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	<title>Mykene - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;RoBri: Revert: WP:KORR</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Revert: &lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:KORR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:KORR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;WP:KORR&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate|NS=37/43/50/N|EW=22/45/25/O|type=landmark|region=GR}}&lt;br /&gt;
{{Begriffsklärungshinweis|Für weitere Bedeutungen siehe [[Mykene (Begriffsklärung)]]}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Welterbe&lt;br /&gt;
|Name          = Archäologische Stätte&amp;lt;br /&amp;gt;Mykene&lt;br /&gt;
|Bild          = [[Datei:Mycenae.jpg|290px|Überblick über die Stadt mit dem Atridenpalast]]&lt;br /&gt;
|Beschriftung  = Überblick über die Stadt&lt;br /&gt;
|Staats-Gebiet = {{Griechenland}}&lt;br /&gt;
|Typ           = Kultur&lt;br /&gt;
|Kriterien     = i, ii, iii, iv, vi&lt;br /&gt;
|Referenz-Nr   = 941&lt;br /&gt;
|Link          = http://whc.unesco.org/en/list/941&lt;br /&gt;
|Region        = Europa und Nordamerika&lt;br /&gt;
|Jahr          = 1999&lt;br /&gt;
|Sitzung       = &lt;br /&gt;
|Erweiterung   = &lt;br /&gt;
|Gefährdung    = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mykene&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mykenai, Mykenä&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, veraltet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mycenä&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder dichterisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Myzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Μυκήνη|Mykḗnē}} oder {{lang|grc|Μυκήνα|Mykḗna}}, auch als [[Plural]] {{lang|grc|Μυκῆναι|Mykḗnai}} {{F.Pl.}};&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Gemoll: &amp;#039;&amp;#039;Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; München/Wien 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{laS|Mycenae}}; {{elS|prefix=ja|Μυκήνες|Mykínes}}), war in vorklassischer Zeit eine der bedeutendsten Städte [[Antikes Griechenland|Griechenlands]], nach ihr wurde die [[mykenische Kultur]] benannt. Die Stadt lag nördlich der Ebene von [[Argos (Stadt)|Argos]] auf einer Anhöhe. Von hier überschaute und kontrollierte man den Landweg zwischen südlicher [[Peloponnes]] und dem [[Isthmus von Korinth]], der die peloponnesische Halbinsel mit dem übrigen Festland, zunächst mit [[Attika (Landschaft)|Attika]] und [[Böotien]], verbindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Petros Themelis]]: &amp;#039;&amp;#039;Mykene. Die Monumente und die Funde.&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe Hannibal, Athen 1985, S.&amp;amp;nbsp;1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1999 gehört Mykene gemeinsam mit [[Tiryns]] zum [[UNESCO-Weltkulturerbe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Neolithikum ===&lt;br /&gt;
{{Positionskarte&lt;br /&gt;
|Griechenland&lt;br /&gt;
|label=Mykene&lt;br /&gt;
|lat=37/43/50/N&lt;br /&gt;
|long=22/45/25/O&lt;br /&gt;
|region=GR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
|width=&lt;br /&gt;
|caption=Lage von Mykene in Griechenland&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Mycenae x10.jpg|mini|Blick ins Tal]]&lt;br /&gt;
Man fand einzelne [[jungsteinzeit]]liche Scherben, die vor 3500 v. Chr. datieren. Der Ort war bereits bewohnt, jedoch wurde die [[Stratigraphie (Archäologie)|Stratigraphie]] von späteren Baumaßnahmen zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Bronzezeit ===&lt;br /&gt;
