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	<title>Nachlasspflegschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nachlasspflegschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{§|1960|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]) ist eine durch das [[Nachlassgericht]] angeordnete [[Pflegschaft]] zur Sicherung des [[Nachlass]]es, insbesondere durch Bestellung eines &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nachlasspflegers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die bis zur Annahme der Erbschaft oder bis zur [[Erbenermittlung|Ermittlung eines Erben]] erfolgen kann. Auch nach Inkrafttreten des [[Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit|FamFG]] am 1. September 2009 bedurfte die Bestellung des Nachlasspflegers neben der Beauftragung auch seiner förmlichen Verpflichtung durch das Nachlassgericht nach {{§|1789|bgb|juris}} in Verbindung mit {{§|1962|bgb|juris}} BGB.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://openjur.de/u/353269.html OLG Stuttgart, Beschluss vom 25. November 2010, Az. 8 W 460/10], [[BeckRS]] 2010, 29404 = FamRZ 2011, 846 = NJW-RR 2011, 737 = FGPrax 2011, 88&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres ist zum 1. Januar 2023 entfallen, die Wirksamkeit des Bestellungsbeschlusses ist seither ausreichend, § 168a Abs. 2 FamFG iVm. § 340 FamFG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Voraussetzung unbekannter Erbe ==&lt;br /&gt;
„Unbekannt“ im Sinne der Vorschrift sind die Erben auch dann, wenn sie aus rechtlichen Gründen nicht ohne umfangreiche Ermittlungen vom Nachlassgericht festgestellt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 23. November 2004, Az. 20 W 91/04, Volltext: [https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/LARE190011827 Beschluss des BGH vom 17. Juli 201], NJW-RR 2013, 72; Volltext: [http://dejure.org/2012,29626 IV ZB 23/11]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine für die Bestellung eines Nachlasspflegers ausreichende Unklarheit über den endgültigen Erben besteht auch dann, wenn noch ein Verfahren auf gerichtliche [[Vaterschaftsfeststellung]] des [[Erblasser]]s betrieben wird, sofern für die Vaterschaft eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht. Hierbei dürfen im Hinblick auf den vorübergehenden Charakter von Sicherungsmaßnahmen keine zu hohen Anforderungen gestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://openjur.de/u/632061.html OLG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 20. Mai 2011 – 3 Wx 51/11]; NJW-RR 2011, 1643&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sobald der Erbe ermittelt ist, wird die Nachlasspflegschaft aufgehoben. Hierbei kommt es nicht auf eine absolut sichere Klärung der Erbfolge an, sondern es reicht aus, dass keine nennenswerten Zweifel an der Erbenstellung der ermittelten Person bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antrag auch durch Gläubiger ==&lt;br /&gt;
Auch ein Nachlassgläubiger kann beim Nachlassgericht die Bestellung eines Nachlasspflegers beantragen ({{§|1961|bgb|juris}} BGB). Bei einem dürftigen oder mittellosen Nachlass kann die Anordnung der Nachlasspflegschaft nicht davon abhängig gemacht werden, dass der antragstellende Gläubiger die [[Gerichtskosten]] vorschießt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2010/15_W_383_09beschluss20100105.html OLG Hamm, Beschluss vom 5. Januar 2010], Az. I-15 W 383/09; NJW-RR 2010, 1594 = Rpfleger 2010, 590 = FGPrax 2011, 29 sowie OLG Dresden, Beschluss vom 9. Dezember 2009 – 3 W 1133/09, Rpfleger 2010, 215 = FamRZ 2010, 1114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellung eines Nachlasspflegers auf Antrag eines [[Gläubiger]]s setzt nicht voraus, dass der Anspruch sogleich gerichtlich geltend gemacht werden soll. Es genügt, dass der Gläubiger den Anspruch zunächst außergerichtlich verfolgen möchte. Die Voraussetzungen des § 1961 BGB sind regelmäßig gegeben, wenn der Erbe unbekannt ist und der Vermieter des Verstorbenen einen Ansprechpartner benötigt, um die Kündigung des [[Mietvertrag (Deutschland)|Mietvertrages]] auszusprechen und die Räumung der Mietwohnung erreichen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Köln, Beschluss vom 10. Dezember 2010 – 2 Wx 198/10; MDR 2011, 370 = FGPrax 2011, 128 =FamRZ 2011, 1251&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nachlasspflegschaft für die unbekannten Erben kann bei anstehender Räumung der Mietwohnung nicht auf die Beendigung des Mietverhältnisses beschränkt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://openjur.de/u/497423.html OLG München, Beschluss vom 20. März 2012 – 31 Wx 81/12]; NJW-RR 2012, 842 = FGPrax 2012, 118&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben ==&lt;br /&gt;
