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	<title>Naqus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Klangholz */</title>
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		<updated>2023-11-10T08:37:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Klangholz&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Naqus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Persische Sprache|persisch]]/{{arS|ناقوس|d=nāqūs|b=Glocke}}, Plural &amp;#039;&amp;#039;nawāqīs&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet zwei unterschiedliche, von Christen in arabischen Ländern im [[Naher Osten|Nahen Osten]] verwendete Kultinstrumente, die zu den Schlag[[idiophon]]en gezählt werden. Das eine ist ein [[Schlagbalken]] aus einem langen Stück Holz, der seit vorislamischer Zeit anstelle einer [[Glocke]] geschlagen wurde, um die Gläubigen zum [[Gottesdienst]] zu rufen und heute in der Region verschwunden ist. Das Klangholz wurde über der Schulter getragen oder war an Seilen stationär aufgehängt. Unterschiedliche hölzerne Schlagbretter sind bis heute in den orthodoxen Klöstern Osteuropas als [[Griechische Sprache|griechisch]] &amp;#039;&amp;#039;[[semantron]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Rumänische Sprache|rumänisch]] &amp;#039;&amp;#039;toacă&amp;#039;&amp;#039; und [[Russische Sprache|russisch]] &amp;#039;&amp;#039;bilo&amp;#039;&amp;#039; gelegentlich im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen steht &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; seit dem späten Mittelalter für eine Handglocke aus Metall, die von [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] Christen in [[Ägypten]] und im [[Libanon]] in der [[Liturgie]] verwendet wird. Erstmals wurden die Glocken beim Gottesdienst in den frühchristlichen [[Koptische Kirche|koptischen]] Zentren in Ägypten gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das arabische Wort &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; geht auf das [[Syrische Sprache|syrische]] &amp;#039;&amp;#039;naqoscha&amp;#039;&amp;#039; (von &amp;#039;&amp;#039;naqasch&amp;#039;&amp;#039;, „schlagen“) zurück und gelangte mit der Bedeutung „[[Gong]]“, „Handglocke“ bis in [[äthiosemitische Sprachen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klangholz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:The priest Themel puts the Arabs to flight using his semantron.png|mini|hochkant=1.3|Der Priester Themel schlägt die Araber von [[Tarsus (Türkei)|Tarsus]] mit seinem &amp;#039;&amp;#039;semantron&amp;#039;&amp;#039; in die Flucht. Miniatur in der griechischen Chronik &amp;#039;&amp;#039;[[Madrider Bilderhandschrift des Skylitzes]]&amp;#039;&amp;#039;, zweite Hälfte 12. Jahrhundert. Kapitel XI, [[Folium|fol.]] 132r]]&lt;br /&gt;
Nach der islamischen Tradition waren sich die [[Sahāba|Gefährten]] des Propheten [[Mohammed]] unsicher, welches das Zeichen für die täglichen Gebete (&amp;#039;&amp;#039;[[salāt]]&amp;#039;&amp;#039;) sein sollte. Mohammed entschied sich demnach zwischen einem Feuer, einer Glocke, einem jüdischen Horn (&amp;#039;&amp;#039;[[schofar]]&amp;#039;&amp;#039;) und dem &amp;#039;&amp;#039; nāqūs&amp;#039;&amp;#039; für den Gebetsruf (&amp;#039;&amp;#039;[[adhān]]&amp;#039;&amp;#039;) des [[Muezzin]].&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Patrick Hughes: &amp;#039;&amp;#039;A Dictionary of Islam.&amp;#039;&amp;#039; W. H. Allen &amp;amp; Co., London 1895, S. 430 ([http://answering-islam.org/Books/Hughes/n.htm Buchstabe &amp;#039;&amp;#039;N.&amp;#039;&amp;#039;])&amp;lt;/ref&amp;gt; Offensichtlich schlugen die Muslime in der ersten Zeit in [[Fustāt]] den &amp;#039;&amp;#039; nāqūs&amp;#039;&amp;#039; als frühmorgendlichen Gebetsruf.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard J. H. Gottheil: &amp;#039;&amp;#039;The Origin and History of the Minaret.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the American Oriental Society,&amp;#039;&amp;#039; Band 30, No. 2, März 1910, S. 132–154, hier S. 134&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ton des &amp;#039;&amp;#039; nāqūs&amp;#039;&amp;#039; als Gebetsruf war beim ersten Hahnenschrei zu hören.