Der Beginn der frühen [[Bronzezeit]], auf dem Boden des späteren Griechenlands auch als [[Frühhelladikum]] (FH) bezeichnet, wird heute in das letzte Drittel des 4. Jahrtausends datiert. Es sind Kontakte, vor allem zu den [[Kykladen]] und ihrer ebenso reichen wie alten [[Kykladenkultur|Kultur]], nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Spyros Iakovidis]]: &amp;#039;&amp;#039;Mykene-Epidauros. Argos-Tiryns-Nauplia. Vollständiger Führer durch die Museen und archäologischen Stätten der Argolis.&amp;#039;&amp;#039; S. 13 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Angenommen wird in dieser Zeit von einigen Forschern auch die Einwanderung indogermanischer Sprecher oder „Proto-Griechen“.&amp;lt;ref&amp;gt;John E. Coleman: &amp;#039;&amp;#039;An Archaeological Scenario for the ‚Coming of the Greeks‘ ca. 3200 B.C.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Indo-European Studies&amp;#039;&amp;#039;, Band 28, 2000, S. 101–153 ([https://www.academia.edu/4908240/An_Archaeological_Scenario_for_the_Coming_of_the_Greeks_ca._3200_B.C academia.edu]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittlere Bronzezeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mykene.JPG|mini|250px|Modell der Ruinen]]&lt;br /&gt;
Aus der Zeit von 2100 bis 1700 v. Chr. datieren vereinzelte Scherbenfunde, unter ihnen die für das [[Mittelhelladikum]] (MH) charakteristische sogenannte [[minysche Keramik]]. Die ersten Bestattungen in Gruben oder [[Steinkiste]]n&amp;amp;shy;gräbern im Westen der Akropolis, teilweise noch innerhalb der frühesten Befestigungsmauern, stammen aus dem 18.&amp;amp;nbsp;vorchristlichen Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Späte Bronzezeit ===&lt;br /&gt;
Da eine genauere Datierung nur bei wenigen Funden möglich ist (darunter ein ägyptisches [[Skarabäus]]-[[Amulett]]) und auch [[Dendrochronologie|dendrochronologische]] Untersuchungen ausstehen, werden die Ereignisse hier nach dem Grabungsbefund, geordnet nach den konventionellen Unterteilungen des [[Späthelladikum]]s (SH), aufgelistet. Seine größte Blüte erlebte Mykene im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. Die Stadt blieb bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. ununterbrochen bewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Späthelladikum I ====&lt;br /&gt;
[[Datei:1911 Britannica - Aegean - Acropolis.png|mini|Zeichnung nach einem goldenen Siegel aus Mykene: Eine Göttin sitzt am Fuße eines heiligen Baums, umgeben von Adorantinnen und heiligen Emblemen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb der Umfassungsmauer fand man im [[Gräberrund B|Grabzirkel B]] zehn Steinkistengräber in noch [[Mittelhelladikum|mittelhelladischem]] Stil und mehrere tiefere Schachtgräber mit Bestattungen in Steinkisten. Reiche Grabbeigaben weisen auf die hohe Stellung der Toten hin. In den Hügeln über den Gräbern fand man Trinkgefäße und Knochen, die Rückschlüsse auf ein außergewöhnliches Totenmahl bieten. Stelen krönten die Grabhügel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Gräberrund A|Grabzirkel A]], der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr. in die Befestigungsmauer der Oberstadt integriert wurde und ursprünglich Teil einer größeren [[Nekropole]] war, die ihren Ursprung in mittelhelladischer Zeit hat, fand man sechs große Schachtgräber, die Überreste von neun weiblichen, acht männlichen und zwei jugendlichen Körpern enthielten. Die Grabbeigaben waren noch reicher als im Grabzirkel B. Das Vorhandensein von gravierten und eingelegten Schwertern und Dolchen sowie Speer- und Pfeilspitzen lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass hier Kriegerfürsten und ihre Familien begraben liegen. Zu den hier gefundenen Kunstgegenständen gehören die [[Goldmaske des Agamemnon]], der sogenannte [[Nestorbecher#Der „Nestorbecher“ von Mykene|Nestorbecher von Mykene]] und Waffen. Zusätzlich befanden sich noch einige kleinere Gräber im Grabzirkel A, von denen die meisten allerdings durch die frühen Ausgrabungen Schliemanns zerstört wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Späthelladikum II ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Linear B (Mycenaean Greek) NAMA Tablette 7671.jpg|mini|Schriften aus Mykene, geschrieben in der [[Linearschrift B]] (nach 1500 v. Chr.)]]&lt;br /&gt;