Der Nachlasspfleger ist [[gesetzlicher Vertreter]] des bzw. der unbekannten Erben und hat u. a. die Aufgabe, diese/n zu ermitteln und die Nachlassangelegenheit abzuwickeln (Kontakt mit den [[Gläubiger|Nachlassgläubigern]], Bezahlung der [[Bestattung]]skosten, Beendigung und Abwicklung des Wohnraummietverhältnisses mit dem Erblasser usw.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2010/I_15_W_308_10beschluss20100622.html OLG Hamm, Beschluss vom 22. Juni 2010], Az. I-15 W 308/10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Rahmen hat der Nachlasspfleger auch ein berechtigtes Interesse zur Einsicht in [[Personenstandsurkunde]]n bei den [[Standesamt|Standesämtern]] (§ 62 Abs. 1 PStG). Der Nachlasspfleger kann die Erbenermittlung einem professionellen Erbenermittler übertragen,&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Celle StAZ 1998, 81; OLG Frankfurt Rpfleger 2000, 161; OLG Bremen StAZ 1998, 255; LG Berlin Rpfleger 2000, 393&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn er zuvor alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen zur Ermittlung der Erben selbst unternommen hat und hierbei erfolglos blieb. Bei verfrühter Einschaltung ist er den Erben schadensersatzpflichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;LG Berlin ZEV 2012, 413&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer nachlassgerichtlichen Genehmigung zur Einschaltung des Erbenermittlers bedarf es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Frankfurt/Main, Rpfleger 2000, 161&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachlasspfleger und Bestattung ==&lt;br /&gt;
Das Landessozialgericht Hessen&amp;lt;ref&amp;gt;Beschluss vom 7. Mai 2013, Az. L 6 SO 93/10; vgl. unter http://dejure.org/2013,22046&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil vom 20. März 2013, Az. L 23 S 97/11; vgl. unter {{Webarchiv|url=http://www.bayernportal.jurion.de/news/?user_aktuelles_pi1%5Baid%5D=273071&amp;amp;cHash=ebdf0b47ea7fad21599e9a3f10ed0cc2 |wayback=20150626125818 |text=Archivierte Kopie}}&amp;lt;/ref&amp;gt; haben festgestellt, dass ein Nachlasspfleger keinen Anspruch der unbekannten Erben auf Übernahme der Bestattungskosten nach § 74 SGB XII gegenüber dem Träger der Sozialhilfe geltend machen kann. In beiden Fällen hat der Nachlasspfleger die Bestattung veranlasst und begehrte die Begleichung dieser Kosten durch den Träger der Sozialhilfe. In beiden Fällen wurden diese Anträge abgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Landessozialgerichte bestätigten, dass lediglich die Erben gemäß § 1968 BGB zur Tragung der Bestattungskosten verpflichtet sind. Mithin kommt es sozialhilferechtlich nicht darauf an, ob der Erblasser sozialhilfebedürftig war, sondern lediglich darauf, ob die Erben Anspruch auf Sozialhilfe haben. Bei unbekannten Erben sind jedoch die Voraussetzungen der Sozialhilfe nicht zu klären. Auch kann der Nachlasspfleger diese Ansprüche nicht geltend machen, da der Wirkungskreis der Nachlasspfleger lediglich die Vertretung der Erben in Bezug auf den Nachlass umfasst. Der Nachlasspfleger kann nicht eigene Ansprüche der Erben, wie etwa den Anspruch auf Sozialhilfe, geltend machen. Diesen Anspruch müssen die Erben selbst verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachlassverbindlichkeiten ==&lt;br /&gt;