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Jacob]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Leben der vorislâmischen Beduinen.&amp;#039;&amp;#039; (Studien in arabischen Dichtern, Heft III) Mayer &amp;amp; Müller, Berlin 1895, S. 85 ([https://archive.org/details/daslebendervori00jacogoog bei Internet Archive])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christen verwendeten seit vorislamischer Zeit den &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039;. Holz[[klapper]]n (&amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039;) erwähnte bereits der Dichter [[Labīd]] (um 560 – um 661), der diese in Dörfern an der Küste südwestlich von [[Katar]] auf der arabischen Halbinsel sah. Archäologische Ausgrabungen an einem vorislamischen [[Nestorianismus|nestorianischen]] Kloster auf einer Insel westlich von [[Abu Dhabi]] lassen vermuten, dass die Kirche ein Obergeschoss mit einem Kirchturm besaß, in dem sich vermutlich anstelle einer Glocke ein hölzerner &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; befand.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hellyer: [http://www.adias-uae.com/publications/hellyer01b.pdf &amp;#039;&amp;#039;Nestorian Christianity in the Pre-Islamic UAE and Southeastern Arabia&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Social Affairs,&amp;#039;&amp;#039; Band 18, Nr. 72, Winter 2001, S. 79–99, hier S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa verbreiteten sich etwa ab 1285 von einer [[Hemmung (Uhr)|Hemmung]] gesteuerte [[Räderuhr]]en, die bald den [[Küster]] ersetzten und zur mechanischen Steuerung großer Kirchenglocken verwendet wurden. In muslimischen Ländern waren zwar mechanische Uhren aus Europa zur Bestimmung der täglichen Gebetszeiten willkommen, aber Glockenläuten zur Zeitansage war in der Öffentlichkeit verpönt, weil Glocken mit dem christlichen Kult in Verbindung gebracht wurden und ihr Läuten den Ruf des [[Muezzin]]s hätte beeinträchtigen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Touraj Atabaki: &amp;#039;&amp;#039;Time Labour-Discipline and Modernization in Turkey and Iran: Some Comperative Remarks.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The State and the Subaltern: Modernization, Society and the State in Turkey and Iran.&amp;#039;&amp;#039; I.B. Tauris, London 2007, S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Vorbehalte hatten zuvor schon für die Verwendung des &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; gegolten. Der Islamgelehrte [[Abū Yūsuf]] (729/731–798) erwähnte in seinem &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-Ḫarāǧ&amp;#039;&amp;#039; („Buch über die Grundsteuer“) die Verpflichtungen, die Christen unter islamischer Herrschaft befolgen mussten. Dazu gehörte, nicht den &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; vor oder während der islamischen Gebetszeiten zu schlagen. Anderswo heißt es, der &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; dürfe nur leise oder nur innerhalb der Kirche ertönen. Diese Beschränkungen werden auch von orthodoxer Seite bestätigt, etwa vom Patriarchen [[Michael der Syrer]] (1126–1199) und dem Gelehrten [[Gregorius Bar-Hebraeus]] (um 1225–1286). Den &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; laut in der Öffentlichkeit zu schlagen, galt als Gesetzesverstoß. Dafür erhielten zu manchen Zeiten christliche Würdenträger die Erlaubnis, bei besonderen religiösen Feiern Trommeln zu schlagen und Trompeten oder andere Musikinstrumente zu spielen. Die Kesseltrommel &amp;#039;&amp;#039;[[naqqara]]&amp;#039;&amp;#039; und Langtrompeten (&amp;#039;&amp;#039;buk&amp;#039;&amp;#039;) dienten seit alter Zeit dazu, Herrschern die Ehre zu erweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Milka Levy-Rubin: &amp;#039;&amp;#039;Non-Muslims in the Early Islamic Empire: From Surrender to Coexistence&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, New York 2011, S. 77f, 91, 160&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Priesters