Ab 1600 v. Chr. ersetzten Tholosgräber die Schachtgräber als Hauptgrabform der Oberschicht. [[Alan Wace]] teilte die neun [[Tholosgräber von Mykene|Tholosgräber in Mykene]] nach ihrer Architektur in drei Gruppen ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alan Wace, Leicester Bodine Holland |Titel=Excavations at Mycenae. The Tholos tombs |Sammelwerk=[[The Annual of the British School at Athens]] |Band=25 |Datum=1923 |Seiten=283–402 |DOI=10.1017/S0068245400010352}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ältesten – genannt das [[Kyklopengrab (Mykene)|Kyklopengrab]], das [[Grab von Epano Phournos]] und das [[Grab des Aigisthos]] – datierte er ins SH IIA. Die älteren Schachtgräber wurden in dieser Zeit mit einiger Mühe konserviert, was darauf schließen lässt, dass sie mittlerweile als kulturelles Erbe der herrschenden Familien betrachtet wurden. So fanden die modernen Archäologen die Schachtgräber weitgehend unberührt vor – im Gegensatz zu den augenscheinlicheren Tholosgräbern, die alle bereits in der Antike oder in späterer Zeit geplündert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Späthelladikum III ====&lt;br /&gt;
Um 1350 v. Chr. wurde die Mauer in [[Zyklopenmauerwerk|zyklopischer]] Bauweise neu errichtet. Der letzte Palast auf der Akropolis wurde im SH IIIA2 errichtet, wobei Vorgängerbauten vollständig abgetragen oder überbaut wurden. Die Architektur der Paläste zu dieser Zeit war in ganz Südgriechenland ähnlich. Es gab einen Thronraum in Form eines [[Megaron]] mit einer zentralen Feuerstelle unter einer Dachöffnung, um die vier Säulen standen, die das Dach trugen. Daneben gab es einen Thron, und die verputzten Wände und Böden waren mit [[Fresko|Fresken]] geschmückt. Dieser Raum wurde stets von einem Innenhof mit Säulenhalle betreten, der Innenhof wiederum wurde von einer Terrasse über eine große Treppe erreicht. 2014 wurde ein etwa 50 kg schweres Steinfragment unterhalb der Oberstadt im Bett des ausgetrockneten Flusses Chavos entdeckt, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Teil des königlichen Throns aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.world-archaeology.com/issues/throne-of-agamemnon-found/ Artikel zu Thronfragment] bei world-archaeology.com (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Hieroglyphen&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;D37-w-k-i-A2-n:Z7&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;M(i)ukinu&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mkjn&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Hannig: &amp;#039;&amp;#039;Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Philipp von Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1771-9, S. 1350.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Im Tempel innerhalb der Mauern fand man einen [[Skarabäus]] der ägyptischen Königin [[Teje]], die mit Pharao [[Amenophis III.]] verheiratet war, zusammen mit einer Statue aus dem SH IIIA2 oder B1. Die Beziehungen von Amenophis III. zum Fürstensitz von Mykene werden durch eine Inschrift im [[Liste ägäischer Ortsnamen vom Totentempel Amenophis III.|Tempel des Amenophis III.]] bestätigt. Allerdings wird die Regierungszeit von Amenophis III. spät im SH IIIA1 angesetzt. Es ist also wahrscheinlich, dass Amenophis (oder seine Frau) den Skarabäus einer früheren Generation mykenischer Herrscher übersandte, bevor deren Nachfahren diesen (zwei bis drei Generationen später) im Tempel deponierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Tholos-Gruppe – das [[Grab von Kato Phournos]], den [[Panagia-Tholos]] und das [[Löwengrab (Mykene)|Löwengrab]] – datierte Alan Wace zwischen SH IIA und SH IIIB. Die letzte Gruppe umfasst das [[Schatzhaus des Atreus]], das [[Grab der Klytaimnestra]] und das [[Grab der Genien (Mykene)|Grab der Genien]], sie wurde mittels einer Scherbe, die unter der Türschwelle gefunden wurde, ins SH IIIB datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mycenae Museum Anthropomorphic Figure 17.jpg|mini|hochkant|[[Anthropomorph]]e Figur, zwischen 1250 und 1180 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
