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	<title>Narziss - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Narziss&amp;diff=36964&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Ovids Metamorphosen */</title>
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		<updated>2026-04-23T20:22:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ovids Metamorphosen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Caravaggio 065.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Narziss&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;([[Michelangelo Merisi da Caravaggio|Caravaggio]], 1598/99, [[Palazzo Barberini|Galleria Nazionale d’Arte Antica]], Rom)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:John William Waterhouse - Echo and Narcissus - Google Art Project.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;[[Echo und Narziss (Waterhouse)|Echo und Narziss]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;([[John William Waterhouse]], 1903, [[Walker Art Gallery]], Liverpool)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Narcissus, mural, Pompeii.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Narziss&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;(Wandmalerei, [[Pompeji]], um 70&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr.)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Benczur-narcissus.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Narziss&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;([[Gyula Benczúr]], 1881, [[Ungarische Nationalgalerie]], Budapest)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cecilienhof Potsdam - panoramio (3).jpg|mini|Narzissbrunnen (1896, [[Hubert Netzer]], [[Cecilienhof]] Potsdam)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Narziss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Νάρκισσος|Nárkissos|prefix=nein}}, [[latein]]isch &amp;#039;&amp;#039;Narcissus&amp;#039;&amp;#039;) ist in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] ein schöner Jüngling, der die Liebe anderer zurückwies und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte, vor [[Sehnsucht]] dahinschwand und in die gleichnamige Blume verwandelt wurde. Die bei weitem wirkungsmächtigste antike Darstellung gibt [[Ovid]] in seinen &amp;#039;&amp;#039;[[Metamorphosen (Ovid)|Metamorphosen]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ovids &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Gemäß Buch III der &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; Ovids hatte der Flussgott [[Kephissos (böotischer Flussgott)|Cephisos]] der [[Nymphe]] [[Leiriope|Liriope]] Gewalt angetan („vim tulit“). Sie wurde schwanger und gebar Narziss. Dieser war mit 16 Jahren ein schöner Jüngling, der von vielen Liebenden beiderlei Geschlechts begehrt wurde, aber niemanden erhörte. Auch die Nymphe [[Echo (Mythologie)|Echo]] verliebte sich in ihn. Diese war von [[Juno (Mythologie)|Juno]] mit einem Fluch belegt worden, weil sie [[Jupiter (Mythologie)|Jupiters]] Affären mit schönen Nymphen gedeckt hatte, indem sie Juno mit ihrem Geplauder aufhielt: Sie konnte nun nurmehr die letzten Worte wiederholen, die sie gehört hatte. Echo folgte Narziss auf Schritt und Tritt, konnte ihn aber wegen dieses Fluchs nicht von sich aus ansprechen. Doch als Narziss auf der Jagd seine Begleiter verloren hatte und diese rief, konnte sie ihm echoartig antworten und auf diesem Wege ihre Liebe gestehen. Narziss jedoch wehrte dies brüsk ab, er wolle lieber sterben als ihre Liebe erwidern. Darauf schwand Echo dahin und nur ihre Stimme, das [[Echo]], blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Narziss verweigerte sich weiterhin allen, die sich in ihn verliebten, bis schließlich ein Verschmähter ausrief, Narziss möge selbst einmal lieben und den Geliebten nie erringen können. Dies vernahm „Rhamnusia“, also die in [[Rhamnous]] verehrte [[Nemesis]], und erhörte diese Bitte. Als Narziss an einer idyllisch gelegenen einsamen Quelle, einem [[Locus amoenus]], sein Spiegelbild im Wasser erblickte, verliebte er sich in sein eigenes Bild, ohne zu erkennen, dass es nur eine Widerspiegelung („umbra“, Schatten) war. Er konnte sich dem geliebten Objekt nähern und es erwiderte seine Gebärden, aber erreichen konnte er es nicht. Als seine Tränen ins Wasser fielen und den Wasserspiegel aufrührten, verschwand das Bild. In einem langen [[Monolog]] klagte Narziss um das unerreichbare Liebesobjekt und erkannte schließlich sich selbst darin („iste ego sum“, dieser da bin ich). Echo wiederholte seine Wehrufe. Schließlich starb er an seiner unerfüllten Liebe. An der Stelle seines Todes fand sich kein Leichnam, sondern nur eine Blume, in der Mitte gelb und mit weißen Blütenblättern, die als [[Narzisse]] interpretiert wird. Den Rahmen von Ovids kunstvoll in [[Hexameter]]n abgefasster Erzählung bildet eine Weissagung des [[Teiresias]], der vorausgesagt hatte, Narziss werde nur dann alt werden, wenn er sich nicht erkenne („si se non noverit“).&amp;lt;ref&amp;gt;Ovid, &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; 3,359–510; [[:la:s:Metamorphoses (Ovidius)/Liber III|lateinischer Text]] auf la.Wikisource.org, [[:s:Ovid|verschiedene deutsche Übersetzungen]] auf de.wikisource.org, Nacherzählungen bei Friedrich Wieseler: &amp;#039;&amp;#039;Narkissos: eine kunstmythologische Abhandlung, nebst einem Anhang über die Narcissen und ihre Beziehung zum Leben, Mythos und Cultus der Griechen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Dieterischschen Buchhandlung, Göttingen 1856, S. 1 f. [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wieseler1856/0011 Digitalisat]; {{Roscher|3,1|10|21|Narkissos|[[Wilhelm Greve (Philologe)|Wilhelm Greve]]|}}; Analyse bei Bernd Manuwald: &amp;#039;&amp;#039;Narcissus bei Konon und Ovid.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hermes (Zeitschrift)|Hermes]].&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 103, Heft 3, 1975, S. 349–372.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konon ===&lt;br /&gt;
Ovids &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; bieten zwar die erste vollständig erhaltene Fassung des Mythos, diese gilt jedoch nicht als die ursprüngliche oder primäre. Nach [[Gregor Vogt-Spira]] handelt es sich zunächst um eine „[[Thespiai|thespische]] Lokalsage“, die in den „großen Kreis der griechischen Blumenverwandlungsmythen“ gehöre.&amp;lt;ref&amp;gt;Gregor Vogt-Spira: &amp;#039;&amp;#039;Der Blick und die Stimme: Ovids Narziß- und Echomythos im Kontext römischer Anthropologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Almut-Barbara Renger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Narcissus. Ein Mythos von der Antike bis zum Cyberspace.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 2002, S. 27–40, hier: S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Kontext ist vor allem eine Erzählung des griechischen Mythographen [[Konon (Mythograph)|Konon]] von Bedeutung, der etwa gleichzeitig mit Ovid gelebt hat. Sie ist Teil seiner &amp;#039;&amp;#039;Diegeseis&amp;#039;&amp;#039;, von der Auszüge im &amp;#039;&amp;#039;Myrobiblon&amp;#039;&amp;#039; des byzantinischen Patriarchen [[Photios I.|Photios]] überliefert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dieser knappen Erzählung wuchs der schöne Knabe Narziss in [[Thespiai]] in [[Boiotien]] auf und war ein Verächter des Liebesgottes [[Eros (Mythologie)|Eros]] und seiner Verehrer. Die meisten Liebhaber hätten ihre Bemühungen um Narziss irgendwann aufgegeben, doch der Jüngling Ameinias habe nicht aufgehört, ihn zu bedrängen. Narziss habe ihn jedoch nicht erhört, sondern ihm sogar ein Schwert geschickt, mit dem sich Ameinias dann vor der Tür des Narziss umgebracht habe. Zuvor habe er aber Eros um Rache angefleht. Als nun Narziss sein Spiegelbild im Wasser einer Quelle gesehen habe, sei er „als einziger und erster von einer abnormen Liebe zu sich selbst ergriffen worden“. Er habe sich in dieser Situation schließlich selbst getötet, weil er keinen Ausweg gesehen habe und diese Selbstliebe als gerechte Strafe für sein schuldhaftes Verhalten gegenüber Ameinias gesehen habe. Die Einwohner von Thespiai hätten ihren Eroskult daraufhin noch weiter intensiviert ([[Erotidia]]). Sie glaubten, dass an der Stelle, wo Narziss sein Blut vergossen habe, zum ersten Mal eine Narzisse aufgeblüht sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Referat von Konons Erzählung gemäß Bernd Manuwald: &amp;#039;&amp;#039;Narcissus bei Konon und Ovid.