163 und 169–171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als philosophischer Begriff (vgl. [[Naturphilosophie]]) ist das, was natürlich (der Natur entstammend) und was nicht natürlich ist, vom Verhältnis der Menschen zu ihrer [[Umwelt]] geprägt. In diesem Zusammenhang steht Umwelt für das Nicht-Ich, das außerhalb des [[Ich|Ego]] des Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Natur ist nicht wertfrei, so wird auch von Naturkatastrophen, Naturgefahren oder ähnlichem gesprochen. Natur wird zur menschlichen Existenz in Beziehung gesetzt. Dieses Verhältnis ist vor allem durch [[emotion]]al, [[ästhetisch]] und [[Religion|religiös]] wertende, normative Einstellungen bestimmt (Oldemeyer 1983).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur als Nutzgegenstand ==&lt;br /&gt;
Die Kombination des [[anthropomorph]]en Naturverhältnisses der [[Frühgeschichte|Frühzeit]] und des alttestamentlichen [[Menschenbild]]es, das dem Menschen gleichzeitig einen Beherrschungs- und Bewahrungsauftrag erteilt, führte in Europa seit dem [[Mittelalter]] zu einem technomorphen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Eduard Rothschuh]]: &amp;#039;&amp;#039;Technomorphes Lebensmodell contra Virtus-Modell.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv.&amp;#039;&amp;#039; 54, 1970, S. 337–354.&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturverhältnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Aufklärung]] wurde die Natur dann vollständig dem Menschen zu seinen Zwecken nutzbar untergeordnet, und die [[Wildnis]] (Primärnatur) als noch zu Kultivierendes davon ausgeschieden. Diese technisch-utilitäre Einstellung wurde seit den [[Naturphilosophie|naturphilosophischen]] Betrachtungen von [[Jean-Jacques Rousseau]] als [[Perversion|Pervertierung]] des [[Naturzustand]]es aufgefasst und Natur sentimental gesehen, ohne jedoch die Trennung zwischen Mensch und „göttlicher Natur“ ([[Friedrich Hölderlin|Hölderlin]]) zu überwinden. Es manifestierte sich ein Verständnis, dass die „Natur als Gegenbegriff zur menschlichen Kultur und als einen sich selbst definierenden, untermenschlichen Gegenstand menschlicher Nutzung sah und teilweise noch sieht“, und zwar als {{&amp;quot; |Grundlage und Rechtfertigung für eine hemmungslose [[Ausbeutung]] ohne normative Beschränkungen}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Oldemeyer 1983&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Sicht menschlicher Nutzung ist von vielen Seiten kritisch betrachtet worden. Beispielsweise erklärt der Ökonom [[Ernst Friedrich Schumacher]] in seinem 1973 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Small is beautiful]]&amp;#039;&amp;#039;, dass die Natur und die in ihr lebenden Geschöpfe – auch für sich genommen – als „Ziele“ anzusehen sind und nicht einfach unter ausschließlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten sind. Selbst in einer rein vernunftgeleiteten Betrachtung sieht Schumacher es daher als gerechtfertigt an, festzustellen, „dass sie in einem gewissen Sinne [[heilig]] sind. Der Mensch hat sie nicht gemacht, und es ist unvernünftig, solche Dinge, die er nicht gemacht hat, nicht machen und nicht neu erschaffen kann, wenn er sie verdorben hat, in derselben Weise und derselben Einstellung zu behandeln wie Dinge, die er selbst gemacht hat“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Friedrich Schumacher: &amp;#039;&amp;#039;Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß&amp;#039;&amp;#039;. Zitiert nach: {{Internetquelle |url=https://literaturkritik.de/id/18756 |titel=Selbstbegrenzung Zu Neuauflage von Schumachers „small is beautiful“ |werk=literaturkritik.de |abruf=2019-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur als ästhetischer und symbolischer Gegenstand ==&lt;br /&gt;
Lebensweltlich wird Natur in vielfältiger Weise als ästhetischer und symbolischer Gegenstand wahrgenommen, z.&amp;amp;nbsp;B.&lt;br /&gt;
* wenn Lebewesen bestimmter Art mit symbolischen Bedeutungen verknüpft sind (z.&amp;amp;nbsp;B. rote Rosen, weiße Lilien, der Wolf, der Fuchs, die Schlange),&amp;lt;ref&amp;gt;Lothar Dittrich, Sigrid Dittrich: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Tiersymbole: Tiere als Sinnbilder in der Malerei des 14.-17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Imhof, Petersberg 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;B. Elitzer, A. Ruff, L. Trepl, V. Vicenzotti: &amp;#039;&amp;#039;Was sind wilde Tiere? What makes a wild animal?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Berichte der ANL.&amp;#039;&amp;#039; 29, 2005, S. 51–60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Zerling: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Tiersymbolik: Mythologie. Religion. Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; Drachen, 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lebewesen als regionales oder [[Nationale Symbole|nationales Symbol]] dienen (wie der Adler in Deutschland, der Weißkopfseeadler in den USA und der Kiwi in Neuseeland),&lt;br /&gt;