Mitte des SH IIIB, um 1250 v. Chr. wurde die Mauer im Westen erweitert und der Grabzirkel A befand sich jetzt innerhalb der Mauern. Zur gleichen Zeit wurde am Haupteingang das bekannte [[Löwentor (Mykene)|Löwentor]] errichtet. Über dem Querbalken wurde das Löwenrelief in Form eines Entlastungsdreiecks aufgesetzt, um die Last des Mauerwerks auf die Seitenwände zu verteilen. Im Norden wurde ein unverziertes Tor gebaut. Einige der wenigen ausgegrabenen Häuser außerhalb der Mauern stammen aus der gleichen Zeit. Es sind das Haus der Schilde, das Haus des Ölhändlers, das Haus der Sphingen und das Westhaus, sie waren wahrscheinlich sowohl Wohnhäuser als auch Werkstätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später, gegen Ende des SH IIIB, im späten 13. Jahrhundert, wurde die Zitadelle nochmals erweitert. Im Nordosten wurde die Mauer ausgeweitet und mit einem [[Ausfalltor]] versehen. Außerdem wurde innerhalb der Mauern in 15 Metern Tiefe eine unterirdische Zisterne angelegt, die über einen Geheimgang mit 99 Stufen erreicht werden konnte. Gespeist wurde die Zisterne durch eine Quelle oberhalb der Stadt durch einen ebenfalls angelegten Tunnel. Während des SH IIIB hatte Mykene seinen Machtbereich bis [[Pylos]] im Westen, [[Kreta]] im Süden sowie [[Athen]] und [[Theben (Böotien)|Theben]] im Norden ausgedehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niedergang ===&lt;br /&gt;
Ab 1200 v. Chr., am Übergang vom SH IIIB zum SH IIIC, begann der Niedergang von Mykene, das seine Vormachtstellung während des 12. Jahrhunderts v. Chr. einbüßen sollte. Wie alle Paläste in Südgriechenland wurde auch der von Mykene kurz nach 1200 v. Chr. zerstört. Die Keramik und deren Verzierung änderten sich während dieser Phase sehr schnell, und Handwerk und Kunst sanken auf ein niedrigeres Niveau herab. Die Siedlung schrumpfte, die Zitadelle sowie die Unterstadt blieben aber bewohnt. In [[Archaik|archaischer Zeit]] wurde auf dem höchsten Punkt ein [[Hera]]-Tempel errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 480 v. Chr. beteiligten sich 80 Mykener an der [[Schlacht bei den Thermopylen (Perserkriege)|Schlacht bei den Thermopylen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herodot]], &amp;#039;&amp;#039;[[Historien des Herodot|Historien]]&amp;#039;&amp;#039; 7,202.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahr später schickte Mykene zusammen mit Tiryns 400 Kämpfer in die [[Schlacht von Plataiai]].&amp;lt;ref&amp;gt;Herodot, &amp;#039;&amp;#039;Historien&amp;#039;&amp;#039; 9,28.&amp;lt;/ref&amp;gt; 468 v. Chr. eroberten die [[Argos (Stadt)|Argiver]] Mykene, verschleppten die Einwohner und schleiften die Mauern. Während der hellenistischen Zeit wurde die Stadt wiederbesiedelt und ein Theater errichtet. Danach wurde der Ort nur noch kurzzeitig neu besiedelt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde Mykene endgültig verlassen. Doch bereits in römischer Zeit wurden seine nun unbewohnten Gemäuer aufgrund der literarischen Kanonisierung der [[Ilias]] in der gesamten römisch-hellenistischen Welt zu einer Touristenattraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mycenae x09.jpg|mini|Besucher am [[Löwentor (Mykene)|Löwentor]], 2013]]&lt;br /&gt;
Erhalten und ausgegraben sind heute u. a. die Ruinen der mykenischen Oberstadt. Erwähnenswert sind die Reste der [[Zyklopenmauerwerk|zyklopischen]] Ringmauer und das [[Löwentor (Mykene)|Löwentor]]. Es wurde benannt nach den zwei Löwen, die auf einem Relief über dem Toreingang dargestellt sind, und bildete den Hauptzugang zur Burg. Vermutlich wurde das Tor um [[1250 v. Chr.]] gebaut. Ein zweites kleineres, aber nicht zur Gänze erhaltenes Tor ohne Schmucksteine befindet sich im nördlichen Bereich der antiken Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mykenai.jpg|mini|links|hochkant|Eingang zur Zisterne]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mauer weist drei Bauphasen auf: Die erste ist um 1350 v. Chr. zu datieren. Mitte des 13. Jahrhunderts