Themel, die sich Anfang des 10. Jahrhunderts zugetragen haben soll, ist ein Beispiel für die Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen dem [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reich]] und seinen muslimischen Nachbarn, aber auch für die Versuche, Religionskonflikte im Alltag kleinzuhalten. Die Miniatur in der [[Byzantinische Geschichtsschreibung|byzantinischen Chronik]] des [[Johannes Skylitzes]] (Ende 11. – Anfang 12. Jahrhundert) zeigt, wie der Priester mit dem Klangholz auf muslimische Angreifer eindrischt, die mitten im Gottesdienst die Kirche plündern wollten. Der Priester verletzte und tötete einige und trieb alle in die Flucht. Der sich anschließende versöhnliche Aspekt fehlt in der Abbildung. Weil ein Priester keine Gewalt anwenden darf, verbot ihm der Bischof die weitere Amtsausübung. Themel protestierte vergeblich und setzte sich schließlich zu den Arabern ab, nahm den muslimischen Glauben an, kämpfte auf deren Seite als Befehlshaber gegen die Christen und verübte zahlreiche Gräueltaten, wie es in der Geschichte weiter heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph-Johannes Lilie: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung.&amp;#039;&amp;#039; In: Thomas Pratsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Konflikt und Bewältigung: die Zerstörung der Grabeskirche zu Jerusalem im Jahre 1009.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2011, S. 2f&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flickr - fusion-of-horizons - Sinaia Monastery (43).jpg|mini|hochkant|Tragbares Klangholz in Form eines Doppelpaddels, das bis heute vereinzelt in rumänischen Klöstern verwendet wird: &amp;#039;&amp;#039;Toacă&amp;#039;&amp;#039; im Kloster [[Sinaia]].]]&lt;br /&gt;
Der jüdische Gelehrte Daniel al-Kumisi († 946) schrieb um 900 über die Christen von [[Jerusalem]], dass sie den &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; üblicherweise verwenden würden. Ein Bericht aus der Mitte des 11. Jahrhunderts über eine vermutlich in [[Palästina (Region)|Palästina]] gelegene Stadt erwähnt, dass sich die Christen nicht um die bestehenden Gesetze gekümmert und eine Kirche höher als die hiesige Moschee gebaut hätten. Die Kirche wurde daraufhin abgerissen, außerdem habe das laute Schlagen des &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; die Muslime gestört.&amp;lt;ref&amp;gt;Moshe Gil: A History of Palestine, 634–1099. Cambridge University Press, Cambridge 1977, S. 161, 464f&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein stand der &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; häufig im Zentrum kultureller Spannungen zwischen Christen in arabischen Gebieten. Nachdem Kalif [[Al-Walid I.]] um 705 die byzantinische Johannesbasilika in [[Damaskus]] zur [[Umayyaden-Moschee]] hatte umbauen lassen, berichtet [[al-Masʿūdī]] von einem Vorfall, der für Irritationen sorgte. In dem Augenblick, als der Kalif in der Moschee den [[Minbar]] bestieg, um eine Ansprache an die Gläubigen zu halten, sei ein &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; zu hören gewesen. Die Nähe zwischen Kirche und Moschee scheint häufig für Geräuschbelästigungen gesorgt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Finbarr B. Flood: &amp;#039;&amp;#039;The Medieval Trophy as an Art Historical Trope: Coptic and Byzantine &amp;quot;Altars&amp;quot; in Islamic Contexts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Muqarnas,&amp;#039;&amp;#039; Band 18, 2001, S. 41–72, hier S. 62f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Religionsgründer [[Baha&amp;#039;ullah]] (1817–1892) verfasste mehrere tausend „Tafel“ genannte Schriften. Eine Schrift aus dem Jahr 1863 trägt den Titel &amp;#039;&amp;#039;Lawḥ-i-Nāqūs&amp;#039;&amp;#039; („Tafel der Glocke“). Baha&amp;#039;ullah, der zum Eintritt ins erklärte Paradies des [[Bahaitum]] aufruft, personifiziert sich als die Holztafel, bei deren Ton gläubige Ostchristen zum Gebet eilen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bahai-library.com/wilmette_lawh_naqus_notes &amp;#039;&amp;#039;Tablet of the Bell (Lawh-i-Naqus), also known as Tablet of Praised be Thou, O He (Subhánika-Yá-hu): Wilmette Institute faculty notes.