Der Nachlasspfleger ist zur Begleichung von [[Nachlassverbindlichkeit]]en berechtigt und gegebenenfalls verpflichtet, wenn so Schäden oder unnötige Prozesse und Kosten vermieden werden. Die Nachlasspflegschaft dient zwar grundsätzlich nicht der Befriedigung der Nachlassgläubiger, da sie zum Schutz der Erben angeordnet ist. Ist der Nachlasspfleger aber mit der Sicherung und Verwaltung des Nachlasses betraut, gehört es insbesondere zu seinen Pflichten, den Nachlass zu erhalten und zu verwalten sowie die Vermögensinteressen der künftig festzustellenden Erben wahrzunehmen. Welche Maßnahmen insoweit zweckmäßig sind, entscheidet der Nachlasspfleger nach pflichtgemäßem Ermessen.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Beschluss vom 26. Oktober 1967, Az. VII ZR 86/65; BGHZ 49, 1, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang kann er aus Mitteln des Nachlasses und unter Berücksichtigung der beschränkten Erbenhaftung Verbindlichkeiten des Nachlasses erfüllen, wenn dies zur Erhaltung des Nachlasswertes geboten ist, denn er darf den Nachlass nicht der Gefahr eines aussichtslosen, mit Kosten verbundenen Rechtsstreits aussetzen. Dazu kann er auch Nachlassgegenstände veräußern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://openjur.de/u/481722.html OLG München, Beschluss vom 7. Januar 2010, Az. 31 Wx 154/09].&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den zu begleichenden [[Verbindlichkeit]]en können auch Rückforderungsansprüche des [[Sozialhilfe]]trägers (§ 102 SGB XII) und der Landeskasse nach § 1836e BGB gehören (wenn für den Verstorbenen zu Lebzeiten eine [[Betreuung (Recht)|rechtliche Betreuung]] angeordnet war).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://openjur.de/u/355548.html OLG Stuttgart, Beschluss vom 29. Juni 2007, 8 W 245/07]; FamRZ 2007, 1912 = BtMan 2007, 203 (Ls) = FGPrax 2007, 270 = NJW-RR 2007, 1593 = BWNotZ 2008, 57&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nachlasspfleger ist auch zur Abgabe der [[Erbschaftsteuer]]erklärung verpflichtet (§ 31 Abs. 6 ErbStG). Stellt der Nachlasspfleger verspätet einen [[Nachlassinsolvenzverfahren|Insolvenzantrag]], macht er sich gegenüber dem Nachlass u. U. schadensersatzpflichtig. Der Schaden kann dann in einer vor Antragstellung entnommenen Nachlasspflegervergütung bestehen&amp;lt;ref&amp;gt;LG Hamburg, Urt. v. 20.9.2021 – 304 O 407/20, [[BeckRS]] 2021, 39648&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung ==&lt;br /&gt;
Der Nachlasspfleger wird bei beruflicher Pflegschaftsführung nach dem [[Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz]] (VBVG) vergütet, wobei nach {{§|1888|bgb|buzer}} BGB Abweichungen gegenüber den dortigen Vergütungsstundensätzen möglich sind. Bei einer ehrenamtlichen Führung der Pflegschaft besteht nur Anspruch auf [[Aufwendungsersatz]] ({{§|1877|bgb|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berufsmäßige Nachlasspfleger, die ihre Tätigkeiten zur Abwicklung des Nachlasses vergütet haben wollen, müssen nach Zeitaufwand abrechnen. Eine minutengenau Abrechnung ist aber nicht erforderlich. Ausreichend ist, dass die Angaben die Feststellung der ungefähren Größenordnung ermöglichen und Grundlage einer gegebenenfalls durchzuführenden Schätzung entsprechend § 287 ZPO sein können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=82472&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1 BGH, Beschluss vom 14.März 2018 – IV ZB 16/17]; [http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2015-N-124776?hl=true OLG München, Beschluss vom 16.März 2015, 31 Wx 81/14]; überholt daher: OLG Celle, Beschluss vom 24. März 2016 – 6 W 14/16{{Toter Link|date=2024-12-30|url= http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2015-N-124776?hl=true}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beschluss, durch den die Vergütung des Nachlasspflegers gegen den Erben festgesetzt ist, ist ein Vollstreckungstitel nur gegen den Nachlass, nicht gegen das Vermögen, das der Erbe außer dem Nachlass hat.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Celle, Beschluss vom 30. Juni 2016, 6 W 81/16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Vergütung des Nachlasspflegers bei vermögendem Nachlass sind die Stundensätze im Grundsatz unabhängig von den Festlegungen des VBVG anhand der Kriterien des {{§|1888|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 BGB zu bestimmen. Maßgeblich sind danach die für die Führung der Pflegschaftsgeschäfte nutzbaren Fachkenntnisse des Pflegers sowie der Umfang und die Schwierigkeit der Pflegschaftsgeschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nach Ausbildungsgrad gestaffelten Stundensätze in {{§|3|vbvg|buzer}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 