wurden dann die Verteidigungsanlagen nach Süden und Westen verstärkt. Um 1200 v. Chr. erfolgte eine nochmalige Verstärkung und Ausdehnung mit der Anlage von [[Zisterne]]n und Vorratsräumen. Vom mykenischen Palast auf dem höchsten Punkt der Oberstadt sind nur spärliche Reste vorhanden, da ein Brand große Teile des Palastes zerstört hat; auch wurde er in späterer Zeit intensiv überbaut. Der Thronraum war ein großes Gebäude in [[Megaron]]-Form. Zum Palast führte eine steile Rampe empor, die größtenteils erhalten ist und wegen der Steigung von ungefähr 20 Prozent nur zu Fuß begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:MiceneCircoloTombeReali.jpg|mini|Grabring A]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von großer Bedeutung sind zwei große Grabzirkel (A und B), die durch [[Stele]]n gekennzeichnet waren. In den Grabzirkeln fanden sich jeweils eine ganze Reihe von [[Schachtgrab|Schachtgräbern]] mit sehr reichen Grabbeigaben wie Terrakotten, Tongefäßen, goldenen Masken, Schmuck aus Goldblech usw. In fünf Schachtgräbern waren 17 Gebeine (überwiegend von Männern) zu finden. Der Grabzirkel A, der bereits von [[Heinrich Schliemann]] entdeckt wurde, kam bei späteren Erweiterungen der Burganlage in die Burgmauer. Der Grabzirkel B ist erst Anfang der 1950er Jahre ausgegraben worden. In ihm fanden sich zum Teil noch ältere Gräber als im Grabzirkel A. Sie stammen aus dem späten 17. oder frühen 16. Jahrhundert v. Chr. und stehen somit ganz am Anfang der [[Mykenische Kultur|mykenischen Periode]]. Die frühesten Gräber des Grabrunds A stammen ungefähr aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin wurden bisher neun Kuppelgräber von bienenkorbähnlicher Form entdeckt. Sie werden bis heute in der Forschung auch als „Schatzhäuser“ bezeichnet und willkürlich nach mythologischen Figuren, die gemäß der &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; in Mykene geherrscht haben sollen, benannt (z. B. „Schatzhaus des [[Atreus]]“, „Schatzhaus der [[Klytaimnestra]]“). Sie besaßen einen überwölbten engen Zugang (genannt [[Dromos (Korridor)|Dromos]]) und wurden durch das Aufschichten großer, bis zu zwölf Tonnen schwerer, genau behauener Steine gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überreste Mykenes waren schon seit einer französischen wissenschaftlichen Expedition im Jahr 1822 genauer bekannt. Doch haben erst die seit Heinrich Schliemann durchgeführten Ausgrabungen genauere Kenntnisse über die alte Königsburg und die zu ihr gehörenden Bauanlagen wie die Gräber und die Unterstadt ermöglicht. Verschiedene Funde legen einen starken Einfluss der [[Minoische Kultur|minoischen Kultur]] auf die mykenischen Griechen nahe. Aber auch Einflüsse aus Ägypten sind denkbar, vor allem im Bereich der Grabriten; bei einer Bestattung konnte eine versuchte Mumifizierung nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GR 08-04-21 Museum Mykene.JPG|mini|Das neu gebaute Museum unterhalb des Grabungsgeländes]]&lt;br /&gt;
Die ausgedehnte Unterstadt ist bisher nur wenig erforscht. Nach dem Niedergang von Mykene im vierten vorchristlichen Jahrhundert blieb nur ein kleines bewohntes Dorf bis zum heutigen Tage am Fuße der alten Anlage bestehen, das zwischenzeitlich auch Charváti genannt wurde. Im Jahr 2007 wurde ein Museum unterhalb der alten Burganlage fertiggestellt, in dem einige der hier gemachten Funde zu sehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgrabungen ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1700 befreite ein [[Republik Venedig|venezianischer]] Ingenieur die Mauern Mykenes vom Schutt der Jahrhunderte und legte so das Löwentor wieder frei. Erste Zeichnungen von den Mauern, dem Löwentor und dem Grab des Atreus fertigte der französische Geistliche [[Michel Fourmont]] an, der im Jahr 1729 Mykene besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Cathy Gere: &amp;#039;&amp;#039;The Tomb of Agamemnon. Mycenae and the search for a hero&amp;#039;&amp;#039;. Profile Books, London 2006, S. 48–49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Copley Christie: &amp;#039;&amp;#039;Selected essays and papers.