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	<title>Nandus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Mautpreller: unsinn, einfach streichen ist das letzte</title>
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		<updated>2026-01-03T18:48:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;unsinn, einfach streichen ist das letzte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit der Laufvogel-Familie der Nandus. Für die gleichnamige Vogelart siehe [[Nandu]]. &amp;#039;&amp;#039;Nandus&amp;#039;&amp;#039; ist auch der wissenschaftliche Name der [[Nanderbarsche]].}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nandus&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Rhea&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Mathurin Jacques Brisson|Brisson]], 1760&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Nandus&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Rheidae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Charles Lucien Bonaparte|Bonaparte]], 1849&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Rheiformes&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Autor     = Forbes, 1884&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Urkiefervögel&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Palaeognathae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Vögel&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Aves&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Landwirbeltiere&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Tetrapoda&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Reihe&lt;br /&gt;
| Bild             = Grupo de Emas - Rhea americana.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Eine Gruppe [[Nandu|Großer Nandus]] (&amp;#039;&amp;#039;Rhea americana&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rhea 09.23.05 Chile.jpg|mini|[[Darwinnandu]] (&amp;#039;&amp;#039;Rhea darwinii&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rhea americana head 2.JPG|mini|Kopf eines Großen Nandus. Auffällig ist die Ohröffnung. Nandus hören sehr gut.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nandus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Rhea&amp;#039;&amp;#039;) bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ñandús&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind eine in [[Südamerika]] beheimatete [[Gattung (Biologie)|Gattung]] bzw. [[Familie (Biologie)|Familie]] (Rheidae) der [[Laufvögel]] mit drei Arten. Sie weisen alle ein graues Gefieder auf. Zu ihren typischen Merkmalen  zählen die verhältnismäßig großen Augen sowie der breite und flache Schnabel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Perrins38&amp;quot;&amp;gt;Christopher M. Perrins (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die BLV-Enzyklopädie Vögel der Welt.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Einhard Bezzel. BLV, München/Wien/Zürich 2004, ISBN 978-3-405-16682-3, S. 38 (Titel der englischen Originalausgabe: &amp;#039;&amp;#039;The New Encyclopedia Of Birds.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2003).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nandus gehören zu den charakteristischen Großtieren der Grasländer in subtropischen und gemäßigten Breiten Südamerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Nandu ist aus der [[Guaraní (Sprache)|Sprache der Guaraní]], einer Ethnie in Paraguay und dem Norden Argentiniens, entlehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Mark Cocker, David Tipling: &amp;#039;&amp;#039;Birds and People.&amp;#039;&amp;#039; Jonathan Cape, London 2013, ISBN 978-0-2240-8174-0. S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
In der Gestalt ähneln Nandus den Straußen Afrikas so sehr, dass sie in älterer Literatur auch als „südamerikanische Strauße“ bezeichnet wurden. Es gibt jedoch einige auffällige Unterschiede. Zunächst ist selbst der Große Nandu sehr viel kleiner als ein Strauß, wird er bei einer Höhe von 1,4&amp;amp;nbsp;m doch nur halb so groß. Das maximale Gewicht ist abhängig von der jeweiligen Unterart. Die kleinste Unterart erreicht ein Körpergewicht bis zu 20 Kilogramm, während eine in Argentinien verbreitete Unterart bis zu 50 Kilogramm wiegen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Perrins38&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nandus haben einen befiederten Hals, Kopf und Schenkel, während diese