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	<title>Nahkampf - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Nahkampf&amp;diff=140561&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tarabruch8 am 25. Januar 2026 um 17:16 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-25T17:16:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert den körperlichen Nahkampf ohne Schusswaffen. Zur Neonazi-Band siehe [[Nahkampf (Band)]], zum TV-Krimi siehe [[Tatort: Nahkampf]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:ArmyMilCombativesChokehold.jpg|mini|hochkant|Soldaten der [[United States Army]] beim Nahkampftraining]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nahkampf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die physische Auseinandersetzung auf kürzeste Distanz zwischen Kontrahenten mit dem Ziel einer machtbezogenen Überlegenheit über den oder die Gegner. Die auf kürzeste Distanz eingesetzten Mittel sind neben dem eigenen Körper mit Nahkampftechniken wie Hebeln und Griffen auch technische Mittel wie [[Blankwaffe]]n, aber auch [[Schusswaffe]]n wie die [[Pistole]]. Beide Parteien nehmen dabei eine [[Vorsatz (Deutschland)|vorsätzliche]] oder [[Eventualvorsatz|eventualvorsätzliche Schädigung]] der eigenen Person wie jener des Kontrahenten billigend in Kauf. Die Zielsetzung aller Formen des Nahkampfs, also die machtbezogene, hauptsächlich körperliche Überlegenheit, bleibt dabei erhalten, ungeachtet jeglicher Belohnungssysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahkampf kann in zwei Unterformen unterteilt werden:&lt;br /&gt;
* Nahkampf ohne Sportcharakter als [[militär]]ischer, [[polizei]]licher und ziviler Kampf auf kurze und kürzeste Entfernung. Militärischer und polizeilicher Nahkampf wird im Englischen unter dem Begriff hand-to-hand combat im [[Close Quarters Battle]] für [[Häuserkampf (Militär)|Orts- und Häuserkampf]] zusammengefasst. Militärischer Nahkampf unterliegt dem [[Kriegsvölkerrecht]], polizeilicher dem [[Polizeirecht]], ziviler für den Angegriffenen dem [[Notwehr]]recht, dem Angreifer drohen stets [[Zivilrecht|zivil-]] und [[strafrecht]]liche Folgen.&lt;br /&gt;
* [[Kampfsport|Nahkampf mit Sportcharakter]] unterliegt sportlichen Regeln: Ein Regelverstoß wird nach sportrechtlichen Gesichtspunkten als Nichtsieg und auch mit Ausschluss geahndet, außerdem drohen [[Zivilrecht|zivil-]] und [[strafrecht]]liche Folgen (regelkonforme [[Körperverletzungsdelikt|Körperverletzung]] ist durch [[Einwilligung (Strafrecht)|Einwilligung]] gerechtfertigt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Schon in der Entstehungsphase menschlicher Zivilisation war Nahkampf die ursprüngliche und vorherrschende Art, körperliche Auseinandersetzungen auszutragen. Mit der fortschreitenden biologischen und zivilisatorischen Entwicklung des Menschen nahm dessen Fähigkeit zu, Dinge zu instrumentalisieren, technische Instrumente herzustellen und zweckdienlich einzusetzen. So entwickelte der Mensch größeres motorisches Geschick, u.&amp;amp;nbsp;a. speziell mit Daumen, Händen und Armen, in der Anwendung von [[Werkzeug]] und [[Waffe]]n. In zivilisatorischer Hinsicht stieg die Fähigkeit, sich in Gruppen und Verbänden zusammenzuschließen und gemeinsame Ziele zu verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Fähigkeit zur Entwicklung technischer Instrumente und Waffen, welche auf größere Distanz ihre Wirkung entfalteten, nahm die Bedeutung des unmittelbaren Nahkampfs aus militärischer Sicht ab. Trotzdem behielt die Fertigkeit zur Auseinandersetzung im Nahbereich mit rein körperlichen Mitteln oder mit Instrumenten ihre Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilisatorische Entwicklungen des Nahkampfs sind das [[Ringen]] im Altertum, in der Neuzeit japanische Kampfkünste, wie sie unter der Bezeichnung [[Budo]] zusammengefasst werden. Ebenfalls dazu gehört Kampfsport anderer Herkunft wie [[Boxen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzungen ==&lt;br /&gt;