* ein Gebiet als [[Landschaft]] oder [[Wildnis]] betrachtet wird&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Piepmeier: &amp;#039;&amp;#039;Das Ende der ästhetischen Kategorie &amp;#039;Landschaft&amp;#039;.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; 30). 1980, S. 8–46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Smuda (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Landschaft.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Kirchhoff, Ludwig Trepl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vieldeutige Natur. Landschaft, Wildnis und Ökosystem als kulturgeschichtliche Phänomene.&amp;#039;&amp;#039; transcript, Bielefeld 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig Trepl]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Idee der Landschaft.&amp;#039;&amp;#039; transcript, Bielefeld 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Kirchhoff, Vera Vicenzotti, Annette Voigt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sehnsucht nach Natur. Über den Drang nach draußen in der heutigen Freizeitkultur.&amp;#039;&amp;#039; transcript, Bielefeld 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder&lt;br /&gt;
* ein Naturphänomen Gegenstand der ästhetischen Kontemplation oder Imagination ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des ästhetischen Naturbegriffs.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Naturbild des Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Fink, München 1982, S. 118–154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Seel: &amp;#039;&amp;#039;Eine Ästhetik der Natur.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991; Martin Seel: &amp;#039;&amp;#039;Aesthetics of Appearing. Translated by John Farrell.&amp;#039;&amp;#039; Stanford University Press, Stanford 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich der [[Dichtung]] und [[Poesie]] wird die Natur auch [[Allegorie|allegorisch]] als „Mutter allen Lebens“ bzw. „Allmutter“ umschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Integratives Naturverständnis ==&lt;br /&gt;
Der Biologe [[Hansjörg Küster]] weist darauf hin, dass Natur zumeist als unveränderliche Einheit verstanden wird, jedoch tatsächlich einem permanenten Wandel unterliegt: {{&amp;quot; |In ihr kommt es ständig zu Temperaturschwankungen, Abtragung und Ablagerung von Gestein, Wachstum und Absterben von Lebewesen, Veränderung von Standorten.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Hansjörg Küster: &amp;#039;&amp;#039;Mensch und Natur: Innovation, Ausbeutung, Übernutzung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kursbuch.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 179, .&amp;#039;&amp;#039;Freiheit, Gleichheit, Ausbeutung.&amp;#039;&amp;#039; E-Book-Version, Murmann Publishers, Hamburg 2014. Position 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher wird Natur heute im naturwissenschaftlichen Diskurs als dynamische Größe verstanden, die überdies zeitweise in verschieden starkem Maße vom Menschen beeinflusst sein kann und demzufolge in unterschiedliche [[Hemerobie|Grade von Natürlichkeit]] eingeteilt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gregor Schiemann]]: &amp;#039;&amp;#039;1.5 Natur – Kultur und ihr Anderes.&amp;#039;&amp;#039; In: Friedrich Jaeger, Burkhard Liebsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Kulturwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen und Schlüsselbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; J. B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2004, ISBN 3-476-01881-4, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Basis der [[Ökologie]], die als biologische Teildisziplin gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand, und später der [[Kybernetik]] wurde die Natur als selbstregulierendes System begriffen. Es entstand das {{&amp;quot; |Wir-Welt-Verhältnis}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Oldemeyer 1983&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Popularisierung der [[Ökosystem]]forschung gewinnen seit den 1980er Jahren mehr Menschen in den Industriestaaten die Einsicht, dass Natur nicht als Ganzes zu begreifen ist, sondern nur als ein offenes System, dessen Teil auch der Mensch mit seiner Kultur ist (integratives Verhältnis).&amp;lt;ref&amp;gt;Oldemeyer 1983&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies wird z.&amp;amp;nbsp;B. auch in der Definition der [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] deutlich, welche die Gesellschaft und die Natur im Systemzusammenhang nennt, wobei die Arbeitsprozesse vermittelnde Elemente und Abläufe sind, welche die Menschen wegen ihrer divergierenden Ziele nur offen gestalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgeleitet davon wäre z.&amp;amp;nbsp;B. die Stadt, eine Kulturleistung des Menschen, als [[zweite Natur]] anzuerkennen. Die Stadt als [[Habitat]] (Lebensraum) des Menschen, die wir uns zunehmend lebensunwerter gestalten, erzeugt damit einen Bedarf nach einem diffusen Ideal von wilder oder unberührter Natur, nach Erholung. Dabei wird schlicht übersehen, dass auch vom Menschen stark überformte Bereiche (schützenswerte) Natur beinhalten. Diese integrative Naturauffassung schlägt sich aber in Fachkreisen, z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Naturschutz]], in der Ökologie, [[Stadtökologie]] etc., bereits nieder. [[Ludwig Klages]] bezeichnet als zweite Natur die rational durchformte bzw. „geistdurchsetzte“ Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur in der Wissenschaft ==&lt;br /&gt;