beim Strauß nackt sind. Wie die meisten anderen Laufvögel haben Nandus drei Zehen an jedem Fuß, die Hinterzehe fehlt (&amp;#039;&amp;#039;Tridactylie&amp;#039;&amp;#039;); beim Strauß sind es nur zwei Zehen. Die Flügel der Nandus sind die größten aller Laufvögel. Die insgesamt 28 [[Schwungfeder]]n (12 Handschwingen und 16 Armschwingen) sind zu langen, wallenden Prunkfedern ausgebildet. Zwar kann ein Nandu aufgrund seines viel zu hohen Eigengewichts nicht fliegen, die Flügel können aber dazu benutzt werden, im schnellen Laufen das Gleichgewicht zu halten. Zudem trägt jeder Flügel eine scharfe Kralle, die als Waffe eingesetzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nandus sind zwar nicht so schnelle Läufer wie die afrikanischen Strauße, können aber beachtliche Geschwindigkeiten von bis zu 60&amp;amp;nbsp;km/h erreichen. Zudem sind sie gute Schwimmer, die problemlos einen Fluss durchqueren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rhea pennata pennata (10).JPG|Fuß (&amp;#039;&amp;#039;Rhea pennata&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
Greater rhea skeleton.jpg|Skelett (&amp;#039;&amp;#039;R. americana&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
Amneville Nandou 27082010 6.jpg|Federn (&amp;#039;&amp;#039;R. americana&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stimme ==&lt;br /&gt;
Der Ruf des Nandus ähnelt eher dem Brüllen einer Raubkatze als dem Laut eines Vogels. Vor allem Hähne stoßen ihn während der Balz aus. Ansonsten erzeugen Nandus heiser klingende Warnrufe und, verbunden mit Drohgebärden, ein Zischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
=== Natürliche Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Nandus sind in den Ländern [[Argentinien]], [[Chile]], [[Paraguay]], [[Uruguay]], [[Brasilien]] und [[Bolivien]] heimisch – der [[Darwinnandu]] zudem im südlichsten Zipfel [[Peru]]s. Sie bewohnen offene, [[Savanne|savannenähnliche]] Lebensräume, sind also Bewohner der [[Pampa]], des [[Gran Chaco|Chaco]], des [[Patagonien|patagonischen]] Tieflands und der Hochebenen der [[Anden]]. Der Große Nandu bevorzugt dabei tiefere Lagen in wärmeren Klimaten, während [[Puna-Nandu]] und Darwinnandu auch in großen Höhen bis 4500&amp;amp;nbsp;m vorkommen und der Darwinnandu außerdem im [[Kühlgemäßigte Klimazone|kühlgemäßigten]] äußersten Süden Südamerikas leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freilebende Nandus in Deutschland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nandus bei Schlagsdorf, Mai 2018.jpg|mini|Nandus bei [[Schlagsdorf]], Mai 2018.]]&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nandu#Wilde Population in Norddeutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 gelang drei [[Nandu]]pärchen der Ausbruch aus einem Zuchtgehege in [[Groß Grönau]] bei Lübeck.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SPON-1569521&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.spiegel.de/video/video-1569521.html |titel=Kleiner Kopf, großes Problem: Die Einwanderungswelle der Nandus |werk=Spiegel Online Video |datum= |zugriff=9.&amp;amp;nbsp;Juni 2018}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tiere flüchteten ins nahegelegene, weitgehend naturbelassene [[Wakenitz]]tal an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und vermehrten sich dort, den Witterungsverhältnissen zum Trotz, zügig. Fünf Jahre später war der Bestand bereits auf über 60 Exemplare angewachsen und [[Landkreis Nordwestmecklenburg|Nordwestmecklenburg]] damit um eine ungewöhnliche Attraktion reicher. Die derzeitigen Zahlen (Stand: Dez. 2018) sprechen von 566 Tieren, wovon 294 Jungtiere sind&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marc Röhlig]]: [https://www.bento.de/today/in-meckpomm-leben-wilde-nandus-und-zwar-so-viele-dass-sie-nun-gejagt-werden-sollen-a-58ff72b3-2015-4b48-9a63-e4ed588e54dc &amp;#039;&amp;#039;In MeckPomm leben wilde Nandus – und zwar so viele, dass sie nun gejagt werden sollen&amp;#039;&amp;#039;.] [[Der Spiegel (online)#Bento (2015–2020)|Bento]], 11. Dezember 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;, die meisten davon leben östlich, einige auch westlich der Wakenitz. Rechtlich gilt der Nandu inzwischen als in Deutschland heimische Art i. S. d. § 7 Abs. 2 Nr. 7 [[Bundesnaturschutzgesetz|BNatSchG]], da er sich in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten hat. Darüber hinaus handelt es sich um eine