=== Nahkampf ohne Sportcharakter ===&lt;br /&gt;
Nahkampf wird unterschieden in militärischen, polizeilichen und zivilen Nahkampf, mit der Anwendung geeigneter Mittel auf kurze Distanz, um gegen den Angreifer eine Wirkung zu entfalten. Die Wirkung kann mit oder ohne Hilfsmittel wie einem [[Tonfa]] angestrebt werden. Polizeilich ist bei der Festnahme eine Schädigung nicht gewollt, wird aber in Kauf genommen. Jedoch sind nur ausgebildete und zugelassene Nahkampftechniken anzuwenden, rechtlich erlaubt und sanktioniert. Im militärischen Nahkampf ist eine Schädigung gewollt. Im zivilen Bereich ist sanktionierter Nahkampf nur auf eine Abwehr ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der summarischen Definition des Nahkampfs heben sich waffenorientierte Anwendungen gesondert hervor. Aufgrund ihrer Wirkung in der Nahdistanz sind sie jedoch in ihrer Gesamtheit auch zum Nahkampf zu zählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärischer Nahkampf mit Nahkampfwaffen ===&lt;br /&gt;
Ziel beim militärischen Nahkampf ist es, den Gegner beim überraschenden Aufeinandertreffen auf kürzeste Entfernung soweit möglich geräuscharm gefechtsunfähig zu machen. Dies kann waffenlos, aber auch mit Schuss- oder Behelfswaffen erfolgen. Eine Schädigung des Gegners ist dabei gewollt, um ihn am weiteren Kampf zu hindern. Im Unterschied zum polizeilichen Nahkampf ist der Soldat durch eine im Gefecht schussbereit geführte Schusswaffe gefechtsbereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Grabenkampf|Grabenkrieg]] dient die Anwendung von [[Handgranate]]n und anschließendem Feuerstoß mit einer Maschinenwaffe – Maschinenkarabiner oder Maschinenpistole – zum Aufrollen eines Grabensystems als militärische Nahkampftechnik, so wie es auch die Finnen im Waldkampf im [[Winterkrieg]] und nachmaligen [[Fortsetzungskrieg]] im Stellungskampf durchführten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wehrmacht]] zeichnete Soldaten des Heeres für den Nahkampf mit der [[Nahkampfspange]] und Fallschirmjäger sowie Luftwaffensoldaten im Erdkampf mit der [[Nahkampfspange der Luftwaffe]] aus und definierte als Nahkampflage, dass der Soldat diesen mit der blanken Waffe und Nahkampfmitteln Mann gegen Mann geführt haben musste, wobei der ausgezeichnete Soldat Gelegenheit fand, das Weiße im Auge des Feindes zu sehen (unter 100 m). Diese stand neben den persönlichen Tapferkeitsauszeichnungen hoch in der Rangfolge der Wehrmachtsauszeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Nahkampfwaffe}}Das österreichische [[Bundesheer]] definiert Nahkampf als Kampf unter 30&amp;amp;nbsp;Metern im Sinne der Wurfreichweite von [[Handgranate]]n als Nahkampfmittel, und den Kampf Mann gegen Mann – mit und ohne Waffen. Unter diese Definition fällt damit auch der [[Orts- und Häuserkampf]] als Kampf in urbanem Gelände, wenn dieser im Nächstbereich stattfindet, und der Kampf in Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Militärisch wird im &amp;#039;&amp;#039;Nahkampf mit Behelfswaffen&amp;#039;&amp;#039; jede Art von Hieb-, Schnitt- und Schlagwaffen, die zur Verfügung steht, wie [[Kampfmesser]], [[Dolch]] oder [[Grabendolch]] mit [[Schlagring]] als Griffschutz an der kurzen Blankwaffe eingesetzt, früher