Innerhalb der [[Wissenschaft]] wird Natur sehr unterschiedlich konzipiert, meistens wird davon ausgegangen, dass sich die &amp;#039;&amp;#039;[[Naturwissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; mit der Natur oder zumindest einem Teil von ihr beschäftigt.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Humanwissenschaften]]&amp;#039;&amp;#039; in ihrer Beschäftigung mit dem Menschen zählen sich hierbei teils den Naturwissenschaften, teils den [[Geisteswissenschaft]]en zugehörig.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Ingenieurwissenschaften]]&amp;#039;&amp;#039; nähern sich allgemein der [[Technik]], die sich im Gegensatz einer Auseinandersetzung mit Natur sieht.&lt;br /&gt;
* Die Naturwissenschaft &amp;#039;&amp;#039;[[Ökologie]]&amp;#039;&amp;#039; befasst sich mit Natur im Hinblick auf lebende Organismen und deren Umweltbeziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff muss aber in der [[Wissenschaftsphilosophie]] als sehr kontrovers dargestellt werden. Schematisch können drei vorherrschende Grundtypen von Rollen für den Begriff Natur in den wissenschaftlichen Konzepten im Hinblick auf ihr Verhältnis zum [[Sein (Philosophie)|Sein]] unterschieden werden:&lt;br /&gt;
* Natur wird mit dem &amp;#039;&amp;#039;Sein&amp;#039;&amp;#039; identifiziert: So lautet die entsprechende [[Ontologie|ontologische]] Behauptung: „Alles, was ist, ist die eine Natur“. Diese Positionierung wird in der [[Philosophie]] als [[Naturalismus (Philosophie)|Naturalismus]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
* Natur wird als Teil des Seins, oder der [[Wirklichkeit]], anderen Teilen gegenübergestellt. Andere Teile werden dann oft &amp;#039;&amp;#039;[[Kultur]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Geist]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Technik&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nicole C. Karafyllis |Titel=Wesentlich nicht-unnatürlich. |Sammelwerk=Kursbuch |Band=218 |Verlag=Kursbuch Verlag |Datum=2024-06-11 |ISBN=978-3-96196-349-2 |Seiten=61-67}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt.&lt;br /&gt;
* Natur wird in ihrer [[Objektivität|objektiven]] [[Existenz]] negiert: „Es gibt keine Natur“. Diese häufig im [[Konstruktivismus (Philosophie)|Konstruktivismus]] zu findende Position subsumiert Natur unter rein kognitive oder soziale Konstruktionen oder Phänomene, von denen sie sich dann qualitativ nicht unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gesellschaftliche Naturverhältnisse]]&lt;br /&gt;
* [[Naturgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Naturschauspiel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gregor Schiemann]]: (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Was ist Natur? Klassische Texte zur Naturphilosophie&amp;#039;&amp;#039;. DTV, München 1996.&lt;br /&gt;
* [[Gregor Schiemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Natur, Technik, Geist. Kontexte der Natur nach Aristoteles und Descartes in lebensweltlicher und subjektiver Erfahrung&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-018053-7.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Klaus Eder (Soziologe)|Klaus Eder]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Vergesellschaftung der Natur. Studien zur sozialen Evolution der praktischen Vernunft&lt;br /&gt;
   |Verlag=[[Suhrkamp]]&lt;br /&gt;
   |Ort=Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
   |Datum=1988&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-518-28314-6}}&lt;br /&gt;
* [[Brigitte Falkenburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Naturphilosophie. Ein Lehr- und Studienbuch.&amp;#039;&amp;#039; UTB / Mohr Siebeck, Tübingen 2017, S. 96–102.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Fischer (Philologe)|Ludwig Fischer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Projektionsfläche Natur. Zum Zusammenhang von Naturbildern und gesellschaftlichen Verhältnissen.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg University Press, Hamburg 2004, ISBN 3-937816-01-1.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Antje Flade&lt;br /&gt;
   |Titel=Natur psychologisch betrachtet&lt;br /&gt;
   |Verlag=Huber&lt;br /&gt;
   |Ort=Bern&lt;br /&gt;
   |Datum=2010&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-456-84877-8}}&lt;br /&gt;