besonders geschützte Art i. S. d. § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG, sodass die in Deutschland wild lebenden Nandus nicht nur den allgemeinen Schutz des § 39 BNatSchG, sondern auch den besonderen Schutz des § 44 BNatSchG genießen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulli Kulke]]: [https://www.welt.de/wissenschaft/article5701264/Nandus-ein-tierisches-Einwanderungsproblem.html &amp;#039;&amp;#039;Nandus – ein tierisches Einwanderungsproblem&amp;#039;&amp;#039;.] [[Welt Online]], 2. Januar 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtsdestotrotz wurden zwei Landwirten im Jahre 2019 die Genehmigungen erteilt, jeweils bis zu 10 Nandus zu schießen. Insgesamt schossen sie 17 der möglichen 20 Nandus.&amp;lt;ref&amp;gt;https://m.youtube.com/watch?v=ikimMRluWIo&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die weitere Vorgehensweise herrscht bislang Uneinigkeit bei Behörden und Naturschützern, da die mittelfristigen Auswirkungen der unfreiwillig eingeführten [[Neozoen]] auf ihr Umfeld umstritten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
=== Aktivität ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pterocnemia pennata.jpg|mini|Zwei Darwinnandus (&amp;#039;&amp;#039;Rhea pennata&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel sind Nandus tagaktive Vögel. Nur an außergewöhnlich heißen Tagen verlegen sie ihre Aktivität teilweise auch in die Nacht, um während der größten Sonnenhitze ruhen zu können. Sie sind gesellige Vögel, die außerhalb der Fortpflanzungszeit in Gruppen von fünf bis 30 Individuen leben, Hähne, Hennen und Jungtiere. Alljährlich zur [[#Fortpflanzung|Fortpflanzungszeit]] lösen sich die Verbände auf, und die Hähne werden territorial. Manche alte Männchen kehren anschließend nicht mehr in die Gruppen zurück, sondern leben auch außerhalb der Fortpflanzungszeit als Einzelgänger. Innerhalb der Gruppen wird zwischen den Individuen auf einen Mindestabstand geachtet. Kommen zwei Tiere einander zu nahe, wird durch Vorstrecken des Kopfes mit geöffnetem Schnabel und einem Zischlaut der jeweils andere zum Zurückweichen aufgefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Pampa bilden Nandus oft gemischte Herden mit [[Pampashirsch]]en, [[Guanako]]s und [[Vikunja]]s, gelegentlich sogar mit Schafen und Rindern. Die Vergesellschaftung ist zu beiderlei Nutzen. Der gute Gesichtssinn des Nandus und der gute Geruchssinn der Säugetiere ergänzen einander, so dass nahende Feinde früher erkannt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Nandus sind Allesfresser: Sie bevorzugen breitblättrige [[Pflanzen]], fressen aber auch [[Same (Pflanze)|Samen]], [[Frucht|Früchte]], [[Wurzel (Pflanze)|Wurzeln]], [[Insekten]] und kleine [[Wirbeltiere]]. Dass sie auch Giftschlangen erbeuten, ist ein immer wieder geäußertes Gerücht, das aber keinen Wahrheitsgehalt hat. Ihren Wasserbedarf decken Nandus weitgehend aus dem Flüssigkeitsgehalt ihrer Nahrung, müssen also selten bis gar nicht trinken. Wie andere Laufvögel schlucken Nandus regelmäßig [[Gastrolith]]en, um die Nahrung im Magen zu zerkleinern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Die Tiere werden mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit der Vögel ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im September bis Dezember.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nandus leben polygam: Ein Hahn sichert ein Revier und schart möglichst viele Hennen um sich. Konkurrierende Männchen werden mit Tritten und Schnabelhieben vertrieben. Am Ende befinden sich zwei bis zwölf Hennen im Revier des Hahns, der nun mit der [[Balz]] beginnt. Hierbei umrundet er seinen Harem, hält die Flügel ausgebreitet und die Halsfedern aufgestellt und gibt den typischen &amp;#039;&amp;#039;nan-du&amp;#039;&amp;#039;-Laut von sich. In der Folge paart sich der Hahn mit allen Hennen seines Harems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rhea pennata pennata (8).JPG|mini|Eier von &amp;#039;&amp;#039;Rhea pennata&amp;#039;&amp;#039; im Nest]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hennen legen ihre goldgelben Eier in eine Nestgrube, die vom Hahn ausgelegt wird. Es handelt sich um eine Vertiefung in der Erde, die etwa 1&amp;amp;nbsp;m breit und 12&amp;amp;nbsp;cm tief ist. Am Ende befinden sich 13 bis 30 Eier, in sehr seltenen Fällen bis zu 80 Eier im Nest. Nachdem die Hennen die Eier gelegt haben, ziehen sie