auch [[Bajonett]] und [[Beil]], [[Schleuder (Waffe)|Schleuder]] oder [[Speer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aufkommen von einschüssigen Musketen wurde bis in die Zeit der Bewaffnung mit Repetiergewehren im Nahkampf das [[Bajonett]] eingesetzt. Dieses ersetzte die [[Spieß|Pike]], die zum Schutz vor angreifender [[Kavallerie]] und nach dem Schuss als [[Stangenwaffe]] gegen feindliche Infanterie diente. Bedeutung hatte die Blankwaffe noch in der Zeit, als [[Handfeuerwaffe]]n mit [[Schwarzpulver]] gezündet wurden. Dieses war witterungsempfindlich und zündete durch Luftfeuchtigkeit nicht bei Regen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bajonett verlor mit dem Aufkommen von halb- und vollautomatischen Waffen schon in den [[Grabenkrieg im Ersten Weltkrieg|Grabenkämpfen des Ersten Weltkrieg]]s seine Bedeutung, insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Aufkommen von [[Maschinenkarabiner]]n als Primärbewaffnung und [[Pistole]]n als Sekundärbewaffnung. Dies war auf der einen Seite bedingt durch die beengten Platzverhältnisse in den Gräben, später auch durch die räumlichen Verhältnisse im Orts- und Häuserkampf sowie im Wald- und Gebirgskampf, und auf der anderen Seite durch die Länge der Waffe, da nur noch beim [[Gewehr 98]] mit aufgesetztem Bajonett eine entsprechende Länge zur Abwehr eines Gegners erreicht wurde und später ausgegebene Gewehre immer kürzer wurden. Der Schutz vor Kavallerie wurde überflüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Grabenkämpfen des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] setzten die britischen Soldaten den separaten Stiel ihres Schanzspatens als Keule ein, der mit einem Metallring am Kopf verstärkt war, die deutschen Sturmsoldaten [[Grabendolch]]e insbesondere mit Handschutz als Schlagring sowie die [[American Expeditionary Forces]] der [[US Army]] den [[U.S. M1917 (Grabendolch)]] und nachfolgend den [[Mark 1 (Grabendolch)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Nahkampfart [[Bartitsu]] und asiatischen Nahkampfarten entwickelte Oberstleutnant [[William E. Fairbairn]] und Hauptmann [[Eric Anthony Sykes]] für den zivilen Bereich und die Polizei von Shanghai das [[Defendu]], für den militärischen Bereich zusammen mit dem [[Fairbairn-Sykes-Commando-Dagger]] das [[Gutter Fighting]], und lehrten dies bei britischen [[Kommando (Militär)|Commandos]], [[Paramilitär|Paras]] sowie Agenten des [[Special Operations Executive|SOE]] und [[Office of Strategic Services|OSS]]. Dies wurde durch Weiterentwicklung zur Grundlage des [[Krav Maga]]. Unter seiner Führung unterrichtete auch der Sergeant Major [[George de Relwyskow]], der bereits vor Fairbairn ein Buch über Nahkampf aus seinen Erfahrungen des Grabenkampf im Ersten Weltkrieg veröffentlicht hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Winterkrieg|Sowjetisch-Finnischen Krieg]] (1939/1940) verwendeten die finnischen Soldaten den [[Finnendolch]] (&amp;#039;&amp;#039;Puukko&amp;#039;&amp;#039;) erfolgreich als Nahkampfwaffe.&amp;lt;ref&amp;gt;Pasi Tuunainen: &amp;#039;&amp;#039;Finnish Military Effectiveness in the Winter War, 1939–1940.&amp;#039;&amp;#039; [[Springer Science+Business Media|Springer]], 2016, ISBN 978-1-137-44606-0, S. 117 ([https://books.google.de/books?id=t_OODAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA117 Google Books, Leseprobe]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die sowjetischen Soldaten waren mit langen und für diesen Zweck unhandlichen [[Bajonett]]en ausgerüstet. Nach dem Krieg zog die Sowjetunion Lehren aus den Erfahrungen und führte kürzere Messerbajonette ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Sprague: &amp;#039;&amp;#039;Swedish Volunteers in the Russo-Finnish Winter War, 1939–1940.