* [[Karen Gloy]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Verständnis der Natur. Band 1: Die Geschichte des wissenschaftlichen Denkens.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1995, ISBN 3-406-38550-8.&lt;br /&gt;
* Karen Gloy: &amp;#039;&amp;#039;Das Verständnis der Natur. Band 2: Die Geschichte des ganzheitlichen Denkens.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1996, ISBN 3-406-38551-6.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Brian Greene]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Stoff, aus dem der Kosmos ist&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-88680-738-X}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Götz Großklaus, Ernst Oldemeyer&lt;br /&gt;
   |Titel=Natur als Gegenwelt – Beiträge zur Kulturgeschichte der Natur&lt;br /&gt;
   |Verlag=Loeper&lt;br /&gt;
   |Ort=Karlsruhe&lt;br /&gt;
   |Datum=1983&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-88652-010-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Thomas Sören Hoffmann]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Philosophische Physiologie. Eine Systematik des Begriffs der Natur im Spiegel der Geschichte der Philosophie&lt;br /&gt;
   |Ort=Bad Cannstatt&lt;br /&gt;
   |Datum=2003&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7728-2204-5}}&lt;br /&gt;
* Markus Holzinger: &amp;#039;&amp;#039;Natur als sozialer Akteur. Realismus und Konstruktivismus in der Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2004, ISBN 3-8100-4089-4.&lt;br /&gt;
* [[Nicole C. Karafyllis]]: Biologisch, natürlich, nachhaltig. Philosophische Aspekte des Naturzugangs im 21. Jahrhundert. Basel 2001, ISBN 978-3-772026249&lt;br /&gt;
* Thomas Kirchhoff, Ludwig Trepl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vieldeutige Natur. Landschaft, Wildnis und Ökosystem als kulturgeschichtliche Phänomene.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89942-944-2.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Ritter]], [[Karlfried Gründer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historisches Wörterbuch der Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, S. 421–477. (Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
** F. P. Hager: &amp;#039;&amp;#039;Natur I. Antike.&amp;#039;&amp;#039; S. 421–441.&lt;br /&gt;
** T. Gregory: &amp;#039;&amp;#039;Natur II. Frühes Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; S. 441–447.&lt;br /&gt;
** A. Maierù: &amp;#039;&amp;#039;Natur III. Hochmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; S. 447–455.&lt;br /&gt;
** G. Stabile: &amp;#039;&amp;#039;Natur IV. Humanismus und Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; S. 455–468.&lt;br /&gt;
** F. Kaulbach: &amp;#039;&amp;#039;Natur V. Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; S. 468–478.&lt;br /&gt;
* [[Lothar Schäfer]], [[Elisabeth Ströker]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Naturauffassungen in Philosophie, Wissenschaft, Technik.&amp;#039;&amp;#039; Alber, Freiburg / München.&lt;br /&gt;
** Band I: &amp;#039;&amp;#039;Antike und Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; 1993, ISBN 3-495-47771-3.&lt;br /&gt;
** Band II: &amp;#039;&amp;#039;Renaissance und frühe Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; 1994, ISBN 3-495-47772-1.&lt;br /&gt;
** Band III: &amp;#039;&amp;#039;Aufklärung und späte Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; 1995, ISBN 3-495-47773-X.&lt;br /&gt;
** Band IV: &amp;#039;&amp;#039;Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 1996, ISBN 3-495-47800-0.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Schmidt (Philosoph)|Alfred Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx.&amp;#039;&amp;#039; 4., überarb. und erw. Auflage. mit einem neuen Vorwort von Alfred Schmidt. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1993, ISBN 3-434-46209-0.&lt;br /&gt;
* Robert Spaemann: &amp;#039;&amp;#039;Natur.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Krings, H. M. Baumgartner, C. Wild (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch philosophischer Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; Band II: &amp;#039;&amp;#039;Gesetz – Relation.&amp;#039;&amp;#039; Kösel &amp;amp; Pustet, München 1973, ISBN 3-466-40052-X, S. 956–969.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Edward O. Wilson]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Zukunft des Lebens&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=2002&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-88680-621-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Nature|Natur}}&lt;br /&gt;
{{Wikibooks}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4041358-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4041358-5|LCCN=sh85090277|NDL=00571314}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Umwelt und Natur| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Der.Traeumer</name></author>
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