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hermes.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 103, Heft 3, 1975, S. 349–372, hier: S. 350; dort auch das Zitat.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Oxyrhynchus-Papyri ===&lt;br /&gt;
Ein 2004 bekannt gewordenes und um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. datiertes Papyrusfragment aus den [[Oxyrhynchus Papyri]], P. Oxy. LXIX 4711, erzählt den Mythos in der Form, wie sie auch bei Konon überliefert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Papyrus siehe David Keys: &amp;#039;&amp;#039;The ugly end of Narcissus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;BBC History Magazine.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 5, 2004, S. 9 ([http://www.papyrology.ox.ac.uk/POxy/news/narcissus.html online]); W. Benjamin Henry: &amp;#039;&amp;#039;4711: Elegy (Metamorphoses?).&amp;#039;&amp;#039; In: Nikolaos Gonis u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxyrhynchus Papyri.&amp;#039;&amp;#039; Band 69. Egypt Exploration Society, London 2005, S. 46–53 (editio princeps); &amp;#039;&amp;#039;[http://www.papyrology.ox.ac.uk/POxy/papyri/4711.html New light on the Narcissus myth: P.Oxy. LXIX 4711]&amp;#039;&amp;#039; auf POxy: Oxyrhynchus Online der Universität Oxford.&amp;lt;/ref&amp;gt; Narziss, nur von männlichen Verehrern bedrängt, lehnt alle Anträge ab; jammernd sah er sein Gesicht in einer Quelle, entzückend wie ein Traum, und er weinte um seine Schönheit. Dann vergoss er sein Blut und gab es der Erde. Die Erzählung wird meist [[Parthenios von Nicaea|Parthenios von Nikaia]] zugeschrieben&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gregory Hutchinson (Philologe)|Gregory Owen Hutchinson]]: &amp;#039;&amp;#039;The Metamorphosis of Metamorphosis: P. Oxy. 4711 and Ovid.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]].&amp;#039;&amp;#039; Band 155, 2006, S. 71–84; Carlos A. Martins Jesus: &amp;#039;&amp;#039;(Re)Leituras de Narciso, a partir de um novo papiro de Oxirrinco (P. Oxy. 69.4711).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Boletim de Estudos Clássicos.&amp;#039;&amp;#039; Band 45, 2006, S. 11–18 ([https://www.uc.pt/fluc/eclassicos/publicacoes/ficheiros/BEC45/01_-_Grego_-_A._Carlos_Martins.pdf PDF]); Esteban Calderón Dorda: &amp;#039;&amp;#039;P. Ox. 4711 y las Metamorfosis.&amp;#039;&amp;#039; In: María Consuelo Álvarez Morán, Rosa María Iglesias Montiel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Y el mito se hizo poesía. Mitografía y Ovidio.&amp;#039;&amp;#039; Kongress Murcia 25.–26. November 2010. Centro de Lingüística Aplicada Atenea, Madrid 2012, S. 69–88; ablehnend hingegen [[Hans Bernsdorff]]: &amp;#039;&amp;#039;P. Oxy. 4711 and the Poetry of Parthenius.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Journal of Hellenic Studies]].&amp;#039;&amp;#039; Band 127, 2007, S. 1–18.&amp;lt;/ref&amp;gt; und bezeugt wie die Fassung Konons die für diesen Mythos im griechischen Kulturraum wichtige [[Päderastie|päderastische]] Komponente: Narziss, der sich dem Dasein als [[Eromenos]] entzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Eromenos-Aspekt des Narziss siehe etwa Hérica Valladares: &amp;#039;&amp;#039;Fallax Imago: Ovid’s Narcissus and the seduction of mimesis in Roman wall painting.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Word &amp;amp; Image.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, Heft 4, 2011, S. 378–395, hier S. 384 mit Anm. 39 ([https://www.academia.edu/23420115/ online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pausanias ===&lt;br /&gt;