&amp;#039;&amp;#039; Verlag McFarland, 2010, ISBN 978-0-7864-5753-3, S. 196 ([https://books.google.de/books?id=6Ay5sMLvPR0C&amp;amp;pg=PA196 Google Books, Leseprobe]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Blankwaffe wird noch von den [[Gurkha]]s das [[Kukri]] und von der russischen [[Infanterie]], [[Marineinfanterie]], [[Fallschirmjäger]]n und [[Speznas]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Klappspaten|feststehende Kurzspaten]]&amp;#039;&amp;#039; [[MPL-50]] als Nahkampfwaffe auch durch Wurf eingesetzt. Der als &amp;#039;&amp;#039;Pionierschanzzeug&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Kurzspaten diente schon im Ersten Weltkrieg den [[Sturmbataillon]]en als Nahkampfwaffe beim Handstreich auf feindliche Grabenstellungen. Diese sind &amp;#039;&amp;#039;jedoch nur auf kürzeste Entfernung von Bedeutung&amp;#039;&amp;#039; und bei einem mit einer Schusswaffe ausgerüsteten Gegner nur untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Die Anwendung von körperlichen Techniken ist im militärischen Nahkampf die Ausnahme,&amp;#039;&amp;#039; stellte schon der General [[Hermann Geyer (General)|Hermann Geyer]] nach dem Ersten Weltkrieg in seinem Handbuch &amp;#039;&amp;#039;Der Angriff im Stellungskrieg&amp;#039;&amp;#039; fest: „Der Nahkampf wird mit der Schusswaffe entschieden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Soldat der Sturmbataillone, und nachfolgend jeder deutsche [[Fallschirmjäger (Wehrmacht)|Fallschirmjäger der Wehrmacht]] war daher mit einer Pistole ausgerüstet, auch da die Handfeuerwaffen bis auf die Maschinenpistolen in Abwurfbehältern abgeworfen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Orts- und Häuserkampf sowie im Waldkampf kann es jedoch zum Nahkampf ohne Waffen oder mit Behelfswaffen kommen. Dabei ist es grundsätzlich nicht möglich, sich dem Gegner lautlos anzunähern. Im Grabenkampf des Ersten Weltkriegs erfolgte die überraschende Annäherung häufig unter dem Feuer eigener schwerer Waffen, deren Einschläge Annäherungsgeräusche überlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den geräuschunterdrückenden Einsatz von Schusswaffen im Nahbereich dienen seit dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] [[Schalldämpfer (Waffe)|Schalldämpfer]], insbesondere für [[Kurzwaffe]]n. Für den waffenlosen militärischen Nahkampf dienen heute das israelische [[Krav Maga]], das auch in der Bundeswehr gelehrt wird, in Russland [[Sambo (Kampfsport)|Sambo]] sowie [[Systema]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den auch im zivilen Bereich gängigen Nahkampfwaffen gehören u.&amp;amp;nbsp;a. das [[Kubotan]]. Eine Sonderform ist die [[Garrotte]], eine Würgewaffe aus einem mittelstarken Metalldraht mit zwei Griffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nahkampf mit Behelfswaffen und Blankwaffen ===&lt;br /&gt;
Zur Anwendung kommen im Nahkampf sowohl Schusswaffen als auch [[Blankwaffe]]n wie [[Messer]] oder [[Streitaxt|Streitäxte]] und Behelfswaffen wie [[Feldspaten]], deren eigentlicher Zweck nicht der einer Waffe ist, oder andere Hilfsmittel wie Stock, [[Tonfa]], [[Pfefferspray]], die grundsätzlich nicht tödliche Waffen sind; im waffenlosen Nahkampf werden Schläge und Stöße mit der baren Hand oder Tritte eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundeskriminalamt (Deutschland)|Bundeskriminalamt]]: {{Internetquelle |url=https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/Feststellungsbescheide/feststellungsbescheide_node.html |titel=Feststellungsbescheide BKA zur Einstufung von Behelfswaffen |abruf=2019-05-21 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den militärisch ausgegebenen Kampfmessern gehören der [[Grabendolch]], [[Arditidolch]], [[Clou français]] und [[U.S. M1917 (Grabendolch)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Japan gehörten früher auch Sonderkonstruktionen aus Alltagswerkzeugen wie das [[Kusarigama]], das [[Tonfa]] oder die [[Nunchaku]], sowie in Europa die [[Hellebarde]] als säbelartige Schnitt- und Stichwaffe, die häufig aus einer [[Sense (Werkzeug)|Sense]] geschmiedet wurde, zu den Nahkampfwaffen. In Japan zählten zu den Sonderformen auch [[Shuriken|Wurfsterne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine geräuschlose oder auch geräuschintensive Anwendung ist kein Kriterium des Nahkampfs. Geräuschlose Anwendung ist lediglich ein Mittel im Gefecht, das aber nur mit wenigen Hilfsmitteln gegeben ist. Im Gegensatz dazu ist in vielen praktischen Anwendungen die stimmliche Unterstützung eine gewollte und wirkungsvolle Unterstützung, die nicht nur der Einschüchterung eines Kontrahenten dient. Verschiedene Nahkampftechniken entwickeln ihre volle Wirkung erst durch stimmliche Unterstützung aufgrund ihrer positiven Beeinflussung der Atmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Englische Kampfkunst u.&amp;amp;nbsp;a. mit einem Spazierstock als damaligen Alltagsgegenstand ist das [[Bartitsu]] für englische Gentlemen, französische Kampfkunst mit Spazierstock ist das [[Canne (Kampfsport)|Canne]]. Im deutschsprachigen Raum wird dazu ein [[Knotenstock]] eingesetzt, in Irland ein [[Shillelagh (Waffe)|Shillelagh]] für das [[Bataireacht]]. Das Führen ist meist verboten und strafbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Historical Medieval Battle]] ist eine [[Kampfsport]]art, bei der Blankwaffen eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waffenloser Nahkampf ===&lt;br /&gt;
Bei der waffenlosen Anwendung von Nahkampftechniken bedient sich ein Anwender des Körpereinsatzes mit dem Ziel, einen Kontrahenten an einer Aktion zu hindern. Eine Schädigung des Kontrahenten wie auch der eigenen Person des Anwenders wird dabei billigend in Kauf genommen. Das Bewegungsrepertoire besteht aus einzelnen wie auch aus Kombinationen verschiedener Bewegungen und Techniken der [[Selbstverteidigung]] mit Block, Stoß, Schlag, Tritt, Griff, Druck oder Wurf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polizeilicher Nahkampf ===&lt;br /&gt;
Zur Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen insbesondere im Bereich der [[Festnahmetechnik]] kann der Einsatz von körperlichen [[Unmittelbarer Zwang|unmittelbaren Zwangsmaßnahmen]] durch Griffe, Würfe, aber auch Schläge oder Stöße erfolgen, passiv zur Abwehr auch mit einem Block. Zum polizeilichen Nahkampf gehört auch der Einsatz von [[Pfefferspray]], [[Schlagstock]], [[Teleskopschlagstock]] oder [[Tonfa]] – nicht erlaubt sind jedoch Blankwaffen und andere nicht dienstlich ausgegebene Waffen. In einigen Ländern, versuchsweise in Deutschland, werden [[Taser]] mit einem hohen Risiko für Herzpatienten und Übergewichtige eingesetzt. In den USA kommt es immer wieder zum Fehleinsatz mit Folter durch Taser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich nähern sich Polizisten in Europa einer Person, die einer polizeilichen Maßnahme unterzogen wird, nicht mit gezogener Pistole an. In den USA geschieht dies wegen des sehr verbreiteten Besitzes von Schusswaffen mit der Hand an der Waffe, um diese bei Verdacht auf einen Angriff sofort ziehen zu können. Im 20. Jahrhundert wurden Waffen mit beschränkter Wirkung entwickelt. Polizeilich sind dies u.