weiter. Stoßen sie auf das Territorium eines anderen Hahns, wiederholt sich dort das Ganze. Das Männchen bleibt allein zurück und ist demnach für das Brutgeschäft verantwortlich. Während der 35 bis 40 Tage währenden Brutzeit ist es extrem aggressiv gegenüber allen Eindringlingen gleicher oder anderer Art. Dieses Verhalten trifft auch Nachzügler unter den Hennen, die erst jetzt zum Ablegen der Eier kommen. Da sie durch den Hahn nicht zum Nest vorgelassen werden, müssen sie die Eier außerhalb des Nests ablegen. So gibt es in beinahe jedem Nandu-Territorium zahlreiche Eier, die das Nest ringförmig umgeben und verrotten. Diese scheinbare Verschwendung hat jedoch ihren Nutzen: Die verfaulenden Eier locken Fliegen an, die dem unabkömmlichen Männchen während der Brut als Nahrung dienen. Ab und zu brütet ein Paar von zwei Hähnen, eng nebeneinander sitzend, seine Eier gleichzeitig aus und zieht dann die Jungen gemeinsam auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Bagemihl, Bruce: &amp;#039;&amp;#039;Biological Exuberance. Animal Homosexuality and Natural Diversity&amp;#039;&amp;#039;, New York 2000, ISBN 0-312-25377-X, S. 623 (mit Foto nebeneinander brütender Hähne).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen etwa vier bis sechs Monate beim Vater, der sie aufmerksam bewacht und weiterhin jeden Eindringling aus dem Revier vertreibt. Die Küken geben ständig Pfeiflaute von sich, über die sie schnell wiedergefunden werden, wenn sie verlorengehen sollten. Geschieht dies dennoch, kann ein Nanduküken von anderen Hähnen adoptiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Man kennt fossile Nandus aus dem [[Eozän]], fragliche Fossilfunde deuten sogar auf eine Existenz im [[Paleozän]] hin (siehe [[#Fossilgeschichte|Fossilgeschichte]]). Damit sind Nandus eine der ältesten bekannten Vogelfamilien überhaupt. Umso schwieriger ist es, ihre externe Systematik zu ergründen. Die äußere Ähnlichkeit deutet auf eine Verwandtschaft mit dem afrikanischen Strauß hin. Andere Zoologen sehen Nandus als eine basale Gruppe innerhalb der Laufvögel, deren Schwestergruppe ein Sammeltaxon aller anderen Laufvögel bildet. Eine weitere, erst neuerdings aufgestellte Hypothese trennt die Nandus ganz von anderen Laufvögeln ab und sieht in ihnen die Schwestergruppe der [[Steißhühner]]; nach letzterer Theorie wären alle Ähnlichkeiten der Nandus zu Straußen in [[Konvergente Evolution|konvergenter Evolution]] entstanden. Die molekulare Systematik anhand von DNA-Vergleichen reiht Nandus mit anderen [[Laufvögel]]n und Steißhühnern in eine Gruppe.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Hackett u. a.: &amp;#039;&amp;#039;A phylogenomic study of birds reveals their evolutionary history.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science&amp;#039;&amp;#039;. 320, Nr. 5884, 2008, S. 1763–1768. {{DOI|10.1126/science.1157704}}. ([https://msb.unm.edu/birds/publications_files/Hackett_etal_2008_Science_bird_phylogenomics.pdf PDF]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heute lebenden Nandus werden in drei Arten unterteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Nandu]] oder Großer Nandu (&amp;#039;&amp;#039;Rhea americana&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Darwinnandu]] oder Kleiner Nandu (&amp;#039;&amp;#039;Rhea pennata&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Puna-Nandu]] (&amp;#039;&amp;#039;Rhea tarapacensis&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;del Hoyo, J., Collar, N. &amp;amp; Garcia, E.F.J. (1992). Puna Rhea (Rhea tarapacensis). In: del Hoyo, J., Elliott, A., Sargatal, J., Christie, D.A. &amp;amp; de Juana, E. (eds.) (2014). Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (abgerufen auf https://www.hbw.com/node/467080 am 9. September 2015).