<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Mythomotorik</id>
	<title>Mythomotorik - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Mythomotorik"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mythomotorik&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T07:36:32Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mythomotorik&amp;diff=2548219&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mythomotorik&amp;diff=2548219&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-08-21T13:27:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;__KEIN_INHALTSVERZEICHNIS__&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mythomotorik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in den [[Religionswissenschaft|Religions-]] und [[Kulturwissenschaft]]en die als „[[kollektiv]] handlungsleitend“ verstandene Wirkung eines [[Mythos]] (Erzählung). Der deutsche [[Ägyptologe]] und Kulturwissenschaftler [[Jan Assmann]] übernahm den Begriff aus der Mythosforschung und vertiefte ihn in seiner Theorie des [[Kulturelles Gedächtnis|kulturellen Gedächtnisses]]. Geprägt wurde die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;mythomoteur&amp;#039;&amp;#039; 1958 vom [[Spanien|spanischen]] [[Historiker]] Ramon D’Abadal i de Vinyals (1888–1970).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Assmann 1992-80&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Assmann kann die Mythomotorik von gemeinschaftlicher Erinnerung zwei gesellschaftspolitische Wirkungsrichtungen haben:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Assmann 1992-80&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;fundierend:&amp;#039;&amp;#039; sie bestätigt und rechtfertigt die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse als sinnvoll, gottgewollt, notwendig und unabänderlich&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;kontrapräsentisch:&amp;#039;&amp;#039; sie stellt die bestehenden Zustände in Frage, beschwört eine bessere Vergangenheit und ruft zur Veränderung auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezugnehmend auf den französischen [[Ethnologe]]n [[Claude Lévi-Strauss]] (1908–2009) unterscheidet Assmann die mythomotorische Wirkung eines erinnerten und weitergegebenen Mythos als &amp;#039;&amp;#039;[[Kalte und heiße Kulturen oder Kulturelemente|kalte oder heiße Kulturelemente]]&amp;#039;&amp;#039; des gesellschaftlichen Umgangs mit der betreffenden Vergangenheit:&lt;br /&gt;
* in &amp;#039;&amp;#039;kalten&amp;#039;&amp;#039; [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaften]] soll jeglicher [[sozialer Wandel]] durch den Einfluss vergegenwärtigter Erinnerung unterbunden werden&lt;br /&gt;
* in &amp;#039;&amp;#039;heißen&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaften soll die [[Vorstellung|Vision]], die in einem Mythos wirkt, den Wandel zu einer neuen, veränderten Gesellschaft beschleunigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl die beabsichtigte Beschleunigung wie auch die Unterbindung gesellschaftlicher Entwicklung erfordert gleichsam die gezielte Formung des [[Kollektives Gedächtnis|kollektiven Gedächtnisses]] durch und als mythische [[Erzählung]] (siehe auch [[Geschichtsmythos]], [[Geschichtspolitik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Mythomotorik gewinnt im Rahmen des [[Interdisziplinarität|interdisziplinären]] Themas der [[Erinnerungskultur]]en zunehmend an Bedeutung, weil es die Mechanismen von [[Gemeinschaft]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;bildung ebenso zu erklären versucht wie deren langfristiges Verhalten in religiösen, politischen und auch wirtschaftlichen Zusammenhängen. In jüngster Zeit wurden die Erkenntnisse dieser Forschungen unter der Zielsetzung der Handlungsbeeinflussung von Gemeinschaften (Communitys) auch in Politik und Wirtschaftspraxis eingeführt. So soll die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;mythomotorische Positionierung&amp;#039;&amp;#039; von Politikern, Produkten oder ganzen [[Unternehmen]] die Wahl-, Investitions- oder Kaufentscheidung entsprechender Zielgruppen beeinflussen und deren Erinnerungen an die aus [[Marketingkampagne|mythomotorischer Kommunikation]] gebildete „[[Marke (Marketing)|Marke]]“ gezielt formen (siehe auch [[Markenforschung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kommunikatives Gedächtnis]] (nach Assmann: mündliche Weitergabe von persönlichen Erfahrungen, umfasst rund 80&amp;amp;nbsp;Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Identität#Politische und soziologische Identitätsbegriffe|Identitätspolitik]] (von dominanten Gruppen zur Erhaltung, von dominierten Gruppen zur Änderung der Zustände benutzt)&lt;br /&gt;