&amp;#039;&amp;#039; Longmans, Greens and Co., New York / Bombay 1902, S. 72 ({{archive.org|selectedessayspa00chri|Ausgabe=DS|Fragment=page/71/mode/2up}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1780 besichtigte [[Louis Fauvel]] die Ruinen und vermaß das Schatzhaus des Atreus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[François Pouqueville]]: &amp;#039;&amp;#039;Voyage de la Grèce, Tome Cinquième.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Paris 1827, S. 193–194. ({{archive.org|voyagedelagrce02pouqgoog|Ausgabe=DS|Fragment=page/n207/mode/2up}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Als einer der ersten stellte der Engländer [[Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin|Lord Elgin]] 1802 Grabungen in Mykene an. 1868 besuchte der deutsche Archäologe und Troja-Entdecker [[Heinrich Schliemann]] die Stätte, begann jedoch erst 1876 mit Grabungen. 1877 führte [[Panagiotis Stamatakis]] die Ausgrabungen fort. 1884 und 1885 leitete Schliemann mit [[Wilhelm Dörpfeld]] eine erneute Ausgrabung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Griechische Mythologie ==&lt;br /&gt;
Einer griechischen Sage zufolge wurde die Stadt nach [[Mykene (Mythologie)|Mykene]], der Tochter des Flussgotts [[Inachos (Mythologie)|Inachos]] benannt. [[Pausanias]] erwähnte noch einen [[Mykeneus]], Sohn des [[Sparton]] und Enkel des [[Phoroneus]], nach dem der Ort so benannt sein soll, hielt diese Variante aber für wenig glaubhaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pausanias]] 2,16,4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer anderen Überlieferung gründete [[Perseus (Mythologie)|Perseus]] die Stadt Mykene. Auf einer Reise erfrischte sich der durstige und müde Held mit Wasser, das sich im Hut eines Pilzes gesammelt hatte oder von einem Schwamm aufgenommen worden war. An diesem Ort gründete er die Stadt, die den Namen des griechischen Wortes für Pilz ({{grcS|μύκης|mykes}}) in sich trägt. Eine weitere Variante besagt, dass das [[Ortband]] (ebenso {{lang|grc|μύκης|mykes}}) von Perseus’ [[Scheide (Behälter)|Schwertscheide]] sich löste und zu Boden fiel und er dies als Zeichen interpretierte, hier eine Stadt zu gründen.&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias 2,16,3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Götterkult der Mykener ist später fester Bestandteil der klassisch-griechischen Mythologie geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mythische Könige von Mykene ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Mykene MKL1888.png|mini|Historische Karte von Mykene (1888)]]&lt;br /&gt;
* [[Perseus (Sohn des Zeus)|Perseus]], Sohn des [[Zeus]] und der [[Danaë]]&lt;br /&gt;
* [[Elektryon (Sohn des Perseus)|Elektryon]], Sohn des Perseus und der [[Andromeda (Mythologie)|Andromeda]]&lt;br /&gt;
* [[Amphitryon]], Sohn des [[Alkaios (Tiryns)|Alkaios]]&lt;br /&gt;
* [[Sthenelos (Sohn des Perseus)|Sthenelos]], Sohn des Perseus und der Andromeda&lt;br /&gt;
* [[Eurystheus]], Sohn des Sthenelos und der [[Nikippe (Tochter des Pelops)|Nikippe]]&lt;br /&gt;
* [[Atreus]], Sohn des [[Pelops]] und der [[Hippodameia (Pisa)|Hippodameia]]&lt;br /&gt;
* [[Thyestes]], Sohn des Pelops und der Hippodameia&lt;br /&gt;
* [[Agamemnon]], Sohn des Atreus und der [[Aërope]]&lt;br /&gt;
* [[Aigisthos]], Sohn des Thyestes und der [[Pelopeia (Mykene)|Pelopeia]]&lt;br /&gt;
* [[Aletes (Sohn des Aigisthos)|Aletes]], Sohn des Aigisthos und der [[Klytaimnestra]]&lt;br /&gt;
* [[Orestes]], Sohn des Agamemnon und der Klytaimnestra&lt;br /&gt;
* [[Tisamenos (Sohn des Orestes)|Tisamenos]], Sohn des Orestes und der [[Hermione (Tochter des Menelaos)|Hermione]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mykenische Keramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Schliemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Mykenae. Bericht über meine Forschungen und Entdeckungen in Mykenae und Tiryns.&amp;#039;&amp;#039; Mit einer Vorrede von W. E. Gladstone. Brockhaus, Leipzig 1878 ([http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1878 digi.ub.uni-heidelberg.de]).&lt;br /&gt;