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fossilgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die frühen Nandus werden oft der eigenen Familie Opisthodactylidae zugeordnet. Benannt ist dieses Taxon nach &amp;#039;&amp;#039;Opisthodactylus patagonicus&amp;#039;&amp;#039;, einem südamerikanischen Vogel des [[Miozän]]s, der anders als heutige Nandus eine vierte Zehe hatte – eines von mehreren Merkmalen, die als Beleg einer gemeinsamen Abkunft von Nandus und Steißhühnern angeführt werden. Der älteste Vertreter, &amp;#039;&amp;#039;Diogenornis fragilis&amp;#039;&amp;#039;, aus dem [[Paleozän]] Südamerikas, ist auch der älteste bekannte Laufvogel. Auch beim Urstrauß &amp;#039;&amp;#039;[[Palaeotis|Palaeotis weigelti]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem [[Eozän]] Mitteleuropas sehen Paläontologen mehr Ähnlichkeiten mit Nandus als mit Straußen, was eine einstige Verbreitung der Nandus über Südamerika hinaus implizieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentlichen Nandus (Rheidae) sind seit dem [[Pliozän]] fossil belegt. Hier sind vor allem die fossilen Gattungen &amp;#039;&amp;#039;Heterorhea&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Hinasuri&amp;#039;&amp;#039; zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Menschen und Nandus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bag, rhea skin, Pilagá people - South American objects in the American Museum of Natural History - DSC06054.JPG|mini|hochkant|Tasche der [[Pilagá]] aus Nanduhaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nandus werden vermutlich seit der Besiedelung Südamerikas durch den Menschen gejagt und ihre Eier gesammelt und gegessen. Im brasilianischen Bundesstaat [[Piauí]] gibt es in Höhlen von diesen Vögeln Zeichnungen, deren Entstehung auf den Zeitraum 12.000 bis 8000 v. Chr. datiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BaP&amp;quot;&amp;gt;Mark Cocker, David Tipling: &amp;#039;&amp;#039;Birds and People.&amp;#039;&amp;#039; Jonathan Cape, London 2013, ISBN 978-0-2240-8174-0. S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Jagd wurde vielerorts eine [[Bola]] genutzt. Im 19. Jahrhundert, als ein weltweiter Federhandel existierte, wurden auch Nandus intensiv bejagt. Jährlich wurden zwischen 300.000 und 500.000 Vögel getötet und allein 1872 wurden 61 Tonnen Nandu-Federn über eine einzelne Zollstation in Buenos Aires ausgeführt. Die relativ schlicht gefärbten Federn wurden von der Modeindustrie gewöhnlich nicht für Hüte oder zu Stolen verarbeitet, sondern zu Staubwedeln gebunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BaP&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jüngerer Zeit wurde die Haut der Nandus auch zu [[Leder]] verarbeitet. Diese Nutzung, die Zerstörung der Landschaften und die ebenfalls stattfindende Sportjagd haben dazu geführt, dass die Nandu-Arten in ihrem Bestand seltener geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Viehzüchter der Region behaupten, dass Nandus ihren Tieren das Gras wegfräßen, und die Ackerbauern fürchten um ihr Getreide. Nandus werden daher oft geschossen oder vertrieben, wenn sie in der Nähe von Feldern gesehen werden. Zudem verfangen sie sich oft in Stacheldrahtzäunen, die die Gehöfte umgeben, erleiden dabei schwere Verletzungen und verenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
„Nandu“ ist abgeleitet von &amp;#039;&amp;#039;ñandu guasu&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Guasch: Diccionario Castellano-Guarani, Ediciones Loyola, Asuncion 1978&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Guaraní (Sprache)|Guaraní]] für „große Spinne“, da der Nandu in Balz-Pose einer großen Spinne ähnelt. Eine alternative Herleitung bezieht sich auf den Ruf, der lautlich wie &amp;#039;&amp;#039;Nan-Du&amp;#039;&amp;#039; klingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mark Cocker, David Tipling: &amp;#039;&amp;#039;Birds and People.&amp;#039;&amp;#039; Jonathan Cape, London 2013, ISBN 978-0-2240-8174-0.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Grummt|W. Grummt]], H. Strehlow (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zootierhaltung Vögel.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-8171-1636-2.&lt;br /&gt;
* [[Josep del Hoyo]] u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Handbook of the Birds of the World.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Ostrich to Ducks.&amp;#039;&amp;#039; Lynx Edicions, 1992, ISBN 84-87334-10-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rhea (genus)|Nandus (&amp;#039;&amp;#039;Rhea&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/mecklenburg-statt-suedamerika-nandus-breiten-sich-in-norddeutschland-aus_id_4593756.html &amp;#039;&amp;#039;Meck-Pomm statt Südamerika: Nandus breiten sich in Norddeutschland aus&amp;#039;&amp;#039;.] [[Focus Online]], 7. April 2015&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkiefervögel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mautpreller</name></author>
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