VBVG können auch eine taugliche Orientierungshilfe – Anhaltspunkt im Sinne von Mindestsätzen – für die Bemessung der Stundensätze bei der Vergütung eines berufsmäßigen Nachlasspflegers im Falle eines vermögenden Nachlasses darstellen. Sie können nach den für die Vergütung des Nachlasspflegers in {{§|1888|bgb|buzer}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;2 BGB festgelegten Kriterien überschritten werden. Die Heranziehung einer auf dieser Grundlage von der Rechtsprechung entwickelten gestaffelten Tabelle, in der nutzbare Fachkenntnisse und Schwierigkeit der Aufgabe angemessen berücksichtigt sind, ist deshalb nicht zu beanstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://openjur.de/u/287236.html OLG Schleswig, Beschluss vom 14. Januar 2010, Az. 3 Wx 63/09].&amp;lt;/ref&amp;gt; Das OLG Thüringen sah 2013 gestaffelte Netto-Stundensätze zwischen 35,-- und 115,-- Euro als angemessen an&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2024-12-30 |url=http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/aktuelles/rechtsprechung/rechtsprechung-details/artikel/zur-verguetung-des-anwaltlichen-berufsnachlasspflegers-10145.html |text=Beschlüsse des Thüringer OLG vom 3. Juni 2013, 6 W 430/12 und 6 W 397/12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aufgrund der im Lauf der Jahre eingetretenen Steigerung der Lebenshaltungskosten sind nach der Rechtsprechung seit 2022 Netto-Stundensätze für einen anwaltlichen Berufsnachlasspfleger von 120,-- bei einer einfachen, 147,-- Euro bei eine mittelschwierigen und 173,-- Euro bei einer schwierigen Nachlasspflegschaft zuzuerkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://openjur.de/u/2493884.html OLG Köln v. 26.6.2024 - 2 Wx 94/24]; Bestelmeyer, FGPrax 2024, 176 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergütung des Nachlasspflegers richtet sich nach § 1888 Abs. 1 Satz 2 BGB (und nicht nach § 3 VBVG), soweit der Nachlass zur Deckung der Vergütung ausreicht. Allein der vom Nachlass nicht gedeckte Teil der Vergütung ist nach den Sätzen für unbemittelte Nachlässe zu bemessen&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Beschluss vom 29. Juni 2021 – IV ZB 16/20&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beschluss über die Vergütung eines Nachlasspflegers ist zu begründen. Die Interessen der unbekannten Erben sind im Festsetzungsverfahren bei einem nicht mittellosen Nachlass durch Bestellung eines [[Verfahrenspfleger]]s zu wahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://openjur.de/u/2148385.html OLG Köln v. 06.12.2017 - 2 Wx 253/17].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 15-monatige Ausschlussfrist (§ 2 [[Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz|VBVG]]) gilt auch für Vergütungsansprüche von Nachlasspflegern.&amp;lt;ref&amp;gt;LG Berlin FamRZ 2004, 1518; KG FamRZ 2006, 225 = FGPrax 2005, 264; KG FamRZ 2006, 651 = Rpfleger 2006, 76; OLG Zweibrücken FamRZ 2007, 1271 = Rpfleger 9/2007; OLG Zweibrücken, Beschluss 3 W 49/07 vom 30. April 2007; FGPrax 2007, 232 = Rpfleger 2007, 471 = ZEV 2007, 528 (Ls) = BtPrax 2007, 267 (Ls); OLG Naumburg, 2 Wx 15/11; BtPrax 2012, 39 (Ls); BGH Beschl v 24. Oktober 2012, IV ZB 13/12, Volltext https://lexetius.com/2012,5596.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist aber möglich, pauschal für alle künftigen Vergütungsanträge eine Verlängerung der Frist zu beantragen.&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLG, FamRZ 2003, 1414; OLG Bremen, Beschluss vom 15. März 2012, [https://openjur.de/u/270382.html 5 W 19/11]; [https://www.b-d-n.de/download-file?file_id=383&amp;amp;file_code=b0c23ad86e OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18. April 2017, NLPrax 2019, 49 mit Anm. &amp;#039;&amp;#039;Gleumes&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nachlassgericht ist bei der Festsetzung der Vergütung nicht an die zwischen dem Nachlasspfleger und dem Erbe abgeschlossene Vergütungsvereinbarung gebunden. Diese ist insoweit für das gerichtliche Festsetzungsverfahren unwirksam. Der Einwand mangelhafter Amtsführung ist gegenüber der Festsetzung der Vergütung für den Nachlasspfleger durch das Nachlassgericht ausgeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml?doc.id=KORE215872011&amp;amp;st=null&amp;amp;showdoccase=1 OLG Celle, Beschluss vom 30. Mai 2011], Az. 6 W 120/11.