&amp;#039;&amp;#039;] Bahá&amp;#039;í Library Online&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Werk &amp;#039;&amp;#039;A Visit to the Monasteries of the Levant&amp;#039;&amp;#039; (1849) des englischen Reiseschriftstellers [[Robert Curzon, 14. Baron Zouche]] (1810–1873) findet sich auf dem Titelblatt die Illustration eines &amp;#039;&amp;#039;simandro&amp;#039;&amp;#039; (gleich &amp;#039;&amp;#039;[[semantron]]&amp;#039;&amp;#039;) genannten Schlagbalkens, mit dem ein Mönch im Hof eines griechischen Klosters zum Gebet ruft. Der Mönch hält ein langes Brett, das wie ein [[Doppelpaddel]] aussieht, mit einer Hand in der verjüngten Mitte und schlägt es vermutlich mit einem elastischen Stab (&amp;#039;&amp;#039;wabil&amp;#039;&amp;#039;) in der anderen Hand.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Curzon: &amp;#039;&amp;#039;Ancient Monasteries of the East or The Monasteries of the Levant.&amp;#039;&amp;#039; (Titel der Auflage von 1854) Nachdruck: Gorgias Press, New Jersey 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Abbildung zeigt ein Instrument, das Ende des 19. Jahrhunderts im arabischen Raum verschwunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Form und rituelle Funktion hat der seit dem 1. Jahrtausend bis heute in tibetisch-buddhistischen Klöstern verwendete Schlagbalken &amp;#039;&amp;#039;[[Gandi (Schlagbalken)|gandi]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handglocke ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Egyptian naqus.jpg|mini|hochkant|Um 1950 in der katholischen Kirche in Ägypten verwendete Handglocke &amp;#039;&amp;#039;naqus&amp;#039;&amp;#039; in Gestalt einer Nachttischlampe]]&lt;br /&gt;
Neben den Klanghölzern werden auch die aus der altägyptischen Zeit überkommenen kleinen Glocken, die [[Kopten]] in Ägypten im Gottesdienst benutzen, &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die ältesten Glocken sind aus dem [[Neues Reich|Neuen Reich]] bekannt. Deren Formen griffen die christlichen Kopten zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert wieder auf. Laut [[Hans Hickmann]] könnte in dieser Zeit der Ursprung für die spätere Verwendung von Glocken in der römisch-katholischen Liturgie in Rom gelegen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments:&amp;#039;&amp;#039; In: Aziz S. Atiya (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Coptic Encyclopedia.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, Macmillan Publishing, New York 1991, [https://archive.org/details/TheCopticEncyclopedia6_20181123/The%20Coptic%20Encyclopedia_6/page/n51/mode/2up?view=theater S. 1738–1741]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Handgriffglocken als halbschalige Stielglocken ohne Klöppel. Die Form eines anderen &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039;-Typs erinnert an eine Nachttischlampe. Die pilzförmige Glocke mit einem runden Standfuß und einer Gesamthöhe von 29 Zentimetern und einem Glockendurchmesser von 22 Zentimetern ist zu schwer, um sie in der Hand zu halten. Dieser &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in der katholischen Kirche in Ägypten verwendet, jedoch nicht in der griechisch-orthodoxen Kirche.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hickmann: &amp;#039;&amp;#039;Miscellanca Egyptologica&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The Galpin Society Journal&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, Juni 1951, S. 25–29, hier S. 29 und Abb. 8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschließlich metallene Idiophone begleiten traditionell liturgische Gesänge in der [[Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien|maronitischen]] Kirche im [[Libanon]]. Hierzu gehören &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; aus zwei metallenen Halbschalen an einem Handgriff, die mit einem Metallstab angeschlagen werden und wie [[Triangel]]n klingen, ferner größere Zimbeln, [[Paarbecken]] und &amp;#039;&amp;#039;marawe&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;marawih&amp;#039;&amp;#039;, Sg. &amp;#039;&amp;#039;marwahah&amp;#039;&amp;#039;). Letztere bestehen aus einer Metallscheibe an einem etwa einen Meter langen Holzstiel mit kleinen, am Rand der Scheibe befestigten Metallteilen und sind typologisch mit [[Rasseltrommel]]n und [[Sistrum|Sistren]] verwandt. Die Gemeinde empfängt beim Erklingen von &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;marawe&amp;#039;&amp;#039; die heiligen [[Sakrament]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hickmann: &amp;#039;&amp;#039;The Rattle-Drum and Marawe-Sistrum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland,&amp;#039;&amp;#039; Nr. 1/2, Apr., 1950, S. 2–6, hier Abb. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er Jahren wurden zusätzlich Melodieinstrumente (wie [[Keyboard]], &amp;#039;&amp;#039;[[Kanun (Musik)|kanun]], [[oud]], [[kamantsche]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[nay]]&amp;#039;&amp;#039;) in den maronitischen Gottesdienst eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Guilnard Moufarrej: &amp;#039;&amp;#039;Maronite Music: History, Transmission, and Performance Practice.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Review of Middle East Studies,&amp;#039;&amp;#039; Band 44, Nr. 2, Winter 2010, S. 196–215, hier S. 209&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erzählsammlung &amp;#039;&amp;#039;[[Tausendundeine Nacht]]&amp;#039;&amp;#039; kommen unter den zahlreichen Musikinstrumenten die Idiophone &amp;#039;&amp;#039;kāsāt&amp;#039;&amp;#039; (Sg. &amp;#039;&amp;#039;kās&amp;#039;&amp;#039;), große schalenförmige Becken, in den Kampfszenen vor. Die unterschiedlichen Glocken &amp;#039;&amp;#039;jalajil&amp;#039;&amp;#039; (Sg. &amp;#039;&amp;#039;juljul&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;ajras&amp;#039;&amp;#039; (Sg. &amp;#039;&amp;#039;jaras&amp;#039;&amp;#039;) dienten als Schmuck an den [[Schabracke (Reitsport)|Schabracken]] von Pferden und Kamelen. Der Klang der Zimbeln &amp;#039;&amp;#039;qalaqil&amp;#039;&amp;#039; (Sg. &amp;#039;&amp;#039;qalqal&amp;#039;&amp;#039;), die an Mauleseln und Kamelen befestigt waren, sollte den Gegner erschrecken. Dann finden sich noch [[Fußkettchen]] der Frauen und der Zauberstab &amp;#039;&amp;#039;qaḍīb&amp;#039;&amp;#039; (Pl. &amp;#039;&amp;#039;quḍbān&amp;#039;&amp;#039;), mit dem im frühen Arabien häufig der Rhythmus geschlagen wurde. Der von Christen verwendete &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039;, der eine Schlagplatte aus Holz oder Metall war, wird in zwei Erzählungen in &amp;#039;&amp;#039;Tausendundeine Nacht&amp;#039;&amp;#039; erwähnt, in denen er vom Dach der [[Maria (Mutter Jesu)|Marien]]-Kapelle die Gläubigen zum  Gebet ruft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henry George Farmer]]: &amp;#039;&amp;#039;The Music of the Arabian Nights (Continued from p. 185, October, 1944).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland,&amp;#039;&amp;#039; Nr. 1, April 1945, S. 39–60, hier S. 51&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Verkleinerungsform von &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;nuqaisāt&amp;#039;&amp;#039;, worunter die [[Berber]] im [[Maghreb]] Finger[[zimbel]]n verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nuqaisāt&amp;#039;&amp;#039;. In: Sibyl Marcuse: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments: A Comprehensive Dictionary&amp;#039;&amp;#039;. Doubleday, New York 1964, S. 369&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gebel Naqus ==&lt;br /&gt;