&amp;amp;nbsp;a. [[Elektroschockpistole|Taser]] und [[Reizstoffsprühgerät]]e. Letztere dürfen jedoch nach dem Kriegsvölkerrecht und der [[Chemiewaffenkonvention]] nicht von Soldaten, auch von [[Feldjäger]]n und Polizisten im Auslandseinsatz, eingesetzt werden. Im Polizeisport und in der Ausbildung wurden früher die Sportarten Boxen und Judo gelehrt, heute ein Kombinationsnahkampf, der verschiedene Elemente zur Durchsetzung von Festnahme und Abwehr beinhaltet. Die Grenzen zwischen zivilen sportlichen und militärischen Nahkampfstilen sind fließend, beim [[Selbstverteidigungsstreitkräfte|japanischen Militär]] wird [[Aikijutsu]], bei der Polizei von Tokio [[Kobudo]] und [[Aikido]] unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nahkampf mit Sportcharakter ===&lt;br /&gt;
[[Kampfsport|Nahkampf mit Sportcharakter]] verfolgt das Ziel, mit der Überlegenheit über den Kontrahenten einen Sieg nach sportlichen Maßstäben zu erreichen. Schon in der Antike zeichnete sich der sportliche Sieg durch ein Belohnungssystem aus (Ruhm, Ehre, gesellschaftliche Privilegien). Die erlaubten Mittel zur Zielerreichung in sportlichen Nahkampfdisziplinen sind in den entsprechenden Regelwerken bzw. in der Gesetzgebung festgehalten. Sie bestehen beispielsweise aus Schlägen und Hebeltechniken, welche den Kontrahenten zur Aufgabe zwingen, bzw. einer punktemäßigen Überlegenheit nach einer zeitlich befristeten Bemessungsdauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele dieser Disziplinen haben für die Ausübenden eine positive Wirkung bezüglich motorischer Fertigkeiten (Flinkheit, Geschicklichkeit, Körperbeherrschung, Durchhaltewillen), technischer Fertigkeiten (Präzision) und Entwicklung persönlicher Kompetenzen bei der Bewältigung von Niederlagen und Erlernen von Fairness und Respekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele sportlicher Nahkampfdisziplinen sind:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable toptextcells&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Herkunft!! Disziplin&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| weltweit|| [[Boxen]], [[Fechten]], [[Kickboxen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Europa]] und [[Vorderasien]]|| [[Ringen]] verschiedener Stilrichtungen ([[Griechisch-römisches Ringen|griechisch-römisch]], [[Freistilringen|Freistil]], [[Catch Wrestling]], [[Lucha Canaria]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Deutschland]]&lt;br /&gt;
|[[Ju-Jutsu]], [[Kampfringen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Vereinigtes Königreich]] [[England]]|| [[Bartitsu]], [[Defendu/Gutter Fighting|Gutter Fighting]], [[Bataireacht]] mit [[Shillelagh (Waffe)]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schweiz]]|| [[Schwingen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Ostalpen]]raum&lt;br /&gt;
|[[Ranggeln]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Russland]]&lt;br /&gt;
|[[Sambo (Kampfsport)|Sambo]] und [[Systema]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Brasilien]]&lt;br /&gt;