* [[Politischer Mythos]] (historisch-politische Erzählung mit kollektivem sinn- und identitätsstiftendem Wirkungspotential)&lt;br /&gt;
* [[Erfundene Tradition]] (historische Fiktion: konstruierte Tradition, in eine Vergangenheit zurückprojiziert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jan Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Frühe Formen politischer Mythomotorik. Fundierende, kontrapräsentische und revolutionäre Mythen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dietrich Harth]], Jan Assmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Revolution und Mythos.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-10964-7, S. 39–61 ([http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/2141/1/Assmann_Fruehe_Formen_politischer_Mythomotorik_1992.pdf PDF-Datei; 9,4&amp;amp;nbsp;MB; 23&amp;amp;nbsp;Seiten] auf uni-heidelberg.de).&lt;br /&gt;
* Jan Assmann: &amp;#039;&amp;#039;[[Jan Assmann#Theorie des kulturellen Gedächtnisses|Das kulturelle Gedächtnis]]. Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-56844-2, vor allem S. 78–86: &amp;#039;&amp;#039;Mythomotorik der Erinnerung&amp;#039;&amp;#039; (erstveröffentlicht 1992; {{Google Buch| Land=DE| BuchID=MpGEsLAQPWEC| Seite=78| Linktext=Seitenansichten| Hervorhebung=Mythomotorik}}).&lt;br /&gt;
* Matthias Braunwarth: &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis der Gegenwart. Signatur eines religiös-kulturellen Gedächtnisses. Annäherung an eine Theologie der Relationierung und Relativierung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Tübinger Perspektiven zur Pastoraltheologie und Religionspädagogik.&amp;#039;&amp;#039; Band 16). Lit, Münster u.&amp;amp;nbsp;a. 2002, ISBN 3-8258-5912-6, S. 124–129: Kapitel 4.3 &amp;#039;&amp;#039;Mythomotorik – oder von der Form und Funktion des Vergangenheitsbezuges&amp;#039;&amp;#039; (Doktorarbeit 2001 Universität Freiburg; {{Google Buch| Land=DE| BuchID=jQcU_msYAHUC| Seite=125| Linktext=Teilansicht| Hervorhebung=Mythomotorik}}).&lt;br /&gt;
* [[Claude Lévi-Strauss]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Wildes Denken|Das wilde Denken]].&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 1994, ISBN 3-518-27614-X (französisch 1962: &amp;#039;&amp;#039;La pensée sauvage&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;!--Bezug zur „Mythomotorik“?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Yuval Noah Harari]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine kurze Geschichte der Menschheit.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. DVA, München 2013, ISBN 978-3-421-04595-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
| autor   = Peter Zernisch&lt;br /&gt;
| titel   = Mythomotorik und Mythodiversität: Zwei gute Neuigkeiten&lt;br /&gt;
| url     = http://www.marke41.de/content/mythomotorik-und-mythodiversit%C3%A4t&lt;br /&gt;
| werk    = marke41 – das marketingjournal&lt;br /&gt;
| hrsg    = Marken Institut München GmbH&lt;br /&gt;
| datum   = 2010&lt;br /&gt;
|kommentar= gekürzter Vortrag eines [[Consultant]]s zur [[Markenforschung]] auf dem &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Fundraising Kongress Fulda 2010&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| zugriff = 2018-06-13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Assmann 1992-80&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Jan Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Jan Assmann#Theorie des kulturellen Gedächtnisses|Das kulturelle Gedächtnis]]. Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Beck, München 2013, S. 80 (erstveröffentlicht 1992; {{Google Buch| Land=DE| BuchID=MpGEsLAQPWEC| Seite=80| Linktext=Seitenansicht| Hervorhebung=Mythomotorik}}): {{&amp;quot;|Der Begriff »mythomoteur« wurde geprägt von Ramon D’Abadal i de Vinyals 1958 und von J. Armstrong 1983 sowie A.&amp;amp;nbsp;D. Smith 1986 aufgegriffen.}} Anmerkung: Ramon d’Abadal i de Vinyals (1888–1970) war [[Katalanen|katalanischer]] Historiker, Politiker und Journalist; John Alexander Armstrong (1922–2010) war amerikanischer Professor für Politikwissenschaft; Anthony D. Smith (* 1939) ist britischer [[Ethnograph]] und Professor für Nationalismus und [[Ethnizität]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religionswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
	</entry>
</feed>