[[Bernd Manuwald]] vermutete 1975, dass Konons Erzählung die Bearbeitung einer lokalen Sage sei, deren ursprüngliche Form wohl der von dem griechischen Geographen [[Pausanias]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; berichteten Fassung entspreche. Pausanias gibt sie so wieder: Narziss habe in eine Quelle geblickt und sein Spiegelbild gesehen, ohne zu verstehen, dass es sich eben nur um ein Spiegelbild handelte. Er soll sich, ohne es zu wissen, in sich selbst verliebt haben und an dieser Liebe gestorben sein. Pausanias hielt diese Geschichte jedoch für völlig unglaubwürdig: Jemand, der alt genug sei, sich zu verlieben, werde doch ein Spiegelbild von einem wirklichen Menschen unterscheiden können. Auch sei die Narzisse längst vor dieser Geschichte bekannt gewesen. Ferner überliefert Pausanias eine weitere Version des Mythos: Narziss habe eine Zwillingsschwester gehabt, die ihm sehr ähnlich gesehen habe und auch die gleiche Kleidung und Haartracht getragen habe wie er. Er habe sich in sie verliebt und habe nach ihrem Tod in diese Quelle geschaut. Die Vorstellung, er sehe im Spiegel des Wassers das Bild seiner Schwester, habe sein Liebesleid mildern können.&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias, &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; 9,31,7; vgl. &amp;#039;&amp;#039;Pausanias des Periëgeten Beschreibung von Griechenland.&amp;#039;&amp;#039; Ins Deutsche übersetzt von Hans Reichardt. Zweite Abtheilung, Band 9. Verlag der Metzler’schen Buchhandlung, Stuttgart 1855, S. 948f. [https://books.google.de/books?id=QF4MAAAAYAAJ&amp;amp;printsec=frontcover Online] auf GoogleBooks; vgl. Bernd Manuwald: &amp;#039;&amp;#039;Narcissus bei Konon und Ovid.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hermes.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 103, Heft 3, 1975, S. 349–372, hier: S. 351.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eine neue Theorie zur Herkunft ===&lt;br /&gt;
Aufgrund unveröffentlichter Inschriften aus [[Eretria]] auf [[Euböa]] und bisher vernachlässigter Indizien vermutet der Althistoriker Denis Knoepfler neuerdings, dass der Ursprung des Mythos von Narziss nicht in [[Böotien]], sondern im Heiligtum des Narkittos in Amarynthos bei Eretria, also weiter südlich, anzusiedeln sei. Anders als die hellenistisch-römischen Quellen, die Narziss als einen jungen Schönling betrachten, wird er dort als mächtige Naturgottheit dargestellt. Dabei scheint dieselbe mythische Figur angesprochen zu werden, die ansonsten als [[Hyakinthos]] bekannt ist, der in der griechischen Region [[Amyklai]] und im Einflussgebiet [[Sparta]]s verehrt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Denis Knoepfler: &amp;#039;&amp;#039;La Patrie de Narcisse. Un héros mythique enraciné dans le sol et dans l&amp;#039;histoire d&amp;#039;une cité grecque.&amp;#039;&amp;#039; Odile Jacob, Paris 2010, ISBN 978-2-7381-2500-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeptionsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildende Kunst und Literatur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:The Newest Narcissus - Punch cartoon - Project Gutenberg eText 14514.png|mini|hochkant|[[Cartoon]] aus der [[Satire|satirischen]] Zeitschrift [[Punch (Zeitschrift)|Punch]]]]&lt;br /&gt;