Ein Felsberg an der Küste des [[Rotes Meer|Roten Meeres]] im Südwesten der [[Sinai-Halbinsel]] (nordwestlich des Küstenortes el-Tur und südwestlich des [[Katharinenkloster]]s) heißt nach einer Legende &amp;#039;&amp;#039;Gebel Naqus&amp;#039;&amp;#039; („Glocken-Berg“). Der Sandsteinfels war namensgebend für eine geologische Schicht aus einer Silikatsandablagerung, die im südlichen Sinai vorkommt. Der „weiße Sand“ mit einem hohen [[Silikate|Silikatanteil]] ist für die Glasherstellung geeignet.&amp;lt;ref&amp;gt;F. S. Ramadan:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Characteristics of White Sand Deposits in Southern Sinai Region, Egypt.&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.curresweb.com/mejas/2014/100-108.pdf |wayback=20150220232935}} In: &amp;#039;&amp;#039;Middle East Journal of Applied Sciences, 4(1)&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 100–108, hier S. 106&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Abendland erhielt Kenntnis von der Legende durch die Reisebeschreibung [[Bernhard von Breidenbach]]s, der 1483 auf dem Sinai unterwegs war. Demnach gab es einst in dem abgelegenen Gebiet bei el-Tur ein Mönchskloster, das so spurlos verschwand, dass niemand mehr seinen Ort kennt, von dem aber zu bestimmten Stunden der Klang der Gebetsglocken zu hören ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Ritter]]: &amp;#039;&amp;#039;The Comparative Geography of Palestine and the Sinaitic Peninsula.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Haskell House Publishers, New York 1865; T &amp;amp; T Clark, Edinburgh 1866, S. 161&amp;lt;/ref&amp;gt; Als erster europäischer Reisender lokalisierte der Naturforscher [[Ulrich Jasper Seetzen]] (1767–1811), der sich im Sommer 1810 (während der Dattelernte&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Ritter: &amp;#039;&amp;#039;The Comparative Geography of Palestine and the Sinaitic Peninsula.&amp;#039;&amp;#039; 1866, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt;) bei el-Tur aufhielt, den mysteriösen Glockenklang an den Hängen des Gebel Naqus und fand auch die physikalische Erklärung. Seetzen sah, dass von der festgebackenen Sandschicht, welche die steilen Hänge des Hügels bedeckt, um die Mittagszeit, wenn die Sonne besonders heiß brennt, loser Sand herabzugleiten beginnt und dabei ein Geräusch verursacht, das ihn an den Klang von [[Äolsharfe]]n erinnerte.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Ritter: &amp;#039;&amp;#039;Die Erdkunde von Asien. Band VIII. Zweite Abtheilung: Die Sinai-Halbinsel, Palästina und Syrien. Erster Abschnitt: Die Sinai-Halbinsel.&amp;#039;&amp;#039; G. Reimer, Berlin 1848, S. 162f&amp;lt;/ref&amp;gt; Captain Palmer, Leiter einer englischen Expedition im Rahmen der [[Royal Geographical Society]] auf der Sinai-Halbinsel 1868, berichtete von Arabern, die angaben, der Ton vom Berg sei nur freitags und samstags zu hören und stamme von den geschlagenen Holzbrettern des versunkenen Klosters.&amp;lt;ref&amp;gt;F. W. Holland: &amp;#039;&amp;#039;Recent Explorations in the Peninsula of Sinai.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Royal Geographical Society of London,&amp;#039;&amp;#039; Band 13, Nr. 3, 1868–1869, S. 204–219, hier S. 216&amp;lt;/ref&amp;gt; Der englische Schriftsteller William Henry Davenport Adams (1828–1891) wies 1879 ebenfalls darauf hin, dass man sich unter dem mysteriösen &amp;#039;&amp;#039;nāqūs&amp;#039;&amp;#039; nicht eine Glocke, sondern ein Holzbrett vorzustellen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;William Henry Davenport Adams: &amp;#039;&amp;#039;Mount Sinai, Petra, and the Desert, Described and Illustrated.&amp;#039;&amp;#039; T. Nelson and Sons, London 1879, S. 38 ([https://archive.org/stream/mountsinaipetra00adamgoog#page/n42/mode/2up/search/nakus bei Internet Archive])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nāḳūs&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 7, 1993, S. 943&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nāqūs&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Sibyl Marcuse]]: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments: A Comprehensive Dictionary.&amp;#039;&amp;#039; Doubleday, New York 1964, S. 360  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlagidiophon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultgegenstand]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holzprodukt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glockentyp]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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