{{Toter Link|date=2024-12-30|url=http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml?doc.id=KORE215872011&amp;amp;st=null&amp;amp;showdoccase=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist ein Nachlasspfleger wegen [[Untreue (Deutschland)|Untreue]] zu Lasten des von ihm zu verwaltenden Nachlasses verurteilt worden, ist ein etwaiger Vergütungsanspruch allerdings verwirkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Coburg, Beschluss vom 5. März 2009 – 41 T 6/09, vgl. unter https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/erbrecht/der-untreue-nachlasspfleger-37851&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abwesender Erbe ==&lt;br /&gt;
Wenn der Erbe bekannt und nur sein Aufenthalt unbekannt ist, kommt es stattdessen zur [[Abwesenheitspflegschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Nachlassverwaltung]]&lt;br /&gt;
* [[Verlassenschaftsverfahren]] (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://dejure.org/dienste/lex/BGB/1960/1.html Rechtsprechungsübersicht zur Nachlasspflegschaft (dejure.org)]&lt;br /&gt;
* [https://dejure.org/dienste/lex/BGB/1961/1.html Weitere Rechtsprechung zur Nachlasspflegschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.b-d-n.de/ Bund Deutscher Nachlasspfleger (BDN) e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* du Carrois: &amp;#039;&amp;#039;Der überschuldete Nachlass – Handlungsoptionen des Nachlasspflegers&amp;#039;&amp;#039;; Rpfleger 2009, 197.&lt;br /&gt;
* Deinert/Jegust/Lichtner: &amp;#039;&amp;#039;Todesfall- und Bestattungsrecht&amp;#039;&amp;#039;, 4. Aufl., Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-936057-31-7.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nachlasspflegschaft&amp;#039;&amp;#039;, Herausgeber [[Holger Siebert]], (früher Jochum/Pohl) Reguvis Verlag, 7. Auflage, Köln 2023, ISBN 978-3-8462-1413-8.&lt;br /&gt;
* Schulz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Nachlasspflegschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl., Bonn 2017, ISBN 978-3-95661-057-8.&lt;br /&gt;
* Schulz: &amp;#039;&amp;#039;Der Pfleger im Erbrecht: Nachlasspfleger und sonstige Pfleger&amp;#039;&amp;#039;; Hereditare, Jahrbuch für Erbrecht und Schenkungsrecht, Band 4 (2014), 61, ISBN 978-3-16-153405-8.&lt;br /&gt;
* Schulz/Schmitz: &amp;#039;&amp;#039;Die Kontoführung des Nachlasspflegers&amp;#039;&amp;#039;; [[Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge|ZEV]] 2015, 80.&lt;br /&gt;
* Siebert: &amp;#039;&amp;#039;Hinterlegung von Nachlasswerten als (vor-)letzte Maßnahme&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlicht in Rpfleger 2018, 517 ff.&lt;br /&gt;
* Siebert: &amp;#039;&amp;#039;Erbenermittlung als Aufgabe für Rechtspfleger, Nachlasspfleger und Erbenermittler&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlicht in ZEV 2019, 688 ff.&lt;br /&gt;
* Siebert: &amp;#039;&amp;#039;Der Nachlasspfleger und die Ausschlagung des vorausgegangenen Nachlass&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlicht in ZEV 2023, 362 ff.&lt;br /&gt;
* Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsfragen bei einem Todesfall&amp;#039;&amp;#039;, 5. Aufl., München 2004, ISBN 3-423-05632-0.&lt;br /&gt;
* Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Nachlasspflegschaft&amp;#039;&amp;#039;, 4. Aufl. Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7694-1175-1.&lt;br /&gt;
* Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Vergütung des Nachlasspflegers seit 1. Juli 2005&amp;#039;&amp;#039;; [[Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge|ZEV]] 2005, 473.&lt;br /&gt;
* Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Nachlasspflegschaft und sonstige Nachlassverfahren im FamFG&amp;#039;&amp;#039;; Rpfleger 2009, 437.&lt;br /&gt;
* Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Neuere Rechtsprechung zur Vergütung von Betreuern, Verfahrenspflegern, Verfahrensbeiständen und Nachlasspflegern&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2011, 1776.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4123812-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
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