Narziss war schon in der [[Antike]] ein beliebter Gegenstand der bildenden Kunst. So finden sich Darstellungen des Narziss auf geschnittenen Steinen, späten [[Relief]]s und besonders auf [[Sarkophag]]en. Am bekanntesten sind die etwa fünfzig Wandgemälde mit Darstellungen des Narziss, die in [[Pompeji]] gefunden wurden. Sie zeigen ihn in verschiedenen Variationen als Jäger am Wasser sitzend und sein Spiegelbild (nicht immer mit dargestellt) betrachtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Renaissance argumentierte [[Leon Battista Alberti]], Narziss sei der Erfinder der Malerei, weil er sich in sein eigenes Abbild verliebte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Leon Battista Alberti |url=http://www.noteaccess.com/Texts/Alberti/2.htm |titel=On Painting. Book Two |werk=noteaccess.com |hrsg= |datum= |abruf=2021-02-09 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joachim Schickel |Titel=Narziss oder die Erfindung der Malerei. Das Bild des Malers und das Bild des Spiegels |Verlag=transcript-Verlag |Datum=2014-04-02 |ISBN=978-3-8394-0295-5 |DOI=10.14361/transcript.9783839402955.275 |Online=https://www.degruyter.com/document/doi/10.14361/transcript.9783839402955.275/html |Abruf=2021-02-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skulpturen schufen [[Benvenuto Cellini]] ([[Florenz]], Museo nazionale del [[Bargello]]) und [[Gabriel Grupello]] ([[Brüssel]], [[Königliche Museen für Kunst und Geschichte (Brüssel)|Musées royaux d’art et d’histoire]]). Gemälde stammen von [[Girolamo Mocetto]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Artikel „Girolamo Mocetto“ in der italienischen Wikipedia.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Giovanni Antonio Boltraffio]] ([[London]], [[National Gallery (London)|National Gallery]]; Florenz, [[Uffizien]]), [[Francesco Ubertini]] (Florenz, [[Palazzo Corsini]]), [[Jacopo Tintoretto]] ([[Rom]], [[Palazzo Colonna|Galleria Colonna]]), [[Michelangelo Merisi da Caravaggio]] (Rom, [[Galleria Nazionale d’Arte Moderna]]), [[Domenichino]] (Rom, [[Palazzo Farnese (Rom)|Palazzo Farnese]]), [[Nicolas Poussin]] (Paris, Musée du [[Louvre]]; [[Dresden]], [[Gemäldegalerie Alte Meister]]), [[Claude Lorrain]] (London, National Gallery), [[Guido Cagnacci]] ([[Braunschweig]], [[Städtisches Museum (Braunschweig)|Städtisches Museum]]), [[Pier Francesco Mola]] ([[Oxford]], [[Ashmolean Museum]]), [[René-Antoine Houasse]] ([[Versailles]], [[Grand Trianon]]), [[François Lemoyne]] ([[Hamburg]], [[Hamburger Kunsthalle|Kunsthalle]]), [[George Frederic Watts]] (London, [[Tate Gallery]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Werk „Eco y Narciso“ des spanischen Dichters [[Pedro Calderón de la Barca]] verbleibt der junge Narciso anfangs in einer Höhle, da die Mutter ihn vor der Prophezeiung schützen will. Die Mutter vergiftet die Zunge Echos, sodass diese nur noch gelähmt die letzten Wortsilben wiederholen kann. An der Wende zum 20. Jahrhundert wird Narziss vor allem bei den französischen Schriftstellern [[André Gide]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Traktat vom Narziß]]&amp;#039;&amp;#039;) und [[Paul Valéry]] (&amp;#039;&amp;#039;Narziss spricht&amp;#039;&amp;#039;) zur Personifikation einer rein selbstbezüglichen [[Dichtung]], wie sie in der [[Kunst#Moderne|Moderne]] oft intendiert wird. Von [[Rainer Maria Rilke]] stammen zwei Gedichte und ein Gedichtsentwurf mit der Überschrift &amp;#039;&amp;#039;Narziss&amp;#039;&amp;#039;. [[Hermann Hesse]] schrieb einen Roman mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Narziß und Goldmund]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
Die bekanntesten Bearbeitungen des Echo-und-Narziss-Stoffes für die Bühne dürften neben der Calderón-Komödie (1661) [[Christoph Willibald Gluck|Glucks]] [[Oper]] „Echo et Narcisse“ (1779) sowie [[Nikolai Nikolajewitsch Tscherepnin|Nikolai Tscherepnins]] [[Ballett]] „Narcisse et Echo“ (1911) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rezeption des Mythos in der Psychologie ===&lt;br /&gt;
Bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert werden Phänomene der Selbstliebe und des [[Autoerotismus]] mit Bezug auf den Narziss-Mythos beschrieben und gedeutet. Durch [[Sigmund Freud]] wurde der [[Psychologie|psychologische]] [[Terminus]] [[Narzissmus]] populär, der sowohl eine [[Kindheit|infantile]] [[Psychische Entwicklung|Entwicklungsphase]], ein gesundes [[Selbstwert]]gefühl als auch eine [[Psychopathologie|psychopathologische]] Störung bezeichnen kann und inzwischen auch in die [[Umgangssprache]] Eingang gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Echo (Mythologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Narzissmus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNP|8|712|714|Narkissos|[[Balbina Bäbler]], [[Jan N. Bremmer|Jan Bremmer]]}}&lt;br /&gt;