|[[Brazilian Jiu-Jitsu|Gracie Jiu-Jitsu]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[China]]|| [[Wushu]], [[San Shou]], [[Shuaijiao]], [[Goju Ryu]], [[Wing Chun]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Japan]]|| [[Jiu Jitsu]] und [[Judo]], [[Aikijutsu]] und [[Aikido]], [[Bujinkan]], [[Karate]], [[Kobudo]], Sujutsu, Yarijutsu (Speerkampf), Naginajutsu (jap. Hellebarde), Tojutsu, [[Kenjutsu]] und [[Kendō]] (Schwertkampf), Tantojutsu (Messerkampf), Jōjutsu und [[Jōdō]] (Stock- und Schwertkampf), Kasarijutsu (Umgang mit der Kette), Ninjutsu (vergleich [[Ninja]]), [[Sumo]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Korea]]|| [[Taekwondo]], [[Tang Soo Do]], [[Ssireum]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Nordkorea]]|| [[Kyŏksul]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Vietnam]]|| [[Viet Vo Dao]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Philippinen]]|| [[Filipino Martial Arts]] auch Arnis oder Escrima oder Kali&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Thailand]]|| [[Muay Thai]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Indonesien]]|| [[Pencak Silat]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Israel]]|| [[KAPAP]] und [[Krav Maga]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Indien]]&lt;br /&gt;
|[[Kalarippayat]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Martin J. Dougherty: &amp;#039;&amp;#039;Nahkampftraining&amp;#039;&amp;#039;. Nikol, Hamburg 2018. ISBN 978-3-86820-472-8.&lt;br /&gt;
* Frank Pelny: &amp;#039;&amp;#039;GJOGSUL: Militärischer Nahkampf in der NVA.&amp;#039;&amp;#039; Books On Demand, ISBN 3-8334-2228-9.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Close Combat&amp;#039;&amp;#039; (MCRP 3-02B). USMC, Februar 1999, ISBN 1-58160-073-9.&lt;br /&gt;
* William E. Fairbairn: &amp;#039;&amp;#039;Get Tough! Details basic commando techniques.&amp;#039;&amp;#039; 1942. Reprint ISBN 0-87364-002-0.&lt;br /&gt;
* Rex Applegate: &amp;#039;&amp;#039;Kill or Get Killed.&amp;#039;&amp;#039; 1943. Widely redistributed within the [[United States Marine Corps|USMC]] from 1991 as FMFRP 12-80. ISBN 0-87364-084-5.&lt;br /&gt;
* Richard Strozzi-Heckler: &amp;#039;&amp;#039;In Search of the Warrior Spirit: Teaching Awareness Disciplines to the Green Berets.&amp;#039;&amp;#039; Dritte Auflage. ISBN 1-55643-425-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fleet Marine Force Manual (FMFM) 0-7, Close Combat.&amp;#039;&amp;#039; [[United States Marine Corps|USMC]], Juli 1993.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Combatives : FM 3-25.150.&amp;#039;&amp;#039; Commercial reprint of 2002 U.S. Army manual incorporates [[Brazilian Jiu-Jitsu]]. ISBN 1-58160-448-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;D.V.E. Nr. 166. Vorschrift für das Gewehrfechten der Infanterie&amp;#039;&amp;#039;, 1908. ISBN 978-3-7543-3925-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[iarchive:bmvg-1995-nahkampf-ohne-waffen|Ausbildungsunterlage, Nahkampf ohne Waffen]]&amp;#039;&amp;#039;. Bundesministerium der Verteidigung, 1995.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;D 103 Merkblatt für die Ausbildung im Nahkampf&amp;#039;&amp;#039;, 1938. ISBN 978-3-7578-0390-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/results?search_query=Nahkampf%2BBundeswehr&amp;amp;aq=f Nahkampfvideos der Bundeswehr] auf YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=qUMQ3Ful3z8&amp;amp;list=PLco3TeyDq4KVcatll524HS7l9L1nhd84m&amp;amp;index=2 УНИБОС.Парепко Сергей.Саперная лопатка.#1 Nahkampf mit dem russischen Feldspaten Saperka]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=cLuF9U_jQRk&amp;amp;t=5s Lehrvorführung Nahkampf 1988 ZDv 3/11]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kampfkunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärische Ausbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlag- und Stoßwaffe| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tarabruch8</name></author>
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