* [[Adolf Furtwängler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mykenische Thongefässe. Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Deutschen Archäologischen Institutes in Rom.&amp;#039;&amp;#039; Asher, Berlin 1879.&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Steffen (Topograf)|Bernhard Steffen]]: &amp;#039;&amp;#039;Karten von Mykenai.&amp;#039;&amp;#039; Reimer, Berlin 1884.&lt;br /&gt;
* [[Alan Wace|Alan J. B. Wace]]: &amp;#039;&amp;#039;Mycenae. An archaeological history and guide.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton (NJ) 1949.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Matz der Jüngere|Friedrich Matz]]: &amp;#039;&amp;#039;Kreta, Mykene, Troja. Die minoische und die homerische Welt&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Grosse Kulturen der Frühzeit. Sammlung Kilpper&amp;#039;&amp;#039;). 6. Auflage, Cotta, Stuttgart 1965.&lt;br /&gt;
* [[George E. Mylonas]]: &amp;#039;&amp;#039;Mykene. Ein Führer zu seinen Ruinen und seine Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Ekdotike Athenon, Athen 1993, ISBN 960-213-213-2.&lt;br /&gt;
* [[Elizabeth Bayard French|Elizabeth French]]: &amp;#039;&amp;#039;Mycenae. Agamemnon’s Capital. The site and its setting.&amp;#039;&amp;#039; Tempus, Stroud u.&amp;amp;nbsp;a. 2002, ISBN 0-7524-1951-X.&lt;br /&gt;
* Cathy Gere: &amp;#039;&amp;#039;The Tomb of Agamemnon. Mycenae and the search for a hero&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wonders of the world&amp;#039;&amp;#039;). Profile Books, London 2006, ISBN 978-1-86197-617-8 (Gesamtdarstellung mit starkem Akzent auf der Rezeptionsgeschichte).&lt;br /&gt;
* Louise Schofield: &amp;#039;&amp;#039;The Mycenaeans&amp;#039;&amp;#039;. British Museum Press, London 2007, ISBN 978-0-7141-2090-4 (Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Mykene. Geschichte und Mythos.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-21644-4).&lt;br /&gt;
* Katarina Horst u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mykene. Die sagenhafte Welt des Agamemnon&amp;#039;&amp;#039;, wbg Philipp von Zabern in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), Darmstadt 2018, ISBN 978-3-8053-5179-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mycenae|Mykene}}&lt;br /&gt;
* [http://artsweb.bham.ac.uk/aha/kaw/Mycenae/mycenaeindex.htm Seite zu den Ausgrabungen in Mykene] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.mycenae-excavations.org/index.html Seite zu Mykene inklusive neuerer Forschungsergebnisse]&lt;br /&gt;
* {{Weblink Welterbe |Nummer=941}}&lt;br /&gt;
* Zeichnungen von Michel Fourmont:&lt;br /&gt;
** [http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b525000902/f180.image.r=.langDE Karte der Argolis mit Lage von Mykene und dem Schatzhaus des Atreus]&lt;br /&gt;
** [http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b52500094v/f8.image.r=.langDE Karte der Argolis mit Lage von Mykene und dem Schatzhaus des Atreus]&lt;br /&gt;
** [http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b52500094v/f11.image.r=.langDE Zeichnung von Mykene und dem Schatzhaus des Atreus (beschädigt)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Welterbe Griechenland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4040975-2|VIAF=241425432}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestandteil einer Welterbestätte in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestandteil einer Welterbestätte in Griechenland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz auf dem Peloponnes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mykenische Siedlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Argos-Mykene)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RoBri</name></author>
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