* Gereon Becht-Jördens, Peter M. Wehmeier: &amp;#039;&amp;#039;Vom Kunstobjekt zum lebendigen Menschen. Ovid über Möglichkeiten und Grenzen der Kunst.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Förstl u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe der deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie des Ausdrucks.&amp;#039;&amp;#039; Band 25). Edition GIB, Berlin 2006, ISBN 978-3-00-019592-1, S. 37–45.&lt;br /&gt;
* [[Hans von Geisau]]: &amp;#039;&amp;#039;Narkissos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kleine Pauly]].&amp;#039;&amp;#039; Band 3, Sp. 1572–1573.&lt;br /&gt;
* Mirko Gemmel: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zum Spiegelmotiv im Narziss-Mythos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kritische Berichte]]. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Band 32, Nr. 2, 2004, {{ISSN|0340-7403}}, S. 67–75.&lt;br /&gt;
* {{Roscher|3,1|10|21|Narkissos|[[Wilhelm Greve (Philologe)|Wilhelm Greve]]|}}&lt;br /&gt;
* Rudolf Hadorn: &amp;#039;&amp;#039;Narziß. Der Mythos als Metapher von Ovid bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Ploetz, Freiburg/Würzburg 1984, ISBN 3-87640-319-7.&lt;br /&gt;
* {{DNP|Suppl. 5|458|468|Narkissos|[[Heidi Marek]]}}&lt;br /&gt;
* Ursula Orlowsky, Rebekka Orlowsky: &amp;#039;&amp;#039;Narziß und Narzißmus im Spiegel von Literatur, Bildender Kunst und Psychoanalyse. Vom Mythos zur leeren Selbstinszenierung.&amp;#039;&amp;#039; Fink, München 1992, ISBN 3-7705-2738-0.&lt;br /&gt;
* [[Almut-Barbara Renger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mythos Narziß. Texte von Ovid bis [[Jacques Lacan]].&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Leipzig 1999, ISBN 3-379-01661-6 ([http://lbib.de/Mythos-Narziss-Texte-von-Ovid-bis-Jacques-Lacan-Almut-Barbara-Renger-24250 Inhaltsverzeichnis]).&lt;br /&gt;
* Almut-Barbara Renger: &amp;#039;&amp;#039;Narcissus – „Selbsterkenntnis“ und „Liebe als Passion“. Gedankengänge zu einem Mythos.&amp;#039;&amp;#039; In: Almut-Barbara Renger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Narcissus. Ein Mythos von der Antike bis zum Cyberspace.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 2002, S. 1–11.&lt;br /&gt;
* Joachim Ringleben: &amp;#039;&amp;#039;Woran stirbt Narziß? Widerhall und Spiegelbild als tödlicher Schein. Zum Liebestod von Echo und Narziß (Ovid, Metam. III, 339–510)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 2004, Heft 10). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2004.&lt;br /&gt;
* Winfried Schindler: &amp;#039;&amp;#039;Ovid: Metamorphosen. Erkennungsmythen des Abendlandes. Europa und Narziss&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Band 20). Sonnenberg, Annweiler 2008, ISBN 3-933264-39-1 (mit ausführlicher Deutung des Caravaggio-Bilds, Abbildung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Narcissus (mythology)|Narziss}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://fotocollectie.huisdoorn.nl/lijst?personen=Narcissus Skulptur des Narziss im Park von Schloss Sanssouci in der Fotokollektion von Haus Doorn]&lt;br /&gt;
* [http://www.textlog.de/35335.html Narcissus und Echo] nach Ovid, Metamorphosen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118586467|LCCN=nb2016002049|VIAF=67257842}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der griechischen Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eromenos der griechischen Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thespiai]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Namensgeber für eine Pflanzengattung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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